Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
wo ist die Grenze zwischen Erfindung und medizinischer Realität?
Wahn. von Kessler Christof
Es sind Fallgeschichten aus der Praxis eines Neurologen, erzählerisch gestaltet und ziemlich dramatisch verbrämt, nehme ich an. Ich kann mir vorstellen, dass Veränderungen im Gehirn bewirken, dass man Wahnvorstellungen hat, sein Gedächtnis verliert oder bei schweren Depressionen Fehlentscheidungen trifft.
Aber führt das tatsächlich zu solch unglaublichen Geschichten?
Sie sind teils recht spannend, manchmal komisch und gelegentlich auch ziemlich kitschig, aber auf jeden Fall hinterlassen sie bei mir ein zwiespältiges Gefühl: ich weiß nicht recht, ob ich ihnen trauen kann. Wo ist die Grenze zwischen Erfindung und medizinischer Realität, und was sollen wir daraus schließen, da doch jeder Fall außergewöhnlich und eher selten ist? Soll hier Spannung erzeugt werden auf Kosten von Patienten oder soll man das Buch weglegen mit der Feststellung: was es nicht alles gibt im Leben?
Gehirnschäden können eine Persönlichkeit entscheidend verändern und die Diagnose ist oft schwer zu stellen,beschreibt Neurologe Christof Kessler, sein Buch ?Wahn? würde ich jedenfalls niemandem empfehlen, der hypochondrisch veranlagt ist
Rezensionen von Alexandra Clementschitsch:
Oberflächlich und langweilig
Wahn. von Kessler Christof
Christof Kessler schildert in seinem leicht zu lesendem Buch, ?Wahn, stories? 12 fiktive Fallbeispiele aus seinem Arbeitsbereich, der Neurologie. Leider sind diese Berichte weder spannend und schon gar nicht lehrreich dargestellt, von existenzieller Wucht wie im Klappentext angekündigt, kann leider nicht im entferntesten die Rede sein.
Die Geschichten kommen oberflächlich daher und enden meist abrupt, ohne eine lehrreiche Erkenntnis davonzutragen. Dass es auch anders geht zeigt uns Manfred Spitzer in seinen sehr unterhaltsamen und wissenschaftlich fundierten Büchern zum Thema Hirnforschung.
Rezensionen von mrs.lucky@web.de:
eher deprimierend als gruselig
Seelen im Eis von Sigurdardóttir Yrsa
Der Island-Thriller ?Seelen im Eis? ist in zwei Erzählebenen aufgeteilt. In der Gegenwart hat Óðinn die Aufgabe, einen Bericht über das ehemalige Erziehungsheim Krókur zu verfassen, um mögliche Schadensersatzansprüche ehemaliger Bewohner einschätzen zu können. Dabei fällt ihm schnell der mysteriöse Tod zweier Jungen ins Auge, die durch nicht ganz geklärte Umstände im Auto des Heimleiters an Abgasen erstickt sind.
Óðinn ist emotional zusätzlich durch seine veränderten Lebensumstände beeinflusst. Nach dem tragischen Tod seiner Exfrau Lára, durch einen Sturz aus dem Fenster ihrer Dachwohnung, musste er die gemeinsame Tochter Rún bei sich aufnehmen, so wie eine neue Wohnung und eine andere Anstellung suchen. Da Óðinn keinen wirklichen Zugang zu seiner Tochter hat, fällt ihm der Alltag schwer, die Erkenntnisse aus den Ermittlungen zu dem Heim belasten ihn zusätzlich.
Die zweite Erzählebene spielt im Jahr 1974, hier schildert die junge Mitarbeiterin Aldís von den Ereignissen in Krókur aus den Wochen vor dem tragischen Tod der beiden Jungen. Die beiden Erzählstränge sind miteinander verflochten, so dass dem Leser nach und nach die Zusammenhänge offenbart werden.
Der Thriller wird propagiert als extrem spannend und nervenzerreißend, Yrsa Sigurdardóttir ist bekannt als Verfasserin spanndender Krimis und Geschichten. Dieser Band kann mit Vorgängern wie ?Geisterfjord? allerdings nicht mithalten. Es gibt ein paar mysteriöse Vorfälle, die aber insgesamt nicht angsteinflößend sind, sondern sich zumeist aus den Umständen und durch die überspannte Grundstimmung der Charaktere erklären lassen. Man kann nicht wirklich von einem Krimi sprechen, da die persönlichen Probleme und Beziehungen der Personen im Vordergrund stehen. Die Atmosphäre ist eher deprimierend als düster, geprägt von den negativen Stimmungen der Charaktere an sich und in den Beziehungen zwischen ihnen. Óðinn versagt als Vater und Ehemann, die Heimleiter sind gefühlskalt und seelisch grausam gegenüber ihren Schützlingen. Viele Personen, insbesondere Rún, die keine unbedeutende Rolle spielt, bleiben als Charakter blass und undurchsichtig. Am Ende gibt es zwar ein paar kleine Überraschungen, insgesamt ist von Spannung jedoch nichts zu spüren, in weiten Teilen habe ich den Krimi als langatmig und vorhersehbar empfunden.
Rezensionen von Ribes:
Z wie Zöliakie
C wie Chiara, D wie Davonfliegen von Ida Casaburi
Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Buch über Backen bei Zöliakie. Dabei bin ich auf den Roman 'C wie Chiara, D wie Davonfliegen' von Ida Casaburi gestoßen. Der Klappentext enthält keinen Hinweis auf Zöliakie, dennoch hat er mich neugierig gemacht. Als ich das Buch zu lesen begann, konnte ich gar nicht aufhören, denn er hat tatsächlich sehr viel mit meiner Erkrankung zu tun.
Nicht in Form eines Ratgebers, sondern als eine lebendige, spannende Darstellung dessen, was Zöliakie aus einem Menschen machen kann. Auf erschütternde wie mitreißende Art werden hier unter anderem auch die physischen und psychischen Folgen einer jahrelangen Glutenvergiftung gezeigt. Das Ganze wird tragikomisch erzählt, sodass man ständig zwischen Traurigsein und Heiterkeit hin und her schwankt. Schade, dass kein entsprechender Hinweis auf den Inhalt des Romans gegeben wird.
Rezensionen von Eichbaum:
Tolles Buch!
C wie Chiara, D wie Davonfliegen von Ida Casaburi
Das ist ja ein ganz anderes Kinderbuch. Witzig geschrieben erleben Kinder eine Tierwelt, die sehr lieb beschrieben wird. Renee ist frech, spielt Streiche und erlebt viele Abenteuer....
Ein kleiner neuer Held...
Rezensionen von SMRath:
Oberhorror oder nicht?
C wie Chiara, D wie Davonfliegen von Ida Casaburi
Diese Frage habe ich mir beim lesen mehrfach gestellt. Es sind einige gute Geschichten darunter, andere sind grenzwertig. Aber eine Anthologie ist nun mal abwechselungsreich und so konnten mich Geschichten wie, "BAKA" von Markus Cremer oder "Coras Traum" von Elisabeth van Langen durchaus überzeugen.
Auch die Geschichte ?Halloween? von Constantin Dupien ist richtig in dieser Anthologie. Was mir fehlt ist der Klappentext und was mich irritiert der zweite Halloween Titel dicht bei dem anderen.Ich konnte leider auch nicht jeder Geschichte gedanklich folgen. Für einen kleinen Verlag finde ich das Werk aber durchaus akzeptabel und die guten Autoren in diesem Buch werten es allemal auf.
Rezensionen von gast:
Umschlagtext
Frankfurter Fragmente von Stefan Gandler
Das Institut für Sozialforschung entstand 1923 entgegen aller in Deutschland bestehenden universitären Logik. Es war der im 20. Jahrhundert einzigartigen Arbeitsgruppe um Alltagsfolgen der Widersprüche warenproduzierender Gesellschaften zu tun. Eine ideologiekritische Fragestellungvereinte Philosophen, Soziologen, Historiker, Philologen, Ökonomen, Juristen und Psychologen: warum existiert die kapitalistische Reproduktionsweise ? trotz offenkundiger Dysfunktionalität ? weiter und findet immer massivere Unterstützung? Frankfurter Fragmente greift den frühen ideologiekritischen Impuls der Kritischen Theorie wieder auf.
Die Essays kommentieren Horkheimer, Adorno, Benjamin, Marcuse und jüngste Prozesse am Institut für Sozialforschung und reinterpretieren Begriffe der Frankfurter Schule wie Moderne, Geschichte, Staat, Dialektik, Identität und Antisemitismus im Kontext des 21. Jahrhunderts.
Der Autor
Stefan Gandler,
geboren 1964, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main, wo er 1997 promovierte. Er ist Professor für Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie an der Facultad de Ciencias Políticas y Sociales der Universidad Autónoma de Querétaro. Außerdem ist der Autor permanenter Gastprofessor für Philosophie an der Universidad Nacional Autónoma de México und Leiter des Forschungsprojekts zur Kritischen Theorie des Nationalen Forschungsfonds Mexikos.
Rezensionen von Mag. Gerda Laurer:
Interessanter Einblick in den Zusammenhang von Ursache und Wirkung
Wahn. von Kessler Christof
Ob tatsächlich das Gehirn der Sitz unserer Seele ist, wie der Autor sagt, sei dahingestellt. Aber die beschrieben Fallbeispiele sind schon ganz interessant und teilweise auch fesselnd. Wenn man sich keine sprachliche Schönheit erwartet, kann man dem erstaunlichen Einblick in die vielfältigen Zusammenhänge von Ursache und Wirkung des menschlichen Verhaltens durchaus etwas abgewinnen.
Klar, dass, wenn das Gehirn erkrankt, sich die Persönlichkeit der Betroffenen massiv verändert. Aber so einfach ist es letztlich wohl doch nicht. Jedenfalls einmal etwas ganz anderes aus dem bunten Heynschen Buchblumenstrauß.
Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:
Eine Sammlung von Geschichten, die unglaubliche Einblicke in die menschliche Natur geben.
Wahn. von Kessler Christof
Der Neurologe Christof Kessler erzählt in beeindruckender Weise von interessanten und kuriosen Fällen aus seiner Praxis: von durch die Luft schwirrenden Gnomen, Vogelwesen und schwarzen Hunden als Helfer eines Mannes gegen die Mafia, von einem Partnertausch, der zur Katastrphe führt, von einer Frau, die sich nicht an die Gesichter ihrer Partner erinnern kann, von einem Kunstmaler, der plötzlich nicht mehr malen kann, von einem Mann, der zum Grapscher wird, von einem Freund, der durch die Behandlung eines Schlaganfalles von seiner Nikotinsucht geheilt wird und von einem älteren Herrn, der auf der Fahrt zu seiner Hochzeit sein Gedächtnis verliert.
Eine Sammlung von Geschichten, die unglaubliche Einblicke in die menschliche Natur geben.
Rezensionen von Glanzleistung:
Mysteriös, düster und bedrückend
Seelen im Eis von Sigurdardóttir Yrsa
In einem fortlaufenden zweisträngigen Erzählstil verknüpft die Autorin gekonnt die Gegenwart mit undurchsichtigen Ereignissen aus den 70er Jahren.
Damals kam es in dem Jugenderziehungsheim Krokur in der Nähe von Reykjavik zu eigenartigen Vorfällen und der Tod zweier Jungen blieb ungeklärt.
Nun soll Odinn, Mitarbeiter bei einer staatlichen Entschädigungsstelle die Geschehnisse von damals recherchieren und eventuelle Unstimmigkeiten aufdecken.
Da seine Exfrau vor nicht allzu langer Zeit tödlich verunglück ist und seine elfjährige Tochter noch sehr darunter leidet, fällt ihm das jedoch nicht leicht. Als er schließlich selbst Teil der Verstrickungen wird, ist er kurz davor alles hinzuschmeißen.
Stilistisch gut, mit einfachen Sätzen und relativ kurzen, überschaubaren Kapiteln ein Buch, dass man in wenigen Stunden verschlungen hat. Der Autorin gelingt es die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten und darüber hinaus lösen sich Verwirrungen und Fragezeichen wirklich erst auf den letzten 20 Seiten. Für mich eine völlig unvorhersehbare, unglaubliche Wendung.
Mein Fazit: die Geistergeschichten hätte man getrost weglassen können, ansonsten ein sehr gelungener, schockierender Thriller, der mich voll und ganz, auch thematisch in seinen Bann gezogen hat.





