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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Miriam Brandl:

Wirklich gute Tage!

Gute Tage von Roger Willemsen

Eine Sammlung von Interviews mit bekannten Persönlichkeiten? Noch dazu in Buchform?
Ist das im Zeitalter von social media nicht völlig veraltet, eigentlich sogar komplett aus der Zeit gefallen?
Kann so ein Buch überhaupt interessant sein?
Kann es!
Vor allem, wenn die Interviews von Roger Willemsen geführt wurden!

Ich schätze die Art, mit der R Willemsen Gespräche zu führen wusste: neugierig und gleichzeitig empathisch, souverän, klug und respektvoll, aber trotzdem immer ganz klar in den eigenen Aussagen und Einschätzungen.

Egal ob Jean Seberg, Arafat, Madonna (denkwürdig!), der Dalai Lama oder Issei Sagawa – Roger Willemsen konnte immer etwas Neues erfahren und schaffte damit eine geniale Mischung aus kluger Literatur und erstaunlicherweise ebenso klugem Tratsch.

Ich habe das Buch zwar bereits vor einigen Jahren gelesen, aber es hat seinen Platz in meinem Lieblingsbücherregal gefunden und kann locker mehrmals gelesen werden, so informativ und unterhaltsam ist es.
Es schenkt garantiert gute Lesestunden!

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Magic, my dear friend

Das Geschenk von Gaea Schoeters

Eine kurze Zeitungsnotiz war der Grund für diesen Roman:
ein geplantes Einfuhrverbot für Jagdtrophäen nach Europa bewegte den Präsidenten von Botswana zur Aussage, dass sein Land Deutschland gerne 20 000 Elefanten schenken könnte.

Gaea Schoeters hat den Gedanken konsequent weitergeführt.
Entstanden ist ein hinreißend absurder Roman, der durch klugen Witz und kritischer Gesellschaftssatire überzeugt.

Und ganz nebenbei stellt die Autorin die europäische Arroganz bloß, nach der hausgemachte Moralvorstellungen als allseits willkommenes Exportgut gesehen werden. Eine Art moderner Kolonialismus!
Alles in allem ist es ein humorvoller Roman mit Tiefgang, der mich buchverliebt und sehr nachdenklich zurücklässt.

Ganz großes Lesevergnügen!

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Loplop

Max von Markus Orths

Um es gleich vorweg zu sagen: dieses Buch konnte mich von der ersten Seite an fesseln und wirklich restlos begeistern!

Kunstgeschichte interessiert mich einfach, aber Markus Orths hat hier etwas Besonderes geschaffen: er hat gründlich recherchiert, zahlreiche Zeugnisse und Quellen aus dem privaten wie auch beruflichem Umfeld des Künstlers ausgewertet und sich damit eine gute Kenntnis der Person und des Künstlers Max Ernst erworben.

Diese gute Kenntnis erlaubte es ihm, Fakten durch erdachte Briefe und Dialoge zu erweitern – eine Möglichkeit, den Künstler, sein Leben und auch seine Zeit persönlicher darzustellen.
(Es gab aber natürlich auch das Fachlektorat des wissenschaftlichen Leiters des Max Ernst Museums in Brühl)

Entstanden ist eine Romanbiographie, die Max Ernsts Leben und seine revolutionäre Kunst anhand der Menschen, die ihn begleiteten und inspirierten, schildert.
Natürlich waren seine Lieben von Lou Straus bis Dorothea Tanning extrem wichtig für seine persönliche und künstlerische Entwicklung, aber auch seine Freunde wie André Breton, Paul Éluard, Varian Fry oder Hans Arp werden nicht vergessen. (Funfact am Rande: Hans Arp hatte einen Neffen, nämlich einen gewissen Herrn Jürgen Udo Bockelmann.)

Die Leserin vagabundiert mit Max Ernst durch sein turbulentes Leben: Dadaismus, Surrealismus, neue Maltechniken, Lieben und Freundschaften und auch zwei grausame Kriege, eine Welt, die aus den Fugen gerät, Flucht, Internierung, Deutschland, Frankreich, USA… ein abenteuerliches Leben mit vielen Höhen und Tiefen, aber immer durchdrungen von dem Wunsch nach Freiheit und Selbstverwirklichung in seiner Kunst.
Ein außergewöhnliches Leben - ein außergewöhnliches Buch!

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So ist das Leben....

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Bereits in ihrem letzten Roman „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ schrieb Doris Knecht autofiktional. Jetzt spinnt sie die Geschichte weiter. Eine Frau, Mitte 50, gesund, fit genug, schön genug und zufrieden mit sich selbst – genau so sieht sich die Protagonistin. Ihr Leben ist nicht besonders spektakulär, es läuft in geregelten Bahnen.

Wer sich also ein actiongeladenes Drama erwartet, wird enttäuscht sein – ein eher ruhiges Buch.

Es sind die gedanklichen Monologe, die den Charme dieses Buches ausmachen: sie bewegen sich zwischen Gegenwart, Vergangenheit und möglicher Zukunft. Manchmal gelassen, manchmal humorvoll, oft gesellschaftskritisch und immer selbstironisch. Zwar kontaminiert auch ein Mann für eine gewisse Zeit ihre Gedanken, aber eigentlich ist sie sich immer bewusst, dass sie ein sehr gutes Leben führt – als Single-Frau, die unabhängig lebt und eingebettet ist in einen stabilen Kreis aus Familie und Freunden.

„Ja, nein, vielleicht“ ist ganz locker lesbar, wird aber nicht so schnell wieder vergessen, weil der Autorin ein Roman gelungen ist, der humorvoll ist und gleichzeitig auch Tiefgang beweist.

Lesenswert (nicht nur für Frauen Mitte 50…)

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Großartig!

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

W

undervoll erzählt, informativ und gleichzeitig unterhaltsam - auch wenn ich seit der Lektüre vom "Philosophenschiff" Herrn Köhlmeier nicht mehr jeden kleinen Nebenhinweis glaube.
Aber diese CDs sind es wert, gehört und immer wieder gehört zu werden!
Ganz großes Hirn- und Hörvergnügen!

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Wahre Liebe....

Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen von Milica Vuckovic

Toxische Beziehungen – es ist schwer verdauliche Kost, die uns hier präsentiert wird. Außerdem ist die Geschichte von Ewa und Viktor eigentlich unscheinbar, zwar authentisch und sicher auch realistisch, aber keinesfalls irgendwie besonders. Was macht dieses Buch also trotzdem so lesenswert?

Die Autorin beschreibt die Dynamik in dieser Beziehung überaus lebendig, die emotionale Manipulation, die psychische und physische Gewalt, die Unterdrückung, die Abhängigkeit, das gnadenlos Klein-machen – diesen alltäglichen Terror, auf dem manchmal eine dünne Schicht Zuckerguss landet.

Außergewöhnlich für so ein schweres und heikles Thema ist jedoch die Selbstironie und die gute Portion tiefschwarzen Humors, mit der M. Vuckovic ihre Protagonistin erzählen lässt. Kein Selbstmitleid, keine Wehleidigkeit!
Interessant ist auch, dass keine Ursachen erforscht und auch keine Lösungen angeboten werden – weshalb das Ende dann gleichzeitig grauenhaft und witzig ist (wobei einem das Lachen im Halse stecken bleibt!) und mich nachdenklich und ein wenig schockiert zurücklässt.

Im Nachwort bedankt sich M. Vuckovic übrigens bei T.V., dass diese ihre persönliche Geschichte mit uns allen teilt, aber im Endeffekt geht es nicht nur um die Geschichte einer einzelnen Frau. Der Roman wird vielmehr zur Beschreibung eines Phänomens, das in der Realität vermutlich wesentlich häufiger auftritt als angenommen. Zu oft verstecken die betroffenen Frauen sich, zu gerne übernehmen sie die „Schuld“. Nicht umsonst ist das Buch Frauen gewidmet, die schweigen.
Hier bekommen sie eine Stimme!

Lesenswert!

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Familie

Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Eine Familiengeschichte der etwas spezielleren Art: alle Familienmitglieder werden hauptsächlich durch psychiatrische Diagnosen charakterisiert. Der Erzähler selbst ist übrigens Psychologe – natürlich! Was auch sonst?

Das Cover finde ich wunderschön und in seiner Mehrdeutigkeit absolut gelungen.

Der Titel ist prägnant und poetisch gleichzeitig. Ein Versprechen!
Allerdings eines, das das Buch nicht im Mindesten halten konnte. Wäre es kein Leserundenbuch… ich hätte die Lektüre abgebrochen.

Der Grund, warum ich es (zugegebenermaßen erst im 2. Anlauf) dann doch fertig lesen wollte, war vor allem der hervorragende sprachliche Stil des Autors. Er schafft es, ein schwieriges Thema amüsant und gleichzeitig ernst zu verhandeln.
Die Erzählung einerseits aus der Sicht des Psychologen und andererseits aus der Sicht des direkt/indirekt Betroffenen hat durchaus interessante Aspekte, aber für mich war diese Geschichte insgesamt dann doch zu sehr Nabelschau, zu träge, zu sinnverkriselt.
Kann man lesen... muss man aber nicht!

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Geschichtsunterricht einmal anders!

Fake History - Hartnäckige Mythen aus der Geschichte von Jo Hedwig Teeuwisse

Einstein ist in Mathe durchgefallen?
Ein tröstlicher Gedanke – leider gelogen! Aber zur Beruhigung: französische Grammatik war nicht seine Stärke.

Newton entwickelte seine Gravitationstheorie, weil ihm ein Apfel auf den Kopf gefallen ist?
Leider nur Legende aus zweiter Hand – auch wenn heute noch mehrere Apfelbäume dieser Tat beschuldigt werden.

Napoleon war klein?
Schon wieder ein Irrtum, denn (auch wenn alle Verwirrungen mit englischen und französischen Maßsystemen berücksichtigt werden) war Napoleon ungefähr 1,67m groß und damit durchschnittlich groß für seine Zeit.

Haben Sie auch viele solcher Legenden im Kopf? Sie halten sich oft hartnäckiger und länger als die Wahrheit. Die niederländische Historikerin geht solchen Geschichten auf den Grund und räumt mit vielen Mythen auf. In kurzen Kapiteln und mit viel Humor erklärt sie, wie solche Irrtümer entstehen und verbreitet werden konnten (das Quellenverzeichnis ist beeindruckend!).

Viel Information, unterhaltsam präsentiert – es fegt Spinnweben aus dem Gehirn!
Ein Gewinn nicht nur für geschichtsinteressierte Leserinnen - empfehlenswert!

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Klassiker in neuem Gewand

Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel von Harper Lee

„Wer die Nachtigall stört“ gehört zu den bedeutenden Klassikern der Weltliteratur. Die Autorin, Harper Lee, bekam dafür den Pulitzer-Preis und der Film erhielt zahlreiche Oscars.

Mich begleitet und fasziniert dieses Buch schon seit vielen Jahren (Ja! Es gibt Bücher, die MUSS man öfter lesen!).

Klassiker als Graphic Novels sind für mich fast schon eine Kunstform und natürlich musste ich dieses Buch zu mir holen.

Fred Fordham hält sich treu an den Text, strafft nur hin und wieder ein wenig. Mir hat das gut gefallen, denn ich liebe diesen witzigen und wirklich klugen Text.
Absolut stimmig sind auch die Zeichnungen und auch ihre Farbgebung (sie erinnern stark an den Film mit Gregory Peck). Auf alle Fälle spiegeln sie die Atmosphäre des Buches perfekt wieder.
Es ist eine zeitlose Geschichte mit einem leider noch immer aktuellen Thema in einer neuen Erzählform.

Für mich ist es eine tolle Variante eines großartigen Romans!

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Aufschlussreiche Einblicke

Kunst und Rivalität von Sebastian Smee

Wer sich für Kunst/Künstler/Kunstgeschichte interessiert, der sollte dieses Buch von Sebastian Smee unbedingt lesen (und genießen!).

Der Autor entwickelt die These, dass Künstler, die befreundet sind, in dieser Freundschaft oft starke Konkurrenz erleben. Allerdings ist dies eine Konkurrenz, die immer wieder auch wichtige Impulse für die Entwicklung aller Beteiligten liefert.

Anhand von 4 Freundespaaren erzählt er von Partnerschaft und Solidarität genauso wie von Neid, Eifersucht und Rivalität – es menschelt…

Es sind faszinierende Porträts von großartigen Künstlern – spannend und mit sehr viel Verständnis für die außergewöhnlichen Charaktere geschrieben. Ganz nebenbei bekommt man einen guten Einblick in die künstlerische Entwicklung der Protagonisten und erfährt auch viele recht unbekannte Anekdoten aus deren Leben.

Alles zusammen ergibt informative Lektüre, die gleichzeitig extrem unterhaltsam ist!
Wirklich empfehlenswert!

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