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Rezensionen von csac:
Bergworte – ein Geschenkbüchlein für alle Bergliebhaber
Bergworte von Reinhold Stecher
Der Autor Reinhold Stecher war viele Jahre lang Bischof seiner Heimatstadt Innsbruck. Das Leben in dieser Bergwelt hat ihn geprägt, fasziniert und Zeit seines Lebens nicht mehr losgelassen.
In zahlreichen Aquarellen, Gedanken und Textquellen spiegelt sich diese Liebe zu den Bergen wider, zu ihrem Reichtum, ihrer Kraft und Stille.
In eindrucksvollen Worten beschreibt er nun in diesem Büchlein die Magie und Spiritualität dieser majestätischen, oft auch schroffen Landschaften und regt damit den Leser zum Innehalten, In-sich-Gehen und Nachspüren an.
Reinhold Stechers Leidenschaft für die heimische Bergwelt sowie sein Glaube sind in diesen zusammengetragenen Texten deutlich spürbar und stehen im Gegensatz zu seinen eher zart gehaltenen Bildern. Doch auch hier ist seine Tiefsinnigkeit spürbar, sein Glaube und seine Hoffnung auf Sinn in allem.
Ein Buch, das Kraft gibt und Hoffnung.
Ein umfangreiches und facettenreiches Tourenbuch rund ums Wandereldorado Zillertal
Das große Zillertaler Wanderbuch von Sektion Zillertal des Österr. Alpenvereins
Mit dem Zillertaler Wanderbuch wurde ein kompakter und übersichtlicher Wanderführer geschrieben, der die LeserInnen mitnimmt auf 75 Touren in allen Höhenlagen im schönen Zillertal. Selbst als gebürtige Tirolerin ist da viel Neues und Anregendes mit dabei.
Von der Wanderung am Aschauer Emberg auf 560m bis hin zu Besteigungen von Dreitausendern, wie etwa der Hochfeiler, decken die beschriebenen Wanderungen dabei ein breites Spektrum mit Schwierigkeitsstufen von einfach bis schwierig, vom Spaziergang (etwa Wallfahrtskirche Maria Rast) bis hin zu anspruchsvollen, mehrstündigen Felswanderungen (z.
B. auf den hohen Riffler über dem Schlegeis) ab.
Um die für sich passende Bergtour zu finden, werden diese der Einfachheit und Orientierung halber klar durch Farbkreise in ihrem Schwierigkeitsgrad differenziert. Neben dem Ausgangspunkt werden bei jeder Tour auch mögliche Ziele, Kombinationen und Erweiterungen (etwa zu einer Weitwandertour) angegeben, auch auf den Charakter der Tour, Schwierigkeiten, Besonderheiten, Einkehrmöglichkeiten und die Nennung der besten Jahreszeit für diese Tour wird gedacht.
Während sich im vorderen Teil des Buches alle Touren mit dem Gebiet rund um Strass und Aschau, Finsinggrund und Märzengrund, also dem vorderen Zilertal, befassen, werden in zwei weiteren Abschnitten zunächst das hintere Zillertal von Zell am Ziller bis Mayrhofen und Gerlostal sowie die südlichen Quelltäler mit Tuxer Tal, Zemm-, Stilupp-, und Zillergrund beleuchtet.
Alle Tourenvorschläge wurden in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Alpenverein, Sektion Zillertal, und dem Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen von ehrenamtlichen, heimischen Tourenführern ausgewählt, nochmals begangen, um schließlich von Nicola Fankhauser und Gudrun Steger sorgfältig überarbeitet und zusammengetragen zu werden.
Fazit: Ein ideenreiches, detailliertes Buch für alle, die die Berge lieben und auf der Suche sind nach neuen Anregungen. Weil der Weg das Ziel ist…
Der Wassermann hat Zeit – ein „Wellnessbilderbuch“ der anderen Art
Der Wassermann hat Zeit von Leonie Schlager
Ein besonderes Buch ist Leonie Schlagers „Der Wassermann hat Zeit“. Wie es der Titel verrät, geht es in diesem farblich sehr reduzierten Bilderbuch um das Thema Zeit. Und von der hat der Wassermann genug: Zeit, um viele Jahre lang darauf zu warten, wie ihm Bäume auf den Haaren wachsen. Zeit, um zuzuhören, Streit zu schlichten, Miesmuscheln in den Schlaf zu singen und Kindern als Hüpfpolster zu dienen.
Der Wassermann als Ruhepol, als weiser alter Mann, der Samen sät und gelassen auf ihr Gedeihen wartet.
Insofern ist dieses Buch ein sehr poetisches Buch, das viele Fragen nach dem „wahren“ Reichtum des Lebens aufwirft und dabei auch zu weiter führendenden Gesprächen und Überlegungen anregen dürfte.
Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr beruhigendes und beschwichtigendes Buch, mit der unaufdringlichen Botschaft, sich Auszeiten zu nehmen, um zu genießen, nachzuspüren, innezuhalten, zu leben.
Dabei untermalen die zurückgenommenen Farben der Bilder den ruhigen und besonnenen Text und stehen damit im direkten Kontrast zu Schnelllebigkeit und Reizüberflutung. Auch das Auge darf ruhen…
Fazit: Ein Buch für klein und groß, das mit seiner eindrücklichen, poetischen Sprache überzeugt. Auch ein wunderbar tröstendes Geschenk für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Esther und Salomon, ein berührendes Jugendbuch über eine scheinbar unmögliche Liebe
Esther und Salomon von Elisabeth Steinkellner
Zum Buch: Esther ist mit ihrer Familie auf Urlaub. Doch nichts läuft so, wie es laufen soll: Ihre Eltern schlafen in getrennten Betten, die kleine Schwester nervt, die beste Freundin schreibt nicht zurück und sie fragt sich schließlich resigniert, „ob man sich selbst zur Adoption freigeben kann“.
Am Strand treffen sie dann zum ersten Mal aufeinander: Esther, der frustrierte Gast und Salomon, Sohn einer Angestellten, geflüchtet aus einem Bürgerkriegsland.
Beide tragen sie die Verantwortung für zwei kleine Mädchen, die mit ihrem fröhlichen Leben ganz im Moment die Stimmung rosa färben, selbst dann, wenn der Himmel eigentlich am Kippen ist.
Während der erste Teil der Geschichte aus der Perspektive von Esther erzählt wird, berichtet im zweiten Part Salomon über sein Erleben dieser Begegnung. Salomon, der seine Tage mit dem Hüten seiner kleinen Schwester verbringt, während seine Mutter im Hotel arbeitet. Salomon, der sich oft einsam fühlt, an seinen traumatischen Fluchterlebnissen leidet und für den der Begriff „Heimat“ nicht immer greifbar ist.
Neben der in Versroman geschriebenen Erzählung erfährt der Leser auch über Polaroids von Esther und Salomons Skizzenbuch, wohin sich die zarte Liebesgeschichte der beiden weiterentwickelt und ob sie den aufkommenden Widrigkeiten trotzen können.
Fazit: Dieses Jugendbuch berührt und wirkt noch lange nach. In wunderbarer, poetischer Sprache und dabei doch so klar, so einfach und einprägsam, erlebt der Leser das Auf und Ab einer ganz besonderen ersten Liebe. Absolute Kaufempfehlung.
„Nationalpark Hohe Tauern“ – Eine Ode an die Berge
Nationalpark Hohe Tauern von Susanne Schaber
Vor ziemlich genau 50 Jahren wurde der Nationalpark Hohe Tauern gegründet. Seitdem erfreut er sich außerordentlicher Beliebtheit und wurde zurecht mit seiner Gesamtfläche von über 1800km² unter Naturschutz gestellt. Unter Schutz gestellt werden damit 342 Gletscher, 279 Bäche, 26 Wasserfälle. 551 Seen und mehr als 300 Dreitausender mit dem Großglockner als größten unter ihnen.
Sie bieten Heimat für mehr als 15000 Tierarten und circa 3500 verschiedene Pflanzen.
Die Autoren Susanne Schaber und Herbert Raffalt setzen in diesem Buch diesem größten Nationalpark der Alpen ein Denkmal und widmen sich ausführlich und detailliert der Besonderheiten dieser Landschaft.
In insgesamt neun Kapiteln und über 186 Seiten lassen die Autoren die Leser teilhaben an der Geschichte und Entstehung des Nationalparks („Dein Jahrhundert ist meine Sekunde – Steinaltes Gebirge“), an seinem Artenreichtum („Wo das Eis wohnt – Von Gletschern, Geiern und dem Ende der Welt“) und kulturellen Besonderheiten („Dichter auf der Stöhr – Sagen, Perchten, Opferwidder: Kulturelle Streifzüge“). Sie lassen die Leiterin der Wetterwarte am Sonnblick, Elke Ludewig, ebenso zu Wort kommen wie Ranger Emanuel Egger, der uns tiefe Einblicke ins „Innergschlöß“, dem „schönsten Talabschluss der Ostalpen“, gewährt.
Die Leser erfahren Interessantes und Kurioses zur Schneeräumung auf der Großglockner-Hochalpenstraße und staunen über erfolgreiche und weniger erfolgreiche Besteigungen im Nationalpark Hohe Tauern.
Nicht fehlen dürfen in diesem Bildband Tipps zur eigenen Erschließung des Nationalparks Hohe Tauern: Aufgeteilt auf die drei Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten, in welchen die Hohen Tauern beheimatet sind, geben die Autoren dutzende faszinierende Empfehlungen ab – von Wanderrouten über die Besichtigung von Handwerksstuben bis hin zu Mountainbike-Touren in der Region. Begleitet werden diese Vorschläge von ansprechenden und Sehnsucht erweckenden Bildern, die Lust auf Natur und Berge machen.
Eine Ode an die Berge, ein Bildband, der sich zum Verschenken und Behalten gleichermaßen eignet und anregt, staunend unsere Heimat zu durchwandern, sei es von der Couch aus, auf dem Rad oder aber auf Schusters Rappen.
Heimat bist Du schöner Plätze!
„Heul doch“ – ein Sachbilderbuch, bei dem kein Auge trocken bleibt
Heul doch von Frauke Angel
Das erste Sachbilderbuch zum Thema Weinen, das uns mit einem lachenden Auge (weil es schön war) und einem weinenden (weil es schon zu Ende ist) zurücklässt:
Fast alle Menschen auf dieser Welt tun es, heulen, plärren, flennen, weinen…Und wir vergießen dabei insgesamt fast ein Drittel Badewanne voll an Tränen.
Vor gut 200 Jahren war Weinen darüber hinaus angesehen und richtig in Mode.
Solche und ähnliche interessante Fakten liefert uns dieses spannende Bilderbuch von Frauke Angel und der Illustratorin Stephanie Brittnacher.
Dabei werden unzählige Informationen zum Thema Tränen aber in eine Erzählung eingewebt und bieten so neben sehr viel Wissenswertem auch einen gelungenen Einblick in die Welt einer oft weinenden Großfamilie: Vom Ich-Erzähler im Rollstuhl, der meist heult, weil er wütend ist, über die aus Schmerz weinende Mutter (weil sie ein Ball getroffen hat), die meist plärrenden Geschwister (weil sie als Babys noch nichts anderes können), bis hin zu der an Weltschmerz leidenden Oma, geheult wird immer.
Zur besseren Unterscheidung der zwei erzählerischen Methoden erfolgt die Darstellung der Sachinformationen in Form von kurzen, informativen Textpassagen. Auch unterschiedliche Schriftgrößen erleichtern diese Unterscheidung der Sach-, von der fiktiven Erzählebene. Beide Aspekte können auch für sich gelesen werden.
Schließlich werden auch auf Bildebene beide Elemente aufgegriffen und versucht, sowohl der Fiktion als auch der detaillierten Darbietung von Informationen gerecht zu werden.
Fazit: Dieses Sachbilderbuch hält, was sein Name verspricht: Es informiert und unterhält, es regt an zu Gesprächen zum Thema Weinen und beruhigt die kleinen und großen LeserInnen insofern, als es die beruhigende Botschaft in sich trägt: Heulen ist völlig normal.
Ein Mitmachbuch mit Musik, Rhythmus und Gesang, das zur Sprachförderung anregt
Es tanzt ein Mi Ma Monsterchen von H.C. Artmann
Im Pappbilderbuch von H.C.Artmann wird das bekannte Kinderlied „Es tanzt ein BiBaButzemann“ adaptiert und in ein Mitmachbuch für Kleinkinder verwandelt. Anstelle des Butzemanns tanzt nun ein MiMaMonsterchen durchs Haus, das sich rüttelt und schüttelt und dabei dennoch nie zu sehen ist. Damit sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Ergänzt wird der kurze, einprägsame Text durch sehr klare, anschauliche und niemals überfordernde Bilder der bekannten Illustratorin Linda Wolfsgruber. So sieht man zum Beispiel Punkte in blau und orange, welche die Kleinen durch Hin- und Herbewegen der Seite optisch scheinbar von der einen zur anderen Seite purzeln lassen können. Es können auch Spiralen nachgefahren oder die Finger in einem Kreis schnell und spielerisch bewegt werden. Spass ist damit garantiert.
Fazit: Ein Buch, das Sprache mit Rhythmus, Klang, Fingerfertigkeit und Bewegung verbindet und damit schon ganz Kleine spielerisch auf die große „Welt der Worte“ vorbereitet.
Drachenfrau und Zauberbaum - eine wahre Schatzkiste an österreichischen Märchen
Von Drachenfrau und Zauberbaum von Helmut Wittmann; Anna Vidyaykina
Was ist das für ein schönes Märchenbuch!
Ein Buch, in dem sich bezaubernde, mir bisher völlig unbekannte Märchen aus allen Regionen Österreichs vereinen. Aus der Bodenseegegend, bis ins Mühlviertel, aus der Steiermark bis in den burgenländischen Seewinkel wurden Märchen überliefert und gesammelt.
Neben Geschichten, die uralt und aufgrund ihrer Elemente und Motive in vielen Weltmärchen beheimatet sind, finden sich auch einzigartige österreichische Volksmärchen, die so nur bei uns erzählt werden und in ihrer Einfachheit und Schlichtheit einen ganz eigenen Zauber verströmen.
Dabei sammelte der Autor Helmut Wittmann u.a. auch Märchen, die wie etwa jenes von „Hansl, dem Saubartl“, niemals niedergeschrieben, sondern 1947 rein mündlich überliefert wurden. Andere Überlieferungen, wie etwa jene „Vom Grafensohn, der nicht auf die Erde treten durfte“, wurden um 1900 so aufgeschrieben, wie sie erzählt wurden, so dass der ursprüngliche Charme erhalten blieb. Schließlich finden sich in diesem Band auch so Raritäten wie etwa „Von drei und einem Rätsel“, eine Überlieferung, die der Autor aus einer uralten Sammlung ausgegraben hat.
Inhaltlich unterteilt in sechs Bereiche werden Märchen von „ganz schön starken Frauen“, „vom kleinen Volk in den Bergen“ und von „Drachen und anderen Ungeheuern“ wieder gegeben. Darüber hinaus berichtet der Autor davon, „Wenn sich Weisheit und Witz die Hand geben“, vom „Gruseln und Fürchten“ und ordnet einige Märchen der Frage unter, „Was wäre das Leben ohne seinen Zauber“?
Da gibt es Geschichten, in denen die Weisheit des Märchens zwischen den Zeilen zu lesen ist: „Vertraue der Welt – und du wirst von ihr angenommen. Mach dich auf. Bleib dir selber treu – gleich was kommt – und geh deinen Weg“. Und selbst Märchen, die einem das Fürchten lehren, leuchten doch vor allem die eigenen Abgründe aus und lehren dem Leser damit viel über sich selbst. Fasziniert haben mich aber insbesondere die Märchen über die starken Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen und mit viel Zuversicht und Geschick die Herausforderungen des Lebens meistern.
Unsere 11-jährige Tochter hat die Geschichten geliebt, wenn sie auch manchmal nachfragen musste oder das Märchen ganz anders interpretierte als wir. Dadurch ergaben sich wiederum ergiebige Gespräche zu unterschiedlichsten Themenbereichen.
Die Aquarellbilder der Illustratorin Anna Vidyaykina untermalen den Zauber dieses ganz besonderen Buches. Auch alleine für sich betrachtet waren sie ein Genuss. Insbesondere unser Fünfjährige betrachtete gerne die Bilder für sich und entwickelte daraus seine ganz persönlichen Erzählungen.
Fazit: „Von Drachenfrau und Zauberbaum“ ist ein abwechslungsreiches, sehr lehrreiches Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser immer wieder auch mitnimmt auf eine Reise zu sich selbst. Absolute Kaufempfehlung.
Jaguar, Zebra, Nerz - ein Buch wie ein unerwartetes Geschenk
Jaguar, Zebra, Nerz von Heinz Janisch
Angeregt durch ein rätselhaftes Gedicht von Christian Morgenstern „Wie sich das Galgenkind die Monatsnamen merkt“, machte sich Heinz Janisch daran, sich über eben diese Monatsnamen Gedanken zu machen: Was passiert im Monat Wespenbär? Und was braucht es im Monat Pony? Wo fühle ich mich im Monat Robbenbär am wohlsten? Und warum ist der Monat Auerochs so kräftezerrend?
Der Autor haucht in diesem Büchlein zwölf abstrusen Monatsnamen Leben ein und nimmt den Leser dabei mit auf ganz zauberhafte, fantastische, skurille und lustige Reisen.
Das ist anregend und verleitet große und kleine Leser dazu, selbst ihre Fantasie spielen zu lassen: Wie würden sie den Monat Mandrill verbringen wollen? Und was unternimmt man im Monat Jaguar?
Insofern inspiriert der Text dazu, kreativ zu werden und sich auf das Abenteuer Sprache einzulassen, Wortneuschöpfungen zu finden, Gedankenexperimente zu betreiben und dabei seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Insbesondere mit meinen Kindern machte es Spass, dieses Bilderbuch anzusehen. Sie kamen auf abenteuerliche Ideen, änderten den Monat Robbenbär in einen Monat Stinktier und einen anderen in einen Monat Delfingesang. Damit war das Buch ein voller Erfolg, die Mission erfüllt: Lesen als Anregung, sich mit Sprache zu beschäftigen, sie zu reimen, mit ihr zu experimentieren und daraus neue Ideen abzuleiten.
Speziell ist in diesem Buch nicht nur der Text, auch die Illustrationen von Michael Roher sind besonders und laden ein zum Verweilen und Träumen. Einzelne Bilder, wie jenes des Monats Nerz oder Mandrill, würde ich mir sofort einrahmen und an die Wand hängen, als so tröstlich und beruhigend empfand ich sie. Farblich ansprechend und mit berührenden Details versehen untermalen sie den Charme des Buches und regen die kleinen und großen Leser auch auf visueller Ebene zum Weiter-, und Querdenken an.
Fazit: Wer sich auf dieses skurille Gedankenexperiment einlässt, wird reich belohnt. Ein Buch wie ein unerwartetes Geschenk. Ich mag es und empfehle es gerne weiter.
„Es gibt eine Zeit“…. Zauberhaftes Bilderbuch zum Philosophieren und Träumen mit Kindern
Es gibt eine Zeit... von Lena Raubaum
„Es gibt eine Zeit“ ist ein wunderbar poetisches Bilderbuch, dass den alten Bibeltext Kohelet 3, 1-8, neu interpretiert und dabei dennoch immer wieder zum Wesentlichen zurückkehrt:
Es gibt Zeiten zum Lachen und zum Weinen, zum Streiten und Versöhnen, zum In-der-Erde-Wühlen und zum Den-Kopf-in-den-Wolken-Tragen.
In diesen Aussagen liegt etwas ungemein Tröstliches und Beruhigendes, die Gewissheit, dass alles vergeht und dem Wandel der Zeit unterliegt, dass nichts bleibt und dennoch doch alles wieder kehrt, „wieder und wieder im Windspiel der Ewigkeit“.
Insofern ist es ein Buch für Erwachsene, zum Innehalten, Philosophieren, Träumen und Trösten. Dennoch können aber auch schon kleinere Kinder viel mit diesen berührenden Botschaften anfangen:
Wenn es Zeiten für suchende Augen gibt und solche, in denen etwas wieder auftaucht, dann muss Mama in der kindlichen Logik auch nicht schimpfen und ungeduldig werden, sondern kann in ruhiger Gelassenheit darauf vertrauen, dass sich alles finden wird.
Insofern regt dieses Büchlein zu Austausch mit dem Nachwuchs an. Darüber, ob es wirklich Zeiten für alles und jedes gibt, oder ob vielleicht bestimmte Momente willkommener sind als andere. Darüber, ob es mehr Spaß macht, nach Hause zu kommen oder neue Länder zu entdecken. Und auch, um vielleicht zu der Erkenntnis zu gelangen, dass alles seinen Platz und seine Richtigkeit hat, ein „mutiges Herz“ ebenso wie eines, das „sich fürchtet“.
Untermalt wird dieses Buch von zauberhaften Illustrationen der Künstlerin Clara Frühwirth. Im Gegensatz zu einer anderen Rezensentin hier empfand ich die Bilder als sehr ansprechend und in ihrer Feinheit und Zerbrechlichkeit auch sehr berührend. Schon das Titelbild mit seinem mutigen, kleinen Turmspringer offenbart eine ergreifende Zuversicht. Er wird sicher landen, wo auch immer…
Auch meinen Kindern gefielen die Zeichnungen. Ohne den Text noch gelesen zu haben verstand unser Fünfjährige viele Zusammenhänge und begriff die dargestellten Polaritäten und Gegensatzpaare.
Fazit: Ein Buch zum Verweilen, ein kleiner Schatz voller Weisheiten, ein Buch, das ich sicher noch öfters zur Hand nehmen werde. Für Kinder ab circa fünf Jahren gut geeignet, auch für den Religionsunterricht oder im Kindergarten, um ins Gespräch zu kommen rund ums Thema Wandlung und Veränderung.
Ein Buch zum Verschenken, lieber aber noch zum Behalten.











