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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Ein Tag im Frühling, ein schönes Buch

Ein Festtag von Swift Graham

Ein ruhiges, schönes Buch, das wie ein Gemälde im Gedächtnis bleibt. Mit der Schilderung eines besonderen Tages, 2 junge Menschen aus ganz verschiedenen Gesellschaftsschichten in einer Liebesbeziehung vereint. Es entsteht auch das Bild einer ganzen Gesellschaft, präzise, hart in ihren Regeln, die kaum jemand hinterfragt.

Ist es erst das dramatische Ereignis, das der jungen Frau einen besonderes, ganz ungewöhnlichen Weg ermöglicht?
Maria Dörfler

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Rezensionen von *Vivi*:

Düstere Tage in Barcelonas Geschichte in einer sprachlich grandiosen Darstellung

Das Labyrinth der Lichter von Ruiz Zafón Carlos

"Das Labyrinth der Lichter" ist der vierte Band einer Reihe. Es ist jedoch möglich, das Gesamtwerk mit jeder beliebigen Folge zu beginnen. Anfangs verursachen zwar die fehlenden Hintergrundinformationen etwas Verwirrung, doch nach kurzer Zeit überwindet man diese mithilfe der detaillierten Rückblenden.

Der Roman behandelt auf mehreren Zeitebenen die Geschichte weniger Familien beziehungsweise einiger Opfer des spanischen Bürgerkriegs 1936-1939 und der darauf folgenden Franco-Diktatur. Die Ereignisse spielen sich hauptsächlich in Barcelona und teilweise in Madrid ab. Das sind düstere Episoden, während deren die Angst regierte und ungeahnte menschliche Abgründe sich auftaten.
Der Autor, Carlos Ruiz Zafón, vermittelt diese grauenvolle Zeit in einer eigenwilligen, wunderschönen Sprache. Durch seine bildhafte Erzählung wird die bedrückende Atmosphäre spürbar: Teils wird die Brutalität ins Unerträgliche gesteigert. Erleichterung schaffen die Jahre nach Francos Tod, der Grundton wechselt danach in eine bittersüße Stimmung.

Übersetzer Peter Schwaar hatte mit Sicherheit keine leichte Aufgabe, die komplexen Gedanken von Zafón in deutscher Sprache aufzubauen. Immerhin sind in diesem Buch Sätze über 7-8 Zeilen keine Seltenheit.

"Das Labyrinth der Lichter" bietet viele Facetten, unter anderem spannende Agentenabenteuer, kaltblütige Verbrechen, zwielichtige Regierungsgeschäfte und als Gegenpol die allgegenwärtige Liebe und das moralisch hoch angesetzte Streben nach der Wahrheit.
Die Figuren und die Ereignisse wirken authentisch, die Protagonisten erwecken Sympathie. Ihre dramatischen Schicksale stehen symbolisch für viele Leidtragende.

Das Tempo wird dem Geschehen stets angepasst; mal rasend und verzweifelt, mal zögerlich und unsicher, mal gemütlich und lustvoll-genießerisch. Bei Letzteren treten die Vorzüge von Zafóns Heimatstadt in den Vordergrund: Es ist einmalig, mit seinen Helden zusammen zu leiden, mit ihnen durch Barcelonas Straßen zu streifen und dabei der spanischen Lebensart näher zu kommen. Ein weiterer Lichtblick sind schlagfertige Dialoge, scherzhaft versaute Weisheiten und traumhaft magische Darstellungen einer Stadt in dunklen und in lichtvollen Momenten.

Unter diesen Gegensätzen bleibt ?Das Labyrinth der Lichter - ein durchgehend spannendes Buch - bildhaft, bewegend, voller Emotionen. Keine leichte Lektüre zwischendurch, eher ein anspruchsvolles Monumentalwerk, das die permanente Aufmerksamkeit fordert.

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Rezensionen von maggiterrine@web.de:

Der Faden der Ariadne

Das Labyrinth der Lichter von Ruiz Zafón Carlos

Der vierte und voraussichtlich letzte Teil der Buchreihe um den Friedhof der vergessenen Bücher lässt kaum Wünsche offen.

Anders als die vorangegangenden Romane von Zafón entleiht sich "Das Labyrinth der Lichter" viel von alten "Film Noir"-Filmen á la Orson Welles und trumpft mit einem spannenden Ermittlungskrimi rund um die Agentin Alicia Grís auf.

Die Handlung ist mitreißend und natürlich verwebt sich alles mit der Hintergrundgeschichte von "Sempere und Söhne", wodurch auch viele bekannte Chraktere wieder eine recht groß Rollen spielen.

Das beste an diesem Roman (und an allen anderen von Zafón) ist meiner Meinung nach wieder einmal die Metaebene, die viel Raum für Spekulationen lässt! Wie viel von "Alice im Wunderland" steckt in Alicia? Und wer ist eigentlich Ariadna? Und wird sie für den Faden sorgen, mit dem man wieder aus diesem Labyrinth der Ermittlungen herausfindet? Wer Anspielungen und literarische Vergleiche liebt, wird auch diesem Buch etwas abzugewinnen wissen!

Passenderweise werden in diesem Buch viele lose Fäden miteinander verknüpft, so dass man endlich Antworten auf sich bereits aufgestaute Fragen bekommt und die Buchreihe nun wirklich komplett wirkt (Ich möchte ungern "abgeschlossen" sagen, denn wo nun wirklich der Anfang, und wo das Ende ist, kann ja keiner wirklich sagen).

Alles in Allem habe ich die Romane dieser Reihe vorher schon geliebt aber dieses Buch hat mit seinem neuen Ansatz meine Erwartungen wieder einmal übertroffen!

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Rezensionen von yellowdog:

Ein Hauch von Austen

Die zwei Leben der Florence Grace von Rees Tracy

Die zwei Leben der Florence Grace ist wirklich ein nettes Buch. Genau das richtige zum runterkommen für gestresste Leute.
Schauplatz ist Cornwall und London, Mitte des 19. Jahrhunderts
Prägend ist die lebhafte Hauptfigur, die junge Florrie Buckley, in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, erfährt sie mit 15 Jahren, das sie aus einer reichen Familie stammt.

Sie heißt jetzt Florrence Grace und lebt bei ihrer neuen Familie, die zwar wohlhabend aber auch ziemlich verkrampft sind. Florrie steht jetzt zwischen den Welten. Die neue mag sie nicht, aber in die alte kann sei auch nicht mehr zurück.
Das hat einen Touch von Jane Austen und ihren Roman Mansfield Park. Aber nicht in dem Sinne, dass die Autorin kopiert hätte, aber vielleicht war sie von Austen beeinflusst. Das ist ja nicht das schlechteste!

Florrie ist als rückblickende Icherzählerin die treibende Kraft der Handlung, der Leser ist immer dicht an ihr dran.
Sie ist so frei aufgewachsen, dass die ganzen formellen, gesellschaftlichen Zwänge ihr ein Gräuel sind.
Die Familie ist leicht exzentrisch, das trifft auch auf den Großvater Hawker zu. Ich finde ihn etwas überzogen. Immerhin eine originelle Figur! Das gilt auch für ein paar andere Nebenfiguren. Aus ein paar hätte man bei den guten Ansätzen mehr machen können. Insbesondere Turlington, der Mann, für den Florrence sich interessiert, beleibt bis zur Buchmitte zu sehr im mysteriösen, wird lange Zeit kaum adäquat eingesetzt. (Später ändert sich das)
Auch Hawkers Rolle wird nicht weiter ausgebaut.
Florence hingegen entwickelt sich immer weiter und meistert ihr Leben.

Ein paar kleinere Längen gibt es in der Handlung, aber doch nur in einem geringen Ausmaß und kaum nachteilig spürbar. Das ist mir lieber als eine Überfrachtung der Handlung.
Auffällig auch die Dialoge, die Tracy Rees sehr schön gestaltet.

Ich glaube, dass Die zwei Leben der Florence Grace ein Erfolg wie ?Die Reise der Amy Snow? wird und Tracy Rees sich somit als wichtige Autorin im Genre etabliert.

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Rezensionen von LadyIceTea:

Ein toller Abschluss für meine Reise durch die Bibliothek der vergessenen Bücher

Das Labyrinth der Lichter von Ruiz Zafón Carlos

Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ?Das Labyrinth der Lichter?, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert.

Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt.

Ich habe zuvor die drei anderen Bücher der Reihe gelesen und zusammen mit ?Der Gefangene des Himmels? hat mich dieses Buch wirklich überzeugt.
Carlos Ruiz Zafón hat mich wieder durch seine meisterlichen Verknüpfungen absolut begeistert. Das ist für mich immer wieder ein Highlight gewesen. Er schafft es alle Fäden der drei Bände und die vielen zumeist wirren Fäden aus dem Labyrinth zu einem gleichzeitig schillernden und düsteren Bild zu verbinden. Er baut Brücken zwischen den einzelnen Romanen, die ich oft so nicht so erwartet habe.
Die Figuren habe ich nach vier Bänden wirklich in mein Herz geschlossen. Keine von ihnen ist perfekt oder der strahlende Held. Alle haben ihre dunklen Schattenseiten, sowie Ecken und Kanten.
Die Geschichte dieses Romans ist im Vergleich zu ?Der Schatten des Windes? oder ?Das Spiel des Engels? actiongeladener und konnte mich mehr mitreißen. Es gab zwar auch hier diese typischen ruhigen und langatmigen Stellen, die jedoch immer wieder von knackigen und spannenden Kapiteln abgelöst wurden.
Carlos Ruiz Zafón beantwortet in diesem Band auch noch einige Fragen und löst einige Umstände auf, die in den letzten Roman noch offengeblieben sind. Das hat es für mich persönlich, zu einem sehr guten Abschluss gemacht.
Durch die wunderbaren Verknüpfungen der Bände und den gelungenen Abschluss, kann ich dieses Buch alles Zafón Fans nur empfehlen.

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Rezensionen von Laszlo Zoltan:

Langsamkeit der Unterhaltung

Ein Festtag von Swift Graham

Graham Swift erweist sich in diesem Roman als der König des Konjunktivs. Vor und nach dem Liebesakt wird überlegt, was möglich gewesen wäre oder was geschehen könnte. Damit ergibt sich auch aufgrund der Langsamkeit der Erzählung eine Langweile in großem Ausmaß, trotz der nur 142 Seiten. Dieses Buch empfiehlt sich bei Einschlafstörungen.

Bei etwaigen Nebenwirkungen fragen Sie ihren Bibliothekar oder Buchhändler.

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Rezensionen von i.weilharter@ais-jugend.at:

Und ewig grüßt das Murmeltier....

Ein Festtag von Swift Graham

Erleichterung, ob der geringen Seitenanzahl, hat sich bei mir eingestellt - ich hätte nicht länger bzw. mehr davon lesen wollen.
Die Story klingt vielversprechend, das Cover ist es auch, aber die Ausführung hat mir nicht gefallen.
Das Stilmittel der Wiederholung - immer wieder werden der Tag bzw.

seine Ereignisse aufgegriffen - weil so ereignisreich und prägend, das habe ich schon verstanden - finde ich auch nicht wirklich gelungen.
Darüber hinaus versteht der Autor schon zu erzählen, seine Sprache ist schön und durchaus künstlerisch wertvoll - trotzdem war die Lektüre extrem langatmig oder in der Sprache des Autors ausgedrückt: very boring!

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Rezensionen von yellowdog:

Unterhaltung auf guten Niveau

Ana und Zak von Katcher Brian

Das Genre Jugendliteratur bewegt sich zur Zeit auf sehr hohen Niveau. Ana und Zak von Brian Katcher trägt aufgrund der Themen und der stilistischen Machart auf jeden Fall dazu.
Im Roman wechseln die Kapitel zwischen Ana und Zak.
Zak ist ein wenig ein Chaot, seine Abschnitte sind von Komik geprägt.

Er ist in seiner Crazyness aber auch sehr cool. Ich mag seine Gutmütigkeit. Die Gedanken der Intelligenzbestie Ana sind meistens ernster. Eigentlich ist sie die zynischere.

Beide verbindet familiäre Zwänge und Verluste, die noch unbewältigt sind.

Diese oder vergleichbare Konstellationen gab es schon oft, aber es funktioniert doch immer wieder, wenn es gut gemacht ist. Das ist hier der Fall.
Absurderweise spielt sich der Großteil der Handlung auf einer Science Fiction-Convention ab. Zak und Ana suchen dort Clayton, Anas jüngeren Bruder.
Dieser Schauplatz gibt Gelegenheit für viele originelle Einfälle.

Am gelungensten ist aber, mitverfolgen zu können, wie sich die Beziehung zwischen Ana und Zak immer mehr vertieft. Das hat der Autor sehr geschickt gestaltet.

Gegen Ende gibt es ein paar Übertreibungen, auf die auch hätte verzichtet werden können. Schließlich lösen sich einige Konflikte zu einfach auf. Dennoch bleibt genug bemerkenswertes für mein Fazit: Ana und Zak ist ein ansprechender, gut unterhaltender Jugendroman.

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Rezensionen von Nepomurks:

Wahnsinnig spannend... Unbedingt lesen!!!

Ragdoll - Dein letzter Tag von Cole Daniel

?Eine Leiche. Sechs Opfer. Ein Racheengel, der nicht aufzuhalten ist.? Besser kann man ?Ragdoll ? Dein letzter Tag? von Daniel Cole wohl nicht zusammenfassen oder beschreiben. Unglaublich rasant, hochspannend und fesselnd geht dieser Psychothriller zu 100% unter die Haut!

Zunächst recht verhalten, täuscht der Autor seinem Leser anfangs einige Seiten lang eine trügerische Ruhe vor, bevor das Unheil über die Protagonisten hereinzubrechen beginnt.

.. Detective William Oliver Layton-Fawkes, bekannt auch unter seinem Spitznamen Wolf, ist kein unbeschriebenes Blatt. Ein Wunder, dass er mit seiner Vorgeschichte noch als Ermittler tätig sein darf, wartet hier bereits sein nächster Fall auf ihn. Und Wolf ist stärker betroffen von den Verläufen, als ihm lieb sein dürfte. Immer tiefer geraten er und sein Team in die Fänge eines bestialischen Mörders. Ein Täter, der seinen Jägern immer einen Schritt voraus scheint. Welche Identität steckt hinter dem Gejagten? Wer ist sein nächstes Opfer?! Und was hat es mit den ominösen Nachrichten, die er versendet, auf sich?! Doch das Wichtiges mag wohl sein: Wird man ihm auf die Schliche kommen, bevor er seine Arbeiten ?vollbracht? hat ? und kann Wolf seinen Hals noch aus der sich immer stärker zuziehenden Schlinge retten?!

Man kommt von Beginn an sehr schnell in den Roman hinein und kann sich meiner Meinung nach auch sehr gut in den Verlauf einfühlen. Die Figuren sind sehr gut konzipiert und wirken durchweg authentisch. Zum Teil rau und sicherlich nicht ohne Kanten bilden die Protagonisten ein perfekt ausgeklügeltes Netzwerk und geleiten den Leser sozusagen durch die Erzählung. Ein Team, in dem es immer mehr zu brodeln beginnt und es zu Unstimmigkeiten kommt, das aber alle Kräfte in die Jagd auf einen unbekannten Mörder bündeln muss. Es bleibt durchgängig wahnsinnig spannend und der Autor behält sich sehr viele überraschende und bestens durchdachte Wendungen vor. Sprachlich ist der Thriller sehr eingängig und flüssig lesbar! Alles erscheint zudem logisch und die Handlungen sind nachvollziehbar. Man wird das Ende der Geschichte jedoch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, bzw. Sicherheit nicht vorhersehen können! Es werden Fährten gelegt und doch wieder zunichte gemacht. Die Figuren wachsen förmlich im Verlauf und erhalten immer mehr Kontur. Man hat einen tiefen Einblick in die Charaktere und ihre jeweiligen Hintergründe und es entspinnt sich beinahe ein feines Psychogramm. Im Vordergrund stehen dabei trotzdem immer die Mordserie und ein lauernder Täter...

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen und kann nur sagen, dass ich es als puren Nervenkitzel empfunden habe! Verwirrend, unglaublich spannend und in sich absolut stimmig hinterlässt der Thriller auch nach dem Lesen noch Gänsehaut? Unbedingt lesen! 5 Sterne.

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Rezensionen von Nepomurks:

Unglaublich packend und ziemlich dystopisch! Eine Welt ohne Bienen? Bitte nicht...

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

Maja Lunde entwirft in ?Die Geschichte der Bienen? ein durchweg schockierendes Szenario. Die Bienenvölker werden im Verlauf der Zeit von Menschenhand ausgerottet ? und der Mensch steht in der Zukunft nach Klimakatastrophe, diversen atomaren Unfällen und einer Hungerkrise beinahe vor dem Ende. Dezimiert und ruiniert.

Im vorliegenden Roman werden dabei drei unterschiedliche Erzählstränge skizziert, die sich in drei epochalen Zeitfenstern ansiedeln und mit einem jeweiligen Hauptprotagonisten aufwarten: Tao (Sichuan, China, 2098), William (Hertfordshire, England, 1852) und George (Autumn Hill, Ohio / USA, 2007). Immer wieder im Wechsel wendet sich die Autorin hier ihren drei Hauptprotagonisten und deren Zeit zu, gibt so Einblick in die jeweilige Epoche, sowie den dazugehörigen Charakter und dessen Umfeld. Die einzelnen Inhalte und Figuren haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Nur die Bienen verbinden die Lebensentwürfe der jeweiligen Protagonisten auf ganz eigene Weise. Der Schreibstil ist dabei derart eindringlich, intensiv und fesselnd, dass man von Kapitel zu Kapitel hastet und sich von der Tragik der einzelnen Erzählstränge mittragen lässt. Die Figuren scheinen sehr authentisch und wirken in ihrem Denken und Handeln äußerst beeindruckend. Der Verlauf der Geschichten erinnerte zudem beinahe an dystopische Inhalte ? bedrückend, düster und niederschmetternd. So z.B. die Zukunft, in der 8-Jährige herangezogen werden, im Arbeitsdrill 12 Stunden täglich Baumblüten per Hand zu bestäuben. Klingt banal, liest sich im Roman aber sehr bedrohlich und spannend. Eine Welt ohne Bienen. Ein Szenario, das wesentlich schlimmer und bedrohlicher ist, als man es vermuten könnte. So begibt man sich mit diesem Roman auf eine Reise, die zum Nachdenken anregt und oftmals auch das eigene Verhalten in Frage stellt. Ein Buch, das absolut realistisch ist, sehr in unsere Zeit passt und eine erschreckende Zukunft vor Augen hält. Nicht nur die Charaktere in Maja Lunds? Roman ?Die Geschichte der Bienen? sind meiner Meinung nach großartig konzipiert, auch der eigentliche Inhalt und die Aussagen der Erzählung sind schockierend ehrlich dargelegt. Für mich ein leises Buch, das aufrüttelt, den Leser durch den Verlauf und seine Figuren fesselt und im Grunde deprimiert zurücklässt. Absolut lesenswert. 5 Sterne.

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