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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Von Haltestelle zu Haltestelle

Öffentlicher Nahverkehr von Thea Mengeler

Thea Mengeler hatte viel Aufmerksamkeit für ihren ungewöhnlichen Roman Nach den Fähren bekommen und auch ihr neuer Roman hat eine besondere Energie.
Man begleitet die Protagonistin auf ihren zahlreichen Busfahrten und ihren Gedanken über andere Passagiere. Da sie oft die selben Leute sieht, bekommen diese auch eine Identität.

Sie ist offensichtlich in einer seelischen Krisensituation, da sie als ehemals erfolgreiche Influencerin sich jetzt nicht mehr in der Welt der Social Media befindet. Ein Vorfall mit ihrem Ex-Partner, der ein Video von ihr verbreitete, schickte sie in soziale Abseits. Erschreckend, wie alleine sie ist. Sie hat ihre Beziehung verloren und außer ein paar Anrufe bei ihrer Mutter anscheinend keine Kontakte mehr. Das ändert sich erst durch die Begegnung mit der älteren Rosa im Bus.

Thea Mengeler schafft es, mit den intensiven Innensichten ihrer Protagonistin deren Situation zu vermitteln. Keine kleine Leistung! Applaus für diesen Roman!

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Südstaaten-Noir

My Darkest Prayer von S. A. Cosby

My Darkest Prayer ist der Debütroman von S.A.Cosby und schon sehr gut, auch wenn der Autor später noch komplexere Texte schrieb.
Das Buch hat einen toughen Protagonisten: Nathan Waymaker, aus denen Blickwinkel erzählt wird. Es wirkt wie bei klassischen Kriminalromanen.
Schauplatz ist eine Kleinstadt in Winchester.

Ein Reverend ist verstorben, manche denken, es könnte Mord gewesen sein, doch ermittelt wird nicht.
Das macht dann Nathan auf Wunsch einiger Kirchenmitglieder. Dabei geht er als großer und kräftiger Mann kompromisslos vor und seine Entschlossenheit und Körpermasse machen ihn wirkungsvoll.

Das Buch hat ein Vorwort des Autors von 2022. Er hat den Roman 2019 geschrieben. Er steht immer noch zu seinem Buch.
Zu Recht, denn der Roman ist geradlinig und ausgewogen zwischen Dialogen und Action.

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Roman nach Motiven aus dem Leben der Štefka Cobelj

Feuer von Ales Steger

Der bedeutende slowenische Autor Aleš Šteger schreibt in seinem Roman Feuer über das Leben einer Frau.
Die Kindheit mit einem tyrannischen Vater und einer schwachen Mutter zwingt sie dazu, innere Stärke zu entwickeln. Mit 17 wird sie von Partisanen aufgenommen, Zora genannt und sie übernimmt 1942 die Versorgung des organisierten Widerstands gegen die Besatzer.

Nach dem Krieg wird sie Mitglied der kommunistischen Partei, geht schließlich nach Belgrad. Der Autor folgt ihrem Lebensweg.

Aleš Štegers Stil ist konzentriert und intensiv. Unbedingt lesenswert!

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Das Haus in Kudern

Ist doch schön hier von Miriam Burdelski

Liesels Großmutter stammt aus Ostpreußen. Sie erzählt ihrer neunzehnjährigen Enkelin Geschichten aus der alten zeit, auch nach der Flucht nach Deutschland.
Noch im Pflegeheim spürt man der inzwischen alten, dementen Emmi die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat an.
Gemeinsam mit einem Freund wagt Liesel die Reise mit ihrer Großmutter nach Polen.

Es wird nicht einfach.
Es geht dann auch viel um Familie und Beziehungen und es gibt auch ein großes Geheimnis aus der Vergangenheit. Das hatte einfluß auf alle Familienmitglieder.
Miriam Burdelskis Erzählstil erlaubt ein starkes Mitfühlen. Nicht jedes Buch ist so emotional und dennoch ausgewogen.

In der Danksagung betont die Autorin noch, dass die Figuren dieses Romans nicht die ihrer Familie sind und dennoch hatte die Fluchtgeschichte ihrer Großmutter mit beeinflusst.

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Schatten des Literaturbetriebs

Die Dichterin von Özge Inan

Die Dichterin ist ein Roman, der einen Teil des Literaturbetriebs zeigt.
Der Clou des Buches wird bereits früh angedeutet. Für die Spannung des Buches hätte man das auch mehr im unbestimmten lassen können.
Die Dichterin Emma Rodenstock wird verdächtigt, ihre Texte von jemand anders kopiert zu haben.

Eine Journalistin deckt das auf.
Eine These ist, dass die Gedichte auch wegen der Persönlichkeit der Dichterin so ein Erfolg wurden. Dass die Dichterin so eine große Ausstrahlung hatte, wie behauptet, konnte ich beim Lesen nicht sehr spüren. Schlecht gemacht ist die Figur der Emma Rodenstock tatsächlich nicht. Sie hat mich mehr überzeugt als z.B. die Journalistin.
Während die Handlung in der ersten Hälfte mehr oder weniger vor sich hin plätschert, wird es später interessanter.
Özge İnan ist insgesamt eine vielversprechende Autorin, bei der man auf kommende Veröffentlichungen gespannt sein kann.

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Verschiedene Arten der Stille

Wirf einen Schatten von Elena Fischer

Wirf einen Schatten ist das zweite Buch nach Elena Fischer großartigem Debütroman Paradise Garden.
Die Handlung ist interessanterweise in den frühen sechziger Jahren angesiedelt und thematisiert das Leben eines Mannes.
Joseph wurde von seiner Frau und kleinem Sohn verlassen. Er hat sich daher innerlich sehr zurückgezogen.

Nur mit seiner Schwägerin Ada versteht er sich noch gut.
Eine Änderung in seinem Leben bewirkt die Begegnung mit der 20jährigen Birdie, die er bei sich aufnimmt, als sie in Not ist. Es dauert eine Weile, bis Birdie ihre Geschichte erzählt.
Zwischendurch gibt es immer wieder mal kurze Rückblicke auf die Zeit, als Joseph noch mit seiner Frau zusammen war. So erschließt sich einiges nach und nach.

Ich halte viel davon, wie die Autorin ihre Figuren aufbaut. Sie behandelt sie fair und macht sie zu realen Menschen.
Es ist intelligent gemachtes Buch, sprachlich ansprechend. Ich halte es für möglich, dass auch dieser Roman auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis gelangt.

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Die Tochter des großen Texters

Das Klimpern der Schlüssel von Anne Goscinny

Das Klimpern der Schlüssel ist ein Erinnerungsbuch von Anne Goscinny an ihren berühmten Vater Rene Coscinny, Texter von Asterix und Luky Luke sowie weiterer.
D.h. viel erfährt man nicht vom Vater. Im Mittelpunkt ist das Erleben des neunjährigen Mädchens. Ihre Gefühlswelt beim Verlust, der auch Jahre später sich noch auswirkt.

Die frühen Passagen sind die Stärke des kurzen Buches.
Aber ich denke, die Gefühle gleichen sicher auch anderen Menschen, die früh ihre Liebsten verlieren.

Anne Goscinny vermag auf sensible Art einige Passagen der Trauer und des Verlustes zu gestalten.

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Die Tochter des Yakuza

Die Yakuza-Prinzessin von Akira Otani

Shindo ist eine toughe Frau, aber das sie von der Yakuza auf brutale Art gezwungen wird, die Tochter des Yakuza-Chefs als Leibwächterin zu dienen, hätte sie nicht gedacht.
Doch nach anfänglichen Fremdeln zwischen den beiden Frauen, baut sich langsam ein Vertrauensverhältnis auf.
Das Buch lehnt sich an A.

J.Quinnells Man of Fire an, das mehrfach verfilmt wurde. Immerhin eine gute Variante.

Obwohl es krass gewalttätige Szene in dem Buch gibt, ist es in erster Linie ein Plädoyer, sich gegen patriarchale Gewalt zu wehren.

Fazit: Starke, feministische Literatur aus Japan, getarnt als Yakuza-Thriller.

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Ivona / Vlaho

Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

Der Roman Dem Meer entgegen handelt an der kroatischen Küste und zeigt das Leben von Ivona. Sie hatte mit Vlaho eine tiefe Beziehung, doch sie trennte sich von ihm. Ivona leidet auch 10 Jahre später noch daran. Vlaho ist inzwischen verheiratet und Vater. Doch sie sind noch in Kontakt und alte Gefühle gibt es noch.

Lidija Hilje gestaltet ihr Buch einfühlsam und beschreibt eine Beziehung in allen Facetten, dabei auch das Aus und das Weitermachen.
Die Autorin ermöglicht dem Leser Zugang zur Hauptfigur. Man sieht ihre Gedanken und Emotionen.
Man sieht auch ihre Zweifel, wie sie hin- und hergerissen ist. Das gilt dann schließlich auch für Vlaho.
Vielleicht ist der Roman ein klein wenig zu lang. Zu den Entscheidungen hätte die Beteiligten auch eher gelangen. So waren es auch verlorene Jahre für Ivona.
Mit dem Ende bin ich ganz einverstanden und finde es folgelogisch.
Die kroatische Schriftstellerin Lidja Hilje schafft viel Atmosphäre. Sie kann erzählen und ist für mich ein gute Entdeckung.

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Im Gasthof zur Moskau

Querfeldein von Alex Capus

Alex Capus gestaltet seinen neuen großen Roman mit seiner gewohnt lässigen, manchmal lakonischen Art.
Es beginnt zur Jahrhundertwende und zeigt einen Schweizer Gastwirt und seine Frau sowie seine Kinder über einen langen Zeitraum. Dabei betrachtet Alex Capus auch die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit.

Es ist ein historischer Stoff und wirkt aufgrund der eigenwilligen Figuren wie ein Schelmenroman. Aus meiner Sicht sehr gelungen! Alex Capus ist ein zuverlässiger Autor, dessen Bücher immer ein gutes Niveau haben.

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