Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein hartes Buch, aber nicht ohne Komik

7 Arten, eine Katze zu töten von Matías Néspolo

Dieser Roman aus Argentinien hat eine ganz andere Ausstrahlung als Kriminalromane aus den USA oder England.
Es zeigt Lebensumstände in Buenos Aires Elendsvierteln, die geprägt sind von Kriminalität.
Für mich ist es fast mehr eine Milieustudie.
Das Buch wird von der schnoddrigen Erzählstimme von Gringo, wie er genannt wird, bestimmt.

Am Anfang wirkte es in den Dialogen fast wie aus einem Coming-of-age-Roman, aber die Beschreibungen sind gut gemacht.
Es ist ein hartes Buch, hat aber auch komische Seiten.
Ein Nachwort von Peter Henning schließt das Buch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Ruth und Lea

Gelb, auch ein schöner Gedanke von Nefeli Kavouras

Einen Auszug aus diesem Buch hat Nefeli Kavouras schon beim Bachmannpreis-Wettbewerb gelesen. Jetzt ist der Text ein wenig erweitert, doch inhaltlich und vom Stil ist er gleich geblieben.
Es geht um eine Mutter-Tochterbeziehung und vom Sterben des Vaters.
Ruth pflegt ihren todkranken Mann Georg, die jugendliche Tochter Lea muss mit der Situation zu Recht kommen, aber der lange Sterbeprozess beeinflusst das normale Leben.

Doch Mitte des Buches gibt es einen erstaunlichen Wandel.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Ruth und Lea ab. Das funktioniert gut. Nur auf einer Seite komt auch Georg zu Wort.

Die Autorin hat einen Ton gefunden und ein lesenswertes Buch geschaffen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Eine Begegnung und eine Wiederbegegnung

Wer bist du? von Kat Menschik; Monika Helfer

Monika Helfers Bücher sind meistens ziemlich kurz. In diesem Fall würde ich eher von Erzählung sprechen. Eine Erzählung, die von Kat Menschiks hellen, farbigen Illustrationen ergänzt ist. Eine gelungene Kollaboration, schon die zweite zwischen der Autorin und der Künstlerin.
Monika Helfer hat oft autobiografisch über ihre Familie geschrieben (Die Bagage, Vati, Löwenherz).

In dieser Erzählung gibt sie aber vorgeblich das wieder, was ihr eine Frau erzählt hat. Es ist die Geschichte einer Begegnung und einer Wiederbegegnung viele Jahre später. Es ist eine rätselhafte Geschichte, die offensichtliche Lücken hat, da die Erzählerin nicht ganz glaubhaft ist.
Monika Helfer hat das geschickt gemacht. So denkt man noch lange an diese Geschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Ankommen in Maine

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Eine Familie zieht von New York nach Maine. Da gibt es einen Vorfall, der alles ändert. Die 18jährige Schülerin Hazel wird von ihrem Direktor angemacht. Sie sagt nein und entzieht sich. Doch das spricht sich rum und spaltet die Gesellschaft. Viele glauben Hazel nicht und ein Shitstorm steigert sich bis zu antisemitischen Ausmaßen.

Der Roman zeigt sehr gut, wie die Entwicklung ihren Lauf nimmt und was das bei allen Familienmitgliedern auslöst. Doch Hazel geht schließlich selbst an die Öffentlichkeit und behauptet sich.
Ironischerweise kommt Hazels Vater selbst in eine MeToo-mäßige Klemme, als er als Professor vor seiner Klasse über Bill Cosby spricht.

Mich erinnert der Stoff des Buches latent an den Film After the Hunt.
Hazel sagt nein geht dann aber doch seinen eigenen Weg.
Das Buch ist zwar nicht so komplex wie eins von Elizabeth Strout, aber ein richtiger Maine-Roman ist es dann doch noch geworden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Chih von den Singenden Hügeln

The Empress of Salt and Fortune (Die Chroniken von Chih) von Vo

Die preisgekrönte Novelle ist im alten China angesiedelt und zeichnet sich durch Sprachwitz und einer ausgeklügelten Erzählweise aus. Es wird der Geschichte einer Kaiserin nachgespürt. Dabei sind die Figuen originell angelegt. Der Kleriker Chih und sein frecher sprechender Wiedehopf Fast Brillant treffen auf eine alte Frau namens Kaninchen, die die Dienerin der Kaiserin war und deren Geschichte wiedergibt.

Die Novelle ist raffiniert gemacht und weitere Teile werden erscheinen, denn es wurde eine Reihe daraus gemacht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die Parabel von Al Pacino

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Einige Bücher habe ich schon von Abbas Khider gelesen und Der letzte Sommer der Tauben gehört zu seinen besten.
Wichtig ist die Wahl der Hauptfigur. Der 14jährige Noah ist kein Kind mehr, auch noch nicht erwachsen, dabei aber ein guter Beobachter.

Noah hat ein besonders gutes Verhältnis zu seinem Onkel Ali, ein humorvoller Mann, der die Freiheit liebt.

Beide teilen sie auch die Liebe zu den Tauben, die sie züchten.

Jetzt aber ändert sich alles im Land, als ein Kalifat errichtet wird und alles, was bisher gut und erfreulich war, wird jetzt verboten.
Noahs Vater, der Kleidungsgeschäft hat, darf keine modischen Sachen mehr verkaufen. Das Café vom Onkel muss schließen. Alkohol, Tanz und Kartenspiele sind verboten. Frauen dürfen nicht mehr arbeiten und müssen sich verhüllen.

Onkel Ali wird schließlich als Oppositioneller verdächtigt und muss verschwinden. Auch Noah gerät in Gefahr.

Der Roman schildert viele düster Begebenheiten, ist aber aufgrund des lebendigen Tonfalls von Abbas Khider nicht hoffnungslos.

Ein großartiger Roman!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Bo und Sixten

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein sensibel erzählter Roman über das Altern und das Abschiednehmen.
Der 89jährige Bo lebt in Schweden zusammen mit seinem Hund Sixten, den er sehr liebt. Doch sein Sohn Hans will den Hund weggeben, da er glaubt, der körperlich eingeschränkte Bo könnte sich nicht mehr um ihn kümmern.

Bo ist damit keineswegs einverstanden. Obwohl Bo und Hans im Clinch liegen, spürt man die Zuneigung der beiden. Es ist kein klischeehafter Roman, die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist komplex.
Die Autorin Lisa Ridzén gestaltet ihren Roman geschickt. Öfter gehen Bos Gedanken zurück in die Vergangenheit, als er selbst ein Junge war.
Zwischen den Kapiteln gibt es kurze Aufzeichnungen des Pflegepersonals, die täglich zu Bo kommen. Damit wird allmählich auch dokumentiert, wie Bo schwächer wird.
Es ist ein Buch, dass man mit Anteilnahme liest.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die Oma und der Syrer

Walküre von Daniel Zipfel

Und wieder ein Buch aus dem traditionsreichen Leykam-Verlag, das sehr empfehlenswert ist. Ein Roman mit interessante, relevanten Themen.
Unser zögerlicher Protagonist Benjamin ist Rechtsberater für Flüchtlinge, kein leichter Job, vor allen psychisch sind die vielen Schicksale belastend.
Er ist gerade dabei, seine leicht demente, aber willensstarke Oma aus Deutschland nach Wien zu holen.

Die alte Dame hat eine fragwürdige politische Vergangenheit. Sie ist die titelgebende Walküre.
Auch beruflich hat er einen schwierigen Fall. Einem Syrer, der für den Verein auch dolmetscht, werden Kriegsverbrechen in Syrien vorgeworfen. Für Benjamin ist das nicht einfach. Die Vorwürfe könnten haltlos sein, aber den Aufenthaltsstatus gefährden. Außerdem versteht sich der Syrier, ein älterer Herr, sehr gut mit seiner Oma.
Man ist dicht am Icherzähler und kann seine Gefühlslage gut verstehen.
Benjamin Zipfel schafft es, die harten Themen mit Leichtigkeit gut zu transportieren, ohne etwas zu verharmlosen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die Prosa der Ursula März

Mein gelber Pullover von Ursula März

Ursula März, die bedeutende Literaturkritikerin, hat mit Kurzprosa und ihrem Roman Tante Martl den Weg zur Schriftstellerin geschafft. Doch dann musste man lange warte, bis jetzt Mein gelber Pullover da ist.
Das Buch erzählt vom Aufwachsen eines Mädchens in den sechziger Jahren. Da wird das Lebensgefühl authentisch dargestellt, so jedenfalls mein Gefühl und vermutlich ist da viel auch autobiografisch.

Ich finde es sehr glaubhaft.
Es wird episodenhaft erzählt und nicht chronologisch. Geht es in vielen Kapiteln um das Mädchen, ihrer Eltern und der wilden Nachbarsfreundin, wechselt es dann schnell zu der jungen Frau und dann zur Frau mit Tochter.
Ursula März hat einen passenden Ton für ihr Buch gefunden.
Für mich sehr überzeugend gemacht!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Die aktuelle Sicherheitslage

Wer verteidigt Europa? von Jana Puglierin

Jana Puglierin ist eine anerkannte Sicherheitsexpertin, die es schafft in ihrem Buch Wer verteidigt Europa die aktuelle Situation bezüglich der Gefahr, die von Russland ausgeht, zu analysieren und Zusammenhänge herzustellen.

Es liest Janna Ambrosy und ihre Stimme ist gut geeignet für dieses Buch.

Das ermöglicht ein entspanntes Hören.

Jana Puglierin ist Mitglied des Think Tanks European Council on Foreign Relations. Sie ist in der Lage exakt zu formulieren.
Sie spricht über die Kriegsgefahr Russlands, Zusammenhänge zu China und USA sowie der Lage Europas. Die Rolle Deutschlands ist das abschließende Thema.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog