Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kokoloreslot:
Tolle Buchgestaltung und unterhaltsamer Auftakt
Tschakka! – Huhn voraus von Mara Andeck
Um die Ferien noch zu retten, darf sich jedes Familienmitglied etwas wünschten. Für Tabea ist klar, sie will Abenteuer erleben, wenn sie schon keinen Hund bekommt. Also will sie allein losziehen dürfen, um mit ihrem besten Freund Einstein die Gegend nach einem entlaufendem Huhn abzusuchen. Als Tabea dabei die Zeit völlig vergisst, droht ihre neu gewonnene Freiheit gleich wieder verloren, aber zum Glück kommt ihr eine rettende Idee.
Lebendig, frech und aufregend, so ist Tabea beziehungsweise Tschakka, wie sie sich gern nennt. Da kommt garantiert keine Langeweile beim Lesen auf, denn nicht nur die Charaktere bieten viel Abwechslung, es gibt auf jeder (!) Seite etwas zu entdecken: Markierungen, Symbole, Illustrationen, kreative Wortgestaltungen, und alles im Stil eines Comics. Ergänzt sehr unterhaltsam, die ohne hin schon dynamische Geschichte, in der es um nachhaltige Feriengestaltung, Familie und geplatzt Wunschträume geht. Dabei lernt man auch einiges über Hühner, Nachhaltigkeit, gute Verstecke für Schlüssel und Demokratie am Familientisch. Fazit: Das Buch bietet viel Abwechslung beim Selberlesen, gerade wenn Kinder nicht so viel Text mögen, und eine unterhaltsame Geschichte, die auf authentische Abenteuer, eingängige Charaktere und süße Tiere setzt.
Großartiger amerikanischer Krimi
Unbarmherziges Land von Chris Offutt
Kurz zum Inhalt: Eigentlich ist Mick mit Leib und Seele für die Army tätig, aber als seine Schwester, Gesetzeshüterin des Countys, ihn um Hilfe bittet, kommt ihm diese Ablenkung gelegen. Als vorübergehender Deputy untersucht er den Fund einer weiblichen Leiche und setzt sich durchsetzungsstark und strategisch mit den Strukturen seiner alten Heimat auseinander.
Mike ist ein harter Knochen, „geradeheraus, aber nicht mitteilsam“, der mit diplomatischem Gespür seine Angelegenheiten regelt. Die Suche nach Antworten zeichnet ein aussagekräftiges Bild über die Generationen von Einheimischen und die, von Düsternis und Tod gekennzeichnete, Kultur Kentuckys.
Besonders gefallen haben mir die überzeugenden Charaktere in dieser düsteren Kulisse: teilweise skurrile Persönlichkeiten mit Wiedererkennungswert und beinahe humoristische Einlagen, die mich an einige amerikanische Filmproduktionen erinnern, und das authentische Feeling von auf den Boden gespucktem Kautabak, jeder Menge Waffen, Drogen und hinterwäldlerisch rauer Gewalt. Das hat mir beim Lesen Unterhaltung geboten und ich schätze es, wenn ein Krimi mehr bietet, als nur die Aufklärung eines Falls, und mit einem realistischem Ende überzeugt.
Der starke Schreibstil und eine Story mit Verstand, die von zentralen und gleichzeitig beiläufigen Ermittlungen, rauen Bedingungen und Menschlichkeit erzählt, konnte mich begeistern. Weiteres Plus: ein durchsetzungsfähiger Held, der Eindruck hinterlässt und ein perfektes Ende, das bedauerlicherweise nach 220 Seiten viel zu früh eintritt. Empfehlenswert für alle Leser und Leserinnen, die Vielschichtigkeit, Authentizität und amerikanische Krimis schätzen.
Erstes Ferienabenteuer mit Flora Salmanteri
Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1 von Noora Kunnas
Die Geschwister Lilli und Mikko rechnen mit trostlosen Ferien bei ihrem überkorrekten Onkel, bis sie ihrer geselligen Nachbarin Flora Salmanteri begegnen. Die alte Dame nimmt sie herzlich auf und ehe sie sich versehen, erleben sie eine abenteuerliche und ausgelassene Sommerzeit.
Die außergewöhnliche Figurauswahl, die straffe, humorvolle Erzählweise und abwechslungsreiche Handlung sind eine gelungen Mischung für garantierten Lesespaß.
Es war ein Vergnügen, das Buch vorzulesen: für die Zielgruppe angemessene Länge, kurze Kapitel und witzige Illustrationen bringen das Erzählte auf den Punkt. Einfach großartig bebildert - genau an den richtigen Textstellen. Fiese Figuren und unerklärlich Zauberhaftes wie sprechende Gartenzwerge und eine Quasselstrippe von Huhn sorgen für Schabernack und Spannung.
Absolute Leseempfehlung für dieses bunte Allerlei aus Humor, Abenteuer, Kuriositäten und überzeugendem Finale. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.
Über eine Freundschaft in schweren Zeiten
Was fehlt dir von Sigrid Nunez
Zwei Freundinnen durchleben eine schwere Zeit: Die namenlose Hauptfigur steht ihrer sterbenskranken Freundin bei und reist mit ihr in ein Ferienhaus. Eine große emotionale Herausforderung, die ihr einiges abverlangt, aber von großem Mitgefühl und echter Anteilnahme erzählt.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den emotionalen Dialogen der Freundinnen und der Zerrissenheit zwischen Leben und Tod.
Die Hauptfigur verfügt über viel Empathie, macht sich unentwegt Gedanken und findet für sich erklärende Beweggründe, für das Handeln anderer Menschen und die Entscheidung ihrer Freundin. Die Gespräche zwischen den beiden waren sehr authentisch und berührend. Die aufkommenden Ängste wurden eindringlich beschrieben und zeichnen ein ehrliches Bild von der Auseinandersetzung mit Tod und Krankheit. Man erhält den Eindruck, Sigrid Nunez hat eigene Erfahrungen und Gespräche verarbeitet, so sehr geht es unter die Haut. Allerdings verläuft die Handlung ohne nennenswerte Höhepunkte und wankt in ihrer Sprunghaftigkeit ins Nebensächliche ab. Unvorhersehbar entwickelt sich eine spannende Neugier, die sich schließlich verläuft.
Fazit:
Überzeugt durch anspruchsvolle Sprachqualität, geistesgegenwärtige Themen, tiefe Empathie und eine Botschaft, die Hoffnung schenkt. Eher für Leser und Leserinnen, die emotionale Lektüre für Geist und Verstand suchen.
Reihen-Auftakt entführt in eine außergewöhnliche Stadt
Catacombia, Band 1: Abstieg in die Tiefe. Ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass 2022! (Spannendes Fantasy-Abenteuer ab 10 Jahren) von R. L. Ferguson
Als sich Sam und sein Hund Einstein in der Untergrundstadt Catacombia wiederfinden, zögert der Dreizehnjährige keine Sekunde bei der Vorstellung, an diesem wundervollen Ort bleiben zu können - ein magische Stadt, die altes Wissen und neuste Technologien verbindet. Diese scheinbare Utopie bietet ihm ein komfortables Leben, zukunftsweisenden Fortschritt und sogar Zauberei.
Jedoch wollen Fanatiker den Frieden kompromittieren und Sam weiß schon bald nicht mehr, wem er noch trauen kann.
Mir ging es genau wie Sam: erstmal hatte ich keinen Durchblick und war überwältigt von den fortschrittlichen Errungenschaften - wie in einem Freizeitpark möchte man sofort alles erkunden. Catacombia ist eine Stadt, die auf erneuerbare Energien und Vorstellungskraft setzt, sowie Zukünftiges und Vergangenes durch Magie und Technologie vereint. Die Ideen sind für die jüngere Zielgruppe spannend umgesetzt und bedienen sich an vielen, bereits existierenden und beliebten Werken wie „Atlantis“ oder „Zurück in die Zukunft“ . Durch das schnelle Voranschreiten der Handlung und das zügige Abhandeln der unbekannten Begrifflichkeiten, - die unweigerlich in einer fremden Zivilisation auftreten - geht das Potenzial der wissbegierigen Leserschaft etwas verloren. Schreibstil und Charakterentwicklung konnten durchweg begeistern. Besonders Sam ist ein einfühlsamer Junge, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt.
Fazit: Abwechslungsreiches und spannendes Lesevergnügen, bis hin zu einem packenden Finale, das vielversprechend auf die weiteren Teile der Reihe blicken lässt. Wer gern Heldengeschichten über Außenseiter, fremde Welten und technologische Zukunftsvisionen liest, sollte sich seine eigene Meinung bilden. Steigt in die Tiefe und besucht selbst das magische Catacombia!
Anregende Sommerlektüre
Der Brand von Daniela Krien
Der titelgebende Feuerbrand zwingt das Ehepaar Rahel und Peter zur Umstrukturierung ihrer Urlaubspläne. Einem Hilferuf folgend, landen sie schließlich in einer ländlichen Idylle. Während jeder für sich eine Rolle einnimmt, wird das Schweigen unerträglich. Wo ist das gegenseitige Begehren geblieben?
Was nach einem Beziehungsdrama klingt, ist tatsächlich ein vielschichtiger Roman, in dem es nicht nur um eheliche Differenzen geht.
Sowohl der belesene Professor Peter, als auch die feinfühlige Therapeutin Rahel sind reizvolle Persönlichkeiten, die auch einen Konflikt innerhalb der Familie nicht scheuen.
Ebenso mitreißend: kritisches Hinterfragen der eigenen Gedanken und Taten und aktueller Themen, wie diskriminierungsfreie Sprache, frühkindliche Bindungsstörung und der Frage, wie man Wespen am besten fern hält, wenn man im Freien essen möchte.
Rahel macht sich als Ich-Erzählerin viele Sorgen, in denen stets der Wunsch nach Liebe und Begehren mitschwingt. Ihren Gedankengängen zu folgen, war meistens ein Vergnügen, weil sie sich nicht darin verliert und die Erkenntnisse in ihren Entwicklungsprozess aufnimmt. Ich mochte die klare Struktur des Romans, den Gesetzmäßigkeiten der Zeit folgend: Jedes Kapitel ein Tag, drei Wochen lang - Veränderung und Fortschritt deutlich sichtbar.
Ein literarischer Einblick in das Leben eines langjährigen Ehepaares, mit seinen Höhen und Tiefen und dem Zyklus des Lebens. Der klare Erzählstil schwingt mit gekonnter Leichtigkeit und fängt die Freiheit eines Sommerurlaubs und das Ehefrau- und Muttersein beispielhaft ein. Am Ende bleibt ein positives Gefühl, und die Erinnerung an einen Sommerurlaub, der gab und nahm. Empfehlung für alle, die ein Buch für die Ferien mit Anspruch und Sommerfeeling suchen.
Tiere im Einsatz für den Menschen
Wieso? Weshalb? Warum? Band 16 - Tiere im Einsatz von Andrea Erne
Die Bücher dieser Frage-Reihe sind immer ein besonderes Highlight. Die Gestaltung ist einfach herausragend, die Illustrationen toll und die Klappen spannend und abwechslungsreich. Kompetent recherchierte Fakten, von denen man sogar als Erwachsener noch etwas lernen kann, machen das gemeinsame Entdecken des Buches zu einem spielerischen Erlebnis.
Aufgrund der guten Stabilität hat man auch lange Freude an den Büchern. Es gibt mittlerweile viele interessante Themen dieser Reihe, aber Tiere und Natur konnte uns bisher immer am meisten begeistern. So ist es auch hier: Hunde, Pferde, Alpakas, Ziegen… - viele bei Kindern beliebte Tiere faszinieren durch ihre vielseitigen Fähigkeiten und warmherzige Freundlichkeit. Man lernt bspw. etwas über Therapie-Bauernhöfe, die Ausbildung von Polizei- und Rettungshelfern und über Tiere, die sich durch viel Kraft und Instinkt auszeichnen.
Es empfiehlt sich, die Bücher beim ersten Mal mit kleineren Kindern gemeinsam zu lesen, weil die Klappen vorsichtig geöffnet werden sollten, damit sie nicht kaputt gehen.
Spuckhaus-Feeling auf einer Berliner Insel
Der Nachlass von Winner Jonas
Bei einem Psychothriller, indem sich mehrere Hinterbliebene einem Spiel stellen müssen, indem es darum geht Wettbewerbe für sich zu entscheiden und die in Aussicht stehenden Punkte zu ergattern, um das millionenschwere Erbe zu erhalten, erwartet man eine neue Dimension der Hunger Games - aber weit gefehlt.
Der Wettkampf war nur anfangs treibende Kraft und ging dann schließlich unter, in alten Geschichten, vergangenen Konflikten und neu aufgerissenen Wunden. Von den Spieler n als notwendiges Übel betrachtet, dass es schnell hinter sich zu bringen gilt, ging es vermehrt um das Grauen, was sich im Hintergrund abspielt. Wer Lust auf eine Kombination aus Familiendrama und Spuckhaus-Feeling hat, wird auf jeden Fall seine Freude habe. Wer außergewöhnliche Wettkämpfe und viel Beiwerk erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.
Fazit: Handwerklich gekonnt auf Effekt gebürstet und peinlich darauf bedacht, keine verräterischen Informationen durchsickern zu lassen, was in einem gelungenen Plot endete, dessen Geheimnisse nicht zu früh gelüftet werden. Trotz angesprochener Punkte, wurde ich spannend unterhalten.
Nostalgischer Kinderkrimi mit sensibler Note
Das Karlgeheimnis von Jutta Wilke
Zwei sympathische Hauptfiguren mit Identifikationspotenzial, auf der Suche nach Zugehörigkeit und Abenteuern.; ein kleines Büdchen, das verschiedenste Menschen vereint und eine Ungerechtigkeit, die gemeinschaftlich verbindet.
Eine Geschichte, die nostalgisch stimmt, hervorhebt, worum es wirklich geht und aufgrund der relevanten Themenvielfalt, wie Erkrankungen, sozialer Spaltung und Verlust, in Erinnerung bliebt.
Leider wecken Cover und Klappentext die Erwartung eines spannenden und abenteuerlichen Kriminalfalls. So richtige Spannung wollte bei uns aber leider nicht aufkommen. Gut unterhalten wurden wir aber trotzdem: Statt auf Tempo, Wortwitz und überraschende Wendungen setzt die Autorin vor allem auf die aufkeimende Freundschaft zwischen Emil und Finja und erzählt gekonnt von Gefühlsausbrüchen und sorgenvollen Gedanken, während hoffnungsvolle Töne der Neugier mögliche Lösungen hervorbringen. Ohne falsche Erwartungen erhält man eine durchaus schönen Kinderkrimi, voller Sympathieträger und Alltagsschurken, die auch die Berg- und Talfahrt des Lebens kindgerecht miteinbezieht und zeigt wie hilfreich und tröstend Zusammenhalt sein kann. Angenehmer Schreibstil und originell illustriert.
Fazit: Nicht ganz, was wir uns erwartet haben, aber dennoch sehr lesenswert! Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung. 4 von 5 Sternen von den Kids
Unterhaltsamer Einstieg zum Thema Tod und Sterben
Abschied von Hermine von Jasmin Schreiber
Nach der Lektüre von „Abschied von Hermine“ lässt niemanden mehr der Tod kalt und es ist überraschend, wie oft man im Alltag mit dem Altern, Sterben und dem Ende des Lebens konfrontiert wird. Die Lektüre war manchmal unbequem und an einer Stelle etwas unappetitlich, aber überraschend leicht zu lesen, unterhaltsam, interessant und in der Betrachtung vielfältiger, als ich gedacht hätte.
Manches „unnütze“ Wissen werde ich nicht so schnell vergessen und den Sterbeprozess an einem Hamster zu erläutern fand ich wesentlich erträglicher, als das darauf folgende Beispiel an einem (fiktiven) Menschen. Vieles wusste ich bereits, manches war mir neu. Aber alles ist verständlich und unkompliziert beschrieben. Mir hat besonders gefallen, dass sich die Autorin nicht so ernst nimmt, dabei authentisch bleibt, sich aber trotzdem auch kritisch äußert und immer wieder ihre persönlich Meinung einbringt. Ihre friedvolle Haltung gegenüber Tieren und der Natur empfand ich inspirierend, insbesondere das Schneckenkrankenhaus. An das Gendern musste ich mich erst gewöhnen und fand es beim Lesen eher störend und stellenweise auch übertrieben. Über das Ehrenamt der Autorin als Sternenkindfotografin hätte ich gern mehr erfahren. Außerdem hätte ich mir mehr Ausführlichkeit zu den verschiedenen Bestattungsritten gewünscht und einer wissenschaftlicheren Betrachtung von dem Gefühl der Trauer, das mir am Ende zu kurz kam. Ich hoffe, ich werde vor meinem Tod wenigstens noch erfahren, was es mit dem Inhalt ihres Gefrierschranks auf sich hatte - ein fast schon fieser Cliffhanger.
Insgesamt ein gutes Buch, über das Leben, das Sterben und den Tod, das den Leser an die Hand nimmt und mit Witz, Trost und Stärke unterhält und informiert. Es sei besonders denen ans Herz gelegt, die Angst vor dem Tod haben, denn es hilft zu verstehen, warum er unschön, aber wichtig ist.











