Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Humorvoll, tragisch, voller Weisheit und zu Tränen rührend - lesen!
Zugwind von Iryna Fingerova
Auf dem Buchumschlag steht "Roman" und es geht im Buch um die fiktive jüdisch-ukrainische Ärztin Mira Zehmann, die seit einigen Jahren in Deutschland lebt und praktiziert. Doch unschwer lassen sich viele Parallelen zwischen der Autorin und ihrer Romanheldin erkennen: auch die Autorin ist jüdisch-ukrainischer Abstammung, hat in der Ukraine Medizin studiert, in Deutschland Prüfungen abgelegt, um ihre Qualifikation anerkennen zu lassen und arbeitet nun als Hausärztin in Dresden.
Somit ist anzunehmen, dass so manches aus dem Buch autobiographisch inspiriert sein könnte oder das Buch zumindest einen autofiktionalen Einschlag hat. Verfasst hat Iryna Fingerova das Buch im Original zum Teil auf Ukrainisch und zum Teil auf Deutsch, diese Ausgabe hier ist natürlich ausschließlich Deutsch.
In vielen kleinen Episoden berichtet Mira Zehmann aus ihrem Leben in Deutschland, aus ihrer Arbeit als Hausärztin, Zeit mit ihrer Familie und einer gefährlichen Reise in ihre Heimatstadt Odesa. Sie ist eine unglaublich toughe, ehrgeizige und hart arbeitende junge Frau, hat es mit Ende 20 schon zur Hausärztin geschafft, und das in einem fremden Land und einer fremden Sprache, und eine kleine Tochter hat sie auch noch.
Mira ist noch vor dem Ukrainekrieg nach Deutschland ausgewandert, doch natürlich lässt sie der in der alten Heimat tobende Krieg ganz und gar nicht kalt und sie wird auch jeden Tag durch die Medien, durch ihre vielen russischen und ukrainischen Patientinnen und Patienten und durch zurück gebliebene Verwandte und Bekannte damit konfrontiert. Später kommt auch noch der Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und der darauffolgende Krieg als weitere Belastung hinzu.
Das Buch lebt davon, dass wir Mira durch ihren Alltag als Ärztin begleiten: es ist voll von Begegnungen mit Menschen in ihrer Arztpraxis, alles vor dem Hintergrund der Kriege. Ich habe mich Mira durch diese Alltagsbegegnungen sehr nahe gefühlt und war tief berührt von ihrer Resilienz, aber auch von ihren Emotionen: durch das Buch zieht sich die titelgebende Metapher des Zugwindes, der sich bei Mira eingenistet habe, seit der Krieg begonnen hat. Ein Frösteln, ein Wind, den sie in sich spürt, selbst wenn alle Fenster eigentlich dicht geschlossen sind und es eigentlich keinen Zugwind geben sollte:
"Es kam vor, dass sich mein Leben abrupt änderte, als würde ein Pflaster von der Wunde gerissen. Kurz und schmerzlos. Aber nie zuvor hatte sich ein Zugwind in mir eingenistet."
Die junge Autorin besitzt ein großes Talent für Sprache und ein Gefühl dafür, prägnant, treffend und berührend zu formulieren:
"Im Winter 2022 zogen Idealisten in den Tod. Schriftsteller, Ärzte, Journalisten, Ingenieure. Junge, leidenschaftliche, hingebungsvolle Menschen, die mit Geschichten darüber aufgewachsen sind, dass jeder Voldemort am Ende in Flammen aufgeht."
Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von Lisa Hrdina. Mir hat die Modulation und Interpretation der Sprecherin sehr gut gefallen, sie wirkte auf mich sehr authentisch für dieses Buch und ich hatte den Eindruck, dass auch die ukrainischen, russischen und hebräischen Begriffe richtig ausgesprochen wurden. Ich kann es also auch in dieser Variante sehr empfehlen.
Insgesamt ist es ein sehr berührendes Buch, das einem die Kriege der letzten Jahre und die davon betroffenen Menschen noch einmal auf eine ganz neue, eindringliche Art und Weise näher bringt und dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche!
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Pflicht, Liebe und Heilpflanzen
Das Schicksal der Herzogin von Johanna von Wild
Der Roman führt in das Leben einer Frau, die im 16. Jahrhundert zwischen Pflicht, Macht und eigenen Gefühlen ihren Weg finden muss. Im Mittelpunkt steht Sibylla von Anhalt, die zunächst unbeschwert auf Schloss Dessau aufwächst. Früh zeigt sich ihre Neugier für Heilkräuter und Arzneien, ein Interesse, das sie von ihrer Stiefmutter übernimmt und das sie ihr ganzes Leben begleiten wird.
Die Heirat mit Friedrich von Mömpelgard beginnt als echte Liebesverbindung und verspricht ein glückliches gemeinsames Leben.
Mit der Zeit verändert sich jedoch vieles. Als Friedrich den württembergischen Herzogstitel erhält, wird das Leben am Hof komplizierter und von politischen Spannungen geprägt. Auch in der Ehe zeigen sich zunehmend Unterschiede. Während Machtfragen und Konflikte mit den Landständen den Alltag bestimmen, sucht Sibylla ihren eigenen Halt. Besonders die Arbeit in ihrer Arzneikammer wird zu einem wichtigen Rückzugsort. Dort kann sie sich mit Heilpflanzen und Rezepturen beschäftigen und für einen Moment Abstand von den Sorgen des Hoflebens gewinnen.
Gerade in dieser schwieriger werdenden Zeit zeigt sich, wie viel Kraft in Sibylla steckt. Sie bemüht sich, ihre Aufgaben als Herzogin zu erfüllen und trotzdem ihren eigenen Weg nicht ganz zu verlieren. Die Arbeit mit Heilpflanzen und Arzneien bedeutet ihr viel und gibt ihr Halt. Dabei begegnet sie auch dem Arzt von St. Catharina. Aus der Zusammenarbeit entsteht mit der Zeit eine stille Nähe.
Der Roman zeigt ein lebendiges Bild dieser Zeit und lässt das Leben am württembergischen Hof klar vor Augen treten. Sibylla wirkt als kluge Frau, die ihren Platz in einer von Männern geprägten Welt finden muss. Ihr Interesse an Heilpflanzen und Arzneien macht sie besonders und zeigt, wie sie nach einem eigenen Weg sucht.
Auch die Konflikte im Alltag, in der Ehe und am Hof werden gut beschrieben. Dadurch lässt sich ihr Leben nachvollziehen, und man fühlt sich der historischen Persönlichkeit nah.
Die Geschichte erzählt die Ereignisse ruhig und persönlich. Statt großer Politik stehen die Gedanken, Hoffnungen und inneren Konflikte einer Frau im Mittelpunkt, die sich in schwierigen Zeiten behauptet.
Der Alltag am Hof, Sibyllas Arbeit mit Heilpflanzen und ihre persönlichen Erlebnisse werden klar und verständlich beschrieben. So wirkt die Geschichte glaubwürdig und nahbar.
Es ist ein historischer Roman, der durch seine ruhige, einfache Erzählweise und die sorgfältige Darstellung der Zeit überzeugt.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Claudia R.:
magisches Wissens-Abenteuer
Im Zeichen der Kobra von Fabian Lenk
Klappentext / Inhalt:
Ein spannender Sommer in Ägypten: Die Zwillinge Yana und Yamon (12) reisen mit ihrer Schwester Anouk, einer schlagfertigen Archäologiestudentin, und ihrem Onkel Professor Klawitter ins Tal der Könige. Dort entdecken sie eine bisher unentdeckte Grabkammer – und darin eine magische Formel, mit der sie sich in heilige Tiere verwandeln: Bastet die Katze, Horus den Falken und Anubis den Hund.
Als sie beim Besuch im Ägyptischen Museum Zeugen eines Raubüberfalls werden, bei dem unter anderem Tutanchamuns Maske und eine Mumie entwendet werden, kommt es zu einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd. Und der Drahtzieher kennt das Geheimnis der magischen Formel! Wird es den drei Geschwistern gelingen, die historischen Schätze zurückzuholen?
Cover:
Das Cover verspricht Abenteuer und Unterhaltung. Ein Junge und ein Mädchen sind hier erkennbar, wobei der Junge triumphierend ein Papyrus in die Höhe streckt und das Mädchen eher gelangweilt oder gechilled an einer Ecke lehnt. Im Hintergrund ist der Umriss einer Stadt und der Pyramiden erkennbar und man fühlt sich ein wenig ins alte Ägypten hinein gezogen. Es ist alles sehr detailreich und schön umgesetzt und auch eine gewisse Spannung und Lebendigkeit liegt hier in der Luft. Nicht hur optisch und farblich ist das Ganze sehr schön umgesetzt, auch die Haptik macht einen guten Eindruck, das es hier besondere Prägungen gibt, so dass einiges hervorgehoben wird und es sich sehr schön anfühlt und auch gut in der Hand liegt.
Meinung:
Die Zwillinge Yana und Ramon verbringen einen spannenden Urlaub bei ihrer älteren Schwester in Ägypten und finden dort einen uralten Papyrus, der ihnen magische Kräfte verleiht, sich in heilige Tiere zu verwandeln. Als im ägyptischen Museum die Totenmaske gestohlen wird, beginnt eine abenteuerliche Jagd und ein spannendes Abenteuer. Was die beiden dabei noch alles erleben, erfahrt ihr im Buch.
Zu viel sei hier jedoch noch nicht verraten, weitere Details halte ich hier zurück, da ich nicht Spoilern oder gar zu viel erzählen möchte.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Schnell findet man in Charaktere und Geschehnisse hinein. Es lässt sich sehr angenehm, locker und gut lesen. Toll fand ich auch hier die Verbindung zwischen spannendem Abenteuer und Wissensvermittlung über Ägypten und Archäologie. Dieser Mix hat mir hier sehr gut gefallen.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel hatten eine angenehme und gute Länge und ließen sich dadurch sehr kurzweilig und schnell lesen. Zudem ermöglichten die kurzen Kapitel einen guten Lesefluss und erhöhten Spannung und Tempo. Die Anfänge der Kapitel sind sehr schön gestaltet und dadurch auch gut ersichtlich. Die Überschriften sind passend gewählt und verraten dabei nicht zu viel. Die Gestaltung und Gliederung hat mir sehr gut gefallen.
Auch die Illustrationen und Bilder haben mir sehr gut gefallen und diese haben das Ganze zusätzlich sehr schön abgerundet. Die schwarz-weiß Zeichnungen geben das Gelesene und die Situationen sehr gut wieder, zudem haben sie das Ganze sehr schön aufgelockert und abgerundet. Mir haben die Illustrationen sehr gut gefallen, sie haben die Geschichte zusätzlich aufgewertet.
Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam umgesetzt. Die Charaktere Yana und Damon haben mir gut gefallen und waren mir schnell sympathisch. Mit ihnen hat man das ganze sehr gern miterlebt.
Eine tolle und gelungene Mischung aus Magie, Abenteuer und historischer Geschichte und Wissen. Mir hat dies sehr gut gefallen.
Fazit:
Gelungene Geschichte und Mischung aus magischem Abenteuer und Wissensvermittlung über Ägypten und Archäologie.
Rezensionen von PucKker:
Abwechslungsreich
Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel von Matthias Riedl; Viola Andresen; Silja Schäfer; Jörn Klasen
Von den Ernährungs-Docs und insbesondere von Matthias Riedl und Silja Schäfer kenne ich inzwischen einige Bücher. Auch dieses hier reiht sich solide ein. Enthalten sind rund 70 Rezepte, von Frühstück über Hauptgerichte bis hin zu Gebäck und Nachspeisen.
Gut gefallen hat mir die Abwechslung.
Gerade Rezepte wie veganes Espressoeis, veganer Borschtsch oder die Kürbis-Kokos-Suppe mit Wakame-Algen stechen heraus und bringen etwas Neues auf den Teller. Natürlich trifft nicht alles meinen Geschmack. Manche Gerichte sind mir etwas zu basic, etwa eine Gemüse-Pasta Arrabiata oder ein mediterraner Nudelsalat. Aber genau dadurch ist das Buch vermutlich recht zugänglich und für viele geeignet.
Insgesamt ein solides Kochbuch mit alltagstauglichen Rezepten. Würde ich weiterempfehlen.
Rezensionen von PucKker:
Anders
Gennaros Italia Mia von Gennaro Contaldo
Ein Buch, das viel Authentizität ausstrahlt, aber eher etwas für Liebhaber:innen der aufwändigen Küche ist, und für Menschen, die Fleisch essen.
Die Rezepte sind nach Regionen gegliedert (Mittelitalien, die Inseln, der Norden, der Süden) und enthalten viele Gerichte, die man so eher nicht kennt.
Verarbeitet werden Zutaten wie Schwarzkohl, Platterbsen, Hammel, ’Nduja, Arborioreis, Semola rimacinata oder Zichorie. Wer einen italienischen Supermarkt oder gute Feinkostläden in der Nähe hat, dürfte damit kein Problem haben – bei mir sind viele Zutaten leider schwer zu bekommen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Rezepte mit Fleisch oder Fisch arbeitet. Für vegetarisch lebende Menschen ist das Buch daher eher ungeeignet.
Was mich zusätzlich stört: Trotz vieler stimmungsvoller Bilder gibt es nicht zu jedem Rezept ein eigenes Foto. Stattdessen finden sich oft aufwändige Foodbilder ohne direkten Rezeptbezug – das weckt bei mir eher wenig Lust, tatsächlich etwas nachzukochen.
Trotzdem bietet das Buch spannende Hintergrundinformationen und eine sehr authentische Küche, die man so vermutlich noch nicht kennt. Für Fans von traditioneller italienischer Küche und von Gennaro Contaldo sicher interessant. Für meinen Alltag ist das Buch aber eher nichts.
Rezensionen von PucKker:
Solide und schnell
Keine Zeit? Kein Problem! von Matthias Riedl; Bettina Matthaei
Da bin ich mal wieder mit einer Bewertung zu einem Buch von Matthias Riedl. So langsam weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr, das wievielte es inzwischen ist , weil ich schon so viele habe.
Dieses Buch enthält 85 Rezepte, davon fünf Frühstücksideen. Die restlichen Rezepte sind Hauptgerichte: Salate, Suppen, Pasta und andere schnelle Alltagsküche.
Die Rezepte erfinden das Rad nicht neu und sind auch deutlich weniger anspruchsvoll als die aus der Medical Cuisine-Reihe. Dafür sind sie genau das, was sie versprechen: schnell, simpel und mit wenigen Zutaten umsetzbar. Einige Rezepte ähneln sich untereinander enorm, es gibt beispielsweise 1) Pasta mit Spinat und Pinienkernen und dann noch 2) Pasta mit Zucchini und Pinienkernen. Insgesamt ist es also eher ein kleineres Repertoire und damit spitze für die einfache Küche.
Im Buch wird das Schnelligkeitsversprechen eingehalten. Nichts besonders Aufregendes, nichts Experimentelles, aber solide, unkomplizierte Küche von einem Ernährungsmediziner. Für alle, die wenig Zeit haben und trotzdem halbwegs vernünftig essen wollen, funktioniert das gut.
Rezensionen von PucKker:
Schwach
Meine Lieblingsrezepte: Expressbacken von Dr. Oetker Verlag
Ein ziemlich reguläres Buch mit 33 süßen Rezepten. Das Buch verspricht Expressbacken in maximal 30 Minuten, wird diesem Anspruch aber nur teilweise gerecht. Klar, die reine Zubereitung dauert selten ewig – das tut sie bei Backrezepten ja fast nie. Ich hatte eher mit Rezepten gerechnet, die man wirklich noch schnell vor spontanem Besuch aus dem Ärmel schütteln kann.
Und da fallen leider nicht alle darunter.
Blätterteigteilchen, die in rund 35 Minuten inklusive Backzeit fertig sind, gehen für mich noch als „express“ durch. Ein Johannisbeer-Grieß-Kuchen, der eine Stunde im Ofen steht, dagegen eher nicht. Das passt für mich einfach nicht zum Versprechen.
Die Rezepte selbst sind solide, aber komplett unaufgeregt. Klassische Backrezepte, wie man sie auch von Dr.-Oetker-Verpackungen oder der Website kennt. Nichts Neues, nichts Überraschendes. Für mich persönlich kein Buch, für das ich Geld ausgeben würde. Und Werbung für Dr. Oetker Produkte ist natürlich auch enthalten.
Rezensionen von PucKker:
Einzigartig
Was kocht Hanna von Hanna Reder
Hanna Reder hat hier ein wunderschönes Kochbuch abgeliefert. Besonders gelungen finde ich die Einteilung nach Jahreszeiten – so stehen immer saisonale Zutaten im Mittelpunkt, was das Nachkochen nicht nur nachhaltiger, sondern auch inspirierender macht. Zu Beginn gibt es praktische Basics wie Kräuteröle, Pickles, Granola, Sirupe und Soßen, bevor es mit einer großen Auswahl an Hauptgerichten und Beilagen weitergeht.
Die Rezepte sind abwechslungsreich: von einfach bis aufwändig, von klassisch bis kreativ. Insgesamt sind viele eher besondere Gerichte dabei – mit Zutaten und Kombinationen, die man so nicht jeden Tag auf dem Tisch hat. Ironischerweise hat mir aber gerade eines der einfachsten Rezepte, die Kürbis-Carbonara, am besten gefallen. Ich habe sie inzwischen schon mehrfach gekocht – und das will wirklich etwas heißen!
Das Buch ist wunderschön gestaltet, die Fotos sind atmosphärisch und machen direkt Lust, in die Küche zu gehen. Das Buch ist unkompliziert, saisonal und mit einer großen Portion Geschmack. Nur Nährwertangaben fehlen mir bei den Rezepten.
Rezensionen von PucKker:
Teils fotolos
Das Kew Gardens Kochbuch von Jenny Linford
Bei diesem Buch bin ich ziemlich hin- und hergerissen. Fangen wir mit dem Positiven an: Die Gestaltung ist wirklich schön und man merkt, dass viele talentierte Köchinnen und Köche an dem Buch mitgewirkt haben. Auch die Kapitelaufteilung (beispielsweise nach Früchten & Nüssen oder Pilzen) finde ich grundsätzlich sinnvoll.
Die Auswahl an Gerichten ist groß und geschmacklich sehr unterschiedlich, was erst mal vielversprechend klingt.
Genau das ist für mich aber auch der Knackpunkt. Das Buch wirkt innerhalb der Kapitel verstreut und für mich fehlt ein klares, durchgängiges Konzept. Manche Rezepte arbeiten mit Zutaten, die ich noch nie gesehen oder zumindest noch nie im Alltag wahrgenommen habe. Feigenblatt oder Shiso-Blätter zum Beispiel. Das hat bei mir kaum Lust aufs Nachkochen ausgelöst.
Was mich allerdings wirklich stört, sind die Fotos. Es gibt viele Bilder von Zutaten wie Kräutern, Gemüse oder Pilzen. Schön, aber ehrlich gesagt weiß ich, wie eine Mangoldpflanze aussieht. Was mir gefehlt hat, sind Fotos der fertigen Gerichte. Nicht zu jedem Rezept gibt es ein Bild, und genau das hätte mir beim Einschätzen und Nachkochen geholfen. Das finde ich schade.
Insgesamt ein interessantes Buch mit guten Ansätzen, das bei mir aber leider nicht den Funken überspringen lassen hat.
Rezensionen von PucKker:
Nicht greifbar
9 Jahre Wahn von Eric Stehfest
Hach ja, was soll ich über dieses Buch sagen? Wie bewertet man ein autobiografisches Werk? Das ist gar nicht so einfach. Einerseits ist es ohne Frage mutig und stark, so offen über die eigene paranoide Schizophrenie zu schreiben und sich damit der Öffentlichkeit zu zeigen. Das rechne ich dem Autor hoch an.
Sprachlich ist das Buch stellenweise auch schön geschrieben, teilweise reflektiert und bewusst gewählt.
Andererseits hat mich das Buch als Ganzes leider nicht überzeugt. Es ist für mich nicht gut strukturiert und auch nicht besonders gut erzählt. Wir folgen mehreren „Akten“, die jeweils einzelne Tage im Leben des Autors abbilden sollen. Das wirkte auf mich jedoch eher fragmentiert als zusammenhängend und hat keine wirkliche Geschichte ergeben. Mir fehlte ein roter Faden. Das gewählte Format erscheint mir insgesamt zu hoch gegriffen, ich hätte mir eine klarere, erzählerische Form gewünscht.
Auch das zentrale Thema bleibt trotz Erklärungen erstaunlich schwer greifbar. Die paranoide Schizophrenie wird beschrieben, aber ich hatte dennoch das Gefühl, sie nicht wirklich zu verstehen. Gleichzeitig habe ich den Autor selbst kaum kennengelernt. Oft konnte ich seinen Gedankengängen nicht folgen. Der Autor wirkt auf mich eher selbstbezogen und selbstgerecht, was es mir zusätzlich erschwert hat, eine Verbindung zu ihm aufzubauen.
Besonders störend fand ich die Dialoge, vor allem die Gespräche mit der Psychiaterin. Sie wirken extrem gestellt und künstlich reflektiert, denn so reden Menschen im echten Leben einfach nicht miteinander. Das fühlt sich eher nach nachträglicher Selbstanalyse an als nach authentischen Momenten aus der Situation heraus.
Ein wichtiges Thema, ohne Frage. Mutig und offen. Aber für mich leider erzählerisch schwach und emotional erstaunlich fern.











