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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

Das Vermissen bleibt

Blue Sisters von Coco Mellors

Als ich mit dem Buch anfing, wurden im Prolog bereits alle vier Blue Schwestern einmal vorgestellt, was mir geholfen hat, schnell in den Roman zu finden. Alle Figuren sind interessant und die Perspektiven von Avery, Bonnie und Lucky, die sich kapitelweise abwechseln, erzählen ganz unterschiedliche Geschichten.

Man bekommt verschiedene Einblicke in ihre Kindheit, ihre Schwesternschaft und ihr Leben, das noch immer von dem Verlust ihrer Schwester beeinflusst wird. „Zu dritt funktionierten sie nicht, denn sie waren es gewohnt, zu viert zu sein, und ohne Nicky an einem Ort zu sein machte es nur noch schlimmer.“
Deren Todesursache ist schockierend und ein wichtiges Statement zum Thema Frauengesundheit. Es gab einige Sätze, die mich nicht mehr losgelassen haben. Im Grunde fing der Prolog schon damit an. «Blue Sisters» hat mir mehr zugesagt wie «Cleopatra und Frankenstein», aber beide haben natürlich den wunderbaren Schreibstil von Coco Mellors und Themen wie Alkohol- und Drogensucht gemeinsam. Generell ist der Roman wieder voller schwerer Themen. So wird auch die ablehnende Mutter-Tochterbeziehung der Schwestern aufgriffen, die schwierige Beziehung zum Vater, das Thema Mutterschaft und Kinderwunsch. „Das ist Familie (…), Wurzel von Trost und Chaos zugleich.“ Besonders die Einblicke in die Beziehung und Verstrickung der Schwestern und das versöhnliche Ende fand ich lesenswert. Ich glaube, jeder der keine Geschwister hat, bekommt einen bleibenden Eindruck, wie es ist, Geschwister zu haben und alle anderen werden sich in vielen Punkten wiederfinden. „Irgendein primitiver Teil von ihr kam erst zur Ruhe, wenn sie mit einer ihrer Schwestern zusammen war.“

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Sehr empfehlenswert

Wenn wir ins Gras beißen - Das Buch vom Tod für große und kleine Menschen von Eric Wrede

Wenn man ein Sachbuch zum Thema Tod und Sterben für Kinder sucht, ist «Wenn wir ins Gras beißen…» eine gute Wahl, um sich dem Thema zu nähern. Denn durch viele interessante Antworten wird Neugier geweckt und mit Tabus gebrochen, was dann auch dazu führt, dass Kinder mit Verlusten besser umgehen können.

Beim Durchblättern zeigt sich schon, mit wie viel Kreativität und Vielfalt der Wissensdurst gestillt wird. Es gibt viele anschauliche Illustrationen und einfühlsame Texte, die kindgerecht und verständlich erklären, warum wir sterben, was mit dem Körper passiert und warum wir trauern. Dazu gehört auch ein Marienkäfer mit Sprechblase und Humor, die dem Thema die Schwere nehmen.
Hier wird klar und sachlich über ein sehr emotionales Thema gesprochen, was gerade Kindern sehr hilft, wenn es den Erwachsenen in ihrem Umfeld schwer fällt, darüber zu sprechen. Deshalb werden in dem Buch beide Parteien berücksichtigt und es gibt blaue Kästchen, die sich an die Erwachsenen richten und hilfreiche Tipps geben.

«Wenn wir ins Gras beißen…» trägt zu einem offenen Umgang bei und ist ein hilfreiches Sachbuch für das gemeinsame Lesen und darüber Sprechen, um sich für schwere Zeiten zu wappnen. Geeignet zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren.

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Einblicke in das moderne Landleben

Alles büddn wild von Annemarie Paulsen

«Alles büddn wild» ist ein erheiterndes und vor allem interessantes Buch über das Leben auf dem Land, alte Traditionen und starre Strukturen. Bäuerin Annemarie Paulsen plaudert unverstellt über ihr erfüllendes Leben auf dem Bio-Bauernhof und erzählt u.a. auch von ihrer wilden Kindheit mit sieben Geschwistern auf einem Hof in Schleswig Holstein und erfindet auch mal neue Bauernweisheiten.

Es gibt humorvolle Einblicke in das abgeschottete Dorfleben voller langer Busfahrten zur Schule, Stallgeruch und Trecker fahren, das durch Verbundenheit, viele Tiere, frische Luft und Unmengen an Platz, neben der Herausforderung, auch viel Schönheit und Erfüllung bietet.
Dabei bestätigt und widerlegt sie auch das ein oder andere Klischee. Ich konnte viele Eindrücke mitnehmen, bin ein bisschen schlauer und hätte am liebsten noch mehr über Kühe, das Dorfleben und Hühner erfahren.
Mir hat gefallen, dass es auch kritische Auseinandersetzungen gab und viele abwechslungsreiche Aspekte eingeflossen sind, wie Gemeinschaft, Trauer, aber eben auch selbst gemachte Schultüten. Der Schreibstil ist in einem angenehmen Plauderton verfasst, sodass ich viel Spaß hatte, ihren Anekdoten zu folgen. Lesenswert für alle, die sich für das moderne Landleben interessierten.

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Witziger Fantasy-Comic-Auftakt

Kleine Hexe Nebel 1: Das Erwachen des Drachen von Jérôme Pélissier

«Kleine Hexe Nebel. Das Erwachsen des Drachen» ist der Auftakt einer dreibändigen Comic-Reihe. Erzählt wird die Geschichte von einem kleinen Schwein, das später von Nebel auf den Namen Hubert getauft wird. Nebel ist die Heldin dieser Geschichte und absolut davon überzeugt, dass sie eine waschechte Hexe ist, obwohl ihre Zauber eher vom Zufall getragen werden als von echter Magie.

Im Nebel geboren bekam sie ihren Namen und als ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk macht, ist Nebel fest entschlossen, ihren Traum wahr zu machen. Dabei wird sie von dem Jungen Hugo unterstützt und auch Schwein Hubert beweist unbemerkt, dass die drei ein tolles Team sind.

Dieses fantastische Hexenabenteuer macht großen Spaß. Es ist spannend, sehr witzig und erzählt von Freundschaft, einem verbotenem Wald mit großen Gefahren, einem Drachen und Hexenmagie. Nebel ist selbstbewusst, direkt und stellt sich mutig allen Herausforderungen. Das hat mir richtig gut gefallen, weil sie so authentisch ist, während Schweinchen Hubert natürlich alle Sympathiepunkte einstreicht, wenn er sich mit einem Schoko-Croissant bestechen lässt. Wie Nebel den Hubert aufgegabelt hat, war sehr unterhaltsam und es gibt so zahlreich lustige Momente, die einen zum Lachen bringen. Die Illustrationen sind ebenso großartig, stimmungsvoll und detailreich. Die Gestaltung des Dorfes, die Mimiken und der runde und weiche Zeichenstil, all das trifft genau mein Geschmack. Hier passt für mich alles und ich kann die Erscheinung der Fortsetzung im April 2025 kaum erwarten.

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Ideal für eine kleine Auszeit

Tee auf Windsor Castle von Claire Parker

Kate besichtigt mit ihrer Freundin den Palast Winsor Castle, verlässt dann unerlaubt die Gruppe und begegnet in der Teeküche der alten Lady Betty. Daraus entsteht ein netter Austausch, der von Belanglosigkeiten bis zu philosophischen Themen reicht. Beide erleben eine unvergessliche Nacht, bis Kate am nächsten Morgen den Haushofmeister Mr Hutton kennenlernt und versucht, den Palast unbemerkt zu verlassen.

Ich hatte große Lust auf diese kurze, leichte und inspirierende Geschichte, die einen Hauch royale Atmosphäre verströmt und von der Sympathie der Figuren lebt. Betty ist so herrlich ausgebufft, souverän und merklich ausgeglichen. Was ist ihr Geheimnis? Nicht nur Kate wurde dabei zum Nachdenken angeregt, denn die ist eher pessimistisch eingestellt, besonders wenn es um die ungerechte Vermögensverteilung geht und lästert gern über die Königsfamilie. Ihre lockere Sprache hat für mich manchmal nicht zur feinen Aufmachung gepasst. Allerdings zeichnet sich dadurch auch ein passender Kontrast ab, der in dem Buch an Bedeutung gewinnt. Mir hat diese Mischung gut gefallen.

«Tee auf Windsor Castle» war eine unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch mit inspirierenden Weisheiten, die hinten übrigens noch einmal zusammengefasst werden, und einem amüsantem Ende.

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Fantasievolles Antihelden-Abenteuer

Akademie Splitterstern 1: Akademie Splitterstern von Falk Holzapfel

Die «Akademie Splitterstein» ist der Auftakt einer actionreichen Fantasy-Reihe mit Humor, Magie und Gaming-Elementen. Jedes Kapitel endet mit einer Level- und Punkteübersicht.
Vier unterschiedliche Gefährten der Akademie, die, durch ein Verwandlungs-Missgeschick verbunden sind, machen sich, angeleitet von dem Totenschädel Denny, zu einer Knochenmoor-Quest auf.

Dort begegnen sie Witwenweiden, Trollen, Müffelmiezen und es wird nicht nur spannend, sondern auch ein bisschen gruselig. Man erlebt, wie sie zusammenwachsen, Sternenstaub sammeln (und verlieren), Gefahren bestehen und zu Freunden werden. Eine temporeiche Handlung mit sympathischen Helden, kreativen Einfällen, einigen Extras vorweg und im Anhang und einem wendungsreichem Finale, das etwas abrupt sein Ende fand.

Insgesamt empfehlenswert, aber bei dem Hardcover gab es zwei Punkte, die mir nicht gefallen haben. Das Papier ist recht dick, was zur Folge hat, dass es etwas Kraft kostet das Buch aufzuhalten, was ich tatsächlich störend fand. Die farbigen Illustration an den Kapitelanfängen sind atmosphärisch und präsentieren stimmungsvoll die Splitterlande. Statt der vier schwarze-weiß Illustrationen auf den folgenden Seiten, die sich wiederholen bis ein neues Kapitel beginnt, hätte ich mir jedoch mehr Illustrationen der Helden gewünscht, die mehr Abwechslung bieten. Zudem gab es dreimal eine Lehrstelle in meiner Ausgabe, gefüllt mit einem QR-Code (vermutlich ein Fehler).

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Feministische Fantasy

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen von Kelly Barnhill

Frauen erhalten die Macht, sich ihrer aussichtslosen Situation zu entziehen, indem sie sich in Drachen verwandeln. Abgesehen von der starken Symbolik und Frauenpower in dieser alternativen Realität der 1950er Jahre, ist es auch eine mitreißende Fantasy-Erzählung über eine Frau und ihre Familie, die zurückbleibt.

Über Tabus und Sprachlosigkeit, über Potentialentfaltung, Ungerechtigkeit, Aufbegehren und natürlich feuerspeiende Drachen.
Der Schreibstil hat mich ohne lange Eingewöhnung mitgerissen und mich mit Alex mitfiebern lassen, die, in der Ich-Perspektive geschrieben, nach dem Warum sucht. Diesen Sog konnte das Buch nicht über die gesamte Länge halten, aber trotzdem mochte ich die unterschiedlichen Etappen und das Ende, das durchaus noch nachklingt. Es ist ein Buch, das zu Gesprächen einlädt und mich nicht so schnell losgelassen hat. Besonders hat mir gefallen, dass Kelly Barnhill märchenhafte Ideen einbringt und Abwechslung bietet, die sowohl zeitgemäß inspiriert und zeitlos begeistert. Dabei haben die Figuren genau das richtige Maß an Komplexität und Vielfalt. Es ist eine fantastische Geschichte weibliche Selbstermächtigung, die erzählerisch und fantasievoll überzeugt. Das Cover finde ich großartig, aber hier verdient vor allem der Inhalt eine Leseempfehlung.

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Fantastische Adaption, die sich lohnt

Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten von Agatha Christie; Isabelle Bottier

Der Krimi-Klassiker von Agatha Christie gehört zu der Comic-Reihe «Agatha Christie Classics» und ist künstlerisch ein hochwertiges Highlight.
«Hercule Poirots Weihnachten» erzählt von einem Familientreffen, einem Mord und den Ermittlungen des berühmten Hercule Poirot an Heiligabend. Ein absolut unvorhersehbarer, spannender und raffinierter Fall für Krimi-Fans, mit allen klassischen Elementen, bei dem das Miträtseln besonders Spaß macht, da man durch den klaren Stil viele Details entdecken kann, was mich dazu bewogen hat, auch mal zurück zu blättern, um mir die Mimik und Reaktionen der Protagonisten oder ihre Aufenthaltsorte nochmal anzusehen.

Nacheinander werden die Verdächtigen verhört und Text und Bilder sind gleichsam bedeutend. Mir hat auch gefallen, dass man durch die authentischen Elemente der 30er Jahre (Kleidung, Einrichtung etc.) in diese Zeit eintaucht und das herrschaftliche Ambiente zur Weihnachtszeit genießen kann, obwohl allen beteiligten nicht sehr weihnachtlich zumute ist. Das Buchformat erinnert an große Bilderbücher für Kinder. Dadurch sind die Darstellungen nicht so klein, während sich die Sprechblasen überwiegend unterordnen. Vorne und hinten findet sich eine Weltkarte mit Agatha Christies Werken. Insgesamt finde ich die Umsetzung fantastisch, weil sie alle Stärken eines Comics ausspielt und das Drama um Simeon Lees Ermordung spannend, stimmungsvoll und unterhaltsam präsentiert. Absolut empfehlenswert und ein wunderbares Lesevergnügen.

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Schüchterne Kleinstadtromanze

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance von Laurie Gilmore

Jeanie ist die neue Besitzerin des Pumpkin-Spice-Cafés in der Kleinstadt Dream Habour. Gleich daneben gibt es einen Buchladen und neben Pumpkin-Spice-Latte und gemütlichen Schauplätzen erwartet Jeanie ein Buchklub und neue Freundschaften. Bereits im ersten Kapitel begegnet Jeanie Logan, einem stillen Farmer.

Er hilft ihr bei einem Problem und sie kommen sich näher. Allerdings wurde Logan kürzlich das Herz gebrochen und die überbesorgten Kleinstadtbewohner (jeder mischt sich in die Angelegenheiten der anderen ein) raten Jeanie davon ab, diesen freundlichen und rücksichtsvollen Mann wieder zu verletzten. Das sorgt für Unsicherheit auf beiden Seiten und ein ständiges Auf und Ab, obwohl sich beide anschmachten. Außerdem will jemand Jeanie wieder loswerden und macht ihr das Leben schwer, aber das spielt nur eine Nebenrolle. Die Schreibweise ist ebenso seicht wie die Romanze, aber wenn man genau das sucht, dann kann man sich davon einfach berieseln lassen. Wer sich ein Bild machen möchte, sind hier zwei Eindrücke zum einordnen: „Jeanie atmete den Duft von warmem Heu und trockenem Laub ein. Ein Hauch von Holzfeuer und überreifen Äpfeln strich vorbei. Der ganze Ort roch nach Logan. Man sollte den Duft in Flaschen abfüllen. Eau de sexy Farmer.“ „ Er wollte, dass Jeanie ihm gehörte.“ Ich fand das Hin und Her ermüdend und einiges sehr fragwürdig umgesetzt. Für Nebenbei war es akzeptabel, aber ich würde es nicht empfehlen.

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Kosmos der Rechtsmedizin

Über Leben und Tod von Florian Klenk

Der Journalist Florian Klenk gibt Einblicke in die spektakulären Fälle, den Arbeitsalltag, Anekdoten und die Familiengeschichte des österreichischen Gerichtsmediziners Christian Reiter. Seine Schreibweise ist von genauen Beobachtungen geprägt, die einem das Gefühl geben, selbst dabei zu sein. Mir haben die Fälle im zweiten Teil des Buches besonders gefallen.

Man erfährt beispielsweise, wie die „Schwarze Witwe“ Elfriede Blauensteiner ihre Männer durch eine Anzeige gefunden und getötet hat, bis Reiter ihr schließlich, durch seine Befunde, Mord nachweisen konnte. Das Studierzimmer von Christian Reiter ist ebenso spannend, denn auch seine Leidenschaft für Maden, spiegelt sich hier wieder und es gibt viele interessante Fakten dazu.

Besonders beeindruckt hat mich der Satz, den Reiter auf die Frage antwortet, was ein menschlicher Leichnam ihm bedeutet, denn für ihn ist es eine Hülle und der leere Abdruck einer Phase der Existenz. „Wer heute bei mir am Tisch liegt, hat gestern noch gelebt.“ Der Flugabsturz in Thailand und die Beschreibungen sind makaber und kaum vorstellbar. Es geht auch um das Versagen des Rechtsstaates, Missstände in der Branche, das „Sparen im System“ und wie wichtig die gerichtsmedizinische Rechtspflege für die Opfer ist, wenn es um die Befunde für Verletzte und Verprügelte geht. Das war nicht nur eine lehrreiche Lektüre, sondern auch eine, die mir neue Sichtweisen über das Leben und den Tod geschenkt hat.

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