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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Fotos und Interviews

Der weiße Fleck/The White Spot. DDR Hohenschönhausen von Ivanka Penjak

Die Fotografin Ivanka Penjak beschäftigt sich in ihrem Buch „Der weiße Fleck“ mit der Frage damit, wie fotografiere ich etwas Abstraktes wie Geschichte?
Thema sind die Menschen, die zu Zeiten der DDR aus politischen Gründen, wie z.B. versuchter Republikflucht, verhaftet und von der Stasi verhört wurden.

Dafür fotografierte die Autorin die ehemalige Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR in Hohenschönhausen, Berlin und einige Menschen, die hier in Isolationshaft saßen, aber auch ehemalige Mitarbeiter der Stasi.
Es sind schon beklemmende Fotos, die sofort deutlich machen, dass hier nichts gemütlich war.

Dann folgen die Interviews mit 10 Beteiligten. Hierbei kommen die Menschen wirklich zu Wort und es wird emotional. Man spürt, dass für die betroffenen die Sache nicht wirklich vorbei ist. Die erlebten Ungerechtigkeiten haben sie geprägt. Man kann sie aber auch dafür bewundern, dass sie nicht gebrochen sind sondern ihren inneren Widerstand gegen ein Unrechtssystem erhalten haben.
Die Texte sind durchgängig in Deutsch und Englisch gehalten.

Als E-Book ist das Buch teilweise schwer lesbar. Abbildungen und Schriftgröße passen je nach E-Book-Reader-Einstellung häufig nicht zu zueinander.
Ich würde daher doch zu der Buchausgabe raten.

Das Buch ist wichtig, da es Geschehnisse dokumentiert, die doch manche heute nicht mehr wahrhaben wollen und verleugnen.
Der weiße Fleck ist ein Werk, das dazu beiträgt, Geschichtsrevisionismus zu verhindern.

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Rezensionen von rewa:

Ein unerwartetes Glück

Der weiße Fleck/The White Spot. DDR Hohenschönhausen von Ivanka Penjak

Für Mariella läuft es in ihrem Leben gar nicht gut. Vor kurzem ist ihr Mann gestorben und das Kaninchen Sina ihrer Tochter Lena ist ebenfalls tot. Also muss kurz vor Ostern eine Notlüge her, dass Sina dem Osterhasen helfen muss. Ein mysteriöser Brief lässt Mariella ihre scheinbar glückliche Ehe in einem ganz anderen Licht erscheinen und auf der Suche nach Antworten kommt ihr von einer ganz anderen Seite das Glück entgegen.

Der booksnacks ,, Ein Lollo Rosso für Sina´´ von Jennifer Wellen ist eine sehr schöne und emotional geschriebene Geschichte, die mit über 30 Seiten eher ungewöhnlich lang für einen booksnacks ist. Aber ich hätte keine einzige Seite davon missen wollen.
Man spürt den seelischen Schmerz der Mutter, wie weit sie zwischen Lüge und Wahrheit hadert. Ihre Verzweiflung, ihre Wut und auch die Hilflosigkeit kommen gut heraus. Ein angenehmer Schreibstil macht die Geschichte zu einem Lesevergnügen. Berührende Szenen wechseln durchaus auch mit humorvollen ab und bilden somit ein schönes Gesamtbild.

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Rezensionen von MelE:

Ein Roman mit faszinierender Melodie

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie von Ivanka Penjak

"Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" ist ein sehr melodischer Roman, der zwar alle möglichen Klischees erfüllen kann, dabei aber dennoch harmoniert und fasziniert, sodass es letztendlich passend erscheint. Für mich war es ein Roman zum Abschalten, dessen leise und mitunter auch lauten Töne eine regelrechte Erfrischung meines Alltags war.

Die Cover der Bücher ähneln sich sehr und haben dadurch einen raschen Wiedererkennungswert. Die warmen Farben wirken nicht überladend, sondern laden mich ein, mich auf den Roman einzulassen. Der Inhalt ist warm und erfrischend und ich konnte wie bei "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" loslösen aus Stress und innerer Unruhe. Die Untertöne der Musik die dem Buch den roten Faden geben konnte empfand ich als sehr gelungen und letztendlich ist es auch das, was Frank letztendlich aus seiner Starre befreien kann.
Die Autorin bedient sich interessanter Charaktere um den Roman zu untermalen und ich begann rasch mich mit ihnen anzufreunden in all ihren Widersprüchlichkeiten. Menschen die so unterschiedlich geprägt sind können im wahren Leben nicht miteinander harmonieren oder vielleicht doch? In "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" wirken sie ergänzend und können dem Roman daher etwas an Authentizität verleihen. Letztendlich wird alles irgendwann anders als erwartet und die Harmonie bis dahin geht verloren und muss neu entdeckt werden. Besonders gelungen empfand ich die eingewobene Liebesgeschichte, die ihren Lauf ganz langsam nimmt, um dann am Ende mit einem dick aufgetragenen Happy End aufwarten zu können. Wie schon angemerkt erfüllen sich hier alle Klischees, wobei durch die hin und wieder eingeworfene Vergangenheit von Frank wird rasch klar, weshalb er Bindungsprobleme hat und dennoch die Musik der Menschen tief innen erspüren kann. Eine ganz besonders schöne Gabe, die sehr harmonisch auf mich wirkte und daher auch die hohe Anziehungskraft in Mister Franks Laden aufweisen konnte.
Ein Roman voller Musik. Voll von hohen und tiefen Tönen und einer liebenswerten Story die mitnimmt und sich regelrecht zu einem Wohlgefühl während des Lesens entwickelt. Mister Frank ist nicht perfekt, dennoch bleibt er seinen Werten treu, auch wenn es nicht immer nachvollziehbar war. In manchen Dingen hätte er über seinen Schatten springen sollen und sich nicht an Idealen festhalten, aber dann wäre der Roman eindeutig zu langweilig geworden. So war alles passend, wenn auch wirklich dick aufgetragen und mitunter sehr übertrieben dargestellt, ist "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" ein Roman, der mein Buchregal nicht verlassen wird. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

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Rezensionen von Pink Anemone:

Eine Biographie des Lebens mit all seinen Fragen, eingebettet in eine atemberaubende Naturkulisse

Acht Berge von Paolo Cognetti

Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein.

Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod...(Klappentext)

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Dieser Roman erzählt die Geschichte von zwei Männern die sich schon seit ihrer Kindheit kennen und so grundverschieden wie Tag und Nacht sind. Doch trotzdem, oder gerade deswegen, verbindet sie eine ganz besonders innige Freundschaft. Eine Freundschaft die oft ganz ohne Worte auskommt und über weite Distanzen bestehen bleibt.

Erzählt wird aus der Perspektive von Pietro und somit seine Reise des Erwachsenwerdens - eine Reise auf den verlassenen Tälern des Lebens und immer eng verbunden mit den Bergen und der Freundschaft zu Bruno.
Jeder geht als Erwachsener seiner eigenen Wege, den einen treibt es fort, der andere bleibt. Jeder sucht auf seine Weise sein Glück und seine Bestimmung, doch in den Bergen kommen sie immer wieder zusammen.

Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise in ruhigen und melancholischen Tönen gehalten. Und trotzdem fesselt die Geschichte und lässt einen immer weiterlesen.
Zudem enthält der Roman atemberaubende Naturbeschreibungen über Gebirgsbäche, Gletscher und Almen, die einem die Liebe zu den Bergen spüren lässt und die Empfindungen einer Besteigung dieser näher bringt.

"Meine Qualen endeten abrupt. Ich überwand eine letzte Steigung, umrundete eine Felsnase und fand mich auf einmal von einem Turm aus Steinen oder einem von Blitzeinschlägen gezeichneten Eisenkreuz wieder. Der Rucksack meines Vaters lag am Boden, und um uns herum war nichts als Himmel..." (S. 43)

Doch dieser Roman enthält so viel mehr als die bloße Geschichte zweier Jungen und ihr Erwachsenwerden. Er enthält eine Biographie des Lebens mit all seinen Fragen, Hürden und Kämpfen. Und obwohl der Schreibstil einfach gehalten wird, besitzt er so viel Poesie, welche sich durch die Berge zum Ausdruck bringt.

"Die Vergangenheit ist das Tal und die Zukunft der Berg [....]. Was auch immer das Schicksal für uns bereithält - es kommt von den Bergen, die über uns emporragen..." (S. 32)

Dies lässt einem selbst so manches im Leben verstehen oder zumindest über so manches nachdenken.

"Denn ein Ort bewahrt immer auch die eigene Geschichte, damit man sie bei jedem Besuch als neue Revue passieren lassen kann. Und solche Berge kann es nur einmal im Leben geben. Im Vergleich dazu sind alle anderen bedeutungslos, sogar der Himalaja" (S. 230)

Man könnte unendlich aus diesem Roman zitieren, dabei träumen, verstehen und nachdenken.

Fazit:
Ein Roman mit wenig Dialogen, vielen Gedanken und Poesie und noch mehr Liebe zu den Bergen.
Eine Geschichte die einen über das Leben nachdenken und manchmal begreifen lässt. Unglaublich schön, unglaublich intensiv.
Absolute Leseempfehlung!

© Pink Anemone

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Rezensionen von AngiF:

Fluch über Fjällbacka

Die Eishexe von Läckberg Camilla

Während ihre Schwester Anna und deren Mann Dan ihr langersehntes Wunsch-Baby erwarten, plant Erica Falcks Schwiegermutter Kristina ihren Freund Gunnar zu heiraten. Viel Trubel in Ericas Leben, doch sie zieht sich, wann immer Zeit dafür ist, zum Schreiben an ihrem neuesten Fall zurück. Ein Mord, der im kleinen Fjällbacka 30 Jahre zuvor geschah, Stella, ein vierjähriges Mädchen wurde ermordet.

Die Mörderinnen: Helen Persson und Marie Wall. Während Helen im kleinen Örtchen verblieb und für sie langsam Gras über die Geschichte gewachsen ist, ging Marie fort. Inzwischen ist sie ein gefeierter Hollywoodstar und gerade für Filmaufnahmen zum Leben von Ingrid Bergman zurück nach Fjällbacka gekehrt. Da verschwindet erneut ein kleines Mädchen und alle Einwohner helfen bei der Suche nach der Kleinen. Ericas Mann Patrik Hedström ist als Familienvater persönlich sehr betroffen von diesem neuen Fall, lebt er doch so schon in ständiger Angst, seinen Kindern könne etwas Schlimmes zustoßen. Kann Erica mit ihrer Recherche helfen?

Wie nicht anders zu erwarten hat mich das Buch als großer Camilla Läckberg sofort in seinen Bann ziehen können. Der neue Fall ist ebenso fesselnd wie die persönliche Storyabfolge im Leben von Erica und Patrik. Die Charaktere sind eindringlich und voll tiefer Emotionen. Aktuell wird die Geschichte um die Eishexe auch dadurch, dass es in Fjällbacka ein Flüchtlingsheim gibt, und deren Bewohner fließen ebenfalls in die Story ein. Camilla Läckberg beweist, damit dass sie ihren Finger am Puls der Zeit hat. So treffen wir im neuesten Buch alte Bekannte und auch viele neue Figuren. Der Schreibstil ist ungebrochen fantastisch und ich kann wie immer mitfiebern. Die von der Autorin verwendete Sprache ist frisch und modern und einfühlsam, ein Kompliment auch an die Übersetzung aus dem Schwedischen.

Selbstverständlich vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter an Leser, die skandinavische Krimis, mit der ausgefeilten Stimmung und einem atemraubenden Fall lieben. Ich wurde prächtig unterhalten und sehne mich schon jetzt nach einem neuen Fall in Fjällbacka.

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Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:

Würdiger Vertreter des Schwedenkrimi-Genres

Dominotod von Jonas Moström

Zum Inhalt
Die Psychiaterin Nathalie Svensson wird zu einem kniffligen Fall ins Sundsvall hinzugezogen. Der Arzt Thomas Hoffmann wurde gequält und schließlich ermordet. Der Dominostein, den der Täter beim Opfer deponiert hat, bereit den Ermittlern Kopfzerbrechen. Will der Täter mit ihnen kommunizieren? Diese Vermutung wird verstärkt, als ein neues Opfer gefunden wird, bei dem ebenso ein Dominostein gefunden wird.

Die Ermittler stoßen auf eine heiße Spur, doch hinken sie dem Täter schwerfällig hinterher.

Zur Leseerfahrung
„Dominotod“ ist der zweite Fall für die Psychiaterin Nathalie Svensson. Ohne den ersten Band gelesen zu haben, konnte ich die Handlung nachvollziehen, allerdings würde ich empfehlen, den ersten Band zuerst zu lesen. Obwohl der eigentliche Kriminalfall von „Dominotod“ ohne das Hintergrundwissen von „So tödlich nah“ zu verstehen ist, verwirrten mich die Rückblenden in das erste Buch. Ich werde es auch jetzt nicht mehr lesen, da im zweiten Band das Ende des ersten erwähnt wird.
Davon abgesehen, hat mir das Buch gefallen. Es empfiehlt sich, das Buch zeitnah zu lesen, sobald man begonnen hat, weil die große Anzahl an ermittelnden Beamten sonst verwirrend ist, was schade wäre. Das Personal dieses Krimis hat mir gut zugesagt, die Ermittler werden authentisch gezeichnet, ohne sich in deren Privatleben zu verlieren. Die gesellschaftskritischen Aspekte im Buch rundeten die Handlung ab.

Zum Fazit
Ein Schwedenkrimi, der sich in diesem Genre nicht verstecken braucht. „Dominotod“ überzeugt durch eine spannende Handlung, authentischen Ermittlern und grausigen Morden.

Zu den Eckdaten
Titel: Domintod
Autor: Jonas Moström
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28892-5
Seiten: 364
Preis: 10,30 €

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Rezensionen von begine:

Wunderschön

Das Fest der kleinen Wunder von Ulrike Renk

Ulrike Renks Roman „Das Fest der kleinen Wunder“ ist ein Weihnachtsroman und spielt im Winter 1925 in Ostpreußen. Auf dem Gut Fennhusen erleben wir die 16jährige Frederike mit ihren Geschwistern.
Die Autorin beschreibt die Aktionen und Personen, so lebendig, das ich mich dabei fühle. Wenn die Kinder ihre Schneeengel machen, war ich dabei.

Über Fritz seine Spiele und Unfälle musste ich lachen. Das ist so ein richtiger Lausebengel. Frederikes Emotionen sind fesselnd, manchmal ist sie noch ein Kind und dann wieder wie eine junge Frau.
Und wenn man in die Küche kommt bemerke ich die Düfte und sehe das Personal herum wirbeln. Am Schluss gibt es noch ein Keksrezept, das Kindheitserinnerungen wachruft.
Das Buch ist ein richtiger Wohlfühlroman.

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Rezensionen von yesterday:

Tiefe Einblicke in schwedische Seelen

Der Fall Kallmann von Nesser Håkan

Ohne viel Action oder dem Leser überbordende Gefühle aufzudrängen, schafft Nesser es in diesem Roman, vielschichtige Psychogramme komplett fiktiver und unterschiedlicher Menschen zu erstellen. Er lässt Schüler und Lehrer einer Gesamtschule eines kleinen Ortes in Schweden abwechselnd zu Wort kommen.

Es sind sehr persönliche, intensive Abschnitte, die sich an Tagebucheinträge anlehnen.

An der Schule gehen seltsame Dinge vor, die Stimmung scheint alle paar Wochen zu drehen und das zu einer Zeit, als die Belegschaft noch nicht verdaut hat, dass am Ende des vergangenen Schuljahres ein Lehrer zu Tode kam. Und auch wenn alle Beteiligten aktuell mit Rassismus und tiefgreifender Unruhe unter den Schülern zu kämpfen haben, gibt es noch einige Personen, die nicht glauben, dass die Polizei wirklich alles tat, um den Fall des toten Lehrers, Herrn Kallmann, aufzuklären. Sowohl Schüler als auch ehemalige Kollegen beginnen auf eigene Faust zu ermitteln.

In die Krimihandlung wunderbar eingeflochten sind alle anderen alltäglichen Begebenheiten und Probleme der Protagonisten. Die Beschreibungen, die Sprache wandelt immer zwischen klar und leicht verständlich sowie vielen Metaphern und anspruchsvollen Passagen. Jeder Charakter hat einen unverwechselbaren Erzählstil und im Verlauf des Buches scheint man die Hauptpersonen immer besser kennenzulernen, sodass man sich als Leser erst wieder bewusst machen muss, dass sie nicht existieren. Schicksale und freudige wie traurige Momente gehen unter die Haut. Auch wenn es der Schreibstil manchmal etwas schwieriger macht, sich ganz in die Geschichte fallenzulassen, kann man sich durchaus mit den Charakteren identifizieren. Manche ihrer Beweggründe versteht man sofort, anderes erst später und manches wird nicht aufgelöst und bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

Überhaupt fühlt man sich eher wie eine zusätzliche Person der Geschichte und ist hautnah dabei, kann somit versuchen, Zusammenhänge selbst zu erkennen, die die einzelnen Protagonisten nicht sehen, weil sie nicht alle Sichtweisen kennen wie der Leser.

Mit dem einen oder anderen losen Faden am Ende kann ich gut leben, zwischendrin gab es im 570 Seiten starken Roman die eine oder andere Länge. Dies ist aber sowohl den Eigenheiten der Charaktere als auch deren Erzählschwerpunkten geschuldet. Leider gibt es keine Anmerkungen des Autors, worauf ich gehofft hatte. Somit erklärt sich für mich nicht, warum zwar Städte wie Uppsala oder Stockholm erwähnt werden, die Orte an denen sich die Handlung konzentriert, aber lediglich mit einem Buchstaben bezeichnet werden. Das wirkt zuerst so, als wäre die Geschichte doch auf einem wahren Kern aufgebaut. Fiktive Ortsnamen könnten doch einfach geschrieben werden. Dennoch glaube ich, nach der gesamten Lektüre, nicht, dass etwas daraus wirklich passiert ist. Auch wenn der klassische Hinweis (“Sämtliche Personen… sind erfunden und Ähnlichkeiten...zufällig”) hier ebenso fehlt wie ein Dank oder Anmerkungen Nessers.

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Rezensionen von PFIFF:

Fundamentalist wider Willen

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid


Changez ist ein junger Pakistani, der es geschafft hat, in Princeton zu studieren und als Musterstudent eine steile Karriere zu starten.
Er lernt die reiche Erica kennen, die ihm die Türen zur High Society in New York öffnet. Doch sie kommt über den Tod ihres früheren Freundes nicht hinweg und entfremdet sich von ihm.

Jäh wendet sich das Blatt nach 9/11. Changez wird schief angesehen und manchmal beschimpft. Er lässt sich einen Bart wachsen, was seine Situation auch nicht besser macht.Er leidet unter der Trennung von Erica und vermisst seine Familie in Pakistan.
Als er in seinem Job schludert, wird er gekündigt und kehrt nach Pakistan zurück, wo er in Lahore mit einem Amerikaner in einem Lokal ein Gespräch beginnt und diesem seine Lebensgeschichte erzählt.
In seinem Monolog erkennen wir seine Verwandlung und ahnen ein schlechtes Ende, das jedoch offen bleibt.
Bedrückend wird klar, dass niemand seine Herkunft vergessen kann und überall von ihr eingeholt wird.

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Rezensionen von PFIFF:

Mörderische Familiengeheimnisse

Fremde Tochter von Michel Bussi


27 Jahre nach einem schicksalsträchtigen Feriensommer auf Korsika kehrt Clotilde mit Ihrem Mann und ihrer Tochter zurück, um ihre Großeltern zu besuchen. Die ganzen Jahre hatten an ihr genagt. Sie hatte den tödlichen Autounfall mit ihren Eltern und ihrem Bruder nicht verarbeitet. Jetzt versucht sie vorort mit Zeitzeugen zu sprechen und Verdrängtes wieder aufleben zu lassen.

Ihr Mann Franck und ihre Tochter heissen das nicht gut, sind aber chancenlos. Clotilde muss einfach herausfinden, wie es zu dem schrecklichen Unfall gekommen war und was hinter den Gerüchten steckt, der Wagen sei damals manipuliert worden. Die Rechtsanwältin in ihr forscht gnadenlos, entdeckt eine ganze Reihe von Geheimnissen und begibt sich dadurch selbst in Gefahr.
Ungeheuer spannend, mit viel Liebe zu Korsika, den Einheimischen und der malerischen Landschaft.

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