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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen und skurrilen Ermittlern in vorweihnachtlicher französischer Atmosphäre.

"Jacques Maire spazierte am Kanal entlang, der quer durch L'Isle-sur-la-Sorgue verlief. Er zählte die Enten. Betrachtete das dahintreibende Grün, dass das Wasser färbte und immer wieder unter dem Glitzern der Sonne verschwand." (S. 7 - Beginn)

Dies ist der 2. Teil der Kommando-Abstellgleis-Reihe und dieser schließt nahezu an den ersten Teil an.

Nach einem kurzen Auffrischen bezüglich der Charaktere, um sich in der Reihe wieder zurechtzufinden, geht es mit den Ermittlungen auch schon los.
Diesmal handelt es sich für Anne Capestan um einen sehr persönlichen Fall. Das Opfer ist nämlich niemand geringeres als ihr Schwiegervater, der auch gleichzeitig ein hohes Tier bei der Polizei ist und einer ihrer Ausbilder war. Obwohl ihre Brigade vom Polizeichef höchstpersönlich zu dem Fall hinzugezogen wurde, werden ihnen von den anderen "normalen" Ermittlern Steine in den Weg gelegt. Seit ihrem letzten Fall werden die Mitglieder der Brigarde Abstellgleis nämlich unter den Polizisten und Kripobeamten als Kollegenschweine angesehen. Doch dies stachelt die Truppe erst so richtig an und sie bedienen sich dabei so mancher unkonventioneller, äußerst schrägen und teil nicht ganz legalen Mitteln, um in dem Fall voranzukommen. Zu verlieren haben sie ja sowieso nichts. Und dann geschieht ein nahezu identischer Mord in der Provence und die Brigarde Abstellgleis hat durch diese Information bei den Ermittlungen auf einmal die Nase vorne.

Durch diese persönliche Komponente des Falls, erhält man diesmal auch Einblicke in Annes Vergangenheit und erfährt wieso ihr diese noch immer zu schaffen macht.
Aber auch der private Alltag der anderen Mitglieder der Brigade wird beschrieben - immer nur kurz und zwischendurch. Dadurch sind diese Einblicke keineswegs aufdringlich und unterbrechen somit auch nicht den Lesefluß. Im Gegenteil - ich fand es interessant und es bringt einem nach und nach die Protagonisten näher.

Der Schreibstil ist, wie schon im ersten Teil, flüssig und packend. Daher liest sich dieser französische Krimi relativ locker-flockig weg. Diesmal werden aber auch teils ruhigere, ja regelrecht poetische Töne angeschlagen.

"Am liebsten wäre er direkt zum Januar übergegangen, ins neue Jahr gekrochen wie ein Schiffbrüchiger am Strand, der sich die ersten Meter des Festlands hochschleppt..." (S. 53)

Doch auch die Situationskomik und der Humor kommen hier nicht zu kurz. Im Gegensatz zu so mancher französischer humoristischen Literatur jedoch keineswegs übertrieben und immer noch im Bereich des Möglichen.

"In Ordnung, wird notiert", erwiderte Dax und notierte tatsächlich "alle Hackingspuren beseitigen" auf ein Post-It, das er an den Rahmen seines Bildschirms klebte. So was würde einen tollen Eindruck hinterlassen, wenn eins der hohen Tiere ihnen irgendwann einen Besuch abstattete..." (S. 65)

Der Neuzugang der Brigade, Capitaine Henri Saint-Lô, trägt dazu natürlich auch bei. Dieser wurde gerade frisch aus der Psychiatrie entlassen. Der Aufenthalt in dieser scheint jedoch nichts gebracht zu haben. Noch immer ist er der festen Überzeugung er sei ein zeitreisendes Musketier und zwar kein geringeres als D'Artagnon. Dieser neu hinzugekommene Charakter passt mehr als nur gut zu den bereits vorhandenen skurrilen und schrulligen Ermittlern.

Die Spannung ist hier präsenter als im ersten Teil und daher muss man einfach immerzu weiterlesen, bis man endlich weiß wer der Täter ist. Das Ende hält diesbezüglich auch eine große Überraschung bereit.

Einziges Manko, bzw. Tipp an alle die sich dieses Buch zulegen wollen und, wie ich, immer den inneren Klappentext lesen: Verzichtet bitte dieses Mal unbedingt darauf. Dieser enthält nämlich eindeutig zu viele Informationen die einem so manche Überraschung und Komik verderben.

Abgesehen davon konnte mich auch wieder die tolle Aufmachung des Buches begeistern.

Fazit:
Hat mir schon der 1. Teil der Kommando-Abstellgleis-Reihe gefallen, so konnte mich dieser Teil noch mehr begeistern. Dieser ist spannender und rasanter, inklusive privater Einblicke der jeweiligen Charaktere der Brigade.
Um diesen Krimi jedoch vollends genießen und auskosten zu können, empfehle ich zuvor den 1. Teil "Kommando Abstellgleis" zu lesen. Von mir gibt es jedenfalls eine absolute Leseempfehlung.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit Bilder zum Buch)

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Rezensionen von Krimine:

Eine gute Mischung aus Lovestory und Crime für jugendliche Leser

Game of Hearts von Geneva Lee

Emma Sutherly hat das schlimmste Jahr ihres Lebens hinter sich gebracht. Ihre Schwester Becca ist bei einem Unfall gestorben, ihr Freund Jonas hat sich anderweitig umgeschaut und ihr Vater erliegt immer mehr dem Alkohol. Kein Wunder, dass sie zusagt, als ihre beste Freundin Josie auf eine Party gehen will, die eigentlich verboten ist.

Und ausgerechnet dort trifft sie auf einen überaus attraktiven und sehr geheimnisvollen Mann, mit dem sie eine leidenschaftliche Nacht am Pool verbringt. Doch schon am nächsten Morgen steht er unter Verdacht, ein Mörder zu sein und Emma weiß nicht, ob er wirklich die ganze Nacht bei ihr am Pool gewesen ist.

„Game of Hearts“ ist der Auftakt einer romantischen Trilogie von Geneva Lee, die im sündigen Las Vegas spielt und für jugendliche Leser bestens geeignet ist. Ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Etikette zu nehmen, werden in ihm die Herzen zweier junger Menschen entflammt, während ein perfider Mord ihr Begehren zu ersticken droht. Doch anstatt sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden, kämpft die siebzehnjährige Emma um ihr Glück. Dabei weiß sie nicht, wer der ungemein anziehende Mann namens Jameson wirklich ist, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Eine prickelnde Geschichte, die ihren Figuren einige Turbulenzen beschert und dazu auch noch ausreichend Spielraum besitzt, um auch in den Folgebänden die Funken sprühen zu lassen.

Leicht und flüssig geschrieben, mit einer ordentlichen Portion an Gefühlen versehen und einem dazu passenden Humor, versteht es der New-Adult-Roman kurzweilig zu unterhalten. Vor allem die beiden Hauptfiguren sind interessant, allerdings jede auf ihre ganz eigene Art. So verkörpert Emma eine selbstbewusste junge Frau, die trotz persönlicher Tiefschläge über einen enormen Willen verfügt und sich dadurch nicht so schnell unterbuttern lässt. Wohingegen Jameson von Beginn an den nicht einzuschätzenden Part übernimmt und neben einem dominierenden Charisma auch einen gewissen Hang zu undurchsichtigen Spielchen besitzt. Zwei Jugendliche, deren Gegensätze unweigerlich dazu führen, dass sie nur schwer voneinander lassen können und den Ärger ihrer Mitmenschen regelrecht heraufbeschwören.

Fazit:
Der 1. Band der Love-Vegas-Saga kommt mit einer guten Mischung aus Lovestory und Crime daher und überzeugt mit einem turbulenten und abwechlungsreichen Geschehen. Ein angenehm zu lesendes Buch für zwischendurch, das in einem Rutsch verschlungen ist.

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Rezensionen von Caroline :

Eine Geschichte, die unendlich berührt

Karolinas Töchter von Ronald H. Balson

Chicago 2013:
68 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs möchte Lena Woodward, geborene Scheinmann endlich ein Versprechen einlösen. Sie will Karolinas Zwillinge finden. Dazu sucht sie sich Hilfe beim Ermittler Liam Taggart und seiner Frau, der Anwältin Cathrine Lockhart. Stück für Stück erzählt Lena ihre Geschichte, die in Polen in den 30iger Jahren beginnt.

Sie berichtet, wie Deutschland Polen überrollt und unter seine Kontrolle bringt. Da die Familie dem jüdischen Glauben angehört, gelten für sie auch alle Gesetze, die gegen jüdische Menschen erlassen werden. Als die Familie aus ihrem Haus vertrieben und auseinander gerissen wird, muss Lena jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen. Eine Jugendliche, die bisher behütet aufgewachsen ist und nun alleine in den Wirren des Krieges gefangen ist. Die Bedingungen verschärfen sich und gemeinsam mit Karolina, ihrer Freundin aus Kindheitstagen kämpft sie ums Überleben. Als Karolina schwanger wird und Zwillinge zur Welt bringt, wissen beide, dass den zwei Mädchen wahrscheinlich kein langes Leben beschert sein wird.

Wie hat es mir gefallen?
Mir fehlen die richtigen Worte. Ich befürchte, ich kann niemals genau beschreiben, warum ich diese Geschichte so beeindruckend fand.
Ein kleiner Exkurs:
Ich bin 1971 in Österreich geboren und 1988 war das Gedenkjahr „50 Jahre Einmarsch Hitlers in Österreich“ ein großes Thema. Meine Generation, ist die erste, die über den 2. WK unterrichtet wurde. Das Land begann damals seine Rolle neu zu überdenken. Neue Informationen über Mitläufer und Täter kamen ans Licht.
Da meine Mama aus Frankreich stammt, durfte ich noch eine andere Sichtweise kennenlernen. Gleichzeitig unterrichtete sie Geschichte und somit waren meinem Wissensdurst keine Grenzen gesetzt.
Ich wollte unbedingt wissen, warum es soweit kommen konnte, dass normale Menschen zu Monstern wurden und warum, die Bevölkerung sich nicht gegen dieses Regime auflehnte. Ich las unzählige Tatsachenberichte und auch Romane. Ich ging sogar soweit, in den Tiroler Archiven zu forschen, um Überlebende des Holocaust zu finden. Ich durfte ein paar persönlich kennenlernen und habe Geschichten gehört, die mich entsetzt, berührt und betroffen gemacht haben.
In dieser Zeit gab es auch jede Menge Dokumentationen! Was Schilderungen und Beschreibungen nicht erfassen konnten, ergänzten Bilder. Das war eine ganz neue Dimension der Grausamkeit.
Damals glaubte ich noch daran, dass die Menschheit aus ihrer Geschichte lernen kann, als es dann während des Jugoslawien-Kriegs wieder Konzentrationslager gab, schloss ich vorübergehend dieses Kapitel ab.
Erst langsam traute ich mich wieder an dieses emotionale Thema heran. Nach dem Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak begann ich mit „Sarahs Schlüssel“ von Tatjana de Rosnay wieder über diese Zeit zu lesen. Als ich in Paris war, musste ich mich auf die Spuren von „Rafle du Vélodrome d’Hiver“ begeben. Am 16. Und 17. Juli 1942 wurden die Juden Paris in dem Velodrom zusammen gepfercht und mussten dort tagelang ohne Versorgung aushalten, bevor sie in Vernichtungslager im Osten verfrachtet wurden. Unverhältnismäßig viele Frauen und Kinder fielen der Razzia zum Opfer. Die französische Polizei half tatkräftig mit. Ein Kapitel in der Geschichte Frankreichs, das niemand gerne erwähnt.
Ihr seht, ich befasse mich schon recht lange mit dem Holocaust und dem 2. WK, jedoch nur mehr in geringen Dosen, denn es erschüttert mich auch heute, über diese Zeit zu lesen.
Mit „Karolinas Töchter“ fand ich ein Buch, das ein wahrer Schatz in meinem SuB war.

Das Augenmerk liegt natürlich auf Lena und ihrer Geschichte rund um ihre Freundin Karolina. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder die Sprache auch im Original eher einfach ist. Damit meine ich, dass es keine, unendlich langen, in einander verschachtelte Sätze gibt. Diese direkte Schreibweise unterstreicht die Erzählung und die Eindringlichkeit der Ereignisse. Jeder überlebte Tag ist ein Erfolg und Widerstand gegen die Nazis.
Doch in der Grausamkeit des Alltags gibt es auch winzig kleine Lichter der Hoffnung. Ein Gebet mitten in der Hölle, ein Stück Obst von einem jungen Mann oder ein angebotener Schlafplatz in einer kleinen Nische.
Die Suche nach Karolinas Töchter nimmt auch den größten Teil der Geschichte ein. Liam und Cathrine werden schnell von Lenas Erzählungen in den Bann gezogen. Zwar ist die Dame bereits 89 Jahre alt, aber ihr Gedächtnis scheint völlig in Ordnung zu sein. Ihr Sohn Arthur zweifelt ihre geistige Gesundheit jedoch stark an und glaubt, sie leide an Altersdemenz. Auf seine eigene Art und Weise möchte er seine Mutter beschützen, aber manchmal hätte ich ihm liebend gerne eine Kopfnuss verpasst. So beginnt auch noch ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Entmündigung Lenas zu verhindern.

Mit diesen zwei Handlungssträngen, die sich abwechseln, hält Ronald H. Balson die Spannung ständig aufrecht. Denn Liam und Cathrine fühlen sich für Lena verantwortlich. Sie versuchen alles, dass sie ihr Versprechen halten kann. Aber die Zeit drängt gnadenlos. So viele Jahre nach Ende des Kriegs wird es fast unmöglich, Beweise und Hinweise zu finden.
In seiner Widmung bedankt sich der Autor bei Fay Scharf Waldman, deren Geschichte er in diesem Roman erzählt. Einzig die Ereignisse in Chicago sind erfunden und haben mit Fay überhaupt nichts zu tun. Vielleicht könnte in Schulen dieses Buch gelesen werden, um somit einen Teil zur Bildung rund um den Holocaust beizutragen.

Wer „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah mochte, wird dieses Buch genauso gerne lesen. Wobei „gerne“ nicht das passende Wort ist. Ich lege es euch ans Herz. Lasst euch auf Lena und Karolinas Geschichte ein.

www.mariessalondulivre.at

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Rezensionen von Maria Hoppe:

ein Wort ist ein Wort und ein Ding ist ein Ding ... oder?

Tinte im Weißwein von Maria Alraune Hoppe

08.01.2018 schreibt Eva Reitmann-Omilade ein Billet an die Autorin:

"Ich habe noch nicht alles gelesen, aber ich kann schon sagen, dass es inspirierende und unterhaltsame Kurzgeschichten sind. Wie – liebevoll – spitzbübisch (gendern?) Du Worten und Gegenständen Leben verleihst, das ist schon sehr phantasievoll.

Schön (-) schräg!
Eva"

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Unnachahmlich erzählt!

Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti

Nach jahrelangem Umherziehen lässt sich Samuel Hawley, ein Profikiller, mit seiner Tochter Loo in Olympus, in einer kleinen Stadt am Meer nieder. Auch noch nach vier Jahren sind die Einwohner reserviert und Loo hat keine Freunde, erfährt aber dass ihre Großmutter in der Stadt lebt. Sie arbeitet nach der Schule in einem Lokal , wird sehr selbständig und das alles während ihr Vater unterwegs ist um kriminelle Auftäge auszuführen.

Hawleys Körper ist voller Narben und die Geschichte blendet immer wieder in die Vergangenheit und erzählt ungeheuer spannend, wie er zu jeder einzelnen Kugel kam. Sie erzählt auch einfühlsam wie Hawley, der Killer, Dieb und weiss Gott noch was, versucht seine Tochter zu schützen wenn die Vergangenheit ihn wieder einholt. Ungeheuer spannend das Ende, als Loo beweist, wieviel von ihrem Vater in ihr steckt. In einem harten Schusswechsel rettet sie ihren Vater, aber wird er überleben ?
Mord, Diebstahl, Rache, ULiebe und Zärtlichkeit, alles ist in diesem Roman zu finden, unnachahmlich erzählt von Hannah Tinti.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Aufregend!

Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar

Boris Siddis, ein junger Mann aus der Ukraine, kommt 1887 mittelos nach Amerika, arbeitet als Hilfsarbeiter und verbringt den Rest der Zeit in Bibliotheken. Sein Wissen ist so enorm, dass er in Harvard aufgenommen und ein bekannter Psychologe wird. Er heiratet Sarah und sie bekommen einen Sohn, William.

Von Geburt an wendet Boris an seinem Sohn die von ihm erfundene Methode, wonach man aus jedem Kind ein Genie machen könne an und sein Plan geht auf. Mit zwei Jahren kann William die Zeitung lesen, mit fünf spricht er mehrere Sprachen, für die Grundschule braucht er ein Jahr, kommt mitt acht Jahren auf die High School und mit elf Jahren nach Harvard. Er ist weltberühmt und sein Vater triumphiert, ist sein Sohn doch der Beweis, dass seine Methode funktionkert. Doch Williams Leben besteht nur aus Anhäufung von Wissen, er hat keine persönlichen Kontakte, trennt sich von seinen Eltern und lebt in billigen Unterkünften, ist ungepflegt und unnahbar. Wegen seines absonderlichen Verhaltens wird ihm nun der Zugang zu den Universitäten verweigert. Als Versicherungsangestellter und als Strassenbahnschaffner findet er sein Auskommen. Die wahre Geschichte eines Genies, aufregend zu lesen, auch wenn sie manchmal Gänsehaut verursacht.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Volltreffer

Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti

Nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, nahm ich es nochmals zur Hand und kehrte zum ersten Satz zurück, der lautet: „Als Loo zwölf Jahre alt war, brachte ihr Vater ihr das Schießen bei.“ Der Vater, das ist der Titelheld Samuel Hawley, der in Hannah Tintis Roman zwölf Kugeln abbekommt und überlebt – wie ihm das gelingt, weiß man oft nicht so genau.

Klar wird im Lauf der abenteuerlichen Geschichte mit ihren irrwitzigen Wendungen, warum er sein mörderisches Verbrecherdasein immer wieder fortsetzt. Er will seine Tochter schützen. Bis zum Schluss spannt Tinti einen Spannungsbogen, in dessen Verlauf ich mich bange gefragt habe, ob Loo dieser Serie der Gewalt wird entkommen können. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich die letzten Sätze zitiere: „Auf was wirst du schießen?“, fragte er (der Vater, Anm.) „Auf alles“, antwortete Loo. Dann hob sie den Arm und drückte ab.
Ein Volltreffer, dieses Buch.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Gleich drei Genies

Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar

Ein Genie ist laut Wikipedia eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft. Klaus Cäsar Zehrer erzählt die wahre Geschichte gleich zweier Genies - jene von Boris Sidis, der aus der Ukraine flieht, nach New York auswandert und in den USA eine unglaubliche Karriere als Psychologe macht. Und jene seines Sohnes William James Sidis, den er durch eine selbst entwickelte Methode zum Genie heranbilden will.

Auch wenn der Sohn letztlich gegen den Vater revoltiert, so sind sich beide in ihrer Unbeugsamkeit gegenüber den herrschenden Systemen ähnlich. Nach den Kriterien des Mainstreams scheitern sie zwar, doch bleiben sie sich selbst und ihren Überzeugungen treu. Zehrer ist ein exzellent recherchierter und durch die Vielzahl einprägsamer Charaktere und Schauplätze kurzweiliger Debütroman gelungen, womit sich der Autor als drittes Genie im Bunde erweist.

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Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:

Spannende Unterhaltung

Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti

Dieser schmackhafte Road Movie Roman liest sich zügig und ist unterhaltsam. Der sympathische Verbrecher- Held beschützt seine Tochter und überlebt mühelos zumindest 11 der 12 Schusswunden. Die Autorin dieser Geschichte schafft es, jede der insgesamt 569 Seiten zu einem spannenden Ereignis werden zu lassen.

Empfehlenswert!!

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Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:

Genial

Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar

Dieser sehr spannend erzählte Roman schildert die bewegte Geschichte der Familie Sidis am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Sohn der Familie, William Sidis verfügt zwar über außerordentliche, intellektuelle Begabungen, setzt diese aber nicht dafür ein, um ein bequemes und sorgenfreies Leben führen zu können.

Als glühender und konsequenter Pazifist stößt er auf viele verschlossene Türen, ist seinen Zeitgenossen in dieser Hinsicht aber weit voraus. Ich empfehle diesen äußerst gelungenen Debütroman wärmstens!

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