Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Banaler Schusswechsel
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti
Lebendig und anschaulich geschrieben, aber lohnt sich das Thema?
Es geht um einen weißen Amerikaner, ausgestattet mit Schusswaffen aller Art, und in Notsituationen hat er immer noch eine irgendwo in Reserve.
Er lebt von "Aufträgen", von zwielichtigen Geschäften, die allzu oft auch scheitern, und schon wieder hat er einen neuen Gegner.
Wenn man ein Auto braucht, stiehlt man es einfach, wenn es brenzlig wird, wechselt man den Bundesstaat, durchsetzen kann man sich nur mit Gewalt.
Zeitweise wird er von seiner Frau, später von seiner Tochter begleitet, aber das ändert nichts an seinem Lebensstil.
So schlägt er sich durch, schießt und wird angeschossen, und zum Schluss trifft dann einer besser als er.
Freizeitlektüre, muss man aber nicht gelesen haben.
Rezensionen von rewa:
Wenn Götter lügen
Sturm der Verbannten von Tanja Kummer
Myron, Sohn des Windes, hat eine wichtige Mission zu erfüllen. Gemeinsam mit seinen bunt zusammen gewürfelten Weggefährten gilt es den gestohlenen Stein der Völker zu finden und ihn in den Goldenen Palast zu bringen. Viele Jahrhunderte ist Myron bereits unterwegs und er hat viele Völker kennen gelernt.
Götter haben vor langer Zeit diese erschaffen und nach Lust und Laune Kreaturen, Menschen und auch die Cric erschaffen, die ein Gleichgewicht herstellen sollten zwischen den Völkern, der Natur und der Magie der Götter. Doch diese seelenlosen, bösartigen und blutrünstigen Monster haben ihre Macht ausgenutzt und kaltblütig zu morden begonnen. Nach ihrer Verbannung schafften sie es sich zu befreien und ihr Weg zum Goldenen Palast, ist blutig und zerstörerisch. Myron, Shirl und ihr Bruder Bow aus dem Volk der Xayer, die riesige Adler als treue Gefährten haben und der König Ansgar, mit seinem Gefährten Silbur, müssen zuerst die Blaue Rose finden, die Wächterin über Geheimnisse von Leben und Tod. Mit ihrer Hilfe hoffen sie, den gestohlenen Stein der Völker wieder zu finden. Doch ihr Weg dorthin wird zu einem ständigen Kampf um Leben und Tod.
Mit dem Fantasy Roman ,, Sturm der Verbannten´´ ist der Autorin Tanja Kummer ein grandios geschriebener und von Anfang bis zum Ende spannender Roman gelungen. Ihre Geschichte von den Göttern, den unheimlichen Cric und den Abenteuern der Protagonisten ist nicht nur originell, sondern auch exzellent durchdacht und man findet keine einzige Schwachstelle in dem Buch. Es ist ein ständiges Hoffen und Bangen ob die schwierige Mission gelingt. Die Autorin haucht ihren Figuren in jeder Szene Glaubwürdigkeit und besonders intensive Gefühle ein, die einem manchmal sogar die Tränen in die Augen treiben lässt. Das Buch ist vom Schreibstil her sehr angenehm zu lesen und jedes Kapitel ist spannend und macht neugierig auf das nächste. Ein stimmiges, überraschendes und sehr emotionales Ende, beschließt eine abenteuerliche Reise.
Das bunt bemalte Cover ist ein wenig ungewöhnlich, aber es spiegelt dann doch die Geschichte und die Abenteuer wieder.
Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben, denn könnte man mehr vergeben, dann würde ich es ohne zu zögern tun.
Rezensionen von heinoko:
Schwere Kost - großartig geschrieben
Namenlose Angst von K.J. Weiss
Das Buch habe ich an zwei Tagen gelesen. Ohne Erholung. Ohne Chance mich zu distanzieren. Ich bin eingetaucht in einen Albtraum, wie er schlimmer nicht sein könnte und wie man es sich als Mensch, der etwas dergleichen nicht erlebt hat, gar nicht vorstellen kann.
Lara Caspary ist eine junge, lebenslustige, unbefangene und tüchtige Frau.
Bis ein psychopathischer Triebtäter sie auf dem Weg zum Auto auf dem Parkplatz in seine Gewalt bringt, sie eine Woche lang festhält und die grausamsten, abstoßendsten und perversesten Spielchen mit ihr treibt. Lara gelingt schließlich die Befreiung, indem sie den Täter einen Abhang hinunterstößt. Doch damit ist nichts wirklich gewonnen, denn der Täter entkommt und Lara lebt in der Folge wie herauskatapultiert aus ihrem bisherigen Leben und gefangen in Ängsten und Albträumen, lethargisch-zurückgezogen. Viele Monate später, als eine weitere Entführung geschieht, die eindeutig dem gleichen Täter zugeordnet werden muss, erwacht in Lara eine grenzenlose Wut und damit neue Kraft…
Die Erzählweise in Ich-Form ist klug gewählt, denn damit rückt die Handlung sehr nahe an den Leser heran. Überaus lebendig wird erzählt, in welche dunkle Welten jemand stürzt, dem Gewalt angetan wurde. Alle Facetten des Verletzt-Seins, des Verlusts des Urvertrauens, des Misstrauens in alles und jeden wird so detailliert und ausführlich geschildert, dass man als Leser dem Entsetzen nicht entkommen kann. Man bekommt tiefste Einblicke in eine Seele, die fast zerbrochen wäre am Erlittenen. Dafür lässt die Autorin der Protagonistin viel Raum, man möchte fast meinen zuviel Raum. Denn wer solch ein Trauma nicht erlebt hat und sich nur lesend damit auseinandersetzt, hat Grenzen des Einfühlens, Grenzen des geduldigen Lesens, möchte zupacken, unterstützen, möchte die Handlung und damit die Bewältigung des Entsetzlichen voran treiben. Die Autorin jedoch lässt uns den sehr realistischen Weg einer Begleitung gehen: Das Kreisen um das Geschehene, wieder und wieder, geradezu emotionslos, das Verschließen vor der Welt, vor den Menschen, und wieder neuerliches Kreisen im Erlittenen, als Opfer – das muss der Leser ertragen. Obwohl man sich als Leser unerträglich lange in der zerbrochenen Welt von Lara bewegen muss, liegt über den vielen Seiten eine leise Spannung. Man kann nicht aufhören zu lesen, getrieben von der Hoffnung, dass Lara einen Weg finden wird aus ihrem inneren Gefangen-Sein. Unter welch dramatischen Umständen dieser Weg seinen Anfang nimmt, ahnt der Leser jedoch nicht.
Fazit: Schwere Kost – großartig geschrieben.
Rezensionen von TheUjulala:
Mitreißender Sprachstil in einer außerordentlich spannenden Geschichte
Another Day in Paradise von Laura Newman
Laura Newman habe ich in ihrem dystopischen Roman „This New World“ kennen und schätzen gelernt. Sprachlich hat sie mich total überzeugt. Deswegen stand die ADIP-Dilogie auch schon länger auf meinem SuB. Ich habe auch gleich beide Bücher hintereinander gelesen, da es so spannend war.
Coverbild
Alle Coverbilder werden von Laura Newman selber gestaltet.
Dieses Cover zeigt die Silhouette einer Großstadt vor einer Wüstenlandschaft, in dem eine einzelne Person wankend steht. Der Buchtitel ist mit fetten Lettern quer über die Seite platziert, Blutspritzer in der rechten unteren Ecke zeigen schon die Richtung des Titels an. Mir gefällt das Cover ausgesprochen gut. Plakativ und aussagekräftig. Mehr braucht es nicht und trotzdem vermittelt das Bild das Genre und die Stimmung sehr eindrucksvoll.
Handlung
Der Bundesstaat Texas ist zusammengebrochen, die Menschen haben sich auf mysteriöse Weise zu einer Art Zombies verwandelt und meucheln alles, was in sich ihnen in den Weg stellt. Naya und ihre Freunde Sam, Gadget und Summer versuchen in diesem Chaos zu überleben und wollen sich gemeinsam zu einem Militärstützpunkt durchschlagen, von dem sie sich Rettung erhoffen. Auf ihrem Weg treffen Sie auf drei weitere Überlebende: Jaze, Amelia und dem kleinen Billy. Trotz anfänglichem Misstrauen bleiben sie beisammen und bringen auch noch die Gefühlswelt von Naya und Summer gewaltig durcheinander.
Buchlayout / Haptik
Die über 400 Seiten werden in 45 recht kleine Kapitel eingeteilt, was mich anfangs etwas störte, ich aber zum Schluß hin nicht mehr bemerkt habe. Jedes Kapitel wird mit einer kräftigen Grafik aus Versalienlettern und Blutspritzern eingeleitet.
Idee / Plot
Bei Dystopien sind sich die Ideen oft ziemlich ähnlich. Vor allem, wenn es sich auch noch um „Zombie-Dystopien“ handelt. Irgendwelche mutierten Zombies setzen einer Minderheit an überlebenden Menschen nach und wollen diese ausrotten. So ähnlich ist es auch in diesem Buch. Dennoch ist es ein interessanter Plot, da die Seuche, die die Menschen befallen hat, einen bestimmten Ursprung und einen bestimmten Grund hat. Die verseuchten Menschen verwandeln sich auch in Wesen, die keine Gnade mehr kennen, sind aber immer noch Menschen und keine wirklich Untoten. Das gibt dem Ganzen noch einen bitteren Beigeschmack, denn die Überlebenden müssen sich mit allen Mitteln gegen die aggressiven Deadheads wehren. Nur, was macht man, wenn sich lieb gewonnene Menschen plötzlich verwandeln? Hier wird ein sehr interessantes Thema aufgegriffen: wann ist es ein bewusstes Töten eines Menschen und wann nur das Retten des eigenen Lebens vor einer wild gewordenen Bestie? Wo liegt die moralische Grenze? Abgesehen von der Motivation überhaupt diese Seuche in Umlauf zu bringen, spielt sich hier das Drama vor allem in der kleinen Gruppe der Überlebenden ab.
Emotionen / Protagonisten
Die kleine Gruppe um die 19 jährige Naya hat sich in dem apokalytpischen Chaos kennen zusammengetan und kämpft tagtäglich über ihr Überleben. Naya kommt bei mir sehr authentisch und sympatisch an. Sie ist tough, aber auch überlegt. Anfangs ist sie vom ruhigen, besonnen aber auch etwas grüblerischen Sam ziemlich angetan, kann die Gefühle aber auch nicht wirklich einordnen. Zumal in der dystopischen Situation Gefühle für sie fehl am Platz sind. Das ändert sich aber, als Jaze auf der Bildfläche erscheint. Der eingebrödlerische und manchmal auch aufreißerische Jaze schleicht sich langsam in Nayas Herz, wird aber zu einem harten Konkurrenten für Sam.
Die Beziehungsgeflechte kommen sehr gut raus und ich kann Nayas Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen. Auch wie sie lernt mit den Deadheads emotionslos umzugehen. Besonders berührt haben mich die sehr emotional tiefgreifenden Szenen, in denen Entscheidungen getroffen werden mussten die einen inneren Nachhall verursachen. Ich habe Nayas Trauer förmlich spüren können. Ebenso konnte sie mir auch die Empfindungen der Gefährten feinfühlig vermitteln.
"Und jetzt, wo die grässliche Klinge fort ist und ich das Gefühl habe, wieder mit Jaze und nicht mit einem gefährlichen Tier zu reden, bemerke ich erst, dass ihm ein paar Tränen über die Wangen kullern. Das verunsichert mich beinahe noch mehr als seine unberechenbare Art.“
Laura Newman „Another Day in Paradies“, Pos. 1262 (ebook kindle Edition © 2015 Laura Newman)
Sam entwickelt sich mehr zum großen Bruder, der zwar für Naya sehr tiefe Gefühle hegt, aber diese nicht über das Wohl der Gemeinschaft stellt. Das macht ihn mir sehr sympathisch. Jaze ist mehr der Draufgänger und Hitzkopf, dem auch mal seine Gefühle durch gehen. Das macht ihn aber um so authentischer und präsenter. Mir gefällt die Entwicklung zwischen Naya und Jaze. Einige sehr emotionale Momente haben tief in sein Herz blicken lassen und mir Jaze sehr nahe gebracht.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Obwohl man gleich direkt in die Apokalypse hineingeworfen wird, kommt man schnell in das Buch hinein. Laura Newman hat auch gekonnt die Handlung aufgebaut und über den Plot hinweg immer wieder geschickt Rückblenden und Erklärungen eingebaut, so dass sich dem Leser die Spannung erhalten bleibt und häppchenweise tiefer in die Geschichte hineingezogen wird und sich die Zusammenhänge peu à peu erschließt. In der Mitte gibt eine unerwartete Wendung dem Ganzen noch mal eine enorme Würze und treibt die Spannung enorm voran.
Szenerie / Setting
Klar, dass so eine Seuche in Amerika stattfinden muss, aber ich finde das passt ganz gut und ich kann mir das gut vorstellen. Die Autorin beschreibt die Umgebung sehr bildhaft, die Handlung und die Protagonisten wirken hier auch authentisch. Auch die texanische Wüste passt gut zur apokalyptischen Situation. Ja, es gibt viel spritzendes Blut und eine gewisse Abgebrühtheit im Töten der Deadheads, aber Laura Newman schafft hier eine moralische Trennung zwischen dem Abschlachten von Monstern und dem Verlust von lieb gewonnenen Gefährten.
Sprache / Schreibstil
Besonders hervorheben muss ich hier der extrem spritzige, flüssige und sarkastisch pointierte Sprachstil von Laura Newman. Die Geschichte wird ausschließlich aus Nayas Perspektive als Ich-Erzähler im Präsens dargestellt, was die oft krassen Kampfszenen aber auch sehr emotionalen Situationen sehr gut unterstreicht und einen direkt vermittelt.
FAZIT
Absolut spannende Geschichte mit mitreißenden Sprachstil machen dieses Buch zu einem Pageturner. Es hat mich total überzeugt, auch wenn Zombie-Dystopien mit viel Splatter nicht unbedingt mein absolut bevorzugtes Genre ist. Die Story um Naya und Jaze hat mich ziemlich gepackt.
Rezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze:
Zum Nachdenken
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Wow - es ist nicht schlecht gemacht, geprägt durch drei Bereiche - sehr gut zu lesen - die Begeisterung mit der ich die Sidis Erziehungsmethode von Boris und Sarah gegenüber ihrem Sohn William (Bill) zu Beginn verfolgt habe, hat zum Ende des Buches hin deutlich abgenommen. Ich war fasziniert zu erfahren was von einem menschlichen Gehirn alles aufgenommen bzw gespeichert werden und wie man es lenken/manipulieren kann.
Unglaublich...doch im Laufe des Lesens hat mir Bill immer mehr leid getan und emotional habe ich mit/durch ihn gelitten. Mir kam immer öfter der Gedanken Bill lebt mehr in der Phantasie als in der Realität, wird verrückt und übernimmt mehr und mehr die rauhe unkontrollierte schnuddelige Art seines Vaters. Dass er keine Liebe und keine wirkliche Kindheit (so wie ich es kenne) erleben durfte, trägt sicherlich dazu bei, dass er schlussendlich alleine unerkannt und isoliert leben wollte. Er hat es aber nicht anders gekannt und war mit der Situation, so wie sie war, vorerst zufrieden, obwohl er versucht hat - wie er meint "normal zu werden".
Aber was ist normal und richtig?
Bills Lebensregel - er beteiligt sich an keinem Krieg - machte seine Jobsuche noch beschwerlicher, denn gerade in diesen Bereichen werden Jobs "zur Optimierung" des Mathematikgenies angeboten.
Das Wunderkind Bill hat es nicht leicht, doch trotzdem Glück im richtigen Moment - so bekommt er wenigstens seinen Traumjob als Schaffner und kann mit der Straßenbahn durch Boston gondeln. (Straßenbahn fahren liebte er seit seiner Kindheit).
Ich frage mich zu diesem Zeitpunkt - ist das die glücklichste Zeit seines Lebens? Wars das? So schnell und tief kann man sinken. Von allen zuerst als Genie bejubelt und dann weil er nicht ins Konzept passt fallen gelassen. Muss es so sein, für einen der alles weiß, keine Witze mag und überall Probleme sieht?
Die Stelle als Schaffner verliert Bill, mit 39 bekommt er eine Anstellung am MIT und kann erstmals mit einem ehemaligen Harvard-Wunderkind über Gefühle sprechen. Er artikuliert wie sehr er unter dem Ehrgeiz seiner Eltern gelitten hat und unter den Erziehungsmethode seines Vaters Dr. Boris Sidis.
Durch Bills Kompromisslosigkeit und Sturheit, die ihn sein ganzes Leben begleitet und einen Artikel in der New Yorker die über sein verpfuschtes Leben berichtet, sieht er sich gezwungen auch diese Stelle zu kündigen und schwört Rache. Seine Persönlichkeitsrecht wurde verletzt... ein endloser Prozess beginnt.
Ein Buch das zum Nachdenken anregt aber mich auch teilweise gefordert hat, da so viel Input vom Autor in dieses Buch verarbeitet wurde. Müsste ich mehr wissen hab ich mich manchmal gefragt - was meint ihr? Lest das Buch und stellt es selbst fest - es ist wirklich lesenswert und zu empfehlen :-)
Rezensionen von yellowdog:
Survival-Drama
THE ASCENT - DER AUFSTIEG von Ronald Malfi
Ronald Malfi hat sein Survival-Drama im Gebirge in Nepal effektvoll gestaltet.
Der Protagonist Tim Overleigh ist nicht unproblematisch. Zwar kann man seinen jammervollen Zustand aufgrund der Trauer um seine verstorbene Frau verstehen, aber ein Sympathieträger ist er nicht unbedingt. Er wirkt leicht labil.
Schon in den Rückblicken merkt man, dass er leicht beinflußbar und nicht direkt gefestigt ist.
Andererseits scheint er doch Stärke und Grundsätze zu besitzen. Die Ambivalenz der Figur macht ihn sehr interessant.
Als er Andrew Trumbauer, einen alten Freund seiner Frau wiedertrifft, schließt er sich ihm an. Der Aufstieg in die Todeszone des Gebirges in Nepal könnte eine Therapie sein, die ihm hilft, wieder zu ihm selbst zu finden. Doch Trumbauer ist ein extremer Mensch und in der Gruppe kommt es zu Spannungen. Ronald Malfi nutzt einen leicht psychologischen Ansatz.
Die meisten Nebenfiguren haben wenig Profil. Das schwächt den Roman. Dafür wird das Buch immer mehr zum packenden Thriller. Die Art wie er geschrieben ist, verleiht dem Roman gerade in den Actionszenen filmische Momente.
Spannung kann man dem Buch nicht absprechen! Ich würde den Thriller als leicht über dem Durchschnitt liegend einstufen.
Rezensionen von yellowdog:
Ein Buch der Erkenntnisse!
Metallisierte Welt - auf den Spuren einer Subkultur von Moritz Grütz
Die Idee des Buches ist sofort überzeugend. Man kennt tatsächlich nur die westliche Perspektive und deswegen ist es überaus interessant, die Sicht der restlichen Welt kennenzulernen. Heavy Metall ist dabei das Thema, doch gleichzeitig beinhaltet das auch die Einstellung vieler Länder zu Freiheit, Religion und Toleranz.
Durch eine Vielzahl von Interviews mit Bands aus allen möglichen Ländern erhält man einen umfassenden Eindruck. Ob dabei jeweils ein Interview pro Land ausreichend ist, um repräsentativ zu sein, muss man zwar bezweifeln, aber anders kann das schließlich kaum realisiert werden, wenn man so viele Länder berücksichtigen will.
Die Fragen sind jeweils ziemlich ähnlich, das ist natürlich auch sinnvoll, um einen Vergleich zwischen den Ländern zu ziehen.
Ein Eindruck ergibt sich schnell. In den meisten muslimischen Ländern ist die Metallszene sehr klein und kaum im Mittelpunkt. Engagierte Metallheads haben wenig Möglichkeiten, sind umso größere Idealisten.
Erstaunlich ist aber auch, dass sich viele grundsätzliche Einstellungen bei den Metallheads wiederfinden lassen. Der Drang nach Freiheit und Toleranz, Abkehr von religiösen oder anderen Unterdrückungstendenzen, dabei gibt es kaum extreme Einstellungen. Das deckt sich wieder mit der westlichen Szene, wie man sie kennt.
Auch bei den Vorbildern und Einflüssen werden oft die gleichen Bandnamen, übrigens fast ausschließlich westliche, genannt. Offenbar speist sich der Metall weltweit aus der gleichen Quelle.
Leider gibt es auch Länder, in denen Metall zu machen fast unmöglich oder sehr riskant ist, etwa Saudi Arabien oder Iran.
Ein Nebeneffekt des Buches ist es, dass man einige musikalische Entdeckungen machen kann und qualitativ ist vieles auf gutem Niveau!
Rezensionen von LadyIceTea:
Ein ersehnter, gelungener zweiter Teil
Niemals - Thriller (Jenny Aaron 2) von Andreas Pflüger
Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Nach einem traumatischen Erlebnis, bei dem sie dem Tod nur knapp entronnen ist, drängt man sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen.
In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.
Nachdem ich den ersten Band der Reihe um Jenny Aaron verschlungen habe, habe ich sehnlichst auf den zweiten Teil gewartet. Schon die Optik des Buchs hat mir super gefallen, da es perfekt zu Band eins passt und sich die Reihe so nahtlos fortsetzt.
Schon auf den ersten Seiten wird man direkt vom bekannt rastlosen Schreibstil des Autors empfangen. Dieser Schreibstil ist bestimmt nicht jedermanns Sache aber ich habe mich schnell wieder eingefunden und mein Gefallen daran wiederentdeckt. Denn ich finde, dass diese Atemlosigkeit und Spannung durch seinen Schreibstil sehr gut vermittelt wird. Auch die Beschreibung der Umgebungen sind ausführlich ohne überladen zu sein und haben mich gut an die verschiedenen Orte mitgenommen.
Das Highlight für mich sind immer wieder die Beschreibungen, wie Aaron mit ihrer Blindheit umgeht und welche Tricks und Kniffe sie dabei anwendet. Zu wissen, dass fast alles davon wirklich bei vielen Menschen im Einsatz ist, macht die Erzählung des Autors für mich noch besser. Auch die Actionszenen gepaart mit ihrem Charakter und ihrer Blindheit sind ein weiteres Highlight für mich. Es hat wirklich Spaß gemacht mitzufiebern und Jenny zu verfolgen.
Mir hat der zweite Band sehr gut gefallen und ich hoffe, dass bald ein dritter Band folgen wird.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Spannende 569 Seiten
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti
Zur Unterhaltung und Ablenkung mag ich ja Action-Filme und Tinti hat ein Action-Buch geschrieben. Gut geschrieben. Und spannend.
Detailgenaue Milieu-Schilderungen, die verblüffen - woher weiß sie das alles? Woher hat sie die Gedanken und die Sprache der Ganoven? Erstaunlich.
Besonders sind ihre überraschenden und phantasievollen Assoziationen wie: "Er machte den Reißverschluss seiner Reisetasche auf, schob die Seitenlaschen auseinander als würde er den Brustkorb eines Menschen aufklappen.
"
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Was ist Wissen? Was ist Erkenntnis?
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Das Buch ist mehr als eine Story eines Genies und einer Erziehungsmethode. Es ist auch die Sicht eines Außenseiters auf die "normale" Gesellschaft - Dennoch eine Aufforderung zum mutigen Grenzgang - mit Kompromissfähigkeit. Gut geschrieben, auch wenn ich seitenweise quergelesen habe, da der Spannungsbogen nachgelassen hat.
Die Erkenntnis im Zitat S. 489: "Denn er wusste jetzt woran die Sidis-Erziehungsmethode gescheitert war: nicht an ihn, William, und auch nicht an den Freudianern, sondern einzig und allein an mangelnder Liebe".









