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Rezensionen von csac:

Alpengletscher – ein beeindruckender Bildband über die Schönheit des ewigen Eises

Alpengletscher - eine Hommage von Andrea Fischer

Dieses Buch stellt eine wahre Hommage an die Alpengletscher dar. In wunderschönen Bildern werden der Zauber von Gletschern, ihre Faszination, aber auch der stetige Wandel unserer Umwelt veranschaulicht. So unterliegt das „ewige Eis“ nicht nur saisonalen Veränderungen, sondern wird auch zum Symbol des von uns Menschen verursachten Klimawandels.

Es schwindet…
In diesem Sinne halten die Autoren es für „allerhöchste Zeit, um das, was noch ist, festzuhalten und von der Faszination des Eises und der Dramatik seines Verschwindens zu erzählen“.

Neben informativen Texten zum Thema Gletscher, zu deren Geschichte, Erforschung und Erschließung, widmen sich die Autoren insbesondere auch den Auswirkungen des Temperaturanstiegs auf die Alpengletscher: In mahnenden Worten beschreiben Andrea Fischer und Bernd Ritschel, in welchem Ausmaß sich das bestehende Eis in den kommenden Jahren reduzieren und bis Ende dieses Jahrhunderts bei weiterer Erderwärmung vollständig verschwunden sein wird. Nach über 5000 (Ostalpen) bis 10000 (Westalpen) Jahren Bestehens schmelzen diese Juwele der Alpen nun innerhalb der nächsten 80 Jahre völlig dahin.
Es ist den Autoren ein Anliegen, die Leser auf diesen alarmierenden Schwund einer „Sehnsuchtslandschaft“ aufmerksam zu machen und auf den Reichtum, den wir in Begriff sind zu verlieren.

Die atemberaubenden Bilder sprechen dabei für sich: In teils doppelseitigen, großformatigen Ausführungen zeugen sie von der Großartigkeit unserer Alpengletscher, ihrer Reinheit und majestätischen Schönheit, aber auch von ihrem unaufhaltsamen Wandel.
In einer „Bildreise durch die Alpen“ wird der kraftvollen Schönheit dieser Naturwelten ein Denkmal gesetzt, untermalt von Texten voller Herzblut und Leidenschaft.
Dieses Buch lässt niemanden kalt, sondern berührt, verzaubert, mahnt und erschreckt gleichermaßen.

Neben dem alles dominierenden Bildmaterial werden im Anhang noch Wanderungen zu besonderen Plätzen und Aussichtspunkten detailliert und informativ beschrieben. So etwa zu 25 Plätzen, an welchen auch Nicht-Bergsteiger Gletscher hautnah erleben können.
Aber auch ohne diesen Anhang wäre das Buch alleine aufgrund seiner Illustrationen sein Geld wert.
Absolute Kaufempfehlung!

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Ein wichtiger Beitrag zur sozial-emotionalen Entwicklung von Kindern

In mir drin ist´s bunt von Theresa Bodner

Welche Emotionen gibt es überhaupt und wie sieht das aus, wenn jemand wütend ist?
Der Autorin Theresa Bodner gelingt es in diesem entzückenden Bilderbuch, die Wichtigkeit von Gefühlen ins Zentrum zu stellen.
Zum einen zählt sie unterschiedlichste Gefühle auf und untermauert sie durch dazu passende Alltagssätze, so dass sich die Kinder auch eine Vorstellung davon machen können.

Zum anderen ergänzt sie ihre Erklärungen durch ansprechende Illustrationen. Diese sind kleine Kunstwerke für sich: Bunte Vögel, welche die unterschiedlichen, im Text beschriebenen Emotionen widerspiegeln und dabei kunstvoll in Collagentechnik gefertigt wurden.

Diese Bilder können den Anfangspunkt der Reise durch dieses Buch der Gefühle darstellen, indem etwa mögliche Emotionen der Vögel an deren Ausdruck von den kleinen Lesern erraten werden. Aber es können auch anhand des Textes Rückschlüsse auf mögliche Bilder gezogen werden. In jedem Fall regt das Buch zu Gesprächen an, zu Fragen a la: Kennst du diese Gefühle auch? Wieso könnte der Vogel so traurig sein? etc.
Damit hilft das Buch dabei, sich der unterschiedlichsten Gefühle bewusst zu werden und diese bei Bedarf auch zum Ausdruck bringen zu können.

Fazit: Ein kluges Buch für Kinder und ein wichtiger Beitrag zur sozial-emotionalen Entwicklung der LeserInnen ab dem Kindergartenalter. Empfehlenswert!

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Tirol von seiner schönsten Seite erleben, 100 lohnenswerte Ziele erforschen

Freizeit in Tirol von Uwe Schwinghammer

Das Büchlein "Freizeit in Tirol; Die 100 schönsten Ausflugsziele in Nordtirol" hat es in sich: Auf 256 Seiten zeigt der Innsbrucker Autor Uwe Schwinghammer seine Heimat von seiner schönsten Seite: Er stellt 100 ausgezeichnet recherchierte Ausflugsziele und Freizeitangebote zu unterschiedlichen Themenbereichen vor, so etwa Tipps für Kinder, für Regentage, für heiße Tage, für ganze Familien von den Allerkleinsten bis zu den Großeltern oder aber Empfehlungen zu kulturell oder historisch interessanten Ausflügen.

Neben der Anfahrt umfasst die ausführliche Beschreibung des Autors auch Öffnungszeiten einzelner Einrichtungen, Kosten, Einkehrmöglichkeiten etc., die wirklich keine Fragen mehr offen lassen.
Die Ausflugsziele sind von Ost nach West und nach Bezirken geordnet, wobei der Autor sich bemühte, das Land einigermaßen gleichmäßig und fair abzudecken (auch wenn sich ein leichter Schwerpunkt im Großraum Innsbruck ergibt).
Neben Tipps zu leichten Wanderungen scheinen auch Kulturausflüge auf, geschichtliche Anregungen oder aber Erlebnisziele für die ganze Familie. Manche der Vorschläge sind Klassiker, daneben beinhaltet das Büchlein aber auch viele Empfehlungen für "Erlebnisse abseits der Hauptrouten".

Fazit: Selbst als Einheimische habe ich wunderbare Anregungen für diesen Sommer erhalten und freue mich etwa darauf, den Bergwerksweg in Nösslach gemeinsam mit den noch jüngeren Kindern zu erwandern, mit meinen pubertierenden Neffen mal die Hundalmhöhle im Bezirk Kufstein zu erforschen oder mich beim Museumsfriedhof bei Münster halb tot zu lachen. Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute liegt so nah? Womöglich wird der Sommer 2020 ein sehr viel erlebnisreicherer als gedacht - ein großes Danke hierfür an den Autor.

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Eine Ode an die Kraft der Fantasie oder: Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben

Urlaub ahoi von Corinna Antelmann

„Urlaub ahoi“ ist ein tiefsinniges, nachdenklich machendes Bilderbuch, das insbesondere in dieser Zeit der sozialen Isolation und Quarantäne aufgrund von Covid-19 ein Trostpflaster für all jene sein könnte, die unter Fernweh leiden oder sich nach neuen Abenteuern sehnen. Es zeigt den großen und kleinen Lesern, was man mit der Kraft seiner Fantasie, mit Träumen und Gedankenreisen alles erreichen kann.

Zum Inhalt:
Alle Welt fährt auf Urlaub. Ans Meer, in die Berge. Nur unsere kleine Protagonistin fährt nirgendwo hin. Sie muss zuhause bleiben. Und hasst daher die Sommerferien.
Die Ferien beginnen und es beginnt zu regnen. Tagelang. „Denn die Sonne scheint nur jenen, die es verdienen“, denkt das Mädchen trübselig.
Die Tage vergehen, nicht aber der Regen. Das Kind beginnt zu lesen, über Weltmeere und Tiefseebewohner und mit der Lektüre beginnen auch ihre Gedanken zu reisen: Rund um ihr Haus gibt es bald nur noch Wasser, irgendwann einen ganzen Ozean. Und schließlich beginnt sich ihr Haus zu heben und schwimmt mit seiner wertvollen Fracht los. Auf den Meeren dieser Welt, bis nach Grönland – und wieder zurück.

Dieses Buch kommt gerade richtig in einer Zeit, in welcher so manch sommerlicher Urlaub flach fallen dürfte, die Sehnsucht danach aber bleibt. Die Botschaft dieses Buches ist dabei Trost und Hoffnungsspender: Die Gedanken sind frei, selbst wenn momentan die Reisemöglichkeiten beschränkt sind. Oder in den Worten der Protagonistin: „Ich habe die Welt gesehen und bin nie weggewesen“.

Untermalt wird „Urlaub ahoi“ durch wunderschöne Illustrationen und Collagen. Zunächst sind diese eher noch überschaubar und auf kleinem Raum gestaltet. Mit zunehmender Fantasie des kleinen Mädchens machen sich aber auch die Bilder auf den Weg, werden größer, Seiten füllender und ergänzen damit die Geschichte auf visueller Ebene.

Fazit: Dieses Bilderbuch zu lesen ist wie eine Reise im Kleinen zu tun. Und wie so oft startet auch diese unspektakulär, unaufgeregt, mit dem eintönigen Trommeln des Regens, um dann an Fahrt aufzunehmen und uns letztendlich staunend zurückzulassen: Auch wir Leser sind bis nach Grönland gefahren! Absolute Kaufempfehlung!

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Ein lustig-trauriges Bilderbuch über Abschiede und Neubeginne

Ein eiskalter Fisch von Frauke Angel

Zum Inhalt: „Heute war der schönste Tag in meinem ganzen, langen Leben. Heute ist Onno gestorben“. So beginnt die Ich-Erzählung unseres kleinen Protagonisten, der am Todestag seines Haustieres sein großes Wunder erlebt: Papa weint und ist gefühlsdusselig, obwohl er sonst eher ein eiskalter Fisch ist.

Behauptet zumindest die Mama im Streit. Und mit diesen Tränen des Vaters geschieht etwas, was der kleine Junge kaum zu hoffen gewagt hatte: Sein Vater nimmt ihn in den Arm, obwohl er sonst gar kein Kuscheltyp ist. „Das war das Schönste überhaupt“.
Und seine Arme sind weich und warm. Weil es so gemütlich ist, schnieft der kleine Junge noch etwas länger und kuschelt sich ganz fest an seinen Papa. Und dann gehen sie zusammen mit Mama Onno beerdigen, ihren einzigen Fisch.

Dieses Buch zeigt auf wunderbare Weise, wie nahe Glück und Leid oftmals liegen: Ein Fisch stirbt und der Papa zeigt endlich Gefühle. Ob diese mit dem verstorbenen Haustier oder nicht doch eher mit dem vorangehenden Streit mit der Mama zusammenhängen, bleibt für den Leser offen. In jedem Fall aber rührt dieser Tag die einzelnen Familienmitglieder an, lässt insbesondere auch den sonst so distanzierten und kontrollierten Vater weicher und zugänglicher werden für seinen Sohn und dessen Bedürfnisse.
In dessen kindlichem Staunen über die Emotionalität des Papas offenbart sich wiederum auch all seine Sehnsucht nach ihm, nach Geborgenheit, nach Nähe und Wärme.
Während ein Fisch erkaltet, wird ein anderer wieder zum Leben erweckt. Und sehnlichst erwartet. Das ist die humorvolle und gleichzeitig doch auch traurig-berührende Botschaft dieses Buches.

Dieses Buch ist ab dem Kindergartenalter geeignet und kann wunderbar als Einstieg in eien Diskussion über unterschiedlichste Themen genutzt werden. So etwa, um über Tod und Trauer zu sprechen oder aber über das, was das Leben lebenswert macht, über die Hoffnungen, Träume, Wünsche und Bedürfnisse der kleinen Leser.

Fazit: Ein Buch, das uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück lässt, sowie mit der Frage im Herzen: Habe ich heute schon mit meinem Kind gekuschelt?

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Nils geht – ein aufwühlender Jugendroman zum Thema Mobbing

Nils geht von Gabi Kreslehner

Zum Inhalt:
In seiner Klasse nennt ihn jeder Detlev. Obwohl er eigentlich Nils heißt. Warum? Weil die Mitschüler es können. Das „schreckliche Quartett“, die „fürchterlichen Vier“, sie bestimmen alles in der Klasse und sie bestimmen auch, welchen Platz Nils in dieser strengen Hierarchie einnehmen darf: Einen Platz ganz unten, als Fußabtreter und Müllschlucker.

Als Nils sich mit der begehrenswerten Mila anfreundet, die doch eigentlich zu Jo gehören soll, arten diese Alltagsschikanen zusehends aus, werden zu einer Generalabrechnung an Nils, dem Sündenbock. Keiner unternimmt etwas, selbst die Lehrer und der Direktor sehen weg, agieren passiv. Die gewalttätigen und zutiefst demütigenden Handlungen werden gefilmt und ins Netz gestellt. Bis sich Nils wehrt und die Situation eskaliert…

Gabi Kreslehner beschreibt in ihrem Buch sehr klare Strukturen: Hier die Täter, kühl, distanziert, mitleidlos, grausam, auf der anderen Seite das wehrlose „perfekte“ Opfer.
Irgendwo dazwischen die Mitschüler, die alles sehen, sehr viel wissen, die auch ahnen, dass das Verhalten der Mobber nicht in Ordnung ist. Die aber dennoch schweigen. Aus Angst, selbst die nächsten Opfer zu sein. Aus Mangel an Empathie. Und auch aus einer gewissen Trägheit der Masse heraus: Warum soll ich handeln, wo es doch so viele andere auch könnten?
Daneben schließlich die Erwachsenen als Wegseher, scheinbare Nichtwisser, die ausblenden, Spannungen nicht ansprechen und die Verantwortung abgeben.
Mit Hilfe von Perspektivenwechseln wird dabei aus der Sichtweise der einzelnen Mitschüler und Lehrer berichtet. Dies weicht die eben genannten Strukturen etwas auf. Der Leser erfährt, dass auch die Täter Angst haben, nicht dazu zu gehören. Dass auch sie ihre weichen Momente erfahren, in denen sie sich nach Liebe sehnen, bei Kränkung oder Enttäuschung aber nicht in der Lage sind, ihren Frust adäquat abzubauen. Und dass sich auch viele Mitschüler fürchten, ebenso wie die Erwachsenen.

Damit komme ich auf einen wesentlichen Mangel dieses Buches zu sprechen:
Die Erwachsenen werden in diesem Buch ausschließlich als wegsehend, Verantwortung abgebend oder die Vorfälle verharmlosend dargestellt. Die Mutter ist überfordert. Selbst der Direktor „will keine schlafenden Hunde wecken“ und Konsequenzen ergreifen. Lediglich eine Lehrerin empört sich kurzfristig, wird aber zum Verstummen gebracht.

Diese Botschaft empfinde ich als äußerst entmutigend, insbesondere für einen jungen Menschen, der sich womöglich gerade selbst in einer solchen Mobbingsituation befindet und zu diesem Buch griff, um Trost zu erhalten oder einen Ausweg zu finden.
In Realität ist das Phänomen Mobbing inzwischen bei den meisten Schulen und Pädagogen angekommen. Es gibt externe Mobbingberater, Schulpsychologen, Schulärzte, Vertrauenslehrer, die alle sehr bemüht sind zu helfen. Sie alle wissen: Mobbing kann nicht von einer Einzelperson gestoppt werden, wohl aber von einer Gemeinschaft.
Daher sage ich: Doch, es gibt Hilfe. Es gibt Erwachsene, die sich nicht fürchten, sondern beherzt handeln. Nicht in diesem Buch. Wohl aber in der Realität.

Einen Punkt Abzug bekommt dieses Buch auch für den dick gedruckten Spruch auf dem Cover: „Egal wo, wenn du das perfekte Opfer bist, dann bist du es überall“.
Dies klingt völlig ausweglos und entmutigend: Bist du ein Opfer, bleibst du ein Opfer.
Tatsache ist aber, dass es das „typische Mobbingopfer“ nicht gibt. Zwar können bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Geschlecht, Hautfarbe, soziale Herkunft oder bestimmte Verhaltensweisen Mobbing begünstigen, treffen kann es aber prinzipiell jeden. Ebenso wenig konnte bisher ein Täterprofil mit charakteristischen Merkmalen gefunden werden, das Voraussagen über Mobbinghandlungen zulässt. Neben den bereits genannten Kriterien spielen immer auch noch unzählige andere Faktoren, wie etwa die Gruppendynamik, die Gruppenstrukturen, Zivilcourage nicht vorlebende Erwachsene, unfaire Behandlungen, die eine Kettenreaktion auslösen, Neid, Frust etc. eine wichtige Rolle und haben Einfluss darauf, ob und wenn ja, wer in die Position des Sündenbocks gerät.
Daher: Nein, es gibt nicht das perfekte Opfer, und bist du es an einem Ort, musst du es nicht auch an einem anderen sein. Niemand sollte sich in diese Rolle fügen, sondern sich bewusst und aktiv Hilfe suchen. Denn im Normalfall gibt es Ansprechpartner. Es gibt Schulpsychologen, Beratungslehrer, vielleicht auch Außenstehende, die Zivilcourage beweisen. In diesem Buch fehlt mir allerdings auch eine Auflistung von möglichen Anlaufstellen bei Mobbing im Anhang.

Fazit: Ein Buch mit kleinen Mängeln. Einerseits berührend und fesselnd. Andererseits aber auch in gewisser Weise entmutigend für Betroffene. Gleichzeitig scheint das Buch recht gut geeignet, um sich etwa im Rahmen eines Schulprojekts mit diesem Thema auseinanderzusetzen, die verschiedenen Rollen durchzusprechen und auch auf Lösungsmöglichkeiten einzugehen. Diese kommen bei „Nils geht“ eindeutig zu kurz.

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Eine umfassende und spannend gestaltete Chronik der Tiroler Bergrettung

Ehrensache Leben retten von Walter Spitzenstätter

Zum Inhalt: Menschen sind wohl schon immer in die Berge gegangen, viele sind wohlbehalten heim gekehrt, manche dabei leider auch verunglückt.
Von ihrem Schicksal erzählt diese umfassend recherchierte Chronik, von den Verunglückten und ihren Rettern.
In insgesamt 414 Seiten wird die Geschichte der Bergrettung nacherzählt, von der Entstehung des Bergrettungsgedankens, ersten Rettungsexpeditionen bis hin zum Aufbau eines organisierten alpinen Rettungswesens.

Dabei spiegeln detaillierte Einsatzberichte die Schwierigkeiten der Anfänge wider und lassen den Leser angesichts des Mangels an spezieller Ausrüstung staunend zurück. Getragen von dem heroischen Grundgedanken, in Not geratenen Menschen zu Hilfe zu eilen, riskierten diese Pioniere oft ihr Leben und scheuten keine Gefahr, zu retten und zu schützen.

Auszugsweise für viele andere beeindruckende Einsatzberichte möchte ich an dieser Stelle die Dokumentation des ersten Lawinenopfers 1897 schildern: Dabei machte sich „eine Schar von Bauern“ auf, um einen Verschütteten zu suchen. Vergeblich. Am nächsten Tag „fuhren Innsbrucker Mitglieder des Alpenclubs, Gendarmen und Kaiserjäger mit Fuhrwerken“ in das Gebiet, um den gewaltigen Lawinenkegel zu durchpflügen. 14 Tage sollten die Sucharbeiten dauern, doch alle Mühe war umsonst. Die Leiche aperte erst Ende Mai am Ende der Lawine aus.

Aufgrund der beschriebenen Eindrücke entstand 1898 eine erste Alpine Rettungsgesellschaft in Innsbruck. Dieses Rettungswesen wurde dann aber bereits 1902 an den Alpenverein übertragen und entwickelte sich im nächsten Jahrhundert allmählich zur heutigen Bergrettung weiter.

Es würde zu weit führen, nun auf die Vielzahl der Rettungsdokumentationen, auf die Einsatzberichte, die Schilderung der internen Organisation der Bergrettung und ihrer Funktionsperioden oder aber auf das umfangreiche Bildmaterial näher einzugehen. Auszugsweise möchte ich daher nur das spannende Kapitel über den allmählichen Einsatz von Hubschraubern sowie den fesselnden Beitrag zum Absturz der „Britannia“ am Glungezer, die größte Flugzeugkatastrophe in Österreich 1964, erwähnen.
Auch der Abschnitt über Frauen im Bergrettungswesen sei genannt, der erst 2001! zu einer Änderung der Satzung der BR führte.

Fazit: Ein sehr informatives und kurzweiliges Buch, in dem man auch als Laie im Bergrettungswesen immer wieder mal blättern und das Geschilderte auf sich wirken lassen kann. Faszinierend ist dabei auch die gewaltige Bilddokumentation. Ein herzliches Dankeschön gebührt dem Autor für diese jahrelange Recherche zu einem wichtigen Teil der Tiroler Geschichte, die untrennbar mit den Bergen verbunden ist.

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Ein zauberhaftes Bilderbuch über die Reise zu sicheren, geborgenen Orten

Rosie auf dem Baum von Isabel Pin

Wie oft haben wir uns als Kinder wohl gewünscht, an einem Ort einfach für immer bleiben zu können. Nicht weg zu müssen, nichts tun zu müssen, nichts zu sollen, einfach nur dort zu bleiben, den Augenblick zu leben, in die Luft zu starren und Träume zu zählen.

Genau das macht das kleine Mädchen Rosie in dem Buch.

Sie klettert auf einen Baum und bleibt, einfach, „weil es hier schön ist“. Niemand kann sie zum Runterkommen bewegen. Weder Bitten, noch Befehle oder Schmeicheleien helfen. Rosie bleibt auf dem Baum. Von oben betrachtet sie die Welt, fühlt sich sicher und geborgen, hat manchmal Besuch, spielt manchmal mit den Kindern unter dem Baum, wird manchmal ignoriert und manchmal vergessen. Irgendwann steigt Rosie dann doch vom Baum, um sich in die Wiese zu legen. Und um dort zu bleiben…

Auf den ersten Blick nahm mich und meine Kinder das Buch aufgrund seiner zauberhaften Bilder gefangen. In farbenprächtiges Aquarell getaucht ist jedes Bild ein Genuss, vermittelt Freundlichkeit und Wärme. Damit unterstreicht es perfekt den Inhalt.
Auch Rosie findet einen Ort, an dem sie sich völlig sicher und geborgen fühlt. Entgegen aller Logik - sie braucht nichts zu essen und zu trinken, wie meine Kindern bemängelten - ist der Baum ein phantastischer Ort, an dem Rosie einfach sein darf, an dem alles möglich ist und ihr nichts passieren kann. Sie ist „geschützt“, darf von oben die Welt betrachten, sich ihr annähern und sich wieder entfernen und bleibt dabei doch immer geborgen.
Ich wünsche nicht nur allen Kindern, sondern auch den Erwachsenen, dass sie gerade in (Corona-)zeiten wie diesen, einen solchen inneren Phantasieort finden, an dem sie sich absolut sicher und geborgen fühlen und an den sie jederzeit zurückkehren können. Da es nicht für alle Menschen gleich einfach ist, sich einen solchen Ort vorzustellen, stellt dieses Buch eine wunderbare Anregung dar, sich über solche Orte auszutauschen und seiner eigenen Fantasie dabei freien Lauf zu lassen.
Gleichzeitig zeigt das Buch aber auch, wie bereits vielfach besprochen, wie individuell und unterschiedlich solche Orte beschaffen sein können und dass es dabei kein richtig und kein falsch gibt. Jeder fühlt sich an einem anderen Ort wohl, Rosie auf dem Baum.

Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung. Das Buch ist meines Erachtens wunderbar geeignet, um mit großen und kleinen LeserInnen in den Austausch über Phantasieorte zu gehen, an denen alles möglich scheint und die insbesondere für Kinder von großer Wichtigkeit sind.

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Traumtouren - ein Buch, mit dem das Verwirklichen von völlig neuen Skitouren einfach gemacht wird

Traumtouren von Stefan Herbke

Das Buch „Traumtouren“ fasziniert mit 25 wunderschönen Anregungen für Skitouren von den Kärntner Nockbergen, über das Glocknergebiet, die Ortlergruppe und den Grödner Dolomiten über die unterschiedlichsten Tourengebiete in Nordtirol bis hin zu den Berner Alpen. Neben Klassikern wie die Haute Route, Großvenediger oder die Ötztaler Route stellt der Autor Stefan Herbke dabei auch völlig neue Touren vor, wie etwa eine viertägige Skidurchquerung der Kärntner Nockberge.

Dabei kommen neben dem Autor immer wieder auch lokale Guides zu Wort, die „ihr Tourengebiet“ bestens kennen und daher sehr spezifische Tipps und Anregungen bieten können.
So entstehen sorgfältig recherchierte und anregende Erfahrungsberichte zu den vorgestellten Routen, die Lust machen, sich sofort die Skier anzuschnallen und dabei auch mal neue Wege einzuschlagen.

Hilfreich bei der Zusammenstellung der Touren sind neben den lebendigen Schilderungen die Angaben zum Schwierigkeitsgrad, dem günstigsten Zeit für die Tour sowie Informationen zur Anfahrt, Ausgangs-, und Endpunkt, zu Besonderheiten, Höhenmetern, der zu veranschlagenden Zeit sowie zu den Übernachtungsmöglichkeiten.
Dabei bieten die vorgestellten Touren sowohl ermutigende Anregungen für Anfänger als auch völlig neue Varianten für ambitionierte Skitourengeher – „man muss nur den ,Mut´ haben, die bequeme Aufstiegsspur zu verlassen“.

Neben der Vielfalt der vorgestellten Skitouren besticht der Bildband vor allem auch durch seine wunderschönen und großzügigen Illustrationen. Auch in diesen spiegelt sich die Liebe des Autors zum Berg wider, der sich selbst als „absoluten Skifreak“ bezeichnet.

Fazit: Ein anregender Bildband, den man aufgrund seiner Größe leider nicht mit auf Tour nehmen kann, dessen Routenvorschläge aber zur Planung und Durchführung ganz neuer Traumwegen inspirieren. Eine klare Kaufempfehlung für all jene, die das Spuren im Schnee lieben.

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Der steinige Weg ganz nach oben

Alles Klettern ist Problemlösen von Angela Eiter

Aufgrund ihrer sportlichen Fähigkeiten, ihres klettertechnischen Geschicks, ihrer Ausdauer und Hartnäckigkeit, vor allem aber auch aufgrund ihrer beachtlichen Erfolge ist Angela Eiter aus der Kletterszene nicht mehr wegzudenken und diente bisher wohl vor allem vielen Sportlern als anregendes Vorbild.

Umso interessanter war es, in diesem Buch erstmals einen Blick hinter dieses Phänomen „Angi Eiter“ zu werfen, um die Frau kennenzulernen, die sich schon früh für das Klettern begeisterte, dabei aber viele Rückschläge und Schwierigkeiten überwinden musste. Von diesen war in den zahlreichen Berichten und Reportagen bisher kaum die Rede.

So erzählt sie uns nun in diesem Buch auf sehr offene und ehrliche Weise über ihr Leben, das oft nicht weiter entfernt sein könnte vom Ruhm und Glanz eines Ausnahmetalentes: Nicht nur Siege und Erfolge, auch ein ständiger Kampf mit ihrem Gewicht prägten vor allem die Anfangsjahre. Um zu ihrem vermeintlichen „Idealgewicht“ zu gelangen, versuchte sie lange Zeit, Essen zu reduzieren und geriet dadurch in die Fänge einer Magersucht. Nur mit Hilfe eines liebevollen familiären Umfeldes und verständnisvoller Trainer gelang es ihr nach mehr als zwei Jahren mit viel Willenskraft, ihre Essstörung in den Griff zu bekommen.
Auch von Schwierigkeiten in der Mannschaft, von Verzicht, Verletzungen, Konkurrenz, Neid und Mobbing berichtet sie auf schonungslose Weise und zeigt damit auch die Schattenseiten von Leistungssport auf. Umso bewundernswerter und inspirierender erscheint es mir als Leserin, wie sie es immer wieder geschafft hat, ihre Ziele und Träume vor Augen zu haben, sich aufzurichten, weiter zu gehen und ihren Weg nicht nur im Fels, sondern auch im Leben immer wieder auszuloten und neu zu finden.

Insofern kann sie selbst Vorbild für jene sein, die ihre Vorliebe für luftige Höhen nicht teilen, wohl aber ihre Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit, ihre Freude am Leben und an der Bewegung bewundern.

Fazit: Ein inspirierendes Buch mit Lokalorit, das die Kletterszene lebendig werden lässt und den Leser dazu anregt, seine Träume zu leben. Heute noch.

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