Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kokoloreslot:
Unser erstes Buch der Reihe
Auf fliegender Mission 4 - Malas geheime Insel von Lutz Kucher
In der magischen Buchreihe „Auf fliegender Mission“ gehen drei Geschwister mit einem fliegenden Teppich und einem Tropenvogel auf Reisen, um eine Mission zu erfüllen. So folgen sie einer Spur nach der anderen. Dabei lernen sie verschiedene Orte, freundliche Menschen und Tiere kennen. Besonders gut haben uns die spannenden Situationen gefallen, wenn die Kinder nicht aufgegeben haben, um eine Lösung zu finden, weil immer alle zusammenhalten, wenns drauf ankommt, und das die Tiere sprechen konnten.
Die vielen modernen Illustrationen haben uns auch prima gefallen. Man flog nur so durch die Kapitel und manchmal waren sogar illustriere Doppelseiten dabei. Alle vorkommenden Figuren sind einfach gestrickt, aber sehr sympathisch und fördern ein positives Weltbild. Ein bisschen mehr Witz und Charaktervielfalt würde die Geschichte noch lebendiger machen.
„Marlas geheime Insel“ ist unser erstes Buch der Reihe „Auf fliegender Mission“. Durch den Rückblick sind wir aber gut reingekommen und haben jetzt Lust, die anderen Teile auch zu lesen, um zu erfahren, was es mit dem Professor auf sich hat und wie genau die Geschwister den fliegenden Teppich Kasimir eigentlich getroffen haben. Eine spannende Reihe mit Suchtfaktor, die neben außergewöhnlichen Abenteuern auch einen Blick auf wichtige Themen unserer Zeit wirft, wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Was ist passiert? Geheimnisvolles Familiendrama
Die Überlebenden von Alex Schulman
Benjamin erinnert sich an die Sommer seiner Kindheit, die er mit seinen beiden Brüdern, seinen Eltern und Hund Molly am See verbrachte, bis ein tragisches Ereignisse sein Leben für immer veränderte. Nun ist er erwachsen, seine Mutter gestorben und er trifft sich mit seinen Brüdern, um eine letztes Mal an den Ort der Kindheit zurückzukehren.
Als Kind ist Benjamin ständig auf der Hut vor den dramatischen Szenen und heftigen Auseinandersetzungen in der Familie. Die Eltern sind Trinker und die Brüder gehen unterschiedlich damit um. Während der eine Bruder Gewaltbereitschaft zeigt, kann der andere alles verdrängen und geht seiner Wege. Doch Benjamin haben die traumatischen Ereignisse nie losgelassen. Er konnte die Puzzleteile nie zusammenfügen, weil das Schweigen und die Angst vor Zurückweisung übermächtig wurde. Diese Verletzung ziehen sich bis in die Gegenwart.
Der schwedische Autor Alex Schulman fängt mit dem Ende an und rollt die Geschichte von hinten auf. Das war ungewöhnlich, aber zielführend, um die Spannung nicht abbrechen zu lassen. Leider hab ich mich damit sehr schwer getan. Die Ahnungslosigkeit, nicht zu wissen, wo die Geschichte hinführt, ließen die Kindheitserinnerung wie Kurzgeschichten an mir vorbei rauschen. Ständig fragte ich mich, ob da noch etwas passiert. Als dann schließlich etwas passierte, wurde die Bedeutung verschleiert. Dadurch habe ich mich ziemlich durch das Buch gequält, es aber zum Glück zu Ende gelesen. Der Abschluss ließ mich dann ganz anderes auf die Geschichte blicken, aber es blieben so viele ungeklärte Fragen. Zudem hat mir die ambivalente Sprache gefallen und das Bild eines idyllisches Sommers, der trotz allem lohnenswerte Erinnerungen hervorbringt.
Junge mit goldenem Herzen im düsteren Mittelalter
Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte
Martin ist ein elfjährige Junge mit einem schwarzen Hahn als Freund, der sein Dorf verlässt, um die entführten Kinder zu finden, die Jahr um Jahr von den Reitern, ihren Familien entrissen und verschleppt werden.
Die Dorfbewohner behandelt den liebenswerten Jungen mit Häme und Böswilligkeit. Als ein Maler das Dorf besucht, erfährt Martin zum ersten Mal so etwas wie Liebe und geht mit ihm fort.
Sein hoffnungsvolles Wesen zeichnet einen großen Kontrast zum grausamen Zeitalter - ca. Mitte des 14. Jahrhunderts, als der 100jährige Krieg in Aussicht war und die Pest ganze Dörfer ausrottete. Eine Zeit in der Hungersnöte, Tod und Leid an der Tagesordnung standen, Leib und Leben ständig bedroht war und die meisten Menschen unter fehlender Bildung und Ahnungslosigkeit litten. Doch Martin hat ein besonderes Talent: seine Auffassungsgabe, seine Klugheit und sein goldenes Herz lassen ihn hartnäckig und mutig sein Ziel verfolgen, trotz vieler Entbehrungen und Unglück. Skurrile und schaurige Situationen und Figuren bleiben einem auch nach dem Lesen eindrücklich im Gedächtnis. Genauso wie die Menschen, die in dieser unglückseligen Geschichte durch gute Taten hervorstechen. Hat man sich erst einmal an den Schreibstil gewöhnt, mag man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und fiebert mit dem tapferen Jungen, der sich dem Bösen stellt. Umwerfend einfach und doch ein anspruchsvoll verstrickter Erzählstil, der seinesgleichen suchen wird. Absolute Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche literarische Debüt.
Außergewöhnliches Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren
Arno und sein Pferd von Jane Godwin
Es geht um einen Jungen, der sein geliebtes Holzpferd verliert und sich dadurch mit Verlustängsten der Vergangenheit konfrontiert sieht.
Ein komplexes Thema, das verständlich und interessant für Kinder umgesetzt wurde. Die reimenden Texte klingen manchmal etwas holprig, aber das liegt einfach an der Übersetzung aus dem Englischen.
Was uns besonders gefallen hat, waren die eindrucksvollen Illustrationen von Felicitas Sala. Die warmen Farben erschaffen eine besondere Atmosphäre, und eine beruhigende Lebendigkeit, die auf eine ganz eigenen Art und Weise Arnos Geschichte erzählt. Dabei taucht man in eine Welt ein, die noch von immateriellen Werten, vielen Naturausflügen, Draußen spielen und natürlichen Elementen wie Holz geprägt ist. Dabei steht das Holzpferd auch für ein richtiges Pferd und einen Menschen, der Arno in seinem Leben sehr wichtig war.
Ein bezauberndes Buch mit einer berührenden und tiefsinnigen Geschichte, zum immer wieder Angucken und Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren, und zum Selberlesen für etwas ältere Kinder. Einzigartig und sehr empfehlenswert für die ganze Familie.
Tolle Buchgestaltung und unterhaltsamer Auftakt
Tschakka! – Huhn voraus von Mara Andeck
Um die Ferien noch zu retten, darf sich jedes Familienmitglied etwas wünschten. Für Tabea ist klar, sie will Abenteuer erleben, wenn sie schon keinen Hund bekommt. Also will sie allein losziehen dürfen, um mit ihrem besten Freund Einstein die Gegend nach einem entlaufendem Huhn abzusuchen. Als Tabea dabei die Zeit völlig vergisst, droht ihre neu gewonnene Freiheit gleich wieder verloren, aber zum Glück kommt ihr eine rettende Idee.
Lebendig, frech und aufregend, so ist Tabea beziehungsweise Tschakka, wie sie sich gern nennt. Da kommt garantiert keine Langeweile beim Lesen auf, denn nicht nur die Charaktere bieten viel Abwechslung, es gibt auf jeder (!) Seite etwas zu entdecken: Markierungen, Symbole, Illustrationen, kreative Wortgestaltungen, und alles im Stil eines Comics. Ergänzt sehr unterhaltsam, die ohne hin schon dynamische Geschichte, in der es um nachhaltige Feriengestaltung, Familie und geplatzt Wunschträume geht. Dabei lernt man auch einiges über Hühner, Nachhaltigkeit, gute Verstecke für Schlüssel und Demokratie am Familientisch. Fazit: Das Buch bietet viel Abwechslung beim Selberlesen, gerade wenn Kinder nicht so viel Text mögen, und eine unterhaltsame Geschichte, die auf authentische Abenteuer, eingängige Charaktere und süße Tiere setzt.
Großartiger amerikanischer Krimi
Unbarmherziges Land von Chris Offutt
Kurz zum Inhalt: Eigentlich ist Mick mit Leib und Seele für die Army tätig, aber als seine Schwester, Gesetzeshüterin des Countys, ihn um Hilfe bittet, kommt ihm diese Ablenkung gelegen. Als vorübergehender Deputy untersucht er den Fund einer weiblichen Leiche und setzt sich durchsetzungsstark und strategisch mit den Strukturen seiner alten Heimat auseinander.
Mike ist ein harter Knochen, „geradeheraus, aber nicht mitteilsam“, der mit diplomatischem Gespür seine Angelegenheiten regelt. Die Suche nach Antworten zeichnet ein aussagekräftiges Bild über die Generationen von Einheimischen und die, von Düsternis und Tod gekennzeichnete, Kultur Kentuckys.
Besonders gefallen haben mir die überzeugenden Charaktere in dieser düsteren Kulisse: teilweise skurrile Persönlichkeiten mit Wiedererkennungswert und beinahe humoristische Einlagen, die mich an einige amerikanische Filmproduktionen erinnern, und das authentische Feeling von auf den Boden gespucktem Kautabak, jeder Menge Waffen, Drogen und hinterwäldlerisch rauer Gewalt. Das hat mir beim Lesen Unterhaltung geboten und ich schätze es, wenn ein Krimi mehr bietet, als nur die Aufklärung eines Falls, und mit einem realistischem Ende überzeugt.
Der starke Schreibstil und eine Story mit Verstand, die von zentralen und gleichzeitig beiläufigen Ermittlungen, rauen Bedingungen und Menschlichkeit erzählt, konnte mich begeistern. Weiteres Plus: ein durchsetzungsfähiger Held, der Eindruck hinterlässt und ein perfektes Ende, das bedauerlicherweise nach 220 Seiten viel zu früh eintritt. Empfehlenswert für alle Leser und Leserinnen, die Vielschichtigkeit, Authentizität und amerikanische Krimis schätzen.
Erstes Ferienabenteuer mit Flora Salmanteri
Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1 von Noora Kunnas
Die Geschwister Lilli und Mikko rechnen mit trostlosen Ferien bei ihrem überkorrekten Onkel, bis sie ihrer geselligen Nachbarin Flora Salmanteri begegnen. Die alte Dame nimmt sie herzlich auf und ehe sie sich versehen, erleben sie eine abenteuerliche und ausgelassene Sommerzeit.
Die außergewöhnliche Figurauswahl, die straffe, humorvolle Erzählweise und abwechslungsreiche Handlung sind eine gelungen Mischung für garantierten Lesespaß.
Es war ein Vergnügen, das Buch vorzulesen: für die Zielgruppe angemessene Länge, kurze Kapitel und witzige Illustrationen bringen das Erzählte auf den Punkt. Einfach großartig bebildert - genau an den richtigen Textstellen. Fiese Figuren und unerklärlich Zauberhaftes wie sprechende Gartenzwerge und eine Quasselstrippe von Huhn sorgen für Schabernack und Spannung.
Absolute Leseempfehlung für dieses bunte Allerlei aus Humor, Abenteuer, Kuriositäten und überzeugendem Finale. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.
Über eine Freundschaft in schweren Zeiten
Was fehlt dir von Sigrid Nunez
Zwei Freundinnen durchleben eine schwere Zeit: Die namenlose Hauptfigur steht ihrer sterbenskranken Freundin bei und reist mit ihr in ein Ferienhaus. Eine große emotionale Herausforderung, die ihr einiges abverlangt, aber von großem Mitgefühl und echter Anteilnahme erzählt.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den emotionalen Dialogen der Freundinnen und der Zerrissenheit zwischen Leben und Tod.
Die Hauptfigur verfügt über viel Empathie, macht sich unentwegt Gedanken und findet für sich erklärende Beweggründe, für das Handeln anderer Menschen und die Entscheidung ihrer Freundin. Die Gespräche zwischen den beiden waren sehr authentisch und berührend. Die aufkommenden Ängste wurden eindringlich beschrieben und zeichnen ein ehrliches Bild von der Auseinandersetzung mit Tod und Krankheit. Man erhält den Eindruck, Sigrid Nunez hat eigene Erfahrungen und Gespräche verarbeitet, so sehr geht es unter die Haut. Allerdings verläuft die Handlung ohne nennenswerte Höhepunkte und wankt in ihrer Sprunghaftigkeit ins Nebensächliche ab. Unvorhersehbar entwickelt sich eine spannende Neugier, die sich schließlich verläuft.
Fazit:
Überzeugt durch anspruchsvolle Sprachqualität, geistesgegenwärtige Themen, tiefe Empathie und eine Botschaft, die Hoffnung schenkt. Eher für Leser und Leserinnen, die emotionale Lektüre für Geist und Verstand suchen.
Reihen-Auftakt entführt in eine außergewöhnliche Stadt
Catacombia, Band 1: Abstieg in die Tiefe. Ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass 2022! (Spannendes Fantasy-Abenteuer ab 10 Jahren) von R. L. Ferguson
Als sich Sam und sein Hund Einstein in der Untergrundstadt Catacombia wiederfinden, zögert der Dreizehnjährige keine Sekunde bei der Vorstellung, an diesem wundervollen Ort bleiben zu können - ein magische Stadt, die altes Wissen und neuste Technologien verbindet. Diese scheinbare Utopie bietet ihm ein komfortables Leben, zukunftsweisenden Fortschritt und sogar Zauberei.
Jedoch wollen Fanatiker den Frieden kompromittieren und Sam weiß schon bald nicht mehr, wem er noch trauen kann.
Mir ging es genau wie Sam: erstmal hatte ich keinen Durchblick und war überwältigt von den fortschrittlichen Errungenschaften - wie in einem Freizeitpark möchte man sofort alles erkunden. Catacombia ist eine Stadt, die auf erneuerbare Energien und Vorstellungskraft setzt, sowie Zukünftiges und Vergangenes durch Magie und Technologie vereint. Die Ideen sind für die jüngere Zielgruppe spannend umgesetzt und bedienen sich an vielen, bereits existierenden und beliebten Werken wie „Atlantis“ oder „Zurück in die Zukunft“ . Durch das schnelle Voranschreiten der Handlung und das zügige Abhandeln der unbekannten Begrifflichkeiten, - die unweigerlich in einer fremden Zivilisation auftreten - geht das Potenzial der wissbegierigen Leserschaft etwas verloren. Schreibstil und Charakterentwicklung konnten durchweg begeistern. Besonders Sam ist ein einfühlsamer Junge, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt.
Fazit: Abwechslungsreiches und spannendes Lesevergnügen, bis hin zu einem packenden Finale, das vielversprechend auf die weiteren Teile der Reihe blicken lässt. Wer gern Heldengeschichten über Außenseiter, fremde Welten und technologische Zukunftsvisionen liest, sollte sich seine eigene Meinung bilden. Steigt in die Tiefe und besucht selbst das magische Catacombia!
Anregende Sommerlektüre
Der Brand von Daniela Krien
Der titelgebende Feuerbrand zwingt das Ehepaar Rahel und Peter zur Umstrukturierung ihrer Urlaubspläne. Einem Hilferuf folgend, landen sie schließlich in einer ländlichen Idylle. Während jeder für sich eine Rolle einnimmt, wird das Schweigen unerträglich. Wo ist das gegenseitige Begehren geblieben?
Was nach einem Beziehungsdrama klingt, ist tatsächlich ein vielschichtiger Roman, in dem es nicht nur um eheliche Differenzen geht.
Sowohl der belesene Professor Peter, als auch die feinfühlige Therapeutin Rahel sind reizvolle Persönlichkeiten, die auch einen Konflikt innerhalb der Familie nicht scheuen.
Ebenso mitreißend: kritisches Hinterfragen der eigenen Gedanken und Taten und aktueller Themen, wie diskriminierungsfreie Sprache, frühkindliche Bindungsstörung und der Frage, wie man Wespen am besten fern hält, wenn man im Freien essen möchte.
Rahel macht sich als Ich-Erzählerin viele Sorgen, in denen stets der Wunsch nach Liebe und Begehren mitschwingt. Ihren Gedankengängen zu folgen, war meistens ein Vergnügen, weil sie sich nicht darin verliert und die Erkenntnisse in ihren Entwicklungsprozess aufnimmt. Ich mochte die klare Struktur des Romans, den Gesetzmäßigkeiten der Zeit folgend: Jedes Kapitel ein Tag, drei Wochen lang - Veränderung und Fortschritt deutlich sichtbar.
Ein literarischer Einblick in das Leben eines langjährigen Ehepaares, mit seinen Höhen und Tiefen und dem Zyklus des Lebens. Der klare Erzählstil schwingt mit gekonnter Leichtigkeit und fängt die Freiheit eines Sommerurlaubs und das Ehefrau- und Muttersein beispielhaft ein. Am Ende bleibt ein positives Gefühl, und die Erinnerung an einen Sommerurlaub, der gab und nahm. Empfehlung für alle, die ein Buch für die Ferien mit Anspruch und Sommerfeeling suchen.











