Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Gute Umsetzung
Stolz und Vorurteil von Jane Austen; Claudia Kühn
Ich liebe "Pride and Prejudice" von Jane Austen und habe den Roman mehrfach gelesen. Es ist klar, dass solch ein langer Roman sich nicht komplett auf diesen circa 250 Seiten einer graphic novel abbilden lässt, aber meiner Meinung nach ist dieses Experiment durchaus gelungen. Einige der Charaktere, vor allem Jane und Lizzie, erinnern an auch an die Darstellerinnen der BBC Verfilmung.
Für mich war es sehr unterhaltsam, weil ich für mich die Lücken in der Geschichte gut füllen konnte, aber wenn jemand die Romanvorlage gar nicht kennt, dann kann es vielleicht schwieriger sein, den Überblick zu behalten.
Meines Erachtens nach wurden alle Schlüsselszenen hier gut umgesetzt und ja, die graphic novel ist moderner ausgerichtet, aber so war für mich hier das Händchen-Halten durchaus in Ordnung.
Auf manchen Seiten dominieren die schönen Illustrationen und es gibt kaum Text, auf anderen wiederum steht der Text im Vordergrund.
Mir hat es richtig gut gefallen und es ist ein Buch, das mich nun dazu bewegt hat, wieder einmal zum Original von Jane Austen zu greifen.
Mittelmaß
Could it be Love? von Lea Kaib
Bonnie lebt zusammen mit ihrer Mutter in Edinburgh. Direkt nebenan ist das Haus ihrer besten Freundin Amy, die dort mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Simon lebt. Bonnies Vater ist vor einigen Jahren verstorben und sie vermisst ihn natürlich immer noch sehr.
Das Schuljahr neigt sich seinem Ende zu und die Sommerferien stehen an.
Bonnie wird im Plattenladen arbeiten - ausgerechnet zusammen mit Dee aus der Parallelklasse, die Bonnie einfach toll findet, sich aber noch nicht getraut hat, sie anzusprechen.
Doch noch bevor sie mit dem Job beginnt, hört sie einen Song und auf einmal ist sie in einer Parallelwelt verschwunden, in der sie sich erst einmal zurecht finden muss und das musste ich auch.
Eine gute Idee für einen Roman, allerdings haperte es meiner Meinung nach immer wieder an der Umsetzung und einiges an der Geschichte war mir zu "holprig" oder eben es gab keine guten Erklärungen und eingeschlagene Wege wurden ohne Erklärung wieder verlassen.
Es geht viel um Musik und auch die Stadt Edinburgh spielt immer wieder eine Rolle. Viele der Songs kannte ich, aber nicht alle.
Für mich war das Buch Mittelmaß und ich denke, da ist noch Luft nach oben.
Genrewechsel
Krähentage von Benjamin Cors
Ich kenne die Normandie-Krimis von Benjamin Cors und da diese mir gut gefallen habe, war ich natürlich gespannt, wie mir dieser in Deutschland spielende Thriller gefallen würde.
Eine neue Gruppe für Serienstraftaten wird gegründet. Die Mitglieder bringen alle eine schwierige Geschichte mit sich und einige Geheimnisse werden am Ende gelüftet, jedoch nicht alle.
Angeführt wird die Gruppe von Mila Weiß und Jakob Krogh und schon sofort ermitteln sie in einem Überfall auf eine Frau in ihrer Wohnung, jedoch bald gerät dies in den Hintergrund, denn die Nachbarin dieser Frau wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden, in Begleitung von Krähen. Allerdings wurde die Frau noch morgens beim Bäcker gesehen und das gilt auch für den wenig später ermordeten Studenten. Was verbindet die beiden?
Wir wissen mehr, denn es gibt immer wieder Teile aus der Sicht des Täters.
Ein genial aufgebauter Thriller mit einem tollen Spannungsbogen und einem flüssigen Schreibstil. Das Ende wartet mit noch so manch einer Überraschung auf. Mir hat es sehr gut gefallen und das kräht doch nach einer Fortsetzung.
Überraschendes Ende
Die Verlierer von Petra Hammesfahr
Ich habe schon lange kein Buch mehr von Petra Hammesfahr gelesen. Einige ihrer älteren Werke fand ich super spannend, andere gefielen mir gar nicht und so war ich gespannt auf dieses Buch. Zu Beginn muss ich zugeben, dass ich recht verwirrt war und etwas gebraucht habe, bis ich die einzelnen Perspektiven gut voneinander unterscheiden konnte.
Vermutlich ist das einen Tick einfacher, wenn man die Geschichte liest, allerdings entgeht einem dann die tolle Stimme von Frank Stieren, der mich schon bei vielen Hörbüchern begeistern konnte mit seiner versierten Art.
Kirsten Keller ist während eines Campingurlaubs verschwunden und ihr Mann meldet dies erst Tage später. Da kommt auch heraus, dass sie bereits schon einmal drei Tage verschwunden war, aber wieder aufgetaucht ist. Auch Kirstens Sohn aus erster Ehe ist unauffindbar.
Kommissarin Rita Voss ermittelt und findet bald Parallelen zu anderen Fällen, was sich allerdings erst später im Roman herausstellt und hier spoilern würde.
Neben dieser Geschichte erzählt uns Carli noch von seiner Geschichte. Der Vater hat die Familie früh verlassen, die Mutter kommt nur gerade so über die Runden. Eine berührende Lebensgeschichte, allerdings wird der Zusammenhang zum Rest erst spät klar.
Am Ende klärt sich alles auf und das hat mich wirklich überraschen können und war unerwartet. Da hat es sich gelohnt, den eher behäbigen Einstieg zu "überstehen".
Superspannend
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Ich liebe die spannenden Bücher von Linus Geschke und schon das Cover erzeugt leichten Grusel - und spannende Vorfreude auf die Lektüre.
Nach beinahe zwanzig Jahren kehrt Goran zurück nach Waldesroda, denn die Vergangenheit "ruft".
Das Buch wird aus der Perspektive von Goran und Norah erzählt sowie einer Rückblende ins Jahr 2004, in der die Ereignisse ihren Anfang genommen haben.
Außerdem gibt es noch die rätselhafte Perspektive eines "Er", dessen Identität mich überraschen konnte. Daneben gibt es immer wieder Ausschnitte von Artikeln.
Linus Geschke hält die Spannung auf einem hohen Niveau und für mich war es ein Buch, das ich nur schlecht aus der Hand legen konnte. Die Ereignisse werden gut miteinander verknüpft und als Leserin war ich gut dabei bei der versuchten Auflösung.
Diese hat mich am Ende überzeugt. Tolle Geschichte, super Schreibstil und hohe Spannung. Für mich ein Highlight.
Wieder sehr unterhaltsam
Mord stand nicht im Drehbuch - Kriminalroman (Hawthorne ermittelt 4) von Anthony Horowitz
Der Autor Anthony Horowitz und der Ex-Polizist und nunmehr Privatermittler Daniel Hawthorne haben nun bereits drei Fälle mit Bravour gemeinsam gelöst, auch wenn diese unkonventionelle Zusammenarbeit nicht immer einfach ist. Was sie definitiv ist, das ist schräg, indem sich der Autor selbst in diese Fälle reinschreibt.
Aber nun soll Schluss sein mit dieser Zusammenarbeit! Doch das ist es natürlich nicht und es wird nun sehr persönlich, denn der Autor wird ins Gefängnis geworfen und ihm wird der Mord an einer Kritikerin vorgeworfen. Da muss Hawthorne natürlich wieder mit ran.
Auch dieses Mal gefiel mir der besondere Charme und Witz dieser eigenwilligen Zusammenarbeit und ich habe natürlich wieder mitgerätselt und mich auf Abwege führen lassen. Ein toller Schreibstil, viel Situationskomik und ein verzwickter Fall, bei dem es auch dieses Mal eine geniale Auflösung gibt.
Ich habe mich wieder einmal sehr gut unterhalten gefühlt.
Spannender zweiter Teil
Die Dämmerung von Marc Raabe
Der Thriller beginnt schon super spannend, nachts im Wald und eine Jägerin entdeckt ein unheimliches Wesen, das sich recht bald als die getötete Charlotte Templer herausstellt, mit einem Hirschgeweih oberhalb ihres Kopfes.
Art Mayer und Nele Tschaikowski ermitteln auch hier wieder gemeinsam. Und auch der Bundeskanzler spielt wieder eine Rolle, allerdings ist Hendrik Westphal dieses Mal nicht so sehr im Fokus wie im ersten Teil.
Zum Inhalt möchte ich nicht mehr schreiben, denn vieles ergibt sich erst nach und nach.
Marc Raabe überrascht auch hier wieder mit unerwarteten Wendungen und das Ganze Ausmaß und die Zusammenhänge zeigen sich erst ganz am Ende. Logisch und unvorhersehbar, so muss ein guter Thriller sein. Neben der Spannung natürlich, die hier aber auch durchgehend vorhanden ist. Auch die Charakterisierung der vielschichtigen Personen konnte mich wieder überzeugen.
Die Geschichte reicht zurück in die Vergangenheit und besitzt mehrere Verwicklungen in der Gegenwart.
Top-Spannung aus Deutschland. Ein Buch, das man schlecht beiseite legen kann.
Emotional
Zeit zu verzeihen von Hera Lind
Ich habe bereits einige der Tatsachenromane von Hera Lind gelesen und habe mich schon auf dieses Buch gefreut.
Dieses Mal steht Clara im Mittelpunkt und ihre wechselvolle und zum Teil traurige Geschichte hat mich mitgenommen. Als Kind wird Clara von Flüchtlingen aufgenommen und wächst in der DDR auf.
Viktor hingegen durchleidet viel im Krieg und auf der Flucht, gemeinsam mit seiner Mutter Rosa. Durch ihn erfährt Clara, dass ihre leibliche Mutter noch lebt. Die beiden verlieben sich ineinander, aber das Glück rückt in weite Ferne, als Clara verhaftet wird.
Ich bin immer wieder entsetzt, wie totalitäre Systeme mit den ganz normalen Menschen umgehen, wie der Alltag vom System und von der Angst beherrscht wird.
Da der Roman auf Tatsachen basiert, hat mich das Nachwort sehr interessiert, in dem wir noch ein paar zusätzliche Informationen erhalten.
Wie immer sehr gut recherchiert und mit einem tollen Spannungsbogen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Ein Buch, das mich noch einige Zeit beschäftigen wird.
Eine Reise in die Vergangenheit
Kidstory von Tamar Weiss Gabbay
Mit diesem Buch unternehmen wir 20 Reisen in die Vergangenheit, danach ist Platz für ein Interview mit den Großeltern, eine Vorlage für die Gegenwart des Kindes und dann noch für ein Kind in der Zukunft.
Es gibt Mädchen und Jungen, oftmals spielen ein Cousin oder eine Cousine eine große Rolle (was mich ein wenig erstaunt hat).
Das erste Mädchen hat noch keinen Namen und vermutlich hatte es auch noch keine Sprache. Doch mit der Reise weiter Richtung Gegenwart gibt es immer mehr Errungenschaften, die wir mittlerweile für selbstverständlich halten. So zum Beispiel das Feuer, das Rad, Haustiere, den Anbau von Getreide und Seßhaftigkeit, von Höhlen hin zu Häusern.
Immer wieder erscheint es so, als ob die Kinder zufällig etwas entdecken, von dem wir nicht wissen, wer und wann es zuerst entdeckt wurde. Auf diese Weise wird es anschaulicher für die Kinder. Im Anhang gibt es hierzu und zu weiteren Aspekten des Buches gute Erklärungen.
Zu Beginn des Kapitels findet man eine Zeichnung des Protagonisten, eine Zeitangabe, wie z.B. vor etwas 30.000 Jahren und eine Weltkarte mit dem Vermerk, wo sich die Geschichte abgespielt haben könnte. In späteren Kapiteln steht dann nicht nur vor xy Jahren, sondern ungefähr vor 500 Jahren o.Ä.
Interessant fand ich auch die letzte Seite des Kapitels, in dem in kurzen Texten und Zeichnungen erwähnt wird, was sonst noch zu dieser Zeit auf der Welt passierte.
Ein interessanter Zugang, allerdings hatte ich mir eine größere Einbindung in historische Kontexte erhofft, aber dafür bietet dieses Buch so viel anderes und eine Überfrachtung wäre auch nicht sinnvoll.











