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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von SLovesBooks:

Ich habe etwas anderes erwartet

The Chosen One - Die Ausersehene von Isabell May

Ich finde es super schwer dieses Buch zu bewerten. Es ist mir selten so schwer gefallen. Ich bin die ganze Zeit hin und her gerissen zwischen dem, was ich erwartet habe, was aber bitterlich enttäuscht wurde und dem, was ich bekommen habe, was mich aber wiederum in einen Zwiespalt gebracht hat.

Ich fange mal vorne an.

Auf Grund des Covers, der Kurzbeschreibung und der Leseprobe habe ich mit so etwas in Richtung Selection, Juwel etc. getippt. Anders aber irgendwie in diesem Stil. Allein schon das Cover mit diesem coolen Kleid. So war es auch anfangs. Die ersten Kapitel waren exakt das was ich erwartet habe und erinnerten mich stellenweise von der Idee entfernt an "Den Report der Magd", das ich sehr mag. Doch dann leitete die bereits im Klappentext angesprochene Flucht der Protagonistin aus dem goldenen Käfig einen derartigen Umschwung in der Geschichte ein, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Das ganze Konzept veränderte sich. Der Schwerpunkt hat sich nicht nur verlagert, sondern es wurde ein ganz Neuer. Die Problematik der Auserwählten geriet völlig in den Hintergrund. Ab da wurde es eher zu einer trägen Geschichte über Reisende, dessen Sinn und Zweck man noch nicht fassen konnte. Erst im letzten Teil kommt die Komponente Magie hinzu und transformiert die Geschichte in eine ganz andere Richtung. Jedoch ergibt alles im letzten Teil einen Sinn. Mir hat eigentlich seit der Flucht der Protagonistin stetig etwas gefehlt. Ich wusste aber erst was es war, als ich es gefunden habe, auf den letzten 40 Seiten. Mir fehlte der Rahmen. Man bekommt über die gesamte Länge des Buches immer nur Stücke des Mittelteils des Puzzles, aber nie habe ich verstanden, warum mir die Geschichte so auseinander gebrochen ist. Erst am Ende ergab sich ein Bild. Nun mag es Leser geben, zu denen ich mich üblicherweise auch zähle, die es an Büchern schätzen, wenn sich das Gesamtbild erst im Nachhinein ergibt und man so vor eine große Überraschung/Wendung gestellt wird. Hier war es für mich aber eine Erfahrung des freien Falls. Ich wollte zwar immer wissen wie es weiter geht, aber eher aus der Motivation herauszufinden, was ich nicht verstanden habe oder ob es da etwas zu verstehen gab. Mir ist nach der Flucht die Geschichte komplett weggebrochen. Ich habe mich wie in einem anderen Buch gefühlt. Die Geschichte konnte mich auch nicht mehr fesseln im eigentlichen Sinne. Irgendwie fehlte mir was um mich darauf einlassen zu können. Aber mir war der Mittelteil auch schlichtweg zu langweilig. Erst später wurde es wieder spannend, als auch die Erzählung beschleunigte und Actionszenen ins Spiel kamen.

Insgesamt ging mir die Handlung des ersten Teils zu ruhig und glatt vonstatten. Es gab kaum richtige Highlights, die mich packen konnten. Auch für ein Jugendbuch war es für meinen Geschmack zurückhaltend. Angesichts dessen, dass es in der Geschichte um die Ausnutzung von jungen Mädchen und Frauen als unfreiwillige Gebärmaschine geht, gehe ich eigentlich auf Grund dieser damit zusammenhängenden beziehungsweise sich aufdrängenden Thematiken wie Sex, Vergewaltigung und Ausbeutung von Frauen sowie politischen Machtspielen und Entzug von Grundrechten davon aus, dass sich dieses Buch an ältere Jugendliche ab 15 oder 16 richtet, die somit auch einen anderen Anspruch bezüglich Spannung, Action und Sprachstil haben. Selbst wenn die Auserwählten nur auf den ersten Seiten eine wirkliche Rolle spielen. Deswegen finde ich die Umsetzung enttäuschend. Der Spannungsbogen und Sprachstil erinnerte mich eher an ein Jugendbuch, dass primär an ab 12-jährige gerichtet ist.

Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist zunächst als Liebesdreieck angelegt. Dieses Gefüge verschiebt sich zum Ende allerdings beziehungsweise wird es wieder ein wenig abgeschwächt, was ich sehr schade finde. Diese Liebesgeschichte bleibt aber recht, ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, "sanft", "ruhig", "unschuldig". Jedenfalls spielt sich das meiste im Kopf der Protagonistin ab, indem sie über ihre Gefühle für die beiden Jungs nachdenkt. Über zurückhaltende vereinzelte Küsse geht es hier nicht hinaus. Was ich aber für ein Jugendbuch auch wenn es meiner Meinung nach das Alter ab 15 anspricht absolut in Ordnung ist. Es muss ja nicht immer Gott weiß wie zugehen. Deswegen mag ich diese Zurückhaltung hier durchaus. Jedoch hätte ich mir hier ein wenig mehr Drama im Liebesdreieck gewünscht. Dieses ist für meinen Geschmack recht flach geblieben. Aber das mag in der Fortsetzung vielleicht ja noch kommen.

Die Charaktere haben mir gut gefallen. Es gibt hier eine gute Mischung, sowohl was die Altersstruktur angeht, als auch die Persönlichkeiten. Einzig mit Leigh bin ich nicht so gut klargekommen, sie hat mich durchgehend fürchterlich genervt, weil ich ihr Verhalten für ihr Alter unheimlich kindisch empfand und mich oft gefragt habe, wo eigentlich der Stolz dieses Mädchens hin ist. Skadi als Protagonistin ist interessant. Sie ist noch nicht so ganz aus sich herausgekommen, findet jedoch im Laufe der Geschichte immer mehr zu sich selbst. Bei ihr habe ich oftmals das Gefühl, dass sie unbewusst oder aus dem Bauch heraus Entscheidungen trifft, deren Tragweite sie erst wesentlich später erfasst.

Der Fantasyanteil in diesem Buch ist noch recht gering. Gegen Ende wird es mehr.

Der Schreibstil lässt sich sehr flott lesen. Er ist recht einfach gehalten. Die Dialoge wirken machmal etwas platt und die Spannungskurve ist eher eine Linie bis zum Ende, wo sie etwas ansteigt. Ich hätte mir hier mehr erwartet.

Was ich aber glaube ist, dass die Autorin für den zweiten Band nun so viel Material hat, was auch bestimmt spannend wird, dass es sich wirklich lohnen könnte den zweiten Band zu lesen. Denn die wirklich interessanten Dinge kamen alle erst auf den letzten 40 Seiten. Hier sehe ich wirklich Hoffnung auf die Fortsetzung. Ein paar wichtige Fragen wurden auch noch offen gelassen. Was es zum Beispiel mit der Vergangenheit von Jaro auf sich hat. Diese möchte ich sehr gerne beantwortet wissen. Deswegen werde ich der Reihe noch eine Chance geben.

Es ist auch nicht so, dass mir das Buch insgesamt gar nicht gefallen hätte. Ich war einfach von gewissen Punkten enttäuscht. Aber der Schluss hat hier wirklich noch viel bewirkt. Und einen Pluspunkt gebe ich auch, weil ich immer am Ball bleiben wollte. Ich wollte wisse wie es weiter geht, also hat es Interesse bei mir geweckt. Mal sehen was da noch kommen wird.

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Rezensionen von SLovesBooks:

Wirklich gut

Nachtlichter von Liptrot Amy

Meine Meinung:

Bei diesem Roman hat mich vor allem das große erzählerische Talent der Autorin begeistert. Sie hat einen tollen Entwicklungsroman erschaffen. Ihre Protagonistin wirkt über alle Maßen realistisch. Die Alkoholabstürze wirken detailliert obgleich die Autorin beabsichtigt nicht alles preisgeben will, was währenddessen passiert ist.

Sie setzt die Alkoholkrankheit und die daraus resultierenden Abstürzen gekonnt in Kontrast zu der Flora und Fauna der Islands. Der Leser bekommt ein ganz tolles und vor allem erzählerisch gekonnt geschildertes Bild präsentiert. Hier bemerkt man welche Macht Wort haben und welche Bilder sie entstehen lassen können ohne, dass man als Leser selbst je dort war.

Der Entzug wird in all seinen schrecklichen Einzelheiten durchlebt. Die Autorin schildert hier autobiografisch ihren Leidensweg und ist dabei schonungslos ehrlich. Es ist keine leichte Kost. Auch ist es noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass man so offen mit seinen eigenen Fehlern umgeht und über seine Probleme schreibt.

Dieses Buch hat mich ob seiner drastischen Gegensätze beeindruckt. Es war abseits meiner Lesegewohnheiten aber genau das muss ich öfter machen. Ein tolles Buch, lediglich hätte ich mir ein wenig flüssigeren Schreibstil gewünscht, sodass es sich flotter lesen ließe.

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Rezensionen von lena_kallus@msn.com:

Eine spannende Familiengeschichte mit einigen Wendungen!

Das Geheimnis des Winterhauses von Lark Sarah

Sarah Lark als Autorin war mir schon einige Jahre bekannt, allerdings für ihre historischen Romane, die überwiegend in Neuseeland spielen. Eine Familiengeschichte, die auch in der Gegenwart spielt, habe ich vorher noch nicht von ihr gelesen, war aber sehr gespannt! Familiengeschichten die auf zwei oder mehreren Zeitebenen spielen lese ich unheimlich gerne und so habe ich mich auch auf das neue Buch von Sarah Lark gefreut, da ich immerhin schon wusste, dass der Anteil in der Vergangenheit nur toll werden kann!

In dem Buch begleiten wir Ellinor auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte.

Durch eine Nierenerkrankung ihrer Cousine erfährt Ellinor, dass ihre Oma ein Pflegekind war und sie somit nicht blutsverwandt mit ihrer Cousine ist und als evtl. Spender wohl nicht in Frage kommt. Ellinor hatte zuvor keine Ahnung und möchte erfahren, wo ihre Oma herkommt und weshalb sie nicht bei ihren leiblichen Eltern aufgewachsen ist. Was sie auf ihrer Suche in Kroatien und Neuseeland alles erfährt, hätte sie wohl selbst nicht gedacht.

Ellinor ist eine freundliche und mitfühlende Person. Sie ist mit Gernot, einem launenhaften Künstler verheiratet und wünscht sich eine eigene Familie mit ihm, doch leider will es mit dem Kinderwunsch nicht so recht klappen. Ihre Familie ist ihr sehr wichtig und so ist es nicht verwunderlich, dass sie ihrer Familiengeschichte nachgehen will. Gernot ist dabei nicht sehr unterstützend und begleitet sie auf ihrer Reise nur, da er eine Chance sieht seine Kunst zu vermarkten. Allgemein ist er ein sehr unsympathischer Mensch und mir war nicht klar, was Ellinor an ihm findet. Im Internet recherchiert sie über ihre Familie und findet auch schnell Hinweise in Kroatien als auch in Neuseeland. Und genau dieser Aspekt ist auch mein einziger Kritikpunkt. Ellinor findet viel zu schnell und vor allem problemlos die richtigen Hinweise und das mehrmals. In Kroatien, als auch in Neuseeland trifft sie auf Verwandte, die ihr mehr oder weniger bei ihrer Suche helfen. Mehr möchte ich gar nicht verraten, da sonst der Überraschungseffekt verloren geht.
Es kommt nämlich oft anders als man denkt und begegnet auf Wendungen, die nicht vorhersehbar sind.

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei dem Roman um eine Familiengeschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Zum einen befinden wir uns in der Gegenwart und zum anderen Anfang des 20. Jhs. in Kroatien und überwiegend in Neuseeland. Besonders toll fand ich, wie der Vergangenheitsteil erzählt wurde. Nämlich durch Erinnerungen von Personen, Tagebucheinträge, Buch und Briefe. Eine Idee, die mir bisher so noch nicht untergekommen ist. Gewöhnlich wechseln Gegenwart und Vergangenheit kapitelweise, hier allerdings nicht. Teilweise lesen wir ein ganzes Tagebuch am Stück oder einen langen Brief. So hat man das Gefühl mitten drin zu sein und wird nicht durch ein neues Kapitel unterbrochen. Dieses Stilmittel hat mir sehr gefallen!

Der Schreibstil von Sarah Lark war ganz ausgezeichnet! Sie schafft es mich in fremde Länder zu entführen, in denen ich bisher noch nicht war und dennoch das Gefühl habe sie zu kennen. Sowohl die Landschaft, als auch die Kultur und die Menschen wurden mir nahegebracht. So lernen wir z.B. einige interessante Details über die Kauri Bäume in Neuseeland.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir „Das Geheimnis des Winterhauses“ sehr gut gefallen hat! Der Verlauf der Geschichte als auch das Ende konnten mich überzeugen. Die Charaktere waren toll ausgearbeitet und auch das ganze Drumherum war super beschrieben. Ich würde mich freuen, wenn Sarah Lark ähnliche Familiengeschichten schreibt, die ich dann garantiert lesen würde!

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Rezensionen von simone.h1:

Vom Ende zum Anfang

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen? von Miranda Megan

Nicette reist aufgrund der demenziellen Erkrankung ihres Vaters in ihren Heimatort zurück, dem sie vor 10 Jahren den Rücken gekehrt hat. Damals ist ihre beste Freundin im Alter von 18 Jahren verschwunden und Nic hat ihre Vergangenheit zurückgelassen. Dich es deutet alles darauf hin dass viele Leute mehr über dieses nie aufgeklärte Verbrechen wissen, als sie Preis geben.

Nicht zuletzt auch der verwirrte Vater. Als dann auch noch eine zweite junge Frau verschwindet, müss sich das ganze Dorf mit der Vergangenheit auseinandersetzen!

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Thrillers ist ganz klar die Erzählweise. Die Autorin arbeitet sich nämlich vom 15. zum 1. Tag von Nicolettes Rückkehr zurück. Gerade das ist natürlich interessant und zeichnet das Buch auch aus. Jedoch ist diese verkehrte Chronologie teilweise schwierig, da der Leser dauernd das Gefühl hat Einzelheiten nicht zu erfassen. Dies hemmt leider ein wenig den Lesefluss. Toll ist hingegen dass so gut wie alle offenen Fragen aufgeklärt wurden, obwohl dies zwischenzeitig aufgrund des Aufbaus unmöglich schien!

Die Sprache ist leicht und locker zu lesen. Jedoch verstrickt sich die Autorin teilweise in längere Gedankengänge, die die Erzählung nicht voranbringen. Obwohl ich mich an so etwas normalerweise sehr störe, ist es mir hier nicht unbedingt negativ aufgefallen.

Alles in allem handelt es sich um einen gut konstrierten Thriller, der gerade mit der ungewöhnlichen Erzählweise wirbt. Ob man sich darauf einlassen kann uns ob das Buch diese wirklich braucht, sei dahingestellt!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Happy Pork von glücklichen Schweinen

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen? von Miranda Megan

Emma Wachs lebt allein und hochverschuldet auf ihrem von den Eltern geerbten Bauernhof mit ihren Schweinen, Hühnern, einer Kuh und dem Hund. Da fällt ihr eines Tages wie vom Himmel Max Bienen mit seinem Ferrari auf´s Feld. Das Auto zündet Emma an um die Spuren zu verwischen. Ganz langsam entspinnt sich zwischen den Beiden eine Freundschaft bis hin zu einer ganz kleinen Liebesgeschichte.

Denn Max ist todkrank...

Mit "Emmas Glück" hat Claudia Schreiber bei mir die verschiedensten Emotionen angeregt. Ich war erstaunt über eine Protagonistin, die ganz allein einen Bauernhof betreibt, sich mit absoluter Hingabe ihren Tieren widmet, sich auf der anderen Seite aber auch sehr verletzlich und schüchtern gibt. Als ich dann über den Zustand im Haus las, wusste ich, dass es doch nicht so ganz einfach ist, in der Eisamkeit allein zu leben. Als ich beim Schlachten bzw. Ausnehmen eines Schweines dabei sein durfte, kam mir doch hier und da das Grausen. Den Gestank des warmen Abbrühwasser habe ich jetzt noch in der Nase. Trotzdem empfinde ich Emma als eine starke Frau, die manches vom Leben besser verstanden hat als viele von uns.

Max und sein Freund Hans, der eine kleine Nebenrolle spielt, haben als Stadtmenschen eine so ganz andere Sicht auf die Dinge. Max tut sich anfangs etwas schwer, sich in das höfische Leben einzugliedern. Auch seine Krankheit macht ihm zu schaffen. Es ist so schön mitzuerleben, wie sich Emma und er ganz langsam an einander herantasten, wie sie sich guttun und sich jeder auf seine Weise langsam verändern bzw. weiter entwickeln.

Ich habe gelacht, geschmunzelt, gestaunt, war wütend, schockiert und wurde vor allem sehr gut unterhalten. Eine Geschichte, die so viel Wärme, Liebe und Lebendigkeit ausstrahlt und die mich sehr berührt hat. Eine Geschichte über deren Schluss man bestimmt gut diskutieren kann.
Absolut lesenswert!

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Rezensionen von begine:

Trauer und Hoffnung

Die Nightingale Schwestern von Douglas Donna

Der Roman Die Nightingal Schwestern von Donna Douglas ist ein Teil einer Reihe.Ich habe die Autorin leider erst jetzt entdeckt, das stört aber nicht, ich kam schnell hinein. Der Roman spielt 1941/42 mitten im Krieg. In London wird alles knapp, da wird die Krankenschwester Jess Jago wird an ein ländliches Krankenhaus versetzt.

Gerne gesehen sind die Londoner Schwestern, nicht, sie können angeblich nicht so gut arbeiten. Der Leser erlebt die Stimmung und Kälte genau mit. Die Charaktere der einzelnen Personen sind grundverschieden. Die Arbeit ist schwer, trotzdem versuchen die jungen Frauen noch etwas zu erleben.
Das Herrenhaus von Lady Millie wird von der Luftwaffe beschlagnahmt und es wird ein Flugplatz auf dem Gelände gebaut. Millie hat schon in früheren Teilen mitgespielt, sie ist inzwischen Witwe und hat einen kleinen Sohn.
Ins Herrenhaus ziehen kanadische Flieger, da gibt es Tanzveranstaltungen. Da liegen Spaß und Trauer sehr dicht beisammen. Nicht alle Flugzeuge kommen zurück. Im Krankenhaus sind sehr viele Verwundete, das ist oft ziemlich tragisch. Die Zivilbevölkerung leidet, da ist die Diphtherie nicht selten.
Die Autorin schont uns nicht. Sie lässt aber auch der Liebe Platz.
Es war ein wahres Leseerlebnis und schön spannend. Mal macht sich der Leser Sorgen, dann gibt es auch wieder Hoffnung.
Ich möchte den Roman gerne empfehlen.

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Rezensionen von Caroline :

Fesselt ohne zu genau ins Detail zu gehen!

Garten der Schmetterlinge von Dot Hutchison

Maya sitzt mit Verbrennungen an den Händen und anderen kleineren Verletzungen in einem Vernehmungsraum gemeinsam mit den Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison.
Schicht für Schicht wird die ungeheuerliche Geschichte hinter dem Garten und seinen Bewohnern enthüllt. Die junge Frau erscheint distanziert und sehr gefasst.

Somit gerät sie ins Zentrum der Ermittlungen, denn was sie zu erzählen hat, klingt so unwahrscheinlich, dass ihr kaum einer glauben mag.
Denn die Rücken aller jungen Frauen, die gerettet wurden, zieren riesige tätowierte Schmetterlingsflügel. Somit wurde ein Garten voller menschlicher Schmetterlinge gefunden.

Wie hat es mir gefallen?

Dieses Buch lag schon sehr lange auf meinem eReader. Eigentlich wollte ich früher diese Geschichte lesen, aber wie so oft, kam etwas dazwischen. Durch eine SuB Challenge bei Lovelybooks wurde ich quasi „gezwungen“ das Buch endlich zur Hand zu nehmen. Vielen Dank für diesen Tipp, denn es hat sich gelohnt, ihn zu lesen.
Im Mittelpunkt steht Maya, eine junge starke Frau, die gerettet wurde und sie erzählt auch die Geschichte vom Garten. Vernommen wird sie von Victor Hanoverian und Brandon Eddison. Vor allem Victor leitet das Gespräch. Seinem besonderen Gespür für Maya ist es zu verdanken, dass diese sich langsam öffnet. Einer Zwiebel gleich, enthüllt sich langsam der Kern der Geschichte. Victor weiß genau, wann er die Zügel locker lassen muss und wann er Maya wieder zurück auf den Weg holt. So fasst sie Vertrauen, denn sie entspricht nicht unbedingt den Vorstellungen eines Opfers. Sie ist stark und versucht auf ihre Weise mit den Geschehnissen umzugehen.
Das Frage und Antwortspiel ist spannend zu lesen. Musste ich mich vom Buch trennen, dann tat ich das sehr ungern, denn die Autorin hat eindeutig dafür gesorgt, dass die Leser nicht so einfach verloren gehen. Vor allem das Kopfkino wird ständig beschäftigt, denn meist werden Dinge nur angedeutet, nur kurz angesprochen. Man weiß und kann sich vorstellen, was passiert ist, ohne alles genau zu beschreiben.
Ich finde dieses Buch sehr gelungen. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wären die Seiten nur so dahin geflogen. Die Geschichte an sich ist ungewöhnlich und manchmal auch grausam, aber das war für mich nicht das Wesentliche sondern das langsame Herantasten an die Wahrheit. Ein ständiges Geben und Nehmen zwischen Maya und Victor, das mir beide sehr nahe gebracht hat. Deshalb wird mir dieses Buch noch länger in Erinnerung bleiben.
Da mein Krimi/Thriller Jahr heuer nicht besonders erfolgreich war, freue ich mich, dass ich doch noch eine weitere gute Story – neben „Saving Grace“ - gefunden habe, die mich überzeugen konnte.

www.mariessalondulivre.at

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Rezensionen von heinoko:

Zauberhafter Weihnachtszauber

Kleiner Streuner - große Liebe von Petra Schier


Ein halb verhungerter, kleiner Hund, von seiner bisherigen Pflegefamilie gnadenlos „entsorgt“, schleppt sich mit letzter Kraft vor die Sozialstation, in der Eva sehr engagiert mitarbeitet. Eva, die ein großes Herz hat – für andere, nicht aber für sich selbst – adoptiert sofort den süßen Hund und päppelt ihn auf.

Dabei benötigt sie zwangsläufig die Hilfe von ihrem Ex André, einem ehemals sehr erfolgreichen Koch. Der Weihnachtsmann und seine Elfen müssen per Monitor zuschauen, wie Eva bei jeder Begegnung mit André sämtliche Stacheln aufstellt, obwohl André alles versucht, Eva zurückzugewinnen. Da bleibt Santa und seinen Elfen nichts anderes übrig, als ein klein wenig Weihnachtszauber anzuwenden…
Nicht umsonst zeigt uns das Titelbild nicht Eva, nicht André, nicht den Weihnachtsmann, sondern einen bezaubernden kleinen Hund, denn tatsächlich ist „Socke“, wie der Findling genannt wird, der uneingeschränkte Held in dieser Geschichte. Seine Hundegedanken, in kursiv in den Text eingestreut, sind so herzerwärmend süß wie das Bild auf dem Cover. Überhaupt ist das ganze Buch nichts anderes als gefühlvoll, liebevoll, mal heiter, mal ernst. Es gibt im gesamten Buch nichts wirklich Negatives, nichts wirklich Böses. Selbst die so schwierige Annäherung zwischen Eva und André wirkt letztlich wie zuckerüberstäubt. Die Überzeichnung der Charaktere in ihrem Gut-Sein geht zugegebenermaßen bis an die Grenze, gerade noch kurz davor, in den Kitsch abzugleiten. Doch die Autorin behält diese Grenze perfekt im Auge und schenkt uns so ein rundum glitzerndes, romantisches Weihnachtsmärchen, dessen Lektüre wir mit einem wohligen Seufzer beenden und uns fühlen, als hätten wir soeben in bester Gesellschaft duftenden wärmenden Glühwein getrunken.

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Rezensionen von yellowdog:

Hardboiled

Kleiner Streuner - große Liebe von Petra Schier

Man kann dem englischen Krimi eine gewisse düstere Atmosphäre abgewinnen, die sich aus dem depressiven Gemütszustand des Protagonisten ergibt. Detective Sergenat Solomon Gray hat viel verloren. Vor 10 Jahren ist sein sechsjähriger Sohn verschwunden, seine Frau beging Selbstmord und von seiner Tochter ist er entfremdet.

Überraschend, dass er überhaupt noch als Polizeibeamter funktioniert, zudem er auch wenig Selbstbeherrschung aufweist. Zum Beispiel gegenüber Reportern, selbst gegen Vorgesetzte. Dem Alkohol ist er nicht hat abgeneigt.
Trotzdem ist man als Leser ständig nahe an dieser ambivalent angelegten Hauptfigur dran.

Bei Fällen mit Jugendlichem im Alter seines Sohnes ist er innerlich privat beteiligt. Ein Junge hat Selbstmord begangen, aber man ahnt bald, dass es auch Mord gewesen sein könnte. Dann wird noch ein Kirchenmann tot aufgefunden. Ein weiterer Mord wird noch folgen, aber da möchte ich nicht vorgreifen. Doch Sol Gray steht mit allen Opfern irgendwie in Verbindung.

Sprachlich konnte mich der Roman an so einigen Stellen nicht begeistern, das betrifft vor allen einige Dialoge, denen es nicht an Klischees fehlt. Dafür waren die Rückblicke auf 10 Jahre zuvor oder 5 Jahre zuvor gut eingestreut. Das waren zentrale Momente im Leben des Detective Sergeant und strahlen noch auf die Gegenwart aus.
So bewegt sich die Handlung vor und zurück und bereichert den Roman.
Das Buch überzeugt in erster Linie durch die Hauptfigur und den Hardboiled- und Noir-Ansätzen. Dadurch hebt sich der Roman aus der Masse der Krimiveröffentlichungen ab.

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Rezensionen von cosmea:

Ein wenig Menschlichkeit

Lied der Weite von Kent Haruf

Der wieder aufgelegte Roman “Lied der Weite“ (Originaltitel: Plainsong, 1999) von Kent Haruf spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado. Er erzählt die Geschichte von acht Personen, die auf die eine oder andere Weise an einem Scheideweg angekommen sind. Da ist der Lehrer Tom Guthrie mit seinen beiden 9 und 10 Jahre alten Söhnen Bobby und Ike.

Seine Frau leidet unter Depressionen, wendet sich von der Familie ab und verlässt sie schließlich. Die 17jährige Schülerin Victoria wird schwanger, ihre Mutter setzt sie vor die Tür. Hilfe findet Victoria bei ihrer Lehrerin Maggie Jones, die sie für einige Tage bei sich aufnimmt und dann bei den Brüdern Harold und Raymond McPheron auf der abgelegenen Rinderfarm unterbringt. Die unverheirateten McPherons haben ihr Leben lang allein gelebt und müssen die Kunst der Konversation erst wieder erlernen. Sie zeigen jedoch Menschlichkeit und Mitgefühl, als es darum geht, spontan zu helfen. Mit der Zeit entwickelt sich von beiden Seiten Zuneigung genauso wie bei Tom Guthrie und seiner Kollegin Maggie Jones.
In dem ruhig erzählten Roman geht es nicht um spektakuläre Ereignisse. Der Autor will vor allem zeigen, dass zwischenmenschliche Beziehungen und Familie wichtig sind. Gemeint sind dabei nicht nur biologisch zusammengehörige Familien. Familien können auch neu zusammengesetzt werden und hervorragend funktionieren: zwei alte Männer geben einer jungen Frau und einem Baby Sicherheit und ein Heim. Die Mitglieder mehrerer zerbrochener Familien machen einen neuen Anfang, übernehmen Verantwortung, verändern sich. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Buch auch die Landschaft der Great Plains, das Wetter, der Wechsel der Jahreszeiten, die Beleuchtung. Die überaus warmherzige Geschichte vermittelt eine optimistische Grundhaltung und ist für den Leser auch aufgrund der sprachlichen Qualität eine positive Erfahrung.

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