Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Was ein Junge denkt, der nicht schlafen kann
Kant oder Was ist hinter dem Weltraum? von Jon Fosse
Der Autor Jon Fosse wurde 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und hier haben wir eine Bilderbuch für Grundschulkinder zum Vor- oder Selberlesen. Es hat großformatige wunderschöne Illustrationen, die die Geschichte hervorragend unterstützen.
Das Cover zeigt Kristoffer in seinem Bett und die Angst, die er vom Nachdenken bekommt, kannst du seinem Gesicht ansehen.
In der Hand hält er einen Comic, denn die liest Kristoffer am liebsten. Kristoffer ist 8 Jahre alt und in der dritte Klasse, da morgen wieder Schule ist, soll er bald schlafen. Aber Kristoffer denkt nach über den Weltraum und wie er wohl enden könnte. Das Nachdenken macht ihm Angst und er ruft einen Vater, der im Wohnzimmer liest. Er tröstet und streichelt Kristoffer und gemeinsam überlegen sie, was sein könnte. Der Vater erwähnt Kant und meint, dass Kristoffer später seine Bücher lesen können.
Ich konnte mich sehr gut in Kristoffer und seinen Überlegungen hineinversetzten und einem Kind in seinem Alter wird es ähnlich gehen. Ein sehr einfühlsam geschriebenes philosophisches Buch, verständlich schon für neugierige Grundschulkinder.
Lediglich der Satz „Wegen dem Weltraum“ tut mir ein wenig weh, schade, dass der Genitiv tot ist.
Rezensionen von Dragon:
Inspirierender Ratgeber voller wertvoller Impulse
Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt von Biyon Kattilathu
Rikscha-Fahrer Rahul nimmt in seinem gelben Tuk-Tuk-Taxi die verschiedensten Leute mit und schenkt jedem am Ende der Fahrt nicht nur einen materiellen Gegenstand aus seinem kleinen Koffer, sondern oft so viel mehr durch seine klugen Gespräche mit weisen Gedanken.
Die ganze Aufmachung des Buches entspricht dem oft gebrauchten Wort „Wohlfühlbuch“.
Und genau das ist es tatsächlich. Die fröhlichen, lebendigen Farben, die treffenden wundervollen Illustrationen, die Gestaltung und allem voran die Texte, die genau ins Herz treffen, geben einem von der ersten Seite bis zur letzten ein Gefühl der Ruhe, der Erkenntnis und des Verstandenwerdens.
Autor Biyon Kattilathu zeigt mit seinen kleinen Geschichten und Vergleichen treffend auf, was wir oft im Leben vergessen. Da tut es gut, daran erinnert zu werden, wie wertvoll und schön das Leben in unserer hektischen, neidischen und lauten Gesellschaft ist, in der man sich selbst manchmal im Wege steht. Kattilathu holt einen ganz sanft mit seiner Geschichten-Rikscha ab, lässt einen zur Ruhe kommen und einem wieder Dinge bewusstwerden, die man schon vergessen glaubte. Er gibt einem gute Ratschläge, um sein Leben schöner und erfüllter zu gestalten und tut dies mit doch ganz einfachen Mitteln. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie viel Leidenschaft und Liebe in diesem Buch steckt. Rahul kann man einfach nur vom ersten Moment an gern haben, als er uns in seiner Rikscha begrüßt. Die Fahrt mit ihm durch seine Geschichten waren für mich oft Erkenntnis. Ohne beeinflussen oder ermahnen zu wollen, schenkt der Autor dem Lesenden Mut, Zuversicht, Glück und Dankbarkeit.
Dieser Ratgeber zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll kleine Veränderungen und neue Denkanstöße sein können. Mit seinen verständlichen Erklärungen und alltagstauglichen Tipps lädt er dazu ein, das Gelesene direkt umzusetzen. Ein rundum gelungener Begleiter, den ich allen empfehlen kann, die sich weiterentwickeln und neue Inspiration finden möchten.
Rezensionen von Daggy:
Gutenachgeschichten aus dem Wald
Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald von Katrin Pokahr
Mit seinem Leuchtpilz, eine Art biologische Taschenlampe leuchtet Herr Hütchen, eine Eichel, der Beine gewachsen sind, auf die schlafenden Tiere. Denn Her Hütchen ist dafür zuständig, dass die Tiere brav einschlafen.
Seine Stationen im Wald sind mit Zahlen gekennzeichnet und hinten im Buch sind Runde Zeichnungen, die ausgeschnitten in die Felder geklebt werden können.
Im ersten Teil wird uns das Eichelmännchen vorgestellt und im nächsten Abschnitt treffen wir auf seinen Freund den Kickklack einen Käfer mit Uhr auf dem Bauch, der Herrn Hütchen am Abend weckt, damit der seiner Arbeit nachgehen kann.
Im ersten Kapitel treffen die beiden im Wedelwald azf den Wolf, der einen Alptraum hatte und Herr Hütchen kann ihn davon überzeugen mutig zu sein und dann wandelt sich der Traum völlig und unser Wolf muss keine Angst mehr haben.
So lernen wir eine Menge Tiere kennen, die nicht einschlafen können oder wollen und unser kleines Eichelmännchen weiß immer Rat und hat eine Lösung parat. Neben dem vielen schönen Illustrationen, die so gemütlich aussehen ist jedes Kapitel sehr tröstlich und liebevoll geschrieben. Jeder wird sich wünschen, dass Herr Hütchen am Abend vorbeikäme und immer eine hilfreiche Idee mitbringt oder uns einfach in den Arm nimmt. Da macht es nichts, dass auch nachtaktive Tiere schlafen und die Größenverhältnisse nicht immer stimmen. Im Wedelwald ist da nicht so wichtig, Hauptsache am Ende sind auch die Kinder müde und die Vorlesenden können das Lesebändchen weiter hinten im Buch einklemmen.
Rezensionen von div:
Liebe und Mut
Der Gesang der See von Trude Teige
Liebe und Mut
Kristiane hat sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Sie hat mit sehr erfolgreichen Männern verhandelt und konnte einiges für sich und ihre Mitmenschen tun. Gedankt wurde es ihr nicht. Neid und Missgunst sind starker Gegner progressiver Menschen.
Die Protagonistin Kristiane ist mir sehr ans Herz gewachsen.
Ich konnte ihre Pläne und ihr Verhalten gut verstehen.
Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr und Lars weitergeht und ob es überhaupt weitergeht, denn Lars wurde schwer enttäuscht. Ich habe dieses Buch von Trude Teige sehr genossen und ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
Rezensionen von yellowdog:
Porträt zweier Frauen
Sonnenspiel von Andrea Grill
Sonnenspiel ist ein sprachlich ansprechender Roman über zwei Frauen, der in Italien angesiedelt ist.
Im Mittelpunkt: Die Näherin und 3fache Mutter Loredana und die unabhängige Modejournalistin Stella, die halb Schweizerin, halb Amerikanerin ist. Sie sind sehr unterschiedlich, haben aber auch Gemeinsamkeiten.
Andrea Grill wird beiden Figuren gerecht und porträtiert sie glaubwürdig und ohne Kitsch. Man erfährt von ihren Leben.
Stella will über Loredana schreiben, das passt der überhaupt nicht.
Ungewöhnlich ist, dass Lordana schon früh im Roman genervt die Journalistin in die Speisekammer einsperrt. Das gibt dem Plot eine feine Spannungsnote.
Trotzdem verstehen die Frauen sich auf eine gewisse Weise. Es entsteht eine immer tiefer werdende Verbundenheit.
Die Erzählperspektiven wechseln zwischen ihnen, zum Teil zeitlich auch verschoben. Das ist geschickt gemacht, so kann die Geschichte in mehreren Ebenen erzählt werden.
Rezensionen von Daggy:
Mutige Mädchen
Der beste Zufall der Welt von Rafik Schami
Auf dem Cover sieht man die drei Mädchen fröhlich tanzen. Emilia aus Deutschland, Samia aus Syrien und Kira aus der Ukraine.
Emilia sieht Samia im Supermarkt, wo sie nach einer Tafel Schokolade mit Erdnüssen sucht. Als Emilia sie findet riecht Samia nur daran und legt sie dann wieder zurück, weil sie zu teuer ist.
Ihr Mama arbeite als Putzfrau, obwohl sie Mathematiklehrerin war. Ihr Vater ist in Alepo gestorben und nun lebt sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in einem grauen Haus in der Nähe des Supermarktes. Die beiden Mädchen freunden sich schnell an und auch die Mütter haben Kontakt. Später kommt Kira in Emilias Klasse und auch sie hat ihren Vater im Krieg in der Ukraine verloren, da ist es für die zwei Mädchen klar, dass sie ihre Freundschaft zu Dritt weiterführen müssen. Bald planen die drei eine mutige Aktion, die ihnen zunächst Ärger einbringt.
Rafik Schami schafft es wieder sehr gut diese Mädchen zu beschreiben und sie sind so liebenswert und mutig, dass ich sie mir auch zur Freundin gewünscht hätte. Sie unterstützen sich und trösten sich und am Ende setzt Emilias Mutter, die eine bekannt Künstlerin ist für die drei ein und bietet auch den Müttern ihre Hilfe an. Ein Buch, das weder die Schrecken unserer Zeit noch die Probleme der Migration verschweigt und zeigt, dass diese drei Mädchen Lösungen finden.
Der Text ist in Großbuchstaben geschrieben und sehr gut zu lesen, dazu kommen die Bilder, die mich ein wenig an Illustrationen der Astrid-Lindgren-Bücher meiner Kindheit erinnern.
Rezensionen von Anno:
113 Heilpflanzen und wie sie eingesetzt werden
Die Kräuter-Apotheke für unsere Organe von Arnold Achmüller
‚Apothekerwissen trifft auf alpine Volksmedizin‘ steht hinten auf dem Buch. Und irgendwie trifft es das ziemlich gut. Dieses Werk stellt nämlich die verschiedensten Heilpflanzen vor- welche, die in unseren Kreisen heimisch sind, aber auch exotischere Exemplare, die hier eher als apothekenpflichtige Wirkstoffe bekannt sind.
Kategorisiert sind die, in Bild und Text vorgestellten Pflanzen nach dem jeweiligen Organ, für das sie eingesetzt werden. Ein kurzer Text stellt jede Pflanze und ihre Darreichungsform vor und geht auch auf die Symptome des Körpers ein, bei welchen das jeweilige Gewächs typischerweise eingesetzt wird. Ich empfand das als recht praxisnah. Die Informationen sind rasch abrufbar und gut einzuordnen.
Was mir beim Lesen dabei aber sofort und sehr positiv auffiel war, dass bei Heilkräften, die man selbst sammeln und aufbereiten kann die Mengenangaben zwar genannt werden, bei geschützten Pflanzen oder typischen pflanzlichen Medikamenten, die man üblicherweise aus der Apotheke bezieht, fehlen sie. Hier wurde eine klare Trennung von Hausmedizin und Apotheke eingehalten, was ich sehr verantwortungsvoll finde. Apotheken wird ihre Zuständigkeit dadurch nicht abgesprochen und bei gefährdeten Arten, kann dadurch ein unerwünschtes Ernten vielleicht sogar unterbunden werden.
Außerdem befinden sich in jedem Kapitel sowieso auch speziell ausgewählte Rezepte, die auch für Laien gut umsetzbar sind. Halten wir uns doch einfach an diese, und an Pflanzen die sicher in der Aufbereitung und Anwendung sind.
Gut finde ich es dennoch, dass das Repertoire hier so bunt gestreut ist und pflanzliche, pharmazeutische Hilfe nicht außen vor gelassen wurde. Ziel ist doch nur, dem Köper auf natürliche Weise zu helfen. Und Hilfestellung hierzu findet sich im Buch reichlich.
Rezensionen von Daggy:
Wie war es, wie wird es sein
Ich und alle meine Ichs von Andreas Thamm
Da sehen wir den kleinen Jungen forsch übers Cover laufen und im Hintergrund sehen wir seine Schatten, die er in der Vergangenheit und in der Zukunft wirft.
Sam stellt sich uns vor und er ist fast so groß, wie drei Kisten Apfelsaft, die neben ihm stehen. Seine Mama misst ihn an der Wand und macht einen Strich, denn Sam hat einen Schuss gemacht.
Dann zeigt sie ihm Bilder als Baby in der Badewanne, ohne Zähne und mit wenig Haaren. Wir sehen ihn krabbeln und den jetzigen Sam einen Handstand machen. Seine packt das Handy mit den Bilder weg und Sam hat nun Bilder in seinem Kopf. Da erlebt er einiges, wächst und fährt vielleicht Motorrad. Dann überlegt er sich, wie es wäre, wenn er so alt wie Papa ist und er hat da einige tolle Ideen. Da Opa es am besten findet in Rente zu sein, hat Sam auch für diese Zeit Möglichkeiten, was er tun könnte. Wunderschön ist dann die Doppelseite auf der Sam über seine verschränkten Arme auf die kleinen Sams schaut, die vor ihm gezeichnet sind. Es ist einfach toll mit wieviel Optimismus er auf seine Zukunft schaut.
Ich glaube, dass sich die Kinder hin und wieder vorstellen, wie das Leben weitergeht und hier wird die Vorstellung von wunderschönen Bildern begleitet. Wir erkennen unseren Sam in allen anderen Sams wieder und freuen und mit ihm auf das was kommt. Nach der Lektüre können wir zusammen weiterspinnen und uns selbst Bilder machen. Einfach herrlich!
Rezensionen von Daggy:
Rechnen mit den Mucklas
Alle Mucklas einsteigen! von Sven Nordqvist
Auf dem Cover sehen wir den Bahnhof und davor den Zug, den der Lokführer anheizt. Wir befinden uns am Bahnhof von Mucklabü und zwei Mucklas sitzen bereits im Anhänger, da kommt das Schwein angelaufen, es will auch noch mitfahren. Oben im Apfelbaum hängt ein Poster darauf steht „2+1=3“. Am nächsten Bahnhof steigt das Schwein wieder aus und zwei andere Mucklas steigen zu.
Auf dem Stein ist die Rechnung zu sehen „3-1+2=4“. Und so geht es weiter, es wird noch ein Wagen angehangen, weil mehr als 10 Mucklas nicht in denn Wagen dürfen. Der Lokführer fragt immer wieder mal nach der Anzahl der Reisenden und als die Zahlen immer größer werden, meldet sich ein Fröhlicher zu Wort und tippt Zehntausend. Der kleine Zug kommt am Ende wieder nach Mucklabü zurück und die zwei Mucklas Plus und Minus, die am Anfang im Wagen saßen, wollen noch eine Runde fahren, so kann das Buch wieder von vorne beginnen.
Die Illustrationen wirken so vertraut, auch wenn es nicht um einen kleinen Kater, sondern um ungewöhnliche Tiere geht. Die Rechenaufgaben werden immer schwieriger und die Personen zu zählen ist nicht wirklich eine Lösung, dass die Aussteigenden und Einsteigenden nebeneinanderstehen. Ich glaube, mit so netten Reisenden macht das Rechnen richtig Spaß, zumal die Aufgaben ja immer auf den Seiten zu finden sind.
Rezensionen von yellowdog:
Linnea
Mai Juni Juli von Hiltrud Baier
Die Köchin Linnea ist erfolgreich. In Göteburg, Schweden hat sie ein Restaurant und eine Fernsehshow. Aber sie ist ausgebrannt und braucht eine Auszeit. Sie denkt an die Reise, die sie von 25 Jahren mit ihrem Vater unternahm und beschliesst, nach Nordschweden zu fahren.
Die Idee der Neufindung wurde schon oft in Romanen verarbeitet, aber Hiltrud Baier ist eine erfahrene Autorin und macht etwas aus dem Plot, Auch Landschaft und kulinarisches sind reizvoll eingebunden.
Aber auch die Probleme von Linn werden herausgearbeitet, sie musste einiges durchmachen.
Sie zieht inkognito in ein Dorf ein und versucht, sich dort zu regenerieren, sie lernt Viktor und seinen kleinen Sohn Oskar kennen. Die Autorin gestaltet die Begegnung gefühlvoll.
Man begleitet Linn gerne auf ihren Weg und sieht, wie sie auflebt.











