Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Spannender Auftakt einer Trilogie
Trauma - Kein Entkommen von Christoph Wortberg
In einem Baggersee in Feldkirchen-West nahe München wird eine Leiche gefunden. August Hirschberger ist scheinbar ertrunken.
Kurze Zeit später findet ein Spaziergänger in einem kleinen Waldstück einen wie weggeworfenen Kühlschrank. Auch hier wird ein Toter gefunden, im Kühlschrank eingeschlossen, ist Robert Fellner erstickt.
Nachdem die beiden Männer identifiziert sind, stellen sich schnell Parallelen ein. Beide waren traumatisiert, bei Beiden weist die Auffindesituation auf dieses traumatische Erlebnis hin. Rechtsmedizin als auch der Psychoanalytiker gehen von Suizid aus. Nicht so Katja Sund und ihr Kollege Rudi Dorfmüller. Sie stellen weitere Ermittlungen an, die sie zu Vorkommnissen bei der Bundesmarine bringen. Dann werden diese Fälle von oberster Stelle als Suizid geschlossen. Aber Katja Sand lässt nicht locker…
Mich hat dieses Thrillerdebüt ab der ersten Seite gefangen. Aufgeteilt in drei Teile „Wasser“, „Eis“ und „Feuer“ lerne ich zu Beginn jeden neuen Abschnitts ein 3-jähriges namenloses Kind näher kennen. Klar kann ich mir vorstellen, dass dies ihr Trauma, das es in seinem Zuhause erlebt, später einmal nicht so leicht aufarbeiten kann. Ich frage mich, wer das Kind und wie wird es mir als Erwachsener begegnen?
Dann lerne ich Katja Sund kennen. Alleinerziehend mit einer 15-jährigen Tochter, die sie meint gerade noch mehr als sonst beschützen zu müssen.
Die Ermittler und ihr Umfeld näher zu betrachten, finde ich normalerweise sehr gut. Hier war mir der ganze persönliche Kram jedoch etwas zu viel. Vielleicht wurde hier alles auch nur so ausgebreitet, damit es in Teil 2 und 3 der Serie mehr um den Fall gehen kann. Welches „Geheimnis“ Katja mit sich herum trägt, weiß ich immer noch nicht. Leider macht sie ihr „mit dem Kopf durch die Wand“, ihre Unnahbarkeit und ihre Widersprüchlichkeit für mich nicht sonderlich sympathisch. Genau wie ihre Mutter, die ich auch nicht mag.
Ihren Kollege Rudi Dorfmüller dagegen mag ich sofort. Der bildet im Gegensatz zu Katja den Ruhepol, den mehr Bedachten, was der Geschichte sehr gut tut.
Die vielen Fragen, die sich hier schon zu Beginn der Geschichte stellen, bringen die Spannung schnell auf ein hohes Niveau. Ich habe mitgefiebert, mir meine Gedanken gemacht und doch hat mich der Schluss überrascht.
Zwei spannende Todesfälle mit undurchsichtigen Geheimnissen, eine nicht so sympathische Ermittlerin und ein interessanter Hinweis auf den nächsten Fall von Katja Sand. Den werde ich mir nicht entgehen lassen.
Eine emotionale und interessante Familiengeschichte
Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid von Schröder Alena
Berlin 2017:
Die 27-jährige Dauerstudentin Hannah Borowski schreibt an ihrer Doktorarbeit und kann die Frage nach dem Stand der Dinge von ihrer 92-jährigen Großmutter Evelyn, die sie einmal in der Woche in ihrer Seniorenresidenz besucht, schon nicht mehr hören. Bei einem dieser Besuche entdeckt Hannah einen Brief an ihre Großmutter aus Israel, der sie als Erbin des Kunsthändlers Itzig Goldmann ausweist.
Evelyn beantwortet keine der Fragen, die Hannah nun hat. Aber Hannah ist neugierig geworden und begibt zusammen mit Jörg Sudmann auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie und nach dem Erbe ihrer Oma.
Rostock 1924:
Die 18-jährige Senta Köhler wird ungewollt schwanger. Sie heiratet den hochdekorierten Fliegerhelden aus dem Ersten Weltkrieg und bringt die kleine Evelyn zu Welt. Nach 2 Jahren, in denen sich Senta mit Hausarbeit und Mutterleben nicht anfreunden kann, will sie ihren Mann Ulrich verlassen. Der stimmt einer Scheidung zu unter der Voraussetzung, dass Hannah ohne die kleine Evelyn geht. Für die sorgt ab jetzt Ulrichs Schwester Trude. Senta geht nach Berlin zu ihrer Freundin Lotte und beginnt ein selbstbestimmtes Leben.
Mir hat diese Familiengeschichte, die sich über 4 Generationen und fast 100 Jahre erstreckt, sehr gut gefallen. Mit ihrem einnehmenden, berührenden und bildhaften Erzählstil hat mich Alena Schröder schnell in die Geschichte hinein gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Wobei mir die Erzählungen aus der Vergangenheit um einiges besser gefallen haben, als die Geschichte von Hannah in der Jetztzeit. Das Kennenlernen und die Umstände ihres Lebens von Urgroßmutter Senta, Großmutter Evelyn, Hannahs Mutter Silvia, von der ich gerne noch mehr gewusst hätte, fand ich einfach interessanter. Ich finde den Bogen von der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, wo die Judenverfolgung einen großen Stellenwert hat, sehr gut geschlagen und für mich richtig spannend. Auch emotional konnte ich hier besser mitgehen, als in der Zeit um Hannahs Geschichte.
Die Menschen, denen ich hier begegne, hat die Autorin mit vielen Facetten ausgestattet. Manche mit dem gewissen Etwas, die mich in ihren Bann ziehen und die mir von Anfang an sympathisch sind, wie Marietta mit ihrer Detektei und ihrer Riesentasche, Lotte und ihr Mann oder die Familie Goldmann. Andere, wie der arrogante Professor Sonthausen oder der aufdringliche Jörg Sudmann, teilweise auch Trude haben meine Sympathien nicht bekommen.
Mit „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat Alena Schröder ein abwechslungsreiches und bewegendes Debüt geschrieben. Mich haben hier vor allem die Frauen und ihr Leben fasziniert. Eine unerforschte jüdische Familiengeschichte und ein unverhofftes Kunsterbe – der Stoff, der mich sehr gut unterhalten hat.
4,5 von 5 Sternen
Auch der 8. Fall – einfach klasse
Wenn Wattwürmer weinen von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert
In Neuharlingersiel geht ein „Serienmörder“ um. Als erstes erwischt es den Marketingmanager Ulfert Johannsen, den Henner Steffens in einem Übernachtungsstrandkorb sitzend, tot dort findet. Dann stürzt Rosas neuer Freund Holger Hoffmeister mit seinem Rennrad vor einen Traktor. Und auch der auf See bestattete Ewald Wulff hatte wohl vor seinem Tod vergifteten Rotwein getrunken.
Was haben die drei Männer miteinander zu tun?
Werden Polizist Rudolf Hieronymus Bakker und seine Freunde Henner Steffens und Rosa Moll dem Morden ein Ende setzen und den Mörder überführen können? Klaus Kröver von der Spurensicherung jedenfalls hat auch diesmal jede Menge zu tun.
Für mich ist dieser 8. Besuch in Neuharlingersiel wie der Besuch bei guten Freunden. Ich kenne Rudi, Henner und Rosa nun schon so lange, dass mir die Drei und ihr Umfeld richtig ans Herz gewachsen sind.
Da auch dieser Band, wie alle anderen der Reihe in sich abgeschlossen ist, kann man hier ruhig in die Serie einsteigen. Aber es macht mir z.B. viel mehr Spaß, die Protagonisten von Beginn an zu begleiten und sie immer nähe kennenzulernen. Für Neueinsteiger haben die Autorinnen am Ende der Geschichte das „Stammpersonal“ zusammengestellt. Hier kann man nachschlagen, wenn man die Vorgängerbände noch nicht kennt.
Die Ermittlungen zu dem Fall, mit dem ich es hier zu tun bekomme, beginnen an einem Samstag und enden am Sonntag der darauf folgenden Woche. Nach Wochentagen unterteilt kann ich hier ab und zu mal eine Lesepause einlegen. Habe ich aber nicht gemacht, weil die Spurensuche und das ganze Drumherum einfach zu spannend und unterhaltsam ist.
Auch in diesem Fall geht es nicht nur um den aktuellen Fall. Die Autorinnen greifen auch das Thema „Ausverkauf der Heimat“ mit dem immer mehr werdenden Tourismus, der auf der einen Seite Geld bringt, auf der anderen Seite der Wohnraum für die Einheimischen immer weniger wird, auf. Ich erfahre einiges Wissenswertes über Bienen und über Rattengift. Und ich weiß nun was ein deutsches Sprichwort bedeutet bzw. wo es herkommt.
Mudder Steffens ist ja für ihre Kochkünste bekannt. Die Rezepte ihrer Gerichte und die Smoothies von Rosa, die in der Geschichte erwähnt werden, werden auf den letzten Seiten zum Nachkochen zur Verfügung gestellt.
Auch dieser Fall war irgendwann gelöst (leider) und es heißt Abschied nehmen. Bis zum nächsten Mal. Denn dann bin ich auf alle Fälle wieder mit dabei.
Wer Krimis ohne viel Blutvergießen, mit einer richtig guten Geschichte, mit einem Schuss Humor und dem Blick auf die wundervolle Gegend rund um Neuharlingersiel mag, der ist hier genau richtig. Ich kann die Krimis von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert, bei denen ich immer mit rätseln und mit ermitteln kann, nur empfehlen.
Eine sehr gute Alternative zu den vielen Reiseführern
Hamburg. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen von Gühmann Sylvie
Hamburg ist neben meiner Heimatstadt München eine meiner liebsten Städte in Deutschland. Daher musste ich unbedingt den neuen „Stadtführer“ von Sylvie Gühmann haben.
Die Reihe „Unterwegs mit Deinem Lieblingsmenschen“ aus dem emons-Verlag ist kein gewöhnlicher Stadtführer. Hier finde ich Vieles, was nicht so bekannt und trotzdem besuchens-, erlebens- und erwähnenswert ist.
In sechs Kapitel unterteilt findet sich für jeden Geschmack etwas:
Gemeinsam aktiv sein
Arm in Arm die Stadt erkunden
Miteinander entspannen
Zusammen aktiv werden
Köstlichkeiten teilen
Seite an Seite Kultur erleben
Wenn man sich an den allseits bekannten Sehenswürdigkeiten satt gesehen hat, bieten sich hier über 100 Aktivität an. Hier bekommt man so viele neue Anregungen, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und zu zweit macht so eine Stadtbesichtigung noch viel mehr Spaß als allein durch Hamburg zu streifen.
Sehr gut finde ich, dass bei jedem Vorschlag die genaue Adresse und die Haltestelle des ÖPNV angegeben ist. Alle Ziele sind mit bunten Bildern versehen. Dadurch bekomme ich schon einen ersten Eindruck, was mich und meinen Lieblingsmenschen erwartet. Bei einigen Vorschlägen ist auch eine Internetseite angegeben, wo ich noch mehr Informationen, wie Öffnungszeiten und Preise, bekomme.
Das einzige, was mir ein bisserl fehlt, ist ein Stadtplan auf dem die Aktivitäten verzeichnet sind. Aber durch die genauen Anschriften sind sie auch so für Touristen gut zu finden.
Zeit, die man gemeinsam verbringt, vergisst man nicht so schnell. Dazu der passende Stadtführer und schon kann´s los gehen. Ich freue mich heute schon auf meinen nächsten Besuch bei meiner Freundin in Hamburg. „Unterwegs mit meinem Lieblingsmenschen“ ist dann auf alle Fälle mit im Gepäck.
Au Backe
Der kleine Räuber Rapido 3. Der schlimme Zahn von Nina Rosa Weger
Der ruchlose, rabaukige Räuberhauptmann Rigoros hat sich mit einem verbrannten Brötchen ein Stück Zahn heraus gebissen und nun schrecklich fiese Zahnschmerzen. Sein Sohn Rapido, dessen bester Freund Waschbär Störenfried und Räubermädchen Zap-Zerap versuchen alles um den Räuberhauptmann von seinem Zahnstück zu befreien.
Was sie dabei alles erleben, müsst ihr selbst lesen.
Dieser 3. Band über den kleinen Räuberjungen Rapido, der so ganz anders ist als die anderen Räuber, war für meinen Enkel und mich das erste Buch, das wir gemeinsam gelesen haben. Wir haben viel gelacht über die witzigen Sprüche, die Nina Weger den Räubern in den Mund legt. Der leichte, lebendige Erzählstil lässt sich wunderbar lesen, die Sprache ist altersgemäß und kindgerecht gewählt, so dass man der Geschichte gut folgen kann.
Rapido ist ein kleiner, so liebenswerter Räuberjunge, dass man ihn einfach mögen muss. Er tut sich schwer, ein richtiger Räuberjunge zu werden. Warum das so ist, erfährt man in diesem Buch ganz zum Schluss. Wir haben die Abenteuer, in die er durch die Suche nach einem Ausweg aus den Zahnschmerzen seines Papas erlebt, richtig genossen. Kleine Alltagsweisheiten werden durch ihn gut an den kleinen Leser gebracht.
Die wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen von Anna-Lena Kühler, auf denen man immer wieder Neues entdeckt, lockern die Geschichte auf und veranschaulichen das Gelesene auf wunderbare Weise. Man kann sich allein bei den Bildern eine ganze Zeit lang aufhalten.
Die 16 Kapitel haben eine ansprechende Länge, die einzeln auch gut mal zwischendurch gelesen werden können.
Zum Schluss gibt es noch Räuber-Rezepte, die wir natürlich auch mal ausprobieren werden.
Eine spannende, kindgerechte Räubergeschichte mit einem kleinen Räuberjungen, der die Kinderherzen höher schlagen lässt und der so manches Abenteuer erlebt. Da macht sogar einer Oma das Vorlesen richtig Spaß.
"Nix Sylt, Hohwacht"
Krabben-Connection von Patricia Brandt
Kommissar und Tierpräparator Oke Oltmanns macht sich Gedanken um seine Zukunft. In der Polizeistelle des kleinen Fischerortes Hohwacht zwischen Kiel und der Insel Fehmarn an der Ostsee mit seinen 804 Einwohnern passiert einfach zu wenig. Seine Dienststelle soll geschlossen werden. Im Sommer mal ein Badeunfall und das war´s.
Das ändert sich, als Xaver Kohlgruber aus München, der bei einem Treffen mit dem Bürgermeister das neue Bauprojekt am Strand besprechen will, aus seinem Hotelzimmer verschwindet, der Teppich in seinem Zimmer voller Blut. Außerdem sorgt Carmen Bachmann, die mit Mann Martin und den beiden Kindern Carla, 8, und Cedric, 5, eine Woche Urlaub an der Ostsee macht, für ordentlich Wirbel bei der Polizei.
Patricia Brandt nimmt mich bei ihrem Krimi-Debüt mit in eine wunderschön beschrieben Landschaft an der Ostsee. Ich kann mir die Dünen, die kleinen Badehäuser, den wogenden Strandhafer, das Meer mit seinen Schaumkronen und das kleine Fischerhus bildlich sehr gut vorstellen. Allerdings auch die Spinnen an der Wand, den Schmutz im Badezimmer und den Katzentisch in Malgorzata Riekens "Zimmervermietung und Meer", einer Pension, die bestimmt schon bessere Zeiten erlebt hat.
Genau so habe ich die meisten Menschen schnell im Kopf, denen ich hier begegne. Bei Oke Oltmanns Beschreibung habe ich sofort an den verstorbenen Pferdeflüsterer Tamme Hanken denken müssen. Sie alle haben ihre liebenswerten Eigenschaften und vor allem den Wunsch ihre Heimat, so wie sie ist, zu erhalten. Da greifen sie auch schon mal in die Trickkiste.
Ich mag es sehr, wenn es in einem Krimi nicht gar so blutig zugeht. Da hat die Autorin meinen Geschmack absolut getroffen. Dies ist kein blutrünstiger Krimi, bei dem ich nachts schlechte Träume habe. Obwohl, wenn ich an die eine Dame mit dem grünen Tuch denke... Warum mir die nicht gefallen hat? Das müsst ihr selbst lesen.
Der bayerische Dialekt vom Kohlgruber, aber viel mehr noch der norddeutsche der Bewohner von Hohwacht, geben dem Krimi die Regionalität. Man braucht aber auch als Süddeutscher keine Angst haben, irgendetwas nicht zu verstehen. Hier erklären sich die Worte und Begriffe entweder von selbst, oder der nächste Satz erklärt sie im Zusammenhang.
Der Kriminalfall mit dem Mord hätte für mich etwas spannender sein können, und die Geschichte verzettelt sich hier und da. Dass ich schon recht früh wusste, in welcher Ecke ich nach dem Mörder suchen muss, hat mich nicht gestört. Der Weg zu seiner Festnahme war auch mit einer Prise Humor gepflastert, der mir sehr gut gefallen hat.
Durch diesen interessanter Krimi in einer wunderschönen Landschaft mit vielen sympathischen Menschen hatte ich einige humorvolle Lesestunden. Mich würde es freuen, wenn Oke Oltmanns bald wieder einen neuen Fall zu bearbeiten hat und er mir mit seiner Dienststelle noch lange erhalten bleibt.
4,5 von 5 Sternen
Sehr ansprechende (Vor)lesegeschichten
Lotte und die Freitags-Oma von Zedelius Miriam
Freitag ist Oma Tag. Da holt Oma die kleine Lotte vom Kindergarten ab und sie erleben allerhand zusammen. Sie gehen zum Wochenmarkt, hören einem Gitarrenspieler zu, Lotte darf bei Oma übernachten, sie fährt mit Papa und Oma Boot. Sie lernt, dass man für Flaschen Pfand bekommt, für andere nicht und wie man sie entsorgt.
Sie gehen in den Zoo und auf den Rummelplatz. Auch hat Lotte mal Husten und Schnupfen. Wir lernen Dackel Dieter kennen und gehen mit Lotte und ihrer Oma mit der Laterne.
Als erstes fällt das wunderschön und farbenfroh gestaltete Cover mit den beiden Hauptpersonen Lotte und ihre Oma ins Auge. In 18 kleinen Alltagsgeschichten lernen wir die Beiden näher kennen. Die Geschichten haben eine für Kinder ansprechende Länge und können auch sehr gut als Gute-Nacht-Geschichte gelesen werden. Kleine Zeichnungen, bei denen sich die Autorin nur an die Farben rot und grün hält, lockern die Geschichten auf und illustrieren das Geschehen.
Ich würde dieses Buch aber nicht nur für Kinder ab 3 Jahren empfehlen. Durch die große Schrift können sich auch Erstleser daran versuchen und lesen üben. Die Geschichten werden sicher auch ihnen gefallen.
Alles in allem ein wunderschön gestaltetes Buch mit Alltagssituationen, in denen sich die Kinder wiederfinden können.
Dies ist für mich kein Thriller
Perfect Secret – Hier ist Dein Geheimnis sicher von Megan Miranda
Beworben durch die Bezeichnung "Spiegel Bestseller Autorin" und eine Aussage von Reese Witherspoon, die Spannung bis zur letzten Seite gefunden hat, habe ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Den Klappentext finde ich sehr ansprechend und das Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut.
Da ich bisher kein Buch von Megan Miranda gelesen habe, war es für mich eine gute Gelegenheit, die Autorin kennenzulernen. Aber nach diesem Buch wird es das einzige bleiben, das ich von ihr gelesen habe.
Doch worum geht es:
Avery Greer arbeitet für Grant Loman-Immobilien in Littleport, Maine, USA. Ihre beste und wie es scheint einzige Freundin ist Sadie Loman, die Tochter des Immobilienmoguls. Zu der Plus-One-Party zum Ende eines jeden Sommerurlaubes in 2017 taucht Sadie nicht auf. Sie wird später tot an den Klippen gefunden. Selbstmord? Das schließt Avery aus und macht sich auf die Suche nach Hinweise. Dabei stößt sie immer wieder auf Fakten, die sie selbst belasten. Wer will ihr hier etwas in die Schuhe schieben?
Ich lerne Avery im Sommer 2017 bei den Vorbereitungen zu dieser alljährlich stattfindenden Plus-One-Party kennen. Alles dreht sich um ihre Arbeit, kurz werden die anderen Familienmitglieder der Familie Loman erwähnt. So lerne ich neben Averys bester Freundin Sadie deren Bruder Parker Loman, dessen Freundin Luciana Suarez und einen gemeinsamen Freund Connor Harlow kennen. Dazu Grant und Bee Loman, Sadies Eltern. Dazu jede Menge Menschen, die aber für den Fortgang der Geschichte absolut unwichtig sind und zum Teil auch namentlich gar nicht benannt werden.
Die Geschichte wird von Avery in der Ich-Form erzählt und so erlebe ich die Welt von Littleport und den Lomans mit ihren Augen. Ihre Gedanken wechseln von 2017 zu 2018 und zurück bis die Geschichte in 2019 endet.
Der Schreib- bzw. Erzählstil lässt sich angenehm lesen und ich bin schnell auf dieser One-Plus-Party angekommen, erlebe ca. 4 Stunden mit viel Action und Vorkommnissen. Aber dann zieht es sich endlos, außer dem Tod von Sadie passiert fast nichts. Nach den ganzen Beschreibungen ihrer Arbeit, könnte ich jetzt Averys Job problemlos übernehmen.
Was ich bis auf die letzten 50 Seiten vermisst habe, ist Spannung, etwas, was mich gefangen nimmt, etwas, auf das ich hin fiebern kann. Ganz unterschwellig habe ich mich schon immer wieder gefragt, wo mich das ganze hin führt. Gefühlt jeder hier scheint ein Geheimnis zu haben. Aber als spannend habe ich das absolut nicht empfunden.
Fazit:
Ich hatte auf einen spannenden Thriller gehofft. Bekommen habe ich einen langatmigen Roman mit einem Ende, das gebe ich zu, damit habe ich so nicht gerechnet.
Hat mich positiv überrascht
Happy Life Diät von Shermine Shahrivar
Seit Shermine Shahrivar Anfang der 2000 Jahre als Model und Schönheitskönigin immer mal wieder in den Gazetten auftauchte, habe ich ihren Lebensweg ein bisserl verfolgt und war sehr neugierig auf ihren „Ratgeber“. Und ich bin überrascht, wie gut sie mir ihre Lebensweise mit den 6 Säulen nahe bringt.
Ohne erhobenen Zeigefinger. Einfach als kleine Lebenshilfe, zum ausprobieren. Denn zu uns selbst müssen wir auch selbst finden.
„Ohne gesunde Seele gibt es kein gesundes Körperbewusstsein.“
Shermine Shahrivar erzählt von sich selbst in einer sehr offenen persönlichen Art, wie sie zu der jetzt 37-jährigen Frau wurde, die sie jetzt ist und die sie liebt. Ich erfahre von ihren Höhen und Tiefen, von ihrer Einsamkeit und ihren Fehlern, die sie während ihrer Zeit als Model gemacht hat. Ich finde es bewundernswert, wie sie Probleme erkennt und sich damit auseinander setzt.
Sehr gut gefällt mir auch, dass sie mich immer wieder direkt anspricht. Durch dieses „du“ schafft sie Nähe zum Leser. Da ihrer Probleme in irgendeiner Form teilweise auch zu mir gehören, scheint sie dieses Buch auch für mich geschrieben zu haben. Ihre sechs Säulen könnten auch die meinen werden. Sich mit Beziehungen in jeglicher Form auseinander zu setzen, sich mit Spiritualität zu beschäftigen, sich der eigenen Sexualität zu widmen, seine Ernährung zu hinterfragen und evtl. umzustellen, sich der eigenen Schönheit zu widmen und Sport zu treiben – das alles zusammen führt letztendlich zu einem selbst und zu einer glücklichen Beziehung mit sich selbst. Gut ist, dass sie nicht zu viele spezielle Tipps gibt. So muss ich mich hinsetzen und schauen, was genau zu mir passt, wie ich selbst mit einem Thema umgehen will.
Mir hat dieses Buch gut gefallen. Ihre Geschichte macht Mut, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen und heraus zu finden, ob und wie man sein Leben ändern oder verbessern will. Vieles ist nicht neu. Aber Shermine Shahrivar hat es verstanden, mir ihre Themen noch mal auf andere Weise nahe zu bringen. Sie hat mich mit ihrem Buch positiv überrascht.
Eine wunderschöne Geschichte
Jedes Jahr im Juni von Lia Louis
Emmie Blue hat vor einigen Jahren einen Wunsch-Luftballon mit einer Karte mit ihrer Anschrift in England fliegen lassen. Den Freund, den sie sich sehnsüchtig gewünscht hat, findet sie in Lucas Moreau, dem Jungen, der ihren Ballon in Frankreich am Strand bei Boulogne-sur-Mer findet. Jahrelang treffen sie sich am Tag ihres gemeinsamen Geburtstages.
Jahrelang hofft Emmie, dass Lucas die gleichen Gefühle für sie hegt, die sie ihm entgegenbringt. Liebe. Doch dann, an dem Abend, ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag, als Emmie auf die Frage aller Fragen hofft, geschieht das für sie Unvorstellbare.
Emmie Blue ist eine so herzerwärmende junge Frau, die in ihrem Leben schon einiges mitgemacht hat. Ab der ersten Seite hat sie sich langsam immer mehr in mein Herz geschmuggelt. Ich mag ihre liebenswerte Art, wie sie mit Menschen umgeht, wie sie auch Fehler zugeben und wie sie sich freuen kann, auch über Kleinigkeiten. Genau so gern mag ich auch Lucas. Egal, ob er sich für eine Andere entschieden hat, ist er für Emmie da, wenn sie ihn braucht. Genau so wie umgekehrt auch.
„Jedes Jahr im Juni“ ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Für mich ist sie sehr viel mehr. Ich darf tief in die Geschichte zweier junger Menschen eintauchen, die meine Kinder sein könnten. Wobei ich froh bin, dass sie es nicht sind, die diese Wirren und Verwirrungen treffen. Die Geschichte nimmt mich mit auf eine Berg- und Talfahrt durch die Gefühlswelt. Ich treffe auf Begeisterung, Unsicherheit, Angst, Verliebtheit, Melancholie, Freundschaft, eine Überraschung, Enttäuschung, Traurigkeit, Dankbarkeit, Trauer und Liebe. Ich kann in dieser Geschichte mit Emmie, die hier ihre Geschichte erzählt, lachen und weinen und ich finde es toll, wie selbstlos sie sich um ihre kranke Vermieterin Louise kümmert. Es gibt verschiedene Stellen, wo bei mir Tränchen geflossen sind.
Lia Louise hat einen sehr mitreißenden, emotionalen Erzählstil, der es mir schwer gemacht hat, das Buch auch mal zur Seite zu legen. Die Seiten fliegen nur so dahin, weil es immer wieder etwas Neues gibt, sich immer wieder etwas ändert, was ich nicht verpassen will. Da sie sehr viel in Dialogen schreibt, fühle ich mich noch mehr in der Geschichte zuhause.
Die Menschen, die ich hier kennenlerne, sind fast alle sehr sympathisch, menschlich und zugewandt. Durch eine sehr genaue Beschreibung der Charaktere kann ich sie mir bald gut vorstellen. Eine weitere Person, die ich sehr lieb gewonnen habe und die eine erstaunliche Wandlung durchmacht ist liot, Lucas´ Bruder. Warum? Das werdet ihr beim Lesen schnell heraus finden.
Eine wunderbar warmherzige, geistreiche und einfach bezaubernde Geschichte mit liebenswerten Menschen und einer teils atemberaubenden Landschaft. Absolut Lesenswert!











