Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die andere Sichtweise-schön
24 Sekunden ab jetzt von Jason Reynolds
Es gibt unzählige Geschichten darüber, wie Mädchen und junge Frauen sich verlieben, der erste Mal verleben und sich den Kopf über ihren Körper, ihre Gefühle und ihre Beziehung zerbrechen. Bücher aus männlicher Sicht findet man da schon schwerer und noch schwerer solche, geschrieben von einem Mann.
Ich hatte bisher auch nicht das Gefühl solch ein Buch zu brauchen, bin aber durchaus positiv überrascht von diesem Buch hier.
Ich mag, dass hier Neons Unsicherheit zum Ausdruck gebracht wird. Er ist kein cooler Player, dem es allein um seine Befriedigung geht. Und ich mag, wie Neons Gedanken abschweifen zu den großen und kleinen Alltäglichkeiten all dessen, was seine Beziehung zu Aria umfasst. Man lernt dadurch nicht nur die beiden kennen, sondern auch ihre Familien. Und das allein durch Neons Erinnerungen.
Neon ist einfach super bodenständig, super sympathisch und eine echte Green Flag. Und dieses Buch ist vorallem eine Geschichte über den Alltag und die Tücken des Teenager-Daseins- Schule, Freunde, Familie, erste Liebe.
Diese Art dir Geschichte rückwärts zu erzählen und sich auf besondere Momente zu fokussieren, die alle in irgendeiner Form mit Liebe und Beziehungen zu tun haben, fand ich schon sehr besonders.
Die Geschichte ist super nahbar und Neons Familie irgendwie toll, so ein bisschen schräg, aber auf herzliche Art. Das gibt der Story einen positiven, bestärkenden Ton. Genau wie das Ende: nahbar, verletzlich, ehrlich. Fand ich schön.
Wieder sehr abenteuerlich und ein bisschen schräg
Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine von Markus Heitz
Ich bin irgendwie dieses Mal nicht so richtig in einen guten Lesefluss reingekommen. Kann aber auch nicht genau festmachen, woran es lag. Der Erzählstil ist genau wie im ersten Band sehr temporeich mit vielen schnellen Perspektivwechseln.
Die Geschichte setzt dort an wo das erste Buch endete. Durch die vielen Handlungsstränge und Geschichtenteile ist es manchmal etwas unübersichtlich und ich wäre manchmal gerne länger an Stück in einer Storyline verblieben.
Es hat zwar geholfen, dass die Figuren anfangs nochmal zusammengefasst wurden, bin trotzdem zwischendurch mal raus gewesen.
Die Geschichte ist wieder super abenteuerlich, voller übernatürlicher Wesen und alter Geheimnisse.
Ich fand vor allem die Storyline rund um die Teufel des Klosterbergs richtig spannend. Und die norwegischen Märchen ist einfach auch ein supernetter Gimmick, auch wenn sie so ein bisschen den Lesefluss stören.
Die Storyline rund um dir entführten Kinder wars dagegen eher nicht so für. Einfach auch, weil ich da die Lösung zum Ende auch irgendwie nicht so ganz stimmig und glaubwürdig finde. Aber ok, kannst halt Main Characters wie Irida auch nicht aus der Handlung kegeln, weil jemand anders eigentlich ihren Platz einnehmen müsste. Trotzdem war das so ein bisschen ernüchternd.
Das neue Rätsel, was hier schon angeteasert wird, hört sich dagegen wieder ganz cool an.
Cooler Roman, thematisch für mich nicht ganz rund
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Ich fand das Buch direkt super interessant und thematisch ansprechend und wollte es unbedingt lesen. Gleich zu Beginn war ich positiv überrascht, dass hier nicht nur Hazel Sicht auf die Situation beleuchtet wird, sondern die gesamte Familie, ihre Gedanken und Emotionen muteinbezogen werden. Das fand ich vom Konzept her super stark.
Vor allem Hazel Bruder fand ich auch super nahbar. Bei den Eltern habe ich immer sehr geschwankt, wie nachvollziehbar ich ihre Motiven und Handlungsweisen fand. Man merkt schon, dass sie Hazel bedingungslos glauben und sie vor allem schützen wollen, aber da schwang immer auch Eigennutz und ein Stück weit Egoismus mit.
Dass die „Gegenseite“ quasi gar nicht zu Wort kommt, weder der Direktor selbst noch seine Fürsprecher, fand ich einerseits gut, weil den Tätern hier keine Stimme gegeben wird, gleichzeitig wird das ganze aber so aufgebauscht, dass ich schon gerne diejenigen, die Hazel verunglimpfen und ihre Familie schikanieren, gesehen und gehört hätte. Einfach um Tätern ein Gesicht zu geben- hier verschwimmen sie eher in der Anonymität der Situation und Masse.
Das Buch ist generell ein bisschen überladen mit Themen, hier geht es nicht nur um Belästigung, Schikane, Mobbing und die Konsequenzen all dessen, hier geht es außerdem um Antisemitismus, um Cancel Culture und die Übernahme des Narrative durch andere. Dadurch, dass hier derartig viel angeschnitten wird, bleibt alles ziemlich oberflächlich und auch zum Ende des Buches blieben für mich einige Themen/ Fragen ungeklärt.
Ich war überrascht, wie fast schon positiv verklärt das Ende des Buches anmutet und sich für die Familie alles auf fast schon wundersame Art zu fügen scheint.
Ich habe das Buch ingesamt gerne gelesen und bin auch gut in die Handlung rein und durch die Kapitel gekommen, hätte mir nur mehr Fokus auf das Kernthema gewünscht. Trotzdem eine Geschichte, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt.
ein Ort wilder Schönheit
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
Geschichten über Bücher, Bücherorte und Menschen die Bücher lieben haben immer ihren ganz eigenen Charme und einen besonderen Platz in meinem Herzen. Dieses Buch ist eine sanfte, ruhige Erzählung über Menschen, Begegnungen und Einkehr.
Die Handlung ist eindeutig Figurengetrieben, wiegt sie den Leser dich in süßer Langsamkeit.
Die Handlung wird hauptsächlich durch die offenen, ehrlichen Gespräche vorangetrieben und davon, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren verändern.
Ich mochte das beschauliche, urige Setting des Dorfes voller kleiner besonderer Läden.
Die Eremitin Mathilde fand ich eine besonders interessante Figur, die zuerst eher passiv durch ihre Tagebucheinträge die Handlung betritt, dann aber zum essentiellen Bestandteil dieser wird.
Es ist eine super schöne Geschichte über Neuanfänge, Bindungen und Gemeinschaftsgefühl. Das Buch vermittelt ein Gefühl ein Einkehr und Heimkehr und hat mir richtig gut gefallen.
Zuckersüß
Heartbreak Hotel von Micol Arianna Beltramini
Diese Graphic Novel ist einfach super schön, nicht nur der Zeichenstil und die Farbwahl sind super ansprechend und sorgen für eine schöne Stimmung innerhalb der Geschichte, auch die Themen selbst sind toll gewählt und dadurch sehr nahbar und ansprechend.
Das Buch richtet sich eindeutig an Jugendliche und greift relevante Themen auf, die bereits in meiner Jugend für mich wichtig waren.
Es geht um Freundschaft, Liebe, Verrat und Verlust. Eben das, was jeder potentiell als Päckchen mit sich rumträgt, worüber man aber nur schwer sprechen kann oder möchte und sich dadurch entsprechend auch mal allein und verlassen fühlt.
Die Themen sind emotional sehr aufgeladen, was die Geschichten authentisch macht. Und gleichzeitig hat die Geschichte einen sehr schönen, positiven Unterton. Die Figuren connecten auf Basis ihrer negativen Erlebnisse, sehen also quasi das schlechteste aneinander. Und stellen dabei fest, dass sie mit ihren hässlichen Seiten nicht allein sind.
Die Geschichte ist schon auf süß gemacht, erinnert vom Stil so ein bisschen an Kawaii. Mir gefällt das und es nimmt den tragischen Erlebnissen so ein bisschen die scharfen Kanten. Da eine Graphic Novel eh nur begrenzt in die Tiefe gehen kann, hat mir das Gesamtbild gut gefallen.
Wie im Wahn
Half His Age von Jennette McCurdy
Ganz ehrlich, dieses Buch liest sich wie ein Fiebertraum und gleichzeitig konnte ich es nicht aus der Hand legen. Age Gap ist ja so ein Ding, mich persönlich triggert das irgendwie total, aber es muss ganz klar gesagt sein, dass Waldo hier der initiierende Part ist, also nicht in eine Beziehung gedrängt wird.
Das hier ist also durchaus eine Geschichte über Konsens, über Begehren und die Schwierigkeiten, die sich aus einer Beziehung zu einem älteren, verheirateten Mann ergeben,
Waldo bestätigt jedes Klischee einet toxischen Beziehung, obwohl sie die Muster selbst erkennt, Verhalten reflektiert und emotional hinterfragt. Missbräuchliche Beziehungsmuster wurden ihr von ihrer Mutter vorgelebt, die sie dafür auch entsprechend verachtet. Und gleichzeitig eifert sie derselben Form von Bestätigung hinterher und zieht keine Schlussfolgerungen für sich selbst. Ich hätte sie am liebsten zwischendurch immer wieder geschüttelt oder in den Arm genommen, denn es kristallisiert sich sehr klar heraus, dass Waldo vor allem eine vertrauensvolle Bezugsperson fehlt. Imm wieder wirkt sie gleichzeitig zu reif für ihr alter und dann wieder fast schon kindlich verloren.
Allein, dass sie den Mann, mit dem sie eine Affäre hat, ihre gesamte Beziehung über weiterhin Mr Korgy nennt, bildet das vorliegende Machtgefälle sehr deutlich ab. Er bestimmt die Rahmenbedingungen, gibt den Takt vor, hält sie verfügbar. Und Waldo versucht dem Bild der perfekten, einfachen, unkomplizierten Geliebten zu entsprechend, während es sie innerlich zerreißt und sie sich in ungesunde Verhaltensmuster wie extremes Onlineshopping flüchtet. Dazu kommt Waltons sozial schwacher Hintergrund, der sie noch mehr in eine benachteiligte Position bringt.
Die Geschichte liest sich wie im Wahn, steuert unweigerlich auf die absolute Eskalation zu- nämlich Waldos Desillusionierung und die Verschiebung des Machtgefüges. Das fand ich wirklich gut und interessant dargestellt. Waldo am Scheitelpunkt- alles was sie vermeintlich wollte zum Greifen nah, nur um festzustellen, dass es nicht so ist, wie sie es in ihrer Fantasie idealisiert hat.
Das Buch hat eine schräge Sogwirkung. Ich hab immer wirklich zwischen Fassungslosigkeit, bis hin zu Ekel geschwankt und trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, so gefesselt war ich von den Chors, das sich da entfaltet. Absolut voyeuristisch, skandalträchtig und mitreißend. Klasse geschrieben, kann nicht anders sagen. Ich war hooked bis zum Schluss.
Nicht einfach nur ein Krimi
Minnesota von Jo Nesbø
Jo Nesbo hat es ja mit getriebenen, vom Schicksal geplagten Ermittlern und so reiht sich auch Bob Oz in dieses Schemata ein. Das Buch ist nicht einfach ein Krimi mach Schema X, die Story ist super dicht und wendungsreich, übt auch Kritik am Polizeiapparat an sich und auch ein stückweit am American Way of Life.
Die Erzählung schreitet anfangs eher ruhig voran, durchzogen von alten Erinnerungen, Nostalgie-Feeling und Verfall. Die Beschreibungen sind teilweise fast schon ausschweifend in ihrem Detailreichtum. Einerseits sorgt das dafür, dass man ein ziemlich konkretes Bild vor Augen hat, andererseits zieht sich dadurch vor allem der Start in die Handlung für mich in die Länge.
Bob ist irgendwie unsympathisch, gerade im Umgang mit Frauen hat er was von einem Ekelpaket. Und gleichzeitig ist er auf traurige Art bemitleidenswert, Typ armes Würstchen. Seine gewitzte Teufelskerl-Aura und schonungslose Offenheit sind aber durchaus unterhaltsam. Habe sehr ambivalente Gefühle ihm gegenüber.
Das Buch lebt in meinen Augen von den detaillierten Beschreibungen rund um Bobs Ermittlungsarbeit. Hier wird viel nach links und rechts geblickt, was die Geschichte authentisch und atmosphärisch macht und ihr einen aktuellen, Gesellschaftskritischen Bezug gibt.
Das Spannungslevel schwankt ein bisschen und teilweise wird scheinbar gezielt Tempo rausgenommen. Aber Bobs Verbissenheit macht hier wirklich was her.
Fands gut.
wow, total episch
Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night von Magdalena Gammel
Ich hatte quasi keine Erwartungen an dieses Buch, bin aber förmlich aus den Socken gehauen worden. Das ist genau die Art von Fantasy, die ich lesen will: magisch, vielschichtig, trotzdem nah und absolut mitreißend. Dieses Buch war einfach umwerfend
Die Geschichte wählt einen sehr gnadenlosen Einstieg, wirft den Leser mitten in die Handlung und in Lio unwürdiges Leben als Sklavin.
Ihr Schicksal ist einfach herzzerreißend und ich hab so richtig mit ihr mitgefiebert und gehofft, dass sie sich irgendwie befreien kann.
Es gibt generell viele Figuren und Interessengruppen, aber da sie nach und nach eingeführt und vorgestellt werden, konnte ich erstaunlich gut den Überblick behalten. Das Worldbuilding ist so mäßig komplex. Ich glaube die Karte selbst wäre vermutlich recht groß, aber viele der Ort sind eher allgemein gehalten, sodass auch das übersichtlich war.
Das Magiekonzept fand ich total toll, bisschen gruslig angehaucht, aber vor allem beeindruckend. Die Geschichte selbst hat schon auch einen düsteren und brutalen Touch. Aber sie ist auch abenteuerlich, spannungsgeladen, voller Rätsel, Intrigen und Machenschaften. Es gibt Kämpfe und Momente der Einkehr. Freundschaft und Verlust.
Die Lovestory fand ich toll eingebunden, nicht übertrieben, aber trotzdem emotional nahbar und voller Chemie. Was ich noch nie irgendwo anders gesehen habe und super gelöst fand: es gibt im Buch Spice, der ist aber in Form von zusätzlichen Seiten hinter einem QR-Code platziert und losgelöst genug sind, dass man es skippen kann, wenn man da keinen Bock drauf hat.
Das Ende hat mich gekillt. Wirklich. Das kann man doch nicht stehen lassen. Dieses Buch und vor allem das Ende hat mich in ein absolutes Gefühlschaos gestürzt
So cool
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Nichts schreit beeindruckender Dark Academia als eine magische Schule voller tödlicher Aufnahmeprüfungen und einem Mörder, der die Konkurrenz ausschaltet. Der Vibe ear ja einfach mal ultra genial.
Die Prüfungen sind vielfältig und die vier Magiegebiete ausgelegt. Die Settings, die dafür gewählt wurden, sind einfach richtig cool.
Eine Mischung aus düster unheimlich und elitär. Und auch außerhalb der Prüfungen scheint es Geheimnisse und Intrigen zu geben, sodass auch nie Nebenhandlung interessant und kurzweilig ist.
Sophies trockene Art, ihr schierer Überlebenswille und Freiheitsdrang machen sie zu einer coolen, umkomplizierten Protagonistin. Sie ist echt, direkt und unverblümt. Und bildet damit einen schönen Kontrast zu Alden. Der zwar auch ehrgeizig, aber auch eindeutig privilegiert ist.
Ich mochte aber auch die vielfältigen Nebenfiguren, die teilweise komplexer und nahbarer sind, als man zuerst vermutet. Freundschaft, Loyalität und Ehre spielen hier eine große Rolle.
Die Geschichte ist temporeich und mitreißend. Nicht nur die Prüfungen sind absolut nervenaufreibend, auch das Finale, auf das die Geschichte zusteuert ist absolut schockierend und packend.
möderische Familienzusammenkunft
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und mochte die ruhige, ausgeglichene Erzählstimme der Sprecherin, die für mein Empfinden gut zur Protagonistin Theo gepasst hat.
Die Spannung ist vor allem anfangs eher subtil, getrieben davon, dass Theo in Connors Familie nicht willkommen zu sein scheint und eigentlich auch nicht wirklich dazugehören will.
Es blitzt immer wieder durch, dass sie Connor braucht, er ihr gleichzeitig aber nicht egaler sein könnte. Sie ist einfach stets bemüht ihn zufrieden zu stellen.
Es scheint in der Familie viele Geheimnisse zu geben, aber auch Theo hütet einige und nicht zuletzt stellt ihre eigene Herkunft eine zentrale Frage in dieser Geschichte dar. Das erzeugt durchweg eine Atmosphäre des Misstrauen und unterschwelliger Feindseligkeit, die ist sehr gelungen fand. Vor allem weil auch innerhalb der Familie selbst nicht alles eitel Sonnenschein ist und unterschwellige Konflikte schwelen.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ja dann völlig und da war es mir dann auch etwas zu viel des Zufalls/Schicksals. Das wirkte dann doch recht an den Haaren herbeigezogen. Bis dahin wirklich gut, aber das war dann ein Schuss über das Ziel hinaus.
Insgesamt war das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen, sodass ich für einen Thriller übermäßig viele Emotionen durchlebt habe- von Mitleid für Theos Kindheit, über Entsetzen bezüglich des extravagant privilegierten Lebens von Connors Familie, bis zu schierer Wut über all die Lügen. Kann man machen, hat was.











