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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Kinderarbeit

The Bitter Side of Sweet von Tara Sullivan

Ein Buch, klar konzipiert als Jugendbuch, erzählt von Kinderarbeit schlimmsten Ausmaßes in der Elfenbeinküste.
Der jugendliche Erzähler Amadou ist aus Mali und schon länger in der Lage, daher fast ein Profi.
Die Ausbeutung ist ihm ins Fleisch übergegangen. Die Kinder erleben brutale Gewalt. Amadou kümmert sich aufopfernd um seine jüngeren Bruder.

Die Situation ändert sich als ein störrisches Mädchen hinzukommt, die sich dem Terror widersetzt. Zu dritt gelingt ihnen die Flucht. Es gibt dramatische Szene. Das Buch ist durchaus spannend.
Interessant sind die Denkprozesse, die in Bewegung gesetzt werden.

Als durchschnittlicher, westlicher Leser ist man schockiert. Aber Kinderarbeit und -Ausbeutung ist Realität.

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Ein Leben überschattet

Das Schwarz an den Händen meines Vaters von Lena Schätte

Das Schwarz an den Händen meines Vaters ist ein Buch, das zeigt, wie Alkoholismus das Leben einer Familie prägt und sich sogar vererbt.
Es ist zum Teil ein erschütternder Bericht, da er eindringlich aus Ichperspektive erzählt. Der Vater der Erzählerin Motte war schwerer Trinker, von der Mutter ein Stück weit toleriert.

Zahlreiche Vorfälle prägten schon die Kindheit der Erzählerin, die schließlich selbst anfängt schwer zu trinken.
Lena Schätte schreibt schonungslos, abgemildert durch eine Nähe zur Figur. Vielleicht ist das Buch deswegen auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis gelandet.

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Zuhören

Deutschland, lass uns reden von Katrin Göring-Eckardt

Die Bündnis 90/Grünen-Ikone Katrin Göring-Eckhardt berichtet von ihren Reisen, Begegnungen und Gesprächen mit verschiedenen Bürgern, aber auch bekannten Persönlichkeiten wie Charlotte Knobloch oder Igor Levit
Dabei blendet sie auch immer wieder ihre Gedanken zu den Äußerungen der Gesprächspartner ein.

Das sind nachträgliche Kommentar und eigentlich wäre es vielleicht doch besser gewesen, sie hätte das gleich ausgesprochen. Doch sie wollte in erster Linie die andere Seite zu Wort kommen lassen. Zuhören ist ihr wichtig.

Sie spricht auch mit Flüchtlingen und Migranten sowie einer Bürgergeldempfängerin.

Katrin Göring-Eckardt und das für das sie einsteht haben meine Sympathien. Dieses Buch lädt zu gesellschaftlich-politischen Diskussionen ein.

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Ode an den Sohn

Kinderspiel von Claire Kilroy

Claire Kilroy ist eine irische Schriftstellerin. Kinderspiel ist anscheinend das erste Buch in deutscher Übersetztung.

In diesem Roman taucht man ins Innerste einer Frau ein, deren Perspektive ganz das Buch bestimmt. Sie ist junge Mutter und das Kind Sailor ist ihre ganze Welt. Vom Mann ist sie ein Stück weit entfremdet.

Man spürt eine gewisse Wut in ihr, vielleicht auch eine Überforderung. Sie scheint manchmal in Panik. Das gibt dem Buch eine Spannung, die sich unheilvoll anfühlt.
Trotz der Konsequenz der Erzählweise, halte ich sie in dieser Form auch für eine Einschränkung. Es bleiben gemischte Gefühle.

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Eine Ära

Der Himmel fällt von Lorenza Mazzetti

Das Buch, 1961 erschienen, zeigt eine Kindheit im faschistischen Italien. Die Schwestern Penny und Baby wachsen bei ihrem Onkel auf. Penny ist die Erzählerin. Lorenza Mazzetti hält den Kinderblick durchgehend und konsequent durch.
Penny ist sicher stellvertretend für eine Generation von Kindern in Italien dieser Zeit, die einen unreflektierten Patriotismus angelernt bekommen.

Das zeigt sich auch in den Kriegsspielen, die sie lieben und hinzu kommt eine religiöse Komponente. Manchmal scheint aber die überbordende Phantasie die Kinder auch zu retten.
Das Buch ist brillant und eindringlich. Wegen dem offensichtlichen autobiografischen wirkt es auch sehr authentisch.
Ein Glück, das man durch die Neuübersetzung eine neue Leserschaft dieses Buch entdecken darf.

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Psychische Erkrankung

Haus zur Sonne von Thomas Melle

Bei Thomas Melles ungewöhnlichen Buch überlegt man erst einmal, ob es überhaupt ein Roman ist. Aber es gibt erzählende Elemente, Dialoge und die obskure Idee mit der Suizidklinik. Also ist es auch fiktional.
Der Erzähler begibt sich mit seiner bipolaren Störung in ene Klinik, deren Behandlung mit dem Tod enden soll.

Es gibt sprachlich überragende Momente. Es ist aber nicht einfach, diesen harten Text über die Auswirkungen einer langen, unhelibaren psychischen Erkrankung auszuhalten. Es gibt immer Momente, wo man sich dem fast lieber entziehen würde, aber es ist auch ein erkenntnisreiches Buch.
Das Buch steht auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2025 und mich würde es nicht wundern, wenn Melle es auf die Shortlist schafft.

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Vaterbuch

In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied von Usama Al Shahmani

Es ist ein Vaterbuch und eins, das von Herkunft berichtet. Es wird nicht linear erzählt.

Gabi war von seinem Vater entfremdet, da sich die Eltern früh trennten, doch nach dem Tod des Vaters bekommt er dessen Tagebücher und Briefe sowie den letzten Wunsch, das seine Asche am Tigris verstreut wird.

Der Vater war ein im Irak geborener Jude. Gabi reist nach Bagdad und liest die Aufzeichnungen, die sich über Jahrzente verteilen. So entsteht ein weitläufiges Bild vom Leben des Vaters. Obwohl der Roman relativ kurz ist, ist er komplex und konzentriert gestaltet.

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Rosa

Neben Fremden von Eva Schmidt

Eva Schmidts neuer Roman Neben Fremden hat hohe Qualität aufzuweisen.
Rosa ist eine zurückhaltende Frau. Der Freund gestorben, die Mutter eine Last und der schon erwachsene Sohn seit Jahren entfremdet.
Ihre ganze Liebe gehört dem Hund, aber auch der ist alt und krank.
Es ist ein ruhiger Roman, um eine gefasste, ruhige Frau.

Aber doch gibt es hier große Emotionen, nur sind sie gschickt unter der Oberfläche verborgen.
Das ist großartig gemacht.

Wie schon in Die untalentierte Lügnerin konnte mich die Autroin auch mit diesem Roman stilistisch begeistern.

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Josef, ein etwas anderer Junge in schlimmen Zeiten

Seerauchen von Sabine Eschbach

Seerauchen ist ein beklemmender Roman, der ein Dorfleben in der Zeit der dreißiger Jahre zeigt. Er macht deutlich, was es heisst, als Außenseiter, der von der Norm abweicht, in so einer Umgebung zu leben.
Literarisch gibt es einige gute Ansätze. Manches bleibt aber auch in Versatzstücken stecken.

Es ist nicht ganz einfach, zur Hauptfigur Josef Zugang zu finden und Distanz zu überbrücken. Ein tiefes Mitleid ist aber sofort da.
Gegen Ende war ich dann doch vom Buch gefesselt. Es ist harte Kost. Von mir eine verhaltene Empfehlung.

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Storys

Broccoli Punch von Lee Yuri

Dieses Erzählungsband bietet einige originelle Storys einer Autorin aus Südkorea. Aber nur weil sie aus Korea kommt, würde ich sie nicht gleich mit der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang vergleichen. An das Niveau kommt Lee Yuri nicht ran, da ihr Stil ziemlich einfach ist.
Aber das muss ja auch nicht sein, um unterhaltsame Erzählungen zu schreiben.

Spaß macht gleich die erste ironische Geschichte um eine Frau, deren gestorbener Vater zu einer sprechenden Topfpflanze wird und geradezu neu auflebt.
In der nächsten Story wird die Faszination für K-Pop mit Außerirdisches Leben verbunden. Das leuchtet mir zwar nicht ein, aber das Gefühlsleben der Protagonistin wird nachvollziehbar.
Dann die Titelstory: Broccoli Punch. Es gibt ein phantastisches Element. Die Hand eines jungen Mannes hat sich plötzlich in einen Brokkolikopf verwandelt. Lee Yuri arbeitet einen psychologischen Aspekt dafür aus.
In einer weiteren Story wird jemand unsichtbar. Eine Story zeigt die Kommunikation mit einem Leguan. Vieles wirkt obskur.

Ich möchte jetzt nicht alle Storys aufzählen, aber erwähnenswert ist noch das einseitige Nachwort der Autorin, in dem es ihr gelingt sogar noch eine Geschichte zu verstecken.

Mein persönliches Fazit: Wegen den vielfach eingesetzten phantastischen Elemente ein interessantes Erzählungsband, das mich aber literarisch ein Stück weit nicht überzeugte.

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