Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tinten_fischchen:
Spannendes Konstrukt, teilweise aber lazy Writing
Sophie L. von Matthew Blake
Da hätte man mehr daraus machen können. Ein Gedanke den mir bei „Sophie L“ des öfteren kam. Die Grundidee mit den falschen/fehlenden Erinnerungen ist super. Der 2. Weltkriegsteils ist sowieso eine sichere Bank und zieht immer. Ich fand die Geschichte spannend und habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen gehabt.
Zumindest was das betrifft, hat der Autor vieles richtig gemacht.
Wer einen spannenden Thriller sucht kann also auf seine Kosten kommen. Was mir jedoch gar nicht gefallen hat, war der psychologische Teil. Anstelle eine der Hauptfiguren langsam an ihren Erinnerungen zweifeln zu lassen wird ihr einfach von irgendeinem Typen an den Kopf geworfen: „Deine Erinnerungen sind falsch. Sowas falsches hab ich ja noch nie gesehenen. Trust me: Ich bin zwar kein Experte und hab keine Erfahrungen, aber ich seh gut aus. Und du stehst ja auch mich. Deshalb: Musst du mir einfach glauben, das es so ist.“ Zumindest spielt sich die Szene in meiner Erinnerung so ab. Auch die Motive des Strippenziehers bleiben im Dunkeln. Er ist halt böse. Das muss als Motiv reichen.
Es scheint mir als hätte der Autor eine spannende Grundidee gehabt, diese auch umgesetzt, aber für Details usw. keinen Bock gehabt. Das hat mir persönlich dann den Spaß am Buch verdorben. Was Schade ist, da die Geschichte sehr viel Potential hätte. Wobei das Buch zur Entspannung nebenbei eh ganz gut ist.
Rezensionen von Shilo:
Eine Reise zu den eigenen Wurzeln
Die Magnolientochter von Tessa Collins
Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihr Leben im Griff hat und trotzdem spürt, dass ein Teil ihrer Familiengeschichte fehlt. Als sie in den Unterlagen ihrer verstorbenen Großmutter auf ein altes Flugticket nach Neuseeland stößt, tauchen Fragen auf, die lange unbeantwortet blieben. Besonders die Vergangenheit ihrer Mutter liegt wie ein stiller Schatten über allem.
Die Reise nach Neuseeland ist kein klassisches Abenteuer, sondern ein Schritt nach vorn. Die neue Umgebung, die Arbeit zum Schutz der Natur und die Begegnungen vor Ort verändern ihren Blick auf vieles. Dabei bleibt die Geschichte glaubwürdig, denn nichts wirkt übertrieben oder gestellt.
Die Familiengeschichte zeigt sich nach und nach. Es geht um alte Wunden und lange Zeit des Schweigens, ohne dass etwas dramatisch ausgeschmückt wird. Diese Zurückhaltung macht das Erzählte greifbar. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verstehen und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen.
Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam. Sie drängt sich nicht auf und steht nicht im Vordergrund. Nähe entsteht durch Gespräche, durch gemeinsame Momente und Vertrauen.
Beim Lesen fühlt man sich den Figuren nah. Die Geschichte lässt Zeit zum Nachdenken und bleibt lange im Gedächtnis. Am Ende zeigt sie, dass Heilung möglich ist, auch wenn sie nicht vollkommen sein muss.
Dieser 4. Band der Blumentöchter-Reihe hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter.
Eine klare 5-Sterne-Empfehlung für alle, die Geschichten über Familie, Herkunft und Veränderungen lieben.
Rezensionen von Anjulia :
Ägyptens letzte Pharaonin
Kleopatra von Saara El-Arifi
Kleopatra von Saara El-Arifi beginnt mit der Thronbesteigung von Kleopatra VII. Thea Philopator nach dem Tode ihres Vaters und endet mit der Niederlage Ägyptens gegen den späteren Kaiser Augustus.
Dazwischen zeichnet die Autorin das vielschichtige Bild einer wirklich großen Frau und Herrscherin- Pharaonin, Ehefrau, Geliebte, Mutter, Heilerin, Mörderin, Strategin.
Die Gottkönigin wird intelligent und selbstbewusst dargestellt, allerdings in manchen Punkten nicht frei von Selbstzweifeln. Sie kämpft um ihr Land, ihre Macht und ihren Thron auch gegen ihre Geschwister, sowie für das Erbe ihres Sohnes. Zum Machterhalt trifft sie Entscheidungen, die eindeutig über moraly grey hinausgehen.
Ich fand Ägypten schon immer faszinierend und Kleopatras Leben bildet hiervon keine Ausnahme. Die Autorin schafft es mit ihrer Erzählweise Alexandria, den Nil und auch das alte Rom lebendig werden zu lassen. Die Geschichte wird von Kleopatra selbst erzählt, die alles bereits erlebt hat und immer wieder erzähltechnisch vorweggreift. Eine Darstellung, die ihr vielleicht gerechter wird als die Beurteilung durch männliche Rivalen und spätere Historiker?
Leider bleibt insgesamt unklar welche Ereignisse auf Fiktion beruhen und was geschichtlich verbürgt ist. Dies klärt die Autorin auch nicht auf ( Zitat: Einige Begebenheiten sind dagegen rein meiner Phantasie entsprungen – was nicht bedeutet, dass sie weniger wahr sind). Daneben hat das Buch auch einen phantastisch/mythischen Teil, der klar erkennbar ist.
Insgesamt hat mich der Roman, trotz ein paar kleinen Längen gegen Ende, sehr gut unterhalten. Wer eine historisch korrekte Darstellung sucht, könnte hier aber enttäuscht werden und sollte lieber zu einem Sachbuch greifen.
Rezensionen von Lesestern:
Ein Farben-Fest der Liebe
So viele Farben hat meine Liebe von Isabel Otter
EIN FARBEN-FEST DER LIEBE
Dieses wunderschöne Papp-Bilderbuch " So viele Farben hat meine Liebe" lädt ein, die Farben und Schönheit der Natur zu entdecken und die Liebe zu feiern.
Es ist bei @brunnen_giessen im Herbst 2025 erschienen, eindrücklich illustriert von Anna Simeone und liebevoll erzählt von Isabel Otter.
Der große Fuchs versichert dem kleinen Fuchs, dass er immer für ihn da ist und dass seine Liebe den Kleinen bei allem umgibt, was er sieht.
"Kannst du die Farben meiner Liebe sehen? Sie flüstern in den raschelnden Blättern, duften in der blühenden Wiese und singen im sanften Bach."
Vom roten Mohnblumenfeld, über das Herbstblätter- Orange, Sonnenscheingelb, Laubrankengrün, Wasserblau bis zum tiefen Sturmwolkenblau und dem Aufleuchten von Violett erfährt der kleine Fuchs die Strahlkraft der Farben und somit der Liebe des großen Fuchses, die am Ende durch einen großen wunderbaren Regenbogen dargestellt ist.
Mein Lese- und Bilder Eindruck:
Die warmherzigen und farbenfrohen Illustrationen, die mit den leuchtenden in die Seiten eingearbeiteten Bändern harmonieren, fügen sich zusammen mit der liebevoll poetisch erzählten Geschichte zu einem ganz besonderen Geschenkbuch.
Das Gefühl der Liebe und Geborgenheit wird hier auf vielfältige Weise anschaulich und kindgerecht vermittelt, die bunten Bänder dienen als visuelle und greifbare Seitenumblätterer und sorgen am Ende für ein tolles Gesamtbild.
Ein BilderBuch , das einfach wunderschön ist:
Farbenprächtige Illustrationen verbunden mit einer großartigen Geschichte und leuchtenden Regenbogen- Bändern, die ein interaktives Leseerlebnis schenken.
Rezensionen von Kapitel60:
Interessanter Ratgeber
Geschwisterkinder von Martina Stotz
Worum geht’s?
Das Buch Geschwisterkinder zeigt, wie sich Kinder fühlen, die ein Geschwisterkind haben – mit all den schönen, aber auch schwierigen Momenten. Das Buch erklärt typische Konflikte in verschiedenen Altersstufen und gibt viele praktische Tipps, die im Alltag wirklich helfen.
Cover, Schreibstil, Illustrationen
Das Cover wirkt warm und einladend.
Der Schreibstil ist leicht verständlich, ruhig und gut strukturiert. Die kurzen Abschnitte machen das Lesen angenehm. Die Gestaltung ist freundlich, auch wenn sie eher Mütter anspricht als Väter.
Fazit
Ein hilfreicher, herzlicher Ratgeber für Familien mit mehreren Kindern. Die Beispiele sind realistisch, die Tipps gut umsetzbar. Ein Buch, das Eltern unterstützt, Geschwister besser zu verstehen und Konflikte entspannter zu begleiten. Wir konnten einiges aus diesem Buch mitnehmen und umsetzen. Sollte in keiner Familie fehlen.
Rezensionen von Kapitel60:
Ein Bücherschatz
Geliebt von Magdalena Fournillier
Worum geht’s?
„Geliebt“ ist ein ganz besonderer Bücherschatz. Gemeinsam mit dem kleinen Hasen werden die Leser auf eine Reise durch die verschiedenen Jahreszeiten mitgenommen – auf der Suche nach Liebe, auf der Suche nach Glück.
Cover, Schreibstil, Illustrationen:
Das rosafarbene Cover trifft nicht unbedingt meinen Geschmack, dennoch ist dieses Buch wunderschön.
Die Illustrationen sind teilweise farbig und teilweise schwarz‑weiß gehalten. Sie haben einen eher kindlichen Charakter. Insgesamt sind sie sehr nett anzusehen und passen gut zum Text. Der Text selbst ist wunderschön und durchaus auch für Kinder geeignet.
Fazit:
Mich hat dieses Buch auf jeden Fall berührt. Es zeigt, wie wichtig die Natur und vor allem ihr Wandel für die Psyche eines Menschen ist. Ich bin immer wieder dankbar, in einer Region zu leben, in der wir die Jahreszeiten so intensiv erleben dürfen. Nach jedem Ende folgt auch wieder ein Anfang.
Rezensionen von ReiShimura:
Ein Roman für Fans von Lebensratgebern
Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter
Es gibt Bücher, die sprechen einen auf die eine oder andere Weise an und man weiß, dass man sie unbedingt lesen möchte. Doch dann kommt immer was dazwischen und so ziehen die Wochen und Monate ins Land und das Buch gerät in Vergessenheit. Bis es dann plötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht.
Mir ging es mit diesem Buch so, vielleicht, weil bisher einfach nicht der richtige Moment war, um dieses Buch zu lesen.
Autorin Ina Bhatter hat mit diesem Roman eine sehr kurzweilige Geschichte erschaffen, die durchaus gute Ansätze hat und zum Nachdenken anregen kann. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe mich mit vielen Gedanken von Hannah identifizieren können. Aufgrund der doch eher überschaubaren Seitenanzahl habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und hatte danach ein sehr angenehmes Gefühl.
Ich kann aber durchaus auch die kritischen Stimmen zu diesem Buch verstehen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und es wurde an keiner Stelle für mich langweilig oder langatmig. Eher im Gegenteil, viele Dinge gingen mir einfach zu schnell. Vor allem die Persönlichkeitsentwicklung von Hannah und die Erkenntnisse, die sie über ihr Leben in diesen drei Tagen trifft, kamen wirklich im Eiltempo daher. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass Ina Bhatter den Roman mehr in die Länge hätte ziehen sollen, aber vielleicht wäre ihr weniger doch mehr gewesen.
Ich persönliche habe durch dieses Buch jetzt keine großen neuen Erkenntnisse erhalten, aber zumindest wurden gewisse Dinge wieder aus dem Unterbewusstsein als Licht befördert. Achtsamkeit und Selbstreflexion sind wichtige Schlagworte, an denen man seit einigen Jahren nicht vorbeikommt und trotzdem vergisst man es hin und wieder.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieses Buch doch anders war, als ich es mir erwartet habe. Für meinen Geschmack war der Lebensratgeberanteil im Buch ein wenig zu dominant, darunter hat die eigentliche Handlung der Geschichte ein wenig gelitten. Ich denke, dass dieses Buch sehr gut zu Leser:innen passt, die auch ihre Freude an Büchern wie „Das Café am Rande der Welt“ von John Streckly haben.
Rezensionen von Wolfgang Suschnig:
Ein Leben im Spiegel der Zeitgenoss:innen
Franz Hohler & friends von Franz Hohler
Eine höchst vergnügliche, unterhaltsame und informationsreiche Sammlung von Berichten, Aufsätzen, Nachrufen und Laudationes über so unterschiedliche Personen wie Wolf Biermann, Peter Härtling, Elias Canetti, Adolf Muschg, Rafik Schami, Klaus Wagenbach und viele andere, was letztlich zu einer Art Schau auf das Leben und Denken von Franz Hohler selbst führt.
Sogar die Betrachtungen von wenig bekannten Personen, wie dem liechtensteinischen Theatermacher Alois Büchel erweisen sich als spannend, aufschlussreich, natürlich als sehr witzig und manchmal melancholisch. Gegen Ende des Buches häufen sich die Nachrufe, was nicht wundert, geht doch Hohler selbst schon auf das 83. Lebensjahr zu. Leider ist das Buch nach den Betrachtungen bzw. Begegnungen mit 63 Freund:innen zu Ende. Dann aber muss man entscheiden, welche Bücher von Hohlers Freund:innen man jetzt angeht, welche CDs man sich bestellt, ev. das eine oder andere Buch von Erica Brühlmann-Jecklin (inkl. CD) oder die autobiografischen Bücher von Peter Härtling...
Rezensionen von PMelittaM:
Hat mich gut unterhalten
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die von Julia Dippel
Vor einigen Jahren fielen die Sterne vom Himmel, Magie kam in die Welt und neue Götter. Dämonen nutzen Risse zwischen den Welten, und müssen bekämpft werden. Die Gilde der Dämonenreiter entstand, Menschen die von Dämonen besessen wurden, können, wenn sie diese bezwingen, deren Fähigkeiten nutzen.
Velvet Rose Devereaux ist eine von ihnen. Eine der Fähigkeiten, die sie von ihrem Dämon erhielt, sind Visionen, die sie vor Gefahr warnen. Doch seit neuestem nehmen diese Visionen überhand und zeigen immer dasselbe, offenbar handelt es sich um den Tod der Götter. Um diese Zukunft zu verhindern, muss Velvet Kontakt mit ihrem Ex Kashmere Sinclaire aufnehmen. Kashmere ist nicht irgendwer, denn er ist einer von sieben Göttersöhnen. Leider war die Trennung vor fünf Jahren für beide traumatisch, und so ist eine Zusammenarbeit nicht einfach.
Schon der Start in den Roman ist heftig, Velvet ist eine toughe Protagonistin, die sie zu wehren weiß, aber auch Emotionen kennt. Bis Seite 139 steht sie im Fokus und erzählt die Geschichte aus ihrer Ich-Perspektive. Danach kommt eine zweite Ich-Perspektive dazu, die Kashmeres, Velvets überwiegt aber weiterhin.
Beide Protagonist.innen haben ihre Geheimnisse, und sind nicht einfach im Umgang mit anderen, wobei Kashmere der Smartere ist. Was genau zwischen ihnen in der Vergangenheit passiert ist, erfährt man nach und nach in Rückblenden, das wahre Ausmaß wird aber erst gegen Ende klar. Überhaupt gibt es einige Fragen, die lange offen bleiben, und einen als Leser:in ins Grübeln bringen. Ich kann aber hier schon sagen, dass man nicht mit allen Fragezeichen in den nächsten Band gehen wird, es handelt sich hier um eine Dilogie. Dennoch gibt es, natürlich, am Ende Cliffhanger, die erst im zweiten Band aufgelöst werden.
Mir persönlich ging vor allem Velvet manchmal auf die Nerven, statt zu reden oder zuzuhören, geht sie lieber in unklare Situationen oder macht unüberlegte Dinge. Wie so oft, könnte ein klärendes Gespräch wirklich helfen, aber dann wäre der Roman vielleicht auch nur halb so lang. Kashmere dagegen mochte ich, auch wenn auch er nicht immer richtig handelt. Dennoch scheint er mir mehr kopf- als bauchgesteuert zu sein, im Gegenteil zu Velvet.
Mehr als die beiden mochte ich jedoch andere Charaktere. Da ist zum Beispiel Eddie, der Velvet von der Gilde als Lehrling regelrecht aufgezwungen wird, sich dann aber doch als nicht nur störend und vor allem sehr sympathisch entpuppt. Auch Kashmere hat einen Sidekick, in seinem Fall zwar eher dämonischer Art, man muss ihn aber auf seine Art trotzdem gernhaben, zudem bringt er Humor ins Spiel. Interessant fand ich die anderen sechs Göttersöhne, die alle sehr unterschiedlich sind, ich hätte mir über sie mehr Hintergrundinformationen gewünscht, und hoffe, sie bekommen im zweiten Band auch noch eine Rolle.
Die Antagonisten sind im Grunde durchweg böse, ihre Motivation habe ich noch nicht wirklich durchschauen können. Es gibt weitere Charaktere, die man noch nicht gänzlich einordnen kann.
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist unsere, aber eben nach dem oben erwähnten Fall der Sterne und den Folgen daraus. Der Roman spielt größtenteils in den USA, es gibt nur wenige kurze Ausflüge in andere Länder, diese lernt man dadurch nicht näher kennen. Im Anhang gibt es ein paar Erklärungen zur Welt, für mich waren diese nicht nötig, um die Geschichte verstehen zu können.
Natürlich gibt es auch hier einige unerwartete Wendungen, die man nicht alle vorhersehen konnte. Wer nicht so gerne spicy Szenen liest, davon gibt es mehrere im Roman, kann sie gut überspringen, denn sie sind extra gekennzeichnet. Ich finde aber, dass einem dann auch ein Teil Hintergrundwissen fehlt.
Ich persönlich finde den Roman sehr spannend, er hat mich gut unterhalten, so dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue. Man muss sich ein bisschen auf die Geschichte einlassen, die man erst nach und nach durchschaut, und man sollte sich auf Blut, Gewalt und Spice einstellen. Für mich war es der erste Roman von Julia Dippel, hat mich aber neugierig auf ihre anderen Werke gemacht.
Rezensionen von Lilli33:
Leben und Tod
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Leben und Tod
Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.
Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.
In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.
Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).











