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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Miriam Brandl:

Großartig!

W

undervoll erzählt, informativ und gleichzeitig unterhaltsam - auch wenn ich seit der Lektüre vom "Philosophenschiff" Herrn Köhlmeier nicht mehr jeden kleinen Nebenhinweis glaube.
Aber diese CDs sind es wert, gehört und immer wieder gehört zu werden!
Ganz großes Hirn- und Hörvergnügen!

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Wahre Liebe....

Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen von Milica Vučković

Toxische Beziehungen – es ist schwer verdauliche Kost, die uns hier präsentiert wird. Außerdem ist die Geschichte von Ewa und Viktor eigentlich unscheinbar, zwar authentisch und sicher auch realistisch, aber keinesfalls irgendwie besonders. Was macht dieses Buch also trotzdem so lesenswert?

Die Autorin beschreibt die Dynamik in dieser Beziehung überaus lebendig, die emotionale Manipulation, die psychische und physische Gewalt, die Unterdrückung, die Abhängigkeit, das gnadenlos Klein-machen – diesen alltäglichen Terror, auf dem manchmal eine dünne Schicht Zuckerguss landet.

Außergewöhnlich für so ein schweres und heikles Thema ist jedoch die Selbstironie und die gute Portion tiefschwarzen Humors, mit der M. Vuckovic ihre Protagonistin erzählen lässt. Kein Selbstmitleid, keine Wehleidigkeit!
Interessant ist auch, dass keine Ursachen erforscht und auch keine Lösungen angeboten werden – weshalb das Ende dann gleichzeitig grauenhaft und witzig ist (wobei einem das Lachen im Halse stecken bleibt!) und mich nachdenklich und ein wenig schockiert zurücklässt.

Im Nachwort bedankt sich M. Vuckovic übrigens bei T.V., dass diese ihre persönliche Geschichte mit uns allen teilt, aber im Endeffekt geht es nicht nur um die Geschichte einer einzelnen Frau. Der Roman wird vielmehr zur Beschreibung eines Phänomens, das in der Realität vermutlich wesentlich häufiger auftritt als angenommen. Zu oft verstecken die betroffenen Frauen sich, zu gerne übernehmen sie die „Schuld“. Nicht umsonst ist das Buch Frauen gewidmet, die schweigen.
Hier bekommen sie eine Stimme!

Lesenswert!

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Familie

Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Eine Familiengeschichte der etwas spezielleren Art: alle Familienmitglieder werden hauptsächlich durch psychiatrische Diagnosen charakterisiert. Der Erzähler selbst ist übrigens Psychologe – natürlich! Was auch sonst?

Das Cover finde ich wunderschön und in seiner Mehrdeutigkeit absolut gelungen.

Der Titel ist prägnant und poetisch gleichzeitig. Ein Versprechen!
Allerdings eines, das das Buch nicht im Mindesten halten konnte. Wäre es kein Leserundenbuch… ich hätte die Lektüre abgebrochen.

Der Grund, warum ich es (zugegebenermaßen erst im 2. Anlauf) dann doch fertig lesen wollte, war vor allem der hervorragende sprachliche Stil des Autors. Er schafft es, ein schwieriges Thema amüsant und gleichzeitig ernst zu verhandeln.
Die Erzählung einerseits aus der Sicht des Psychologen und andererseits aus der Sicht des direkt/indirekt Betroffenen hat durchaus interessante Aspekte, aber für mich war diese Geschichte insgesamt dann doch zu sehr Nabelschau, zu träge, zu sinnverkriselt.
Kann man lesen... muss man aber nicht!

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Geschichtsunterricht einmal anders!

Fake History - Hartnäckige Mythen aus der Geschichte von Jo Hedwig Teeuwisse

Einstein ist in Mathe durchgefallen?
Ein tröstlicher Gedanke – leider gelogen! Aber zur Beruhigung: französische Grammatik war nicht seine Stärke.

Newton entwickelte seine Gravitationstheorie, weil ihm ein Apfel auf den Kopf gefallen ist?
Leider nur Legende aus zweiter Hand – auch wenn heute noch mehrere Apfelbäume dieser Tat beschuldigt werden.

Napoleon war klein?
Schon wieder ein Irrtum, denn (auch wenn alle Verwirrungen mit englischen und französischen Maßsystemen berücksichtigt werden) war Napoleon ungefähr 1,67m groß und damit durchschnittlich groß für seine Zeit.

Haben Sie auch viele solcher Legenden im Kopf? Sie halten sich oft hartnäckiger und länger als die Wahrheit. Die niederländische Historikerin geht solchen Geschichten auf den Grund und räumt mit vielen Mythen auf. In kurzen Kapiteln und mit viel Humor erklärt sie, wie solche Irrtümer entstehen und verbreitet werden konnten (das Quellenverzeichnis ist beeindruckend!).

Viel Information, unterhaltsam präsentiert – es fegt Spinnweben aus dem Gehirn!
Ein Gewinn nicht nur für geschichtsinteressierte Leserinnen - empfehlenswert!

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Klassiker in neuem Gewand

Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel von Harper Lee

„Wer die Nachtigall stört“ gehört zu den bedeutenden Klassikern der Weltliteratur. Die Autorin, Harper Lee, bekam dafür den Pulitzer-Preis und der Film erhielt zahlreiche Oscars.

Mich begleitet und fasziniert dieses Buch schon seit vielen Jahren (Ja! Es gibt Bücher, die MUSS man öfter lesen!).

Klassiker als Graphic Novels sind für mich fast schon eine Kunstform und natürlich musste ich dieses Buch zu mir holen.

Fred Fordham hält sich treu an den Text, strafft nur hin und wieder ein wenig. Mir hat das gut gefallen, denn ich liebe diesen witzigen und wirklich klugen Text.
Absolut stimmig sind auch die Zeichnungen und auch ihre Farbgebung (sie erinnern stark an den Film mit Gregory Peck). Auf alle Fälle spiegeln sie die Atmosphäre des Buches perfekt wieder.
Es ist eine zeitlose Geschichte mit einem leider noch immer aktuellen Thema in einer neuen Erzählform.

Für mich ist es eine tolle Variante eines großartigen Romans!

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Aufschlussreiche Einblicke

Kunst und Rivalität von Sebastian Smee

Wer sich für Kunst/Künstler/Kunstgeschichte interessiert, der sollte dieses Buch von Sebastian Smee unbedingt lesen (und genießen!).

Der Autor entwickelt die These, dass Künstler, die befreundet sind, in dieser Freundschaft oft starke Konkurrenz erleben. Allerdings ist dies eine Konkurrenz, die immer wieder auch wichtige Impulse für die Entwicklung aller Beteiligten liefert.

Anhand von 4 Freundespaaren erzählt er von Partnerschaft und Solidarität genauso wie von Neid, Eifersucht und Rivalität – es menschelt…

Es sind faszinierende Porträts von großartigen Künstlern – spannend und mit sehr viel Verständnis für die außergewöhnlichen Charaktere geschrieben. Ganz nebenbei bekommt man einen guten Einblick in die künstlerische Entwicklung der Protagonisten und erfährt auch viele recht unbekannte Anekdoten aus deren Leben.

Alles zusammen ergibt informative Lektüre, die gleichzeitig extrem unterhaltsam ist!
Wirklich empfehlenswert!

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Recht? Gerechtigkeit? Rache?

Dunkle Momente von Elisa Hoven

Ferdinand von Schirach hat mit seinen Erzählbänden mein Interesse an juristischen Fallgeschichten geweckt – dadurch waren meine Erwartungen an „Dunkle Momente“ natürlich sehr hoch.
Um es gleich zu sagen: ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!

Neun völlig unterschiedliche Fälle werden hier verhandelt, gemeinsam ist ihnen nur die Tatsache, dass es alles Grenzbereiche des Strafrechtes sind.

Es wird über Bestechung oder Brudermord geurteilt, ebenso wie über Kindersoldaten und Gruppenvergewaltigung ( ja… erinnert zumindest zu Beginn doch sehr an „Volksfest“).

Die juristische Expertise ist sicher korrekt, denn Elisa Hoven ist selbst Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof und außerdem Professorin für Strafrecht an der Uni Leipzig.

Die Autorin hat aber mit Eva Herbergen eine Protagonistin erschaffen, die als Strafverteidigerin, die Ambivalenz des Rechts immer wieder thematisiert. Die Frage nach Schuld ist nicht so einfach zu beantworten und gibt es überhaupt eine klare Grenze zwischen Recht und Unrecht?
Und darf man der Gerechtigkeit ein wenig „nachhelfen“?
Es sind auch die Gedanken zu diesen Themen und die Selbstzweifel, die die Protagonistin überzeugend wirken lassen und so sympathisch, dass ich hoffe, bald wieder von ihr lesen zu können.

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Niemand ist eine Insel

Vergiss mich von Alex Schulman

Alex Schulmann hat schon in mehreren Büchern seine Familiengeschichte thematisiert – alle diese Bücher waren interessant und spannend zu lesen. Diesmal ist es aber doch eine ganz besondere Geschichte, denn es geht um die Alkoholsucht seiner Mutter.

Der Autor erzählt von seiner Kindheit, die bereits geprägt ist von den alkoholbedingten Veränderungen seiner Mutter und dem Wunsch die „Mutter von früher“ wieder zu bekommen.

Er erzählt von Traumata und tiefer Traurigkeit, von Ängsten und Momenten des Verloren-seins. Keine sorgenfreie Kindheit, denn der Alltag verwandelt sich in ein Minenfeld: alles wird beobachtet, interpretiert, oft angezweifelt. Sprachlosigkeit und Schweigen werden zu Überlebensmechanismen für jedes einzelne Familienmitglied. Ein Schweigen, das gleichzeitig beschützt und zerstört.
Eine Suchterkrankung betrifft nie nur eine einzelne Person, es leidet immer die gesamte Familie. Oft über Generationen hinweg.

Aber Alex Schulman verurteilt nicht, er erzählt empathisch, schnörkellos, ohne Pathos und vor allem ohne Selbstmitleid. Er beschreibt seine Gefühle so klar und intensiv, dass ich nicht anders konnte als mitzufühlen – und zwar mit dem Sohn ebenso sehr wie mit der Mutter!

Ein unglaublicher Roman, den man schnell gelesen hat, der aber lange, lange nachwirkt!

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Liebe... Drama... Wahnsinn

Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

Es ist klar, dass jede Autorin, jeder Autor wirklich Herzblut in sein Werk legt. Ebenso klar ist, dass jedes Buch von manchen Leserinnen begeistert aufgenommen wird und von anderen, ebenso begeistert, abgelehnt wird.

In diesem Fall gehöre ich zur 2. Gruppe: mich konnte dieses Buch absolut nicht erreichen!
Die Autorin hat in ihrem Versuch, eine spannende Geschichte zu schreiben maßlos übertrieben und ist daran gescheitert: gaaannnz große Liebe, gaaannnz großes Drama, zu viel Kitsch und alles zusammen mit Klischees überfrachtet.

Für mich ist es ein Groschenroman, der auf 397 Seiten aufgeblasen wurde. Wäre es nicht das Leserundenbuch (wer ist auf diese Idee gekommen?), ich hätte es nach spätestens 70 Seiten weggelegt.
Es ist also kein Buch, das ich empfehlen kann!

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Hinter verschlossenen Türen

Konklave von Robert Harris

Dieses Buch lag nun mindestens 3 Jahre lang in meinem „sollte-ich-eventuell-doch-mal-lesen“-Regal, Jetzt habe ich es – natürlich aus aktuellem Anlass! – tatsächlich gelesen.

Erwartet habe ich einen soliden Thriller. Aber dieses Buch ist ein klein wenig anders: wenig Action, fast keine Gewalt.

.. und trotzdem spannend. Die Handlung beschränkt sich ausschließlich auf das Konklave selbst. 8 immer gleiche Wahlgänge werden beschrieben und die Zeit dazwischen natürlich auch. Es ist Harris Erzählkunst geschuldet, dass man weiterliest.

Abwechslungsreich ist es ja trotzdem, denn die Leserin erfährt interessante Details über seltsame Zeremonien, alte Gesetze, klerikale Hierarchien und aus der Zeit gefallene Traditionen. Ich staunte in dieses wunderliche Universum.

Der Autor thematisiert durchaus auch aktuelle Fragen und Strömungen innerhalb der katholischen Kirche. Nicht plakativ, sondern ganz nebenher im Rahmen der Diskussionen der Kardinäle.

Aber sogar diese höchsten katholischen Würdenträger sind nur Menschen und so entspinnt sich ein handfester Machtkampf mit zahlreichen Intrigen und Skandalen. Sogar der Erleuchtung durch den Hl. Geist wird durch finanzielle Transaktionen nachgeholfen. Alles zusammen recht profan, aber vermutlich lebensnah. Selbstverständlich ist jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und tatsächlichen Vorkommnissen völlig unabsichtlich und rein zufällig. Logisch!

Eine außergewöhnlich gute und informative Geschichte. Eigentlich.
Leider gibt Harris dem Roman am Ende noch eine Wendung, die für meinen Geschmack zu unglaubwürdig und zu gewollt ist. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn dieses Twists auch nur nicht verstanden. Aber er hat zur Folge, dass ich nach guten Lesestunden im Endeffekt buchunzufrieden zurückbleibe.

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