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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lesender:

Hexen

Bluthass von Doris Litz

Der fünfte Fall für die ermittelnde Staatsanwältin Lina Saint-George!

Das Thema Hexenverfolgung steht dieses Mal im Mittelpunkt des Geschehens. Während Lina im Hachenburger Landschaftsmuseum eine Austtellung zu diesem Thema besucht, ist bereits in Täter am Werk, der auf diese Art mordet.

Was haben ein modener Hexenzirkel und seine Mitlieder damit zu tun? Was ist das Motiv und das Ziel des Täters?

Gewohnt spannend, detailliert und ins Detail gehend nimmt uns die Autorin mit auf moderne Hexenjagd.

Da es sich um eine fortlaufende Reihe handelt, sind natürlich wieder alle bekannten Personen mit an Bord. Dazu gesellen sich ein paar neue, die sich perfekt ins Geschehen integrieren.

Ich habe das Buch in wenigen Stunden durchgelesen, da es wieder sehr fesselnd und mitreißend war. Die privaten Einblicke in das Leben der Ermittler und ihre Beteiligung an diesem Fall waren sehr interessant.
Sie agieren nicht nur nebenbei, sie sind direkt involviert, was mir wieder gut gefallen hat.

Erst gegen Ende der Geschichte löst sich alles auf, bis dahin gibt es Vermutungen, falsche spuren und jede Menge grausige Momente.
Auch der fünfte Teil bekommt von mir eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne!!!

Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe!!!

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Rezensionen von Gute_Laune:

Entspricht nicht dem, was ich erwartet hatte

Gemüsepower von Lucia Schauerhammer

Erwartet hatte ich mir bei diesem Buch eine Art Unterstützung, den Anbau im eigenen Gärtchen zu maximieren. Bekommen habe ich etwas völlig anderes.

Die Kapitel Los geht’s Von Februar bis Mai; Pflegen & Ernten Von Juni bis August; Ernten & Neue Beete Von September bis Oktober; Wintergemüse & Planung Von November bis Januar teilen das Gartenjahr in vier Teile ein.

Natürlich ist es ein Unterschied, ob man wie Lucia Schauerhammer insgesamt 4.500m² oder ein paar Gartenbeete bewirtschaftet.

Bei manchen gewählten Worten oder Ausdrücken musste ich echt schmunzeln. Ganzheitlichkeit bei Gartengeräten? Okay. Gemeint ist jedoch, dass man checken soll, ob alle Gartengeräte funktionstüchtig sind. Die Tipps zielen auf echte Selbstversorgung, teils sogar auf die Versorgung der halben Nachbarschaft ab. Dazu muss man aber nicht nur den großen Garten, sondern auch mindestens ein möglichst beheizbares Gewächshaus und jede Menge Zeit haben. So neben Haushalt, Job und Familie ist das kaum bis gar nicht umsetzbar, schon gar nicht ohne Hilfe. Für die aufgezählte Ausstattung muss man übrigens auch ordentlich in die Tasche greifen!

Als eine Art To-Do-Kalender kann man das Buch leider ebenfalls nur bedingt einsetzen. Als Beispiel möchte ich hier anführen, dass die Autorin die Kartoffeln ab Anfang April in den Boden stecken will, aber erst da erwähnt, dass diese vorgetrieben sein müssen. Wann und wie? Wird nicht erwähnt. Solche Dinge ärgern mich dann doch schon arg. Die To-Do-Listen sind somit unvollständig. Auch werden die einzelnen Punkte nicht intensiver erklärt oder behandelt. Ganz klar, wer so richtig einsteigen will, wird nicht allein mit diesem Buch auskommen und sich weitere Lektüre zum Thema besorgen müssen, die tiefer auf die einzelnen Bereiche eingeht. Dennoch hätte ich mehr echte Information erwartet.

Die vielen Fotos sind gelungen, aber wäre Lucia weniger oft darauf zu sehen und würde sie beispielsweise den Rasen nicht ausgerechnet mit einem Aufsitzmäher mähen, wäre sie wesentlich glaubwürdiger und sympathischer. Auch wiederholen sich einige Bilder. Immer wieder wird in Klammern auf eine andere Seite hingewiesen, sodass man ständig am Hin- und Herblättern ist. Die wenigen Rezepte an den Kapitel-Enden sind lieb gemeint, retten meine Stimmung dann aber doch nicht mehr. Beim Thema Geflügel war ich dann ganz raus. Das ist erstens nicht überall erlaubt und zweitens definitiv nur für ganz wenige Gartenfans möglich. Mir werden zudem zu wenige Pflanzen vorgestellt und die wenigen sind dann doch eher exotisch. Auch fällt die Information, welche Pflanzen sich gegenseitig unterstützen und welche sich nicht vertragen, erschreckend kurz aus. Am Ende empfinde ich das Buch einfach nur als Vorstellung des Gartens und des Projektes der Familie Schauerhammer. Für Otto Normalverbraucher ist da wenig Spielraum, ähnliches auf die Beine zu stellen. Schönes Buch, aber der Nutzen für die breite Masse ist mager. Anfänger können mit einem so großen Garten gar nichts anfangen, Fortgeschrittene wissen schon alles, was hier beschrieben wird. Schöne Bilder allein lösen bei mir keine Jubelstürme aus. Daher leider nur zwei Sterne von mir.

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Rezensionen von Mara:

Obsessive Freundschaft

Spielverderberin von Marie Menke

Der Coming-of-Age-Roman Spielverderberin von Marie Menke erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft zwischen den Mädchen Sophie, Lotte und Romy, die ihre gemeinsame Jugend auf dem Land verbringen und sich Jahre später dann in der Großstadt wiedertreffen.

Spielverderberin klang für mich nach einer spannenden Mischung aus intensiver Freundschaft, dunklen Geheimnissen und emotionaler Spannung – genau das, was ich eigentlich gern lese.

Beim Lesen hatte ich aber leider Probleme, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin blieb mir fremd, besonders ihre obsessive Art, an einer Freundschaft festzuhalten, konnte ich nicht nachempfinden. Vieles an ihrem Verhalten wirkte für mich eher jugendlich, weniger reflektiert – insgesamt fühlte sich das Buch deshalb eher wie ein Jugendroman an.

Auch die verschiedenen Zeitebenen haben mich teilweise verwirrt. Ich musste häufiger zurückblättern, um zu verstehen, wo genau die Geschichte gerade spielt. Die Auflösung gegen Ende kam dann für meinen Geschmack etwas zu abrupt – da hätte ich mir mehr Raum für Emotionen und Verarbeitung gewünscht.

Trotzdem mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre; man spürt, dass die Autorin ein gutes Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken hat. Mir persönlich hat aber die Tiefe gefehlt, um wirklich mitzufühlen und die Geschichte lange im Kopf zu behalten.

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Rezensionen von Zaubermasu:

Poesie für die Seele

Mein Herz öffnet die Tür für Dich von Kerstin Stefanie Rothenbächer

Dieses wunderschön gestaltete und mit Liebe geschriebene Buch hat mich sehr berührt ! Kerstin Stefanie Rothenbächer schreibt hier mit so viel Liebe und Magie und hat wunderschöne Poesie zu Papier gebracht :Jedes einzelne Seite geht ans Herz.
In einem tollen, handlichen Format ist dieses Buch erhältlich, dass bei mir seit seiner Ankunft an meinem Nachttisch liegt : so kann ich jeden Abend vor dem Einschlafen einen Blick hinein werfen und mir immer ein kleines Stückchen Liebe und Glück mit in den Schlaf nehmen.

Alle Gedichte sind wundervoll, man merkt der Autorin ihre Liebe zur Poesie auf jeder Seite an und man fühlt beim Lesen die Kraft, die sie damit weiter gibt.
Mein liebstes Gedicht ist *Nichts hält mich fern von dir* - so kraftvoll und stärkend und ich freue mich immer wieder, es zu lesen. Obwohl ich das Buch schon durchgelesen habe, freue ich mich jeden Abend darauf, wieder darin zu lesen.
Für mich ein absolut wundervolles Buch : mutmachend, umarmend und voller Kraft und Liebe !

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Rezensionen von brauneye29:

Facettenreiches Buch

Minnesota von Jo Nesbø

Zum Inhalt:
Nach dem Unfalltod seiner Tochter ist Bob Oz nicht mehr er selbst und auch seine Frau und Freunde haben sich abgewendet, dafür ist er dem Alkohol sehr zugewendet, vernachlässigt die Arbeit und wechselnde Frauenbekanntschaften. Als ein Waffenhändler angeschossen wird, stürzt er sich auf den Fall.

Meine Meinung:
Der Ermittler Bob erinnert mich vom Typ her schon ein wenig an Harry Hole, wobei ich nicht genau benennen kann, wieso das so ist. Vielleicht weil er auch so wenig dem gängigen Klischee eines Polizisten entspricht. Die Story ist spannend und es gibt immer wieder Wendungen, die man so nicht erwartet. Durch die unterschiedlichen Erzählebenen werden die Protagonisten und Beweggründe nach und nach immer greifbarer. Was mir auch gut gefallen hat, ist dass auch sehr kritisch auf die gesamte Waffenlobby geblickt wird, die ihre schlimmen Auswirkungen ja auch immer wieder im wahren Leben zeigt. Ich hatte die Hörbuchversion, die wie vom Sprecher David Nathan gewohnt gut gelesen wurde. Ich mag seine Stimme sehr.
Fazit:
Facettenreiches Buch

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Rezensionen von Mabla59 :

Spannend

Minnesota von Jo Nesbø

Meine Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch "Minnesota" von Jo Nesbo, erschienen im Hörbuch Verlag Hamburg und von David Nathan hervorragend gesprochen
Es ist ein in sich abgeschlossener Krimi voller unerwarteter Wendungen.
In Jo Nesbos "Minnesota" reist Holger Rudi im Jahr 2022 von Norwegen nach Amerika.

Er recherchiert für seinen True-Crime-Roman, eine Reihe von Scharfschützenmorden aus dem Jahr 2016. Die Handlung spielt in Minnesota und wechselt zwischen den beiden Zeitebenen 2016 und 2022.
Die Geschichte wird in jeweils kurzen Kapiteln erzählt.
Allerdings ist Detective Bob Oz das Herzstück der Handlung. Er ist ein brillanter Polizist, aber privat ein Wrack. ein Hitzekopf , der sich nicht an Regeln hält und mit einem schlagfertigen Mundwerk.
Bob Oz mischt die Szene auf und lässt sich nicht unterkriegen.
Nesbo liefert eine fesselndes, temporeiches Buch mit psychologischer Tiefe, vielschichtiger moralischer Komplexität und trotzdem herzlich. Ein großartiges Buch für Fans des Genres

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Rezensionen von verhei:

moderne Tiroler Küche

Meine Tiroler Welt von Viktoria Fahringer

Viktoria Fahringer – jüngste Haubenköchin Österreichs 2020- präsentiert in diesem Kochbuch ihre Heimat Tirol. Ein wirklich schön gestaltetes, modernes Kochbuch, aber gleichzeitig auch mehr als das – nämlich ein allgemeiner Einblick in Tirol, ein Roadtrip, eine Reportage zu verschiedenen Produzenten.

Im Laufe eines Kalenderjahres -unterteilt in die Jahreszeiten – werden Produzenten und passende Rezepte vorgestellt. Neben Klassikern wie Schlutzkrapfen-und Kaspressknödel, finden aber auch modernere Gerichte in das Buch Einzug. Oder bekannte Rezepte werden neu interpretiert – wie ein vegetarisches Tiroler Gröstl.

Für alle die nicht dem Österreichischen mächtig sind, gibt es auch noch ein entsprechendes Glossar um Unklarheiten zu beseitigen.

Definitiv ein empfehlenswertes Kochbuch, auch wenn ich nicht alle Rezepte allein der Tiroler Küche zuordnen würde.

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Rezensionen von Bekenner:

Mitten ins Herz

Heartbreak Hotel von Micol Arianna Beltramini

Heartbreak Hotel ist eine Graphic Novel, die leise beginnt und dann mitten ins Herz trifft. Vier Jugendliche, vier unterschiedliche Verletzungen und ein Ort, an dem sie nichts verstecken können. Besonders stark fand ich, wie respektvoll das Buch mit Schmerz umgeht. Es wurde ohne Kitsch, ohne schnelle Lösungen, ohne „Jetzt musst du wieder funktionieren“-Botschaften geschrieben.

Die Illustrationen von Agnese Innocente tragen enorm zur Wirkung bei. Sie geben dem Unsagbaren Raum – Trauer, Schuld, Wut, Sehnsucht – und schaffen trotzdem Momente von Wärme und Humor. Die Figuren sind verletzlich, aber nicht schwach. Und gerade das macht die Geschichte so wohltuend: Heilung entsteht langsam, durch Zuhören und durch das Gefühl, nicht allein zu sein. Es ist eine berührende, poetische Graphic Novel über Herzschmerz und zweite Chancen. Für Jugendliche, aber ganz ehrlich, auch Erwachsene werden sich darin wiederfinden.

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Rezensionen von Sternzauber:

Persönliche Entwicklungen und faszinierende (Familien-)Leben

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

Der ungewöhnliche Titel des Buches hat mich von Anfang an magisch angezogen und ich finde er passt hervorragend zur Geschichte. Gleiches gilt auch für die Coverbildgestaltung, die die Kunst visuell spürbar macht und die meinen Geschmack auf jeden Fall trifft. Titel, Bild und Buchinhalt bilden für mich eine so wunderbare Einheit, wie es nur selten zu finden ist.

Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin eine außergewöhnliche Geschichte:
1945 lernen wir die 14-jährige Marlen in Güstrow kennen, die sich vor den russischen Soldaten in einer Schublade versteckt und dort eine Leinwand entdeckt, die sie an sich nimmt. Wilma, die Marlene geholfen hatte, ist Künstlerin und nimmt das Mädchen bei sich auf, was zu einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft führt…
Die 34-jährige Hannah lebt 2023 in Berlin und hat sich ihr Leben dort gut eingerichtet, bis ihr Vater plötzlich auftaucht und alles – vor allem ihre Gefühle – durcheinander bringt. Was soll sie davon halten, dass er plötzlich Kontakt zu ihr sucht, obwohl er sich bisher überhaupt nicht für sie interessiert hat?

Alena Schröder erzählt ihre Geschichte in klarer, unaufgeregter und sehr angenehm zu lesender Sprache. Sie nimmt uns mit in zwei ganz unterschiedliche Welten und neben der Erzählung von außen, können wir auch immer wieder in das Innere der Charaktere schauen, was mir sehr gefallen hat. Mich hat die Geschichte wirklich gefesselt und fasziniert, allerdings muss ich gestehen, dass ich ein wenig Zeit brauchte, um mich darin einzufinden. Für mich war es kein unmittelbares Eintauchen und die Geschichte hat mich emotional auch lange auf Distanz gehalten. Erst gegen Ende habe ich mehr mit den ProtagonistInnen fühlen können und das fand ich eigentlich schade, wenn ich auch gestehen muss, dass eine gewisse Distanz sehr gut zum Inhalt des Textes passt. Vielleicht hat die Autorin dies also sogar so beabsichtigt?

Es gab einige Facetten der Geschichte, die ich ganz besonders faszinierend fand und ich habe festgestellt, dass ich nach der Lektüre auch immer wieder über einzelne Elemente nachgedacht habe. Der Autorin ist es meiner Meinung nach zudem gelungen, eine Geschichte zu schreiben, die unerwartete Wendungen beinhaltet und nicht abgedroschene Klischees bedient, sondern realistisch-authentische Erklärungen anbietet. Ich fühlte mich nah am „echten“ Leben, in dem eben nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und in dem sich Probleme oder Krisen eben nicht in rosa-rot auflösen. Trotzdem, oder gerade deshalb, durfte ich aber auch tollen persönlichen Entwicklungen beiwohnen. Besonders beeindruckt haben mich außerdem die Passagen, die künstlerische Vorgänge beschreiben. Ich hatte das Gefühl die Leinwände, das Holz und die Ölfarben riechen zu können und die beschriebenen Bilder vor mir zu sehen – richtig toll! Nicht zuletzt vereint die Geschichte eine Fülle an sehr interessanten und relevanten Themen, die die Autorin gekonnt zu einer stimmigen Geschichte vereint hat.

Für mich ist „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ein sehr bereicherndes und lebensnahes Buch. Es war meine erste Geschichte der Autorin, sicherlich jedoch nicht meine letzte, zumal ich inzwischen entdeckt habe, dass ihre vorherigen Bücher wohl mit diesem verbunden sind und ich diese somit sehr gerne kennen lernen würde! Von mir gibt es auf jeden Fall eine herzliche Leseempfehlung, 4,5 Sterne und ich wünsche viel Freude mit diesem Buch!

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Rezensionen von verhei:

der erste Mick Herron Spionage Roman- typisch britisch

Down Cemetery Road von Mick Herron

Sarah Tucker, wohnhaft in Oxford, ist gelangweilte Hausfrau, und das auch nicht freiwillig. Als es in ihrer Nachbarschaft zu einer Explosion kommt und dabei ein Kind spurlos verschwindet, wird ihr Ehrgeiz geweckt. Gemeinsam mit der Privatermittlerin Zoe Boehm fängt sie zu ermitteln an und stößt rasch auf Täuschungen, Verwirrungen und persönliche Verstrickungen.

Und zu allem Überfluss ist auch noch die Regierung irgendwie beteiligt.

Sollte man den mittlerweile doch bekannten Autor Mick Herron kennen findet man sich auch in diesem – seinem Erstlingsroman aus dem Jahr 2003- in seinen bekannten Stil wieder. Schwarzer Humor, das typisch britische, die doch sehr speziellen Charaktere, scharfsinnige Dialoge, all das stellt sich wie auch in seinen chronologisch betrachtet späteren Werken der Slough Horses Serie dar. Manches mag vielleicht noch etwas unausgegorener sein und noch nicht so perfekt sitzen wie in den späteren Werken, aber man erkennt die Handschrift.
Rasch wird eine düstere, leicht klaustrophobische Atmosphäre in Oxford geschaffen und man lernt die Figuren ausgiebig kennen. Etwas zu ausgeprägt vielleicht, bis die Spannung und Handlung konstant dichter werden. Man erhält spannende, leicht unkonventionelle Charaktere, die exakt präsentiert werden. Auch wenn Sarah Tucker, hier maßgeblich ermittelt, sollte man sich Zoe Boehm merken, da sie die eigentliche Ermittlerin in den nächsten Werken wird. Weiters sind Dialoge messerscharf, Alltagsbeobachtungen exakt auch teils über Absurditäten wie der richtige Ort die Zahnseide aufzubewahren. Handlungen und Hintergrundgeschichten werden auf unglaubliche Weise verknüpft- mit realem Bezug und Betrachtung der Politik von Großbritannien. Auch mit allgemeiner Gesellschaftskritik wird nicht gespart.

Rasch hat man ganz viele Handlungsstränge in der Hand und muss genau aufpassen beim Lesen, um keinen zu verlieren. Es wird mit Täuschungen gearbeitet und genau dies macht den Reiz für mich aus. Man fragt sich, wem man eigentlich noch trauen kann. Es ist also definitiv kein Buch für zwischendurch und definitiv kein Cozy Crime.

Für mich war es definitiv lesenswert, auch weil ich mich gefreut habe ein frühes Werk von Mick Herron zu sehen und damit seine Entwicklung zu verfolgen. Ich werde definitiv auch noch die anderen Bände der Zoe Boehm Reihe lesen – auf Deutsch oder Englisch entscheidet dabei wohl der Verlag.

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