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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Morde rund um den begehrten Blauflossenthunfisch

Rotes Gold von Tom Hillenbrand


Rotes Gold wird unter Kennern und Liebhabern der Thunfisch genannt, wobei die Spezialisten große Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten machen, geschmacklich und preislich.
Da die Meere überfischt sind und strenge Fangquoten eingehaalten werden müssen, lassen sich clevere Geschäftsleute Methoden einfallen, um alle Regeln zu umgehen und um hohe Profite zu machen.

Leider auch auf Kosten der Qualität, was aber nur wenige Fachleute bemerken.
Xavier Kieffer, Chefkoch in Luxemburg, ist wieder involviert in Kriminalfälle rund um die Zucht und den Verkauf von Thunfisch. Er ermittelt undercover für den Pariser Bürgermeister und kommt so richtig in Fahrt, als ein alter Freund ermordet wird.
Interessant und spannend, ein kulinarisches Lesevergnügen.

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Rezensionen von PFIFF:

Mordserie mit einem Dreizack

Der vierzehnte Stein von Fred Vargas


Kommissar Adamsberg wird durch einen skurrilen Mord an alte Fälle erinnert. Wieder wurde ein Mensch mit drei nebeneinander liegenden gleich tiefen Stichwunden gefunden. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden in einem betrunkenen Obdachlosen, der eine passende Stichwaffe bei sich trägt.
Doch Adamsberg weiß, dass es sich um einen Serienmörder handelt, den er schon seit 30 Jahren verfolgt.

Aber was ist das Motiv? Es lässt sich kein roter Faden erkennen. Die Opfer sind jung, alt, Männlein, Weiblein, quer durch alle Berufschichten.
Als er auf einem Lehrgang in Kanada in einen Mord verwickelt wird und fliehen muss, um die wahren Umstände und seine Unschuld zu klären, spitzt sich seine Obsession dermaßen zu, dass ihm nur wenige Getreue bleiben und helfen, endlich die Lösung des Rätsels um den verdächtigen Richter zu lösen, dem nur Adamsberg die Mordserie zutraut.
Vargas schafft Spannung pur und verleiht den Personen so viel Leben, dass man sie direkt vor Augen hat und mitfiebert.

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Rezensionen von rewa:

Wer ist Opfer und wer ist Täter?

Der vierzehnte Stein von Fred Vargas

Es ist ein schwieriger Fall, mit dem sich die Hauptkommissarin Alexandra Keller auseinander setzen muss, als sie aus dem wohlverdienten Urlaub zurück kommt. Das Baby Marcel, ist scheinbar ohne ersichtlichen Grund ermordet worden. Nach über einen Jahr erfolglosen Ermitteln, steht plötzlich Renate Weiss in Begleitung eines Paters vor ihr und gesteht den Mord an dem Baby.

Der Fallanalytiker Hermann Rau zeigt sich an dem Fall interessiert und schafft es eine Studie ins Leben zu rufen die versuchen möchte heraus zu finden, warum Menschen ein Verbrechen begehen. Mit sechs Probanden, die unterschiedliche Straftaten begangen haben von Mord, Betrug, über Entführung bis zur unterlassener Hilfeleistung, finden sich in der Therapiegruppe auch noch außenstehende Personen wie ein forensischer Psychiater oder ein Dipl.Theologe. Alexandra Keller, die hierbei als Protokollführerin agiert, wird so wie alle Anwesenden im Laufe der Monate Zeuge von vielen verschiedenen Schicksalen, von Menschen, die ein traumatisches Erlebnis hinter sich haben und mit Hilfe der Sitzungen lernen, mit sich ins Reine zu kommen und verstehen, wie es zu den Straftaten gekommen ist.
Die Autorin Irene Matt hat mit dem Roman ,,Der Augenblick´´ eine Geschichte geschrieben, die wie ein Krimi beginnt und danach übergeht in eine Art psychologischer Studie über das Verhalten von Straftätern. Sie hat dabei versucht nicht nur das eigentliche Verbrechen in den Vordergrund zu stellen, sondern eine komplexe Sichtweise des Erlebnisses zu durch leuchten. Da sie selbst durch Ehrenämtern in der Krisen- und Telefonseelsorge tätig ist, ist es ihr ein großes Anliegen Menschen zu helfen und nicht nur zu bestrafen.
Sie hat ihre Protagonisten mit Hilfe der Psychotraumatologie die Möglichkeit gegeben, traumatische Erlebnisse, die oft bis in die Kindheit zurück reichen, zu erkennen, zu akzeptieren und daran zu arbeiten. Sei es in Einzelgesprächen oder in der Gruppentherapie, stets darauf bedacht, dass keine Schilderung negativ bewertet wird.
Die Autorin zeigt bei ihrer Geschichte viel Einfühlungsvermögen und lässt dem Leser immer wieder die Möglichkeit selbst zu reflektieren, ob man die dargestellten Verbrechen nach der persönlichen Aufarbeitung verstehen und akzeptieren kann.
Wer sich also für einen Roma interessiert, der tief in die menschliche Seele blicken lässt, bei dem man nicht gleich erkennt wer Opfer oder Täter ist und bereit ist sich auf ein Gedankenspiel – was wäre wenn – einlassen kann, für den ist ,, Der Augenblick´´ eine interessante Lektüre.

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Rezensionen von begine:

Eingebildeter Cop

Hot Cop von Samanthe Beck

Von begine

Hot Cop ist der 2. Band der Compromise-me Reihe der Autorin Samanthe Beck. Ich habe von der Autorin sonst noch nichts gelesen. Der Roman ist ein erotischer Liebesroman.Die Geschichte ist ganz nett geschrieben.
Laurie hat eine fürchterliche Mutter, dadurch hat sie Komplexe. Trotzdem hat sie es zu einer Bäckerei gebracht und dann wird sie von der Mutter bedroht.

Der Cop Ethon Booker ist ja ganz in Ordnung, aber er ist doch sehr von sich überzeugt. Er hat sich schon vor 10 Jahren in die knapp 18jährige verliebt. Er kennt Lairies Hintergrund, versteht sie aber nicht besonders gut. Seine Beziehung wird erst hauptsächlich auf Sex beschränkt.
Der Roman ist leichte Kost und lässt sich locker lesen. Mir sind die Sexszenen zu direkt und ausschweifend, das brauche ich eigentlich nicht. Sonst ist er in Ordnung.
Die Handlung ist eine ganz nette Unterhaltung.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

Helikoptereltern bis zum Mord?

Alles über Heather von Samanthe Beck

Kurz und dicht geschriebene Geschichte über eine amerikanische 1-Kind Wohlstandsfamilie mit gut verdienendem aber unzufriedenen Mann Mark, sich nur um die ("no na ned") hübsche Tochter Heather kümmernde Mutter und Hausfrau Karen und Einblicken in das Leben des jungen Hilfsarbeiters Bobby, der auf der andern Seite der sozialen Skala aufgewachsen ist.

Bobby, der auf der Baustelle des Appartementhauses, in dem Mark und Karen in einer Luxuswohnung leben, tauscht mit der schöne Heather Blicke und entfaltet seine (derbe) Fantasie. Mark, der diese Blicke bemerkt und seine eigenen (sorgenvollen) Fantasien entwickelt, sieht keine andere Lösung seine Tochter zu schützen, als Bobby umzubringen, was er auch tut.

So weit so knapp.

Bemerkenswert und faszinierend ist die Dichte der Darstellung der sehr geschickt verarbeiteten Klischees der Entwicklung dieser Wohlstandsfamilie und ihrer Alltagsprobleme, das Auseinanderleben im Laufe der Jahre und Jahrzehnte und die (berechtigte oder übertriebene?) Sorge um das Wohlergehen des einzigen Kindes, das wohl über so manche emotionale Lücke in der Ehe von Karen und Mark hinwegträgt. Im Gegensatz dazu die kurze und knappe aber ebenso eindrucksvolle Schilderung der Entwicklung von Bobby, der offenbar keine Chance für sein Leben bekommen sollte.

Eine sehr schöne und dichte Sprache mit etlichen Passagen, die gelegentlich dazu bewegen, das Buch wegzulegen und die Worte und Inhalte nachklingen zu lassen.

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Rezensionen von KimVi:

Für mich der bisher beste Band der Reihe!

Ich bin der Hass von Ethan Cross

Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., haben es dieses Mal mit einem äußerst verzwickten Fall zu tun. Sie versuchen einen äußerst brutalen Killer, der als "Gladiator" bekannt ist, zur Strecke zu bringen. Er scheint eine unbesiegbare Kampfmaschine zu sein, die nichts und niemand aufhalten kann.

Selbst Francis Ackerman jr. ist beeindruckt. Er kann es kaum erwarten, dem Gladiator von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Doch der lässt sich nicht so einfach in die Karten schauen. Ein spannendes und äußerst gefährliches Katz- und Mausspiel beginnt....

"Ich bin der Hass" ist bereits der fünfte Band um Special Agent Marcus Williams und seinen Bruder, den Serienkiller Francis Ackerman jr. Die Fälle sind in sich abgeschlossen und können sicher auch unabhängig voneinander gelesen werden, da wichtige Details, die man aus vorherigen Bänden wissen sollte, in die aktuelle Handlung eingeflochten werden. Allerdings entwickeln sich die Charaktere von Band zu Band weiter, sodass es bei dieser Reihe sinnvoller ist, sie in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Denn dann kann man die Akteure einfach besser zuordnen und weiß außerdem, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

Dieser Fall startet kurz nach dem Ende des Vorgängers und hält für Marcus und Ackerman bereits am Anfang eine Überraschung bereit. Danach wird das Geschehen aus häufig wechselnden Perspektiven betrachtet, die zunächst nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können. Da ziemlich viele Protagonisten in die Handlung eingeführt werden, ist es gerade am Anfang wichtig, konzentriert zu lesen, um die Übersicht zu behalten. Nach einer kurzen Zeit hat man sich allerdings daran gewöhnt und kann den unterschiedlichen Strängen relativ mühelos folgen. Der aktuelle Fall startet durch die Einführungen zunächst etwas gemächlich, doch im weiteren Verlauf nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge, sind jeder für sich, durchgehend interessant, obwohl es am Anfang nicht leicht fällt, alles in Zusammenhang zu bringen. Doch Ethan Cross versteht es auch in diesem Band wieder hervorragend, die Handlungsfäden spannend miteinander zu verbinden und setzt auf actionreiche und bluttriefende Szenen. Allzu zartbesaitet darf man beim Lesen nicht sein, da es mal wieder hart zur Sache geht. Doch Ethan Cross Fans wissen das sicher zu schätzen und sehen auch großzügig darüber hinweg, dass manche dieser actionreichen Szenen etwas überzogen und unglaubwürdig wirken. Bei diesem Fall blickt selbst Francis Ackerman jr. in finstere menschliche Abgründe und lernt einen Gegner kennen, der unbesiegbar scheint. Man fiebert beim Lesen förmlich mit und möchte unbedingt erfahren, wie das Katz- und Mausspiel ausgeht.

Die bekannten Charaktere entwickeln sich auch in diesem Band weiter, wenn auch nicht in dem Ausmaß der vorherigen Teile. Einen besonders positiven Eindruck hinterlässt, auch wenn man es kaum glauben mag, der Serienkiller Francis Ackerman jr., denn er hat oft einen Scherz auf Lager und bekommt in diesem Teil auch noch ein äußerst sympathisches Anhängsel. Diese Szenen lockern die Handlung auf und sorgen dafür, dass man unverhofft schmunzeln muss und dass Ackerman zum Sympathieträger dieses Thrillers aufsteigt.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und mich bei diesem Teil ausgesprochen gut und spannend unterhalten gefühlt. Dieser Thriller konnte mich, trotz des eher gemächlichen Einstiegs, voll und ganz in seinen Bann ziehen, sodass ich das Buch in Rekordzeit verschlungen habe. Für mich ist dieser Teil bisher der beste der gesamten Reihe und deshalb bekommt er auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch alle fünf Sternchen. Ich freue mich bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit dem mittlerweile äußerst sympathisch wirkenden Serienkiller Francis Ackermann jr.

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Rezensionen von niknak:

Eine Hochzeit mit Überraschungen

Ich bin der Hass von Ethan Cross

Inhalt:
Sina muss diesmal die Hochzeit ihrer besten Freundin Liny mit Kendrik planen. Normalerweise kein Problem für sie, da sie ja schon jahrelang als Weddingplanerin arbeitet. Doch diesmal ist es nicht so einfach.
Zum einen flirtet der Bruder des Bräutigams dauernd mit ihr, was sie so gar nicht mag.

Und zum anderen ist der wortkarge und ungalante Islay ihr Tischpartner. Allerdings fühlt sie ein Kribbeln, wenn sich die beiden zu Nahe kommen. Ob das gut gehen kann?
Dann passieren auch noch verschiedene ungeplante Überraschungen auf der Hochzeit und zu allem Überfluss hat Kendrik auch noch Highlandgames geplant und dies Sina verschwiegen.
Wird sie es schaffen die Hochzeit doch noch zu einem Erfolg werden zu lassen?

Mein Kommentar:
Dies ist bereits der zweite Band der Highland - Saga "Eine Hochzeit in den Highlands". Es war eine Fortsetzung, da in diesem Band nun die Hochzeit von Lina und Kendrik stattfinden soll, die sich im ersten Teil kennen und lieben gelernt haben. Toll fand ich, dass die Autorin Katherine Collins zu Beginn eine kurze Zusammenfassung von Band 1 eingefügt hat, damit alle Leser am gleichen Stand sind und die Zusammenhänge besser verstehen. Auch für mich war diese sehr hilfreich, da ich mich so leichter an gewissen Dinge erinnert habe, da der erste Teil schon vor längerer Zeit gelesen wurde.
Die Autorin hat auch diesmal wieder einen flüssigen und lebhaften Schreibstil verwendet und durch die vielen bildhaften Beschreibungen flogen die Seiten einfach nur so dahin. Außerdem hatte ich immer ein gutes Bild vor Augen wie die Landschaft und Lokalität aussieht, in der man sich gerade befindet.
Die Personen sind wie auch bei Band 1 sehr gut beschrieben und wachsen einem sofort ans Herz. Sie sind sehr liebevoll gezeichnet und passen hervorragend zur Geschichte.
Da die Geschichte aus Sinas Sicht in der Ich Perspektive geschrieben ist, erfährt man von ihr natürlich am meisten. Da es ja ihre Geschichte ist, konnte ich mich so ganz einfach und leicht in sie hineinversetzen.
Durch die verschiedenen Männer, mit denen es Sina im Lauf der Geschichte zu tun bekommt, kommt viel Abwechslung hinein und man ist gespannt, wie sie sich am Schluss entscheiden wird, da es immer wieder auch unerwartete Wendungen gibt.
Auch der Humor kam bei dieser Geschichte nicht zu kurz. Bei den verschiedensten Pannen, die während der Hochzeit passieren, musste ich teilweise auch schmunzeln oder auch durch Dialoge innerhalb der Protagonisten.
Ich muss leider einen Stern abziehen, da mir das Ende fast ein wenig zu schnell ging. Es blieben für mich noch einige Fragen offen, was ich bei einem Buch nicht so gern mag. Vielleicht werden sie ja im nächsten Teil noch beantwortet.

Mein Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung von Band 1 und ich freue mich schon darauf den nächsten Teil zu lesen.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

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Rezensionen von yellowdog:

Blick ins Leben junger russsicher Frauen

Fliegende Hunde von Kolosowa Wlada

Fliegende Hunde ist ein mutig erzählter Roman mit jungen Protagonisten im Mittelpunkt. Die Erzählabschnitte wechseln zwischen den Freundinnen Oksana und Lena. Außer in gelegentlichern Rückblicken haben sie im ersten Teil keine gemeinsamen Passagen. Lena ist als Modell nach Shanghai in China gegangen, Oksana ist zurückgeblieben in Russland.

Man bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt junger russischer Frauen und etwas verhaltener auch von der aktuellen russischen Gesellschaft, für die Putin fast ein Superstar ist.
Es ist keine tolerante Gesellschaft und Homosexualität kaum akzeptiert.

Der Roman ist kurz, aber in allen Abschnitten nicht ohne, teilweise hart und fordernd, zum Beispiel wenn Lenas Modellarbeit sie an den Rand der Prostitution führt oder Oksana immer mehr in einem Forum für Magersüchtige versinkt. Ihre absurde Diät biegt Gefahren.

Im kürzeren zweiten Teil des Buches treffen sich die liebenden wieder, doch viel hat sich verändert.

Wlada Kolosowa ist eine vielversprechende Autorin, die mit Fliegende Hunde überzeugt und bei der man gespannt auf kommende Romane warten kann.

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Rezensionen von yellowdog:

Die Tänzerin vom Bauhaus

Fliegende Hunde von Kolosowa Wlada

Das Hörbuch dieses Debütromans hat gleich 2 Sprecher. Barnaby Metschurat, der in dem Handlungsstrang von 2001 den Urenkel der Martha gibt und deren Notizbuch mit wertvollen Skizzen versteigert.
Anne Ratte-Polle spricht den Martha-Part, der ab 1900 einsetzt.
Man erfährt von Marthas Kindheit, ihrer Begabtheit und folgt ihrem Lebensweg bis ins Weimarer Bauhaus 1919, in der sich eine Kunstschule etabliert.

Bekannte Künstler wie Paul Klee , Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer waren dort als Lehrer tätig. Was sie schufen, war großartig und eine Erneuerung.

Der Abschnitt im Jahr 2001 in New York hat mir nicht so gut gefallen wie die Martha-Passagen. Das liegt in der geringeren Glaubwürdigkeit der Handlungskonstruktion über die alte Martha.

Der Roman ist sprachlich geschmeidig gehalten und atmet die Kunst und Kultur der Zeit vor dem Krieg.
Es erinnert ein wenig an das Buch “Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern” von Katrin Burseg.
In späteren Stellen, den dreißiger Jahren, wird die Atmosphäre ungemütlicher, natürlich.

Mit ca. 7 Stunden hat das Hörbuch einen guten Umfang und die zwei sehr unterschiedlichen Sprecher gestalten den Text sinnvoll und ansprechend.

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Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

Eine großartige Gesellschaftsdiagnose

Die Gesellschaft der Singularitäten von Reckwitz Andreas

Der Autor zeigt in seinem Buch einen Strukturwandel in den modernen westlichen Gesellschaften auf, der in den letzten Jahrzehnten, d. h. ca. seit den 1980er Jahren, verstärkt in den unterschiedlichsten Bereichen zu beobachten ist.

Die Entwicklung lässt sich schlagwortartig so zusammenfassen: Während in der Nachkriegszeit bis ca.

Mitte der 1970er Jahre die gesellschaftlichen Unterschiede vergleichsweise gering waren – Helmut Schelsky prägte dafür bekanntlich den Ausdruck von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ – vollzieht sich seither eine Diversifizierung, die als Entwicklung vom Allgemeinen zum Besonderen bzw. Singulären beschrieben werden kann.

Befeuert wird dieser Prozess durch die Digitalisierung, die eine singularistische Lebensführung in einer völlig neuen Art und Weise ermöglicht und zugleich deren mediale Selbstdarstellung zunehmend erwartet wird. Individuen, aber auch Institutionen und Firmen bewegen sich auf einem medialen Attraktivitätsmarkt, auf dem um Aufmerksamkeit und Valorisierung gekämpft wird.

Der Übergang von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft war schon früher eindrucksvoll beschrieben worden – siehe z. B. die klassische Studie von Daniel Bell – aber nunmehr betrifft es nicht bloß den Bereich der Arbeit, sondern viel tiefgreifender die gesamte Kultur. Es entsteht eine kulturelle Klassengesellschaft, in der es Gewinner und Verlierer gibt. Während es in der nivellierten Mittelstandsgesellschaft eine Art Fahrstuhleffekt gab, bei dem alle in gewisser Weise vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten und die Lebensstile eher konformistisch ausgerichtet waren, dominiert in der kulturellen Klassengesellschaft ein „Paternostereffekt“, d. h. es kommt zur Vergrößerung der Abstände zwischen einer neuen Mittelklasse mit hohen Bildungsabschlüssen und einer neuen Unterklasse mit niedrigen formalen Abschlüssen. „Diese Polarisierung auf der Ebene von Bildung und kulturellem Kapital ist das zentrale Merkmal, welches die Sozialstruktur der spätmodernen Gesellschaft prägt“ (S. 280). Neben diesen beiden Klassen unterscheidet Reckwitz noch die Oberklasse und die „alte“, d. h. nicht-akademische Mittelklasse. Letztere ist gekennzeichnet durch ein mittleres kulturelles und ökonomisches Kapital und bildet ca. ein (tendenziell schrumpfendes) Drittel der Bevölkerung. Eingezwängt zwischen ca. je einem Drittel Unter- und einem Drittel neuer Akademikerklasse versucht die alte Mittelklasse noch einen „normalen“ Lebensstil zu führen, der allerdings immer weniger „allgemeingültig ist, er ist nicht mehr Mitte und Maß, sondern lediglich Mittelmaß“ (S. 282).

Der spätmoderne Staat blieb von dieser Entwicklung nicht unberührt. Immer weniger versteht er sich als Garant für die Erhaltung des Gemeinwohls; stattdessen zielt er zunehmend darauf ab, sich den privaten Konsumbedürfnissen seiner Bürger anzupassen. Die gesellschaftspolitische Herausforderung für die Zukunft sieht Reckwitz unter anderem darin, innerhalb einer Gesellschaft der Singularitäten wieder etwas zu rekonstituieren, das – zumindest provisorisch – allgemein anerkannt wird. Ebenso wichtig erscheint „angesichts der Parzellierung von medialen Teilöffentlichkeiten die Frage nach einer Rekonstitution allgemeiner Öffentlichkeit […], in denen Subjekte aus den unterschiedlichen Klassen und Milieus der Gesellschaft aufeinandertreffen“ (S. 440).

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