Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Grandios illustriertes Wintermärchen
Die Winterschwestern von Jolan C. Bertrand
Seit die kleine Winterschwester verschwunden ist, schickt die große Schwester ihre nordischen Winter und frostige Stürme. Der zehnjährige Waisenjunge Alfred lebt mit seinem Onkel und seiner Großmutter in einem Wikingerdorf und macht sich auf die abenteuerliche Suche nach der kleinen Winterschwester, nachdem sein Onkel von der großen Winterschwester entführt wurde.
Das verschneite Setting weiß zu verzaubern, ebenso wie die liebevollen Charaktere, die nordischen Legenden und märchenhaften Wesen, wie Trolle, Götter, Rentiere und eine listige Füchsin, die einen Zauber ausspricht. Ich mochte die Idee des Buches gleich und besonders der Einstieg hat mir sehr gefallen. Die Handlung ist actionreich, spannend und insgesamt kindgerecht und mitreißend, auch wenn sie unterwegs ein bisschen an Schwung verliert. Dafür bekommen die Charaktere mehr Tiefe und auch Gefühlen wird Raum gegeben. Ich hätte nicht erwartet, dass sich diese Fülle an Botschaften darin verbirgt. Die Geschichte ist nicht nur märchenhaft klassisch und hat einen wunderbaren Humor, sonder ist auch modern, reich an Emotionen und zeitgemäßen Themen, die immer mehr Einzug in Bücher finden.
Die aufwendige Buchgestaltung kann sich wirklich sehen lassen: die farbigen, seitenfüllenden Illustrationen von Chevalier Gambette haben ihren ganz eigenen Charme und passen hervorragend zu diesem magischen Winterabenteuer. In der Tat ein schöner Schmöker für Groß und Klein und ein Schmuckstück in der Büchersammlung.
Packender Thriller zum Mitfiebern
Villa Obscura von Melissa C. Hill; Anja Stapor
Die Halloween-Leseeinladung in die Villa Obscura war ein aufreibendes und sehr unterhaltsames Bucherlebnis. In Feierlaune gestartet, nimmt die Geschichte einen ungeahnten Verlauf und zeigt den Harz von seiner unheimlichen Seite. Wendungsreich, stimmungsvoll schaurig, sehr geheimnisvoll, emotional und äußerst dramatisch gestaltet sich die Handlung, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will.
Ein echtes Verwirrspiel mit sechs jungen Erwachsenen, die um ihr Leben fürchten, und zwei unbekannten Geiselnehmern, die bewaffnet und schweigsam ihre Geiseln im Ungewissen lassen. Beim Lesen tun sich so viele Fragen auf, dass es großen Spaß macht, mit den spärlichen Informationen zu spekulieren. Ich lag mit ein paar Vermutungen richtig, aber ich behaupte, es ist so gut gemacht, dass es sehr schwierig ist, die wahren Motive und das Gesamtbild vorher zu durchschauen. Die Auflösung hatte ich jedenfalls nicht erwartet und der Weg dahin, war tragisch und aufwühlend. Für mich fügte sich schließlich alles plausibel zusammen und obwohl manche Begebenheiten mich im Nachhinein noch beschäftigt haben, gefiel mir das packende Finale. Auch wenn Gewalt nicht verherrlicht wird und auf Horrorszenarien, die einem den Schlaf rauben, verzichtet wurde, ist es nicht ohne, weshalb es auch eine Triggerwarnung am Ende des Buches gibt, die ich angebracht finde.
Die sechs unterschiedlichen Perspektiven sorgen für Abwechslung und Dynamik, ohne das es verwirrend wird. Obwohl sie in der dritten Person Präsens geschrieben sind, taucht man tief ein. Ich konnte bei jeder Figur die Beweggründe nachvollziehen, selbst wenn ich sie fragwürdig fand. Auch die starken Emotionen der Figuren sorgen für Gänsehaut. Die Autorinnen beweisen ein feines Gespür für Details, die Authentizität ihrer Figuren und falsche Fährten, die den Lesespaß erhöhen. Ein packender Jugendbuch-Thriller zum Mitfiebern - auch für Erwachsene. Große Empfehlung für alle, die es spannend, rätselhaft und unvorhersehbar mögen.
Dunkle Magie, gefährliche Monster und eine Hexe ohne Schatten
Tage einer Hexe von Genoveva Dimova
Alles beginnt mit einem Fremden in der Schenke in der Neujahrsnacht und einem Moment der Verzweiflung, indem die Hexe Kosara eine spontane Entscheidung trifft, die sich als fataler Fehler herausstellt.
Die limitierte Erstauflage mit farbigen Buchschnitt ist ein Blickfang. Der Inhalt konnte mich aber noch mehr überzeugen, was dieses Buch zu einem richtigen Schmucksstück für mich macht.
Besonders die erste Hälfte habe ich sehr genossen, weil Kosara unvorhersehbar agiert, versucht, ihren Fehler wieder gut zu machen, und man die aufgeladene Atmosphäre, das wechselnde Setting und die eigenwilligen Charaktere zum ersten Mal erleben kann. Dann wird es deutlich düsterer und es zeichnet sich ab, wo die „Ermittlungen“ hin gehen werden, wobei Inspektor Asen Bacharow und Kosara eine tolle Dynamik haben. Generell mag ich den Humor sehr, weil er den Ernst und die Bedrohlichkeit aus so mancher Lage nimmt.
Kosara lebt in Chernograd, einer finsteren und trostlosen Stadt, die für zwölf Tage im Jahr ein leichtes Opfer für Monster wird. Kosara sieht es als ihre Pflicht, den Menschen in dieser Zeit zu helfen und die Monster zu bekämpfen. Dass sie sich nur für eine mittelmäßige Hexe hält und die Stimme des Zmey, der Zar der Monster, sie in ihrem Kopf kontinuierlich entmutigt, ist wenig hilfreich.
Kosara ist eine geheimnisvolle Figur (nicht nur sie) mit viel emotionalem Gepäck, denn erst mit der Zeit offenbart sich, was sie und der Zmey verbindet und was mit ihrer Schwester passiert ist. Von einer Mauer getrennt, befindet sich die Stadt Belograd auf der anderen Seite. Hier herrscht Frieden und Wohlstand, erkauft mit dem Leid der Chernograder. Ich fand es spannend, Kosara und Asen durch diese zwölf „Schmutzigen Tage“ und ihr monstermäßiges Abenteurer zu begleiten und habe mitgefiebert, besonders zum Schluss. Erst nach den letzten Seiten wurde mir klar, dass es eine Fortsetzung gibt und «Das Hexenkompendium der Monster» als Duologie angelegt ist. Das Ende kommt aber ohne Cliffhanger aus, jedoch möchte ich gern erfahren, wie es weitergeht. Ich freue mich auf die Fortsetzung und werde diesen Fantasy-Knüller weiterempfehlen. Im Anschluss an den Epilog findet sich übrigens das Hexenkompendium der Monster, denn niemand kennt die Schwächen der Monster besser als eine Hexe.
Verflucht magisch! Verdreht spannend! Vermaledeit gut!
Arkspire - Der neue Arkanist von Jamie Littler
«Arkspire - Der neue Arkanist» ist der Auftakt einer gelungenen Fantasy-Reihe, in der es spannend, humorvoll und auch ein bisschen gruselig wird.
Hauptfigur Juniper stiehlt Schmuggelwaren von gefährlichen Kriminellen, während ihre Zwillingsschwester als Arkspire-Anwärterin auf ein besseres Leben hofft.
Die fünf großen Arkanisten besitzen unvorstellbare Kräfte und beschützen die Stadt. Neigt sich das Leben eines Arkanisten dem Ende, wird die Magie weitergegeben. Juniper jedoch träumt von einer Magie, die alle benutzen können und nicht nur Arkanisten, und davon, dass sich auch für die kleinen Leute alles zum Besseren verändert. Natürlich kommt es zu Rivalitäten unter den Schwestern, aber eigentlich geht es um ganz andere Dinge - wirklich geheimnisvolle Dinge.
Ich hatte keine Ahnung, was als Nächstes passiert. Es ist unvorhersehbar und bietet einige wendungsreiche Überraschungen. Für Kinder ab 8 Jahren ist die neue Welt anfangs vielleicht verworren, aber insgesamt nicht zu komplex und sehr interessant. Jamie Littler schreibt bildhaft, flüssig und atmosphärisch. Deshalb fiel es mir leicht, mit der impulsiven Juniper Bell mitzufiebern, die doch bloß eine Tür geöffnet hat und nicht ahnen konnte, wie sich dann über Nacht alles verändert.
Die Illustrationen sind großartig und beweisen ein hervorragendes Timing. In passenden Abständen werden Szenen bebildert, die sowohl (sehr witzige) Momente zeigen als auch die Stimmung einfangen und mehr von der Stadt zeigen. Ob man sich in Madame Adies Apotheke verliert oder Emotionen gezeigt werden - es hilft sehr dabei, sich alles vorzustellen.
Die Kapitel haben eine angenehm Leselänge und neben den zahlreichen Illustrationen bieten auch die Kapitelanfänge Abwechslung. Das Ende ist dann offen und macht wirklich Lust auf den zweiten Band, der im Sommer 2025 erscheint.
Wunschwesen-Fantasy-Auftakt
Wishkeeper, Band 1 - Das Land der verborgenen Wünsche von Barbara Laban
Mit viel Fantasie, wie die Wishkeeper sie haben, und kreativem Ideenreichtum ist es eine Freude, gemeinsam mit Lexi und Milo, in die neue Welt einzutauschen und ihre Magie zu entdecken. Der Einstieg wandelt sich schnell vom Alltag hin zu einer spannenden Story, denn Lexi bekommt ein ganz besonderes Notizbuch überreicht und lernt Milo kennen, denn beide sind dazu bestimmt, Wishkeeper zu sein.
In Everwish vergeht die Zeit schneller und verlorene Wünsche von Kindern finden dort eine neue Heimat. Ebenso wie Lexi und Milo war ich neugierig auf Everwish und freudig aufgeregt, welche Abenteuer sie dort erleben werden und ob sie Everwish vor der Zerstörung bewahren können. Die Gestaltung des Buches ist ebenso farbenfroh und fantastisch wie die Geschichte. Die Handlung schreitet dabei temporeich voran und lässt keine Langeweile aufkommen. Dabei freute ich mich immer wieder über die Illustrationen und kleinen Elemente im Buch. Ingesamt ist es ein zauberhafter Kinderbuch-Auftakt - voller Schmetterlinge, verschiedener fantastischer Wesen, verborgener Wünsche und magischer Wunscherfüllung. Für Kinder ab 9 Jahren, die gern in fantastische Welten abtauchen.
Glanz bedeutet Magie
Birds of Paris - Das magische Pendel von Kathrin Tordasi
Léa stolpert direkt in ein großes Abenteuer voller Schnitzeljagden, magischer Elemente, versteckter Fallen und Rätsel, als sie in Paris ein geheimnisvolles Mädchen trifft, das mit einer Taube zu sprechen scheint und dann untertaucht. Danach ändert sich für Léa alles: Sie lernt eine Gruppe Kinder kennen, die alle ganz unterschiedlich sind und entdeckt ihre verborgene Fähigkeit.
Bei all der temporeichen Aktion macht die zwölfjährige Léa eine bemerkenswerte Entwicklung durch. Sie musste in ihrem Leben schon oft umziehen, deshalb fällt es ihr schwer, Freundschaften zu schließen. Obwohl Léa sich nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit sehnt, fehlt ihr die Erfahrung. Mit der Zeit gewinnt sie Vertrauen und merkt, dass sie bei den anderen Kindern so akzeptiert wird, wie sie ist.
Kathrin Tordasi begeistert mit einem bildlichen Schreibstil und ganz vielen magischen Ideen, Spannung und Abenteuer, wobei auch Freundschaft ein zentrales Thema ist. Die Kapitel sind angenehm kurz und bereits für Kinder ab 10 Jahren gut geeignet. «Birds of Paris - Das magische Pendel» ist ein mitreißender Reihenauftakt mit einer kreativen Abenteuer-Mischung und ganz viel Freundschaft. Bei dem Cliffhanger fällt das warten auf den zweiten Band schwer, aber der erscheint bereits im März 2025.
Eine mutige Wühlmaus-Pilotin
Earhart von Torben Kuhlmann
Zehn Jahre ist es her, dass Torben Kuhlmann das erste Mäuseabenteuer lebendig werden ließ. «Earhart» würdigt also nicht nur die Flugpionierin Amelia Earhart, sondern feiert auch das zehnjährige Jubiläum der einzigartigen Bilderbücher-Reihe. Diesmal geht es um gefährliche Großkatzen, fliegende Mäuse und starke Motoren, um Neugier, Mut und großen Erfinderreichtum.
Die kleine Wühlmaus wird durch Humphrey auf etwas aufmerksam, dass sie zum Fliegen führt und einer Maus, die ihr weiterhelfen kann. Es ist die Geschichte einer mutigen Wühlmaus-Pilotin, die lieber fliegen statt wühlen möchte, und sich nicht von ihrem Traum abbringen lässt. Nicht wenige Bilder haben mich zum Staunen gebracht und ich liebe es, dass die kleine Wühlmaus als erstes Ziel meine Lieblingsstadt anfliegt. Der Text liest sich sehr geschmeidig und dann wird die Geschichte mit den grandiosen Illustrationen weitererzählt. Die Bilder und Ereignisse sind umwerfend in Szene gesetzt und alles harmoniert sehr schön miteinander, ohne zu ausschweifend zu werden. So bleibt viel Platz, um die eigene Fantasie anzuregen. Es wird spannend und überraschend, weil ich das Ende so nicht erwartet habe. Wieder ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch für Klein und Groß.
Fantasievoller Hexenspaß mit einem frechen Pony
Pina Ponyhexe - Eine magische Freundschaft von Marlene Jablonski
Pina ist eine noch unerfahrene Junghexe, die auch ein bisschen tollpatschig ist, was sie sympathisch macht. Sehr aufgeregt fiebert sie ihrer großen Prüfung entgegen und hat keine Ahnung, welche Abenteuer ihr noch bevorstehen, als sie auf das freche und eigensinnige Pony trifft. Eine schicksalshafte Begegnung.
Pina hat ein gutes Herz und später im Buch überzeugt auch die Dynamik zwischen der Hexe und ihrem Pony immer mehr. Der Humor, der durch die Kommunikation entsteht, passt gut und das angenehme Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Insgesamt ein unterhaltsames Buch voller humorvoller Hexerei und Pferdestärke, schönen Ideen, wie der Vielaugenschnecke, und mit einigen schwarz-weiß-Illustrationen, die mit ihrem leicht verwaschenen Stil gut gepasst haben. Die große Schrift macht es für Leseanfänger leichter, aber der Text bietet ein paar Stolpersteine, die beim Vorlesen oder dem Hörbuch einen größeren Reiz ausmachen.
Actionreicher Auftakt
Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets von Alexandra Flint
Erzählt wird die Geschichte aus den zwei Ich-Perspektiven von Remy und Kasimir. Die 19-jährige Remy liebt es, an elektronischen Geräten zu tüffteln und ist bei ihren Adoptiveltern in Paris aufgewaschen. Kasimir, genannt Sim, ist ein Weltenschreiber und seine ganze Welt gerät aus den Fugen, nachdem seine Schwester getötet wurde.
Ohne eine Ripari, können sie die Weltenbibliothek nicht beschützen. Die Handlung ist dramatisch und angespannt, denn eine uralte Fede spitzt sich zu und nimmt auf niemanden Rücksicht, auch nicht auf die Pariser Bevölkerung. Remy wird in eine völlig unbekannte und gefährliche Welt geworfen und man kann gut mitfühlen, wie überwältigend das für sie ist - und wie schmerzhaft, weil sie alle belügen muss, die sie liebt.
„Ich kann nicht glauben, dass der Rest der Menschheit nicht einmal ahnt, dass die Mondia und all diese Geheimnisse existieren.“
«Silent Secrets» ist spannend, eindringlich und überzeugt mit einer allmählich aufbauenden Liebesgeschichte und einem französischem Setting. Ein Auftakt, der durchaus Lust auf die Fortsetzung macht, wobei ich hoffe, dass es zukünftig noch ein bisschen mehr im Detail um die Weltenbibliothek und ihre Bücher geht.
Wildpferd Sky erzählt seine Geschichte
Lauf wie der Wind, Sky! von Rosanne Parry
«Lauf wie der Wind, Sky» erzählt aus der Perspektive des Wildpferdes Sky und das ist der Aspekt, der mich am meisten beeindruckt hat. Diese Sichtweise ist Roseanne Parry erneut fantastisch gelungen. Sie schafft es, die Welt auf eine Art zu sehen, die uns verwehrt bleibt - besonders mit Blick auf uns Menschen.
Es wirkt dadurch sehr pur und man kann so richtig eintauchen und sich mitreißen lassen. Roseanne Parry schreibt angenehm und vor allem kindgerecht. Ihre Beschreibungen sind bildgewaltig, ihre Beobachtungen schöne Momentaufnahmen der Natur. Man kann es nicht aus der Hand legen, was es ideal zum Selberlesen macht. Denn Skys persönliche Reise in der Herde ist durchweg spannend. Es geht auch um den Schutz von Pferden und die Bemühungen außergewöhnlicher Menschen, wie Velma Johnson.
Die Schwarz-Weiß-Illustrationen sind großartig und geben der Vielfältigkeit der Geschichte ein Bild von der Schönheit der Mustangs, anderen Tieren und der Natur. Ich habe dieses Buch geliebt und kann es besonders denen empfehlen, die die Reihe «Das geheime Leben der Tiere» mögen, und allen Pferdefans sei es sowieso ans Herz gelegt.











