Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kokoloreslot:
Mutige Mädchen und alte Legenden
Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel von Kiran Millwood Hargrave
In dieser Geschichte geht es um eine mystische Legende, eine magische Landkarte, einen tyrannischen Gouverneur und die Freundschaft zweier Mädchen, die für sich einstehen und ihr Zuhause schützen.
Mir haben besonders die starken Charaktere gefallen und das man nie wusste, wie es enden wird. Isabella wird von den Ereignissen mitgerissen, aber sie entschließt sich, mutig zu handeln und zögert keine Sekunde, um ihre beste Freundin zu retten.
Das machte sie zu einer starken Persönlichkeit, der man gern folgt. Auch Lupe ist ein mutiges dreizehnjähriges Mädchen, dass sich zwar durch ihre Impulsivität in Gefahr bringt, aber sich durch gute Absichten auszeichnet. Viele Themen und Werte wie Mut und Freundschaft finden ihren Platz. Besonders die Darstellung von Schicksalsschlägen, Menschlichkeit und unmoralischem Handeln erinnern an Märchen. Eine sehr schöne Geschichte, die optisch und inhaltlich das Zeug zum Klassiker hätte.
Fazit: „Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel“ ist eine magische Erzählung, die mit einer außergewöhnlichen Buchgestaltung und einer wendungsreichen Handlung überzeugt. Der Schreibstil ist sehr angenehm, beinahe poetisch und leicht zu lesen. Eine ergreifende und fesselnde Geschichte, über eine magische Landkarte, finstere Mythen und tiefe Freundschaft, von großer Authentizität und Kraft. Sehr empfehlenswert für Leseratten ab 11 Jahren, die gern etwas Herausragendes im Genre der Kinderliteratur lesen möchten.
Harmonisches Jahreszeitenbuch
Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel von Kiran Millwood Hargrave
Ein Geschenkbuch über die vier Jahreszeiten, das sich auf die Natur und die Schönheit der Momente besinnt, kleine Freuden teilt und zu neue Ideen inspiriert, aber auch Altbekanntes zum wiederentdeckten bereit hält. Es eignet sich hervorragend, um die Vorfreude auf die Lieblingsjahreszeit zu steigern oder sich inspirieren zu lassen, um eigene Ideen umzusetzen.
Aber auch, um sich bewusst zu machen, was an den weniger geliebten Jahreszeit schön ist und wie man diese Monate im Einklang mit der Natur bewusster erleben kann. Die Beiträge sind kurzweilig: „Schöne-Dinge-„ und „Garten-to-do-Liste“, eine Geschichte, ein Gedicht, Rezepten, nachhaltige Do-it-youself-Ideen und Anregungen pro Jahreszeit. Blickfang sind die, in Szene gesetzten Zitate, die Illustrationen und harmonischen Fotos, die eine ausgleichende Wirkung haben. Im Gegensatz zu Magazinen, gefüllt mit Werbung und überlaufendem Input, kann man bei dieser Lektüre zur Ruhe kommen. Mich haben besonders die informativen Texte über alte Bräuche und die Natur angesprochen, wobei nichts Neues dabei war. Bei der Anzahl der Themen ist es schwierig ins Detail zu gehen - die Themen sind meistens auf eine Doppelseite begrenzt - aber es hat mich zur weiteren Recherche inspiriert und mehr erwarte ich von dieser flüchtigen Sammlung gar nicht. Bei den Fotos hat mir gefallen, dass ganz typische Dinge für die Jahreszeit gewählt wurden, an die man nicht als erstes denkt, aber die ein Wohlfühlgefühl auslösen, wie in der Sonne hängende Wäsche im Sommer.
Ein Buch, das zum Innehalten einlädt und beim Lesen beruhigt. Die liebevolle Ausstattung überzeugt mit schön gestalteten Doppelseiten, dezenten Illustrationen, trendige Fotos und einem Lesebändchen - ganz im Stil des schönen Covers.
Ein touristischer Radfahrer auf der sibirischen Polartrasse
Eis. Abenteuer. Einsamkeit von Richard Löwenherz
Mit Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit hat Richard Löwenherz eine beeindruckende Etappenreise hinter sich gebracht und erzählt von seinem Aufbruch und der Motivation, die ihn antrieb, um den jakutischen Winter zu erleben. Am Ende fuhr er mit seinem Fatbike Hunderte Kilometer auf den Eisstraßen, quer durch die Wildnis, ohne Städte oder Siedlungen zu durchqueren, in völliger Einsamkeit.
Bis dahin hat die Route ihn auch durch wenige Dörfer und Städtchen geführt und wenn es richtig kalt wurde, war er dankbar für die Gastfreundlichkeit der Russen, die nicht selten mit Wodka einherging. Die anfänglichen Probleme, nimmt Löwenherz gelassen und gewöhnt sich an die Kälte, den neuen Tagesablauf, die Erschöpfung. Es geht vor allem um seine persönliche Erfahrung, in diesen sechs Wochen Winterwelt und die aus eigenerer Kraft absolvierte Route, die ihn nur mit Mut, Selbstvertrauen und Willenskraft an’s Ziel nach Tiksi gebracht hat. Als Abenteurer weiß Löwenherz auch, was es bedeutet demütig zu sein, mit Ängsten umzugehen und das man selbst die einzige Konstante ist, wenn jeden Tag neue Eindrücke auf einen einströmen. Herzliche und skurrile Begegnungen, die Ungewissheit und die Faszination des Unbekannten machen das Buch so spannend. Ein gelungenes Gesamtpaket, indem man auch etwas von den vergangenen Reisen des Autors erfährt und von den Erfahrungen profitieren kann.
Fazit: Ein lesenswertes Buch, indem Richard Löwenherz an unvergesslichen Momenten und Rückschlägen teilhaben lässt, wertvolle Hintergrundinfos zu Recherche und Equipment gibt, und mitreißend von der Ungewissheit und den extremen Wetterverhältnissen berichtet. Konnte mich sprachlich und inhaltlich überzeugen.
Poetisch, verträumt und tröstlich
Sternflüstern von Paula Carlin
Das Cover fällt durch seine Farbpracht und das detailreich gestaltete Mosaik sofort auf. Hat man das Buch gelesen, weiß man, wer sich von dem Cover angesprochen fühlt, dem dürfte auch die Geschichte dahinter gefallen: harmonisch, verträumt, poetisch.
Die 56-jährige Künstlerin Irith trauert um ihren Lebensgefährten Linus.
Erst findet sie in der Künstlerin Sophie eine heilsame Freundin und begegnet dann Alix, mit der sie über Linus verbunden scheint. Es geht bei allen Protagonistinnen um Sehnsucht nach Verbundenheit, den Abschied von Menschen, alten Leben und der Furcht vor einem Neuanfang. Dezent und doch offensichtlich rücken Mosaike in den Mittelpunkt. Stehen sie doch beispielhaft für die einzigartige Zusammensetzung des Lebens und für jede der drei Frauen. Ein schönes Buch, mit leidenschaftlichen Frauen, vom Zauber schicksalshafter Begegnungen und den Spuren des Lebens erzählend - kurzweilig und beindruckend.
Eine verträumte, poetische und melancholische Geschichte, die verzaubert, die Fantasie anregt und berührt. Für jeden, der sich für Kreativität und die schönen Dinge des Lebens begeistern kann und gern lebensbejahende Geschichten liest.
Heilsame Leseerfahrung
Der Mauersegler von Jasmin Schreiber
Es geht um Prometheus und die Verarbeitung tiefer Gefühle, ausgelöst durch den Verlust seines Freundes Jakob, der an Krebs gestorben ist. Die Flucht vor den beängstigenden Auswirkungen ergreifend, reist er an das Meer nach Dänemark, wo menschliche Begegnung und die unmittelbare Natur, einen Heilungsprozess einleiten.
Mir hat besonders die vielfältige, glaubhafte und berührende Erzählweise gefallen: Wissenswertes und bildliche Lebendigkeit über die Natur und ihre Tierwelt fließen in die Geschichte ein, genauso wie die authentische Gefühlswelt von Prometheus und die humoristische Wirkung, die der Tragik die Schwere nimmt, wenn die Sentimentalität droht, zu übermächtig zu werden. Besonders tröstlich und inspirierend ist der Vergleich mit unserer Umwelt, wie den Mauerseglern, die geschwächt nicht weiterfliegen können, und der Geschichte, die sich daraus entspinnt. Keine leichte Kost, jedoch sehr lesenswert!
Fantasievolle Geschichte mit Herz
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt von Lisa Nicol
In diesem Kinderbuch geht es um einen Elfjährigen, der seinen Traum erfüllt, und als Schuhputzer im „The Grand“ Arbeit findet. In diesem Hotel der Wunder knüpft er tiefe Freundschaften und entdeckt das Spiegel-der-Zukunft-Zimmer, dass (nicht nur) sein Leben verändern wird. Es geht darum, wie wichtig Freundschaft und Familie sind, und das es immer Dinge gibt, die unser Leben völlig aus der Bahn werfen.
Eine fantasievolle Geschichte, mit sehr, sehr vielen Verrücktheiten, niedlichen Tierbabys und kreativen Ideen überfrachtet, aber auch ein warmherzige Geschichte über die Frage, ob man eigentlich kontrollieren kann, was die Zukunft bereit hält. Die Hauptfigur Vincent muss das „auf die harte Tour lernen.“
Das Hotel ist ein geheimnisvoller Ort in einem riesigen Resort, an dem sich sogar das Klima anpasst und Tiere einen Zufluchtsort finden. Jeder ist willkommen und man wird auch mit problematischen oder unentschlossenen Gästen fertig. Zu Beginn des Buches waren wir völlig überwältigt von „The Grand“, das eher an einen Freizeitpark erinnert. Ein Fantasie-Paradies für Kinder. Die Gäste durchlaufen eine Art Transformationsprozess und sind nach ihrem Aufenthalt glücklich und entspannt. Allerdings hat die Geschichte um Vincent auch ernste Züge, die berühren und das Buch spannend und lehrreich machen. Nach dem Motto: „Nichts ist unmöglich im The Grand“ greift das Buch einige Themen auf und versucht eine kindgerechte Brücke zwischen Krankheit und Hoffnung, Wunder und Realität zu schlagen. Wir finden, das ist gut gelungen und „Vincent und das Großartigste Hotel der Welt“ eignet sich für alle, die fantasievolle Geschichten mit Herz mögen - sowohl zum Vorlesen (ab 8 Jahren) oder zum Selberlesen ab 10 Jahren.
Kunst mit politischer Botschaft
Rochade von Reinhard Tötschinger
Es geht um den Restaurator Clemens Hartmann und das Gemälde Die Malkunst von Jan Vermeers - das Lieblingsbild von Adolf Hitler. Der österreichischer Kanzler will sich das Gemälde in sein Büro hängen, doch leider wurde es bei einem terroristischem Anschlag beschädigt. Clemens soll das Bild restaurieren, was aber in der vorgegeben Zeit unmöglich zu schaffen ist.
Außerdem sollte dieses Werk allen zugänglich sein, findet Clemens. Eine Lösung muss her. Hinter dem genialen Cover verbirgt sich ein echtes Meisterwerk. Reinhard Tötschinger beschreibt mit Liebe fürs Detail die Arbeit eines Künstlers aus der Ich-Perspektive von Clemens. Hervorragend konstruierte Dialoge verschaffen eine Vorstellung der Figuren, die erst durch ihre Eigenarten und anschauliche Gefühlswelt lebendig werden. Es ist einerseits eine Politiksatire, ein Buch über die dunklen Einflüsse unserer Geschichte, über Kunst und Macht, das ein glaubhaftes und auch surreales Zusammenspiel abliefert. Für Abwechslung sorgen die persönliche Niederschriften des Malers Jan Vermeers und eine romantische Liebe. Mir hat sehr gefallen, dass Reinhard Tötschinger sich auch die Freiheit nimmt, Kritik an der österreichischen Regierung zu üben und diese sehr treffend platziert. Rochade begeistert mit einer packenden Atmosphäre, künstlerischer Ruhe und man fühlt sich mit humorvoller und meisterlicher Erzählkunst durchweg unterhalten. Ein sehr zu empfehlender Roman.
Freunde gut? Alles gut!
Leo und Lucy 1: Die Sache mit dem dritten L von Rebecca Elbs
In Leo & Lucy - Die Sache mit dem dritten L geht um einen Vorlese-Wettbewerb, an dem der 12-jährige Leo teilnimmt, obwohl er mit der Vorlese-Krankheit nicht die besten Vorraussetzungen hat. Aber zu groß ist der winkende Lohn: das Skateboard seiner Träume. Zum Glück hat Leo seine beste Freundin Lucy an seiner Seite, die ihn immer wieder aus der Komfortzone lockt und darin bestärkt, nicht aufzugeben.
Wäre da nicht Cornelius, der sich immer wieder einmischt, seine Mutter, die sich so seltsam verhält, Leos fieser Lehrer oder der gemeine Niklas, dann wäre das Leben bestimmt ein ganzes Stück leichter. Dieses Buch zu lesen, hat uns allen wirklich Spaß gemacht. Es ist lustig, interessant und flüssig geschrieben. Die einzigartigen Charaktere, besonders Leo, der aus seiner eigenen Perspektive schreibt, sind besonders liebenswert und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Freundschaft und Zusammenhalt werden groß geschrieben. Mithilfe von Bildern für jeden Buchstaben des Alphabets erstellen sie gemeinsam eine Lese-Liste und arbeiten kontinuierlich als Leos Lesefähigkeiten. Es werde Schwächen und Stärken dargestellt, eben die ganze Palette des Lebens, und am Ende der Geschichte, ist man fasziniert, wie tiefgründig, rund, schön und stärkend ein Kinderbuch sein kann. Dabei bleiben auch Szenen in Erinnerung, die sich dank der kreativen Überschriften und tollen Illustrationen, leicht wiederfinden lassen. Als Kapitelüberschriften dienen übrigens Regeln, wie: Regel 22: Wenn etwas im Leben richtig schiefgeht, liegt das sehr oft an der Waschmaschine. Unsere Meinung: Schönes mutmachendes Buch über die Kraft von Freundschaft und Selbstvertrauen. Kaufempfehlung.
Wertvolles Kinderbuch
Wie man einen Tiger fängt von Tae Keller
Die Ich-Erzählern Lily zieht gerade mit ihrer Schwester Sam und ihrer Mutter vom sonnigen Kalifornien nach Sunbeam, um bei ihrer Großmutter zu leben. Auf dem Weg dorthin sieht sie das erste Mal einen Tiger, der im Regen steht. Sie traut ihren Augen kaum - ist jedoch die einzige, die ihn sehen kann.
Lily ist ein schüchternes Mädchen, dass mehr aus sich herauskommen möchte und im Laufe der Geschichte viel über sich und ihre Gefühle lernt. Besonders rührend ist das Band zwischen Großmutter und Enkelin und all den Aspekten, die Lily begleiten, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Tiger ist eine beeindruckende Gestalt, die in den wunderschönen bildhaften Beschreibungen einen bleibenden Eindruck hinterlässt - und auch eine kleine Gänsehaut. Ich könnte mir gut eine Verfilmung vorstellen und wurde stellenweise an den Film "Life of Pie" erinnert. Wer traurige, aber hoffnungsvolle Geschichten mag, ist mit "Wie man einen Tiger fängt" gut beraten. Tae Keller ist ein emotional tief bewegendes Buch gelungen, was auf tröstliche Weise pur und schön vom Erwachsenwerden, Verlust und Verbundenheit erzählt; mit etwas Magie und einer märchenhaften Geschichte, die beispielhaft für alle kulturellen und fantasievollen Erzählungen im Wandel der Zeit steht. Die Sprache ist einfach und das Buch lässt sich durch die kurzen Kapitel gut lesen. Daher hat es sich hervorragend als Vorlesebuch am Abend geeignet und war ein schönes gemeinsames Erlebnis, über das wir uns unterhalten konnten. Fazit: Ein sehr wertvolles und vielschichtiges Kinderbuch, dass auch zum Nachdenken und zu Gesprächen einlädt. Ganz besondere Leseempfehlung.
Historischer Roman über das Harlem der 60er
Harlem Shuffle von Colson Whitehead
In seinem neuen Roman schreibt der zweifache Pulitzer-Preisträger und Bestsellerautor Colson Whitehead über das schillernde Harlem in den 60er Jahren und einen Mann, der einen Traum verfolgt, aber trotz ehrlicher Arbeit und Anstrengung, nicht ohne Betrügereien auskommt.
Es geht um Raymond Carney, der aus einfachen Verhältnissen aus Georgia stammt.
Sein Vater Big Mike hat sich einen Namen in der kriminellen Welt von Harlem gemacht; doch damit will Ray eigentlich nichts zutun haben. Er führt einen Laden für neue und gebrauchte Einrichtungsgegenstände, und sieht sich immer wieder mit diskriminierenden Unterschieden von Schwarzen von Weißen konfrontiert. Sein Cousin Freddie nimmt es dabei weniger genau und schiebt ihm den ein oder andern Fernseher unter, der vom Laster gefallen ist. Letztlich bleibt Ray kaum eine Wahl und es stellt sich die Frage, ob das nicht sein vorherbestimmtes Schicksal ist.
Was mir am besten gefallen hat, war das authentisch geschilderte New Yorker Viertel Harlem der 60er Jahre. Dieses nostalgische Setting war die richtige Wahl für eine Ganovengeschichte, genau so wie die schonungslose Sprache, die auch in der Übersetzung, auf Wunsch des Autor, historisch getreu wiedergegeben wurde. Die zahlreichen Figuren sind facettenreich beschrieben und gewähren ausführliche Einblicke in ihr Leben. Aber so faszinierend die Beschreibungen auch sind, Whitehead verliert sich in abschweifenden Gedanken, Nebensächlichkeiten und verzweigten Geschichten. Das macht es schwieriger, der Haupthandlung zu folgen, die nur partiell wirklich spannend und mitreißend wird. Ein historischer Roman, der mit seiner brillanten Kunst und Recherchearbeit einen dritten Preis gewinnen dürfte, aber dessen Haupthandlung stark in die Länge gezogen wurde. Dadurch würde ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen. Für Einige mag das den Charme des Romans ausmachen, aber ich habe mich damit im Verlauf des Buches etwas schwer getan, was das Lesevergnügen angeht.










