Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Mit der ganz speziellen, teilweise kunstvoll einfachen Sprache wird große Eindringlichkeit und Traurigkeit erzeugt

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Es ist mir sehr schwer gefallen, dieses Buch zu lesen.
Ich konnte es nicht als ein Stück Literatur lesen, sondern es ist für mich eine Form eines Tagebuches eines Kindes, das die vergleichsweise ?harmlosen? Folgen einer furchtbaren Zeit in einem unserer Nachbarländer unmittelbar erlebt. Mit meinem nicht allzu detailreichen Wissen über die Geschehnisse dieses Krieges, die Gräuel, über die wir nicht zu viel Genaues wissen wollen ? steht das Buch in Einklang und zugleich in einem seltsamen Kontrast;
Einerseits verdrängt das Kind so gut es geht möglichst Vieles, kämpft um die kleinen täglichen Freuden wie Freundschaften, Lachen, Vergnügen, begeht die kleinen täglichen Gemeinheiten an MitschülerInnen ? um zu überleben.

Andrerseits brechen die schrecklichen Bilder immer wieder auf, Flashbacks, die ihr Leben bedrohen.
Mit der ganz speziellen, teilweise kunstvoll einfachen Sprache wird große Eindringlichkeit und Traurigkeit erzeugt ? für mich sehr bedrückend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Der Untertitel Ein Provinzroman trifft aus meiner Sicht sehr gut Stimmung, Inhalt und Verlauf der Geschichte.

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Da ist Vieles drin: Schilderung der sehr engen Kleinbürgerlichkeit in einem ziemlich abgeschlossenen Stück Welt. Kleingärten, kleine Freuden, kleine Geheimnisse, kleine Tragödien und Überlebenskampf vieler, teils einsamer Menschen.

Die Protagonisten Horn und Grube sind etwas anders ? bereit, andere Wege zu gehen und so doch etwas zu erleben, wobei Horn im ?geschäftlichen? Bereich der Aktivere ist
Allerdings entgleitet ihnen die Kontrolle nach und nach ziemlich.

Grube in seinen privaten Verstrickungen, Horn ? und im Schlepptau der viel jüngere Grube im Laufe ihrer Recherchen, die sie in immer zwielichtigere Milieus führen.
Ein unvermeidlich sich abzeichnendes katastrophales Ende wird durch teils groteske, ganz unglaubwürdige Entwicklungen verhindert und es kommt zu einem komödienhaften, slapstick artigen, offenen Ausgang.

Diese Veränderung wirkt sich auch im Stil aus, der von ganz brav bürgerlich dem Verlauf der Geschichte entsprechend derb, flapsig, teils witzig wirkt. Das Tempo der Geschichte wechselt von gemächlich, ein wenig langweilig zu großer Geschwindigkeit, bis sich die Ereignisse überstürzen.
Gefühle werden wenig angesprochen, wenn sie auch für den Verlauf der Geschichte zumindest bei Grube durchaus eine Rolle spielen. Bei Horn und den anderen erfahren wir davon so gut wie nichts, was durchaus für die ältere Generation, die die Zeit von 33 bis 45 erlebt und verdrängt hat, typisch sein mag.

Teilweise sind die Dialoge sehr witzig, es gibt allerdings auch Längen, vor allem im ersten Teil. Die Dialektteile haben mir sehr gefallen ? nach einiger Mühe beim Einlesen.
Die Geschichte muss sich gut zum Vorlesen eignen ? wenn es jemand gut kann.

Einige Vorschläge: Übersichtliche Erklärung der Abkürzungen wäre hilfreich
Ebenso für einige spezifisch berlinerische Ausdrücke
Plan vom Ort des Geschehens würde mir sehr gefallen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Es ist zweifelsfrei ein starkes Buch. Ich werde es nochmals lesen

Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga

Nach der euphorischen Einleitung des Jounalisten Krekeler und dem Bild der wirklich schönen Autorin ging ich mit ganz großen Erwartungen ans Lesen des von der Inhaltsangabe her für mich sehr ansprechenden Romans.

Trotz einiger Irritationen habe ich das Buch fast in einem Zug durchgelesen ? sicher eine große Qualität.

Aber da sind auch die Brüche: wenn nach poetischen, starken Passagen ein Bruch da ist und einige Sätze einfach Gemeinplätze sind, hat mich das fast unangenehm berührt. Vielleicht ist die Beschreibung der Gräuel, die Flashbacks zu schlimm, um die Banalitäten der Alltagsbeschreibung danach zu ertragen. Es ist ja auch ein Alltag, der schlecht gelingt ? die Beziehung zwischen Mascha und Elias ist ja eine, die vermutlich gescheitert wäre, weil die Traumatisierungen zu stark sind ? wahrscheinlich hält das nur jemand aus, der Ähnliches erlebt hat ? aber mit einem Traumatisierten ist Heilung auch schwer oder nicht möglich?Also im Grunde eine aussichtslose Situation, hoffnungslos.

Und doch gibt es diese schönen, poetischen Stellen. Ich habe das Buch schon Anfang Jänner gelesen ? dann schnell weggelegt und nichts aufgeschrieben. Ich kann mich heute an Vieles nicht erinnern ? ich habe Vieles verdrängt, musste es wahrscheinlich verdrängen und bin an Kleinigkeiten hängen geblieben.

Es ist zweifelsfrei ein starkes Buch. Ich werde es nochmals lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Von der ersten Seite an zog mich das Buch in seinen Bann..... Viele Menschen sollten dieses Buch lesen!

Die Tigerfrau von Obreht Téa

Die Mischung aus teils sehr trauriger Realität und magischer Welt der Sprache, der Phantasie, der Ängste und wunderbaren Bilder wirken wir ein Sog.
Das Schönste wäre, das Buch in einem Zug durchzulesen, was bei über 400 Seiten nicht ganz leicht ist.
Die Figuren sind plastisch und stark, (die Tigerfrau, Darisa, Luca)die Sprache bilderreich teils poetisch, teils nüchtern, was einen reizvollen Gegensatz bewirkt.

Ein wunderbares Buch, das entführt in eine magische Welt und andrerseits einen traurigen Teil der jüngsten Geschichte schonungslos beschreibt.
Viele Menschen sollten dieses Buch lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Stilistisch hervorragend, gekonnt, spannend und leicht zu lesen - vielleicht etwas zu leicht bei der Schwere des Themas, die kaum zu übertreffen ist

Der Sohn. von Durlacher Jessica

Eine Wahnsinnsgeschichte über Hass, Rache und Hilflosigkeit , wie sie sein könnte, eine Spirale der Grausamkeit, aus der es scheinbar kein Entrinnen gibt.
Stilistisch hervorragend, gekonnt, spannend und leicht zu lesen ? vielleicht etwas zu leicht bei der Schwere des Themas, die kaum zu übertreffen ist.

Und dann, irgendwann bei einer besonders harten, bis ins Detail gehenden Stelle kam immer aufdringlicher der Gedanke, ob dies wohl den Verkaufszahlen dient.
Ich kann nicht entscheiden, ob das für mich ein Ausweg aus der sich abzeichnenden Schrecklichkeit des Verlaufes der Geschichte ist oder einfach Abwehr dagegen, solche Szenen für realistisch zu halten ? obwohl der Verstand weiß, dass es das alles gibt, ist es in der Konstruktion der Geschichte für mich etwas zu viel gewesen.
Vielleicht sollte es nicht so gut geschrieben sein und vielleicht eignet sich gerade die so schlimme Vergangenheit des 3. Reiches eben nicht für eine ?spannende? Geschichte

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

über den politischen Inhalt lässt sich diskutieren. Als Unterhaltungsliteratur für mich langweilig

Er ist wieder da|Der Roman von Vermes Timur

So wie mit diesem Buch Manuskript - ist es mir noch nie ergangen. Ich hab schon gedacht, es liegt am Format, es war so schwer in den Händen.
Ich hatte mir ein witziges, originelles Buch bei dem Thema erwartet. Und obwohl es immer wieder durchaus unterhaltsame Passagen gibt, war es für mich unglaublich langweilig.

Ich las einzelne Sätze und Dialoge und dachte, das ist doch witzig, war es aber nicht, ich fand es im wahrsten Sinne des Wortes zum Einschlafen. Ich habe es nur meinem sprichwörtlichen Durchhaltevermögen und Pflichtbewusstsein zu verdanken, dass ich das Buch zu Ende las.
Und jetzt noch das seltsam Widersprüchliche: wenn ich einzelne Passagen herausgreife, so befürchte ich, dass ähnliche Dialoge in unserer Parteienlandschaft möglich wären ? was wirklich erschreckend ist. Auch in den Massenmedien halte ich solche oder ähnliche Verläufe für möglich.
Also lässt sich über den politischen Inhalt des Buches durchaus diskutieren.
Aber als Unterhaltungsliteratur war es für mich langweilig und kaum lesbar

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Wunderbar zu lesen, unterhaltsam mit viel Tiefgang ... ein Buch, das ich vorbehaltlos empfehlen würde!

Polarrot von Patrick Tschan

Ein wirklich bemerkenswertes Buch!
Wunderbar zu lesen, unterhaltsam mit viel Tiefgang, eine spannende Geschichte.
Jacques alias Köbi ist eine lebendige, interessante und beeindruckende Gestalt , immer gut für Überraschungen, nicht zu gut, nicht zu böse, aber doch in sich konsistent.
Ein wenig vom Hochstapler Felix Krull (Thomas Mann), ein wenig Gauner, der sich geschickt durchs Leben schlägt, ein weinig Widerstandskämpfer, ein wenig Liebender und doch ein Moralist.

Ein Buch, das ich vorbehaltlos empfehlen würde!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler

Rezensionen von Alexandra Clementschitsch:

Nach der letzten Seite des Buches wünscht man sich niemals vertrieben und heimatlos, ohne Wurzeln und Flüchtling sein zu müssen

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Das Leben des jungen Mädchens und ihrer Familie beschränkt sich in den Jahren nach der Vertreibung aus Vukovar aufs Warten. Warten dass der Vater zurückkehrt, warten dass ihre Stadt befreit wird, warten auf die Warteliste einer Wohnung gesetzt zu werden, tägliches Warten ohne große Perspektive. Trotz allem verliert die junge, namenlose Protagonistin ? die Autorin lässt uns hier vergeblich auf einen Namen warten - nie den Glauben an eine positive Wende in ihrem Leben.

Sie grenzt sich ab von der Trauer ihrer Mutter und dem Pessimismus ihres Bruders, und versucht ihre beginnende Jugend und Pubertät mit gleichaltrigen Freunden abseits des Traumas vom Krieg zu leben.
Nach der letzten Seite des Buches wünscht man sich niemals vertrieben und heimatlos, ohne Wurzeln und Flüchtling sein zu müssen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Alexandra Clementschitsch

Rezensionen von Alexandra Clementschitsch:

Beklemmend und schonungslos ohne jegliche Schönfärberei erzählt die Autorin Olga Grjasnowa das Leben der jungen Mascha ....

Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga

Die Protagonistin Mascha, die mit ihrer Familie in den neunziger Jahren aus dem traumatisierten Kaukasus nach Deutschland floh, lebt mit ihrem Freund Elias zusammen. Ihr Berufsziel ist es, Dolmetscherin bei den Vereinten Nationen zu werden, dafür studiert sie Russisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Arabistik.

Als Elias nach einem Sportunfall stirbt gerät das Leben der jungen hochintelligenten, neurotischen und stets unzufriedenen Mascha komplett aus den Fugen. Von nun an peinigt sie sich mit Selbstvorwürfen, fühlt sich mitschuldig an seinem Tod weil sie Elias nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht hat.

Schonungslos brutal nimmt uns die Autorin mit auf ihre teils autobiographische Vergangenheit, erzählt von ihrer jüdischen Vergangenheit, ihrem Trauma aus der Kindheit in Aserbaidschan. Sie erzählt von ihrer ersten unglücklichen Liebe aus Studienzeiten und lässt uns teilhaben an ihrem teils exzessivem Leben, mit Drogenkonsum und bisexueller Liebe.
Mascha fliegt nach Israel, ?um zu trauern?, das gibt sie als offiziellen Grund für den Besuch in Israel bei der Einreise an. Ruhe findet sie keine. Die Gegensätze in Israel sind stärker wie sie kaum sein können. Weltoffen und modern einerseits, stehen die Traditionen des orthodoxen Judentums auf der anderen Seite gegenüber. Die Angst vor Attentaten in der Bevölkerung ist allgegenwärtig. Junge Frauen in Uniformen mit schweren Maschinengewehren gehören zum Alltag.
Mascha beginnt ein Liebesverhältnis mit einer israelischen Frau und gleichzeitig mit einem palästinensischen Mann, Glück findet sie bei keinem von beiden. Im Gegenteil, sie wird immer depressiver, trübsinniger und apathischer. Nebenbei beschreibt sie den schonungslosen Siedlungskonflikt zwischen Israelis und Palästinensern, der von keiner Seite gewonnen werden kann. Letztendlich lässt sie sich von ihrer erste Liebe, Sami, retten - Mascha steht hilflos auf einem freiem Feld in Palästina ? der sie zurück nach Deutschland bringt.

Beklemmend und schonungslos ohne jegliche Schönfärberei erzählt die Autorin Olga Grjasnowa das Leben der jungen Mascha und mitunter auch ihr eigenes. Das Buch ist bedrückend, düster und traurig. Man leidet mit der jungen Protagonistin Mascha,
einer jungen Frau ohne Heimat, ohne Wurzeln und möchte manchmal so gerne ins Geschehen eingreifen um ein wenig Glück in ihr junges Leben zu bringen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Alexandra Clementschitsch

Rezensionen von Alexandra Clementschitsch:

Ein Buch, eine Geschichte, die noch lange nachwirkt

Der Sohn. von Durlacher Jessica

Eine Geschichte, die mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Holocaust und dem Überleben und den daraus resultierenden Traumas beginnt, entwickelt sich zu einer komplexen Familiengeschichte, deren Aufarbeitung sich zu einer Tragödie entwickelt.
Es geht um Schuld und Versagen, um Angst und Verrat, um Schande, Rache und Gewalt und nicht zuletzt um Familienzusammengehörigkeit und die Liebe.

Man stellt sich während des Lesens oft die Frage, wie man selbst in diesen Situationen handeln würde. Wie weit treiben einen Menschen Hass und der Wunsch nach Rache, speziell wenn es um seine eigenen Kinder geht. Diese Gedanken waren beim Lesen des Buches meine ständigen Begleiter.
Ist das Böse immer böser, als das Gute gut sein kann?
Gibt es eine Ausgeglichenheit zwischen Gut und Böse?
Ein Buch, eine Geschichte, die noch lange nachwirkt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Alexandra Clementschitsch