Kunden em pfehlungen
Rezensionen von milky:
Italienisches Lebensgefühl
Villa Rivolta von Daniel Speck
Mit Villa Rivolta legt Daniel Speck einen vielschichtigen Roman vor, der Geschichte und persönliche Schicksale kunstvoll miteinander verwebt: große Gefühle vor historischer Kulisse – atmosphärisch und zugleich gut recherchiert.
Das Cover mit seiner warmen, mediterranen Gestaltung passt perfekt zur Thematik des Romans und hat mir auf Anhieb gefallen.
Im Zentrum der Geschichte steht eine Familiengeschichte, die sich über Generationen spannt und eng mit historischen Umbrüchen verbunden ist. Schauplatz ist Italien, dessen gesellschaftliche und politische Entwicklungen eine bedeutende Rolle spielen.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und gut recherchiert. Besonders gelungen finde ich die authentischen Figuren, die mit ihren Stärken und Schwächen glaubwürdig wirken. Manche Passagen sind etwas ausführlich, verleihen der Geschichte aber Tiefe.
Fazit: Für alle, die epische Familiengeschichten lieben, sich für europäische Geschichte interessieren und gern in detailreiche, stimmungsvolle Welten eintauchen, ist es genau das richtige.
Rezensionen von jori1020:
Mein Sommerbuch des Jahres (schon im Februar)
Restsommer von Kea von Garnier
Es ist erst Februar, aber 'Restsommer' hat für mich jetzt schon das Potenzial, eines meiner Lieblingsbücher des Jahres zu werden. Im Debütroman von Kea von Garnier begleiten wir den 16-jährigen Dominik einen Sommer lang durch die wohl die prägendste Phase seines Lebens: das Erwachsenwerden.
Dominik wächst in einem kleinen, beschaulichen Dorf auf und führt ein scheinbar vorgezeichnetes Leben.
Als einziges Kind soll er eines Tages das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen, in dem er neben der Schule bereits mitarbeitet. Doch mit dem Auftauchen von Benjamin, genannt „Biff“, aus Berlin gerät diese Ordnung ins Wanken. Der neue Mitschüler bringt nicht nur einen neuen, frischen Wind in die Provinz, sondern stellt Dominiks bisherige Gewissheiten grundlegend infrage. Immer stärker zweifelt er daran, ob der vorgezeichnete Lebensweg wirklich seiner ist, ob er für immer in einem Dorf bleiben möchte, das sich zunehmend eng anfühlt, und ob es für ihn nicht auch andere Lebensrealitäten jenseits des Heteronormativen gibt.
Der Roman vereint klassische Elemente des Coming-of-Age- und Sommerromans: erste Liebe und Sexualität, Konflikte mit Eltern und Schule, Freundschaften, Identitätssuche, dazu Szenen im Freibad, am Badesee und auf dem Hochhausdach. Kea von Garnier gelingt es dabei, durch ihre Sprache und ihre dichten Schilderungen eine besondere Stimmung zu erzeugen, die einen vollkommen in Dominiks Welt eintauchen lässt. Man erlebt seine Höhen und Tiefen intensiv mit und verdrückt am Ende vielleicht auch das ein oder andere Tränchen.
Mit einer gelungenen Mischung aus Humor und Tiefgang entstehen liebenswerte Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Auch wenn das Buch das eine oder andere bekannte Klischee bedient, fällt das schlussendlich kaum ins Gewicht. Restsommer ist ein warmes, atmosphärisches und berührendes Debüt – ein wunderbares Buch und für mich ein absolutes Muss für alle, die Coming-of-Age-Geschichten und queere Liebesromane lieben.
Rezensionen von begine:
Bewegend und Authentisch
Zugwind von Iryna Fingerova
Iryna Fingerova ist wie ihre Protagonistin Mira in ihrem Roman, Zugwind, aus Odessa. Sie ist Ärztin, Journalistin und Schriftstellerin.
Die Autorin schreibt bewegend und authentisch. Sie erzählt ihr Leben.
Mira wird Hausärztin und da kommen viele Patienten aus der Ukraine. Als Patient fühlt man sich ja wohler, wenn der Arzt einen versteht.
Sie erfährt von ihren Patienten viel aus deren Leben und den Problemen, die sie mit der Bürokratie Deutschlands nicht so zurechtkommen.
Da sind die Angst und die Erfahrungen des Krieges und die Sehnsucht nach der Heimat. Zuhause hatten sie alles und jetzt ist alles beengt. Das ist ein Dilemma.
Seit der Krieg in der Ukraine angefangen ist gibt es bei Mira das schlechte Gewissen, das sie in Sicherheit ist und viele Freunde um ihr Leben bangen müssen.
Dann ist sie auch noch eine Jüdin und da kommt auch noch das Drama in Israel dazu.
Weil die Autorin das alles selber erlebt, ist man von diesem Roman total gefangen.
Da erfährt man von den Emotionen der Emigranten und lernt sie besser zu verstehen.
Rezensionen von Shilo:
Ein Buch, das nachklingt
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
Die Geschichte ist ruhig gehalten und bleibt nah am Geschehen. Das Lesen benötigt Zeit und Aufmerksamkeit.
Im Verlauf bleibt diese Ruhe bestehen. Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Es wird nicht alles erklärt, manches bleibt einfach stehen. Das macht das Lesen schwer, aber es wirkt glaubwürdig.
Denn nichts wird beschönigt.
Im Mittelpunkt stehen das Kind Maja und das, was nach der Tat übrig ist. Nicht nur Trauer, sondern auch Leere, Unsicherheit und viele offene Fragen. Der Alltag geht weiter, aber nichts fühlt sich normal an. Behörden, Gespräche und Entscheidungen laufen über Maja hinweg. Dabei wird spürbar, wie leicht ein Kind in solchen Situationen verloren gehen kann.
Mit Liv verändert sich der Ton etwas. Sie ist kein sicherer Halt und weiß selbst oft nicht weiter. Trotzdem entsteht zwischen ihr und Maja Nähe. Es sind einfache Momente, in denen sie zusammen Zeit verbringen. Gespräche, gemeinsames Nachdenken, stilles Beisammensein. Das löst nichts, aber es tut gut und gibt etwas Ruhe.
Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Jede Perspektive zeigt etwas anderes und ergänzt das Bild. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Ereignisse alle treffen. Es gibt keine Erklärung, warum alles passiert, nur die Eindrücke der Beteiligten.
Die Geschichte hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Sie zeigt, wie Menschen auf Gewalt und Verlust reagieren. Das Lesen fordert Aufmerksamkeit, doch es lohnt sich.
Für Leser, die schwere Themen nicht scheuen und bereit sind, mit einem Kind und den Erwachsenen durch diese schwierige Zeit zu gehen, ist das Buch sehr zu empfehlen. Es berührt, ohne zu übertreiben, und bleibt lange im Kopf.
5 Sterne.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Rivale oder Verbündeter?
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Heldin ist Sophia, die ihrem grausamen Onkel, einem Sammler, entkommen will, indem sie an der Elite-Akademie Killmarth aufgenommen wird. Doch ihre dürftigen Fähigkeiten als Illusionistin allein reichen nicht aus, um die tödlichen Prüfungen zu bestehen.
Eine exklusive Schule, dunkle Geheimnisse, Prüfungen, bei denen es um alles geht, tiefe Gefühle und eine intensive Atmosphäre machen den Reiz von „The Ordeals“ aus.
Ich hab die Faszination für das Dark Academia-Setting und die düstere Mischung aus dramatischer Spannung und tödlicher Gefahr für mich entdeckt.
Die Autorin baut einen durchgehend spannenden Handlungsbogen auf. Es ist von Anfang an aufregend und schwer zu durchschauen. Deshalb war ich konstant neugierig auf den weiteren Verlauf und schätze die angespannte Stimmung, nie zu wissen, wie es ausgeht und wer Rivale oder Verbündeter ist. Die alleinige Perspektive der unerfahrenen Sophia lässt einen das Magiesystem ahnungslos kennenlernen, was mir besonders Spaß gemacht hat. Das schnelle und intensive Liebestempo zwischen Sophie und Alden war nicht meins, aber das gemeinsame bewältigen von einfallsreichen, magischen und grausamen Prüfungen umso mehr. Die Sogwirkung ist so gewaltig und der Schreibstil so süchtig machend, dass es mir schwer fiel, mit dem Lesen aufzuhören, überraschende Wendungen inklusive. Ich habe schon lange nicht mehr so mitgefiebert. Mehr davon! Ich freu mich auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Heiterer Spionageroman
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Ein gesellschaftlichen Umbruchs in den frühen 1990er Jahren. Alles scheint möglich nach dem Ende des Kalten Krieges. Es geht um einen gefeierten Dichter in Rom, der auf einem Fest einem Doppelagenten begegnet, was seinem Leben eine ungewöhnliche Wendung verleiht. Der charmant redegewandte Lyriker Jakob und der ungeübte Agent Dieter brillieren mit ihren ironischen Dialogen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
Ein Dichter als Spion, der keinerlei Erfahrung oder Ausbildung hat? Fragwürdig, aber überraschend spaßig, actionreich und sprachlich präzise. Oberflächlich erzählt ist man zwar mehr dabei als mittendrin, aber die wenige Intensität hat der Atmosphäre und dem Vergnügen keinen Abbruch getan. Die Stimmung ist wechselhaft und springt zwischen bittersüßer Unbeschwertheit, dem turbulentem Abenteuer und dem Streben nach Unabhängigkeit und Erfüllung. Das ist witzig, klug, unbestimmt abwechslungsreich und einfach gute Unterhaltung.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Schatzsuche im historischen London
Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton
Die hochwertige Gestaltung mit dem Farbschnitt wirkte auf mich wie ein besonderes Buch, dessen Geschichte von kleinen Lesern und Leserinnen unbedingt entdeckt werden möchte. Es geht um einst verschollene magische Münzen, ein 12-jährigen Mädchen namens Bo, das 1918 in London lebt und vom Fluss auserwählt wird, und den Beginn einer schicksalhaften Freundschaft zwischen Bo und Billy, dem einsamen Küchenjungen vom Nordufer.
Krieg, Verlust und Trauer werden in diesem historischen Zusammenhang altersgerecht behandelt und realistisch dargestellt. Trotzdem ist es keine trostlose Reise in die Vergangenheit, denn gegenüber den traurigen Augenblicken überwiegen die Phasen der Warmherzigkeit, des Zusammenhaltes, der Freundschaft und die Magie ist hintergründig immer da. Es ist ruhig geschrieben und es ist uns leicht gefallen, uns alles vorzustellen. So tief die Emotionen über Verlust und Trauer gehen, so mühelos kann man dem Ablauf folgen, weshalb mir auch das Vorlesen leicht gefallen ist. Meine Kinder fanden es spannend und haben nicht so schnell durchschaut, worauf die Geschehen abzielen oder was sich dahinter verbirgt. Zeitgleich mit den Figuren werden die Rätsel aufgelöst, sodass man nicht mehr weiß als alle anderen. Der Fluss als Zeitzeuge leitet die Kinder der Themse und mündet in einem spannendem Finale. Ich hatte mir die Frage gestellt, ob die Münzen wirklich bewirken werden, was versprochen wird und alle waren mit dem Ende sehr zufrieden. Eignet sich gut zum abendlichen Vorlesen und gemeinsamen Entdecken, ebenso zum Selberlesen für Kinder ab 10 Jahren.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Lesenswert
Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer
Kostbare Momente möchte der Erzähler dieser Geschichte sammeln. Durch einen kleinen Schnitt am Finger betrachtet er das Leben und die kleinen Dinge nun anders, nachdem er fast gestorben wäre. Es ist ein Moment, der alles verändert. Dieses Buch lädt dazu ein, diese bewusste Sichtweise zu gewinnen, ohne einen Schicksalsschlag dafür zu brauchen.
Sehr lebensbejahend geschrieben und mit wichtigen Eingebungen, über die es sich nachzudenken lohnt. Da kann "Jetzt gerade ist alles gut" als nützlicher Denkanstoß dienen. Ich finde diese Form der Vermittlung ohne erhobenen Zeigefinger gut gelungen.
Es ist eine kurzweilige Geschichte, die sich durch die einfache Sprache und kurzen Kapitel leicht lesen lässt. Als jemand, der manchmal weniger Seiten bevorzugt, war es genau richtig für mich. Es hat mich nicht nur wohlwollend unterhalten, sondern mir auch wieder bewusst gemacht, dass nichts selbstverständlich ist. Aus dem Alltag heraus kann das für den ein oder anderen auch ein wichtiges Aha-Erlebnis sein. Dass dem Thema Sepsis dadurch auch mehr Aufmerksamkeit gegeben wird, fand ich gut und richtig.
Ich würde meinen, "Jetzt gerade ist alles gut" eignet sich für jeden, aber am meisten für die, die die kleinen Momente aus den Augen verloren haben.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Hohe Lesebereitschaft garantiert
Happy Head von Josh Silver
In diesem Reihenauftakt werden Teenager für zwei Wochen in ein verpflichtendes Programm eingeladen, dass ihnen Glück, Zufriedenheit und Gesundheit verspricht. Sie müssen Prüfungen absolvieren und sich einem Team anschließen. Zwei smartphonefreie und fremdbestimmte Wochen erwarten sie. Seb wurde ausgewählt und agiert glaubhaft und authentisch.
Der immense Druck, der sich aufbaut, überträgt sich direkt. Auch er ist sonst täglich am Bildschirm und betäubt seine Gefühle, um die Ausgrenzung auszuhalten. Seb ist ein Siebzehnjähriger mit dem sich die Leser*innen gut identifizieren können. Manchmal passieren Dinge, die ihn und einen selbst aufrütteln und die man kritisch überdenkt. Zumal die Fragestellung und Hintergründe nicht aktueller sein könnten. Dadurch funktioniert der YA-Thriller auf mehreren Ebenen, weil er Coming-of-Age-Themen mit interessanten Figuren und einem bizarren Fokus auf die persönliche Entwicklung verbindet. Ich hatte so viel Tiefe jedenfalls nicht erwartet. Langweilig wird es aber nicht. Weder bei den Figuren noch der Handlung, weiß man, was passieren wird. Das wird die Zielgruppe spannend unterhalten, könnte aber auch für Erwachsene außerhalb unterhaltsam sein, die wieder mehr Interesse am Lesen suchen. Mich hat Happy Head nicht losgelassen, was auch am Text-Erlebnis lag. Zum Beispiel werden Nachrichten gut sichtbar hervorgehoben und die Formatierung ist leserfreundlich. Der Farbschnitt macht auch was her. Der Spannungsaufbau steigt bis zum Schluss. So macht das Lesen Spaß. Vielleicht auch endlich etwas für alle, die Thriller noch nicht für sich entdeckt haben.
Rezensionen von DoraLupin:
Geheimnisvolles Hörbuch
Spielverderberin von Marie Menke
Marie Menke schreibt über eine obsessive Freundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität und über die Kraft, die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Stimmungsvoll und bildreich entwirft die Autorin ein perfektes Zusammenspiel zwischen Zartem und Abgründigem.
Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe stößt Romy dazu: Sie kommt aus der Stadt und ist freier und mutiger – aber auch unzuverlässiger. Die neue Dreierkonstellation ist getragen von gegenseitiger Faszination, die bald Gefahr läuft zu kippen. Beim Versuch, in ihren frühen Zwanzigern ihre Freundschaft nach Köln zu transportieren, hadern die jungen Frauen. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf: Zwischen all den intensiven Momenten der Vergangenheit liegt auch eine harte Nacht vergraben, an die eine der drei niemals erinnert werden darf.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch erlebt und dies hat mir sehr viel Spaß gemacht. Der Schreibstil war so fesselnd, dass ich die Geschichte in jeder freien Minute weiter hören wollte und ganz gebannt der Handlung gefolgt bin. Bis zu den letzten paar Minuten habe ich mich gefragt was zwischen den Freundinnen vorgefallen ist, da der Schreibstil rätselhaft war und immer nur Andeutungen im Raum gestanden haben. Das ist aber auch der kleine Kritikpunkt den ich bei der Geschichte habe, denn diese Andeutungen sind bis zum Ende in mancher Hinsicht nicht klar herausgekommen und ich hätte mir das alles etwas weniger lebulös gewünscht, sondern die Geschichte und den Ausgang etwas präsenter.
Auf jeden Fall eine gelungene und ganz andere Geschichte rund um toxische Freundschaft, Geheimnisse, Jugend und Obsession. Das Hörbuch nimmt einen auf jeden Fall gefangen und lässt bis zum Ende nicht mehr los.
Die Sprecherin hat die Geschichte sehr gut und lebendig gelesen und ich fand ihre Stimme sehr angenehm. Deshalb kann ich gerade das Hörbuch auch sehr empfehlen.











