Kunden em pfehlungen
Rezensionen von i.weilharter@ais-jugend.at:
A Mensch möcht i bleib'n ...
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Der Autor erzählt uns in seinem umfassenden Werk auf berührende Weise die Lebensgeschichte der Familie Sidis und insbes. über das Leben des Sohnes William, der einer pädagogischen Methode seiner Eltern, die "Sidis-Erziehungsmethode", gerecht werden sollte und sich zeit seines Lebens im Widerstand gegenüber den Vorstellungen und Erwartungen seiner Eltern befand.
Der zum hochbegabten Kind geförderte William studierte und referierte mit 12 Jahren in Harvard, war also ein Wunderkind, was seine intellektuellen Fähigkeiten betraf. In der Entwicklung seiner emotionalen und sozialen Fähigkeiten blieb er jedoch zurück und so wurde er zum sozialen Eigenbrötler, eine neurotische Persönlichkeit mit autistischen und paranoiden Zügen.
Die Bürde seines Lebens war aber wohl, sich von den elterlichen Vorstellungen, dem Lebenswerk seiner Eltern, zu befreien. Dies gelang ihm zeitlebens nicht.
Im Grunde ist diese wahre Geschichte sehr traurig und sie wirft kritische Fragen auf:
Haben Kinder bei allem Dafürhalten von Förderung auch ein Recht auf Kindheit jenseits von Lernen und Wissensbildung?
Wie wichtig ist es, intellektuell herausragend, also ein Genie zu sein und wie ist mit dieser Verantwortung umzugehen, ohne Schaden anzurichten und wer bringt uns das dann bei?
Braucht es nicht auch vor allem emotionale Qualitäten, um ein lebenswertes Leben zu leben?
Haben berühmte Persönlichkeiten ein Recht auf Privatleben - und wenn , wie viel davon?
Diese Fragen sind heute aktueller denn je und das macht diese Geschichte auch so spannend.
Zehrer hat die Biografie eines ewig sich selbst suchenden Lebenskünstlers sehr subtil und umfassend dargestellt. Er reduziert seine Charaktere nicht auf Schuldigkeit und Hilflosigkeit
sondern zeigt auf eine berührende Weise auf, wie sich seine Protagonisten schicksalshaft (und auch vor dem Hintergrund des zeitgeschichtlichen Weltlaufes) gemäß ihrer Ressourcen und Verstrickungen entwickeln.
Zehrers Art der detailreichen und ganzheitlichen Darstellung wirkt manchmal vielleicht ein bisschen langatmig, erscheint jedoch notwendig, um den Persönlichkeiten in seinem Buch gerecht zu werden. Alles in allem - ein wertvolles Buch!
Rezensionen von Tarika:
Eine musikalische Liebesgeschichte
Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie von Zehrer Klaus Cäsar
Die Straße, in der sich Franks Musikgeschäft befindet, hat schon bessere Tage gesehen. Der Mörtel fällt von den Wänden und Jugendliche ‚verschönern‘ die Läden mit Graffiti. Aber einige dieser Läden sind seit vielen Jahren hier, einschließlich Franks Musikgeschäft, das nur Schallplatten verkauft.
Er weigert sich, CDs zu verkaufen, was ihn bei den Plattenlieferanten ziemlich unpopulär macht. Aber Franks Laden ist etwas Besonderes. Er hat das Talent, genau das richtige Lied zu finden, das seine Kunden brauchen um glücklich zu werden. Er schafft es, gebrochene Herzen und Ehen zu heilen, und sein Laden ist ein beliebter Ort in der Gegend. Doch eines Tages taucht eine geheimnisvolle Frau in Grün vor seinem Laden auf und bei dieser Frau, einer Deutschen namens Ilse, versagt sein Gespür und so sehr er sich auch bemüht, er kann nicht herausfinden, welche Musik sie glücklich machen kann.
Rachel Joyce hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig und gut lesen lässt. Sie nimmt den Leser gekonnt mit in diese kleine Straße in einem Londoner Vorort in den späten 1980er Jahren. Die Geschichte selbst ist eine Hommage an die Musik, und ich wage zu behaupten, dass jeder Musikliebhaber seine Freude an der Geschichte finden wird. Die musikalischen Referenzen sowie das Trivialwissen zu Liedtexten, Bands bzw. Komponisten sind wirklich sehr gut gelungen.
Die Charaktere in dieser Geschichte sind manchmal etwas skurril, aber dennoch sehr liebenswert. Frank zum Beispiel spielt weder ein Instrument, noch kann er Noten lesen, aber er hört das richtige Lied für seine Kunden, genau das Lied, dass dieser Mensch braucht. Doch bei der Fremden, die vor seinem Laden ohnmächtig wird, Ilse Brauchmann, kann Frank kein Lied hören, da ist nur die Stille. Und in dem Moment weiß Frank, dass sich sein Leben ändern wird. Die Geschichte zwischen Frank und Ilse ist nun wirklich unkonventionell. Wer hier eine klassische Liebesgeschichte erwartet, wird eines Besseren belehrt.
»In der Musik geht es um Stille« (Kapitel 6, Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie – Rachel Joyce)
Aber in „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ geht es nicht nur um Frank und Ilse, sondern auch um die Verbindung zwischen Menschen, wie die zwischen einem Mann und seiner Mutter oder einer Gemeinschaft von Menschen, die ums Überleben kämpfen, in einer Gegend, in der kleinere Läden und Familienunternehmen von den großen Ketten vertrieben werden.
Diese Geschichte, in der es um mehr als nur Musik geht, hat mich wirklich sehr bewegt. Denn es geht auch um Liebe, um Beziehungen, aber auch um die Art und Weise, wie sich die Welt entwickelt. Mit diesem Roman erhält man letztendlich nichts geringeres als eine schöne, ergreifende Geschichte, die reich an Atmosphäre und Emotionen ist.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :
Einfach genial
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Ein Buch, ein Roman, die wahre Geschichte des William James Sidis, aber keine Biografie. Es regt den Leser zum Nachdenken über viele Themen an. Es fasziniert, unterhält, bildet und fordert aber auch! Ausführlich recherchiert.
Sehr empfehlenswert!
Rezensionen von Gaby 2707:
Wenn Renate eine Reise tut...
Besser als Bus fahren von Renate Bergmann
Renate Bergmann, 82, 4-fach verwitwet, geht mit ihrer besten Freundin Gertrud Gans für 3 Wochen auf Kreuzfahrt. Das ist zwar teuer, aber immer noch billiger als ein Tag im Altenheim. Und es ist alles inklusive; man gönnt sich ja sonst nix.
Nach "Das bisschen Hüfte, meine Güte..." ist dies das zweite Buch der Online-Oma, das mir viel Spaß bereitet hat.
Die Reportage einer Seefahrt liest sich leicht und flüssig. Die Protagonisten sind sehr gut vorstellbar und ich bin sofort mit auf´m Schiff und bei Schritt und Tritt hinter Renate her. Wenn ich demnächst einkaufen gehe, werde ich bei C&A und H&M bestimmt an Charme & Anmut und an Mager & Hager und vor allem an Renate Bergmann denken müssen.
Vieles ist überspitzt dargestellt, macht aber nix, regt häufig zum Schmunzeln an. Es beginnt schon vor der Reise beim Abhaken der Punkte aus der ACDC-Broschüre, an was man alles denken muss. Oder am Flughafen, wo Gertrud in den Körperscanner soll, was ja gar nicht geht. Ob Renate, endlich auf dem Schiff angekommen, verzweifelt nach Sascha Hehn sucht, weil - auf´m Prospekt is er ja auch drauf. Oder ob sie an Backbord nach dem Ofen mit dem frischen Brot sucht. Oder ob Gertrud meint, ein Einbrecher sei an ihrer Tür und.... Das sollten sie alles selbst lesen. Kein Fettnäpfchen ist vor den Freundinnen sicher. Aber ohne Aufsehen da wieder rauszukommen, die Kunst beherrscht Renate grandios.
Bei ihren Sprüche sehe ich immer ein kleines Zwinkern im Auge.
Besonders gut gefallen haben mir ihre eindringlichen Gedanken zum Thema Freundschaft. Das bringt sie sehr gekonnt auf den Punkt. Wobei es mit Gertrud ja auch nicht immer einfach ist.
Ich hatte einige witzige Lesereisestunden mit zwei sehr netten alten Damen auf dem Traumschiff. Nu is aber auch mal wieder gut für ´ne Weile.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :
Cracker Country Story
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti
Starke Charaktere, die keine soziale Gerechtigkeit wollen, aber sich selber nach Liebe, Zärtlichkeit, Sicherheit und Zugehörigkeit sehnen
Nach der Trump Wahl haben sich plötzlich alle dafür interessiert, wer diese Leute sind, die ihn gewählt haben. Der Versuch einer Erklärung, warum Trump wirklich gewählt wurde.
Wir sind hier mitten drin, im Leben vom Samuel, im Verbrecherleben. Ein wütender weißer Mann ohne Bildung. Ein Verlierer. Ein Umweltzerstörer. Ein Zurückgelassener. Seine einzige Hoffnung ist seine Tochter Loo.
Ausgezeichnete Ausführung der Geschichte und eine atemberaubende Handlung, an unterschiedlichen Tatorten, die uns beim Lesen in Dauerspannung hält.
Rezensionen von Gudrun Gaber:
sind 560 Seiten wirklich notwendig?
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti
Was für eine schöner Buchumschlag. Die zwölf Löcher im Buchumschlag finden sich thematisch wieder im Buch. Aber ab der 6 Geschichte mit einer Kugel am Ende langweilte mich das Buch. Daher die Frage, ob es über 560 Seiten braucht um die Geschichte der Tochter - Loo - zu erzählen. Samuels Geschichten sind werden mit der Zeit langwierig.
Leider kein Lesevergnügen
Rezensionen von Gudrun Gaber:
Boris nervt
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Boris (die Hauptfigur) hat mit seinen Ein- und Vorstellungen über das Leben genervt. Die Entwicklung seines Sohnes und seiner Frau sind mir unverständlich. Nur seine Tochter Helena stellt sich dem Leben. Es waren keine erfreulichen Lesestunden.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gudrun GaberRezensionen von Maria D?rfler:
Eine wilde, aber ansprechende Geschichte
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti
Die ersten 2 bis 3 Lebenn waren für mich ein wenig mühsam, die Handlung schien zwar sehr ungewöhnlich, aber doch klischeehaft.
Aber von "Leben" zu "Leben" wurde es spannender und eigentlich auch berührender trotz der vielen Toten - ich weiß nicht, ob die so ganz ernst zu nehmen sind oder teilweise als Metapher zu verstehen sind für eine ganz ungewöhnliche Lebensweise.
Ein wenig Western, ein wenig Road Movie und unbedingte Gefühle. Schwarz, weiß - böse, gut und doch ein tolles Buch.
Rezensionen von Maria D?rfler:
Hervorragend mit realem Hintergrund!
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, faszinierend - und das bei 650 Seiten! Die unglaubliche, tragische Geschichte des William Sidis dürfte sehr gut recherchiert sein - ich habe viel im Internet nachgelesen - .
William ist nicht nur an den Erziehungsmethoden seiner Eltern gescheitert, sondern wahrscheinlich an der nicht notwendigerweise damit einhergehenden Kälte, Beziehungsunfähigkeit und Lieblosigkeit seiner Eltern.
Die haben ihren emotionalen Analphabetismus wohl schon aus ihrer eigenen Kindheit mitgebracht.
Hat doch Williams ebenso genialer Kollege Norbert Wiener ein vergleichsweise ziemlich normales Leben geführt.
Auch zeigt dieser Roman, der auch sehr gut übersetzt ist, die strukturellen Zwänge, denen ein so ungewöhnlicher Mensch ausgesetzt ist. Wird er doch als "Eigentum" der Eltern, der Universität, des Landes betrachtet. Seine Freiheit ist bedrohlich eingeschränkt - und daran geht er schließlich auch zugrunde - mehr als an seiner Begabung. Es ist auch ein Roman über einen missbrauchten Menschen, über eine missbrauchte Begabung.
Maria Dörfler
Rezensionen von yellowdog:
Thriller in den Bergen
Vergeben, nicht vergessen von Catherine Coulter
Die Handlung des Romans hörte sich gut an, doch er ist mit den Mitteln der Trivialliteratur geschrieben und daher wenig tiefgründig. Catherine Coulter hat schon über 70 Romane geschrieben. Spezialisiert ist sie auf Liebesromane und Thriller. Diese Fliesbandarbeit merkt man diesem Buch von 1998 auch an.
Die Figurengestaltung grenzt am Klischee. So ist die Hauptfigur Ramsey Hunt (!) nicht nur ein Richter sondern gilt auch noch als Held. Als er im Wald ein verletztes sechsjähriges Mädchen findet, kümmert er sich um sie. Sie spricht zunächst nicht. Später stößt ihre Mutter Molly dazu. Die drei werden im Zeichen der Gefahr ein Team!
Es gibt einige Ungereimtheiten, z.B. dass der Richter das verletzte Kind nicht schnellstens ins Krankenhaus bringt, zumal es offenbar missbraucht wurde. Dass die Entführung des Kindes vom Vater arrangiert sein soll, wirkt eher unglaubwürdig. Genauso wie der Romantikanteil zwischen Ramsey und Molly.
Hilfreich wäre eine nachvollziehbare, psychologische Motivsuche gewesen.
Das Mädchen Emma muss im Verlauf der Handlung noch mehr schlimmes durchmachen, sie kann einem Leid tun. Ihren traumatisierten Zustand sprachlich darzustellen, misslingt der Autorin.
Auch wenn ich vielleicht nicht unbedingt zur Zielgruppe gehöre, bin ich der Überzeugung, dass jeder Thrillerfan leicht ein lesenwerteres Buch findet. Der Catherine Coulter-Fankreis wird es anders sehen.






