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Rezensionen von jori1020:

Eine der schönsten Liebesgeschichten seit Langem

Herz König von Lily King

Lily Kings 'Herz, König' ist aktuell in vieler, wenn nicht sogar in aller Munde. Nicht immer ist ein solcher Hype um einen Roman gerechtfertigt – in diesem Fall aber schon. Was für ein wunderbares Hörbuch!

Es ist für mich eine der schönsten Geschichten über die erste Liebe, die ich seit Langem gelesen beziehungsweise gehört habe.

Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin Jordan, die während ihres Literaturstudiums Yash und Sam kennenlernt. Die drei könnten unterschiedlicher kaum sein, doch ihre gemeinsame Leidenschaft für Literatur verbindet sie. Über mehrere Jahre hinweg entwickelt sich eine komplexe Dreiecksgeschichte, die von Sehnsucht, verpassten Chancen und unausgesprochenen Gefühlen erzählt. Als sich die drei Jahre später wieder begegnen, werden alte Gefühle erneut aufgewühlt und münden in ein ebenso berührendes wie emotionales Finale.

Was diesen Roman für mich so besonders macht, ist vor allem Lily Kings Sprache. Mit erstaunlich wenigen, wunderbar dosierten Worten gelingt es ihr, ganz große Gefühle auszudrücken. Manche Sätze entfalten eine enorme Wirkung. Mein persönliches Highlight:

„Das Gefühl erwischt mich unerwartet.
Oh.
Liebe.“

Schöner und treffender lässt sich das Verlieben kaum beschreiben.

Diese leise, intensive Atmosphäre wird in der Hörbuchfassung von Jodie Ahlborn, erschienen im Audio Verlag perfekt eingefangen. Mit viel Feingefühl verleiht sie Jordans Gedanken und Gefühlen eine große Authentizität und trägt die Geschichte genau mit der richtigen Mischung aus Zurückhaltung und Emotionalität.

'Herz, König' ist für mich eines der Hörbuch-Highlights des Sommers 2026 – eine kluge, zarte und zutiefst berührende Liebesgeschichte, die mich so schnell sicher nicht loslassen wird.

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Zwischen Unsichtbarkeit und Zusammenhalt

All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer

Cora Wucherers Roman 'All die Farben, all das Licht' erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich doch näher sind, als sie selbst lange glauben. Im Mittelpunkt stehen die 17-jährige Juna und ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha. Während Martha ihre ersten Schritte ins Erwachsenwerden macht, heimlich mit Junas Ausweis einen Job im Kino annimmt, neue Freundschaften schließt wird Junas Welt immer kleiner.

Sie leidet am Usher-Syndrom und verliert nach und nach ihr Sehvermögen. Für die angehende Künstlerin droht damit ihr größter Traum zu zerbrechen. Bevor sie ihr Augenlicht endgültig verliert, hat sie nur noch einen Wunsch: Sie möchte das Lieblingsgemälde der Malerin Lotte Laserstein in Malmö mit eigenen Augen sehen. Kurzerhand machen sich die beiden Schwestern gemeinsam auf den Weg.

Besonders gelungen ist die Beziehung zwischen Martha und Juna. Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, wodurch man die Unsicherheiten, Ängste und Hoffnungen beider Figuren gut nachvollziehen kann. Juna kämpft mit der Aussicht, immer mehr von der Welt zu verlieren, während Martha sich trotz aller Liebe zu ihrer Schwester häufig unsichtbar fühlt und das Gefühl hat, im Schatten von Junas Krankheit zu stehen. Gerade diese Dynamik verleiht dem Roman seine emotionale Stärke.

Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen. Cora Wucherer schreibt klar, einfühlsam und angenehm zugänglich. Der Roadtrip der beiden Schwestern entwickelt eine schöne Sogwirkung und verbindet Coming-of-Age, Familiengeschichte und die Auseinandersetzung mit einer schweren Erkrankung auf gelungene Weise.

An manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht. Gerade Junas Erkrankung und ihre Auswirkungen auf ihren Alltag hätten für meinen Geschmack noch ausführlicher erzählt werden können.

Nichtsdestotrotz ist 'All die Farben, all das Licht' ein berührender Roman über Geschwisterliebe, Identität und das Erwachsenwerden. Ein Buch, das zeigt, dass Familie nicht immer einfach ist, Zusammenhalt aber oft gerade dann entsteht, wenn das Leben die größten Herausforderungen bereithält.

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Zwischen Herkunft, Geheimnissen und Identität

Real Americans von Rachel Khong

Aktuell kommt man an Real Americans von Rachel Khong kaum vorbei. Doch ist der Hype gerechtfertigt? Für mich: ja – und gleichzeitig nicht ganz uneingeschränkt.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, die jeweils fast für sich stehen könnten und über drei Generationen hinweg eine komplexe Familiengeschichte erzählen.

Im ersten Teil lernen wir Lily kennen, die Tochter chinesischer Einwanderer, die kaum Bezug zu ihren kulturellen Wurzeln hat. Sie spricht nur Englisch, kennt ihre Familiengeschichte in China kaum und bewegt sich scheinbar mühelos in einer amerikanischen Lebenswelt. Als unbezahlte Praktikantin verliebt sie sich in Matthew, den Sohn einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Anfangs wirkt alles leicht und unbeschwert, doch schnell treten Klassenunterschiede, unausgesprochene Erwartungen und soziale Spannungen in den Vordergrund. Ein Familiengeheimnis kommt ans Licht, Lily verschwindet mit dem gemeinsamen Sohn Nick.
Im zweiten Teil steht Nick im Mittelpunkt, der als Teenager beginnt, Fragen nach seinem Vater und seiner Herkunft zu stellen. Auf der Suche nach Identität gerät er immer tiefer in die verborgenen Schichten der eigenen Familiengeschichte. Der dritte Teil führt schließlich zurück zur Großmutter May, der Mutter von Lily. Hier werden die historischen und biografischen Zusammenhänge sichtbar, die die familiären Dynamiken überhaupt erst entstehen lassen, und viele unausgesprochene Geheimnisse fügen sich langsam zu einem Gesamtbild.

Der Roman verhandelt eine Vielzahl großer Themen: Liebe, Herkunft, Migration, Genforschung, Klassenunterschiede, die Geschichte Chinas und die bis heute wirksamen Formen subtilen Rassismus. Daraus entsteht eine eindrückliche, teilweise bedrückende generationsübergreifende Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und die Suche nach Glück. Gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise etwas überfrachtet, und durch die Vielzahl an Figuren und Themen ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Ich habe das Hörbuch, erschienen im Argon Verlag, gehört und war besonders von den unterschiedlichen Erzählerstimmen begeistert, die jedem Teil eine eigene Atmosphäre verleihen und perfekt zu den dargestellten Figuren passen. Gerade der Wechsel der Stimmen im dritten Teil hat mir sehr gut gefallen und die Struktur des Romans zusätzlich unterstützt.

Insgesamt ein sehr starkes Hörbuch mit großer thematischer Tiefe, das stellenweise fast zu viel auf einmal will – und dessen Stoff durchaus auch für mehrere Bücher gereicht hätte. Dennoch: eine intensive, berührende und lange nachwirkende Lektüre.

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Zwischen Herkunft, Geheimnissen und Identität

Real Americans von Rachel Khong

Aktuell kommt man an Real Americans von Rachel Khong kaum vorbei. Doch ist der Hype gerechtfertigt? Für mich: ja – und gleichzeitig nicht ganz uneingeschränkt.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, die jeweils fast für sich stehen könnten und über drei Generationen hinweg eine komplexe Familiengeschichte erzählen.

Im ersten Teil lernen wir Lily kennen, die Tochter chinesischer Einwanderer, die kaum Bezug zu ihren kulturellen Wurzeln hat. Sie spricht nur Englisch, kennt ihre Familiengeschichte in China kaum und bewegt sich scheinbar mühelos in einer amerikanischen Lebenswelt. Als unbezahlte Praktikantin verliebt sie sich in Matthew, den Sohn einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Anfangs wirkt alles leicht und unbeschwert, doch schnell treten Klassenunterschiede, unausgesprochene Erwartungen und soziale Spannungen in den Vordergrund. Ein Familiengeheimnis kommt ans Licht, Lily verschwindet mit dem gemeinsamen Sohn Nick.
Im zweiten Teil steht Nick im Mittelpunkt, der als Teenager beginnt, Fragen nach seinem Vater und seiner Herkunft zu stellen. Auf der Suche nach Identität gerät er immer tiefer in die verborgenen Schichten der eigenen Familiengeschichte. Der dritte Teil führt schließlich zurück zur Großmutter May, der Mutter von Lily. Hier werden die historischen und biografischen Zusammenhänge sichtbar, die die familiären Dynamiken überhaupt erst entstehen lassen, und viele unausgesprochene Geheimnisse fügen sich langsam zu einem Gesamtbild.

Der Roman verhandelt eine Vielzahl großer Themen: Liebe, Herkunft, Migration, Genforschung, Klassenunterschiede, die Geschichte Chinas und die bis heute wirksamen Formen subtilen Rassismus. Daraus entsteht eine eindrückliche, teilweise bedrückende generationsübergreifende Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und die Suche nach Glück. Gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise etwas überfrachtet, und durch die Vielzahl an Figuren und Themen ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Ich habe das Hörbuch, erschienen im Argon Verlag, gehört und war besonders von den unterschiedlichen Erzählerstimmen begeistert, die jedem Teil eine eigene Atmosphäre verleihen und perfekt zu den dargestellten Figuren passen. Gerade der Wechsel der Stimmen im dritten Teil hat mir sehr gut gefallen und die Struktur des Romans zusätzlich unterstützt.

Insgesamt ein sehr starkes Hörbuch mit großer thematischer Tiefe, das stellenweise fast zu viel auf einmal will – und dessen Stoff durchaus auch für mehrere Bücher gereicht hätte. Dennoch: eine intensive, berührende und lange nachwirkende Lektüre.

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Ein Hotel, zwei Physiker und ein großer Plan

Einstein im Bade von Daniel Mellem

Ein kluges, witziges und überraschend zugängliches Buch, das auch ohne besonderes Interesse an Physik großen Spaß macht. Es weckt nicht nur Neugier auf das eine oder andere physikalische Phänomen, sondern regt auch zum Nachdenken über Zeit, Wissenschaft und deren Vereinnahmung durch menschenverachtende Ideologien, nationalistischen Wahn und Ignoranz an.

Dieses Kunststück gelingt Daniel Mellem vor allem durch seinen wunderbaren Protagonisten: den liebenswerten Hoteldirektor Kleeberger. Dieser versucht, seinem in die Jahre gekommenen Hotel zu neuem Glanz zu verhelfen, indem er während der in Bad Nauheim stattfindenden Physikerkonferenz 1920 die beiden erbitterten Kontrahenten Albert Einstein und Philipp Lenard zu einer symbolischen Versöhnung in seinem Hotel bewegen will. Ein herrlich aberwitziger Plan, der natürlich voller Hindernisse steckt und nur mithilfe der ebenso liebenswerten Hotelangestellten und einer schillernden Hotelgästin überhaupt eine Chance hat, zu gelingen.

Besonders in Erinnerung bleibt das Buch durch seine Sprache und seine Figuren. Die Erzählung ist stilistisch an die 1920er Jahre angelehnt und transportiert die Leser*innen unmittelbar in diese Zeit, wodurch eine dichte, besondere Atmosphäre entsteht. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz, und man hofft bis zuletzt, dass am Ende alles gut ausgeht – sowohl für den Ausgang des Schlichtungsgesprächs als auch für das Hotel selbst.

Ein warmherziger, intelligenter Roman voller Charme, Humor und kluger Gedanken.

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Mein Sommerbuch des Jahres (schon im Februar)

Restsommer von Kea von Garnier

Es ist erst Februar, aber 'Restsommer' hat für mich jetzt schon das Potenzial, eines meiner Lieblingsbücher des Jahres zu werden. Im Debütroman von Kea von Garnier begleiten wir den 16-jährigen Dominik einen Sommer lang durch die wohl die prägendste Phase seines Lebens: das Erwachsenwerden.

Dominik wächst in einem kleinen, beschaulichen Dorf auf und führt ein scheinbar vorgezeichnetes Leben.

Als einziges Kind soll er eines Tages das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen, in dem er neben der Schule bereits mitarbeitet. Doch mit dem Auftauchen von Benjamin, genannt „Biff“, aus Berlin gerät diese Ordnung ins Wanken. Der neue Mitschüler bringt nicht nur einen neuen, frischen Wind in die Provinz, sondern stellt Dominiks bisherige Gewissheiten grundlegend infrage. Immer stärker zweifelt er daran, ob der vorgezeichnete Lebensweg wirklich seiner ist, ob er für immer in einem Dorf bleiben möchte, das sich zunehmend eng anfühlt, und ob es für ihn nicht auch andere Lebensrealitäten jenseits des Heteronormativen gibt.

Der Roman vereint klassische Elemente des Coming-of-Age- und Sommerromans: erste Liebe und Sexualität, Konflikte mit Eltern und Schule, Freundschaften, Identitätssuche, dazu Szenen im Freibad, am Badesee und auf dem Hochhausdach. Kea von Garnier gelingt es dabei, durch ihre Sprache und ihre dichten Schilderungen eine besondere Stimmung zu erzeugen, die einen vollkommen in Dominiks Welt eintauchen lässt. Man erlebt seine Höhen und Tiefen intensiv mit und verdrückt am Ende vielleicht auch das ein oder andere Tränchen.

Mit einer gelungenen Mischung aus Humor und Tiefgang entstehen liebenswerte Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Auch wenn das Buch das eine oder andere bekannte Klischee bedient, fällt das schlussendlich kaum ins Gewicht. Restsommer ist ein warmes, atmosphärisches und berührendes Debüt – ein wunderbares Buch und für mich ein absolutes Muss für alle, die Coming-of-Age-Geschichten und queere Liebesromane lieben.

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Ein berührender Blick auf das Leben im Alter

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén

Die Erwartungen an Lisa Ridzéns Debütroman 'Wenn die Kraniche nach Süden ziehen' waren durchaus hoch. Nicht zuletzt wegen des prominenten Blurbs auf dem Cover und des Zusatzes „Dieses Buch wird Ihre Sicht auf das Leben verändern“, eine Formulierung, die man eher aus dem Ratgeberbereich kennt als aus der Belletristik.

Ob der Roman dieser Ankündigung gerecht wird? Jein.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 89-jährige Bo, dessen Alltag wir über weite Strecken begleiten. Seit seine Frau aufgrund einer Demenzerkrankung in einer Pflegeeinrichtung lebt, führt Bo ein zurückgezogenes Leben in seinem kleinen Haus. Abgesehen vom Pflegedienst und gelegentlichen Besuchen seines Sohnes Hans ist er weitgehend allein. Sein emotionaler Halt ist sein Hund Sixten, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet. Doch Hans ist der Meinung, dass Bo sich nicht mehr ausreichend um den Hund kümmern kann, und drängt darauf, Sixten wegzugeben. Dieser Konflikt zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.

In zahlreichen Rückblenden erfahren wir mehr über Bos Leben: seine Kindheit in einer anderen Zeit, seine Freundschaft zu Ture und prägende Erinnerungen aus der Vergangenheit. Diese Rückblicke bleiben jedoch oft sehr kurz und fragmentarisch. Zwar spiegeln sie Bos zunehmend brüchige Gedankenwelt wider, als Leser empfand ich diese Form stellenweise als anstrengend und hätte mir hier mehr Tiefe und Zusammenhang gewünscht. Auch die ständigen Verweise auf Sixten hätten für meinen Geschmack etwas sparsamer eingesetzt werden können.

Sehr gelungen ist hingegen der Blick auf das Älterwerden. Der Roman eröffnet eindrückliche Perspektiven darauf, wie sich die Wahrnehmung der Welt im Alter verändert: was an Bedeutung gewinnt, was an Relevanz verliert, wie sich Geschmack, der eigene Körper, Erinnerungen und das Verhältnis zur Zeit wandeln und wie es sich anfühlt, mit gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr Schritt halten zu können. In diesem Punkt hat das Buch meine eigene Sicht tatsächlich erweitert. Das Ende ist schließlich sehr berührend und hinterlässt einen stimmigen, nachhallenden Eindruck.

Insgesamt ist 'Wenn die Kraniche nach Süden ziehen' ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit Stärken vor allem in seiner Thematik und Atmosphäre. Trotz einiger erzählerischer Schwächen bleibt er eine klare Leseempfehlung.

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Gelungenes Debüt

Konfetti-Blues von Lutz van der Horst

In seinem Debütroman 'Konfetti-Blues' erzählt Lutz van der Horst die Geschichte von Max, einem Ende zwanzigjährigen Comedyautor, der auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Welt ist – sowohl auf der Bühne als auch daneben. Es ist eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Selbstzweifel, Drogen und den Versuch, in der unbarmherzigen Comedybranche Fuß zu fassen.

Das Hörbuch bietet einen spannenden Einblick in eine Branche, die für viele eher verborgen bleibt, ist aber zugleich weit mehr als ein Blick hinter die Kulissen. Es wirkt wie ein modernes Großstadtmärchen über das Gefühl, wenn der Applaus ausbleibt, und darüber, dass echte Nähe oft erst entsteht, wenn die Masken fallen. Gerade darin werden sich viele junge Menschen wiederfinden.

Die Figuren wirken lebendig und liebevoll gezeichnet. Besonders Max’ Freundeskreis überzeugt mit individuellen Eigenheiten und kleinen Macken, die immer authentisch bleiben. Man hat das Gefühl, Menschen zu begegnen, die man aus dem eigenen Leben kennen könnte. Durch die nahbare Erzählweise fühlt man sich, als stünde man direkt neben Max und sähe ihm beim Stolpern und Wachsen zu. Van der Horst findet dabei eine gelungene Balance aus Witz und Gefühl. Beim Hören reicht das Spektrum von lautem Lachen bis zu einem leichten Kloß im Hals. Dieser tragikomische, ehrliche Ton bildet das Herz des Hörbuchs – und Van der Horst trifft ihn beim Einlesen äußerst präzise. Seine Stimme verleiht der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Stilistisch reicht das Hörbuch nicht an große Romanautor*innen heran. Die Sprache bleibt eher schlicht, und manche Passagen erinnern eher an eine Erzählung. Dennoch bleibt 'Konfetti-Blues' eine klare (Hör-)Empfehlung. Es ist ein warmherziges, unterhaltsames und nahbares Hörbuch, das mit seinem Humor und seiner Ehrlichkeit überzeugt.

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