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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Eindrücklich

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén

Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte vom Älterwerden. Davon, wie einem alles zu entgleiten scheint, man jegliche Autonomie und Selbstbestimmung verliert und schlimmer noch, die Menschen, die man liebt.

Die Geschichte switcht zwischen den Alltagsmomenten, denen sich Bo stellen muss, den großen und kleinen Sorgen, die seine Gegenwart bestimmen und seinen Erinnerungen an seine eigene Jugend, sein Vater-Sein und seine Ehe.

Dazwischen gibt es kleine Notizen, von seinem Sohn und dem Pflegepersonal, die einen sehr ehrlichen Einblick in Bos eher trostlosen Alltag bieten.

Das erste Mal Tränen in den Augen hatte ich schon nach wenigen Seiten. Die Grundstimmung ist schon eher melancholisch, Bos Hilflosigkeit und Einsamkeit werden auf direkte Art thematisiert. Generell ist es zwar eine feinfühlige Erzählung, beschönt aber auch nicht, dass uns das Leben am Ende einholt.

Es ist mir leicht gefallen, mit Bo mitzufühlen und mich in seine Lage hereinzuversetzen. Die Sprache ist leicht, der Erzählstil nahbar. Ein Buch, das bewegt und nachhallt

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Hyggelig

Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter

Das Buch liest sich so, wie ein Tag im Schnee sein sollte: erst vorsichtig herantastend, dann zunehmend unbeschwert, losgelöst von den Verpflichtungen und Erwartungen des Alltags.

So ein bisschen Hannah steckt doch in uns allen: ausgelaugt vom Alltag, gefangen im ewigen Hamsterrad nach schneller, weiter, mehr und immer mehr.

Statt uns auf Ruhe und Einkehr zu besinnen und Glück in den kleinen Dingen zu finden, sind wir pausenlos gestresst und unzufrieden. Dabei braucht es so wenig, um zufrieden zu sein und im Moment aufzugehen.

Die Geschichte hat so einen kleinen Vibe von „Geist der Vergangenheit“. Ich fands schön, wie die Begegnung mit Sophie in Hannah spürbare Spuren hinterlässt. Und diese zu einer Reise ins Innere, zu Selbstreflexion und mehr Selbstverständnis führen. Hannah beginnt sich zu erinnern, was die Schlüsselmomente ihres Lebens waren, fernab von Arbeit, Erwartungsdruck und Selbstoptimierung. Und diese Botschaft ist nicht nur super wichtig, sondern hier auch einfach wunderschön verpackt

Ich hab mich beim Lesen auch immer mal wieder ertappt gefühlt, wenn Sophie mit ihrer offenen, direkten Art Hannah einen kleinen Denkanstoß gibt.
Eine Geschichte, die heimelig anmutet und trotzdem nachklingt.

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Traue niemandem

The Woman in Suite 11 von Ruth Ware

Ich liebe die Thriller von Ruth Ware und hier zeigt sie sich mal wieder in absoluter Bestform. Das ist genau die Art von Geschichte, die ich von ihr so unheimlich gerne lese- spannend, ein bisschen mysteriös und mit einem interessanten Twist. Dieses Buch ist die indirekte Fortsetzung von „Woman in Cabin 10“ von der ich nicht wusste, dass ich sie brauche.

Aber jetzt wo ich das Buch vor mir hatte, waren eigentlich ein echter Geniestreich an die Ereignisse des Buches anzuknüpfen und den Figuren ein Leben nach dem glorreichen Finale anzudichten.

Das Setting ist toll gewählt und ich mochte das Wiedersehen mit bekannten Figuren. Dadurch bin ich leicht in die Handlung reingekommen und hatte auch direkt einen Draht dazu. Dass auch hier wieder eine Art doppelte Lottchen Geschichte gesponnen wird, schafft eine gelungene Verbindung zum Thriller an den es anknüpft. Für den Fall selbst spielt das zwar nicht unmittelbar eine Rolle, aber ich finde schon, dass man "The Woman in Cabin 10" gelesen haben sollte, um das ganze Ausmaß der Geschichte zu erfassen.

Ich fand den Fall selbst unfassbar packend, vor allem weil Lo selbst ins Visier der Ermittlungen gerät und das Ganze sehr undurchsichtig und vielschichtig aufgebaut ist. Die Perfidität des Falls ist einfach grandios und super spannend zu verfolgen. Vor allem gegen Ende hin wird es komplex und wendungsreich, sodass ich wirklich mitgefiebert habe.

Für mich ein sehr gelungener Thriller.

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Anatomie trifft Magie

Verlorenes Herz von Vanessa Le

Ich liebe die Aufmachung des Buches. Es ist ein echter Eyecatcher und hat mich allein damit schon neugierig gemacht. Ich dachte erst es handelt sich vllt um eine Fantasy-Dystopie, aber zeitlich ist die Geschichte circa 1000 Jahre in der Vergangenheit angesiedelt. Das Setting hat aber einen eher düsteren Touch.

Die Geschichte der Bloodcarver fand ich toll in den Kontext der Geschichte eingebettet und Nhika ist eine sehr authentische Protagonistin. Ihr Streben nach einem besseren Leben, der Möglichkeit ihr Erbe zu erhalten und etwas Gutes zu bewirken, aber auch der Drang zu Verstehen, zu Lernen und Anerkennung zu finden machen sie sehr nahbar, aber auch sehr verletzlich.

Die Vermischung von Anatomie, Medizin, Pholosophie und Magie hat mir richtig gut gefallen. Es gibt der Geschichte nicht nur eine Verankerung in der Realität medizinischer Forschung, sondern umhüllt die Geschichte mit Mystik und Spiritualität.

Dass es zusätzlich noch einen Kriminalfall zu lösen gab, hat eine interessante Nebenhandlung geschaffen.
Das Ende fand ich etwas holprig, habe die Geschichte aber ansonsten mit Faszination und Spannung verfolgt.

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Ackerman ist nicht in Form

Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross

Ich liebe die Reihe rund um den geläuterten Serienkiller Ackerman Junior, aber bei diesem Band ist ihm scheinbar die Puste ausgegangen. Der Band lässt den gewitzten Charme und Einfallsreichtum vermissen, mit dem Ackerman sich MacGvver-Artig aus jeglichen brenzligen Situationen windet. Das Buch hat sich daher eher zäh lesen lassen und vor allem das Ende fand ich als Ackerman-Fan irgendwie enttäuschend.

Positiv hervorheben möchte ich zu diesem Band, dass Nadya endlich wieder mehr Persönlichkeit und Raum bekommt. Zuletzt war ich ja kein fan mehr von ihr, da sie nur noch über ihre Gefühle zu Ackerman definiert wurde. Aber hier bekommt sie endlich wieder mehr Screentime und dazu eine unerwartete neue Verbündete. Sie bearbeitet parallel einen eigenen Fall, der zuerst wie Nebenhandlung anmutet, dann aber zunehmend präsenter ist als der Handlungsstrang um Ackerman.

Generell fehlte dem Buch in meinen Augen so ein bisschen die Action und ja, auch die rohe Gewalt und der Schrecken, der den Büchern sonst zueigen ist. Die Geschichte liest sich stellenweise eher zäh und als ob unserem Antihelden einfach so langsam die Puste ausgeht. Ackerman scheint zumindest zum ersten Mal eine ernstzunehmende Nemesis gefunden zu haben.

Für mich einer der bisher schwächsten Bände aus dem Ackerman-Universum. Am Ende fühlte sich dieses Buch wie ein Lückenfüller an, der hauptsächlich dazu dient, den kommenden Band anzuteasern.

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Coole Story

Down Cemetery Road von Mick Herron

Ich fand den Klappentext eigentlich schon richtig interessant und der Start ins Buch war dann auch direkt super einnehmend. Ich fand die Story selbst richtig spannend und die Charaktere auf ihre leicht überzeichnete Art sehr faszinierend.

Mit dem Erzählstil habe ich aber so ein gehadert, der fühlte sich für mich sehr behäbig an, sodass ich nicht so richtig in einen guten Lesefluss gekommen bin.

Die wechselnden Perspektiven haben mich immer so ein bisschen rausgeworfen

Die Handlung ist verquer, fast schon skandalös und die Verwicklungen der Figuren waren wirklich packend. Vor allem Michaels Geschichte hat mich auch total mitgenommen. Generell erfährt man super viel auf indirektem Wege über die Figuren, weil über sie gesprochen oder etwas beobachtet wird. Dadurch bleiben sie eher auf Distanz aber gleichzeitig bekommt man trotzdem so ein Rundumbild.

Überraschenderweise spielt Zoë in diesem Buch erst ziemlich spät eine Rolle. Anhand der Beschreibung hatte ich sie für eine zentralere Figur gehalten. Da es aber genug andere Charaktere gibt, fällt das nicht weiter ins Gewicht, ich war nur irritiert.

Das Ende war große Klasse, ein wilder Showdown, actionreich und mit ordentlich Tempo. Das gesamt Buch ist schon ein ziemlich wilder Ritt, der so ein bisschen an alte Gangsterfilme erinnert, bei denen reichlich viel schief geht. Ich fands cool.

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unheimlich

Wem du traust von Petra Johann

Ich bin ja großer Fan von so Suspense-Romanen, bei denen nie ganz klar ist, wem man eigentlich trauen kann, weil sich die Verdachtsmomente gegen zentrale Figuren anhäufen. und genau so ein Buch ist das hier. Es fängt erstmal ruhig und überschaubar an: Familienidylle, ein beschauliches Leben. Doch dann wird die Welt von zwei Familien erschüttert, als ein junges Mädchen scheinbar spurlos verschwindet.

Ich fand schon, dass die Geschichte den Leser gezielt manipulieren soll, da die Hinweise doch recht prägnant in eine Richtung zeigen, die aber irgendwie gleichzeitig zu offensichtlich scheint. Trotzdem nehmen die Spannungen zischen den Figuren schnell zu und der Leser merkt, dass sie alle Geheimnisse bewahren. Doch wer von ihnen hat mit Sofias Verschwinden zu tun?

Die Kapitel sind kurz und dadurch angenehm zu lesen. Es gibt drei Hauptperspektiven, zwischen denen gewechselt wird. Anfangs ist nicht so ganz klar, ob es hier überhaupt einen Fall gibt, aber dann zieht die Geschichte immer größere Kreise und plötzlich scheint auch eine Verbindung zu einem ungeklärten Cold Case möglich. Die Polizeiarbeit wirkt manchmal etwas behäbig, gleichzeitig ist genau das vermutlich sogar realistisch.

Die Geschichte lebt von den zwischenmenschlichen Spannungen, dem Misstrauen und dem Betrug von den Menschen, die einem am nächsten stehen. vor allem Heidi und Eva werden sehr plastisch herausgearbeitet und waren nahbare, authentische Figuren.

Ich bin relativ zügig durch die Seiten gekommen, einfach weil ich wissen wollte, ob ich mit meinen Verdächtigungen richtig lag und mit Sofias Schicksal durchaus mitgefiebert habe. Die Geschichte hatte auf jeden Fall ein paar unheimliche, packende Momente.

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Die Briefe eines Lebens

Die Briefeschreiberin von Virginia Evans

Der Roman macht seinem Titel alle Ehre und ist eine Aneinanderreihung unterschiedlichster Korrespondenzen in Briefform von und an Protagonistin Sybil van Antwerp. Ich finde es spannend, welch tiefe Einblicke man in das Leben der Figuren nur anhand der Korrespondenzen bekommt. Es gibt keine aktive Handlung, nur indirekte Kommunikation.

Und trotzdem wird in diesen Briefen, die man meist nur als einseitige Perspektive erfährt, viel offenbart und aufgezeigt, was die Figuren ausmacht und bewegt.

Die Korrespondenzen erstrecken sich über einen Zeitraum mehrerer Jahre. Man erfährt dadurch einiges über und von Protagonistin Sybil, die ein bewegtes Leben führt. Die unterschiedlichen Beziehungsgrade zu den Empfängern ihrer Briefe werden gut herausgearbeitet und einige davon sind auch in deutlichem Wandel begriffen, den man als Leser indirekt miterlebt. Auch ergibt sich im Kontext der Gesamtheit aller Briefe ein sehr detailliertes Bild eines Lebens, das von Liebe, aber auch Schmerz gezeichnet war.

Ich finde Sybil amüsant und sympathisch, sie hat einfach Schneid und ist um keinen bissigen Kommentar verlegen, was ihre Korrespondenzen sehr unterhaltsam macht. Die Briefe sind durchweilig, beleuchten verschiedene Aspekte von Sybils Leben und sind auch nicht um Konflikte und Differenzen verlegen. Man taucht überraschend tief in das Leben der Protagonistin ein, sodass es sich am Ende in bisschen so anfühlt, als würde man selbst zurückbleiben.

Mochte ich sehr. Ist mal was völlig anderes, aber tatsächlich sehr charmant und toll zu lesen.

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Bin unentschlossen

Denial of Service von Aiki Mira

Also zuerst folgendes: die Grundidee und das Frankfurter Setting haben mir richtig gut gefallen. Ich bin aber einfach mit der Erzählweise nicht so richtig warm geworden, wodurch die Geschichte für mich irgendwie distanziert und wenig greifbar blieb.

Es werden teilweise irgendwie abstrakte Bilder geschaffen, die einerseits super schön und interessant sind, gleichzeitig aber irgendwie unerklärt im Raum stehen.

Und unterschwellig wohnt dem ganzen eine beängstigende Bedrohlichkeit inne. Kanns nicht anders sagen, ich habe zwischen Staunen und Schaudern geschwankt.
Der Vibe ist irgendwo zwischen Sci-Fi und Steampunk angesiedelt und erinnert mich ein bisschen an Marie Grasshoff.

Die Figuren bleiben vage und wenig greifbar. Dabei sind sie nicht uns unsympathisch, aber es passiert so viel um sie herum, dass sie selbst eher in den Hintergrund rücken und ich teilweise einfach nichts richtig wusste, wo es mit der Erzählung hingehen soll. Obwohl immer mal wieder die "Ethik der Stadt" erwähnt wird, spielt Frankfurt selbst und das Stadtsystem eigentlich kaum eine Rolle.

Ich bleibe auch am Ende des Buches so ein bisschen unschlüssig zurück, die Handlung wird zwar zum Abschluss gebracht und eine durchaus interessante Ausrichtung genommen, aber irgendwas hat mir gefehlt.

Hat sich aber angenehm lesen lassen, Themen rund um Technik und KI werden eher nicht vertieft, sodass es leicht verständlich ist, aber eben auch eher oberflächlich ist.
Insgesamt nicht schlecht, aber für mich auch kein Buch, das übermäßigen Eindruck hinterlässt.

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Düsterer Island Krimi

Gift von Jón Atli Jónasson

Für einen zweiten Band ist dieser Krimi richtig stark, man muss aber den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben, um hier in dir Handlung einzusteigen. Der Fall selbst rund um das Thema Drogen ist brisant und interessant angelegt. Die Ermittler tauchen tief in das Milieu ein, sind selbst betroffen oder haben selbst jemanden an Drogen verloren.

Das macht die Geschichte nicht nur nahbar, sondern auch intensiv.

Diese persönliche Betroffenheit schafft außerdem Bähe zu den Figuren, die sich verletzlich und verletzt zeigen und Schwächen eingestehen müssen. Generell lernt man Dora und Rado nochmal intensiver kennen.

Ich finde schon, dass die Geschichte auch durchaus brutal ist. Und sehr temporeich, manchmal fast zu temporeich. Es passiert einfach wahnsinnig viel und die Ereignisse überschlagen sich dann völlig ab der Hälfte des Buches. Weiß nicht, wie authentisch ich das noch finde, hat was von einem überzogenen Actionstreifen.

Das Buch liest sich leicht und flüssig, sodass ich super schnell durch die Seiten gekommen bin. Es ist auch nicht allzu komplex, sodass man leicht folgen kann und sich gut innerhalb der Handlung zurecht findet. Insgesamt ist die Geschichte rund, wenn auch in meinen Augen leicht übertrieben. Das Ende ist schon ein ziemlicher Cliffhanger, sodass ich jetzt auf jeden Fall auch den Folgeband lesen will

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