Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Hommage an Thomas Mann
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
Ich mag historische Krimis gerne und mir gefällt es auch, wenn "prominente" Personen ermitteln oder "mitspielen" und ein Roman um Thomas Mann, das hört sich doch sehr gut an. Mir hat das Buch gut gefallen, es ist allerdings vom Schreibstil her etwas anspruchsvoller - was wiederum auch gut zu Thomas Mann gepasst hat.
Wer jetzt einen mega-spannenden und komplizierten Krimi erwartet, der wird hier allerdings nicht so sehr auf seine Kosten kommen. Ich würde das Buch deshalb eher als literarischen Krimi bezeichnen.
Das Buch spielt in der politisch und historisch spannenden Zeit 1930, im heutigen Litauen. Erzählt wird aus der Perspektive des litauischen Übersetzers Žydrūnas Miuleris, der hofft, die "Buddenbrooks" übersetzen zu dürfen. Allein das schon eine interessante Konstellation.
Die gesamte Situation in Nidden mit so vielen unterschiedlichen Nationalitäten und dann noch einem Hauch von Krimi hat mir persönlich gut gefallen.
Lena und Luna
Mirror: Weiß wie Schnee von Lucia Herbst
Ich kenne bereits "Medusa" von Lucia Herbst und diese Neu-Interpretation der griechischen, tragischen Figur hat mir gut gefallen und somit war ich natürlich sehr gespannt, wie Lucia Herbst die Geschichte von Lena, die in die Märchenwelt katapultiert wird, weiter entwickeln wird und welche Überraschungen mich hier erwarten.
Die Autorin hat es wahrlich geschafft, mich ein ums andere Mal zu überraschen und hat geschickt mehrere Grimmsche Märchen mit in die Geschichte eingebunden.
In unserer Welt ist Lena Ärtzin und der Rollentausch mit Luna ist sehr interessant, denn nicht nur Lena muss sich in einer Märchenwelt zurechtfinden, sondern auch für Luna ist alles neu.
Lena lebt zusammen mit ihrer Stiefschwester Anna und ihrem Freund Eric zusammen. Die Eltern leben nicht mehr und Lena hat für Anna die Vormundschaft übernommen. Mir hat es gefallen, dass es hier kleine Abwandlungen gab.
Lasst euch auf eine märchenhafte Geschichte ein und lest, ob und was sich für Luna und Lena und alle anderen ändern wird.
Drache und Reiterin
Burning Crown Die Dragonbound-Trilogie von Marie Niehoff
In der Armee von Eldeya sind Drache und Reiter aneinander gebunden, aber die Reiter schlafen im Hauptzelt, Drachen im kalten Vorzelt und überhaupt werden Drachen schlecht von ihren Reitern behandelt. Aber Yessa ist anders und ihr Drache ist ihre Halbschwester, aber sie müssen ihre tiefe Verbundenheit vor allen verbergen.
Aber bald wird Yessa an einen neuen Drachen gebunden und Cassim hat seine ganz eigenen, rebellischen Pläne.
Aber auch die neue Captain Yessa hat ihre verborgenen Pläne und die beiden verraten ihre Motive vor dem bzw. der anderen nicht. Allerdings wird es gefährlich, wenn sie nicht ehrlicher zueinander sind.
Das Ende bringt noch einmal richtig Spannung rein und macht neugierig auf die Fortsetzung.
Leonie Landa leiht Yessa ihre Stimme und Sven Macht übernimmt die Rolle von Cassim. Beide Hörbuchsprecher machen ihre Sache richtig gut und ich kenne sie bereits aus anderen Vertonungen. Durch zwei unterschiedliche Sprecher wird der Perspektivwechsel noch einmal zusätzlich betont.
Das (Un)Mögliche
Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
Auch mit seinem neuen Buch "Die Unmöglichkeit des Seins" konnte der Autor Matt Haig mich wieder einmal verzaubern.
Das liegt natürlich an dieser ganz besonderen Geschichte, die auch wieder ein wenig magisch ist, aber auch an seinem ganz besonderen Schreibstil, der so viel bei der Lektüre ausgemacht hat.
Im wirklichen Leben bin ich nun gar kein Fan von Esoterik, aber im Roman mag ich es, wenn es gut gemacht ist, ganz gerne.
Die Protagonistin erbt überraschend ein Haus auf Ibiza. Ihr Mann ist gestorben, der Sohn auch, schon vor langer Zeit und so macht sie einen Neubeginn. Aber das Buch handelt eben nicht von dem Aufbau eines neuen Lebens, sondern es geht mehr um Sinnfragen und Gedankenlesen etc.
Man muss sich auf diese besondere Erzählweise einlassen und ich verstehe gut, dass sich bei diesem Buch die Geister scheiden - wie man so schön sagt.
Die Schwestern
Das Schweigen der Schwestern von Marie Benedict
Ich habe zuletzt den Roman über Hedy Lamarr von Marie Benedict gelesen und der hatte mir richtig gut gefallen.
Die Mitford-Schwestern waren mir bisher nur dem Namen nach ein Begriff und der Klappentext hörte sich sehr interessant an. Leider wird dieser dem Buch nicht gerecht und passt nicht.
Zu Beginn des Buches hatte ich so einige Probleme, die Personen auseinander zu halten, da neben den Klarnamen auch diverse Spitznamen verwendet wurden; aber das legte sich bald.
Ich hatte mehr Probleme damit, wie positiv Hitler dargestellt wurde und immer wieder seine schönen Hände betont wurden. Die Gefahr des Faschismus wurde hier meines Erachtens nicht deutlich genug.
Gut fand ich hingegen die Berichte über Mosley und die BUF in England, die auch erschreckend stark war.
Von den drei Frauen fand ich nur Nancy einigermaßen sympathisch, aber auch sie wird nicht so stark dargestellt, wie gehofft hatte.
Schade, die anderen Bücher der Autorin haben mir wesentlich besser gefallen.
Die Wächterfamilien
Jewel & Blade, Band 1: Die Wächter von Knightsbridge (Knisternde New-Adult-Romantasy von der SPIEGEL-Bestseller-Autorin von "Silver & Poison") von Anne Lück
Nach Silver & Poison war ich neugierig auf dieses neue Buch von Anne Lück.
Die Protagonistin Harper lebt in Liverpool mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zusammen. Direkt unter ihrer befindet sich die Wohnung von Harpers bester Freundin Willow und unten im Haus ist der Goldschmiedeladen von Harpers Mutter, in dem sie immer mehr mitarbeitet.
Eines Tages soll sie einen außergewöhnlichen Ring säubern und untersuchen und da bekommt sie eine Vision von König Artus im Kampf gegen Morgane. Was soll das sein? Schon bald erfährt sie mehr, denn ihre Familie gehört zu den sogenannten Wächterfamilien, die von den ehemaligen Rittern der Tafelrunde abstammen und jede Familie bzw. immer nur ein Erbe kann eine andere Art von Magie beherrschen. Aber das ist Harper eigentlich ziemlich egal, denn sie geht nur nach London mit, um herauszufinden, warum ihr Vater sie vor so vielen Jahren verlassen hat.
Aber in London erwartet sie viel Neues.
Ein flüssiger Schreibstil und eine interessante Geschichte, die sich nach und nach entfaltet. Und eine ungewöhnliche Art des Artus-Mythos'.
Crucible-Spiele
The Games Gods Play – Schattenverführt von Abigail Owen
Fantasy, in der die griechische Mythologie in unterschiedlichen Formen in ein Romangeschehen eingefügt wird, gibt es nun wirklich in den letzten Jahren sehr viele - und die Ergebnisse fallen recht unterschiedlich aus. Aber da mich die griechische Mythologie schon lange fasziniert, habe ich mich sehr auf diesen dicken Fantasyroman gefreut - und bin nicht enttäuscht worden.
Die griechischen Götter spielen gerne und das wird auch hier eingebracht. Alle hundert Jahre finden die Crucible-Spiele statt und jeder Gott und jede Göttin wählt einen Champion oder eine Championesse aus, der oder die für sich in die Spiele einsteigen soll. Der Gewinner wird dann zum Anführer der Götter.
Lyra, die Protagonistin des Buches, wird von Hades zum Champion erwählt. Der Gott der Unterwelt hat noch nie zuvor an diesen Spielen teilgenommen - welche Motivation steckt dahinter? Und warum wurde wohl ausgerechnet Lyra ausgewählt?
Die Protagonistin hat mir gut gefallen, weil sie sich traut, den Mund aufzumachen, tough, aber auch hilfsbereit ist - was ihr leider oft zum Verhängnis wird.
Ich mochte den Schlagabtausch zwischen ihr und Hades sehr. Ein Highlight war Cerberus.
Eine gute Unterhaltung mit einem Mix aus der antiken Mythologie, die in die moderne Zeit verlegt wurde.
Düster, kalt und feucht
A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1) von Ava Reid
Wenn ich die Atmosphäre dieses Buches beschreiben soll, dann fallen mir diese drei Begriffe ein: düster, kalt und feucht. Da braucht man eine Lage extra warme Kleidung oder eine kuschelige Decke.
Effy studiert an der Universität Architektur, als einzige junge Frau und begegnet überall Anfeindungen und wird als Hure betitelt.
Dabei ist sie doch das Opfer. Aber Effy ist eh nicht mit dem Herzen dabei, denn eigentlich möchte sie Literatur studieren; sie kann das berühmte Werk ihres Lieblingsschriftstellers Myrddin sogar auswendig. Als ausgerechnet sein Sohn eine Ausschreibung macht für ein Architekturprojekt, bewirbt sich Effy und fährt schon bald ganz in den Süden des Landes, in die Untersten Hundert. Effy darf das Haus ihres vor Kurzem verstorbenen Idols sehen und sie ist ganz aufgeregt. Aber vor Ort ist es anders, als sie dachte. Alles ist modrig-feucht, sie hat das Gefühl, überall den Elfenkönig zu sehen, vor dem sie sich gruselt.
Der Fantasyanteil des Buches ist weit weniger groß als ich dachte und das Buch spielt auch nicht unter Wasser, wie es das Cover vermuten lässt.
Und es ist keine leichte, unterhaltsame Lektüre, sondern behandelt viele ernste Themen. Die Liebesgeschichte wird auch mehr angedeutet, stattdessen gibt es ein gruseliges Grundgefühl.
Neuer Schabernack
Pumuckl, Tiergeschichten von Uli Leistenschneider; Ellis Kaut
Wer kennt ihn nicht, den kleinen, frechen Kobold Pumuckl, der bei Meister Eder in der Werkstatt lebt und diesem das Leben schwer macht, aber dem man dennoch nie (lange) böse sein kann?
In diesem neuen Buch - verfasst von Uli Leistenschneider - geht es wieder turbulent zu. Denn Pumuckl hat sich in den Kopf gesetzt, dass er auch ein Haustier haben möchte.
Das geht natürlich nicht gut. Weder der Entführungsversuch von Enten und einer Gans, noch der Besuch einer Schildkröte. Auch der Besuch im Wald ist nicht einfach für Meister Eder, weil dieser vor seiner Schwester und Nichte geheim halten muss, dass Pumuckl da ist. Dann bringt Pumuckl eine Tierhandlung ordentlich durcheinander und auch auf dem Reiterhof wird es turbulent.
Da werden wirklich Kindheitserinnerungen wach. Tolle Geschichten und sehr schön illustriert. Uli Leistenschneider hat die Geschichten von Ellis Kaut wirklich toll erweitert.
Eine Wühlmaus als Pionierin
Earhart von Torben Kuhlmann
Zehn Jahre Mäuseabenteuer und dieses Mal ist das Vorbild mit Amelia Earhart eine Frau, eine Flugpionierin. Doch über sie erfahren wir erst ganz am Ende des Buches etwas, denn immerhin hat es eine mutige Wühlmaus schon vor ihr mit einem Flugzeug um die Welt geschafft. Die abenteuerlustige Maus, die für ihre Erfindungen bekannt ist, nimmt die Briefmarke mit dem Bild eines Löwen zum Anlass, ihr Abenteuer zu beginnen.
Das ist nicht immer ungefährlich, vor allem der Waschbär möchte sie reinlegen. Aber sie hat auch Unterstützer und so beginnt ein neues, wunderbares Mäuseabenteuer.
Die Illustrationen sind unglaublich und wechseln sich gekonnt mit dem Text ab. Hier muss man einfach immer wieder innehalten, um die Bilder zu betrachten. Und so taucht man völlig ein in dieses Mäuseabenteuer und fiebert mit, ob denn auch wirklich alles gut gehen wird. Auf den Illustrationen entdeckt man immer wieder kleine Details; so mochte ich zum Beispiel die Briefmarken aus aller Welt gerne.
Ein neues Mäuseabenteuer - wunderbar! Ein Buch, das man einfach immer wieder anschauen und lesen möchte. Am besten gemeinsam, denn so entdeckt man noch viel mehr.











