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Rezensionen von csac:

Ein humorvolles, wissenswertes Buch über das kleine, große Volk der Bakterien in unserem Mund

Klarissa von und zu Karies von Martina Fuchs

Zum Inhalt:
Klarissa Kamilla Klementine von und zu Karies residiert bei jedem einzelnen von uns, genauer gesagt in unserem Mund. Als Streptococcus mutans lässt sie es sich zusammen mit ihrem riesigen Volk bei uns gut gehen, sie speist nämlich für ihr Leben gerne. Am liebsten Zucker und am besten immerzu und ohne Pausen, denn dann kann sie sich wunderbar vermehren…
Im Folgenden erfahren die kleinen und großen LeserInnen, was denn nun genau Bakterien generell sind, was ihre Aufgabe ist und wo sie zu finden sind.

Dann erklärt uns Klarissa, warum sie und ihre Kollegen sich besonders gerne als klebriger Film am Zahnschmelz festhalten, wo sie sich am liebsten auf dem Zahn verstecken und wer ihr größter Feind ist.
Lustig sind auch ihre Ausführungen in die Geschichte, ob etwa auch schon Steinzeitmenschen unter Karies litten bzw. ihr Ausflug in die Tierwelten.

Die ansprechenden und leicht verständlichen Bilder untermauern das Geschriebene und machen das Buch bereits für jüngere Kinder ab fünf Jahren zum pädagogisch wertvollen Instrument bei der Erziehung zur Zahnpflege und Zahngesundheit.

Fazit: Ein humoriges Bilderbuch, in dem viel Wissen auf lustige Art und Weise weiter gegeben wird und das sehr gut auch in Kindergärten und Volksschulen ergänzend zur Zahngesundheitserziehung eingesetzt werden kann. Dabei wird in altersentsprechender Form, spielerisch und anschaulich die Wichtigkeit des Zähneputzens und bewusstes Essverhalten vermittelt, um die tägliche Mundhygiene zu einer selbstverständlichen Gewohnheit werden zu lassen.

Absolute Kaufempfehlung. Dieses Buch macht Lust auf mehr Bücher dieser Reihe!

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Na ja - ein kleines Büchlein mit großer Botschaft

Na ja von Jutta Treiber

Zu Recht werden viele von Jutta Treibers Werken mit Preisen ausgezeichnet. Auch dieses Bilderbuch hat es in sich: In klaren, kurzen Sätzen werden ein unzufriedenes Dreieck, ein nörgelnder Kreis und ein „motziges“ Quadrat beschrieben. Ihnen ist gemein, dass sie alle drei nicht mit ihrem Aussehen zufrieden sind und viel lieber gerne so aussehen würden wie der andere.

Gott sei Dank hat der Figurendoktor die Lösung für jedes Problem. Doch ob diese Lösung tatsächlich glücklich macht?

Die Sprache des Buches ist sehr einfach und kurz, nichtsdestotrotz aber ausdrucksstark und kräftig. Untermalt wird der Text durch ebenso starke Bilder, die ohne viel Firlefanz auskommen und in ihrer Klarheit beeindrucken.

Fazit: Das Buch - und die Botschaft dahinter - ist wunderschön und kann zuhause, aber auch in jeder Grundschule bis hin zu Mittelschulen verwendet werden, um Themen wie „Schönheitsideale – bin ich okay, so wie ich bin?“ aufzugreifen oder Fragen zu „Selbstunsicherheit und Körpergefühl“ zu erörtern.

Allerdings erscheint mir die Altersangabe (4-6 Jahre) doch noch sehr jung für diesen Themenbereich. Meine Tochter ist zehn und fand das Buch zwar schön, konnte den Inhalt, insbesondere das Ende, aber erst nach erklärenden Kommentaren meinerseits verstehen. Mein Vierjähriger war mit dem Buch komplett überfordert.
Ich würde „Na ja“ frühestens ab neun Jahren empfehlen, dafür erscheint es mir aber auch noch gut für Mädels und Junges bis circa zwölf Jahre geeignet. Und auch für eine witzig-mahnende Buchpräsentation unter Erwachsenen scheint es mir spritzig und anregend.

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Wissensvermittlung der anderen Art: Eine abenteuerliche Reise in die Zeit Maximilians I.

Des Kaisers Narr ist in Gefahr von Verena Wolf; Sonja Ortner

Anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. im Januar 2019 wartet der Verlag Tyrolia mit einem besonderen Juwel auf: Einem Kinder- und Jugendroman zum Leben und Schaffen des Habsburgerkaisers.

Zum Inhalt: Was passiert, wenn einem beim Lernen für ein langweiliges Schulreferat plötzlich des Kaisers Hofnarr höchstpersönlich vor die Füße purzelt und verzweifelt seine Gugel sucht?
Denn genau das passiert der Ich-Erzählerin und ist für sie der Auftakt zu einer wundersamen Reise in die Zeiten des berühmten Kaisers Maximilian I.

So begleitet das junge Mädchen den Hofnarr durch ihre Heimatstadt Innsbruck und entdeckt zusammen mit ihm ihre moderne Stadt völlig neu. Dabei kommt es zu vielen unfreiwillig komischen Begegnungen mit Kühlschränken, Schiausrüstungen und Straßenbahnen.
Gleichzeitig sind viele Orte, wie etwa die Hofkirche, aber auch Anlass für spannende Einblicke und Zeitreisen in die Vergangenheit, angefangen von der Kindheit des Kaisers in Wiener Neustadt über seine Verheiratung mit der jungen Maria von Burgund bis hin zu seiner Herrschaft als König und Kaiser in Tirol. Viel Wissenswertes erfährt die Protagonistin vom Hofnarr, etwa über damalige Eheschließungen und das Leben am Burgunder Hof sowie auch von Marias traurigem und allzu frühem Ende.
Über den gebildeten Hofnarr lernen die großen und kleinen Leser aber auch viel über das Leben generell in diesen Zeiten, über Pestmasken und bedeutende Maler, über die Hirsch- und Gämsenjagd ohne Schusswaffen und das geheimnisvolle Schriftband am Goldenen Dachl, das bis heute nicht entziffert werden konnte. Bis die Ich-Erzählerin schließlich wieder zurück im 20. Jahrhundert landet, erlebt sie viele spannende Abenteuer und trifft auf so manch historische Persönlichkeit. Geschichte lebt – und ihre Spuren lassen sich bis in die Gegenwart verfolgen. Dies ist eine der Botschaften des Buches.

Insgesamt liest sich das Buch leicht und spannend und vermittelt auf anschauliche Art und Weise Einblick in das Leben des berühmten Habsburgers.
Neben den gut recherchierten geschichtlichen Details faszinieren an diesem Buch auch die Illustrationen des Tiroler Malers Christian Opperer, die farbenfroh gestaltet, auch schon jüngere Kinder ansprechen und zum Durchblättern, Anschauen und Nachfragen anregen.

Empfohlen werden kann dieses Buch für Leser ab circa acht Jahren, auch den Sachunterricht in Volksschulen (Landeskunde) oder den Geschichtsunterricht in weiterführenden Schulen könnte es sicherlich sehr gut ergänzen und bereichern.

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Stille Nacht – ein fantastisches Weihnachtsabenteuer zur Entstehungsgeschichte des Liedes „Stille Nacht“

Stille Nacht und das Geheimnis der Zauberflöte von Reinhard Schwabenitzky

Verpackt in einen fesselnden Abenteuer- und Jugendroman erfährt man auf 239 Seiten sehr viel Interessantes zur Entstehungsgeschichte des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes der Welt. Dabei wird Geschichtliches mit Fantastischem verwebt, so dass die Wissensvermittlung auf spielerische Art und Weise erfolgt und bereits der junge Leser leicht und unbemerkt in den Sog der Atmosphäre und des Zaubers von Weihnachten im 19.

Jahrhundert gerät. Ein kurzer historischer Überblick am Ende des Buches gibt noch einmal interessante Details zum Werdegang dieses Liedes wieder.

Zum Inhalt: Hallein in der Gegenwart: Lucas Schratt, zwölf Jahre alt, und Teil der verarmten Wandermusikerfamilie Schratt, bringt seine Familie durch eine spontane Hilfeleistung in ernste finanzielle Schwierigkeiten: Er rettet durch sein beherztes Eingreifen ein Menschenleben, für den entstandenen Schaden an mehreren Autos sollen nun aber seine Eltern zur Verantwortung gezogen werden. Deren finanzielle Misere ausnützend versuchen habgierige Unternehmer, die Familie zu erpressen, um so an deren alte und vor allem kostbare Instrumente zu gelangen: Nur wenn diese am Heiligen Abend vor einem großen Fernsehpublikum das Lied „Stille Nacht“ zum Besten geben und zwar in der Originalversion, werden ihre Schulden durch den Auftritt getilgt und sie womöglich über die Landesgrenzen hinaus bekannt und erfolgreich. Schaffen die Schratts es nicht, das Lied in seiner Urfassung vorzutragen, gehen sämtliche Instrumente in den Besitz der Unternehmer über und der Familie droht der finanzielle Bankrott.

Nur einer kann dies verhindern: Lucas, der aufgeweckte, neugierige, aber auch teilweise recht impulsive Sohn, der ohne es zu wollen, von einem Abenteuer ins nächste schlittert und dabei vor keiner Gefahr zurückschreckt. Über ein magisches Schaufenster, eine wundersame Zauberflöte und eine spannende Zeitreise führt sein Weg dabei in die Vergangenheit, nämlich in das Jahr 1818 in der Gemeinde Oberndorf. Dort lernt er nicht nur Josef Mohr, den Verfasser des Liedes „Stille Nacht“ kennen, sondern auch den Komponisten, Lehrer und Mesner Franz Xaver Gruber. Doch bis es zur Uraufführung deren Liedes in der Sankt Nicola-Kirche in Oberndorf kommt, müssen noch so manche Widersacher und „Höllenhunde“ besiegt, Gefahren umgangen und heikle Abenteuer überlebt werden. Wird es Lucas gelingen, seine Gegner zu überlisten, die „Stille Nacht“ hautnah mitzuerleben und seine Zauberflöte wiederzufinden, die ihm in dem ganzen Tumult geraubt wurde? Denn nur mit ihr kann er wieder in die Gegenwart zurückkehren und seine Familie mit einer Originalfassung der „Stillen Nacht“ vor dem Ruin bewahren….

Fazit: Ein spannender und turbulenter Familienroman, der trotz seiner fantastischen Elemente viel Wissen und geschichtliche Informationen vermittelt, dabei aber immer leicht und flüssig zu lesen bleibt. Ein Buch nicht nur, aber auch als Einstimmung für die Weihnachtszeit für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren.
Absolute Kaufempfehlung!

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So ein Mist – Ein lustiges und informatives Buch zu Müll, Abfall und Co

So ein Mist von Melanie Laibl

„Alle kennen ihn, alle machen ihn: Mist. Etwas, das die Welt nicht braucht“, doch halt: Mist hat auch „mit klugen Kreisläufen zu tun, mit Vergehen und Gedeihen, mit Reinigen und Erneuern, mit Erfinden und Weiterentwickeln, mit den Tiefen des Ozeans und den Welten des Universums, mit Genuss und Gestank, mit Gesundheit und Krankheit“.

So beginnt ein spannendes, höchst informatives und humorvolles Buch, dessen Inhaltsverzeichnis mit seinem Spiel mit dem Buchstaben V schon ein Kunstwerk für sich ist: In insgesamt 21 Kapiteln wird von „Verteufeln und Verehren – Mist hat viele Seiten“ über „Verschwinden und Vergessen – Kurze Kanal- und Klogeschichte“ und „Vermiesen und Verpesten – Was macht Müll so stinkig“ bis hin zu „Verblüffen und Verbessern – Müll bringt uns auf Ideen“ die gesamte Bandbreite zum Thema abgedeckt.

Dabei schildern die durchwegs humorvollen Texte ohne pädagogisch erhobenen Zeigefinger den Weg des Mülls als Teil eines Kreislaufs, in dem auch der kleinste Rest seine Verwendung findet. So schildert die Autorin Melanie Laibl auf informative Weise, wie alles Tierische zuletzt zu Humus wird, wie bei diesen „Aufräumarbeiten“ im Wald selbst winzige Bodelebewesen eine wichtige Rolle spielen oder aber wie wir Menschen unseren „Müll“ verarbeiten. Begleitet werden diese Texte von den Sprüchen der zauberhaften Schmeißfliege Calliphora, die „müllologisch gebildet“ zu jedem Kapitel ihr Kommentar abgibt.

Neben den unzähligen Sprachspielen und Wortwitzen sind es auch die Illustrationen von Lili Richter, die dem großen und kleinen Leser immer wieder ein Schmunzeln entlocken. Da gibt es auf den Bildern so viel zu Entdecken, so viel zu Forschen, so viele detaillverliebte Kleinigkeiten, die den Charme dieses Buches mit ausmachen und den Leser staunend zurück lassen.

Fazit: Dieses Buch ist ein Kunstwerk, es steckt so viel sichtbare Arbeit, so viel Überlegung und Einsatz in den einzelnen Textpassagen, in den unterschiedlichen Illustrationen, die alle zusammen ein Mosaik an Informationen zum Thema Müll, Abfall und Co bilden. Überzeugend dabei ist vor allem die Leidenschaft der Macherinnen, die in jeder Zeile und jeder Grafik zum Ausdruck kommt und die man zu diesem Thema gar nicht vermutet hätte.
Empfehlenswert für Kinder ab dem Volksschulalter, nicht nur für Zuhause, sondern vor allem auch für den Gebrauch in der Schule.
Absolute Kaufempfehlung!

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Rund ums Ei - Ein ansprechendes Sachbuch schon für die Allerjüngsten

Die Spur führt in den Hühnerstall von Hubert Flattinger

Hühner mit weißen Ohrläppchen legen weiße Eier, Hühner mit roten Ohrläppchen braune. Die Zahlen auf den Eiern weisen auf die Haltungsform, das Erzeugerland sowie den Lagebetrieb hin…
Solche und ähnliche Erkenntnisse gewinnen kleine und große Leser beim Betrachten dieses spannenden und doch kindgerecht aufbereiteten Bilderbuchs, in dem es um die Vermittlung der Wichtigkeit und Besonderheit von regionalen Lebensmitteln geht.

Zusammen mit ihrem Papa verfolgt Paula die Spur des Eies, begibt sich als Detektivin auf Spurensuche, knackt den Code, erfährt, wie das Ei von der Henne zu ihr nach Hause an den Frühstückstisch gelangt und in welchen Lebensmitteln und Gerichten es sich verbirgt. Sie lernt, wie man Eier verarbeiten kann und wo sich das Wort „Ei“ noch so überall versteckt.
Dabei gelingt es dem Tiroler Künstler Hubert Flattinger, immer wieder regional gefärbte Wörter in den Text mit einfließenzu lassen, wie zum Beispiel das in Tirol auch als „Goggei“ bekannte Ei.

Eine besondere Erwähnung verdient die Illustratorin Bine Penz, die in unglaublich farbenfrohen und ansprechenden Bildern den Text des Autors begleitet. Ihre ausdrucksstarken Illustrationen sprechen dabei für sich und machen es selbst noch jungen Kindern ab drei Jahren möglich, Spannendes zum Thema „Ei“ zu entdecken.

Fazit: Ein erstaunlich unterhaltsames und informatives Bilderbuch rund um das Nahrungsmittel Ei, das nicht nur zuhause sondern auch im Kindergarten oder der Volksschule als Anschauungsmaterial zum Thema „Gesunde Ernährung und Regionalität“ dienen kann.
Für Kinder ab circa drei Jahren geeignet.

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Ein herrlich leichtes Jugendbuch zu einem gar nicht leichten Thema: Psychische Erkrankungen in der Familie

Der Goldfisch ist unschuldig von Tanja Fabsits

Zum Inhalt:
„Sofa mit Vater abzugeben. Sofa fast neu, Vater gebraucht“. Eine solche Anzeige überlegt Henri zu schalten, um seinen Vater zu verkaufen, der nur auf der Couch liegt und Löcher in die Decke und ins Goldfischglas starrt. Monatelang.

Manchmal denkt Henri, dass er etwas falsch gemacht hat, dass er Schuld ist und sein Papa deswegen nicht mehr redet.

Und er fragt sich, wie er seinem Vater dabei helfen könnte, damit es ihm wieder besser geht. Dabei kommt ihm eine wahnwitzige Idee, für die er nur ein Handy und alle Banknoten aus der Geldtasche der Eltern benötigt:
Tatkräftig unterstützt vom Hausmeister Montesantos Lebensweisheiten versucht Henri, Papa das allerbeste Weihnachtsfest aller Zeiten zu bescheren. Denn dann wird endlich alles wieder gut.
Doch Henri hat einen Gegenspieler, den gemeinen Maximilian aus seiner Klasse, der diese Weihnachtsüberraschung mit aller Gewalt zu verhindern sucht.

In Briefen an seinen Vater berichtet Henri dabei regelmäßig über die Fortschritte seiner Anstrengungen, erzählt aber auch über den Schulalltag und über seine Gefühle, die von Wut über den schweigenden Vater bis hin zu Traurigkeit, Verwirrtheit und Ohnmacht reichen: „Lieber Papa, ich habe nachgedacht. Du hast nur einen Sohn, aber wenn du willst, kannst du irgendwann noch mehr Kinder haben. Ich werde immer nur einen Papa haben. Und wenn du nichts mehr von mir wissen willst, dann ist das wie auf dem Fußballplatz bei Regen: Der Boden rutscht einem unter den Füßen weg und man muss trotzdem immer weiterlaufen“.

Insgesamt ist die Geschichte trotz ihrer Problematik zu keiner Zeit zu tief und zu schwer, sondern bietet auch viel Raum für Verrücktheiten, Leichtigkeit, Lachen und Lebensweisheiten, die dem Ich-Erzähler letztendlich auch helfen, einen kreativen Umgang mit der Erkrankung seines Vaters zu finden.

Fazit:
Ein Buch zum Schmunzeln und Lachen, das sich auf eher unaufgeregte Art und Weise mit der Problematik eines psychisch kranken Elternteils und dessen Auswirkungen auf die Kinder auseinandersetzt. Empfehlen kann ich es für Kinder ab neun Jahren, für ganze Klassen als Schullektüre und Einstieg in Diskussionen zum Thema „Psychische Erkrankungen in der Familie“, aber auch speziell für junge Leser, die selbst von einem ähnlichen Schicksal betroffen sind wie Henri und sich womöglich in einigen Passagen wiedererkennen. Hier könnte das Buch auch Trost spenden in der Gewissheit: Ich bin nicht alleine, anderen geht es ähnlich.

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Jugendbuch über das Erwachsenwerden und die manchmal schwere Suche nach der eigenen Identität

Nach vorn von Elisabeth Etz

Früher ging Helena zusammen mit ihren Freundinnen Ronja und Alina durchs Leben: Ronjalina-lena nannten sie sich da. Doch dann hatte Lena Blut im Harn, da waren´s nur noch zwei.

In solchen und ähnlichen Rückblenden erzählt die17-jährige Helena von ihrer Zeit zuvor, als sie an Nierentumor erkrankte.

Von damals, als die Chemotherapie zweimal fehl schlug. Von Wegbegleiterinnen und Menschen, die ihr während dieser Erkrankung abhanden kamen. Von der Furcht vor dem Sterben, von Wut und Traurigkeit, aber auch vom Wiederaufstehen und Weitermachen, ganz einfach deswegen, weil die Alternative den Tod bedeutet hätte.

Inzwischen gilt Helena als geheilt, der Port ist heraußen, der Krebs besiegt. Und Helene oder Lena gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es Hel. Hel wie Hölle.

In berührender, aber auch trotzig-direkter Sprache schildert die Ich-Erzählerin ihr Leben nach der Heilung. Alles ist nun neu: Schulklasse statt Krankenhaus, Bloody Mary anstelle von Medikamentencocktail, Freundinnen und ein funkelnagelneuer Freund anstatt Ärzten und Pflegern. In all diesem Neuen versucht Hel ihren Platz zu finden. Das ist nicht immer leicht. Denn der Krebs hat Spuren hinterlassen. Nicht nur äußerlich, auch innerlich hat er Hel verändert. Fremd fühlt sie sich nun an und anders. Und so macht sich Hel auf den Weg, auf der Suche nach ihrem neuen Ich, nach dem, was sie zufrieden macht und weich und rund. Sie macht sich Fremdes vertraut, entdeckt Altes neu, erkennt den Schein in so manch glitzernden Beziehung und die Stabilität im scheinbar Unattraktiven. Vieles bleibt am Ende offen, doch vielleicht ist auch das nur eine der vielen Botschaften des Buches: Das ist der Anfang, nicht das Ende.

Fazit: Ein tiefgründiges Buch, das mich sehr angesprochen hat in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Zartheit und doch auch wieder Grobheit, Sanftmut und Trotz, nachvollziehbare Schritte und impulsives Handeln wechseln sich darin ab und spiegeln damit auf recht eindrucksvolle Weise die Mühen des Erwachsenwerdens wider.
„Nach vorn“ ist für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Absolute Kaufempfehlung!

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Ein bezauberndes Bilderbuch über Knoten im Leben - und deren Entwirrung

Die Knotenlöserin von Lena Raubaum; Clara Frühwirth

Selten hat mich und meine Tochter ein Bilderbuch so sehr verzaubert wie die "Knotenlöserin". Auf sehr vielschichtige und berührende Art und Weise beschreibt dieses Büchlein, wie eine ganze Stadt in Aufruhr gerät und atemlos inne hält: Denn sie kommt, die Knotenlöserin. "Sanften Fußes, frohen Mutes.

..". Bescheiden und ruhig lässt sich diese Frau am Brunnen mitten in der Stadt nieder und wartet auf diejenigen, die sie finden wollen. Die Menschen strömen heran und bringen ihr dabei all das, was sich im Laufe der Zeit "verwirrt und verirrt, verschlungen und verwickelt, verstrickt und verzwickt" hat. Die Knotenlöserin hört geduldig zu und löst mit sanften Händen Knoten, einen nach dem anderen - doch nicht alle. Denn: "Manche Knoten sind nicht mein, manche Knoten müssen sein und manche lösen sich von ganz allein".

Ergänzt wird die feinsinnige und liebevoll poetische Sprache durch ansprechende, farbenfrohe Bilder. Insbesondere die illustratorische Umsetzung der Knotenlöserin selbst empfand ich als Leserin sehr gelungen und den Text untermauernd.

Insgesamt ist der Text dieses Bilderbuches sehr hoffnungsvoll und anregend. Er bietet Anreiz für Gespräche über Schwierigkeiten und Probleme im eigenen Leben, über Möglichkeiten diese zu lösen und über die Tatsache, dass jeder seine ganz eigenen Knoten mit sich herum schleppt. Eine der tröstenden Botschaften des Buches lautet dabei: Knoten gehören zum Leben.
In diesem Sinne eignet sich das Buch nicht nur für die Anwendung zuhause, sondern auch in Kindergruppen oder in der Religionsstunde. Auch für ein therapeutisches Setting, wie etwa Psycho-, Logo-, oder Ergotherapie, ist es wunderbar geeignet.

Fazit: Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt, berührt und immer wieder zur Hand genommen werden kann. Absolute Kaufempfehlung!

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Ein ideen-, und facettenreiches Bilderbuch, das zum Träumen einlädt

Nicht schon wieder... von Renate Habinger

Eine charmant-skurille Geschichte über ein schlafwandelndes Haus, ein müdes und frierendes Grubenpony, das sein Haus sucht und seine drei Begleiter: Die liebe Lore, der arme, schwarze Kater und Aua, der so gerne krank wird.

Zum Inhalt: Anfangs werden die einzelnen Figuren kurz porträtiert, wobei ich als Erwachsene meine Probleme hatte, bei all den Details den Überblick zu bewahren.

Sehr ansprechend sind hingegen die einzelnen Illustrationen zu den Protagonisten, die dieser Einführung beigestellt sind. Anschließend wird in unterhaltsamer Art und Weise erzählt, wie das Grubenpony nachts sein Haus suchen muss, weil es schlafwandelt. Unterstützt wird es dabei von den oben beschriebenen Freunden. Bei der nächtlichen Wanderung durch Unterdachsberg sehen und finden die Freunde so allerlei, nicht aber das Haus. Erst als Lore aufgibt und nur mehr nach Hause möchte, finden sie das Haus des Grubenpony an seinem alten Platz wieder.

Die Autorin hat mit diesem Buch eine sehr eigene, witzige Welt erschaffen, die den Leser auf eher ungewöhnliche Gedankenexperimente mitnimmt: Was, wenn unser Haus auf leisen Sohlen davon wandelt und wir plötzlich ohne „Dach über dem Kopf“ schlafen müssen? Die Antwort des Buches auf diese womöglich beunruhigende Überlegung ist: Das Grubenpony findet sein Haus immer wieder und gute Freunde weisen ihm dabei den Weg. Eine klare und auch sehr tröstliche Botschaft für kleine Leser.

Ergänzt wird die Geschichte durch faszinierende Collagen aus Bildern, Illustrationen und sonstigen Materialien, welche die Autorin in akribischer Kleinarbeit zu Figuren, Symbolen und Kulissen verarbeitet hat. Es ist reinster Genuss, die Bilder zu betrachten und die Einzelheiten und Phantasie dahinter zu bewundern, so etwa beim Bild „Platz unter der großen Linde“. Dieser wurde so ideenreich mit Hilfe von Mikadostäbchen, Murmeln, Würfeln, Muscheln, Haltern von Kuchenkerzen und..und..und geschaffen, dass es Spaß macht, zu Suchen, zweckentfremdete Materialien wieder zu erkennen, zu staunen und zu träumen.
In diesem Sinne regt das Buch die Phantasie an und macht Lust, selbst zu basteln und neue Figuren und Orte entstehen zu lassen. Das „Making-of“ zu diesem kreativen Schaffen findet sich übrigens auf You Tube.

Fazit: Ein nicht ganz alltägliches Buch, das die Phantasie und Kreativität anregt, zum Selbst-Machen und Basteln animiert und somit nicht nur zur Schlafenszeit ein optimaler Begleiter ist. Für kleine Leser im Kindergartenalter und große Leser jeden Alters, die das Staunen noch nicht verlernt haben.

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