Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Josetta:
Dieses Buch spaltet meine Gefühlswelt
Maestra von Hilton L. S.
Der Inhalt =
Der 27-jährigen Judith Rashleigh gelingt rechtzeitig der Ausstieg aus dem gewaltbereiten Umfeld ihrer Jugendtage, bei dem sie auch tatkräftig mitgewirkt hatte.
Sie studiert Kunstgeschichte und beginnt ihre berufliche Karriere in einem renommierten Londoner Auktionshaus.
Eines Tages entlarvt sie ein Gemälde des Malers George Stubbs als Fälschung.
Trotzdem wird es zum Verkauf angeboten. Als Judith der Sache auf den Grund gehen will, wird sie kurzerhand von ihrem Chef auf die Straße gesetzt.
Judith liebt Luxus. Kleidung, Wohnungseinrichtung, Bekanntenkreis, Reisen? Sie will das Beste vom Besten und sie ist durchaus bereit, ihre vorhandenen körperlichen Reize für diverse Vergünstigungen einzusetzen. Nun arbeitslos, muss sie eine neue Geldquelle für ihren teuren Lebensstil finden, was der guten Judith recht schnell gelingt. Und die Chance auf den großen Reichtum wittert sie, als oben erwähnter Stubbs zum zweiten Mal ihren Weg kreuzt. Mit diesem Ziel vor Augen schreckt Judith vor nichts mehr zurück, selbst wenn sie dabei über Leichen gehen muss?
Maestra wird als erotischer Thriller, der in der Kunsthandel-Szene spielt, beworben. Ein Genremix, welcher durchaus meinen Lesegeschmack trifft. Voller Neugier lass ich im Vorfeld diverse Rezensionen zum Buch, die kontroverser kaum ausfallen konnten. Sind die Kritiken berechtigt? Ich wollte mir selbst ein Bild von diesem Roman machen.
Vorab gebe ich zu, der Schreibstil ist nicht schuld daran, dass die Geschichte von mir eher schlecht bewertet wird. Das Buch liest sich flüssig, ist durchaus spannend, hat überraschende Wendungen und entführt den Leser in die High-Society - Welt mit all ihren Intrigen, Verschwörungen und der Oberflächlichkeit.
Dass Judith im Laufe der Geschichte unzählige Male ihrem Shopping-Wahn frönt und eine Boutique nach der anderen abklappert, hat mich persönlich kaum gestört. Im Gegenteil, ich fand es spannend herauszufinden, welche Designermarken ich überhaupt nicht kannte. Übrigens, in diesem Buch bekommt das Wort Schleichwerbung eine ganz neue Dimension.
Nein, ich hatte meine Schwierigkeiten mit der Hauptprotagonistin Judith. Für mich muss die Person, um welche die Geschichte aufgebaut wird, nicht unbedingt sympathisch sein. Das erwarte ich gar nicht. Aber Judith ist definitiv einen ?touch too much? und zwar in folgenden Punkten =
Ihre Mitmenschen (dieser Punkt bezieht sich nicht nur auf Judith) = Mit der Oberflächlichkeit der Personen untereinander komme ich überhaupt nicht klar. Sämtliche moralische Werte werden mit den Füßen getreten. Neid, Untreue, Habgier, Bosheit etc. sind die Worte, die die Menschen in diesem Thriller begleiten. Wenn dies der Preis für Reichtum ist, möchte ich persönlich nie in solchen Kreisen verkehren.
Ihr Sexualleben = Judith prostituiert sich mit allen denkbaren Praktiken, die man sich vorstellen kann. Dabei schläft sie vermutlich mit 80% aller Männer aus dem Roman. Die zahlreich geschilderten Sexszenen sind weder sinnlich noch ansprechend geschildert. Für mich waren sie oft widerwertig und teilweise recht eklig. Manche Informationen, z.B. das Stuhlverhalten eines Freiers haben in einem Roman nichts verloren, wenn es für die Story so gut wie keinerlei Bedeutung hat.
Ihre Verbrechen = L.S. Hilton macht aus Judith ein Verbrechergenie, die blitzschnell alle Zusammenhänge erkennt und innerhalb kürzester Zeit den perfekten Mord planen kann. Ihre Spur zieht sich durch sämtliche Metropolen Europas. Selbst im organisierten Verbrechen Italiens mischt sie mit. Hier fallen mir nur die Worte ein: Unrealistisch, Unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen.
Judith als Person = Am Anfang des Buches suchte ich nach Gründen, warum Judith zu dieser Persönlichkeit wurde. Spielte z.B. ihre Jugend eine Rolle? Die ersten 100 Seiten bildete ich mir ein gewisses Verständnis für ihren Charakter ein. Mittlerweile, am Ende des Romans angelangt, ist Judith für mich nur noch ein abstoßendes, gefühlskaltes Monster, die sich durch halb Europa mordet. Ich kann ihre Beweggründe nicht mehr nachvollziehen.
Fazit: Der Roman spaltet meine Gefühlswelt und ich stelle mein Buch etwas ratlos in mein Bücherregal zurück. Kann ich eine Leseempfehlung geben? Ich weiß es nicht. Ich bin trotz meiner vielen Kritik sogar bereit eine evtl. Fortsetzung zu lesen. Warum? Ich wünsche Judith eine gerechte Strafe und bin gespannt, ob diese eintreffen wird.
Darum bleibe ich neutral und bewerte diesen Roman mit 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von Wanderpfa.de:
Umfassenden Werk über die verschiedensten Facetten von Julius Payer
Maestra von Hilton L. S.
In diesem umfassenden Werk über Julius Payer werden die verschiedensten Facetten dieses bedeutenden Alpinisten und Polarforschers ausführlich beleuchtet.
Wer Payer nur auf seine Rolle als Erstbesteiger von fast 60 Gipfeln im Adamello- und Presanellagebiet und in der Ortlergruppe reduziert, wird ihm sicherlich nicht gerecht.
Für die Geschichte der Entdeckungen und Eroberungen wesentlich bedeutender sind seine Leistungen als Polarforscher und als Autor geografischer Werke. Daneben können sich auch seine Zeichnungen und Gemälde sehen lassen. Zahlreiche Abbildungen des Buches belegen diesen Eindruck.
Frank Berger gelingt es, einen allumfassenden Einblick in Leben und Tun Payers zu gewähren.
Der Leser erfährt nahezu alles über die Familiengeschichte Payers, die Entstehung seines Endeckerdranges, seine Militärlaufbahn und den über den detaillierten Ablauf seiner Bergfahrten und Expeditionen nach Grönland und in die Regionen des Nordpolarmeers. Nebenbei erfährt man auch einiges Anekdotenhafte etwa über die Namensgebung des Franz-Josef-Landes. Freilich: Der Autor ist Historiker. Einer, der sich viel mit der Thematik Polarkunde auseinandergesetzt hat. Kenntnisreich und belesen. Man darf sich vor diesem Hintergrund allerdings keinen spannend geschriebenen Roman erwarten. Aber wer sich etwa in die Situation Payers während des Winters in Grönland hineinversetzen möchte, wer Tag für Tag über das mühevolle Vorwärtskommen berichtet haben will, der kann große Teile des Lebens Payers miterleben, so groß ist die Vielzahl an akribisch zusammengetragenen Einzelheiten. Ob es aber wirklich notwendig ist, jeden einzelnen Regentag während der Erkundungen des Ortlergebietes zu schildern, mag jeder für sich beurteilen. Mir persönlich wird's da manchmal mal des Guten etwas zu viel.
Interessant ist aber jedenfalls auch der weitere Lebensweg Payers; seine Karriere als Künstler und sein Schicksal, dass ihn die Sprache verlieren ließ.
Alles in allem ist das anlässlich des 100. Todestages Julius Payers erschienene Werk so vielfältig angelegt, dass es, dem Schaffen dieses bedeutenden Mannes sicherlich mehr als nur gerecht wird. Es wäre ja auch schade, wenn er nur als Namensgeber einer bekannten Hütte an Südtirols höchstem Berg in Erinnerung bliebe.
Buchbesprechung von Gipfelsammler im Forum von Alpic.net
Rezensionen von jutscha:
Femme Fatale mit Kunstverstand - kontrovers diskutiert, aber ich fand es nicht schlecht
Maestra von Hilton L. S.
Judith Rashleigh ist Expertin für Gemälde und arbeitet in einem renommierten Londoner Auktionshaus. Als sie ein Gemälde prüft, das für eine Auktion vorgesehen ist, entdeckt sie, dass es sich um eine Fälschung handelt. Dennoch will nimmt es ihr Chef für die Auktion auf. Als sie recherchiert und ihn darauf hinweist, dass es kein Original sein kann, feuert er sie.
Doch Judith will wissen, was gespielt wird und kommt hinter ein Komplott, bei dem es um millionenschweren Kunstbetrug geht. Sie will es nicht hinnehmen, dass sie keine Zukunft in der Kunstszene mehr hat und dreht den Spieß kurzerhand um. Sie nimmt, was sie kriegen kann, ist dabei absolut skrupellos und geht über Leichen.
Wird es Judith gelingen, den Kunstbetrug und die Hintergründe aufzuklären und beruflich neu zu starten oder wird ihr ihr skrupelloses Verhalten sogar selbst zum Verhängnis?
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und dort wurde es sehr kontrovers diskutiert. Viele kamen mit der Protagonistin und ihrem egoistischen Verhalten nicht klar. Doch muss ich eine Protagonistin wirklich mögen, um das Buch gut zu finden? Ich kann diese Frage für mich nur mit einem klaren nein beantworten. Judith Rashleigh kommt sehr egoistisch, unberechenbar und auch brutal rüber, und ich kann mich nicht mit ihr identifizieren. Aber das kann ich auch mit einem Massenmörder in einem Thriller nicht. Dennoch hat mich das Buch zumindest in Teilen fesseln können und ich hatte es relativ schnell durchgelesen.
Den Schreibstil fand ich absolut klasse. Er ist schon etwas anspruchsvoll und deshalb ist es kein Buch, bei dem man zwischendurch schnell mal eine Seite liest und dann wieder weglegt. Aber gerade das hat mir gut gefallen. Ich habe auch immer mal wieder die Kunstwerke, die im Buch genannt und beschreiben wurden, gegoogelt, um mir ein Bild davon machen zu können. Es handelte sich durchweg um reale Kunstwerke, die einen entsprechend hohen Preis erzielt haben. Auch das fand ich sehr interessant.
Der Klappentext suggeriert etwas anderes, als der Leser dann tatsächlich serviert bekommt. Die Protagonistin hat sich völlig konträr zu dem entwickelt, was ich eigentlich erwartet habe. Und so etwas mag ich. Zeitweise waren die Passagen zwar etwas langatmig und z.B. gefüllt mit der Beschreibung intensiver Kaufrauschphasen, die mich mit der Zeit etwas gelangweilt haben. Ansonsten fand ich die Geschichte jedoch durchaus lesenswert, auch wenn sie mir wahrscheinlich nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird. Als Bewertung gebe ich daher 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Rather A Must-Read-Book Than An Explicable Story
Maestra von Hilton L. S.
In a nutshell: Please please please DO READ this wonderful story about Etta, her husband Otto, and Otto?s best friend and brother-of choice Russell, and, yes and, James ? about whom only those who read the book should be allowed to learn more.
And more, trying to avoid spoiling:
Actually, it proved hard for me to write enough about this gem to lure potential readers into reading it ? but to not spoil too much about its content, best, nothing at all beyond what is obvious from its title or the very first pages.
With this book, its charm is very much also just how the author manages to reveal more and more about the common history of its protagonists: how Russell came to more or less live with Otto?s numerous family despite of being the neighbors? nephew, how many of the farmers? children take turns at attending school, how Etta gets to that school, how the war cuts into their lives.
?I will try to remember to come back.? P. 1
If other husbands received that line they would be well aware their wife was very very angry and it would be just sarcastically. Etta means it ? she loses her memory and all of their memories together. She is now 83, first thing in the morning she looks at a piece of paper with her age, name/dates for parents, sister, nephew, and husband on it ? to not forget while she is walking on.
Author Emma Hooper miraculously manages to make the story evolve around the starting point in the present, when Etta embarks on her journey, at the age of 83, to finally go to the sea for the first time in her life.
The progress within the book is steady, calm, patient ? you may be present while Otto, on his own, learns how to bake from Etta?s recipe cards, or follow Etta gaining experience in fishing. Some of the events are tragical, although born with stoicism; many funny, and born with just the very same attitude. The story is about love and friendship and loss and imagination and old age and dreams, it is as much a lovestory as it is a story about the war. It celebrates endurance as it does the idea to start again, fulfil your dreams. As much as the story realistically describes the hardship of farm living in pre-WWII Saskatchewan, Canada, it also has tendencies of a modern fairy tale: Some of it is mythical, magical ? and leaves a lot of space for imagination and interpretation.
The author?s style is specific:
She does not use quotation marks for direct speech - to make sure the reader knows that the speaker changed, the author uses a new line ? so it is easy to read this after having gotten used to it.
?Before they left, the woman whispered to Etta, while the man was looking away, scribbling, I wish I could come with you.
You can, said Etta.
I can?t, said the woman.? P. 94
The books consists of rather unusually small chapters, sometimes less than a page, even just one sentence at times, maybe three pages, with changing timeline and subject. They change in between now, with Etta and Otto and Russell old and Etta leaving; and their past, starting onward from childhood.
Some of the paragraphs kind of vary a topic like the different way any encounter Etta has on her trip might end up for her or how the content of a letter written might be ? this does have an impact while you are reading it because it quite forces you into dwelling into these and many more options.
You will find pretty short sentences ? and some that seemingly never end at all. You will?
Well, you will anyway only find out if you read it for yourself. Please do so.
Rezensionen von Mel.E:
Drei Frauen - Drei Generationen
Für immer in deinem Herzen von Shipman Viola
"Für immer in deinem Herzen" erzählt eine Familiengeschichte, die letztendlich aus Erinnerungen und Gegenwart besteht. Emotional hat mich Lollys Geschichte mehr als einmal tief bewegt. Identifiziert habe ich mich allerdings eher mit Arden, denn auch mir fehlt oft die Kraft mich den Dingen zu widmen, die Spaß machen und oft ziehe ich mich emotional zurück, auch aus der Angst heraus, erneut verletzt zu werden.
Lolly macht es vor, denn auch, wenn ihr Leben nicht nur Sonnenseiten aufweisen konnte, erhält sie sich ihr fröhliches Gemüt. Für mich war Lolly jemand den ich auch gerne in mein Leben einladen würde, um die Schönheit dessen zu erhalten, was das Leben ausmacht. Das Bettelarmband erzählt von Erinnerungen und manches Mal kam in mir ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit auf. Für manche Leser wird "Für immer in deinem Herzen" vielleicht einen Hauch zu kitschig sein. Für mich war der Schreibstil und der Verlauf der Story optimal, um mich abzulenken. Ich konnte mich komplett auf Lolly, Arden und Lauren einlassen. Natürlich verdeutlicht schon der Klappentext, welchen Verlauf die Story nehmen wird und dennoch werden die eine oder andere Wendung im Buch für die nötige Überraschung sorgen. Mir war der Roman schon fast zu zügig gelesen, denn jedes der kurzen, knackigen Kapitel sorgte dafür, dass ich mich schneller von Lolly verabschieden musste. Ihre Warmherzigkeit und ihre wunderbaren Gedanken habe mich emotional sehr gefangen genommen. Wir brauchen Menschen um uns herum die uns ermutigen und uns zu erkennen geben, dass wir uns auch mal umentscheiden müssen, um das Glück zu finden. Sich im Beruf zu vergraben, so wie es Arden tut, wird nicht die Erfüllung unseres Lebens sein, denn das was wir verpassen könnten an Liebe und Glück, ist nicht mit Geld aufzuwiegen. "Für immer in deinem Herzen" sorgt für jede Menge Veränderungen und auch der Schmerz einer beginnenden Demenz wird verdeutlicht, denn auch in mir sitzt die große Angst, irgendwann meinen Mann und meine Kinder zu vergessen. Die wunderbaren Ereignisse in meinem Leben möchte ich bewahren und vielleicht auch irgendwann meinen Kindern und Enkelkindern erzählen können. Wichtig ist, dass meine Kinder wie die Seetaucher immer wieder nach Hause finden werden. "Für immer in deinem Herzen" ist wie das Nordlicht. einzigartig und wunderschön. Von mir eine absolute Leseempfehlung, da es für mich ein Roman zum Wohlfühlen war, da ich meinen Alltag komplett vergessen konnte und mich hier und da leider auch selbst entdecken konnte. Wir werden alle von unseren Erinnerungen geprägt und gerade sie sind es, die uns zu den Menschen machen, die wir sein werden. Vielleicht sollten wir nur noch die betrachten, die uns stärken und ermutigen? Die, die uns Liebe gaben und ein warmes Gefühl im Bauch? Alles andere wird nicht wertvoll sein, um uns zu Persönlichkeiten zu machen, von denen andere profitieren können.
Fazit:
Verhärtete Herzen werden geheilt und können sich durch die Macht schöner Erinnerungen der Liebe erneut zuwenden. Absolut wundervoll.
Rezensionen von Janine2610:
»Du bist der Süden der Verschwundenen.«
Für immer in deinem Herzen von Shipman Viola
»Romeo und Julia im heutigen Deutschland« verspricht gleich der erste Satz des Klappentextes von »Gottes Tochter« und war auch der Grund, weswegen ich sehr neugierig auf diesen Roman war. Die genaue Geschichte von »Romeo und Julia« kenne ich noch gar nicht und ich dachte mir, dass ich so vielleicht schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf bekomme.
Und dass mein Lieblings-Vermisstenfahnder Tabor Süden darin auch eine tragende Rolle spielt, war noch ein zusätzlicher Anreiz, um zum Buch zu greifen.
Der Handlung, obwohl sie irgendwo zu beginnen scheint, konnte ich von Anfang an gut folgen, ich bin schnell in der Geschichte gelandet, war froh darüber, die altbekannten Buchfiguren Tabor Süden und seine Kollegin Sonja Feyerabend wieder zu treffen und habe auch die anderen Hauptcharaktere schnell erfasst.
~ »Manchmal glaub ich, du lebst gar nicht in der Wirklichkeit.«
»Wo denn sonst?«
»Irgendwo daneben. Wo es nur dich gibt.« ~
(S. 152/153)
Man merkt ganz schnell wieder diesen ganz eigenen melancholischen Ton im Geschriebenen, der schon fast gang und gäbe in Anis Büchern ist.
Auch eine gewisse Verzweiflung und Angst, aber irgendwie auch Apathie und Hoffnungslosigkeit, vor allem die jungen Protagonisten Julika und Rico betreffend, findet man hier zur Genüge.
Der Schreibstil, wenn nicht gerade Konversation geführt wurde, kam mir sehr poetisch vor. Zu den Charakteren selbst habe ich leider gar keinen Zugang gefunden und auch kein Mitleid mit ihnen gehabt. Warum? - Weil sie mir gefühllos erschienen sind. Der Fokus lag mehr auf ihren (sehr melancholischen) Gedanken und Handlungen. Und der Umgang zwischen Julika und Rico ist mir auch nicht sehr liebevoll vorgekommen - was ich persönlich eigentlich schon voraussetzen würde, wenn man gemeinsam vorhat, seine Familien zu verlassen und sich irgendwo ein neues Leben aufzubauen ...
~ »Was willst du?«, stieß er hervor.
»Nicht mehr dort sein, wo ich herkomm«, sagte sie. »Nie mehr wieder.« ~
(S. 31)
Tabor Süden ist mir diesmal leider nicht immer sehr sympathisch gewesen, manchmal sogar etwas nervig. Normalerweise schätze ich seine Ermittlungsmethoden und seine wortkarge Art, aber hier habe ich einfach nicht verstanden, warum er sich unbedingt in den Fall der verschwundenen Julika einmischen will, wenn er eh schon weiß, dass sie aus freien Stücken heraus von ihren Eltern am Tag ihrer Volljährigkeit abgehauen ist. Ich habe bis zum Schluss nicht genau verstanden, warum er Julika unbedingt finden wollte.
Auch die Konversationen mit Süden, aber auch die zwischen Julika und Rico, fand ich sehr mühsam zu lesen. Oftmals wurde schlicht und einfach nur mit »Ja.« oder »Nein.« geantwortet und dann kam irgendwie nichts mehr oder nur mehr Gedanken. So richtig weitergebracht hat das gewisse Gespräche nicht.
~ Ich bilde mir das selbstbestimmte, unzerstörbare Leben ein. Und in diesem Leben gibt es einen Menschen, mit dem ich aus meiner Einbildung hinaus in die Welt trete, und zwar in Schönheit. Gerade habe ich wieder einen Schritt geschafft. Von unserem Anfang kann uns niemand vertreiben. ~
(S. 206)
Band 9 der Tabor Süden - Reihe war in meinen Augen leider der schwächste, weil langweiligste, Teil der bisher 20-bändigen Reihe. Die durchgehende Melancholie fand ich diesmal etwas deprimierend und die Art so mancher Charaktere einfach nur herz- bzw. gefühllos, weswegen ich zu keiner Figur einen positiven Zugang gefunden habe. Was mich auch genervt oder gelangweilt hat, waren unter anderem die vielen einsilbigen Gespräche.
So recht weiterempfehlen will ich »Gottes Tochter« an dieser Stelle also nicht. Wer allerdings kein Problem mit meinen Kritikpunkten hat und einem poetischen Schreibstil nicht widerstehen kann, der könnte bestimmt seine Freude mit diesem Buch haben.
Rezensionen von FrauSchafski:
Der schöne Schein trügt
Maestra von Hilton L. S.
Es klingt vielversprechend: Eine junge, emanzipierte Frau versucht im Kunsthandel Fuß zu fassen und ist dabei ganz auf ihre Karriere bedacht. Per Zufall entdeckt sie, dass es bei einem geplanten Handel scheinbar nicht mit richtigen Dingen zugeht und scheint einem Kunstbetrug auf der Spur zu sein. Da erwartet der Leser doch glatt einen spannenden Kriminalroman im Kunstmilieu mit einer gewitzten Protagonistin, die nach und nach ein Verbrechen aufdeckt - er bekommt allerdings etwas ganz anderes.
Was als emanzipierte Aschenputtel-Geschichte beginnt, entpuppt sich schnell als eine schier endlose Aneinanderreihung von Markennamen sowie Beschreibungen des Lebens der High Society mit ein bisschen Krimi gewürzt. Dies wäre nicht verwerflich, wenn auf Dauer dieses Leben nicht als einzig erstrebenswertes Gut erscheinen würde. Alles läuft auf das Erlangen von Macht und Reichtum hinaus. Auch dies wäre vielleicht nicht verwerflich, wenn dieser Umstand zwischenzeitlich auch einmal infrage gestellt würde. Darüber hinaus hat die Autorin ihre Protagonistin Judith so unnahbar und undurchschaubar geschaffen, dass ihr jegliche Tiefe fehlt - fehlen muss. Der Leser bleibt dabei zu nahezu jeder Zeit außen vor, Judith erscheint bis zum Schluss als Charakter völlig verschlossen, weswegen ihre Beweggründe nicht nachvollziehbar sind und letztlich ein sehr oberflächlicher Eindruck bleibt, der sich vor allem auf ihre (Sehn-)Sucht nach Reichtum und Macht stützt.
Wer noch auf ein fulminantes Finale mit überraschenden Wendungen hofft, der hofft vergebens. Es bleibt eine wenig überzeugende Mischung aus Sex and Crime, die mit allzu reißerischen Elementen schockieren will, beim Leser jedoch lediglich Abscheu und Unverständnis hinterlässt.
Rezensionen von Eva:
Tolle neue FantasyWelt!
Die Pforte der Schatten von Connolly Harry
Wir steigen mitten im Geschehen ein und zwar kurz bevor die Feier mit dem Abendvolk stattfindet und zwar befinden wir uns dieses Mal im Reich Peredain?
Die weitere Handlung will ich nicht verraten, weil ich ja niemanden spoilern will.?
Es passiert aber soviel und ich muss sagen, ich fand es irre spannend.
Dem Autor ist meines Erachtens gut gelungen eine neue Fantasy Welt und seine Mitbewohner zu erschaffen. Ich fand es nicht zu abstrakt und man kann es sich wirklich bildlich vorstellen. Was auch positiv ist, ist die Sprache des Autors. Ich finde er schreibt fast schon wortgewaltig, alles ganz genau und so konnte ich mich gut in die Handlung einfühlen. Auch die Kampfszenen sind gelungen und man kann gut der ganzen Sache folgen.
Die Geschichte wir von zwei Personen erzählt und zwar von Cazia, einer jungen Hexe und Verwandten von Prinz Lar. Sowie von Tejohn einem ?ältlichen? Krieger. Der Anfang der Geschichte verbringen die beiden zusammen, durch diverse Umstände wird die Handlung der Erzählung geteilt und jeder erzählt seine Sicht. Ich persönlich bevorzuge die Sicht von Cazia, weil ich sie interessanter finde.
Ich finde der Autor hat sehr komplexe und ansprechende Charaktere erfunden, nicht nur die beiden Erzähler auch die anderen waren faszinierend.
Die Handlung fand ich interessant und kann nur sagen, ich bin schon gespannt auf die Folgegeschichten. Toll fand ich die Beschreibung der Biester und der Riesenvögel. Auf so eine Idee muss man ja zuerst einmal kommen. Daher freue ich mich schon zu lesen, wie die Reise von Cazia und Tejohn weitergeht.
Das Ende war ja offen, da es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe handelt. Daher waren auch nicht alle Fragen beantwortet, aber so soll es ja bei einem ersten Teil auch sein, sonst müsste man den Folgeband ja nicht mehr lesen.?
Rezensionen von JamieRose:
Luxus, Geldgier, Rache
Maestra von Hilton L. S.
Nach dem Klappentext und der Leseprobe, war ich sehr angetan von dem Buch. Ich hab einen echt spannenden Thriller erwartet, der in der Kunsthandel-Szene angesiedelt ist und sich um die Aufklärung eines Betrugs um ein Gemälde dreht. Gewürzt mit ein wenig Sex und Skandalen, habe ich ein unterhaltsames, fesselndes Vergnügen vor Augen gehabt.
Doch jetzt, nachdem ich das ganze Buch gelesen habe muss ich sagen, dass ?Maestra? ein sehr gutes Beispiel für ein Buch ist, dessen Klappentext wenig über das Buch aussagt bzw ein etwas falsches Bild vermittelt.
Judith, mal eine ganz andere Protagonistin
Judith scheint zunächst sehr ehrgeizig und ihre Willensstärke ist unverkennbar. Sie hat sehr hart dafür gearbeitet um sich in der Kunstbranche einen Namen zu machen, doch jeglicher Erfolg bleibt aus, sie ist das Mädchen-für-alles vom Galeristen des Auktionshauses und ihre Fähigkeiten werden völlig verachtet.
Nicht nur der Erfolg bleibt aus, auch ihre finanzielle Lage sieht nicht gut aus, trotz der vielen Arbeit. Sie fängt einen Nebenjob in einem gewissen Club an, in dem sie dafür bezahlt wird, Männern Gesellschaft zu leisten und schnell findet sie gefallen an dem leicht verdienten Geld.
Immer wieder entwickelt sich Judiths Charakter weiter, und entfernt sich immer mehr von der Judith, die sie zu Beginn war. Sie ist keiner von den Charakteren, die man unglaublich sympathisch findet und deren Handlungen man immer wieder gut nachfühlen kann, sondern so einer der ganz unberechenbar und kühl üble Dinge macht und einen trotzdem ein wenig fasziniert.
Ich denke Maestra lebt nicht davon, dass man sich mit Judith, der Protagonistin, identifizieren kann, sondern im Gegenteil davon, dass man einen Charakter vor Augen hat, der ausserhalb der eigenen Wohlfühlzone agiert.
Unberechenbar vs. Aalglatt
Die Handlung ist wie oben beschrieben im ersten Drittel sehr unberechenbar und unvorhersehbar, doch später wird sie immer oberflächlicher. Obwohl das Setting, all die luxuriösen Modemarken, extravaganten Gerichte, Gemälde und ihre Geschichten und die Kunsthandelbranche sehr detailliert beschrieben wird, so dass man den Eindruck gewinnt, die Autorin kennt sich sehr gut aus, oder hat wirklich gut recherchiert, so ist die Handlung an sich doch später zu oberflächlich, viel zu aalglatt! Judith, die nach ihrer Kündigung verreist und von Luxushotel zu Luxusjacht, von Stadt zu Stadt reist, beginnt sich erst am Rande der Illegalität zu bewegen und schließlich über alle Grenzen von Moral und Recht hinwegzusetzen. Gerade war sie noch eine zwar ehrgeizige, doch auch unterwürfige Assistentin, und plötzlich mausert sie sich zur genialen Kriminellen? All ihre Verbrechen sind ausgeklügelt geplant und es scheint. als ob sie mit allem was sie macht davon kommt, als sei sie unantastbar. Das hat mich schon gestört, weil es wenig realistisch und etwas absurd ist.
Fazit
Trotz anderer Erwartungen, war Maestra für mich ein Lesevernügen der etwas anderen Art. Maestra entführt einen auf eine Reise in eine Luxuswelt zwischen Mode, Kunst, ausgefallenem Essen und ungewöhnlichen erotischen Momenten, quer durch Europa. Im Zentrum, Judith, ehrgeizig, berechnend, und dem Geld verfallen, ist sie unberechenbar. Neben erwas sehr detaillierten Sexszenen ist Maestra ein Buch, das mit vielen unerwarteten Wendungen aufwartet. Trotz einiger Schwächen war es interessant, amüsant, unterhaltsam und zuweilen schockierend.
Rezensionen von Ela_Ela:
Der beste Teil der Serie : D
Selection – Der Erwählte von Kiera Cass
Der dritte Band des Weltbestsellers ?Selection? im Taschenbuch35 perfekte Mädchen waren angetreten. Nun geht das Casting in die letzte Runde: Vier Mädchen träumen von der Krone Illeás und einer Märchenhochzeit. America ist noch immer die Favoritin von Prinz Maxon,doch auch ihre Jugendliebe Aspen umwirbt sie noch immer heftig.
Sie zögert, denn sie liebt beide. Doch jetzt ist der Moment der Entscheidung gekommen: America hat ihr Herz vergeben, mit allen Konsequenzen. Komme, was wolle ?
Da ich die ersten beiden Bücher gelesen habe, darf das dritte natürlich auch nicht fehlen. Und dieser dritte Teil hat mir besser gefallen als die ersten beide.
Er hat einen verwirrt, zu Tränen gerührt und jede Menge Herzklopfszenen. Celeste die ich in den ersten Teilen nie leiden konnte wurde mir sympathisch, weil sie ihre Sicht der Dinge erklärt hat und man sie so besser verstehen kann. Auch wenn man sich für viele Sachen was sie getan hat nicht entschuldigen kann.
Doch ich glaube das Ende war für jeden sonnenklar doch mit dem Ende habe ich eigentlich nicht gerechnet. Das war dann die Zeit wo ich vor lauter heulen die Buchstaben nicht lesen konnte. So musste ich meine Tränen trocknen und die Stelle nochmal lesen.
Fazit: Ein gelungener dritter Teil der mich zu Tränen gerührt hat, der jedoch Lust auf die weiteren Teile macht. Ein Buch mit einem tränenreichen Ende.
Serie:
1. Selection
2. Selection - Die Elite
3. Selection - Der Erwählte
4. Selection - Die Kronprinzessin
5. Selection - Die Krone (erscheint im August 2016)
Selection Storys:
1. Liebe oder Pflicht
2. Herz oder Krone





