Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kokoloreslot:
Sehr lesenswert
Samson und Nadjeschda von Andrej Kurkow
Die ukrainische Hauptstadt Kiew wird 1919 von den Wirren der Russischen Revolution bestimmt, geprägt von Verunsicherung und Unwissenheit darüber, wie es weitergehen soll. Verbrechen ufern aus, Mörder blieben ungestraft. Andrej Kurkow beschreibt dieses chaotische Setting sehr atmosphärisch. Seine Hauptfigur Samson Teofilytsch schlägt sich tapfer, trotz tragischer Umstände und verliebt sich in die resolute Nadjeschda.
Dank verrückter Umstände wird der gelernte Elektriker Beamter bei der Miliz und stößt quasi mit dem Ohr auf seinen ersten Fall. Der entwickelt sich zunächst langsam, lässt jedoch nicht erahnen, welchen Ausgang die Sache nimmt.
Fazit: Seltsame Geschehnisse, spannende Entwicklungen, sympathische Figuren und ein grandioser Schreibstil machen diesen Roman sehr lesenswert und lassen auf die Fortsetzung hoffen.
Empfehlung
Feuerwanzen lügen nicht von Höfler Stefanie
Nits und Mischa sind die besten Freude. Mischa ahnt nicht, dass sein Freund ihm aber schon länger einiges verschweigt, denn Nits ist stets aufrichtig. Doch als er den Lehrer belügt, um nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu müssen, wird Mischa misstrauisch und kommt Nits und seinen Geheimnissen auf die Schliche.
Ein beeindruckender Roman, der ungezwungen und unterhaltsam Gesellschaftskritik übt und zugleich eine unterhaltsame Geschichte erzählt. Stefanie Höfler zeigt die Unterschiede, zwischen einem Mischa, der alles hat und einem Nits, der in Armut lebt und dessen Vater kriminell wird, um seiner Familie ein normales Leben zu ermöglichen. Die Geschichte zeigt, mit wieviel Scham das Thema Armut behaftet ist und welche Folgen das hat, aber auch, das Freundschaft daran nicht zerbrechen muss.
Sehr empfehlenswert für kleine und große Leser und Leserinnen.
Sinnvolle Infos für Klein und Groß, für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Wieso? Weshalb? Warum? Band 50 - Alles über den Straßenverkehr von Andrea Erne
Auf die "Wieso? Weshalb? Warum?“- Reihe des Ravensburger Verlag greifen wir gern zurück. Groß, stabil und mit dicken Seiten in einer Spiralbindung ist es sehr gut für die empfohlene Altersgruppe geeignet. Auf jeder Seite steht eine Frage, die dann anschaulich beantwortet wird.
In diesem Teil der Reihe findet man die wichtigsten Verkehrsregeln und allerhand Wissenswertes über den Straßenverkehr.
Hauptsächlich geht es darum, wie man sicher zu Fuß, mit dem Auto, dem Fahrrad oder mit dem Nachverkehr unterwegs ist. Wie immer bunt und detailreich illustriert, beschäftigen wir uns immer wieder gern damit, die Bilder anzugucken, Wissen aufzufrischen, die kurzen Erklärungen zu lesen und spielerisch die Klappen aufzudecken. Uns haben besonders die dargestellten alltagsnahen Gefahrenbereiche gefallen, die wir besprechen konnten. So fühlen sich die Kinder noch sicherer im Straßenverkehr. Statt belehrend den Zeigefinger zu heben, wird nämlich ganz wertungsfrei erklärt, warum es diese Regel gibt und wo man besonders aufpassen muss, um sich und andere zu schützen. Das Spiel am Ende hatte eine motivierende Wirkung, da mein sein erlerntes Wissen anwenden konnte. Sehr schönes Sachbuch. Können wir nur empfehlen.
Kleinkinder für das Sternensystem begeistern
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 72 - Sonne, Mond und Sterne von Patricia Mennen
Auf die "Wieso? Weshalb? Warum?“- Reihe des Ravensburger Verlag greifen wir gern zurück. Groß, stabil und mit dicken Seiten in einer Spiralbindung ist es sehr gut für die empfohlene Altersgruppe geeignet. Auf jeder Seite steht eine Frage, die dann anschaulich beantwortet wird. Die Junior-Ausgaben sind schon für Kleinkinder ab 2 Jahren geeignet.
Die Ausgabe "Sonne, Mond und Sterne" würden wir erst ab 3 Jahren empfehlen.
Was kann man am Nachthimmel alles entdecken? Wieso gibt es überhaupt Tag und Nacht? Welche Planeten kreisen um die Sonne? Und wie reisen Astronauten ins All? Das komplexe Themen wird oberflächlich erklärt, was für Kleinkinder völlig ausreichend ist. Wie immer bunt illustriert, lieben es die Kleinen, die Bilder gemeinsam anzugucken und die Texte vorgelesen zu bekommen, während sie spielerisch die Klappen aufdecken. Im Gegensatz zu den Büchern für Ältere sind die Illustrationen einfacher und nicht so wuselig. Sie zeigen gleichaltrige Kinder und einfache Bilder. Eignet sich prima, um Kleinkinder für erste Themen und Bücher zu begeistern und anschaulich eine Idee vom Weltall zu vermitteln.
Sprunghaft, derb und witzig
Bekenntnisse eines Betrügers von Rahul Raina
Bereits das handliche Format und das passende Cover haben mir gefallen. Es geht um den betrügerisch, skrupellosen Ramesh, dessen Geschichte in zwei Teilen erzählt wird. Man erfährt etwas über sein bisheriges und aktuelles Leben, um sich dann der Eskalation, weiteren Absurditäten, Korruption und Drogen zu widmen.
Flott und sprunghaft erzählt "Bekenntnisse eines Betrügers“ mit viel überspitztem Humor von Schwindeleien, Erpressung, Freiheitsberaubung und verschafft einen durchaus authentischen und kritischen Blick auf Indien. Durch den bildhaften Sprachstil konnte ich mir alles gut vorstellen und die zahlreichen indischen Ausdrücke, fand ich authentisch. Im Glossar kann man alles nachschlagen, auch wenn man dafür oft blättern muss. Ramesh war mir, trotz seiner fragwürdigen Moral, ans Herz gewachsen und mir hat seine Geschichte gut gefallen.
Fazit: Wer Bollywood und skurrile Geschichten auch so mag, wie ich, und sich nicht an an vulgärer Sprache stört, oder einfach mal Lust auf was ganz anderes hat, kann mit diesem Roman viel Spaß haben.
Entspannung für Zwischendurch
Ein unendlich kurzer Sommer von Kristina Pfister
Schon durch die innere Gestaltung des Umschlags wird klar: hier stehen die fünf Protagonisten, ihre Gefühle und Geschichten im Vordergrund. Lale und Chris, die sich auf einem Campingplatz wiederfinden; der siebzehnjährige Nachbarjunge Flo, der Kaninchen liebt, der Freigeist James und sein mürrischer, alter Freund Gustav, mit dem großem Herzen.
Herausgekommen ist ein gelungenes Zusammenspiel der Figuren, leicht und berührend. Eine Lektüre voller Veränderung und Hoffnung, die facettenreich das Leben zeichnet. Wunderbar kurzweilig und trotzdem mit etwas Tiefsinn. Beim Lesen fühlte ich mich entschleunigt. So muss man sich auch die Handlung und Atmosphäre vorstellen - einnehmend, geduldig, emotional. Hier punktet der Roman mit leichtem Schreibstil und gemächlicher Erzählweise, die mir allerdings manchmal zu sprunghaft war. Außerdem fehlte es mir an Struktur und ein bisschen Spannung, die mich Dranbleiben lässt. Genau das richtige Buch also für alle Geduldigen, die einen beruhigenden Lesestoff suchen, der berührt.
Anspruchsvoller Comic für neugierige Kinder
Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Anne Frank von Brad Meltzer; Christopher Eliopoulos
Dieser Comic erzählt die bewegende Geschichte eines jüdischen Mädchens, das ihre Heimat verlassen musste und sich mit ihrer Familie versteckt hielt. In ihrem Tagebuch hat die dreizehnjährige Anne Frank alles festgehalten. Auf etwa 40 Seiten erzählt der Comic durch Sprechblasen, ergänzende Texte und Illustrationen von der kleinen Anne, die es liebte, ins Kino zu gehen und Geschichten zu schreiben, von ihrer Flucht vor den Nazis und wie sie ihr Tagebuch geschenkt bekommen hat, bis sie schließlich nur durch das Fenster auf dem Dachboden ihres Verstecks den Himmel sehen konnte.
Die Länge und Aufbereitung finde ich für Kinder gelungen. Die Älteren (10+) konnten die Zusammenhänge natürlich besser verstehen, aber jeder, der wissbegierige jüngere Kinder hat, kann sie mit diesem Comic an das Thema heranführen. Behutsam und kindgerecht geht es vor allem um Anne und ihren Optimismus und das hat auch unsere Jüngste (8) beeindruckt.
Wir haben uns das Buch schon oft angesehen, darüber gesprochen und man spürt die Faszination von Anne Frank noch heute. Besonders die letzten Seiten finde ich in ihrer Ausdrucksstärke sehr kraftvoll. Passend, das hier auch der tatsächliche Wortlaut von Anne Frank übernommen wurde und sich auf den letzen Seiten auch Fotografien und ein Zeitstrahl finden.
Informativ, unterhaltsam, leidenschaftlich
Papyrus von Irene Vallejo
"Papyrus - Die Geschichte der Welt in Büchern“ erfreut mit einer edlen Aufmachung und einem handlichen Format. Aber nicht nur die äußere Hülle überzeugt, auch der Innenteil hat viel zu bieten: eine interessante Reise durch die Geschichte des Buches und der Menschheit. Mit Leidenschaft geschrieben und aufwendig recherchiert liefert Vallejo eine historisch informative und unterhaltsame Lektüre ab.
Sie schreibst so abwechslungsreich und frisch aus der Sicht einer Frau, dass die kurzen Kapitel sich so flüssig lesen lassen, wie einen Roman. Im Fokus steht das antike Griechenland und alte Rom. Der Papyrus-Teil fällt kurz aus und es fehlte leider die Entwicklung des Buches in der Neuzeit. Hier hätte mir zur Abrundung einen aktuellen Blick gewünscht. Überzeugt vom Gesamtwerk bin ich trotzdem und finde, es ist ein wunderbares Geschenk für interessierte Buchliebhaber.
Lehrreich, aktuell und unterhaltsam
Not all heroes wear capes von Ben Brooks
Das ist unser erstes Buch von dem Autor und deshalb haben wir das Buch ohne große Erwartungen und Vergleichsmöglichkeiten gelesen. Ben Brooks richtet sich mit bestärkenden Worten an seine junge Leserschaft und möchte vermitteln, was es in der Realität bedeutet, ein Held oder eine Heldin zu sein.
Denn die meisten denken heutzutage wahrscheinlich an Figuren aus dem Marveluniversum, aber es gibt sie auch im Alltag und es sind ganz gewöhnliche Menschen, die die Welt ein Stückchen besser machen. Ben Brooks stellt ein paar davon vor. In mehreren Biographien lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen. Was könnte sich beim Thema mutiger Helden und Heldinnen nicht besser anbieten als Comics?! Dieser auflockernde Stil findet sich in jedem Kapitel, kombiniert mit auffälligen Schriften und Zitaten. Die wichtigste Botschaft jedoch ist schon auf dem Cover ersichtlich, denn es geht darum, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden. Dazu gibt es Anregungen und viel Input. Insgesamt toll gemacht. Lehrreich, modern, divers, unterhaltsam. Empfehlenswert für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
Bedrückende Thematik, unterhaltsam präsentiert
Nachtschwärmerin von Leila Mottley
Eindrücklich schreibt die Autorin von der sozialen Abwärtsspirale und lässt dabei kaum ein Thema aus. Es geht u.a. um Suizid, Tod, Trauer, Prostitution, Drogen, Gewalt, Vernachlässigung und Machtmissbrauch. Familiäre Probleme führen dazu, dass Kiara und ihr Bruder Marcus auf sich allein gestellt sind.
Es fehlt Geld für die Miete und der kleine Nachbarjunge Trevor wird von seiner drogenabhängigen Mutter vernachlässigt. Kiara übernimmt die Verantwortung für alles, weil sie sich nicht auf ihren Bruder verlassen kann, der andere Prioritäten setzt. Nicht mal Kiaras beste Freundin Alé, mit der sie bei Beerdigungen auf Beutezug geht, stärkt ihr den Rücken. Durch Zufall und aus Verzweiflung, rutscht sie in die Prostitution, ohne zu wissen, worauf sie sich da eigentlich einlässt. Durch Rückblicke erfährt man, warum die Mutter im Gefängnis ist, wo ihr Daddy ist und welche Traumata die Familie auseinandergerissen haben.
Man kann den Roman spätestens ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen, weil man wissen möchte, was aus Kiara, Trevor und Marcus wird. Nach einer dramatischen Wende und weiteren Schicksalsschlägen, kommt es zu einem authentischen Ende, das sicherlich so hätte stattfinden können. Es gibt hoffnungsvolle Kleinigkeiten, zwischen all dem Schrecklichen. Ich fand den nüchternen Schreibstil und die Darstellung von Kiara realistisch, die sich einen Schutzpanzer anlegt, um all das zu überstehen, was ihr passiert. Ein aufrüttelndes Debüt, das sich mit bedrückenden Themen auseinandersetzt und mit einer authentischen Hauptfigur überzeugt.











