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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von begine:

faszinierend

Tereza Vanek ist eine meiner Lieblingsautorinnen im Genre Historische Romane.
Sie schreibt fesselnd und spannend aus der exotischen Geschichte Chinas. Die schöne Insel ist der dritte Teil der China-Reihe.
Dieser Roman beginnt im um 1900 in Shanghai. Die Unterschiede zwischen dem Internationalen Viertel und dem chinesischen Teil ist groß.

Die Protagonistin Anastassia ist die Icherzählerin des Ganzen. Sie ist in Russland geboren worden und in Shanghai aufgewachsen. Sie arbeitet im Laden ihrer Eltern. Nach dem Tod ihres Vaters erfährt sie, das die Mutter nur ihre Stiefmutter ist und sich von ihr abwendet. So ist sie plötzlich auf sich gestellt, sie schafft es schnell sich zu behaupten. Die chinesische junge Clio wird von Anastassia gerettet. Sie freunden sich an und wohnen seitdem zusammen.
Durch ihren Chef gelangen die Beiden auf der Insel Taiwan, auch Formosa genannt. Wir dürfen die Natur und die Eingeborenen mit ihren Augen sehen ud an ihren Empfindungen teilnehmen. Annastassia hilft bei der Krankenpflege bei den Missionaren aus und unterrichtet Kinder. Sie sieht alles aus eigener Sicht, denn eigentlich ist sie als Jüdin aufgewachsen. Den bekannte Missionar George Leslie Mackay, 1844 bis 1901, wird in die Geschichte eingebettet, ist aber eine Nebenfigur.

Dann übernehmen die Japaner die Insel, da kommt es zu Konflikten mit den Ureinwohnern.
Die Autorin versteht es alles genau zu erzählen. Die ganze Szenerie ist grandios angelegt.
Tereza Vanek konnte mich mit diesem Roman wieder beeindrucken und begeistern.

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Rezensionen von B?cherwurm78:

Spannend und berührend, besser geht es nicht

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Die Vergessenen ist ein Roman der sich mit der Aufarbeitung von NS-Verbrechen an Menschen in Heil- und Pflegeanstalten beschäftigt. Dieses Thema hat Ellen Sandberg ausgezeichnet in dem Roman verpackt. Von der ersten bis zur letzten Seite war Spannung vorhanden. Aufgrund dieser und der sehr guten und flüssigen Schreibweise hatte ich das Buch sehr schnell durchgelesen.

Die einzelnen Charaktere sind gut beschrieben und gerade Vera und Manolis waren mir als Leser sympathisch. Die Vorgänge in den Jahren 1944/1945 in Winkelberg sind eindrücklich beschrieben und berühren sehr. Auch Manolis Lebensgeschichte (bzw. vor allem auch die seines Vaters) ist sehr emotional.
Aber eine Stelle im Buch hat mir auch ein Lächeln auf den Mund gezaubert, als nämlich ein gewisser Kommissar Dühnfort einen kurzen Auftritt hatte, der ja Hauptdarsteller in der Krimireihe von Ellen Sandberg ist, die sie nicht unter ihrem hiesigen Pseudonym schreibt.
Zum Cover des Buches muss ich sagen, dass mir dieses sehr gut gefällt. Schlicht gehalten und es passt gut zum Inhalt.
Fazit: Für mich einer der besten Bücher des Jahres 2017!

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Rezensionen von yesterday:

Nichts für emanzipierte Leserinnen

Die Lichter von Paris von Eleanor Brown

Dieser (Frauen-)Roman hat einige gute Ideen in sich, leider dominieren meiner Ansicht nach zu sehr das Klischee und die (wenn auch realistischen) Komplexe von Frauen diversen Alters.

Gut hierbei ist die Gestaltung: Es wird aus den Leben von Madeleine im Jahr 1999 erzählt, als sie ungefähr Mitte 30 ist, und von Margie, ihrer Großmutter, die 1924 mit Mitte 20 von den USA aus nach Paris reiste.

Die Sichtweisen, Schilderungen der so unterschiedlichen Zeiten wechseln sich angenehm ab und erzeugen so etwas Spannung. Man will schließlich immer gerade dann wissen, wir es mit einer von beiden weitergeht, wenn die Perspektive wechselt.

Madeleine findet nach einiger Zeit selbst die Tagebücher von Margie und so vermischen sich die beiden Geschichten ein wenig. Das passt insofern gut, als sie ja familiär auch zusammenhängen, wenn sich die beiden auch nicht wirklich kennengelernt haben. Es gibt interessante Parallelen und Unterschiede im Leben der beiden Frauen: so anders die Zeiten geworden sind, so verhaftet sind beide in ihrem Denken rund um Männer, Anstand und die “richtige” Art zu leben, ein Vermächtnis, das über Generationen weitergegeben wurde und nun sogar Madeleine immer noch zu schaffen macht. Dass sie nicht gerade die am meisten gefestigte Person ist, ist auch nicht sehr hilfreich und stürzt die unglücklich Madeleine in seitenlange Selbstmitleids-Monologe und große Zweifel.

Hier sind wir auch schon bei den Ähnlichkeiten. Die beiden Frauen scheinen über weite Strecken des Buches die selben Probleme zu haben, was anhand des Zeitunterschiedes seltsam sein mag. Dennoch stehen Margie (damals war es für Frauen einfach schwer, ein von einem Mann unabhängiges Leben z führen) und Madeleine (die es sich selbst schwer macht und der vieles schwer gemacht wird, auch diese Frauen gibt es nach wie vor heutzutage) exemplarisch für viele Frauen. Es kann nicht jeder “Wonderwoman” sein, trotz annähernd Gleichberechtigung, Feminismus und Emanzipation.

Punkten kann der Roman mit den Beschreibungen von Personen, Umgebung und der Stadt Paris. Leider gibt es zwischen diesen schönen Momenten und den Ängsten der beiden Frauen sonst nicht viel. Das könnte alle, die keine “eingefleischten” Frauen-Roman-Leser sind, schnell langweilen.

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Rezensionen von PFIFF:

Krimi im Haubenmilieu

Teufelsfrucht von Tom Hillenbrand


Xavier Kiefer gehört das "Deux Églises" in Luxemburg. Er ist leidenschaftlicher Koch von bodenständigen Gerichten und idt nicht erpicht, in die Sternegastronomie aufzusteigen. Als ein Gastrokritiker vom Guide Gabin vor seinem Lokal stirbt, sorgt das für Aufregung und Verwirrung. Was wollte der Sternevergeber bei Kiefer, was war die Todesursache?
Als dann der Lehrmeister von Kiefer, ein Sternekoch, verschwindet und Xavier bei seinen Recherchen ein geheimes Labor entdeckt, werden die Todesumstände des Testers immer mysteriöser.

Steckt ein Lebensmittelskandal dahinter?
Kiefer begibt sich selbst in Gefahr, aber er möchte unbedingt das Rätsel um eine exotische, unbekannte Frucht lösen.
Das erste Buch einer ganzen Reihe von kulinarischen Krimis mit dem Hobbyermittler Xavier Kiefer, interessant und amüsant. Macht Appetit auf mehr.

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Rezensionen von PFIFF:

Gourmetkrimi

Tödliche Oliven von Tom Hillenbrand


Xavier Kiefer, ein luxemburgischer Koch, sucht nach seinem Freund, dem Wein- und Olivenölhändler Alessandro Colao, der spurlos verschwunden ist. Dessen Frau macht sich Sorgen, die Polizei kommt nicht weiter mit den Ermittlungen.
In der Toscana findet er das Lager seines Freundes leer vor, kann jedoch eine kleine Probe Olivenöl mitnehmen und in einem Labor testen lassen.

Egal wo er hinkommt, waren schon andere vorort und haben Beweismittel verschwinden lassen. Kiefer befindet sich in Lebensgefahr, was ihn aber nicht abhält, hinter die Machenschaften rund um gefälschtes Olivenöl zu kommen.
Interessant und spannend.

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Rezensionen von TheUjulala:

Zu wenig Spannung und Emotionen aber zu viel an Fantasy

Calypso (2). Unter den Sternen von Fabiola Nonn

Auch dieses Band habe ich ebenfalls freundlicherweise vom digi:tales Arena Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Das erste Band hat mich sehr begeistert und ich habe mich sehr über die Fortsetzung der Calypso-Saga gefreut.

Coverbild
Wie im ersten Band ist auch dieses Cover ganz in blau und weiß gehalten.

Hier sieht man in der oberen Hälfte eine Felsenklippe unter einem Sternenhimmel. Unterhalb des Buchtitels sieht man eine junge Frau in weißen Flattergewandt schwimmend. Auch hier passt das Cover zum Titel und gefällt mir sehr gut.

Handlung
Nach dem Untergang von Calypso versuchen die Menschen auf dem wiedergewonnen Land sich neu anzusiedeln. Doch durch die unberechenbaren Unwetter gestaltet es sich schwierig. Trotz dem Noemi und ihr Bruder als Mischwesen immer wieder von den Menschen argwöhnisch behandelt werden, beschließt Noemi bei ihrer Menschenfamilie zu bleiben. Noemi entwickelt nicht nur merkwürdige Fähigkeiten die sie weiter vor den Menschen geheim halten muss, sondern auch die Liebe zu Jonaz scheint zu bröckelt. In ihrer Einsamkeit findet sie unerwartet Hilfe von neuen Verbündeten.

Buchlayout / eBook
Auch hier ist das eBook leider etwas schlicht gehalten und hätte gerne etwas mehr ausgeschmückt sein können. Die 12 Kapitel teilen die 226 Seiten in angenehmen Längen ein.

Idee / Plot
Als logische Konsequenz von Calypsos Untergang ist der Aufbau der Siedlung und Neuanfang an Land. Es gefällt mir, dass die Geschichte hier anknüpft, sich aber nicht so weiterentwickelt, wie man es vielleicht erwartet hätte. Denn der Neuanfang ist nicht wirklich idyllisch. Den Neusiedlern stellen sich mehrere Herausforderungen entgegen. Noemi merkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt, dass sie anders ist. Ashek, ihr Bruder, und sie verbindet zum einen das Gedankenlesen und zum anderen entwickelt Noemi neue Fähigkeiten, die sie sehr beängstigen und sie sich in keiner Welt mehr wirklich aufgehoben fühlt.

Wie schon im ersten Band sind auch hier gesellschaftskritische Themen stark im Vordergrund: Flucht und Vertreibung, aber auch Angst vor andersartigen Mitmenschen. Machtgierige Intreganten untergraben den Neuanfang und die ständige Präsens der verfeindeten Ondine belastet die Neusiedler enorm.

Emotionen / Protagonisten
Diesmal habe ich größere Schwierigkeiten mich in Noemi einzufühlen. Das mag auch daran liegen, dass sich die Geschichte sich eher flacher entwickelt und ich nicht so ganz verstehen kann, wie auf einmal Noemi plötzlich so viele Fähigkeiten entwickelt. Das ist mir dann tatsächlich auch zu viel und wirkt für mich etwas überzogen. Auch in ihrer Beziehung zu Jonaz ist sie eher abweisend und kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es bleibt eher oberflächlich. Mehr im Vordergrund steht hier Noemis verzweifelte Suche nach der richtigen Welt für sie, nach ihrer wahren Bestimmung.

"Ich bin eben doch nicht wie die anderen Khimaara. Ich bin anders. Und wenn das Schattenkind wirklich mit all dem zu tun hat, bin ich vielleicht sogar eine Gefahr für sie."

Fabiola Nonn „Calypso - Unter den Sternen (Band 2)“, Pos. 2740 (eBook © 2017 digi:tales Arena Verlag)

Jonaz ist stark im Hintergrund geblieben und für mein Empfingen viel zu blaß. Das Beziehungsdrama nimmt mich nicht so mit, wie ich es gerne gehabt hätte. Auch die Beziehungen zu ihren alten Freunden aus dem ersten Band sind viel zu schwach dargestellt und lässt mich etwas enttäuscht zurück. Dafür findet Noemi Anschluss an neue Verbündete. Die ich aber jedoch völlig überzogen finde und das Buch irgendwie in eine ganz andere Richtung lenkt. Der schöne Auftakt vom ersten Band wird hier einfach überrollt mit überdimensionaler Fantasy und zu schwachen Emotionen.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Leider spiegeln sich die flachen Emotionen der Protagonisten auch im eher unspektakulären Spannungsbogen wider. Anfangs gibt es eine sehr aufregende Szene, in der Noemi die Erste von ihren vielen neuen Fähigkeiten (Omen) entdeckt. Toll beschrieben und wirklich für mich aufregend und spürbar. Doch dann plätschert leider die Handlung so vor sich hin und kann nicht mehr so an Spannung gewinnen, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Am Ende bleiben doch wieder sehr viele Fragen offen und lässt mich irgendwie unbefriedigt zurück. Das Beziehungsdrama wird nur am Rande angerissen und weder Jonaz noch Nicon sind für mich wirklich greifbar.

Szenerie / Setting
Die Umgebung beschreibt die Autorin sehr eindrucksvoll und bildhaft. Ich kann mir die bedrückende Stimmung unter den Neusiedlern sehr gut vorstellen, die Gewalt der Natur ist spürbar und die Umgebung ist für mich sehr anschaulich dargestellt. Diesmal bleiben wir aber über Wasser, die Unterwasserwelt wird nur in einem sehr kurzen Moment erwähnt.

Sprache / Schreibstil
Trotzdem muss ich hier die Sprache hervorheben. Sie ist wie auch schon im ersten Band, schön abwechslungsreich und ausgefeilt. Die Ich-Perspektive im Präsens ist für mich hier ganz passend und Fabiola Nonn hat einen großartigen Erzählstil. Ohne große Kapriolen aber trotzdem ausschmückend und bildhaft.

FAZIT
Sprachlich wie erwartet top aber leider von der Handlung nicht so sehr überzeugt. Die Fortsetzung ist nicht so spannend, wie ich sie mir gewünscht habe, die Fantasy ist mir hier zu übermächtig.

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Rezensionen von TheUjulala:

Snow und Ihr Schicksal lassen mich kalt (Abbruch)

Calypso (2). Unter den Sternen von Fabiola Nonn

Ich möchte Netgalley.de und dem Thienemann Verlag recht herzlich dafür danken, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe und lesen durfte. Ich muss aber mit Bedauern feststellen, dass ich mit diesem Titel überhaupt nicht zurecht gekommen bin und ich schließlich bei 60 % abgebrochen habe.

Deswegen ist dies hier keine Rezension über das vollständige Buch, sondern ich kann nur das bewerten, was ich bis hierhin gelesen habe und meine Beweggründe für den Abbruch festhalten. Vielleicht mag der Schluß noch mal das Buch aufwerten, aber bis über die Hälfte konnte mich das Buch einfach nicht packen.

Coverbild
Großformatige Gesichter auf Covern finde ich immer sehr schwer. Auch hier finde ich das Gesicht zu harmlos, im Gegensatz zu dem, wie die Protagonistin Snow im Buch rüberkommt. Hier wird ein stupsnäsiges, liebevolles Mädchen dargestellt, das ich überhaupt nicht mit Snow und der Geschichte in Verbindung bringen kann. Trotzdem ist die Umsetzung des Covers wirklich gelungen. Die überlagerten Eismuster fügen sich schön ein, der Titel mit der Serife-Schrift mit dem ornamtental geschmückten "O“ platziert sich mit dem Untertitel passend auch im unteren Mittel. Das Cover gefällt mir trotz Gesicht sehr gut.

Handlung
Snow wächst seit ihrer frühen Kindheit in einer Irrenanstalt auf und baut zu ihrem Leidensgenossen Bale eine sehr innige Beziehung auf. Doch plötzlich wird Bale durch ein magisches Ereignis entführt und Snow macht sich mit Hilfe von Jagger, der sie bereits in ihren Träumen und Halluzinationen heimgesucht hat, auf den Weg in die Welt von Algid. Dort erfährt sie, dass sie die lang verschollene Schneeprinzessin ist und ihr leiblicher Vater das Land in Angst und Eisschrecken hält. Doch Snows sehnlichster Wunsch ist nur die Rettung von ihrem Geliebten Bale und macht sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die Suche nach ihm.

Buchlayout / eBook
Das eBook ist einfach aber schön umgesetzt. Jedes Kapitel wird mit einer filigranen Illustration geschmückt. Die insgesamt 44 Kapitel teilen die 400 Seiten in angenehm kurze Abschnitte, die den Lesefluss nicht beeinflussen.

Idee / Plot
Im Grunde ist es wie das Märchen „Die Schneekönigin“. Dass es eine Adaption davon sein soll, habe ich erst aus den Rezensionen meiner Bloggerkolleg*Innen erfahren. Ein Mädchen von der Mutter abgestoßen, macht sie sich auf die Suche nach ihrer wahren Liebe im Eisland. Doch sie ist die Prophezeite, die als einzige die Macht besitzt den tyrannischen Vater aufhalten und die Wende in das unterdrückte Land bringen kann. Dafür müsste sich aber die Prinzessin gegen ihre Liebe und für ihr Volk entscheiden.
Märchenadaptionen finde ich immer etwas kritisch, denn die Erwartungen können dabei schnell enttäuscht werden. Da ich aber vorher nichts von der Adaption wusste, bin ich das Buch ohne große Erwartungen angegangen.

Emotionen / Protagonisten
Ich liebe das (echte) Märchen „Die Schneekönigin“, aber was soll das denn? Sowas von emotionslos, arrogant und überheblich habe ich kaum eine Protagonisten erlebt. Ich habe überhaupt keine Beziehung zu Snow aufbauen können, ihre ganzen Entscheidungen habe ich Null nachvollziehen können. Ihr ist alles um sich herum schnurzpirpegal, ihre Umgebung interessiert sie nicht. Wie ferngesteuert taumelt sie nur ihrem Bale hinterher und nimmt dabei in Kauf, dass sie sich, ihre Umgebung und das dort lebende Volk nur noch mehr in Lebensgefahr bringt. Sorry, das kann ich einfach nicht verstehen. Sie ist regelrecht anstrengend. Auch sind da einfach zu starke Parallelen zur Eliza aus Disneys Eiskönigin, deren Bild ich beim Lesen nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe.
Auch zu den anderen Figuren konnte ich kaum eine Beziehung aufbauen. Bale wird nur angerissen, Jagger und Kai sind ebenfalls ohne Tiefe und nicht greifbar. Gerde ist die einzige, die ein wenig Format bekommt, was aber leider ganz schnell wieder vorbei ist.
Und dann ist das auch noch eine Vierecksbeziehung! Denn Snow hat nicht nur ihr Herz an Bale verloren, sondern bekommt auch plötzlich Gefühle für Jagger und Kai. Wobei ich diese Entwicklung gar nicht nachvollziehen kann. Da kommt bei mir einfach nichts an.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Anfang war sowas von komisch und ich bin total schlecht reingekommen. Verwirrend und holprig. Das hat sich aber dann die ganzen 60 % irgendwie durchgezogen. Manchmal wurde es etwas besser, aber gerade um die Mitte herum wird es dann extrem sprunghaft. Und trotzdem zieht sich die Handlung enorm und kann kaum Spannung aufbauen, obwohl ja doch irgendwie ständig was passiert. Durch das Sprunghafte hat man kaum die Möglichkeit sich da mitreißen zu lassen, denn plötzlich ist alles wieder vorbei.

Szenerie / Setting
Von der Umgebung bekomme ich kaum mit, außer dass die Bäume blau und rosa sind. Gerade diese Schneelandschaft hätte viel Potenzial gehabt eine zauberhafte Welt entstehen zu lassen. Aber so arrogant, wie Snow durch die Gegen wandelt, so nebensächlich wird auch die Umgebung beschrieben. Leider.

Sprache / Schreibstil
Gerade nach dem Genuß von Fabiola Nonns „Calypso“ - welches ich sprachlich absolut top fand - ist dieser Sprachstil hier eine wahre Katastrophe. Ich habe auch stark im Verdacht, dass die Übersetzung hier eventuell mit Schuld sein könnte. Es gibt viel wörtliche Rede und kaum Metaphern. Auch hier folgt die Sprache der sprunghaften Handlung: hackelig, kurze Sätze und sprunghaft. Sprachlich hat es mir überhaupt nicht gefallen.

FAZIT
Die ganze Geschichte lässt mich kalt und konnte mich nach 60 % immer noch nicht packen. Sprunghaft und arrogant, ohne wirkliche Tiefe. Ich komme mit dem Buch einfach nicht klar und breche es schließlich ab. Deswegen kann ich leider nur 1 Stern vergeben.

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Rezensionen von TheUjulala:

Brisantes gesellschaftlichen Thema in dystopischer Vision

This New World von Laura Newman

Die Autorin Laura Newman war mir noch nicht bekannt. Aber ihr Buch "This New World" ging vor einiger Zeit in den sozialen Kanälen der Buchblogger um. Viele begeisterte Stimmen haben mich darauf aufmerksam gemacht, und so habe ich es kurzerhand mit in meinen Urlaub genommen. Dieses Buch wird bestimmt nicht das einzige von dieser Autorin bleiben.

Coverbild
Ehrlich gesagt, hat mich in den sozialen Kanälen vor allem das Cover neugierig gemacht. Ich finde es unheimlich gelungen. Man spürt förmlich die Kraft, die hinter diesem Faustschlag steckt. Die Schrift ist perfekt in das Composing gesetzt und harmonisiert gekonnt mit den Rauchkringeln. Erst jetzt für die Rezension habe ich festgestellt, dass Laura Newman das Cover selber entworfen und umgesetzt hat. Das Cover begeistert mich total und hat mich auch auf die Designerin Laura Newman aufmerksam gemacht. Ihre Homepage ist für jeden Grafikbegeisterten ein absolut lohnenswerter Besuch.

Handlung
Die beliebte Cheerleaderin Zoe Travis ist in der Highschool mit dem begehrtesten Jungen und Footballspieler Coben MacAllister liiert, und sie sind das it-Pärchen an der gesamten Schule, welches auch schon für den Abschlussball als Ballkönig und Ballkönigin gesetzt ist. Gemeinsam mit der Clique wird über die Aussenseiter, so wie zum Beispiel über den merkwürdigen Josh Tisson, hergezogen und gelästert. Doch im letzten Highschool-Jahr passieren plötzlich merkwürdige Dinge. Nicht nur, dass Zoe sich immer weiter von der überheblichen Denkweise ihrer Freunde distanziert und merkt, dass Josh gar nicht so komisch ist, verhalten sich auf einmal die Nachbarn immer seltsamer. In den Nachrichten tauchen vermehrt Meldungen über phänomenale Begabungen und Anomalien von Menschen auf der ganzen Welt auf. Irgendwas geht vor sich, unerklärliches und macht aber vor Keinem halt, nicht einmal vor Zoes Familie. Die Welt verändert sich und gerät aus ihren Fugen. Bald wird klar, dass ein Meteorit auf die Erde eingeschlagen ist und die Menschen beeinflusst, sie mit Begabungen ("Skills") vergiftet.

Buchlayout / eBook
Hier merkt man auch wieder, dass das Buch von einer Grafikerin umgesetzt wurde. Jedes Kapitel wird mit einer wunderschönen und individuellen Zeichnung eingeführt, die sich an dem Stil der Rauchkringel vom Cover orientiert. Die 28 Kapitel selber sind in teilen das Buch mit seiner Seitenzahl von nicht ganz 400 Seiten in angenehme Leseabschnitte.

Idee / Plot
Anfangs ein typisches Highschool-Szenario, entwickelt sich diese Geschichte doch in eine andere Richtung. Hier geht es vor allem um das "Anderssein" und auch das Akzeptieren von Menschen, die sich nicht dem Mainstream anpassen wollen oder können. Was ist, wenn plötzlich alle in Deiner Nachbarschaft verrückt spielen und Dinge tun und können, die eigentlich nicht normal sind? Die Gesellschaft muss und wird sich auch daran gewöhnen. Und was erst mal gemobbt und abfällig behandelt wird, ist plötzlich total cool.
Zunächst ist Josh der Außenseiter, weil er sich anders verhält als die angesehene Football-Clique. Plötzlich dreht sich aber der Spieß. Wird über die ersten Leute mit ungewöhnlichen Skills noch argwöhnisch hinter vorgehaltener Hand gelästert, spielen dann alle verrückt und das Besitzen von Skills wird als völlig gesellschaftskonform angesehen. Aber Josh ist wieder der Aussenseiter, weil er der Einzige ist, der keinen Skill erhalten hat. Ich finde, dass die Autorin hier ein hochbrisantes und gesellschaftskritisches Thema in einen sehr gelungenen Jugendroman gepackt hat.

"»Ich dachte, wenn sich die Lage weiter zuspitzt, dann könnten irgendwann gewisse Regeln außer Kraft gesetzt werden. Es wäre schließlich nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass sich eine überlegene Gruppe das Recht herausnimmt, andere, in ihren Augen vielleicht weniger wertvolle Menschen, zu richten.«"

Laura Newman "This New World", Pos. 3109 (eBook kindle Edition, © 2017 Laura Newman)

Emotionen / Protagonisten
Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung der Protagonistin. Anfangs gefällt sie sich noch in der Rolle als it-girl. Wird aber zunehmends nachdenklicher und begreift, dass man Menschen nicht nach Äußerlichkeiten verurteilen sollte. Sie beginnt sich von ihren Freunden zu distanzieren und fängt an sich für das Leben und den Menschen hinter der Fassade zu interessieren. Sie ist reflektiert und macht selber eine innere Wandlung durch - abgesehen von ihrem Skill.

Coben ist mir von Anfang an unsympathisch. Genauso wie Zoes beste Freundin Dilan. Beide sehr auf Äußerlichkeiten bedacht, dulden sie in ihrer Gegenwart kein Anderssein. Alles muss nach ihrer Nase laufen. Sie sind affektiert und oberflächlich und beginnen im Laufe der Geschichte eine Richtung einzuschlagen, die Zoe zu Recht infrage stellt.

Josh hingegen ist in den Augen der Clique ein durchgeknallter Typ und wird deswegen ziemlich verächtlich behandelt. Er lässt sich davon aber nicht beirren, lebt aber sehr zurückgezogen. Er betrachtet und empfindet seine Umgebung mit offenen und interessierten Augen. Seine Eltern hat er verloren und versucht sein Leben mit einem kreativen aber ganz persönlichen Kunstwerk zu verarbeiten. Das macht ihn mir von Anfang an sehr authentisch und liebenswert und diese Linie behält er auch die ganze Zeit bei.

"Wie erträgt man es, in der Schule von allen geärgert und missachtet zu werden, wenn man so einen Hintergrund hat? Wie konnte Josh so »gut« bleiben? So frei von Verbitterung und Hass?"

Laura Newman "This New World", Pos. 3145 (eBook kindle Edition, © 2017 Laura Newman)

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut, gipfelt in spannenden Szenen und endet noch mal sehr dramatisch. Zwischenzeitlich gibt es einen Zeitsprung von 7 Monaten, der etwas schade ist. Aber der Autorin ging es wahrscheinlich eher um die Fortschreitung der Vergiftung und die Tatsache, wie die Menschheit sich mit den dystopischen Umständen arrangieren muss. Manchmal hatte man aber das Gefühl, dass sie in ihrer Erzählung weiterkommen wollte und dafür den Verlauf etwas gerafft hat. Trotzdem gibt es viele berührende Momente, in denen ich Zoe und Josh sehr gut mitfühlen konnte. Die eigentliche Bedrohung ist nicht bekämpft, aber die Handlung ist in diesem Buch für mich soweit abgeschlossen. Da dieses Buch auch der Auftakt einer Reihe sein soll, finde ich das ganz passend und stört mich nicht.

Szenerie / Setting
Ein bisschen schade finde ich es, dass es sich um ein typischen Highschool-Setting handelt, welches man in diesem Genre ja leider schon viel zu oft zu lesen bekommt. Andersrum ist es ein Jugendbuch und Jugendliche müssen nun mal zur Schule. Und gerade dort ist Mobbing ein sehr ernst zu nehmendes gesellschaftliches Thema. Wahrscheinlich hätte die Geschichte anders nicht funktioniert.

Sprache / Schreibstil
Laura Newman hat für mich einen tollen und eingängigen Sprachstil. Mir hat er gut gefallen und ich konnte das Buch flüssig lesen und mir alles auch schön bildlich vorstellen, ohne mir meine eigene Phanatasie zu nehmen. Sie beschreibt die Umgebung liebevoll, und ich kann mich ebenfalls mit Zoe und Josh für die angehaltene Welt begeistern. Die Ich-Perspektive im Präsens ist für mich gut umgesetzt und passt sehr gut zum Szenario. Vor allem in den sehr dystopisch-dramatischen Stellen kommt das sehr gut zur Geltung.

FAZIT
Eine sehr gute Mischung aus krasser dystopischer Vision und gefühlsvoller Liebesgeschichte. Erfrischende Sprache und überzeugende Protagonisten. Auf das Folgeband freue ich mich schon.

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Rezensionen von TheUjulala:

Voller Offenbarungen, Wendungen und Gefühle, großartig!

FederLeicht. Wie der Kuss einer Fee von Woolf Marah

Da ich die ganze FederLeicht Saga überaus liebe und die Entwicklung unglaublich toll finde, war es für mich eine große Besonderheit, dieses Buch schon vorab als Testbuch lesen zu dürfen. Ich bedanke mich bei Marah Woolf sehr für diese außerordentliche Gelegenheit! Und vor allem danke ich auch den Mädels, wie immer ist eine Leserunde mit Euch einfach der Hammer! Dennoch möchte ich betonen, dass ich versuche dieses Buch ganz objektiv zu bewerten - obwohl ich gestehen muss, dass es mir schwer fallen wird, hier nicht ein bisschen voreingenommen zu sein.

Coverbild
Wie alle bisherigen Bände reiht sich auch dieses Cover nahtlos in die Saga ein. Diesmal ist es in Rot-Orange gehalten und der Ring in der Mitte hervorgehoben. Wie gewohnt sind die Arbeiten von Carolin Liepins grafisch hervorragend ausgearbeitet und gefallen mir persönlich immer sehr gut.

Handlung
Nachdem nun Eliza und ihre Freunde Cassian, Sky und Frazer aus der magischen Welt verbannt wurden, finden sie sich in Sterling kurz nach dem Samhainfest wieder. Eliza trägt immer noch die Bürde des Siegels, welches sie vor Damian verstecken muss. Nun muss ein anderer Weg gefunden werden, die Magische Welt vor der Machtgier des Damian de Winter zu retten. Da ihre Freunde schon viel Leid erfahren haben und die Ereignisse erst mal verarbeiten müssen, möchte Eliza sie mit ihren Problemen nicht mehr belasten. Sie ist auf sich alleine gestellt, bekommt aber Hilfe von unerwarteter Seite. Wäre da nicht der bockige Elf Cassian, der sich nun endlich zu ihr bekennt aber Eliza immer noch beschützen will und am liebsten abhauen würde. Als hätte Eliza nicht schon genug belastende Verantwortung, sieht sie sich auch noch einem gewaschenen Beziehungskonflikt gegenüber.

Buchlayout / eBook
Die ca. 290 Seiten sind durch die 16 Kapitel in angenehme Längen eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit einer sich abwechselnden hübschen und filigranen Ornament-Zeichnung und der Kapitelnummer eingeleitet.

Idee / Plot
Was passiert nun mit Eliza und ihren Freunden in der Verbannung? Wie geht es ihnen, nachdem Sie Victor verloren haben, der sie zwar in allen Belangen getäuscht und betrogen hat, aber trotzdem ein Freund für sie war? Und wie ergeht es einem Elfen, der seiner Welt beraubt wurde? Der Weg in die magische Welt ist ihnen verwehrt, der heilige Baum friert ein und stirbt, und Damian de Winter greift immer mehr nach der Macht. Wie soll nun Eliza die Siegel zerstören?

In diesem Band geht es nicht so sehr um „action“, sondern vielmehr um das Verarbeiten der Geschehnisse und der Suche nach einem neuen Weg, die Siegel zu zerstören. Es geht auch um die Klärung von Beziehungen und wie es Personen ergeht, die entweder ihre Heimat oder einen lieb gewonnen Mitmenschen verloren haben. Auch dieses Band ist mal wieder ganz anders, als man es nach dem Band V erwarten würde. Das ist auch das, was mich an dieser Saga immer so sehr begeistert. Kein Buch ist nach Schema F, sondern jedes für sich einzigartig und was besonderes. Dieses hier ist etwas sanfter, nicht so aufregend und geheimnisvoll aber dennoch voller Wendungen und geballter Ladung unerwarteter Gefühle und Entscheidungen.

Emotionen / Protagonisten
Endlich können Cassian und Eliza sich zu ihrer Liebe bekennen und sich ihr hingeben. Aber Cassian würde seinem Ruf als bockigster Elf nicht gerecht werden, wenn er nicht versuchen würde Eliza zu bevormunden. Aber hier bleibt Eliza stark und erkennt, dass es um das Große und Ganze geht, und kann nicht nach Cassians Willen handeln. Denn Sie muss die magische Welt retten, damit ihre Beziehung überhaupt eine Zukunft hat. Sie erkennt, dass sie beide ein Kommunikationsproblem haben, aber sie weiß, was sie wirklich tun muss. Und wenn das auch bedeutet, Cassian zurückzuweisen. Mir gefällt es ausgesprochen gut, dass in dieser Beziehung nun, obwohl sie endlich zueinander gefunden haben, nicht gleich alles Friede Freude Eierkuchen ist - und sie gemeinsam gestärkt gegen das Böse ankämpfen - wie man es nun erwarten würde. Nein, denn jede Beziehung, so sehr man sich auch liebt, ist trotzdem immer ein zerbrechliches Konstrukt, welche gepflegt und immer neu ausgewertet werden muss. Das kommt hier großartig raus und ich finde, hier hat Marah Woolf wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen.

Cassian ist verbohrt und bockig wie eh und jeh. Ein bisschen zu viel finde ich und auf eine andere Art und Weise, als in den ersten 5 Bänden. Aber was soll man machen, wenn man seiner magischen Heimat beraubt wird? Und die Liebe des Lebens lieber die Welt retten möchte, als sich mit ihm in einen Kokon zu verkriechen? Ja, am Schluss hätte mir Cassian doch etwas mehr „Weitsicht" haben können.

Sky und Frazer sind von den Erlebnissen auf Avallach und im Haus der Wünsche so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie sich zurückziehen. Sky muss den Verlust von Viktor verarbeiten, was ihr sichtlich schwer fällt. Und Frazer kümmert sich zwar sehr fürsorglich um sie, kommt aber in so eine Art Co-Abhängigkeit.

Viel Raum erhält anfänglich auch die Beziehung zwischen Fynn und Grace, die ja im Haus der Wünsche ums Leben gekommen ist und am Ende des Band V wieder auftaucht. Die „Beziehung“, wenn man es denn so nennen möchte, zwischen den beiden ist enorm gestört, denn Fynn ist tierisch sauer auf Grace, weil sie ihm angeblich fremd gegangen sei, und verhält sich teilweise richtig fies zu ihr. Grace selber macht aber im Laufe des Buches eine tolle Wendung mit, obwohl ich an ihrer Stelle wohl nicht so lange ausgehalten hätte.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Nach dem sehr aufregenden Band V wirkt dieser viel ruhiger und will gar nicht so sehr „noch mehr drauflegen“, sondern hier geht es wirklich mehr um das Zwischenmenschliche (Zwischenelfliche?). Der Spannungsbogen wird demnach auch sehr sanft aufgebaut, am Anfang ist die Handlung vielleicht etwas schleppend. Trotzdem nimmt die Spannung immer mehr zu, es kommt zwar auch zu aufregenden Kampfszenen, die hier aber nicht so im Vordergrund stehen. Ich bin vielmehr von den vielen feinen und gefühlvollen Momenten sehr begeistert. Einige kleinere und eine sehr unerwartete Wendung lassen alle bisherigen Bände in einem ganz anderen Licht erscheinen, was für mich im Nachhinein absolut stimmig ist. Das Buch endet auch wieder in einem großartig aufregenden Finale, auf das Eliza und ihre Verbündeten hingearbeitet haben - und das zwar ein irgendwie erwartetes Ende nimmt - uns aber dennoch mit einem fiesen Cliffhanger zurück lässt.

Und dennoch ist das Zeitparadoxon und Graces Rückkehr immer noch schwer zu verstehen, obwohl sich Marah wirklich darum bemüht das dem Leser verständlich zu machen. Man muss es einfach akzeptieren, dass es funktioniert. Macht man sich viel zu viele Gedanken über den „Realismus", zerstört man sich einfach die Magie dieses großartigen Buches. Es ist eine Fantasy-Story, und da funktioniert sowas eben. Wir haben in unserer Testeleser-Gruppe lange darüber diskutiert. Das Problem liegt einfach darin, dass die bisherigen 5 Bücher nach und nach entstanden sind. Marah hat so eine unglaubliche Fantasie und sprüht nur so vor Ideen. Dass sich dann mal ein paar Kleinigkeiten im Laufe der Bücher im Wege stehen können, bleibt wohl nicht aus.

Szenerie / Setting
Da wir uns vorrangig in bekannten Umgebungen befinden, braucht die Autorin hier nicht in ausführliche Beschreibungen ausschweifen. Dennoch schafft Sie es immer wieder die Umgebung und Stimmung bildhaft und greifbar zu beschreiben.

Sprache / Schreibstil
Was soll ich zu Marahs Sprachstil noch sagen. Ich kann mich da einfach nur wiederholen, sie schreibt so flüssig und eingängig. Die Ich-Perspektive in Präteritum kommt ohne große Kapriolen oder komplizierte Beschreibungen aus, was für manche zwar nicht außergewöhnlich erscheinen mag, ich aber sehr angenehm zum Lesen empfinde. Ich fliege durch die Seiten und kann mich in die Protagonistin Eliza unheimlich gut einfühlen. Vor allem aber die Gefühle bringt mir Marah unglaublich ausdrucksvoll nahe, dass ich oft intensiv mitgefühlt und auch geweint habe. Teilweise hat es ich sehr ergriffen.

FAZIT
Wieder ein Buch von Marah Woolf, das mich total überrascht hat. Das Band voller Offenbarungen und Wendungen, Gefühl und Entscheidungen. Die perfekte Vorbereitung auf das große Finalband VII. Ich bin begeistert und mächtig gespannt!

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Rezensionen von manu63:

Gibt es Gerechtigkeit?

Im Auftrag des Stadtvogts von Wolfgang Kemmer

Im Auftrag des Stadtvogts ist ein historischer Roman aus der Feder des Autors Wolfgang Kemmer. Der Autor nimmt die Leser mit in das Jahr 1548, es ist Reichstag in Augsburg. Hierhin kommt auch der Bärenführer Barnabas auf der Suche nach den Mördern seiner Familie. Eingewoben im historischen Ambiente erlebt der Leser die Suche von Barnabas hautnah mit und sieht durch die Augen des Bärenführers und weiterer Protagonisten in eine Welt in der Gerechtigkeit nicht selbstverständlich war.

Die Geschichte wird spannend erzählt und durch die Gedankengänge der verschiedenen Charaktere bekommt man als Leser einen guten Einblick in die Motivation des Einzelnen. Die Charaktere sind detailreich gezeichnet und auch das historische Umfeld kommt gut zur Geltung. Der Schreibstil ist flüssig und ohne überflüssige Schnörkel, die Handlung wird gut vorangebracht. Insgesamt hat mir das Buch und die Geschichte gut gefallen und das Glossar am Ende des Buches erklärte einige historische Begriffe sehr gut. Die Zeittafel ergibt einen guten Überblick über die damaligen Verhältnisse und sollte von einem Leser der sich in der Historie nicht so gut auskennt erst mal gelesen werden, ehe mit dem eigentlichen Buch begonnen wird.

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