Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Hicks

Schattennummer von Thomas Pynchon

Der neue Roman des ewigen Literaturnobelpreisanwärters Thomas Pynchon führt uns in die dreißiger Jahre der USA, die Zeit der Prohibition und der privatdetektive. Einer dieser Schnüffler ist Hicks, ein harter Typ und irgendwie angelehnt an Raymond Chandlers Marlow-Figur, allerdings weniger idealistisch.

Hicks McTaggart ist ein harter Typ.
Die Dialoge sind geradezu brillant und haben viel Wortwitz. Dass das auch in Deutsch so gut funktioniert, lässt mich vermuten, dass die deutsche Übersetzung von Nikolas Stingl und Dirk van Gunsteren sehr gelungen ist.
Zu den besten Stellen gehören die mit Hicks und seiner Fruendin April. Wie schon der NDR erwähnte wirken sie in nihren Wortgefechten ein wenig wie Humprey Bogart und Lauren Bacall.
Ein weiteres Markenzeichen von Thomas Pynchon ist seine Genauigkeit und Detailverssessenheit in den Beschreibungen. Hier ist das auch zu finden, aber doch sehr gelassen und unverkrampft eingesetzt.

Der Plot wird schnell recht wild. Was da alles hineinspielt, wenn z.B. Hicks sogar nach Europa kommt. Da kann ich teilweise nicht mehr so ganz folgen. Aber amüsant ist das ganze.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Vielschichtiger Roman mit Tiefgang

Adama von Lavie Tidhar

Der Roman beginnt zwar ganz kurz in Miami, 2009, aber dann wird die Geschichte Israels erzählt.
Im zweiten Kapitel ist man 1989 in einem Kibbuz.
Das Buch wird interessanterweise überwiegend rückwärts erzählt. So erschließen sich manche Zusammenhänge erst, nachdem man mehr über die Vergangenheit erfährt.

In der Mitte wird aber auch mal zeitlich vor oder zurück gesprungen.

Zum angänglichen Plot: Ein Mann in einem Kibbuz wurde tot aufgefunden. Es sieht aus wie Selbstmord, aber Lior, ein guter Freund glaubt nicht daran und forscht nach. Es beginnt verhalten, aber man spürt sofort die Angespanntheit der Situation und dann dauert es auch nicht lange, bis es reichlich Action gibt . Man ist sofort gefesselt.
Cohen, die wichtigste Figur aus dem Vorgängerroman Maror taucht auch ganz kurz auf. Mit den Kapiteln wechseln auch die Figuren, manche tauchen immer wieder auf. Dadurch wird es noch vielschichtiger.
Die wichtigste Protagonistin ist sicherlich Ruth, die auch dne größten zeitlich Ablauf dabei ist.
Obwohl der Roman große Komplexität aufweist, lässt er sich zugänglich lesen. Es ist mehr als ein Thriller, wie es auf dem Cover steht. Gesellschaftsrelevantes wird herausgearbeitet. Doch Lavie Tidhars tougher Stil stammt aus der Thriller-Tradition.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

literarisches Roadmovie

Rift von Marina Schwabe

Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses Motiv der Reise mit einem Sterbenden ist ein wichtiges in der Literatur.
Von New York über viele Staaten bis nach Kalifonieren geht es.

Marina Schwabe schafft es, die Emotionen des Lesers zu erreichen, da stets aus Zusannas Perspektive berichtet wird und diese ist besorgt wie reflektierend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die Königin des japanischen Wohlfühlroman

Matcha Tee am Montag von Michiko Aoyama

Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt von Sabine Mangold und ist wiederum episodenhaft aufgebaut. Die Figuren wechseln rasch mit den Kapiteln.

Trotz des Wohlfühlanspruchs haben eigentlich fast alle Figuren auch so ihre Probleme, große wie kleine.
So anspruchslos ist es also nicht.
Leider fehlt es den Figuren ein wenig an Tiefe, weil sie alle nur so kurz auftauchen. Dadurch ähneln sich die Figuren zu sehr. Das gilt natürlich nicht, wenn es sich z.B. um Großmutter und Enkelin handelt. Einmal ist sogar eine Katze die Erzählerin.
Viele der Geschichten sind angenehm zu hören.
Das ist auch dem bewährten Sprecherteam Jana Kozewa und Tim Gössler zu verdanken.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Der siebenjährige Krieg

Sieben Jahre von Tanja Kinkel

Tanja Kinkel, die zu den wichtigsten Autorinnen der Gegenwart gehört, hat ein umfangreichen und ambitionierten Roman über den siebenjährigen Krieg Mitte des 18.jahrhunderts vorgelegt.
Friedrich der Große und sein Bruder Heinrich stehen im Mittelpunkt. Es wird ihr ambivalentes Verhältnis zueinander gezeigt.

Es ist das erste Mal, daß ich es bei einem Tanja Kinkel Roman schwer mit den Figuren hatte. Vielleicht, weil es Königliche sind. Es bleibt eine Distanz und ich las den Roman weitgehend mit Gleichmut. Und dafür war er eigentlich zu lang. Davon abgesehen gab es durchaus erzählerisch brillant gemachte Passagen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Der 10.Teil

Dunkle Mächte von Petra Ivanov

Dunkle Mächte ist schon der zehnte Teil in der ambitionierten Serie um Staatsanwältin Regina Flint und Kriminalpolizist Bruno Cavalli.
Daher ist es nicht ganz einfach einzusteigen, da man viel von der Vorgeschichte nicht kennt.
Cavalli taucht kaum auf, da er Undercover ermittelt, aber Regina Flint ist eine starke Figur, wenn auch relativ passiv.

Dennoch schwächt Cavallis Abwesenheit den Roman. Das spürt man auch daran, wie später, als er Szenen hat, die Spannung stark ansteigt.
Der Plot ist geradlinig und konzentriert aufgebaut. Die Zürcher Autorin Petra Ivanov hat da eine gute Krimireihe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die Brüder

Bärenzähne von Callan Wink

Bärenzähne ist ein Drama um zwei Brüder in schwieriger Situation, angesiedelt in Montana. Die durch die Yellowstone-Serie bekannte Umgebung prägt diesen Roman. Und auch die Menschen scheinen von der Umgebung bestimmt.
Callan Wink stammt aus dieser Gegend und so gelingen ihm einige bemerkenswerte Beschreibungen.

Thad und Hazen sind zwei junge Männer, deren Vater nach Krankheit starb und ihnen viel Schulden hinterlassen hatte. Die Probleme mit fehlender Krankenversicherung sind bekannterweise ein Problem in den USA.
Aus Not beschließen sie zu wildern und Bären zu schießen. Eine riskante Sache. Dabei wirkt der „Schotte“, eine anrüchige, kriminelle Gestalt im Hintergrund,
Thad hat stets das Kommando über seine 1 Jahr jüngeren, etwas naiven Bruder Hazen. Hinzu kommt schließlich noch die Mutter der beiden, die für kurze Zeit zurückkehrt, nachdem sie die Familie vor Jahren verlassen hatte.
Die Beziehung der Brüder ist interessant gestaltet. Eine unerwartete Wendung gibt es, als sich spät im Buch der Weg der Brüder trennt.
Das Buch ist reich an Sprache und Handlung, dabei gut lesbar. Ich bin sicher, dass Buch wird seine Leser finden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Krypto

Bis zum Mond von Jang Ryujin

Ein Debütroman aus Korea, aber viel über das Land erfährt man nicht, Die Handlung hätte auch überall anders verortet werden können.
Die Figuren haben wenig Profil, daher habe ich auch kaum Zugang zu ihnen gefunden.
Aber ich denke, der Autorin ging es um etwas anderes. Sie zeigt Frauen in mittelmäßigen Jobs in einem Süsswarenunternehmen, die schließlich Auftrieb bekommen, als sie in Bitcoins investieren.

Für mich war es zu speziell, aber für Leute aus der IT und wer sich für Kryptowährung interessiert, wird hier einiges finden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Generation Z in Italien

Verehrung von Alice Urciuolo

Verehrung ist ein Stück zeitgenössische italienische Literatur. Das Zeitgemäße spiegelt sich auch darin wider, dass der Roman als Netflixserie verfilmt wurde.
Das Buch zeigt anhand einer Handvoll Jugendlicher das Lebensgefühl einer Generation. Diana, Vera, Vanessa, Giorgio und noch ein paar andere leben in einer Kleinstadt.

Sie alle werden betrachtet. Unsichtbar schwingt aber immer eine Figur mit, die fehlt: Elena, die vor einem Jahr von ihrem Freund getötet wurde.
Die Möglichkeiten sind begrenzt. Ganz im Mittelpunkt für alle stehen die Beziehungen. Alice Urciuolo schreibt realistisch und ihre Figuren wirken echt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Can Dündar,  Journalist mit Mut

Ich traf meinen Mörder von Can Dündar

Der türkische Journalist Can Dündar, der mutig über die Verbrechen der Autokratie des Landes berichtete, ist weiterhin dran und hat ein neues Buch:
Ich traf meinen Mörder
Untertitel: Ein Journalist und die dunklen Seiten der Macht
 
Da berichtet er von einem Mann, der mit einem Attentat auf ihn beauftragt war und sich ihm jetzt, wo er in Argentinien im Gefängnis sitzt, an ihn wendet.

Da er befürchtet in die Türkei ausgeliefert zu werden, ist er bereit, Dündar alle Hintergründe zu berichten. Und da gibt es noch mehr, zum Beispiel illegale Waffenlieferungen an Islamisten.   
 
Auch der Anschlag auf Dündar 2016 wird thematisiert.

Man merkt schnell, dass dieses Buch wichtig ist, denn viele Journalisten wurden schon eingeschüchtert und mundtot gemacht. Da sind die, die weiterhin offen berichten, umso wichtiger.
 
Das Buch ist kurz, aber kompakt und direkt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog