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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gerda Laurer:

....begeistert von der Sprache und berührt vom Inhalt

Adams Erbe. von Rosenfeld Astrid

Fängt man an zu lesen, weil es jemanden gibt, der einem das Buch ans Herz legt?
Ja, sicher! Ob du aber weiter liest, hängt ausschließlich davon ab, ob dich die ersten Seiten berühren oder nicht. Als ich ?Adams Erbe? aufgeschlagen hatte, war ich vom ersten Satz an fasziniert und gefangen. Zwei Tage und 385 Seiten später noch immer, begeistert von der Sprache und berührt vom Inhalt.

Ist es der Bezug zur eigenen Gegenwart? Adam ist so alt wie meine Mutter, Edward fast so alt wie meine Tochter. Oder ist es der Bezug zur Stadt Berlin oder die Tatsache, dass die Vergangenheit noch so stark in unsere Gegenwart strahlt? Vielleicht von allem ein wenig, das herausragendste Begeisternde an dem Buch ist für mich dennoch die Art, wie die Autorin ihre Geschichte erzählt, wie sie die Lebens- und Liebesgeschichten von Adam und Edward Cohen in Sprache fasst, knapp und treffsicher und zugleich witzig und berührend. Von Beginn an erzeugt sie im Leser eine angespannt-atemlose Neugier auf jedes weitere Kapitel und jedes weitere Erlebnis ihrer Hauptfiguren, die sie in einer feinsinnig-sympathischen Komik skizziert. Die Charaktere gehen direkt unter die Haut und mit jeder Buchseite, mit der man sich den Protagonisten weiter nähert, wird einem das menschliche Ausgeliefertsein immer deutlicher bewusst, die Hilflosigkeit den eigenen Gefühlen gegenüber ebenso wie gegenüber dem erbarmungslosen Hineingeworfensein in den jeweiligen politisch-sozialen Kontext.

?Schreiben Sie über die Liebe!? fordert der Professor Adam auf und der überwindet seine Scham und erzählt von den ?Millionen Vögeln, die in ihm zum Himmel aufsteigen...?

Und hinter aller Berührtheit und jedem Lächeln während des Lesens erscheint zunehmend der Schatten der Trauer und einer schrecklichen Fassungslosigkeit.

Ich kann dieses Buch zunächst gar nicht mehr weglegen, und würde es jetzt, nach dem Schließen der letzten Seite, am liebsten allen meinen Freunden ans Herz legen.

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Rezensionen von Gerda Laurer:

Mehr südliches Temperament bitte!

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Viel Text, sorgsam gesetzte Worte, präzise, gekonnt, keine Frage. Doch weder die Sprache noch der Aufbau der Geschichte, dieser laufende Wechsel zwischen der traurigen Gegenwart Alexanders und der ebenso tristen Vergangenheit seiner Familie, haben es geschafft, mich zu begeistern. Pflichtbewusst schleppe ich mich von Russland über Europa nach Amerika und wieder zurück.

Und auf der Suche nach Ruges Komik ist mir vor lauter Tiefgründigkeit unterwegs nicht die Pfeife, dafür aber die Luft ausgegangen. Papperlapapp. Ich bin zur Überflugsleserin geworden. Aber auch der Blick aus der Distanz auf die Familienchronik hat meine abnehmende Lesefreude nicht aufhalten können. Der Autor möge verzeihen. Vielleicht ist es ja nur die Auswirkung von zu viel ähnlicher in jüngster Zeit gelesener Literatur des nördlich Europa. Gelesen im Express-Tempo hat die Geschichte doch geschmeckt wie gestreckter Filterkaffee. Ich sehne mich nach etwas Abwechslung, intensiverem Aroma und mehr südlichem Temperament! Und esse statt Pelmeni doch wieder lieber Kasnudl

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Rezensionen von Gerda Laurer:

Ein ebenso interessantes wie spannend-trauriges Buch!

Der Russe ist einer, der Birken liebt Gebunden. von Grjasnowa Olga

Eine junge Frau erzählt ihre Geschichte, zunächst so real und beiläufig, als würde man mit ihr im Zug sitzen und sie erzählen lassen, zufällig im selben Zugabteil mit dieser jungen Frau, die erst beim zweiten Hinsehen bemerken lässt, dass sie nicht in Deutschland geboren ist, dass ihre Muttersprache russisch und ihre Kultur jüdisch ist.

Sie erzählt von ihrer unglücklichen Liebe zu dem jungen Araber, der in ihr im Grunde immer nur die unerreichte, ewig verehrte Jugendliebe sucht und sieht, diese ungleiche Liebe, die zwar kurz zu einer Beziehung führt aber trotzdem unerwidert und unglücklich bleibt, von ihrer gelebten Beziehung mit dem jungen Deutschen, der unglücklicherweise an den Folgen eines Unfalls stirbt, von der unglücklichen Liebe eines Studienkollegen zu ihr, die sie wiederum nicht erwidert, von der rein strategischen Liebe zu einem älteren Professor, der ihr eine Stelle vermittelt, mit der sie eigentlich unglücklich ist, von dem unglücklichen Ausflug in eine Art Liebesbeziehung zu einer Frau.

Das Besondere an dieser Erzählung ist neben dem wahrlich gekonnten Umgang mit Sprache die beklemmend nachvollziehbare Schilderung von seelischem Schmerz, von den Nachwehen eines Kindheitstraumas, dem Gefühl des Nirgendsdazugehörens und den inneren Abläufen von Panikattacken.
Es schnürt beim Lesen die Kehle zu und lässt mit leiden.

Ein ebenso interessantes wie spannend-trauriges Buch.

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Rezensionen von Gerda Laurer:

Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin

Der Russe ist einer, der Birken liebt Gebunden. von Grjasnowa Olga

Der Berliner ?Provinzroman? eines durch und durch typischen Großstädters, Einzelgängers, Antisportlers und Asphaltjunkies, der seine Erlebnisse als Studienpraktikant in der winzigen Redaktion einer Stadtteilszeitung beschreibt und der ebenso trocken und schnoddrig erzählt, wie er lebt und denkt, zwingt den Leser dazu, sich wie vor dem Fall der Mauer auf der Reise mit dem Auto aus dem ehemaligen Westen der BRD durch die elendslang erscheinende tristgraue ehemalige DDR-?Zone? auf der holprigen Autobahn durch die ersten 150 Seiten zu quälen.

Durch detailgenaue Schilderungen von Berliner Randvierteln, deren Straßennamen für Nicht-Berlin-Kenner ebenso exotisch und langweilig sind wie die Lektüre von Auszügen aus dem Pekinger Telefonbuch, bevor er das Ziel erreicht, die grellbunte pulsierende Stadt, die spannend-skurrilen Szenen des Höhepunkts eines Romans von zwei Journalisten auf der Suche nach einer Story. Und die beiden finden ihre Story tatsächlich, auch wenn sie sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes in Berlins Unterwelt begeben müssen.

Der Leser wird für die quälende Tortur des sich Durchessens durch die pampig-fade, dicke Breischicht des ersten Buchteils aber schließlich mit einem köstlichen literarischen Sprachwitz-Schlaraffenland belohnt. Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin.

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Rezensionen von Gerda Laurer:

Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne,...

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

Zauberhafter Einblick in eine fremde Welt, überschattet vom Schmerz des letzten Krieges, von Angst und Misstrauen, von den Wunden des Kampfes, der zwar in der schnelllebigen globalen Nachrichtenflut auch schon fast wieder Geschichte ist, zeitlich aber in unserer Gegenwart stattgefunden hat, in unserer unmittelbaren Nähe, nicht irgendwo, weder zeitlich noch räumlich weit weg.

Jeder von uns hat doch im engsten Kreis Menschen, die aus diesem Raum stammen oder Beziehungen zum Balkan haben, zum vielumstrittenen Südosteuropa (ich zumindest .. J nicht nur aus ersegelten Urlaubserinnerungen).

Und so lese ich mich mit großer Neugier und staunendem Interesse in diese wundersame, magisch-schöne Geschichte hinein, die im Jetzt und in der Vergangenheit dieser Gegend handelt. So nahe und doch so fremd, gegenwärtig und gleichzeitig ein Stück Historie. Wie ein Märchen aus dem Morgenland manchmal. Und dann auch gleich wieder ganz heutig, real, bestechend klar.

Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne, mich verzaubern lassen und verführen in diese nahferne slawische Welt.

Sanfte, ganz persönliche Sympathie für Natalia und ihren Großvater und Sympathie für die Autorin.

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Rezensionen von HEYN-Leserunde Astrid Pranzl:

Hat mir gut gefallen!

Er ist wieder da von Vermes Timur

?Er ist wieder da? hat mir gut gefallen, obwohl dieser Roman ein sehr belastetes Thema behandelt ? das dritte Reich. Die Erzählung im gewollt erkennbaren Stil beginnt amüsant und wird (entgegen meinen Erwartungen) absolut konsequent weitergeführt. Man glaubt nicht, dass sich diese Geschichte so entwickeln kann, der Autor belehrt uns skurril und bösartig eines Besseren (oder Schlechteren): genauso funktionieren unsere modernen Medien, so geschieht Meinungsbildung und der neuerliche Aufstieg eines Adolf Hitler erscheint denkbar.

Ein bedrohlicher Roman, der in sich stimmig ist.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte ? mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg ? durchwegs hell und freundlich zu gestalten

Polarrot von Patrick Tschan

In Patrick Tschans Roman Polarrot treffen in klarer Sprache und hohem Erzähltempo durchwegs sympathische Protagonisten aufeinander und ziehen die Leserin in eine Geschichte, die viel Verständnis erzeugt für den Helden Jack Breiter. Aus der hintersten, ärmlichsten Talschaft der Schweiz kommend, findet dieser immer wieder Mittel und Wege, dem Schicksal des Elends zu entrinnen, Retter zu finden, selbst zum Retter zu werden, immer wieder auf seine inneren Wunden zurückgeworfen zu werden, immer wieder neu anzufangen und letztendlich mit Schlauheit Oberwasser zu behalten.

Zu Beginn der Geschichte, in der Zwischenkriegszeit angesiedelt, baut sich die Handlung in schneller Abfolge auf und schleudert die Betrachterin der Geschichte mit hohem Tempo in den Ablauf. Kurze Sequenzen werden mit sehr eindringlichen Bildern beschrieben, erklären die Geschichte geschickt und lassen die Leserin etwas atemlos in der nächsten neuen Realität der Handlung landen. Unbändiges Streben nach der Welt des Reichtums, der Macht und dem Glück wurde verwoben mit Armut, Krieg, Elend und Schmerz.
Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte durchwegs hell und freundlich zu gestalten, sozusagen aus der positiven Ecke heraus betrachtend, um zeitgleich die Schwere und das Leid des Krieges im Hintergrund, mit einer Nebensächlichkeit einfließen zu lassen, die Verstehen fördert und wenig Zeit lässt, um ganz in die Schwere eintauchen zu können.
Die in der Geschichte beschriebene Partnerschaft zwischen Gott und dem Teufel, die erlesene Partnerschaft der hellen, leichten Erzählkunst mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg macht die Sympathie dieses Buches aus.

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Rezensionen von Rikki Reiner:

Ich komme nicht in die Geschichte hinein

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

Ich komme nicht in die Geschichte hinein. Es interessiert mich weder die Buddelei um die Knochen eines ohne Sakramente Verstorbenen, noch die Pseudomedizinerin (recht farblos )und auch der Krebsverstorbene Opa wirkt sehr unecht. Dazu diese gekünstelten Erzählsprünge- die nur ermüden und nicht erwecken.

Ich möchte meine Zeit nicht mit einer ?bekrönten grinsenden Aschenbecher Schildkröte? verbringen, auch nicht mit den ?schief gegeneinander-stehenden Schneidezähne? eines Fra Antun. ?geklebte Spinnen am Spalier? und ?Die Frau am Touristenstand,? sind 2 verschiedene literarische Welten. alles wirkt zusammengestoppelt. Einzelne gute Sätze-aber keine literarische Einheit, schon gar kein Roman, Patchworkliteratur. Und trotzdem bleibt eine gewisse Ambivalenz in der Beurteilung. Das mit dem Mann der nicht sterben konnte, wäre schon Stoff für ein Buch. Die Tigerfrau wäre ein weiteres. Beide zusammen sind zu viel Absurdität für 400 Seiten.: Zu themenüberfrachtet!

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Rezensionen von Rikki Reiner:

Das reicht ... für mich nicht für eine Empfehlung!

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Also Familienromane scheinen in letzter Zeit ja sehr dem Markt zu entsprechen.
Mehr oder weniger seiten-und generationsschinkig, am besten noch aus dem Osten, vorzugsweise aus Deutschland und die Kritiker jubeln.
Aber das hatte ich schon, kürzlich mit Uwe Tellkamp und seinem Turm, und da viel, viel besser.

Meine Neugier hielt sich in Grenzen.

Und das mit Recht, wie ich nach Abschluss dieses Romanes feststellen musste. Die Sprache und die literarische Qualität reichen nicht an Uwe Tellkamp heran, wirken zwanghaft alltäglich trotz aller Ortswechsel und Zeitverschiebungen. Hier wird erzählt was ich in anderen Büchern schon gelesen habe.

Das reicht also für mich nicht für eine Empfehlung.

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Rezensionen von Rikki Reiner:

...Empfehlung dieses Buch unbedingt zu lesen .....

Adams Erbe. von Rosenfeld Astrid

Nach dem zweiten Teil des Buches, in dem Frau Rosenfeld uns einführt in die Epoche der
moralischen Verwilderung, in das von Deutschen besetzte Polen, in dem es nur noch Jäger und Gejagte gab -
und natürlich den Massenmord - seit ich diesen zweiten Teil gelesen habe, kann ich dieses Buch und diesen Stil nicht mehr loben oder kritisieren.

Angesichts dieses Themas ist jede persönliche Meinung, außer der Empfehlung dieses Buch unbedingt zu lesen, Blasphemie!

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