Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Hat nicht so ganz meinen Geschmack getroffen
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
Ich mag die Reihe um das Graphische Viertel super gern, aber dieses Buch war für mich das bisher schwächste der Reihe. Ich fand die Geschichte über weite Strecken sehr vage gehalten, als käme sie einfach nicht so richtig auf den Punkt und als würde man eher Idee hinterherjagen als realen Personen.
Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt und dieses Mal habe ich mich da sehr schwer getan jedes Mal wieder umzuswitchen. Es geht viel um Misstrauen, Geheimnisse innerhalb eines Freundeskreises über den jeweiligen Verbleib und Werdegang.
Bücher selbst spielten hier gefühlt eher am Rand eine Rolle
Stattdessen geht es um Spionage, ein okkultes Werk ungewisser Bedeutung und eine Mordserie nach Kriegsende. Generell fühlte sich das für mich thematisch überladen an.
Was aber wieder hervorragend war, das war für mich der Schreibstil. Die Atmosphäre war wieder düster und geheimnisvoll, die Figuren interessant und ansprechend. Ich hab das Buch an sich also gern gelesen.
Obsessiv
No Way Home von T.C. Boyle
T.C. Boyle schreibt Bücher, die unter die Haus gehen und dort gären, bis das ganze Elend und die Tragik hervorbricht.
Das beziehungskontrukt, dass hier im Zentrum steht und frei Menschen auf obsessive und destruktive Art verbinden ist fragil, toxisch und furchtbar fesselnd.
Als Leser fühlt man sich als Voyeur im Leben der drei zentralen Figuren aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.
Die Geschichte entwickelt eine fast schon obszöne Sogwirkung, bekommt beinahe Telenovela-Charakter und schlittert unaufhörlich auf den Abgrund zu.
Bethany ist unbestritten die zentrale Figur, um die sich der Fokus der beiden Männer dreht. Für sie ist sie Lichtgestalt, gleichwohl fragt man sich als Leser unwillkürlich woran das eigentlich liegt. Denn Bethany ist wankelmütig, fast schon dreist und trotzdem unbeholfen.
Der Autor kann einfach erzählen, ich wollte unaufhörlich wissen wie es weitergeht; was als nächstes kommt. Die Geschichte entwickelt eine fast schon unangenehme Sogwirkung und bekommt einen voyeuristischen Charakter, der den Leser in seinen Bann schlägt. Ich hab selten bei einem Roman so mitgefiebert.
Das Ende lässt mich zwar ein bisschen unschlüssig zurück, passt aber eigentlich auch zur Geschichte. Ich fands super.
Wie gut war das bitte?
Heir of Illusion von Madeline Taylor
Dieses Buch hat echt mit meinen Gefühlen und Erwartungen gespielt, denn hier ist nichts wie es scheint. Das Magiekonzept hat mir richtig gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Kontext zum Worldbuilding und den sieben Inseln erhofft hätte. Das Setting der Handlung ist relativ eng gefasst, nicht zuletzt weil Ivy immer mehr gefangene und Spielball, als Herrin ihres eigenen Lebens ist.
Nicht nur das Worldbuilding ist recht dünn, auch die Charaktere bleiben größtenteils eher blass und hüten auch zum Ende dieses ersten Bandes noch etliche Geheimnisse. Im Fokus steht ganz klar Ivy, die den Leser als Ich-Erzählerin in ihren Kopf lässt. Ihre Macht, ihre Stärke und unerschütterliche Art sind schon absolut imposant und es macht Spaß ihr durch die Handlung zu folgen. Vom männlichen Gegenpart hätte ich mir dagegen ein bisschen mehr Persönlichkeit erwartet als nur süße Gesten und Ritterlichkeit. Die Lovestory ist daher in meinen Augen ausbaufähig
Was ich aber grandios und durchweg fesselnd fand, das war die allgemeine Atmosphäre des Misstrauens und der Bedrängnis. Auch Ivys Freiheitsdrang kam großartig raus. Ich war einfach absolut gefangen in der Stimmung und dem Sog rund um das mystische Artefakt.
Ich hab während des Lesens immer wieder versucht die Handlung vorauszusagen, aber die unterschiedlichen Enthüllungen haben mich dann doch jedes Mal wieder völlig kalt erwischt. Nicht eine meiner Vermutungen hat sich bewahrheitet. Absolut mindblowing, also das Leseerlebnis war grandios.
Herbstliche Kleinstadt-Romance
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh
Das Gekabbel zwischen den beiden Protagonisten ist einfach herrlich, ich hab’s total gefeiert, wie sie sich gegenseitig aufziehen und herausfordern, der Vibe war auf jeden Fall grandios und die Spannung quasi greifbar.
Manchmal hat mit so ein bisschen die Leichtigkeit gefehlt, die ich bei einem derartigen Buch erwartet hatte, denn Jude schleppt ein ziemliches Päckchen mit sich rum und am liebsten hätte ich sie kurz mal in den Arm genommen.
Es gibt natürlich auch viele schöne, witzige und sanfte Momente, aber da ist auch viel Druck, Unsicherheit und Groll. Das macht die Figuren natürlich deutlich plastischer und sehr nahbar, was ich bei Romance sehr zu schätzen weiß.
Generell habe ich die verschiedenen Figuren und ihre Geschichten (auch die Nebencharaktere, die so ein bisschen aus dem Norm-Raster fallen wie Penn und Nore) als das Empfunden, was dieses Geschichte besonders macht und mich begeistert hat.
Alles drumherum war so ein bisschen dünn gehalten und ich fand es etwas schade, dass es für Jude keine Konfrontationen mit ihren Eltern, Tony oder den Leuten, die ihr so lange ein schlechtes Gefühl gegebenen haben, gab. Nicht mal so wirklich mit Olive. Dafür wäre easy noch Raum gewesen.
Hat sich entspannt und flüssig lesen lassen, war unterm Strich ganz nett und vor allem der spitze Schlagabtausch zwischen Jude und James ein Highlight.
Richtig coole Vampir-Fantasy
In the Shadows we wait von Alessia Gold
Wow, ich weiß nicht genau was ich erwartet hatte, aber die Geschichte hat mich total ihren ihren Bann geschlagen und war richtig stimmungsvoll. Das kleine Örtchen Surnova irgendwo in der Einöde Rumäniens war sehr atmosphärisch angelegt, nicht zuletzt, weil dort Monster unter den braven Bürgern leben und über der gesamten.
Geschichte eine Art verheißungsvoll düstere Aura liegt.
Obwohl es bereits recht früh Hinweise über Xaras Herkunft gibt, ist die Geschichte interessant angelegt. Und wir alle lieben doch eine Lovestory, die die Jahrhunderte überdauert. Das Love Triangle fand ich tatsächlich auch gar nicht so schlecht. Ist jetzt vllt nicht mein Lieblingstrope, hier passt aber irgendwie rein. Vor allem, weil es nicht so klischeehaft ist wie anfangs vielleicht gedacht. Dazu muss man tatsächlich auch sagen, dass das hier keine übermäßig spicy Romance ist, obwohl damit ja quasi geworben wird, hier steht tatsächlich eher der Plot rund um Xaras Geschichte und die Verbindung zu den Vampiren im Vordergrund.
Die Mischung von Fantasy, Folklore und Suche nach der eigenen Geschichte war wirklich gelungen, atmosphärisch spannend sowie leicht düster umgesetzt und hat mir einfach richtig gut gefallen.
Die Geschichte fängt eher seicht und ein bisschen klischeehaft an, verdichtet dich dann aber zunehmend und wird gegen Ende hin immer interessanter. Was sich hier für den weiteren Handlungsverlauf andeutet, ist super vielversprechend und macht definitiv Lust auf mehr.
Ich fand das Buch einfach richtig catchy und werde Band 2 definitiv auch lesen.
Seichter Krimi mit komödiantischem Einschlag
Entführung im Himmelreich von Andreas Winkelmann
Ich fand ja schon bei Band 1, dass die Mischung aus Lokalkolorit, seichtem Humor und dezenter Spannung eine gute Mischung ist. Und das kommt auch hier wieder voll zum Tragen. Vom Aufbau her gleicht es dem ersten Band: ein überraschender Leichenfund am Rande der gutbürgerlichen Normalität, schwelende Konflikte auf und um den Campingplatz und ein wunderbar witzige Streit zwischen Polizei und Hobbyermittler.
Den schelmischen Witz des vagabundierenden Privatiers finde ich jedenfalls wieder absolut herrlich. Solche verschrobenen Charaktere hauchen einer Geschichte immer erst so richtig Leben ein. Und vor allem auch Annabelle ist einfach wie frischer Wind und ein Sonnenstrahl in der Geschichte. Ich mag die beiden richtig gern, die noch jedem Dorf- und Campingplatzbewohner ein paar Geheimnisse aus der Nase ziehen.
Die Geschichte ist wieder ein buntes Potpourri an Verdächtigungen und Rätseln und es macht einfach Spaß ihr zu folgen und den charmanten und witzigen Begegnungen beizuwohnen. Es ist ein eher seichter Krimi, tiefe Spannung kommt nicht unbedingt auf, die braucht es aber nicht, da die Stärke der Geschichte eher im Unterhaltsungswert selbst und den Interaktionen der Charaktere liegt liegt
Die Rezepte am Ende sind extravagant, aber ein schönes Add on und spiegeln den kultig-nostalgischen Charakter der Geschichte. Nicht, dass ich irgendwas davon nachkochen würde, aber so bekommt man eine bessere Vorstellung davon, wenn man die Gerichte nicht kennt.
Ich fands wieder sehr kurzweilig und habs gern gelesen. Die Auflösung ist zwar fast schon wahnwitzig, aber mein Gott, gibt nichts was es nicht gibt.
Ganz schön gewieft
The Business Trip von Jessie Garcia
Die Geschichte ging direkt super packend los und weil die beiden Frauen, die innerhalb der Handlung eine zentrale Rolle einnehmen, so unterschiedlich waren, war ich lange völlig planlos, worum es in diesem Thriller genau gehen könnte. Denn das irgendwas nicht ganz koscher war, merkt man ziemlich schnell.
Aber was nur?
Das Buch führt den Leser geschickt an der Nase herum. Mit den verschiedenen Perspektiven spielt die Geschichte Katz und Maus mit dem Leser. Ungefähr in der Hälfte gibt es plötzlich eine unglaubliche Enthüllung. Und gegen Ende dann einen zweiten Schocker. Dad war unglaublich gut gemacht, weil dadurch jedes Mal nochmal ein etwas anderer Vibe erzeugt wird.
Ich fands auf jeden Fall richtig Stimmungsvoll und hab auch tatsächlich total mitgefiebert. Der Schreibstil ist super einnehmend und gleichzeitig sehr kurzweilig. Ich wollte einfach die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht.
Die Geschichte kommt bei mit überraschend wenig aus, was die Storyline umso interessanter macht. Die Autorin macht sich die Leerstellen zunutze und lässt die Lücken für sich arbeiten. So habe ich quasi permanent mitgerätselt.
War toll, kann ich nicht anders sagen. Überraschend perfide mit ein paar unerwarteten aber genialen Wendungen.
Das Paarungsverhalten von Pinguinen und anderen Spezies
The Penguin Paradox von Greta Milán
Wie cute und cool will eine winterliche Romcom eigentlich sein? Und dann auch noch mit Pinguinen, ich werd verrückt. Ich liebe den wissenschaftlichen Background der Geschichte, der gibt so Ali Hazelwood Vibes. Für mich ist allein das schon ne klare 10/10. Und ich muss sagen,. dass allein das Setting und dieser Background schon einfach für eine richtig tolle Grundstimmung sorgen und die Handlung interessant machen.
Die Crew und die Stimmung auf der Station sind einfach so Zucker. Ich mochte die lockere, kollegial freundschaftliche Atmosphäre total gerne. Und das Gekabbel zwischen den Protas? Auch ne 10/10. Liebs wie frech und schlagfertig Emerie ist und dass sie aber genauso gut fürsorglich und empathisch sein kann. Hab sehr oft schmunzeln müssen. Und Beckett ist einfach so ein Goldstück. Darf man als Mann so knuffig sein? Bitte mehr davon.
Generell gibt die gesamte Geschichte Green Flag Vibes. Es gibt gegen Ende ein kleines bisschen Drama, was aber sehr stimmig ausgelöst wird und nicht direkt die gesamte Geschichte über Bord wirft, sondern dem ganzen einfach nochmal so einen kleinen Umweg zum Happy End und Emerie und Beckett die Chance ihre Gefühle zu reflektieren gibt. Fand ich eigentlich ganz passend.
Pinguine sind einfach die hinreißendsten Statisten, die eine Geschichte haben kann. Allein die Namen- ich schieß mich weg. Die Story war einfach cool, witzig und auch herzig. Habs super gern gelesen und hatte einfach ne richtig gute Zeit mit dem Buch. Das ist wirklich eher Romcom als Liebesdrama mit Tiefgang und dadurch aber super passend, um sich einzukuscheln und in die Geschichte fallen zu lassen.
Hinter der Fassade
The Academy von Elin Hilderbrand; Shelby Cunningham
Dieses Buch ist einfach alles, was ein mitreißender Roman, der den Fokus auf die Figurenentwicklung legt, sein muss. Es ist die perfekte Mischung aus Coming-of-Age und Außenseiter-Roman mit dem Vibe von Schulkomödien aus den 80ern. Es geht um Freundschaft, Liebe, Kameradschaft, Geheimnisse und den ganz normalen Schul-Wahnsinn.
Die Themen sind unglaublich nahbar und die Handlung umfasst ein komplettes Schuljahr. Dabei gibt es keinen konkreten Plot, viel geht es um die Schüler, Lehrer, Eltern und Angestellten, die mit der Schule als System und miteinander interagieren. Es geht um Beziehungen, um Machtgefüge, darum dazuzugehören und seinen eigenen Platz zu finden und zu festigen.
Das New Yorker Eliteinternatsetting ist sehr gelungen und die feinen Klassenunterschiede werden gut rausgearbeitet. und Charly war die perfekte Protagonistin vor dieser Kulisse aus schönem Schein, Korruption und Drama. Ich fands absolut mitreißend und genial erzählt.
Das Buch hat einen leichten Suspense-Touch, ist aber kein Krimi. Züge von gesellschaftskritischen Anwandlungen sind auch vorhanden, aber so verpackt, dass sie dem Unterhaltungsaspekt nicht im Weg stehen. Das Buch hat was voyeuristisches an sich und ich war wie im Sog gefangen. Wirklich stark
Fands so großartig geplottet
Lügennebel von Viveca Sten
Ich mag die Reihe rund um die Are-Morde generell richtig gern weil die Fälle super unterschiedlich, aber immer spannend geplottet und vor allem atmosphärisch packend sind. Ich hab das Gefühl, dass die Reihe mit jedem Buch ein kleines bisschen besser und ausgewogener wird, denn dieser band ist bisher mein liebster.
Der Fall was unfassbar catchy, das Setting und die Kulisse allein schon richtig stimmungsvoll und das Gesamtbild einfach super rund.
Die Prämisse der Freundesgruppe und des Partywochenendes war fast schon klischeehaft, aber es passieren an allen Ecken und Enden kleine Entgleisungen, Momente, die das fragile Gefüge zu zersprengen drohen und die Dynamik ins Schwanken bringen. Das war einfach richtig gut gemacht, sodass ich vor allem mit Olivia absolut mitgefiebert habe. Generell bleibt die Zeichnung der Figuren eher oberflächlich, es braucht hier aber auch keine Tiefe um die Ereignisse zu beleuchten. Tiefe kommt hier durch das Ermittlerteam rund um Hanna rein, was für mich auch der Grund ist, warum man die Bücher, obwohl die Fälle in sich geschlossen sind, in der richtigen Reihenfolge lesen sollte. Denn hier hat sich seit Band 1 super viel getan und das Team wird immer nahbarer, immer plastischer.
Ich bin super lange im Dunkeln getappt wer der Täter sein könnte, weil sich jeder auf irgendeine Art verdächtig macht. Die Auflösung fand ich deshalb sehr gelungen und für mein Empfinden auch sehr passend. Dieses Buch hatte für mich echtes Pageturner-Potential, weil einfach stetig etwas passiert und es neue Erkenntnisse gibt. das macht auch die Ermittlung irgendwie authentischer- der Täter fällt nicht einfach vom Himmel.
Ich hatte einfach ne richtig gute Zeit mit dem Buch.











