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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein Weckruf, den man nicht überhören darf

Der amerikanische Weckruf von Cathryn Clüver Ashbrook

Die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlern Cathryn Clüver Ashbrook ist mir mit ihren klugen Aussagen schon oft aufgefallen, in Gesprächen im Radio oder bei Politiktalkschows im Fernsehen.
Sie ist fähig, Aussagen über den gesellschaftlichen Zustand der USA zu geben. Sie hat profunde Kenntnisse und kann gezielt zusammenfassen und Schlüsse ziehen.

Sie schreibt auch über die erschreckenden Konsequenzen.

Und im letzten Kapitel schreibt sie, wie wichtig es für Deutschland ist, den amerikanischen Weckruf nicht ungehört zu lassen, damit nicht auch hier ein gesellschaftlicher Zusammenbruch folgt.
Das Buch ist nicht umsonst in der Debattenreihe Auf den Punkt. Es kommt genau auf den Punkt!

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Die Geschichte der Schwestern

Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani

Trag das Feuer weiter, Leila Slimanis dritter Teil ihrer marokkanischen Familiensaga liest sich herrlich.
Die dritte Generation ist in Form von Mia und Ines da. Sie sind die die Töchter von Aicha und Mehdi. Auch Amine und Mathilde, jetzt die Großeltern sind noch dabei.
Dann auch die extravagante Selma, die die Rolle der bewunderten Tante von Mia und Ines einnimmt.

Alle Figuren haben Klasse, zum Teil wirken sie auch leicht überzeichnet.
Es ist großartig, dass die Autorin die Abschnitte gerecht auf die Figuren verteilt, auch wenn Mia und Ines jetzt die zentralen Charaktere sind.
Mia, die den Anfang als Schriftstellerin in Paris innehat, wird besonders intensiv dargestellt. Sie ist als Jugendliche im Rabat der Achtziger Jahre burschikos, sucht nach ihrer Identität.
Leila Slimani schreibt ausgewogen, detailreich, aber nichts Überflüssiges. Das ist beeindruckend.

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Die Tränen des Jägersoldaten

Oxen. Interregnum von Jens Henrik Jensen

Jens Henrik Jensens Oxen ist eine erfolgreiche Reihe, daher gibt es hier mit Oxen. Interregnum schon den siebten Band. Als Neueinsteiger in die Serie habe ich mich etwas schwer getan. Die Handlung ist zwar einigermaßen eigenständig, aber natürlich hat die Figurenentwicklung schon in den früheren Teilen stattgefunden und ist im Prinzip abgeschlossen, Das Trauma von Oxen ist jedenfalls nicht mehr spürbar.

Seine Gelassenheit und seinen inneren Frieden spürt man zum Beispiel im Gesprächen mit seinem Sohn Magnus schon in den frühen Kapiteln. Als Magnus überfallen und schwer verletzt wird, ist Oxen schwer getroffen.
Während mich die Handlung rund um den Sohn überzeugte, blieb mein Interesse an die Spionageanteil gering. Eine Spur Langeweile ist nicht ganz zu vermeiden.
Es ist insgesamt ein überraschend ruhiger Plot.
Literarisch geht es ziemlich gleichförmig zu, aber durchaus passend für skandinavische Thriller.
Meine Empfehlung aufgrund meiner doch sehr verhaltenen Leseerfahrung ist, nicht unbedingt mit diesem Teil zu starten.

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5 Erzählungen aus dem Nachlaß

Der Fluss der Zeit von Pascal Mercier

Diese 5 Erzählungen aus dem Nachlaß von Pascal Mercier sind wirklich ein Geschenk. Es sind sorgsam erstellte Erzählungen, sehr sensibel gemacht. Es gibt Einblicke in die Gefühlslage von Menschen in besonderen Situatinen, sei es ein alter Mann, der aus seinem Haus ausziehen muss, wo er sein Leben lang gewohnt hat, oder die Sorge eines Mannes, der auf den Befund einer möglicherweise schweren Erkrankungen wartet.

Auch die Geschichte um den Pianisten, der von seinen Freunden eine Wohnung geschenkt bekommt, ist sehr fein ausgearbeitet. Es ist ein Glück für ihn, aber jetzt gibt es auch das Problem der Verpflichtung zur Dankbarkeit, die die Beziehung zu den Freunden belastet.
Entscheidend ist oft auch die Erzählperspektive, die immer gut und geschickt gewählt ist.
Die Erzählungen passen zueinander. Man hat das Gefühl, sie wären aus einem Guß.

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Die WG mit Alex

Lass uns noch bleiben von Saskia Luka

Lass uns noch bleiben von Saskia Luka ist ein Roman, dessen Handlung in Berlin angesiedelt ist und Themen wie Beziehungen, Freundschaft und Einsamkeit in einer Großstadt beinhaltet.
Die verschlossene Anna wurde gerade wortlos von ihrer Freundin Venka verlassen und ihre Stimmungslage ist nicht gut. Sie hat einen Pflanzenladen und eine latente Freundschaft mit dem Antiquar Henning, der auch sehr zurückhaltend ist.

Annas Leben ändert sich erst, als Alex in ihre Wohnung mit einzieht. Alex ist locker und offen. Ganz langsam öffnet Anna sich. Schließlich machen sie sich zusammen auf die Reise, um Venka aufzusuchen und eine Erklärung zu verlangen. Das verläuft zunächst enttäuschend.

Der Roman hat viele gute Ansätze, droht aber immer wieder zu verflachen. Letztlich vergibt die Autorin auch ein paar Chancen, mehr aus der Geschichte zu machen. Es bleibt aber ein lesenswerter Roman.

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Nach dem Krieg

Die weiße Nacht von Anne Stern

Anne Stern ist die Königin des historisch angehauchten Kriminalromans der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und ihr neuer Roman ist 1946 in Berlin angesiedelt. Da sie eine erfahrene Autorin des Genres ist, gelingt ihr sofort eine dichte, beklemmende Atmosphäre, denn in Berlin ist es nach dem Krieg sehr hart.

Viele hungern. Die Detailbeschreibungen von Berlin in dieser Zeit legen nahe, dass Anne Stern wieder genau recherchiert hat.

Die Autorin wählt zwei „Typen“ als Hauptfiguren aus. Der versehrte Kriminalkommissar König und die toughe Fotografin Lou. Beide sind von der Nazizeit persönlich unbelastet, dennoch leidtragende. Es wäre auch interessant gewesen, Hauptfiguren zu wählen, die Schuld auf sich geladen haben und damit fertig werden müssen, aber Anne Stern hat es anders geplant und sonst wäre es auch ein ganz anderes Buch geworden. Die Schuldfrage ist dennoch in den Plot integriert. Der Kriminalfall beginnt verhalten, entwickelt sich aber. Es überzeugte auch, wie die Protagonisten agieren und eine gewisse Spannung kann Anne Stern generieren.

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Ein Buch wie ein deftiger Eintopf

Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev

Der in Bulgarien geborene Österreicher Dimitre Dinev hat mit seinem Roman Zeit der Mutigen den Österreichischen Buchpreis gewonnen.
Eine überbordende Freude an Sprache und Erzählen kennzeichnet diesen Roman.
Es ist ein groß angelegter Roman mit Figuren, die Stärke und Haltung in schwierigen Zeiten zeigen.

Dabei bleiben sie alle irgendwie eigenwillige Sonderlinge und Außenseiter.
Das Buch zeigt das zwanzigste Jahrhundert in Deutschland, Österreich und Bulgarien. Mit zunehmender Dauer kommen Figuren hinzu, aber es gibt immer Bindeglieder und so bleibt der Text im Fluss.
Meine Sternewertung: 4,5

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Die Entenfrau

Insel am Rand der Welt von James Rebanks

Es ist das Buch einer Begegnung. Zum einen die des Autors mit Anna, einer Frau, die mit der Natur in Einklang lebt und dann auch mit der Natur der Insel in Norwegen.
James Rebanks schreibt einen zugänglichen, ansprechenden und passenden Stil, der an die große Reiseliteratur eines Bruce Chatwin erinnert.

Vielleicht ist er sprachlich zu weich. An das große Vorbild kommt er nicht ran.

Annas Leben auf der Insel entspricht den Traditionen, was ihre Familie seit Generationen auszeichnete. Sie widmet sich der Pflege der Eiderenten-Nester.
Anna ist nicht mehr jung. Es wird ihre letzte Saison auf der Insel sein, dann geht sie in den Ruhestand.
James Rebanks, der sich in England in einer leichten Midlifekrise wähnte, dient ihr als Katalysator für ihre Geschichten, deren Aufbewahrung sie sich wünscht.
Viele Passagen sind interessant, manche wirken zu beiläufig.

Fans von Enten werden vor allen in der zweiten Buchhälfte voll auf ihre Kosten kommen.

Es ist ein teilweise poetisch wirkender Text, den ich überwiegend gerne gelesen habe.

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Amerikas Verfall

Goodbye, Amerika? von Rieke Havertz


Rieke Havertz hat schon lange ein tiefes Verhältnis zur USA und hat schon viel darüber berichtet. In diesem Buch zeigt sie sich privat, um ihre Sympathie für Amerika zu zeigen, aber dann zeigt sie auch deutlich die vielen negativen Veränderungen, die jetzt unter Trump ihren Höhepunkt finden.
Sie geht ins Detail und vieles ist sehr interessant.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und es funktioniert in der gesprochenen Fassung gut.

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John Banville, der große Stilist

Schatten der Gondeln von John Banville

Banville gelingt es sofort, mit dem Icherzähler eine außergewöhnliche Erzählstimme zu finden. Sie erinnert mich latent an die des Protagonisten aus Banvilles Meisterwerk Der Unberührbare.

Schatten der Gondeln handelt um die Jahrhundertwende und hat auch deswegen eine eigentümliche Atmosphäre.

Dazu noch Venedig als Schauplatz und John Banville beschreibt viele Details. Das ist exquisit.

Es gibt einiges geheimnisvolles, obwohl man als Leser schon bald etwas ahnt. Andere Banvilles waren noch raffinierter, aber doch bleibt man vom Plot gefesselt.

Banvilles Talent Stimmungen zu erzeugen ist nach wie vor in hohen Maße vorhanden.

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