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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ingemar und Mio

Mio und die Unsterblichkeit von Paulus Hochgatterer

Paul Hochgatterer zeigt das Leben eines 16jährigen Jungen, der an spinaler Muskelatrophie leidet. Er sitzt im Rollstuhl, muss gepflegt werden, doch er kann mit seiner Behinderung umgehen, Uch wenn es kontinuierlich schlechter wird.
Zuneigung fasst er zu der Katze Mio, die ziemlich wild und eigensinnig ist.

Da gibt es einige gut geschriebene Episoden. Auch die Dialoge sind klug gemacht. Befreundet ist er außerdem mit einem alten Mann, der ihm Geschichten von früher erzählt.
Das Buch ist kurz, doch gut durchkomponiert.

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In den inneren Gängen graben

Die Kräfte von Laura Vazquez

Die Kräfte ist ein sehr konzentrierter Text mit einer Erzählerin, die eine gute Beobachterin ist, dies schon als Kind war.
Sie ist ständig in Bewegung und begibt sich an verschiedene Orte, da ist z.B. eine Lesbenbar und ein Haus der Sekten und es kommt zu diversen Begegnungen. Es sind äußerliche wie innere Aspekte, die die Protagonistin reflektiert.

Viele ist nicht sofort eindeutig. Als Leser weiß man schon früh, dass dieser Roman mehr als einen Lesegang fordert.

Laura Vasquez Ausdruckskraft ist außergewöhnlich. Das sie ein gewisses Niveau ansteuert, verraten schon die dem Roman vorgestellten Widmungen (Robert Walser, Simone Weil, Henry Thoreau).
Sie folgt nicht einher konventionellen, linearen Handlung. Dafür erschafft sie starke Bilder und poetische Momente.

So ein ungewöhnliches Buch liest man nicht oft! Kein Wunder, dass der Roman preisgekrönt ist.

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Ein radikaler Text

Das weiße Blatt Papier von Oskar Roehler

Im ersten Abschnitt seines autobiografischen Romans erzählt Oskar Roehler von seinen Eltern, die beide Schriftsteller waren. Es war nicht einfach in so einem toxischen Elternhaus aufzuwachsen, doch sie trennten sich schon früh.
Roehlers Vortrag hat die Form einer Tirade. Diese bildet der literarisch aus.

Roehler wächst auf in einem linksradikalen Umfeld. Rettung und Trost bieten ihm Filme und Literatur der extremen Natur: Cioran wie Heidegger, von Pasolini zu Faßbinder.
Nur wer sich auf Roehlers assoziatives Spiel einlässt, wird diesen Roman genießen können.

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Ein spontaner Plan

Nichts als heiße Luft von Yves Ravey

Yves Ravey ist der Meister des Kurzromans. Nichts als heiße Luft hat den Hauch von Wenn der Postmann zweimal klingelt. Dazu gehören ein Loser, ein reicher Mann und eine Femme Fatal.
Noir-Elemente gibt es, aber ein Kriminalroman ist es kaum. Vorherrschend sind eine Stimmung, die sich aus der Situation heraus ergibt und ein nüchterner Ton des Icherzählers, der von Lakonie durchzogen ist.

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Morde in Lark

Bluebird, Bluebird von Attica Locke

Bluebird, Bluebird ist ein preisgekrönter Kriminalroman, der straight und sorgfältig geschrieben ist. Es ist auch der Start einer Reihe (Highway59).

Das Buch hat Besonderheiten, z.B. das er im Osten von Texas angesiedelt ist und dass ein schwarzer Texasranger die Hauptfigur ist.
In einer Kleinstadt sind 2 Tote aufgefunden worden.

Ein schwarzer Anwalt und eine junge Frau. Texas Ranger Darren Mathews ist zwar eigentlich suspendiert, dennoch ermittelt er. Darren ist eine große, nicht ganz einfache Figur, mit familiären Problemen. Er kann den Roman tragen.

Die Auflösung des Falls ist komplex. Kein Wunder, dass der Roman den Edgar-Award gewonnen hatte.

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Das Geheimnis der Berthe Morisot

Die Farben von Paris von Rainer Moritz

Es beginnt in der Gegenwart mit Rodney, ein Kenner der Kunstgeschichte, der sich schon lange mit der Geschichte von Berthe Morisot beschäftigt. Sie war Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Malerin des Impressionismus.
Ihr Werk ist typisch für diese Stilrichtung.
Wer sich mit dieser Kunstrichtung einmal beschäftigt hat, wird auch auf sie gestoßen sein.

Als Frau war sei eine Außenseiterin.
Rodney kehrt immer wieder für seine Forschungen nach Paris zurück.
Zwischendurch geht Rainer Moritz dann in Berthe Morisots Zeit zurück und zeigt sie und ihre Emotionen mit großer Behutsamkeit und Sensibilität.

Am Ende steht ein Brief der Malerin an ihre Tochter, der ein großes Geheimnis enthüllt.
Eine feines Buch. Ich freue mich schon auf einen zweiten Lesegang!

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Der Tote im Steinbruch

Zeiten erhöhter Gefahr von Julia von Lucadou

Zeiten erhöhter Gefahr ist ein interessanter Roman über den seelischen Zustand eines Manns mittleren Alters, dessen Leben ziemlich festgefahren ist. Von der Familie schon lange getrennt, lebt er hauptsächlich für die Arbeit.
Als er überraschend einen toten Mann findet, kommt er außer Tritt. Er kann nicht akzeptieren, dass die Polizei das für Selbstmord hält.

Er stellt auch sein Leben und seine Vergangenheit in Frage. Gleichzeitig ist aber auch die Gegenwart ein Ort der Unsicherheit geworden.

Julia von Lucadou schreibt ihren Text mit großer Intensität. Aber man sollte keinen Thriller erwarten sondern ein psychologisch ausgefeiltes Buch.

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souverän geschrieben

Kanzlerkino von Mirko Bonné

Mirko Bonnes neuer Roman Kanzlerkino erzählt von einem Mann aus der DDR, kurz nach der Wende: Bernd Vomturm
Die Erzählstimme liegt aber anfangs bei seinem Freund aus alten Zeiten, Lutz.
Die DDR-Vergangenheit hat die Männer geprägt. Da gab es auch Bespitzelung. Das lässt sich nicht ohne weiteres abschütteln.

Täter und Opfer gehen sehr unterschiedlich damit um.
Ausgerechnet die zentrale Figur Bernd bleibt mir lange eher fremd, dafür ist Mirko Bonne gut bei den lebendigen Nebenfiguren.
Es ist ein ruhiger, sorgfältig gemachter Roman, wie man es von Mirko Bonne gewohnt ist.

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Der Hund miaut, die Katze bellt

Bellende Katzen von Eka Kurniawan

Ein Roman aus Indonesien, der durch die prägende Erzählstimme des jugendlichen Protagonisten auffällt. Sato Reang ist ein Junge, der sich religiösen Dogmen widersetzt um Selbstbestimmung zu erlangen. Der Text wechselt manchmal vom Ich zum Er, in der sich Sato wie von außen betrachtet. Umso genauer erfährt man von seinen Gedanken, die auch seine Zweifel zeigen.

Der Roman hat Witz, aber auch bittere Stellen.

Eka Kurniawan war mir mit seinem lebhaften Stil bereits mit seinem großartigen Roman Tigermann aufgefallen.
Auch Bellende Katzen ist ein schmales Buch, bei dem der Autor viel Geschick beim Konstruieren einer aufwühlenden Geschichte aufweist.

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Geheimnisvolles in der Allan Gardens Public Library

Besondere Vorkommnisse von Martha Baillie

Der Wagenbach-Verlag hat oft ganz besondere Bücher, und dieses gehört auf jeden Fall dazu. Es hat eine ungewöhnliche Erzählform, da es ausschließlich aus Berichten besteht.
Die Handlung spielt sich in einer Bibliothek in Toronto ab. Die Berichte stammen von der 32jährigen Bibliothekarin und es sind ungewöhnlich viele außergewöhnliche Vorfälle, die da geschehen.

Viele der Nutzer verhalten sich auffällig. Nicht selten gibt es Konflikte. Außerdem tauchen da Briefe auf, die die Protagonistin als persönlich und bedrohlich empfindet.
Hinzu kommt ihre Beziehung zu dem Künstler Janko.
Das Buch ist trotz der Form gut lesbar und wird nie langweilig. Empfehlenswertes Buch!

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