Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Gute Fortsetzung
Eleanor von Genevieve Cogman
Eleanor ist wieder zurück in London und lebt weiterhin im Haushalt der Blakeneys. Offiziell ist sie auch hier eine Hausangestellte, inoffiziell ist sie mittlerweile ein Mitglied der Liga des Scarlett Pimpernel. Allerdings wird sie nicht in alles eingeweiht und darf auch nichts machen und das frustriert sie.
Charles ist der Meinung, dass die Aktionen alle zu gefährlich für sie sind. Aber dann ist sie doch gefragt, um bei einem Ball etwas heraus zu finden. Und es geht wieder nach Frankreich, dieses Mal zum Mont St. Michel, den man auch auf dem Cover erkennen kann. Es ist alles schwieriger, denn der Pimpernel und viele Mitglieder der Liga sind in Frankreich verschwunden.
Auch das Thema Vampire spielt wieder eine Rolle und Anima ist auch immer noch da.
Im Jahr 1793 sieht die Lage in Frankreich schon anders aus, Robespierre und seine Leute verbreiten den Terror, die Guillotine wird immer öfter eingesetzt.
Mir hat der zweite Band besser gefallen als der erste, allerdings finde ich, dass Cogman hier weiterhin hinter der Bibliotheksreihe zurück bleibt. Ich bin nun gespannt, wie im dritten Band alles enden wird.
Am Tag des Raubüberfalls
Ein ungezähmtes Tier,2 Audio-CD, 2 MP3 von Joël Dicker
"Am Tag des Raubüberfalls" - diese kurzen Kapitel stehen im Zentrum dieses Romans und alle anderen Ereignisse werden darum gruppiert. Die Hauptzeitebene läuft immer weiter an den Tag heran und dann gibt es immer wieder Sprünge, die mehrere Jahre zurück gehen, immer wieder in unterschiedliche Jahre und die ganze Geschichte und ihre Hintergründe entfalten sich so erst nach und nach.
Das Ganze erinnert manchmal etwas an ein Puzzle, bei dem manch ein Teil erst falsch gelegt wurde und dann korrigiert werden muss.
Im Zentrum der Geschichte steht vor allem Sophie, eine Anwältin in Genf und ihr Ehemann, ein Banker. Sie scheinen alles zu haben, auch ein tolles Haus in teurer Lage. Darauf ist ihre neue Freundin, die in einer Boutique arbeitet, und ihr Mann als Polizist, ein wenig neidisch. Ihr Mann hingegen spioniert Sophie hinterher. Doch so einfach ist es nicht, denn Joël Dicker führt oft in die Irre, legt falsche Fährten, wiegt uns scheinbar in Sicherheit, um dann doch wieder alles umzuwerfen.
Genial konzipiert und das Hörbuch trägt Torben Kessler spannend vor.
Mein erster, aber bestimmt nicht mein letzter Roman von Joël Dicker.
Der Untergang der Menschheit?
Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton
Ich liebe die Bücher von Stuart Turton und auch dieses Buch ist wieder etwas ganz Besonderes, das man einfach in keine einzelne Schublade packen kann.
Bei dem Hörbuch musste ich immer genau aufpassen, um rauszuhören, aus welcher Perspektive die Geschichte gerade erzählt wurde, aber dank der variantenreichen Stimme von Astrid Schulz war es gut machbar.
Dennoch musste man gut zuhören.
Seitdem ich "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" gehört habe, weiß ich, dass man sich bei Turton nur auf eines verlassen kann: nichts ist sicher und am Ende ist alles ganz anders, als man es sich zu Beginn gedacht hat. Und so ist es auch hier wieder.
Die Geschichte spielt auf einer kleinen Insel. Diese ist von einem tödlichen Nebel umgeben und hier leben die letzten Menschen der Welt. Der Tagesablauf ist streng geregelt, die drei Ältesten bestimmen viel, aber nicht alle nehmen das einfach so hin.
Dann geschieht ein Mord und so etwas ist noch nie passiert. Neben dem Mord passieren noch weitere Dinge, die es vorher noch nicht gab. Es gibt sehr viele Fragen und gemeinsam mit den Bewohnern dringen wir immer tiefer ein in die Geschichte. Es gibt immer wieder neue Fragen und Ungereimtheiten, jeder Versuch, die Geschichte bzw. das Ende vorherzusehen, scheitert, aber am Ende löst Turton alles meisterhaft auf.
Ich bin absolut begeistert, weil dieses Buch so anders ist, ein ganz eigene Genre. Und nun freue ich mich schon jetzt auf weitere Werke von Stuart Turton.
Zeitsprünge
Our Infinite Fates von Laura Steven
Eine Liebe durch die Zeiten, ein Leben, das immer wieder gelebt wird, nur um mit dem 18. Geburtstag zu enden und Evelyn (bzw. Branwen, so heißt sie in ihrem aktuellen Leben) kann sich zwar an alle ihre vorhergehenden Leben erinnern, allerdings nicht daran, weshalb sie jedes Mal von ihrer großen Liebe gejagt und letztendlich getötet wurde.
Dieses Mal ist sie fest entschlossen, die Rätsel zu lösen.
Ich mag solche vielschichtigen Geschichten auf mehreren Zeitebenen und die mit der Chronologie und dem was-wäre-wenn spielen.
Die Hauptebene ist die Geschichte in der Gegenwart, doch es gibt viele Rückblenden, in denen man die Charaktere besser kennen lernt und ihre Motive besser nachvollziehen kann.
Nach und nach setzt sich das Bild immer mehr zusammen und wir verstehen immer etwas mehr.
Zwischendurch gab es in dem Buch ein paar Längen, aber insgesamt hat es mir doch gut gefallen.
Hexenjägerin
Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin Thirteen Witches von Jodi Lynn Anderson
Nein, auch wenn der Titel es vermuten lässt, hier geht es mitnichten um eine Hexengeschichte, also schon, aber die Hexen sind hier die Bösen und im Zentrum steht die Protagonistin Rosie Oaks, eine Hexenjägerin. Gerade dieser etwas andere Fokus hat mir gut gefallen, denn so hebt sich diese Geschichte gut von anderen ab.
Und ich mag es, wenn ein Buch mich positiv überraschen kann.
Rosie Mutter ist immer so in Gedanken, gar nicht richtig bei ihrer Tochter, vergisst sogar, dass sie eine Tochter hat - welch ein furchtbarer Gedanke! Aber als Rosie ein Buch entdeckt, findet sie heraus, dass eine Hexe, nämlich die Erinnerungsdiebin, hinter dem Verhalten ihrer Mutter steckt.
Zum Glück hat Rosie aber ihre beste Freundin Keym. Plötzlich können die beiden Geister sehen und dann beginnt ein magisches, aber auch gefährliches Abenteuer, eine Hexenjagd, die ihresgleichen sucht.
Ein wunderbarer Auftakt und ich erwarte mit Spannung den zweiten Band.
Zu hohe Erwartungen
The Stars are Dying von Chloe C. Peñaranda
Ich hatte wohl leider zu hohe Erwartungen, oder aber zu viele ähnliche Bücher bereits gelesen und dieser Roman konnte leider keine entscheidenden neuen Wendungen oder eine andersartige, neuartige Geschichte bieten. Nicht schlecht, aber leider blieb das Buch hinter meinen Erwartungen zurück und rangiert für mich eher im mittelmäßigen Durchschnitt, nicht schlecht, aber mehr auch nicht.
Seit einiger Zeit sind Vampire und Vampirromane wieder sehr in Mode gekommen und so spielen diese Wesen auch hier eine große Rolle.
Alle hundert Jahre finden in dieser Welt tödliche Spiele statt; es gibt fünf Reiche und das Reich, das den Sieg erringt, bekommt als Preis von den Vampiren in Ruhe gelassen zu werden.
Astraea begleitet eigentlich nur ihre Freundin Cassia zu den Spielen, muss dann aber selbst am Libertatem - so der Name der Spiele - teilnehmen. Das Buch wird aus ihrer Perspektive geschrieben und ich bin nicht warm geworden mit ihr, vor allem weil sie einfach zu naiv war. Auch mit dem männlichen Gegenpart, mit Nyte, hatte ich einige Probleme.
Der Grad an Vorhersehbarkeit war leider relativ hoch, was ich schade fand und etwas von der Spannung genommen hat.
Insgesamt fand ich die Idee gut und auch die Welt hat mir gefallen. Vielleicht gefällt mir der zweite Band dann besser.
Simenon als Comic
Der Passagier der Polarlys von Georges Simenon; José-Louis Bocquet
George Simenon kannte ich bisher nur von den Maigret-Krimis und da ich auch besonders französische und belgische Comics mag, war ich neugierig auf die Umsetzung dieses Werkes.
Insgesamt ist das Buch sehr düster, viel wird kursorisch erzählt, die Bilder sprechen für sich. Bevor wir auf die Reise nach Norden gehen, gibt es eine Szene in Paris, die anfangs nicht recht zu der Fahrt passt, aber später natürlich schon.
Auf der Polarlys sind nur Männer unter der Besatzung und den Gästen - bis auf eine Ausnahme, aber das Fräulein Storm hat damit keine Probleme, scheint es sogar zu genießen.
Bald nach der Abfahrt der Polarlys aus Hamburg kommt es zu einem Mord und ein Mann verschwindet. Deswegen steigt ein Ermittler mit ein, aber es geht erst nicht so recht voran.
Immer wieder spielen das Schiff, das Wetter und das Wasser eine Rolle.
Nach der Geschichte gibt es noch ein gutes Nachwort mit vielen Informationen über den Autor und die Entstehung des Buches.
Fazit: gut illustriert und erzählt - mir hat es gefallen.
Ägyptische Grabungen
Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows von Isabel Ibañez
Inez Olivera lebt bei ihrer Tante und ihren beiden Cousinen in Argentinien, da ihre Eltern lange Monate des Jahres immer wieder in Ägypten verbringen, aber sie haben Inez nie mitgenommen. Und dann erreicht Inez eines Tages ein schockierender Brief: ihre Eltern sind verstorben, von einem Ausflug in die Wüste nicht zurück gekehrt.
Im Jahr 1884 macht sich Inez heimlich ganz alleine auf den Weg nach Kairo, um ihren Onkel zu treffen und von ihm mehr zu erfahren.
Funde aus Ägypten sind hoch im Kurs und so werden sie zu zigtausenden nach Europa verschifft und das kulturelle Erbe verlässt sein Heimatland. Diese Schatzsuchen, Plündereien und Betrügereien werden hier gut dargestellt. Das Buch spielt in einer leicht verschobenen Parallelwelt, in der es Reste von Magie gibt. So hat der Onkel von Inez eine Sandale, die leuchtet - sehr praktisch in dunklen Tempeln. Auch praktisch ein Koffer, der immer wieder mit frischer Seifenlauge zum Spülen gefüllt ist. Oder ein Tuch, aus dem kochendes Wasser kommt, wenn man es auswringt. Allerdings hat mich hier der Anachronismus gestört, dass Inez einen Teebeutel - eine Erfindung des frühen 20. Jahrhunderts - nutzt. Genau wie bei der Aufzählung von Gewürzen auch Curry neben Bestandteilen dieser Gewürzmischung aufgeführt wird. Nun ja, aber ich möchte auch nicht zu kleinlich sein.
Inez handelt manchmal etwas unbedarft und die Geheimnisse von Whit und ihrem Onkel werden lange Zeit zu sehr aufgebauscht.
Dennoch fand ich die Geschichte interessant und freue mich auf die Fortsetzung, denn das Ende kam wie ein Paukenschlag.
Auf nach Hollywood
Not your Darling von Katherine Blake
Margaret stammt aus Moorecamb in Großbritannien, aber ihr großer Traum ist es, in Hollywood als Maskenbildnerin zu arbeiten. Und so kommt sie durch eine Trickserei auch an ihr Ziel. Zumindest an den Ort und sie hat Glück, dass sie eine bezahlbare Wohnung findet - inklusive einer tollen Freundin, der Bordellbesitzerin Primrose.
Aber nicht alles verläuft so gut für sie, denn Hollywood ist einfach sexistisch und im Jahr 1950 haben ganz eindeutig die Männer das Sagen.
Aber Loretta - so nennt sie sich nun - ist nicht auf den Kopf gefallen und lässt sich auch nicht so leicht unterkriegen. Sie hat ihr Ziel fest im Blick, eine schnoddrige Schnauze und nimmt es mit allen Hindernissen auf. Aber es verläuft natürlich nicht alles immer gut.
Eine recht überzogene dargestellte Protagonistin, die in der Realität so nicht vorstellbar ist, aber im Buch hat sie mir gefallen.
Die Schatten der Vergangenheit
Die Schanze von Lars Menz
Ellens Beziehung zu ihrem Kollegen Christoph ist zu Ende und sie flieht gewissermaßen von Norddeutschland zurück in die süddeutsche Heimat, um dort - statt im Krankenhaus - die Hausarztpraxis im Dorf zu übernehmen. Dabei hatte sie sich eigentlich geschworen, niemals zurück zu kehren, nach den Ereignissen vor vielen Jahren.
Aber ihre jüngere Schwester hat sie darum gebeten, auch um Frieden zu schließen mit ihrem kranken Vater.
Auf der Zugfahrt ist sie noch recht optimistisch, aber vor Ort läuft es dann nicht so gut. Der alte Arzt ist nicht da zur Übergabe der Praxis, das Haus und die Praxis sind alt und ein wenig heruntergekommen, die Heizung funktioniert nicht. Aber Ellen lässt sich nicht unterkriegen, aber ihre Vergangenheit holt sie immer mehr ein.
Ein Toter wird baumelnd an der Skischanze gefunden - Ellen kennt ihn von früher. Es wird bald klar, dass es sich um Mord handelt.
Als Leser*in hat man aus der Perspektive den Mord und die Vorbereitungen gelesen und da ist es mir wirklich kalt den Rücken runter gelaufen.
Autor Lars Menz lässt sich viel Zeit mit Beschreibungen und Vorstellen der einzelnen Personen. Immer, wenn man denkt, na, da passiert jetzt aber gar nichts, dann passiert eben doch wieder etwas. Dennoch hätte ich mir zwischendurch etwas mehr Tempo und "Action" und weniger Beschreibungen gewünscht.
Die Auflösung am Ende ist schlüssig und lässt keine Fragen offen.
Insgesamt ein Thriller, dem es manchmal ein wenig an Spannung fehlte, mir insgesamt aber noch gut gefallen hat.











