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Rezensionen von Caroline :

Die Insel ist mein Herz

Isal kommt nach knapp 10 Jahren wieder nach Hause auf die Insel Bailevar. Sie hat damals ihren Vater, ihre zwei älteren Brüder und ihre Jugendliebe zurück gelassen und es niemals bereut. Aber in ihrer Not sieht sie keinen anderen Weg, als zu ihrer Familie.

Dort angekommen, trifft sie auch unerwarteter Weise Finn wieder.

Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit überrollen Isla und vor allem Shona freut sich sehr die junge Frau wieder in die Arme zu schließen.

Shona, die seit jeher gerne die Geschichte der „verschwundenen Insel“ erzählt, die nicht mehr die jüngste ist und auch von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Wie hat es mir gefallen?

Ich lese das Buch im Rahmen der Aktion „Hello Sunshine“ vom Bloggerportal und habe das Buch als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür.

Mit dem Cover und dem Klappentext waren meine Erwartungen auf einen lockeren leichten Liebesroman gelenkt. Bekommen habe ich eine weitaus tiefer gehende Geschichte.

Isla ist eine junge Frau, die an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Sie ist verwirrt und daher zickig. Sie floh von der Insel, die sie als einengend und provinziell empfand. Nun ist sie wieder hier und die Menschen haben sich kaum verändert. Meine Sympathie für sie hielt sich in Grenzen, denn sie strapazierte oft meine Geduld. Ich brauchte eine Zeit lang, um mich mit ihr anzufreunden.

Finn dagegen hat mich sofort für sich eingenommen, vor allem seine freundliche Art und seine Leidenschaft fürs Kochen. Er kann auch mit Islas Gefühlschwankungen umgehen, auch wenn ihn ihr Auftauchen überrascht.
Bereichert wird die Story durch ein paar äußerst charmante Figuren. Allen voran Shona, die das Herz der Insel ist. Ihre Geschichten sind allseits bekannt, wenn auch nicht alle daran glauben, hören sie ihr sehr gerne zu.

Louise, eine knapp 90jährige Frau, die noch täglich im Meer schwimmt und ihren wundervollen „gefakten“ französischen Akzent lebt.

Die Altherrenband, der Postbote/Müllmann und noch einige andere schrullige Figuren.

Diese Insel im rauen schottischen Meer rundet bildet den perfekten Schauplatz, um die Geschichte zu erzählen.

Der Schreibstil der Autorin war anfangs für mich gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht genau festmachen, woran das lag. Es war womöglich ein Zusammenspiel aus einer für mich eher ungewohnten Schreibweise und meiner leichten Abneigung gegenüber Isla. Aber man muss die Hauptfigur nicht unbedingt mögen, um eine Geschichte gut zu finden.

Und ich fand sie gut. Sie war tiefgründiger als erwartet, sie war spannend und voller großer Gefühle, die alle Menschen in sich haben.

Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, über Herkunft, Vergangenheit und Zukunft. Als ich mich voll darauf eingelassen habe, riss sie mich mit.

www.mariessalondulivre.at

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Rezensionen von KimVi:

Leider kein spannender Krimi, aber ein durchgehend interessanter Roman

Der Fall Kallmann von Nesser Håkan

Der Lehrer Eugen Kallmann war bei seinen Schülern sehr beliebt. Sein unerwarteter Tod wirft einige Fragen auf. Doch die Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass Kallmann durch einen Unfall ums Leben kam und stellt die Ermittlungen ein. Leon Berger, der Kallmanns Nachfolge im Schwedischunterricht antritt, findet im Schreibtisch seines Vorgängers einige Tagebücher.

Er kann der Versuchung nicht widerstehen, sie zu lesen. Der Inhalt gibt ihm jedoch Rätsel auf. Wie viel Wahrheit mag wohl in dem Geschriebenen stecken? Denn Kallmann behauptet dort von sich selbst, dass er die Gabe hat, in den Augen anderer Menschen zu lesen, ob sie irgendwann in ihrem Leben einen Mord begangen haben. Außerdem deutet einiges darauf hin, dass Kallmann einem alten, ungesühnten Verbrechen auf der Spur war. Ist ihm das zum Verhängnis geworden? Und war sein Tod gar kein Unfall? Gemeinsam mit zwei Kollegen versucht Leon Berger das Rätsel zu lösen....

Die Geschichte um den rätselhaften Tod des Lehrers Eugen Kallmann wird aus wechselnden Ich-Perspektiven geschildert. Da die unterschiedlichen Blickwinkel zu Beginn stets mit dem Namen der Person, die gerade ihre Sicht der Dinge beschreibt, kenntlich gemacht werden, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Außerdem kommt es im Verlauf der Handlung zu einigen Zeitsprüngen, doch auch diese kann man leicht einordnen, da die entsprechenden Wechsel mit der Jahreszahl versehen sind.

Durch die unterschiedlichen Ich-Perspektiven erfährt man sehr viel über die einzelnen Akteure. Man bekommt einen genauen Einblick in ihre beruflichen und privaten Hintergründe. Außerdem kann man dadurch ihre Gedanken und Gefühle sehr gut einschätzen. Da es sich um sehr unterschiedliche Charaktere handelt, bekommt man einen guten Gesamtüberblick.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihm hervorragend, die einzelnen Charaktere voneinander abzugrenzen und sie lebendig wirken zu lassen. Man kann sich mühelos in die unterschiedlichen Protagonisten hineinversetzen und dabei beobachten, was sie zur Lösung des Fall Kallmanns beizutragen haben. Der Fall selbst steht dabei aber nicht unbedingt im Zentrum der Handlung, denn man erfährt einiges aus dem privaten und beruflichen Umfeld der jeweiligen Person, das zunächst nichts damit zu tun haben scheint. Dadurch hat man beim Lesen manchmal leider das Gefühl, etwas auf der Stelle zu treten, da die Nebenstränge ziemlich viel Raum einnehmen. Das Geschehen wird zwar durchgehend interessant geschildert, doch echte Ermittlungsarbeit und Spannung sind eher rar gesät. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es sich um einen Roman und nicht um einen Krimi handelt. Wenn man sich das bewusst macht, kann man sich entspannt zurücklehnen und genießen, wie die Handlungsfäden sich langsam miteinander verbinden, am Ende schlüssig zusammenlaufen und sogar noch mit einer Überraschung aufwarten können.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans gut unterhalten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir vom Fall Kallmann eigentlich einen spannenden Kriminalroman erhofft hatte. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht, doch auf dem Buchcover ist ja deutlich zu erkennen, dass es sich um einen Roman handelt. Deshalb bin ich wohl mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Die Handlung selbst wirkte auf mich durchgehend interessant und die Charaktere äußerst lebendig. In meiner Bewertung bin ich hin- und hergerissen. Einem Krimi würde ich an dieser Stelle lediglich wohlwollende drei Bewertungssternchen geben, doch da es ja offensichtlich keiner ist, runde ich großzügig auf und bewerte diesen Roman mit vier von fünf Sternen.

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Rezensionen von yellowdog:

Die geschichte Taiwans

Der Fall Kallmann von Nesser Håkan

Tereza Vanek wendet sich in diesem Roman wieder China zu.
Diesmal führt der Weg sogar von Shanghai bis nach Taiwan 1900, das damals auch Formosa genannt wurde. Neuland für wohl die meisten Leser.

Geniestreich der Autorin ist es, mit der Protagonistin Anastasia eine gewissermaßen neutrale Figur zu schaffen, deren Sicht auf die Zustände unvorgenommen sind und deswegen wirken die Themen unmittelbar auf den Leser.

Anastasia (kurz Ana) ist Russin, lebte jedoch schon seit ihrer Kindheit in China. Nach dem Tod ihres Vaters ist sie auf sich selbst gestellt. Eine für sie arrangierte Heirat lehnt sie ab. Sie wächst in ihre Rolle als selbstbewusste, eigenständige Frau hinein und kümmert sich sogar um die junge Chinesin Clio.
In Taiwan arbeiten sie zusammen für die Missionaren als Lehrerinnen.
Die Ereignisse der Zeit sind brisant, In Taiwan sind nach dem chinesisch-japanischen Krieg 1895 die japanischen Besetzer die Machthaber.
Von den Ureinwohner Taiwans rebellieren viele gegen die Unterdrückung.

Manche Nebenfiguren werden bewusst nicht tiefergehend portraitiert, etwa der deutsche Geschäftsmann Felix Hoffmann oder der Missionar George Mackay. Entscheidend ist wiederum, wie Ana sie wahrnimmt. Trotzdem sind es interessante Persönlichkeiten.
Das gilt erst recht für den Taiwaneser Difang, mit dem Ana sich mehrfach mit Sympathie auseinanderer setzt.

Das aufregende am Roman ist gerade der Kampf der Kulturen. Chinesen untereinander, gegen die Japaner, die Rolle der Europäer und christliche Missionare.

Tereza Vanek beweist auch in diesem historischen Roman, dass es möglich ist, anspruchsvolle Stoffe auf gut lesbare Art zu schreiben.

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Rezensionen von Olaf_L:

Rasanter Wien-Krimi

Kaiserwasser von Fyona A. Hallé

Zuerst einmal sollte ich die Überschrift etwas relativieren: Ja, am ehesten gehört dieses Buch in die Krimi-Schublade, doch fehlt hier vieles, was manch Krimifreund wohl erwarten würde, nicht zuletzt klassische Ermittler, und auch das ‚Verbrechen’, um das es geht, ist eher unüblicher Natur: Es verschwinden nämlich Hunde, und zwar gleich in Serie, wie Inhaltsangabe und Prolog schon verraten.

Was dahinter steckt, wird nach und nach aufgedeckt. Verdächtige gibt es schon, u.a. den koreanischen Koch eines Tagungs-Centers am Wiener Kaiserwasser. Haarsträubend? Nun ja; tatsächlich wird in Fernost noch Hund gegessen, und es gab schon haarsträubendere Vorwürfe gegen Zuwanderer ... Die meisten Hauptfiguren in „Kaiserwasser“ mögen daran freilich nicht glauben.

Damit wären wir bei den Charakteren des Buches, und davon gibt es recht viele. Dies ist einer der Haupt-Kritikpunkte bei anderen Rezensionen und Kommentaren, die ich gelesen habe, und tatsächlich: Wo viele Geschichten ähnlichen Umfangs (280 Seiten) mit 2, 3 oder 4 Hauptfiguren auskommen, so sind es hier eher 5, 10 oder 15, je nachdem, was man als Haupt- oder Nebenrolle ansieht. Persönlich konnte ich eigentlich immer den Überblick behalten, da die Figuren nach und nach recht geschickt eingeführt werden; aber ein Personenverzeichnis wäre hier wohl hilfreich. Dass die Autorin die diversen Personen immer wieder anders umschreibt (z.Bsp. Tony/ Prinzessin/ Mädchen/ Teenager ...), ist zwar kreativ, erleichtert die Orientierung aber auch nicht. Hauptakteure sind jedenfalls sicher die Freundinnen Conny und Tony, die dadurch in die ‚Krimi’-Handlung verwickelt werden, dass ein von ihnen betreuter Hund ebenfalls spurlos am titelgebenden Kaiserwasser verschwindet.

Der Hund gehört der Autorin Cassiana Herno. Sie ist die Hauptfigur in einem weiteren Handlungsstrang, denn sie und ihr Manager sind gerade dabei, für ihr neues Buch (ebenfalls benannt „Kaiserwasser“) die Werbetrommel zu rühren. Dass sich dieser Handlungsstrang zu Beginn des Buches bald (fürs erste) in den Vordergrund schiebt, hat, wie sich zeigte, wiederum einige Leser bzw. Leserinnen irritiert. Hier scheint der Krimi in eine Literatur-Satire überzugehen, aber die Betonung liegt auf ‚scheint’! Denn die Handlungsstränge sind miteinander verknüpft, und beteiligt (auf die eine oder andere Weise) an dieser Verknüpfung sind besagter koreanischer Koch und der Fürst Finsterfels, der im genannten Center eigentlich nur ein geschäftlich-kulturelles Event steigen lassen will.

Ein weiterer Kritik- und Irritationspunkt war, dass in die Haupthandlung immer wieder Passagen aus dem Buch-im-Buch eingeblendet werden, und zwar zumeist in Form von Lesungen. Dadurch ist die Einbindung selber zwar gut motiviert, aber die Haupthandlung wird natürlich unterbrochen, und man muss sich erst einmal wieder umstellen. Es wäre wohl tatsächlich sinnvoll, wenn man diese Passagen irgendwie im Schriftbild hervorheben könnte. Womöglich noch mehr hat manche aber wohl irritiert, worum es in diesem Binnen-Buch geht, nämlich um eine tabuträchtige Liebesgeschichte – wie tabuträchtig, wird erst im Laufe der Handlung klar.

Die Handlung selber scheint zu Anfang eher gemächlich in Gang zu kommen. Das ändert sich aber rasch – und das heißt, innerhalb einer Woche –, und das Finale „an, auf und in der Alten Donau“ ist derart rasant, dass offenbar alle bisherigen Rezensenten (mich eingeschlossen) es in einem runter gelesen haben, obwohl es immerhin gut 70 Seiten und damit ein Viertel des Buches umfasst. Es ist sozusagen in Echtzeit erzählt, sehr filmisch und sehr gekonnt.

Und just zwischen zwei Höhepunkten dieses Finales wird wieder eine längere Passage aus dem Buch-im-Buch eingeblendet. Das wirkte auch auf mich zuerst wie eine Vollbremsung aus voller Fahrt, doch im Nachhinein betrachtet dürfte das Absicht sein: Die Einblendung fungiert nicht nur als retardierendes Moment; vielmehr wird hier auch klar, dass die vermeintlichen zwei Handlungsstränge eigentlich nur einer sind.

Die Details der Verknüpfung werden nach dem Finale aufgedeckt. Ja, auch diesen Abschnitt hätte man etwas raffen können, da hier die Literatur-Satire sich wieder in den Vordergrund schiebt. Doch liegt der Autorin dies offenbar am Herzen, und es lässt sich unschwer denken, wer für die Figur der Cassiana Herno Pate (bzw. Patin) gestanden haben könnte. Mir kamen die Namen Charlotte Roche, Cecelia Ahern, Thomas Bernhard oder auch Karl Ove Knausgard in den Sinn.

Die eigentliche Krimi-Haupthandlung findet einen überraschenden Abschluss, der aber wohl die meisten Leserinnen bzw. Leser zufrieden gestellt hat; man könnte den Schluss versöhnlich nennen. Hier zeigt sich wiederum, dass „Kaiserwasser“ einerseits Elemente des Krimis benutzt, speziell des Regionalkrimis, jedoch insofern darüber hinaus geht, als dass die Szenerie hier nicht nur Kulisse ist, sondern sozusagen selber zum Akteur wird. Es bleiben freilich noch ein paar lose Enden übrig, die eine Fortsetzung denkbar erscheinen lassen. Es würde sich lohnen!

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Rezensionen von spozal89:

märchenhaft weihnachtlich

Winterengel von Corina Bomann

Als Anna Vater starb, brach nicht nur ihr Herz sondern auch ihre Existenzgrundlage. Denn die Glashütte, in der sie zusammen mit ihrem Vater gearbeitet hatte musste geschlossen werden. Um sich über Wasser zu halten verkauft Anna nun selbstgemachte Glasengel, die sie in einer benachbarten Werkstatt herstellen darf.

Als sie eines Tages eine Einladung der englischen Königin bekommt, die gerne ihre Engel sehen und kaufen würde, denkt Anna an einen schlechten Scherz. Doch dann taucht der englische Bote mit den silbergrauen Augen auf und Anna begibt sich mit ihm auf die Reise ins ferne England. Doch als plötzlich ihre Engel gestohlen werden, bricht für sie eine Welt zusammen. Muss sie nun unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurückkehren? Doch wie durch ein Wunder wendet sich das Blatt, aber nicht nur in Bezug auf die Glasengel...

Ich habe schon mehrere Bücher von Corina Bomann gelesen, aber die Weihnachtsbücher gefallen mir am besten von ihr. So auch "Winterengel".

Die Geschichte um Anna und ihre Weihnachtsengel ist für mich das bisher beste Buch der Autorin. Es hat etwas märchenhaftes an sich und ist gleichzeitig emotional, aber nicht zu kitschig und auch ein klein wenig spannend (ich finde man fiebert richtig mit Anna mit). Zudem fand ich es einfach unglaublich einstimmend auf Weihnachten. Das Vertrauen das Anna in mehr oder weniger fremde Menschen gelegt hat und die dann ihr Leben komplett ändern fand ich super schön und ich musste mir zum Ende hin tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken. Die Beschreibungen der Herstellung der Glasengel fand ich interessant, da ich mir bisher nie Gedanken um die Arbeiten mit Glas gemacht habe. Schön fand ich auch, dass es eine Liebesgeschichte gab, die aber nicht im Vordergrund stand. Das Ganze Buch über stand Anna und ihre Entwicklung im Mittelpunkt und auch die Familie kam nicht zu kurz.

Oftmals habe ich die Längen der anderen Bücher der Autorin bemängelt, die gab es bei diesem Buch hier so gar nicht und ich kann es nur gänzlich empfehlen. Nicht nur für die Vorweihnachtszeit, sondern allgemein. Wobei es schon eher ein Winterbuch ist und keins das man im Sommer lesen sollte. Denn ich glaube der Zauber des Buches wirkt im Winter einfach viel mehr. :-)

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Rezensionen von rewa:

Lügen und betrügen

Adele Spitzeder von Adele Spitzeder; Julian Nebel

In dem Buch ,,Adele Spitzeder – Der größte Bankenbetrug aller Zeiten´´ entführt der Autor den Leser in eine Zeit, in der es einer einfachen Frau, die keinerlei Erfahrungen in kaufmännischen Angelegenheiten hatte, gelungen ist, mehr als 30 000 Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen.
1872 sind in München und Umgebung durch Gutgläubigkeit, Gier und einfach Unwissenheit tausende Menschen vor dem Ruin gestanden und viele haben dabei sogar den Weg in den Freitod gewählt.

Adele Spitzer, erfolglose Schauspielerin, Volkssängerin und Betrügerin, gründete 1869 die ,, Dachauer Bank´´ und ist die Urheberin des sogenannten ,, Schneeballsystem´´.
Der Autor zeigt in diesem Buch auf, wie jemand der charismatisch und unkonventionell ist, die Menschen für sich einnehmen kann. Geld, das einfach in Säcken in der Wohnung gestapelt ist, Angestellte, alle ohne kaufmännische Ausbildung oder Bestechungen von Redakteuren, damit sie Spitzer wohlgesinnt sind, waren nur einige Beispiele davon, wie chaotisch es bei ihren ,, Geschäften ´´ zugegangen ist.
Man kann das Buch eher als Sachbuch bezeichnen, da es eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Handlungen ist. Abbildungen sowie Originalzitate von Adele Spitzeder lassen den Leser einen guten Einblick gewähren in die damalige Zeit. Der Autor hat gut recherchiert und lässt sowohl gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ereignisse aus der Zeit von Bismarck und dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. wieder auf erleben.
Adele Spitzeder, die auf Kosten der einfachen und armen Menschen gelebt hat, wird schlussendlich verhaftet und das ganze System bricht zusammen. Jetzt kommt erst das ganze Ausmaß ihrer jahrelangen Betrügereien ans Licht. Man erkennt, dass es heute nicht viel anders ist, wenn es um schnellen Gewinn geht und kaum hinterfragt wird, wie es dazu kommt.
Eine interessante Geschichte von einer ungewöhnlichen Frau.

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Rezensionen von Arachnophobia:

Eher mäßige Story gut verpackt

Leere Herzen von Juli Zeh

Nachdem mich „Unterleuten“ begeistern konnte, ich „Nullzeit“ aber eher mittelprächtig fand, war ich dennoch sehr neugierig auf Juli Zehs neuen Roman „Leere Herzen“. Thematisch wieder etwas völlig anderes; laut Klappentext erwartete mich hier eher eine Art Politthriller-Roman-Mix. An sich nicht ganz mein Genre, aber die Leseprobe machte definitiv Lust auf mehr.

In jener wird man ohne großes Vorgeplänkel in die Szenerie geworfen. Ein Abendessen einer normalen, aber offensichtlich recht erfolgreichen Familie mit ihren Freunden. Der Schauplatz ist Deutschland in einer nicht näher bestimmten, aber mit Sicherheit nicht allzu entfernten Zukunft. Gerade in der anfänglichen Abendveranstaltung fallen so einige interessante bis zynische Spitzen gegenüber der heutigen Politik und Situation. Dieser Teil der Leseprobe reichte aus, um meine Neugierde auf das Buch endgültig zu wecken. Die Szene war auf eine spezielle Weise irgendwie bizarr und schräg und doch wieder völlig selbstverständlich.

Der Schreibstil tat sein Übriges, um den Einstieg in die Geschichte sehr leicht zu machen. Sehr flüssig zu lesen, ohne dabei allzu simpel zu sein und somit genau mein Geschmack und entsprechend meiner Erwartung. Die Protagonisten und auch Nebenfiguren wirkten auf mich durchweg nicht sonderlich sympathisch – vielleicht waren sie absichtlich so angelegt, vielleicht ist das auch nur mein persönlicher Eindruck. Allerdings waren sie dabei keineswegs so nervig bis anstrengend, so dass ich nie das Bedürfnis verspürte, ihretwegen das Buch abbrechen oder zumindest unterbrechen zu wollen.

Dafür, also für das irgendwann schleppende Lesetempo meinerseits, sorgte der allzu schnell abflachende Spannungsbogen. Was zu Beginn sehr interessant begann, als die Geschäfte hinter der „Brücke“ endlich beschrieben wurden, ließ etwa ab der Mitte des Buches die Geschichte Abwechslung vermissen. Hier konnte das ordentliche Tempo vom Beginn leider nicht mehr gehalten werden und eher unspektakuläre Ereignisse zogen sich etwas zu sehr in die Länge – vor allem gemessen an der doch eher geringen Seitenzahl. Hier hätte ich mir einfach insgesamt eine etwas andere Entwicklung gewünscht, etwas mehr Überraschung.

Am Ende konnte die Story leider nach den vielen anfänglichen, interessanten Details nicht ganz halten, was sie versprach. Gute 3 Sterne vergebe ich für den Inhalt, aufgrund des lesenswerten Stils kann ich „Leere Herzen“ aber insgesamt reinen Gewissens 4 Sterne geben.

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Rezensionen von Arachnophobia:

Spannende Idee

Scythe – Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

„Scythe – Die Hüter des Todes“ war seit einer ganzen Weile endlich wieder ein Jugendbuch, das mich interessierte und das mir vor allem dann auch äußerst gut gefallen hat. Ich bin zuvor jedes Mal um das Buch geschlichen, das mich schon mit diesem schlichten, aber dennoch auffälligen Cover angesprochen hatte, bis ich mich endlich entschließen konnte, es mir zu kaufen.

Und ich habe es glücklicherweise nicht bereut!

Die Geschichte liest sich anfangs fast schon ein wenig wie eine Utopie: In einer nicht näher benannten Zukunft haben die Menschen die Probleme unserer heutigen Zeit wie etwa Krieg, politische Krisen und vor allen Dingen überhaupt die Sterblichkeit überwunden. Nur wenigen sind Begriffe wie „Mord“ und „Gefängnis“ überhaupt noch geläufig. Es gibt selbst Heilung von ansonsten tödlichen Verletzungen, mit lediglich einer Ausnahme gibt es keinen „natürlichen“ Tod mehr. Damit es aber einen Ausgleich zum sonst unaufhaltsamen Bevölkerungswachstum gibt, wurden die Scythe ins Leben gerufen. Diese übernehmen die Aufgabe des Todes und wählen Menschen aus, deren Leben vorbei sein soll.

Ich fand allein schon die Idee, dass mehr oder weniger „normale“ Menschen die Aufgabe des Todbringers übernehmen, von Anfang an einfach faszinierend. Man erkennt vor allem im Verlauf der Geschichte, wie sich die verschiedenen Persönlichkeiten der jeweiligen Scythe darauf auswirken, wie sie die Menschen auswählen, denen sie den Tod bringen. Hier liegt nämlich großes Konfliktpotenzial bereit, das dennoch gewissermaßen Spannung und vor allem Unberechenbarkeit in eine Welt bringt, in der es ansonsten kaum noch Neuerungen und Überraschungen gibt – schließlich ist alles bereits optimiert.

Mit den beiden Protagonisten Citra und Rowan, vor allem letzteren, bin ich nicht sofort zu Beginn warm geworden. Ich brauchte eine Weile und vor allem eine inhaltliche Wende, bis sie mir letztendlich doch beide ans Herz gewachsen sind. Ihre Motivation war stets gut erkennbar und weitestgehend nachvollziehbar. Es wird in regelmäßigen Abständen zwischen ihren beiden Erzählperspektiven gewechselt und da ich beide irgendwann sympathisch und beide Handlungsstränge sehr interessant fand, kam es hier zu keinerlei Längen.

Der Schreibstil tat sein Übriges dazu, dass mich das Buch von Anfang an in seinen Bann zog. Flüssig, sehr gut lesbar, dabei aber nicht simpel und primitiv. Insgesamt ein äußerst kurzweiliges Buch, das mich durchweg fesseln konnte. Ich konnte es vielmehr kaum aus der Hand legen!

Insgesamt habe ich lediglich ein paar kleinere Kritikpunkte: Zum einen weiß ich nicht, ob es an der Ebook-Ausgabe lag, aber es waren doch für ein Buch aus einem „großen“ Verlag mit eigentlich ordentlichem Korrektorat etwas zu viele absolut vermeidbare Tippfehler vorhanden. Entweder fehlt im Wort ein Buchstabe (vor allem ein Anfangsbuchstabe ist auffällig, grad wenn der dem Buch eigene Begriff zum ersten Mal fällt…) oder es ist zum Ausgleich einer zu viel vorhanden. Bei sowas bin ich halt recht pingelig und mir stechen diese unnötigen Fehler einfach stark ins Auge. Zum anderen hätte ich mir an einigen Stellen doch ein paar mehr Erklärungen gewünscht, wie etwa zur Technologie und Wissenschaft, die überhaupt zu den eingangs erwähnten Fortschritten führte. Und um spoilerfrei zu bleiben, kann ich es nur vage andeuten: Entweder ist ein Name gegen Ende bewusst falsch – oder es ist halt ein Fehler des Autors.

Letztendlich bekommt das Buch von mir trotz dieser kleinen Mängel die volle Punktzahl, da es einfach für mich etwas Neues war und wie bereits erwähnt sehr spannend und kurzweilig geschrieben ist. Nun kann ich die Fortsetzung kaum erwarten!

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Rezensionen von yellowdog:

Routiniert

Keine Gnade von Daniel Annechino

Keine Gnade ist ein Psychopathen-Thriller, wie es viele gibt. Nicht besser oder schlechter als der Durchschnitt. Aber ich muss sagen, ich mag den Roman. Das liegt vor allen an den Hauptfiguren: Al, der in einem Mordfall ermittelt und Sami, eine ehemalige Polizistin, die nach einem traumatisierendem Erlebnis mit einem Mörder den Dienst aufgab.

Al und Sami leben zusammen, doch die Beziehung ist auch nicht ohne Probleme. Das wird glaubhaft geschildert. Sami hat eine 6jährige Tochter und eine kranke Mutter und muss sich klarwerden darüber, ob sie wieder zurück in den Polizeidienst will.
Al hingegen ist sich nicht sicher, ob er der Verantwortung der Beziehung gewachsen ist.
Das Privatleben spielt also eine große Rolle. An so einem Aspekt scheidet sich die Leserschaft in der Thrillergemeinde. Die einen wollen hauptsächlich den Fall und die Ermittlungen, andere Leser sind mehr an den beteiligten Menschen interessiert. Doch insgesamt gleicht sich das hier doch ganz gut aus.

Die Passagen mit dem Serienkiller Julian und seine Art zu denken, sagten mir zunächst weniger zu. Hier werden die üblichen Zutaten herangezogen. Doch immerhin ist seine fixe Idee mit den Experimenten bei Herzoperationen wenigstens ein Motiv. Er ist ein irrer Kardiologe mit einem Hass auf Frauen. Auch ist eine Entwicklung zu beobachten, er wird immer brutaler, hat sich weniger unter Kontrolle.
Die Mordszenen sind gnadenlos. Je besser man die Opfer in den Seiten davor kennen gelernt hat, umso schwerer sind sie für den Leser erträglich.

Die Frage ist jetzt, ob Sami und Al den Killer fassen können, obwohl sie so stark mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind. Wenigstens eine Frau könnte überleben.

Daniel Annechino hat einen routinierten, gut lesbaren Thriller geschrieben.

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Rezensionen von manu63:

Gelungener Abschluss

Ich bin … der Anfang von Celeste Ealain

Mit Ich bin .. Der Anfang endet die Trilogie der Autorin Celeste Ealain. Hier kommt zum Abschluss was in den ersten Bänden seinen Anfang nahm. Silena bekommt einen Auftrag den sie nur unschlüssig ausführen möchte und das Schicksal der Vampire, Gewandelten und Menschen wird besiegelt.

Das es schon eine Weile her war das ich die Vorbände gelesen habe fiel es mir nicht ganz nleicht wieder hineinzukommen da die Welt rund um Silena und Edrian sehr komplex ist.

Ein Was bisher geschah hat mir beim Einstieg geholfen. Nachdem ich erst mal wieder in der Geschichte drin war faszinierte mich einmal mehr die Welt, welche die Autorin geschaffen hat. Viele Fragen aus den Vorbänden konnten geklärt werden und auch die Aufgabe der Wächter wurde deutlich. Der Schreibstil ist lebendig und man sieht die Szenarien gut vor Augen. Durch die Schilderung aus verschiedenen Perspektiven konnte ich den Motiven der Protagonisten gut folgen. Insgesamt ein gelungener Abschluss einer Trilogie die ich von der Idee her spannend fand. Auf jeden Fall würde ich empfehlen die Trilogie hintereinander ohne großen Zeitabstand zu lesen damit man bei der komplexen Materie die Zusammenhänge im Gedächtnis behält.

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