Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anjulia :
Ägyptens letzte Pharaonin
Kleopatra von Saara El-Arifi
Kleopatra von Saara El-Arifi beginnt mit der Thronbesteigung von Kleopatra VII. Thea Philopator nach dem Tode ihres Vaters und endet mit der Niederlage Ägyptens gegen den späteren Kaiser Augustus.
Dazwischen zeichnet die Autorin das vielschichtige Bild einer wirklich großen Frau und Herrscherin- Pharaonin, Ehefrau, Geliebte, Mutter, Heilerin, Mörderin, Strategin.
Die Gottkönigin wird intelligent und selbstbewusst dargestellt, allerdings in manchen Punkten nicht frei von Selbstzweifeln. Sie kämpft um ihr Land, ihre Macht und ihren Thron auch gegen ihre Geschwister, sowie für das Erbe ihres Sohnes. Zum Machterhalt trifft sie Entscheidungen, die eindeutig über moraly grey hinausgehen.
Ich fand Ägypten schon immer faszinierend und Kleopatras Leben bildet hiervon keine Ausnahme. Die Autorin schafft es mit ihrer Erzählweise Alexandria, den Nil und auch das alte Rom lebendig werden zu lassen. Die Geschichte wird von Kleopatra selbst erzählt, die alles bereits erlebt hat und immer wieder erzähltechnisch vorweggreift. Eine Darstellung, die ihr vielleicht gerechter wird als die Beurteilung durch männliche Rivalen und spätere Historiker?
Leider bleibt insgesamt unklar welche Ereignisse auf Fiktion beruhen und was geschichtlich verbürgt ist. Dies klärt die Autorin auch nicht auf ( Zitat: Einige Begebenheiten sind dagegen rein meiner Phantasie entsprungen – was nicht bedeutet, dass sie weniger wahr sind). Daneben hat das Buch auch einen phantastisch/mythischen Teil, der klar erkennbar ist.
Insgesamt hat mich der Roman, trotz ein paar kleinen Längen gegen Ende, sehr gut unterhalten. Wer eine historisch korrekte Darstellung sucht, könnte hier aber enttäuscht werden und sollte lieber zu einem Sachbuch greifen.
Killmarths tödliche Prüfungen
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Sophia De Winter ist aufgrund eines Blutbundes verpflichtet, für ihren Onkel, den Sammler, Aufträge auszuführen. Nur Killmarth, die Elite-Akademie für Magiebegabte, bietet einen Ausweg aus diesem Vertrag. Die junge Illusionistin beschließt, sich den tödlichen Aufgaben der Aufnahmeprüfung und den anschließenden Ordeals zu stellen.
Ihre Magie erscheint ihr zunächst zu schwach für die Herausforderungen. Doch wie weit kann Sophia dem attraktiven Botaniker Alden trauen, der sie zumindest für die erste Prüfung als Partnerin wählt?
Das Cover des Buches, welches Killmarth zeigt, ist in Gold und Schwarz gehalten und wirkt sehr edel. Der Farbschnitt zeigt die Symbole der Magiewirker und passt sehr gut zum Cover.
The Ordeals von Rachel Greenlaw ist eine starke, düstere Kombination aus Dark Academia und tödlichen Trials. Hinzu kommt eine mörderische Bedrohung von außen und eine angenehme, nicht toxische Liebesgeschichte. Die Protagonistin Sophia De Winter ist mutig und willensstark, hat aber auch Selbstzweifel, gerade im Hinblick auf die Stärke ihrer Magie. Der Romantasy-Anteil hat mir zugesagt, die Liebesgeschichte ist präsent, ohne die Handlung zu überlagern. Der Schreibstil ist spannend, und man darf einige Überraschungen erwarten. Auch das Setting der düsteren Akademie auf einer abgeschiedenen Gezeiteninsel, sowie die Prüfungen, die nicht jeder Teilnehmer überlebt, haben mir gut gefallen. Das Buch ist der Auftakt einer Dilogie. Aufgrund der letzten Kapitel bin ich gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickelt. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Für Lilo und Stitch-Fans
Disney Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch! - Erstlesebuch zum Lesenlernen von Sarah Dalitz; Anne Johannsen
Nachdem im letzten Sommer die Realverfilmung von Lilo und Stitch im Kino lief, kommt man am Merchandising zu dem knuffigen Alien kaum vorbei. Ravensburger greift dies mit dem Buch für Erstleser "Disney Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch!" perfekt auf. Die großflächigen bunten Illustrationen erinnern sehr an den ursprünglichen Disney-Zeichentrickfilm und sind ein ganz großes Highlight des Buches.
Ich persönlich mag Lilo und Stitch ja unheimlich gerne. Ansonsten findet man auf 44 Seiten Lese-, Rätsel,-und Ausmalspaß. In einer kurzen, aber spannenden Geschichte versuchen Lilo und Stich den Aliens Jumba und Pliiklii zu entkommen. Eine rasante Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf. Humor in den Bildern kommt nicht zu kurz. Der Text ist recht kurz und die Sätze sehr einfach gehalten. Ideal für Erstleser. Die Silbenmethode, welche ich in anderen Erstlesebüchern sehr hilfreich fand, wird allerdings nicht angewandt. Zwischendurch sorgen mehr oder weniger gelungene Worträtsel für Abwechslung.
Fazit: Ein schönes Buch für Erstleser, vor allem wenn sie Lilo und Stitch Fans sind.
Almas Rache
House of the Beast von Michelle Wong
Alma wird als uneheliches Kind von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ihren mächtigen Vater lernt sie erst kennen, als ihre Mutter schwer erkrankt. Um ihre Mutter zu retten tritt sie als Bastard des Hauses Avera in den Dienst der Schreckensbestie, dem düstersten der vier Götter. Verraten von ihrem Vater schwört sie bald Rache, unterstützt von einem göttlichen Wesen, das ihr als attraktiver Prinz erscheint.
House of the Beast von Michelle Wong ist düstere Fantasy rund um eine junge Protagonistin die Rache üben will und der ein zorniges Götterwesen zu Seite steht. Das Worldbuilding mit den vier verschiedenen Göttern, den dienenden Häusern und der Schattenebene hat mir recht gut gefallen. Inhaltlich wird viel gekämpft, auch recht blutig und brutal. Leider zieht sich die Geschichte stellenweise etwas in die Länge. Eine wirkliche Liebesgeschichte zwischen Alma und ihrem unsichtbaren Prinzen Aster entwickelt sich nicht. Alma erscheint mir vor allem einsam, weshalb sie sich von Aster, besitzergreifend, manipulativ und durchaus toxisch, angezogen fühlt. Unter der Prämisse Romantasy sollte man das Buch daher nicht lesen. Mir persönlich hat auch etwas die Verbindung zu den Charakteren gefehlt. Gerade Richtung Ende gibt es noch ein paar Twists, die für Überraschung sorgen.
Komplett hat mich das Buch leider nicht erreicht und in seinen Bann gezogen. Daher durchschnittliche 3 Sterne.
Moralische Abgründe - fatale Manipulation
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Felix hat für seinen besten Freund Ben und für Laura, eine Kommilitonin, zu der er sich hingezogen fühlt, eine Party in einer alten Jagdhütte geplant. Doch nicht nur, dass beide weitere ungebetene Gäste mitbringen, auch der Tod kündigt sich an. Bis Mitternacht soll die Gruppe entscheiden, wer von ihnen als Einziger überleben darf.
Mit Titel und Cover des Buches Ruf der Leere von Daniel Alvarenga konnte ich gar nicht so viel anfangen. Der Klappentext liest sich aber interessant. Neben der Handlung in der einsamen Waldhütte springt das Buch immer wieder in die Vergangenheit. Dadurch glaubt man die Situation besser zu verstehen, wird aber auch mit komplexer Manipulation überrascht. Die Figuren des Romans wirken alle irgendwie problembelastet, insbesondere im Umgang miteinander. Der Schreibstil und der Inhalt des Buches waren fesselnd. Um es dem Genre Thriller zuzuordnen fehlte mir etwas die Spannung. Auch ethische Diskussionsansätze sind vorhanden, werden aber nicht ganz ausgeschöpft. Die letzten Kapitel sind leider etwas wirr, Fragen bleiben offen.
Fazit: Ein Buch mit packender Wirkung, das insgesamt aber meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat und trotzdem irgendwie nachhalt.
Huhu ist mutig
Huhu und Momo - Für dich trau ich mich! von Smriti Halls
Während andere Eulen nachts hinaus fliegen, bleibt Huhu in ihrem gemütlichen Baumnest. Das ist zwar etwas einsam, aber bald lernt sie Mäuserich Momo kennen. Eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt sich. Allerdings traut sich Huhu nicht ins Freie. Erst als eines Abends Momo nicht erscheint, muss Huhu ihren ganzen Mut zusammennehmen und sich nach draußen wagen.
Huhu und Momo – Für dich trau ich mich! von Smriti Halls und Lucy Fleming ist eine bezaubernd gezeichnete Geschichte über Freundschaft und Mut. Ich mag den Zeichenstil der Illustratorin Lucy Fleming sowieso sehr gerne. Maus Momo und Eule Huhu hat sie hier sehr niedlich getroffen. Man spürt die Behaglichkeit in Huhus Zuhause. Auch im herbstlichen Wald gibt es viel zu entdecken. Die Geschichte selbst eignet sich sehr gut fürs Kindergartenalter. Auf eine kurze bedrohliche Situation folgt ein Happy-End. Der Text ist eher kurz und in Reimform gehalten. Das große Thema des Buches ist die Überwindung von Angst, um einem Freund in Not zu helfen.
Fazit: Ein sehr schönes Bilderbuch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Hazels Nein und seine Folgen
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Die achtzehnjährige Hazel ist mit ihrer Familie in die Kleinstadt Riverburg, Maine, gezogen. Am ersten Schultag im letzten Jahr der neuen High School wird sie vom Direktor ihrer Schule dazu aufgefordert eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen. Doch Hazel hat den Mut Nein zu sagen. Ein Nein, das für sie und ihre Familie noch weitere Auswirkungen hat.
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross ist ein sehr amerikanischer Roman über das Thema "#MeToo", also sexueller Nötigung und Machtmissbrauch. Das Buch greift daneben viele weitere Thematiken auf, wie zum Beispiel die Midlife-Crisis der Eltern, das kostspielige Collage-System, den Kontrast zwischen New York City und Provinz, ohne das eigentlichen Thema aus den Augen zu verlieren. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Autorin hier vielleicht zu viel unterbringen will. Interessant ist, dass gerade bis zur Mitte und am Ende, die Geschichte nicht nur aus Hazels Blickwinkel erzählt wird, sondern auch aus dem ihrer Familienmitglieder. Gerade Hazels Entwicklung, die zunächst in ein mentales Tief fällt, dann aber zu sich zurück findet und für sich kämpft, hat mir gut gefallen. Sprachlich liest sich das Buch leicht, wenn auch oft eine gewisse Anspannung zu spüren ist.
Fazit: Lesenswertes Familien -Gesellschaftsportrait mit wichtigem Thema.
Schatzsuche in Atlantis
Animox Origins 1. Der verlorene Schatz der Delfine von Aimée Carter
Für mich ist die Animox-Reihe noch neu und "Der verlorene Schatz der Delfine" konnte mich auf jeden Fall begeistern.
Jam Fluke könnte der Erbe des Unterwasserreichs sein. Allerdings nur, wenn seine Tierform ein Delfin, und kein Hai, wie bei seinen sieben älteren Schwestern, ist. Vor allem seitens des Vaters lastet damit ein ziemlich hoher Erwartungsdruck auf ihm.
Als seine Schwestern zur Suche des Schatzes des Piraten Redfin aufbrechen, soll Jam zurückbleiben, da er noch nicht animagiert ist. Doch mit Neugier und Intelligenz macht er sich selbst auf die Suche.
Das Cover des Buches finde ich sehr schön gestaltet. In Blau- und Lilatönen zeigt es einen Delfin, der kristallförmig wirkt.
Animox Origins 1. Der verlorene Schatz der Delfine von Aimée Carter ist ein Prequel zur Animox-Reihe, lässt sich aber wunderbar ohne Vorkenntnisse dieser lesen. Mich hat die magische Unterwasserwelt mit ihren Bewohnern direkt in ihrem Bann gezogen. Jam Fluke wirkt auf mich zunächst zurückhaltend, tatsächlich auch unglücklich mit seiner Familiensituation. Schnell bemerkt man aber auch seinen Mut, seine Freundlichkeit und Intelligenz. Er schließt eine ungewöhnliche Freundschaft und auch seine Beziehung zu zumindest zwei seiner Schwestern verbessert sich im Verlauf der Geschichte. Die Schatzsuche ist spannend gestaltet. Langeweile kommt hier nicht auf. Eine Leseempfehlung für Kinder ab ca.9 die abenteuerliche Geschichten über Gestaltwandler mögen.
Selbstmord, Unfall oder Mord?
Der unsichtbare Elefant von Max A. Edelmann
Anwalt Thomas Siebenmorgen begeht Selbstmord am Arbeitsplatz, indem er aus einer oberen Etage in den Tod stürzt. Arbeitskollegin Maria, die den Sturz mitansehen musste, und Notfallseelsorger Viktor, ein alter Grundschulfreund, versuchen die Hintergründe von Thomas Tod zu erfahren. Seitens der Anwaltskanzlei wird der junge aufstrebende Jurist Simon mit weiteren Ermittlungen beauftragt.
Der unsichtbare Elefant von Max A. Edelmann sollte nicht in der Erwartung eines Krimis oder Thrillers gelesen werden, sondern ist eher ein psychologischer Gesellschaftsroman. Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Szenarien wechseln zwischen renommierter Anwaltskanzlei, in der Siebenmorgen als kleiner Fisch zwischen Haien fast untergeht und seinem gutbürgerlichen, eher distanzierten, spießigen Elternhaus. Zunächst fand ich sehr interessant welche Beweggründe Thomas wohl hatte. Auch in die Charaktere von Maria, Viktor und Simon erhält man tieferen Einblick. Gerade der zweiten Hälfte, die sich generationenübergreifenden Traumata widmet, fehlt irgendwie die Spannung. Ganz überzeugt hat mich die finale Auflösung jedenfalls nicht. Daher 3 von 5 Sternen.
Gardo in der Nachsaison
Alle weg von Stefan Maiwald
Journalist und Autor Stefan Maiwald lebt mit seiner Familie dort, wo andere Urlaub machen, in Gardo an der italienischen Adriaküste. In seinem Buch "Alle weg" beleuchtet er die Ruhe der Nachsaison zwischen Oktober und April, in der die Touristenströme weniger werden und auch Pino, der Wirt seiner Lieblingsbar, nochmal für ihn Zeit hat.
Zwischen allerlei Anekdoten über seine Erlebnisse in der kühleren Jahreszeit und die Einwohner von Gardo, erzählt der Autor auch viel Persönliches von sich und seiner Familie. Sein großes Ziel für diese Nebensaison ist es beispielsweise, seine Frau im Tennis zu schlagen. Humorvoll geht er auf seine und die Eigenheiten seiner Familie und Bekannten ein. Auch gutes Essen, hier vor allem um die Weihnachtszeit, ist wieder Thema. Dabei behält Stefan Maiwald einen angenehmen, leichten, charmanten Schreibstil bei. Fast fühlt man sich beim Lesen wie ein Gast in seiner Lieblingsbar, dem Pino, die oft erwähnt wird. Einen roten Faden hat das Buch durch die Unterteilung in Kapitel, welche die einzelnen Monate abarbeiten. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass sich der Autor inhaltlich zu sehr in seinen kleinen Geschichten abschweift. Mir fehlt manchmal der direkte Bezug zur Nebensaison. Auch Spannung darf man nicht erwarten. "Alle weg" von Stefan Maiwald ist ein warmherziges, ruhiges Buch, das Italien näherbringt, mit interessanten, aber auch alltäglichen Geschichten. Eine Empfehlung für alle, die die Hauptsaison nicht mehr abwarten können.











