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Rezensionen von gaby2707:

Spannende Unterhaltung vom Feinsten

Die Frau vom Strand von Petra Johann

Zusammen mit ihrer Frau Lucy Hagen und ihrer 5 Monate alten Tochter Greta lebt Rebecca Friedrichsen in Rerik, einem ehemaligen Fischerdorf an der Ostsee, das heute im Sommer von Touristen überflutet wird. Bei einem ihrer täglichen Strandspaziergänge lernt sie Julia kennen und da Lucy unter der Woche weiter in Hamburg arbeitet, freunden sich die Beiden an.

Bis Julia nach ein paar Tagen plötzlich wieder verschwindet. Bei ihren Nachforschungen merkt Rebecca schnell, dass die es mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat. Denn nichts, was sie ihr erzählt hat, scheint zu stimmen. Warum??? Einige Tage später wird unterhalb der Steilküste eine junge Frau gefunden. Aber es ist nicht Julia.
Edda Timm, Ermittlerin der Kripo Rostock und ihr „Todesteam“ übernehmen die Ermittlungen. Als die Tote wird schnell Lucy Hagen ermittelt. Unfall, Suizid oder Mord? Diese Frage müssen die Ermittler klären. Aber ihre erste Ansprechpartnerin Rebecca ist mit Greta verschwunden...

Aufhänger der Geschichte ist der unbedingte Wunsch eines gleichgeschlechtlichen Paares nach einem Kind. Wobei Rebecca unbedingt ein Kind haben will und Lucy ihr diesen Wunsch unbedingt erfüllen möchte. Das macht mir beide Frauen, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter entwickeln, von Anfang an sympathisch. Im Mittelpunkt von Rebeccas Leben in Rerik steht einzig ihre kleine Tochter Greta.
Weniger sympathisch fand ich anfangs die sehr zielbewusste, hartnäckige Ermittlerin Edda Timm, von der ich nur wenig Privates erfahre; die sich mangels Partner und Freunden in ihrer raren Freizeit dem Gaming verschrieben hat. Ich finde den Umgangston, den sie mit ihren Mitarbeitern pflegt nicht sehr schön. Sie lebt für ihre Arbeit, will alles alleine machen, setzt alles daran, Ergebnisse zu liefern und den Fall aufzuklären. Im Gegensatz dazu mag ich ihre sehr empathische und einfühlsame Kollegin Britt sofort. Genau so gerne mag ich den etwas knurrigen Kollegen Kurt Paschke, der eine ganz besondere Begegnung hat.
Petra Johann schafft es mit wenigen aussagekräftigen Beschreibungen mir die Personen, die ich hier kennenlerne, nahe zu bringen. Dank der eingeteilten Kapitel mit Datumsüberschrift weiß ich immer genau, wo ich mich wann befinde. Sehr bildhaft beschreibt sie auch den kleinen Küstenort Rerik, in dem ich sofort Urlaub machen und das Meer genießen würde.

Die Geschichte ist so verzwickt, facetten- und wendungsreich, dass ich aufpassen musste, kein Detail zu übersehen. Trotzdem hat es bis zum Schluss gedauert, bis sich auch die letzte Frage bzw. der Fall für mich schlüssig geklärt hat.
Der Spannungsbogen, der sich langsam aber stetig weiter aufbaut, bleibt durch viele kleine Puzzleteile, die ich zusammensetze und durch neue Ermittlungsergebnisse immer wieder umsortieren muss, unglaublich weit oben.

Ich würde den Thriller eher als sehr spannenden Krimi mit Einblicken in die menschliche Gedankenwelt beschreiben. Egal ob Krimi oder Thriller – ich wurde durch dieses Buch bestens unterhalten.

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Auf den Almen geht’s doch auch sündig zu

Auf der Alm da gibt's koa Sünd | Erotische Geschichten von Simona Wiles

Ich habe mich schon darauf gefreut, mal wieder erotische Geschichten aus der Feder von Simona Wiles zu lesen.

Schon beim Cover ahne ich, dass es hier nicht ganz so züchtig zugeht und es entstehen die ersten heißen Bilder im Kopf.

In diesem Buch bekomme ich 11 Geschichten + einen Gutscheincode für eine weitere Internet-Story, in denen die Autorin mich mitnimmt auf die Alm.

Ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – überall dort kann man sehr gut urlauben und seine Lust neu entdecken und ausleben. Die Natur und die frische Luft fachen die Lust so richtig an. Ich lerne zwei junge Frauen kennen, die sich im Regen in eine Hütte flüchten; 3 Pärchen, die sich hier ganz neu kennenlernen; zwei Jungs, denen die Sennerin die Liebe beibringt; ein Ehepaar, die ihre Lust aufeinander wieder entdecken; ein ganzes Dorf in Feierlaune, was bei den jungen Leuten etwas ausartet. Ich lese, wie ein junger Senner mit seinem Jodler die Menschen im Tal glücklich macht; wie ein Senner seine Sexsklavin findet und ich lerne ein Hotel für Doms und ihre menschlichen Pets kennen.

Wie auch in ihren anderen Büchern erzählt Simona Wiles kleine Geschichten, in die sie die erotischen Handlungen gekonnt und leicht einbaut. Die Protagonisten wirken alle sehr natürlich und echt, lassen alle Hemmungen und Hüllen fallen und mich an ihren ausgelebten Fantasien teilhaben. Die einen haben´s lieber hart, die anderen sinnlich und sexy. Die Beschreibungen lassen trotz ihrer Details viel Raum für die eigene Fantasie.

Auch die einzelnen Hütten kann ich mir mit dem sie umgebenden Bergpanorama gut vorstellen. Steinadler, Murmeltiere und Steinböcke lassen mich noch mehr in die Landschaft oben am Berg eintauchen.

Lässt sich auch unser nächster Hüttenurlaub so gestalten? Wir werden sehen. Anregungen habe ich hier genügend bekommen.

Urlaubsfeeling in einer urigen Bergbauernathmophäre, das man allein oder auch gut zu zweit genießen kann, mit sinnlichen, erotischen Begegnungen, die mich sehr gut unterhalten haben.

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Ein wunderbares Buch

Der leuchtende Himmel von Ellin Carsta

Luise Petersen ist 23 Jahre alt, sehr ehrgeizig und leitet erfolgreich das Kaffee- und Tee-Kontor der Hansen-Dynastie in Hamburg. Bis sie am 2. Geburtstag ihrer kleinen Tochter Viktoria erkennt, wie viel sie von deren Entwicklung schon verpasst hat. Sie beschließt, einen Teil ihrer Aufgaben an ihren Onkel Georg abzugeben, um sich mehr ihrer Familie widmen zu können.

Zur gleichen Zeit beginnen die Hafenarbeiter, allen voran Joseph Beier, sich gegen die Herrengesellschaft, die durch sie immer reicher wird, aufzulehnen. Luise, die ihre Stimme den Hafenarbeitern gibt, ihre Sorgen und Nöte gut verstehen kann, stößt damit in der Hamburger von Männern beherrschten Gesellschaftswelt, auf argen Widerstand. Aber auch sie, die bisher allen Wirrungen getrotzt hat, sieht sich bald am Ende.

Mit „Der leuchtende Himmel“ hat Ellin Carsta schon den 7. Band der Hamburger Familien-Dynastie Hansen aufgelegt. Für mich ist die Geschichte, in der diesmal Luise die Hauptrolle spielt, die erste, die ich aus der Serie gelesen habe. Da alle Figuren so gut eingeführt werden, hatte ich nicht den Eindruck etwas verpasst zu haben. Man kann diesen Band sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Da mir die Geschichte aber so gut gefallen hat, überlege ich, ob ich die anderen Mitglieder der Familie nicht auch noch näher kennenlernen will.

Aber hier geht es wie gesagt um Luise, die mit ihren Ideen und Gedanken im Jahr 1896 eine sehr fortschrittliche junge Frau ist, die von ihrem Mann Hans unterstützt wird. Mit ihr ziehe ich ins Haus der Familie Hansen ein, lerne die Familie, auch Robert, Therese und die Kinder in Kamerun und Florentinus in Wien, kennen.

Durch die leichte, flotte, bildhafte und einfühlsame Erzählweise fühle ich mich sofort aufgenommen in diese herrschaftliche Familie. Vor allem Luise lerne ich mit all ihren Facetten kennen. Ich mag diese junge Frau mit ihrer offenen, warmherzigen und ehrlichen Art, ihrem Geschäftssinn, ihren Stärken und Schwächen, wie sie auch Enttäuschungen und Herabwürdigungen annimmt und darauf reagiert. Da sie nicht nur liebevolle Mutter und Heimchen am Herd ist, wie es in der damaligen Zeit noch von den Herren der Schöpfung gewünscht war, sondern sich für ihre Rolle im Kontor aufopfert, geht es ihr wie vielen jungen Frauen von heute – sie macht sich Gedanken um ihre Rolle als Mutter. Sie ist nicht nur sehr intelligent, sondern hinterfragt ihr Tun, was sie für mich noch sympathischer macht. Ich habe bei den Schicksalsschlägen, die sie mitmachen muss, so mit ihr gelitten.

Ellin Carsta erzählt aber nicht nur eine einfache Familiengeschichte. Sie lässt auch gesellschaftliche Themen mit einfließen, wie die Homosexualität eines Familienmitgliedes, Scheidung und natürlich der Arbeiterkampf für mehr Lohn, Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen, der auf eine sehr unschöne Weise ausartet.

Eine Geschichte voller Emotionen, voller Gefühl und Schicksalsschläge. Ich habe den Besuch bei Familie Hansen in Hamburg so genossen und hatte wunderbare Lesestunden.

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Auch der 19. Fall hat meinen Geschmack getroffen

Friesenpoker. Ostfrieslandkrimi Mona Sander und Enno Moll ermitteln von Sina Jorritsma

Katja Beck alias Full House Kate, professionelle Pokerspielerin, ist mit der Fähre nach Borkum zu einem Pokerturnier unterwegs, als ein schwarz gekleideter Mann sich ihr gegenüber mit der Hand über den Hals fährt. Eine Morddrohung? Katja fasst das so auf und begibt sich geradewegs zur Polizeistation.

Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll nehmen die Sache ernst und überwachen die Pokerspielerin. Als dann kurz vor Beginn der Pokerrunde der Kartengeber Adrian Molen erstochen auf dem Boden des kleinen Kabuffs liegt, wo er sich auf die Spiele vorbereiten wollte, haben die Kommissare ein Problem. Was nicht kleiner wird, als der Sterbende Mona zweimal das eine Wort ins Ohr flüstert: Amsterdam. Aber es gibt nun nicht nur diesen Toten. Auch das Preisgeld in Höhe von € 30.000,00 ist weg.

In ihrem neuen Buch nimmt mich Autorin Sina Jorritsma mit zu einem Ausflug in die Welt der Pokerspieler, ihres Spiels und einen kurzen Ausflug nach Ansterdam. Ich war schon ein paar Mal im Casino und habe bei diesem Spiel begeistert zugesehen. Ermordet wurde dabei niemand.
Anders als in diesem Fall. Da fällt der Dealer, wie der Kartengeber im Fachjargon genannt wird, einem Anschlag zum Opfer. Und auch das Preisgeld hat den Besitzer gewechselt.

Die beiden Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll habe ich bereits bei ihrem Fall „Friesenbrauer“ kennen- und schätzen gelernt. Auch diesmal gehen sie ihrem Handwerk akribisch nach und beleuchten einen Verdächtigen nach dem anderen. Auch privat habe ich sie wieder etwas näher kennengelernt. Erstaunt war ich, wie sportlich und spritzig Mona daher kommt, wenn es mal wieder wo „brennt“. Natürlich wird auch dieser Fall wieder zu meiner vollsten Zufriedenheit von den Beiden gelöst.

Aber bis dahin war es doch ein etwas weiterer Weg. Bei diesem verschachtelte Fall, den die Kommissare hier zu lösen haben, habe ich diesmal auch einiges über´s pokern gelernt. Ich habe mit gerätselt, mit ermittelt und habe mich auf falsche Fährten locken lassen. Stückerlweise bin ich dem Täter oder besser den Tätern auf die Spur gekommen. Den allerletzten Beweis hat Mona unten in einem Kleiderschrank gefunden. Aber mehr verrate ich hier nicht.

Die Menschen, denen ich hier begegne, egal ob es die Pokerspieler sind, Hanno Bakkstra und seine Frau mit ihrer Milchbude, seinen Freund Peet Lieken oder Joris Ahler – alle haben ihre unverwechselbaren kleinen Identifikationsmerkmale und ich kann sie mir gut vorstellen. Sie kommen sehr menschlich und nahbar rüber. Befreundet sein möchte ich mit den meisten von ihnen aber nicht.

Urlaub würde ich auf der Insel, die mir nun wieder etwas näher gekommen ist, schon gerne mal machen. Mir die Strandkioske ansehen, in der Bismarckstraße einen Cocktail trinken und mir den Wind um die Nase wehen lassen. Die Beschreibungen machen Lust auf Meer.

Mir hat dieser Krimi, der ohne großes Blutvergießen auskommt, der eher mit leisen Tönen punktet und seinen Spannungsbogen durchgehend hoch hält, sehr gut gefallen.

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Auch der 19. Fall hat meinen Geschmack getroffen

Friesenpoker. Ostfrieslandkrimi von Sina Jorritsma

Katja Beck alias Full House Kate, professionelle Pokerspielerin, ist mit der Fähre nach Borkum zu einem Pokerturnier unterwegs, als ein schwarz gekleideter Mann sich ihr gegenüber mit der Hand über den Hals fährt. Eine Morddrohung? Katja fasst das so auf und begibt sich geradewegs zur Polizeistation.

Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll nehmen die Sache ernst und überwachen die Pokerspielerin. Als dann kurz vor Beginn der Pokerrunde der Kartengeber Adrian Molen erstochen auf dem Boden des kleinen Kabuffs liegt, wo er sich auf die Spiele vorbereiten wollte, haben die Kommissare ein Problem. Was nicht kleiner wird, als der Sterbende Mona zweimal das eine Wort ins Ohr flüstert: Amsterdam. Aber es gibt nun nicht nur diesen Toten. Auch das Preisgeld in Höhe von € 30.000,00 ist weg.

In ihrem neuen Buch nimmt mich Autorin Sina Jorritsma mit zu einem Ausflug in die Welt der Pokerspieler, ihres Spiels und einen kurzen Ausflug nach Ansterdam. Ich war schon ein paar Mal im Casino und habe bei diesem Spiel begeistert zugesehen. Ermordet wurde dabei niemand.
Anders als in diesem Fall. Da fällt der Dealer, wie der Kartengeber im Fachjargon genannt wird, einem Anschlag zum Opfer. Und auch das Preisgeld hat den Besitzer gewechselt.

Die beiden Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll habe ich bereits bei ihrem Fall „Friesenbrauer“ kennen- und schätzen gelernt. Auch diesmal gehen sie ihrem Handwerk akribisch nach und beleuchten einen Verdächtigen nach dem anderen. Auch privat habe ich sie wieder etwas näher kennengelernt. Erstaunt war ich, wie sportlich und spritzig Mona daher kommt, wenn es mal wieder wo „brennt“. Natürlich wird auch dieser Fall wieder zu meiner vollsten Zufriedenheit von den Beiden gelöst.

Aber bis dahin war es doch ein etwas weiterer Weg. Bei diesem verschachtelte Fall, den die Kommissare hier zu lösen haben, habe ich diesmal auch einiges über´s pokern gelernt. Ich habe mit gerätselt, mit ermittelt und habe mich auf falsche Fährten locken lassen. Stückerlweise bin ich dem Täter oder besser den Tätern auf die Spur gekommen. Den allerletzten Beweis hat Mona unten in einem Kleiderschrank gefunden. Aber mehr verrate ich hier nicht.

Die Menschen, denen ich hier begegne, egal ob es die Pokerspieler sind, Hanno Bakkstra und seine Frau mit ihrer Milchbude, seinen Freund Peet Lieken oder Joris Ahler – alle haben ihre unverwechselbaren kleinen Identifikationsmerkmale und ich kann sie mir gut vorstellen. Sie kommen sehr menschlich und nahbar rüber. Befreundet sein möchte ich mit den meisten von ihnen aber nicht.

Urlaub würde ich auf der Insel, die mir nun wieder etwas näher gekommen ist, schon gerne mal machen. Mir die Strandkioske ansehen, in der Bismarckstraße einen Cocktail trinken und mir den Wind um die Nase wehen lassen. Die Beschreibungen machen Lust auf Meer.

Mir hat dieser Krimi, der ohne großes Blutvergießen auskommt, der eher mit leisen Tönen punktet und seinen Spannungsbogen durchgehend hoch hält, sehr gut gefallen.

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Eine fesselnde Familiengeschichten

Nächstes Jahr in Berlin von Astrid Seeberger

„Nächstes Jahr in Berlin“ von der deutschen, in Schweden lebenden Autorin Astrid Seeberger, ist kein Buch, das man mal eben schnell nebenbei weg liest. Sie erzählt ihre Familiengeschichte in einer Intensität, die beim Lesen oft fast nicht zu ertragen war. Da meine Mutter ein ähnliches Schicksal hatte, wie ihre Mutter Rose, hat es mich sehr stark mitgenommen.

Das Buch beginnt mit dem Tod von Astrids Mutter Rose, von der sie sich innerlich schon lange abgenabelt hatte, und der sie nun dazu veranlasst hat, sich mit dem Leben ihrer Mutter auseinander zu setzen. Von diesem Leben ist sie stark geprägt und hinterfragt nun auch ihr eigenes Leben. Sie lernt dabei ihre Mutter noch einmal ganz neu kennen - und verstehen.
Obwohl gerade die Erzählungen von Flucht, Krieg und neu Ankommen nicht einfach sind, fließt die Geschichte in einem sehr ruhigen Fahrwasser dahin. Die Gefühle kommen sehr gut heraus, ich habe immer wieder Parallelen zum Leben meiner Mutter gesehen und wie sie damit umgegangen ist. Es sind sehr viele emotionale Momente, die hier beschrieben werden. Sei es aus dem Leben ihrer Mutter, ihres Vaters oder von ihr selbst. Auch Rose´ Freundin Annemarie hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Die bildhaften Beschreibungen erzeugen Bilder und ganze Filmabschnitte in meinem Kopf.
Ich habe immer mal wieder inne halten und verarbeiten müssen, was ich gelesen habe. Keine leichte Kost, was mir hier geboten wird. Aber das habe ich gewusst, als ich mich für dieses Buch entschieden habe.
Hatte ich anfangs etwas Probleme mich in die Geschichte fallen zu lassen, hat sie mich schnell in sich aufgesogen. Ich bin den Weg von der Kindheit und Jugend über Astrids Geburt bis zu Rose´ Tod mit gegangen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für Familiengeschichten interessieren, die nach Vertreibung oder Flucht entstanden sind; die wissen wollen, wie diese Ereignisse auch die nachfolgenden Generationen noch beeinflussen. Und für die, die die Aufarbeitung einer Mutter-Tochter-Beziehung interessiert.
Mir hat diese Geschichte sehr viel gegeben. Dafür gebe ich ihr die volle Punktzahl von 5 Sternen.

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Nächstes Jahr in Berlin von Astrid Seeberger

Durch meine Kinder habe ich den Run auf „Tokio Hotel“ damals mitbekommen und war gespannt, was einen 30-jährige jungen Mann dazu bringt, seine Biografie zu schreiben. Bisher war mir Bill Kaulitz eigentlich immer recht sympathisch. Das hat sich nach dem Lesen des Buches aber stark ins Gegenteil gekehrt.

Er tut mir nur noch leid, aber nicht im positiven Sinn. Wenn er mit diesem Buch mal wieder richtig Geld verdienen will, wird ihm das gelingen. Denn ein Buch, das so stark in seiner Bewertung schwankt, wird bestimmt gelesen. Denn auch ich wollte mich ja selbst davon überzeugen, in welche Richtung die Bewertung bei mir geht - steil nach unten.

Ich habe bisher noch keine Biografie gelesen, bei der ich mehrfach versucht war, abzubrechen. Aber da ich das Buch bei @vorablesen gewonnen habe, habe ich mich bis zum bitteren Ende durch gequält.
Den Rest des Vorwortes von Benjamin von Stuckrad-Barre habe ich nach drei Seiten schon mal genervt übersprungen.
Dann beginnt das Buch mit der Geburt der Zwillingen Bill und Tom Kaulitz. Es gibt einen durchaus lesenswerten Einblick in die Kindheit, wobei ich mich gefragt habe, wo er seine Erinnerungen als Kleinkind her hat und ob es wirklich so schlimm war, wie er sich zu erinnern meint. Die Jugend von Bill Kaulitz, der so sein durfte, wie er war, und den rasanten Aufstieg der Band Tokio Hotel sind die nächsten Stationen. Es ist nicht mal die Geschichte des jungen Mannes an sich, die mir nicht gefällt, mich eher abstößt. Es ist seine vulgäre, obszöne, einfach abstoßende Ausdrucksweise (unterste Schublade), die mich sehr gestört hat; seine Abwertung gegenüber den Fans, die er als Monster bezeichnet, die der Band damals aber einen so rasanten Aufstieg und seinen Lebensstil ermöglicht haben; die Manager, die er als Parasiten bezeichnet; der Frauen nur benutzt; der sich mit Sex, Drogen und Alkohol immer wieder weg beamen muss. Wo ist der Spaß an der Musik und am Leben geblieben? Alles nur negativ. Das hat mich schon enttäuscht. Es ist ein sehr offenes Bekenntnis, das Bill Kaulitz hier von sich gibt. Wobei ich mir so einiges nicht vorstellen kann, so wie er es beschreibt. Einfach nur furchtbar und erschreckend. Vielleicht eine Art von Selbsttherapie? Denn Therapie benötigt er in meinen Augen dringend.
Ich sehe in Bill Kaulitz einen bedauernswerten jungen Mann, der nie richtig Erwachsen geworden ist. Der nie seine Richtung gefunden hat. Ich wünsche ihm, dass er die Liebe, die er sucht, bald finden wird. Mit diesem Buch hat er sich dafür aber keinen Gefallen getan, finde ich.
Die vielen schwarz-weiß Fotos von Bill, seinem Zwillingsbruder Tom und der Band, die über das ganze Buch eingestreut sind, haben mir dagegen sehr gut gefallen. Auch der schwarze Schnitt ist ein Hingucker. Das war´s dann leider auch schon.

Eine Biografie, die ich auch einem Tokio Hotel Fan nicht empfehlen würde.

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Man muss nicht immer der Gewinner sein

Leserabe Vor-Lesestufe - Die Tierolympiade von Henriette Wich

Im Tierpark ist heute tote Hose. Pony Pia, Flamingo Fred und Schimpanse Ali ist so langweilig. Dann hat Ali eine Idee: „Wollen wir eine Olympiade machen?“ Erst einmal muss er erklären, was eine Olympiade ist. Aber dann kann´s los gehen. Pony Pia ist sich sicher – sie wird gewinnen. Aber es kommt leider anders – und Pia ist sauer.

Aber Ali und Fred haben eine neue Idee – Wasserball. Da kann jeder machen, was er am besten kann. Fred kann sehr gut schwimmen, Ali wirft den Ball am weitesten und Pia rennt am schnellsten und holt ihn zurück. So haben sie zusammen Spaß und jeder gewinnt eine Medaille.

"Die Tierolympiade" ist ein neues, liebevoll geschriebenes Buch von Henriette Wich mit farbenfroh und detailreich gestalteten Bildern von Dominik Rupp aus der Reihe "Leserabe" aus dem Ravensburger Verlag, empfohlen von Stiftung Lesen.

Schon auf dem Cover gibt es so Vieles zu entdecken und dann geht’s auf ins Leseabenteuer für unsere jüngsten Leser.

Auf der ersten Seite merkt man, dass es sich hier um ein ganz anders gestaltetes „Lesebuch“ handelt. Die Substantive sind durch Bilder ersetzt, die man beim Lesen durch das richtige Wort einfügt. Wenn man dies nicht gleich erkennt, kann man die Bilder und ihre Bedeutung auf einer Schautafel am Ende des Buches nachschauen. Auf jeder Seite sind es nur ein paar Zeilen, die eine angenehme Schriftgröße haben, leicht zu lesen sind und durch dazu passende Illustrationen ergänzt werden. Damit es nicht zu viel auf einmal wird, ist die Geschichte in drei Abschnitte gegliedert. Zum Schluss bekomme ich noch einige Rätsel auf denen die Tiere auch eine Rolle spielen.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, was mein Enkel, für den es ja gedacht ist, dazu sagen wird.

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Familienalltag auf humorige Weise vorgestellt

Man sollte öfter mal ausmisten von Monika Bittl

Bei einem Dreh läuft Regisseurin Franziska Schweighöfer in der Drehpause ihre Jugendliebe Giovanni über den Weg. Sie und Bastian sind seit 27 Jahren verheiratet. Da ist die Luft raus. Die Kinder Vinzenz und Emma sind dabei sich abzunabeln. Vinzenz zieht in eine WG und Emma sucht sich ihres Freundes Leo zuliebe eine überteuerte Schimmelwohnung.

Franziska, die schon immer die Aktivere in ihrer Beziehung war, will die Scheidung. Und Bastian, der immer alles gottergeben hingenommen hat, stimmt auch diesmal zu, wie immer halt. Die Kinder und vor allem Oma Mathilde haben da allerdings etwas dagegen. Oma hat auch schon einen Plan und holt ihr „Herzleiden“ aus der Schublade. Da kann man ja die Aufregung einer nahenden Scheidung absolut nicht gebrauchen. Ob es trotz Corona bedingter Ausgangssperre, luftreinigenden Streitereien und einem neuen Schlafzimmer bei dem Trennungsvorhaben bleibt? Das findet ihr am besten heraus, wenn ihr das Buch ganz schnell lest. Ihr werdet es nicht bereuen.

Ich kenne schon einige Bücher von Monika Bittl, die ich sehr liebe. Und auch diesmal wurde ich wieder genau so gut unterhalten, wie bisher. Ich liebe ihren auf den Punkt gebrachten Humor und die bildhaften Beschreibungen, bei denen sich sofort Bilder im Kopf zusammenstellen. Ihre Figuren sind aus dem Leben gegriffen und könnten meine Nachbarn sein.
Obwohl die Geschichte sehr humorvoll geschrieben ist und ich immer wieder laut lachen musste, hat sie doch einen ernsten Hintergrund. Wie viele andere Paare bin auch ich nun schon seeehr lange verheiratet und konnte mich so gut in Franziska hineinversetzen. Auch unsere Kinder waren irgendwann ausgezogen und genau wie Franziska und Bastian mussten mein Mann und ich schauen, wie wir unser Leben als „alleingelassenes“ Paar wieder in Schwung bringen. Durch Corona, das auch hier ein Thema ist, fühle ich mich den Beiden noch näher. Ich bin mit Anna, der angehenden Ärztin, die sich einer Freiwilligengruppe angeschlossen hat, zum Corona testen unterwegs; erlebe Hamsterkäufe und versuche die Ausgangsbeschränkungen zu umgehen. Dies alles bringt mir die Geschichte noch näher, weil ich ja gerade selbst mitten drin stecke.
Gefragt habe ich mich, was hier mit „ausmisten“ im Titel gemeint ist. Da es zu keinem großen Ausräumen kommt, habe ich dies auf das Aufräumen bzw. Ausmisten der inneren Einstellung der Protagonisten geschoben. Denn da ändert sich, wie beim normalen Ausmisten, schon so einiges.

Eine lebensnahe Geschichte, die die Alltagsthemen beleuchtet, wie sie sind, wenn nach vielen Jahren Ehe der Lack ab ist. Monika Bittl hat meinen Humor wieder voll getroffen und mich sehr gut unterhalten. Dafür bekommt sie von mir die volle Punktzahl von 5 Sternen.

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Spannenden und wendungsreicher Krimi

Cold Case – Das gezeichnete Opfer Kriminalroman von Tina Frennstedt Hanna Granz

Unterhalb des Leuchtturms von Stenshuvud, der plötzlich wieder leuchtet, entdeckt der Fischer Olle Hansson die Leiche einer der umstrittensten Künstlerinnen Schwedens: Mischa Lindberg, die ihr letztes Bild, das bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll, mit ihrem Menstruationsblut gemalt hat.

Ihr Kunstwerk ist zerstört und neben der Leiche findet die Polizei eine Lehmsorte, die sie nicht zuordnen kann. Genau dieser Lehm wurde an einer männlichen Leiche gefunden. Ein Cold Case von vor 15 Jahren.
Polizeikommissarin Tess Hjalmarsson und ihre Kollegin Marie Erling ermitteln unter Hochdruck. Sie müssen beide Verbrechen aufklären um einen weiteren Mord zu verhindern.

Für mich ist dies das erste Buch, das ich von der Autorin Tina Frennstedt lese. Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kenne, bin ich ohne Mühe in den neuen Fall eingestiegen. Mir hat ihr Schreibstil sehr gut gefallen. Sie bringt Vieles ohne großes Umschreiben schnell auf den Punkt. Neben den Ermittlungen zu dem aktuellen Fall bringt sie die Nachforschungen zum Cold Case und die privaten Einblicke der Ermittler sehr gut zusammen. Für mich war das Lesen zu keinem Zeitpunkt langatmig, weil immer etwas geschieht, sei es auch noch so unspektakulär.
Ihre Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, wirken menschlich und nahbar. Vor allem Tess Hjalmarsson, die mit ihren privaten Problemen ihr Pakerl zu tragen hat, gefällt mir sehr gut. Genau so wie ihre vollkommen gegensätzliche Kollegin Maria Erling. Beide ergänzen sich super, bilden ein perfektes Team und tun alles, um die beiden Fälle zu lösen.
Die Geschichte wird immer wieder aus einer anderen Perspektive erzählt. Hier haben mir die Rückblicke zu Max und die Perspektive der „Ehefrau“ sehr gut gefallen. Mir war schon sehr schnell klar, wer der Täter ist, der hier gesucht wird. Aber wer sich hinter dem „Ehemann“ verbirgt, darauf wäre ich nicht gekommen. Auch warum Max gestorben ist, hat mich einfach nur erschüttert.
Spannend ist die Geschichte auch aus dem Grund, weil das Team nur wenige Tage hat um den Cold Case zu lösen. Ansonsten soll es aus Kostengründen aufgelöst werden. Klar habe ich da mit gefiebert, dass das nicht passiert.

Mir hat dieser für mich erste Fall für Polizeikommissarin Tess Hjalmarsson und ihrer Kollegin Marie Erling sehr gut gefallen. Erstmal freue ich mich auf Band 1, den ich noch lesen werde und dann auf den 3. Fall, der bestimmt bald kommt.
Für den spannenden und wendungsreichen Krimi vergebe ich die volle Punktzahl von 5 Sternen.

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