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Rezensionen von LadyIceTea:
Eine absolut verzauberte Geschichte
Auf den ersten Blick verzaubert von Kaiblinger Sonja
Verwandlung garantiert, verlieben nicht ausgeschlossen. Bis zu diesem Freitag war in Ophelias Leben alles stinknormal, so normal, wie es eben sein kann, wenn man drei Tanten und eine Zwillingsschwester hat, die sich spontan in Clownfische oder die Kellnerin verwandeln. Ophelia, 15, hat genug damit zu tun, das Chaos in Schach zu halten, und das wirklich Letzte, was sie wollte, war, diese magische Gabe ebenfalls zu bekommen.
Vielleicht hilft ihr das Verwandeln ja dabei, sich ihren Traumtyp Adrian zu angeln? Oder ist sie dafür lieber ganz sie selbst?
Wer die Bücher von Sonja Kaiblinger kennt, der weiß auch ihre wunderschönen Cover zu schätzen. Schon bei "Verliebt in Serie" waren die Bücher in Pastellfarben gehalten und mit vielen kleinen Details auf dem Umschlag und den Buchdeckeln versehen und auch dieses Mal ist das Buch wieder sehr liebevoll gestaltet und passt optisch perfekt zu der anderen Reihe. Auch innen finden sich überall liebevolle Gestaltungsdetails.
Die Geschichte passt perfekt zum Cover. Sie ist liebevoll gestaltet und mit vielen, kleinen Details versehen.
Ophelia ist ein sympathischer Hauptcharakter. Sie ist eine richtig gute Mischung aus nett, selbstbewusst, unsicher tollpatschig und lustig. Ich musste wirklich das ein oder andere Mal sehr schmunzeln oder lachen, bei dem was Ophelia alles passiert.
Ihre Tante Helly macht das Paket perfekt. Sie ist einfach zum Schreien komisch und dabei eine tolle Stütze für Ophelia und ein wichtiger Teil der Geschichte.
Aber auch die anderen Tanten und Ophelias Schwester Lora sind alle super dargestellt und machen einfach Lust auf mehr.
Die Geschichte konnte mich auch absolut für sich einnehmen. Sie ist lustig und spannend und enthält wirklich viele neue Ideen, die ich so noch nicht oft gelesen habe. Es passiert so viel Chaos und so viel geht schief, dabei schafft Ophelia es aber immer wieder, sich richtig gut aus der Affäre zu ziehen.
Und wer die Bücher von Sonja Kaiblinger kennt, der ahnt, dass das Ende super zur Geschichte passt aber noch viele Fragen ungeklärt sind, die mich wirklich mit großer Spannung auf den zweiten Teil warten lassen. Ein tolles Jugendbuch!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Tulpenfieber und Mörderjagd
Tulpengold von Völler Eva
Amsterdam, 1636: Das Tulpenfieber grassiert. Spekulationen führen dazu, dass der Wert von Tulpenzwiebeln ins Unermessliche steigt. Viele Menschen verschulden sich um von dieser Manie zu profitieren. Und dann platzt diese sonderbare Blase und lässt zahlreiche Menschen finanziell ruiniert zurück. Es ist keine Fiktion, es ist die erste gut dokumentierte Spekulationsblase der Geschichte und bildet den Hintergrund für Eva Völlers neuesten Roman.
In dieser Zeit lebt aber auch Rembrandt van Rijn (der selbst auch mit Tulpenzwiebeln spekuliert hat), malt fieberhaft an großen Werken, die die Jahrhunderte überdauerten sollten, führt gleichzeitig seine Werkstatt und bildet mit strenger Hand mehrere Lehrlinge aus.
Einer dieser Lehrlinge ist Pieter van Winkel, der extrem sympathische Protagonist dieser Geschichte. Er ist ein besonderer Mensch, heute würde man wahrscheinlich ein Asperger Syndrom diagnostizieren. Zu Rembrandts Zeiten war er nur ein sonderbarer Zeitgenosse mit zahlreichen Begabungen: neben einem phänomenalen Gedächtnis, zeichnet ihn ein besonderes Talent zur Malerei und die Liebe zur Mathematik aus. Seine Mitmenschen sind für ihn jedoch oft recht rätselhaft. Er erklärt sich seine Umwelt mittels mathematischer Logik.
Mehrere Morde, die in unmittelbarer Umgebung von Rembrandt geschehen, wecken sein Interesse und er begibt sich auf Mördersuche ganz so wie es seinem Naturell entspricht – mittels Logik und Wahrscheinlichkeitsrechungen.
Aber nicht nur Malerei und Mathematik bestimmen sein Leben. Anneke und Mareikje lassen ihn erkennen, dass nicht alles immer so einfach berechenbar ist.
Eva Völler ist hier eine großartige Mischung gelungen: ein historischer Roman, der gleichzeitig ein fesselnder Krimi ist. Somit ist die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend und informativ. Dazu kommt noch die liebevolle Darstellung der einzelnen Personen, allen voran natürlich Pieter, die mir wirklich gut gefallen hat. Sie wachsen einem sofort ans Herz und man muss einfach weiterlesen.
Detailreiche Beschreibungen vermitteln ein gutes Bild der Zeit. Die Geschichte ist logisch aufgebaut und endet trotzdem mit einer Überraschung!
Wirklich gut hat mir aber auch gefallen, dass die Autorin in einem kurzen Nachwort noch über ihre persönlichen Gründe für dieses Buch geschrieben hat und besonders erwähnenswert ist auch die liebevolle Gestaltung des Covers.
Fazit: ein spannender, informativer und gleichzeitig unterhaltsamer Roman – empfehlenswerter Lesespaß!
Rezensionen von yellowdog:
Als Krimi zu scurril, als Goetheportrait zu flach
Tulpengold von Völler Eva
Der Autor Stefan Lehnberg hatte mit “Durch Nacht und Wind” bereits einen Roman mit Goethe und Schiller als Detective geschrieben. Die Affäre Carambol ist der zweite Fall.
Angelegt ist der Roman mit den bekannten Persönlichkeiten aus Weimar: Goethe und Schiller, die hier praktisch die Rollen von Sherlock Holmes und Dr.
Watson einnehmen. Es ist das Jahr 1801 und Goethe und Schiller sind beide schon anerkannte, berühmte Männer ihrer Zeit und darüber hinaus. Schiller gibt in dem criminalistischen Werk den Erzähler über seinen “Freund” wie es Dr. Watson genauso über Holmes tat. Dazu kommt eine Portion Humor.
Die beiden Größen arbeiten kollegial an dem Fall, dennoch fehlen zum Vergnügen des Lesers ein paar Spitzen gegeneinander auch nicht.
Immerhin ist Goethe der aktivere der beiden Protagonisten, die meisten Einfälle und Aktionen gehen von ihm aus.
Als Krimi kann man den Roman vielleicht nicht ganz ernst nehmen, dazu geht es zu scurril ab. Es bleibt der komödiantische Einschlag, aber wirklich witzig fand ich keine Stelle.
Als Nichtkrimi-Fan interessiert mich erst einmal das Goethe-Bild mehr, das entwickelt wird und obwohl ich Stefan Lehnbergs Kenntnisse nicht anzweifeln will, lässt es mich äußerst unbefriedigt zurück. Eine Ausnahme bildet das gelungene letzte Kapitel “Der Brief”, indem erstmals ein authentisches Element der Zeit aufkommt und in dem Lebensumstände und Arbeit am Werk thematisiert werden. Mit dem kapiteltitelgebenden Brief gibt es sogar noch eine Pointe und das Buch klingt angemessen aus.
Ich denke, dass die Serie mit zwei Romanen abgeschlossen ist, da ich nicht glaube, dass diese Form weitere Bücher trägt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Erik & Erika
Der Mann, der Weltmeisterin wurde von Schinegger Erik; Honsal Claudio
Anlässlich seines 70. Geburtstags erscheint das zweite Buch von Erik Schinegger, jenem Mann, der bei der Schi-WM in Portillo 1966 Weltmeisterin wurde.
Wie kann das sein?
Die Geschichte ist so einfach wie kompliziert.
Erik wird am 1948 auf dem Bauernhof seiner Eltern in Agsdorf bei St. Urban in Kärnten geboren - eine Hausgeburt, wie damals am Land üblich.
Der prüfende Blick der Hebamme auf das Geschlecht des Neugeborenen ergibt ein Mädchen, das allerdings scheinbar einen kleinen Leistenbruch aufweist. Das Baby wird Erika genannt und wächst recht unbefangen, aber später mit harter Arbeit auf.
Ein bisschen scheel wird die grobknochige und burschikose Erika immer schon angesehen, weil sie sich nicht für Puppen und ähnliches Mädchenspielzeug interessiert. Schnitzen, “Bamkraxeln” wie man in Kärnten sagt und rangeln, das ist ihr Metier.
Auch in der Schule wird ihr unweibliches Verhalten bestraft und ihr Platz ist jahrelang neben einem der wilden Burschen – strafhalber.
Als Erika 1966 im chilenischen Cortillo Weltmeisterin wird, ahnt sie nicht, dass diese Goldmedaille ihre einzige bleiben wird. In der Schisaison 1967/68 wird der sogenannte “Sextest” eingeführt. Erika besteht den Test nicht – lt. diesem Ergebnis hat sie einen 100% männlichen Chromosomensatz. Der Österreichische Schiverband zwingt die völlig verdatterte Erika zum Rücktritt und will, dass sie sich zur Frau umoperieren lässt.
Man lässt sie im Glauben, danach wieder Rennen für den die Damenmannschaft fahren zu dürfen.
Schinegger steht nun vor einer folgenschweren Entscheidung. Familie und ÖSV wollen einen Skandal vermeiden und drängen zu einer Hormonkur, die ein Leben als (gebärunfähige) Frau ermöglichen würde. Eine Operation böte dagegen die Chance, ein zeugungsfähiger Mann zu werden. Erika entscheidet sich für die Operation und verlässt nach mehreren Operationen und einsamen Wochen das Krankenhaus als ERIK.
Was dann seitens Schiverband passiert, ist mehr als schäbig: Erik darf nicht mehr im Nationalkader fahren, obwohl er gute Ergebnisse bringt. Als Grund wird angegeben, dass sein Erscheinen Unruhe in die Mannschaft bringt…
Er muss seine Ausrüstung zurückgeben und wird von seiner Schi-Firma Kneissl fristlos (!)gekündigt.
In dieser Zeit zeigen sich die wahren Freunde. Allen voran Hans Naglreiter, der als Jugendlicher von seinem Vater ins Burgendland verpflanzt wird, um dort eine Bäckerlehre zu absolvieren. Diese Freundschaft hält bis heute.
Erik, der mehr als achtzehn Jahre seines Lebens als Mädchen verbracht hat, muss mit seinem echten Geschlecht erst umgehen lernen. Er kauft sich, “als Krücke” wie er sagt einen Porsche mit 185 PS und einer auffälligen orange/schwarzen Sportlackierung. Langsam wächst er in sein neues, zweites Leben hinein, lässt wenig anbrennen, heiratet Renate und wird Vater einer Tochter.
Mit seiner zweiten Frau Christa lebt er nach wie vor in Agsdorf. Seine Kinderschischule ist die größte Kärntens und erfreut sich regen Zulaufs.
2014 nimmt Erik an “Dancing Stars” teil. Seine Beweglichkeit, die ihn schon auf der Piste ausgezeichnet hat, kommt ihm auch hier zu Gute, bis er verletzungsbedingt aussteigen muss.
Die in Chile gewonnene Goldmedaille wird ihm nie aberkannt. Er schenkt sie später aus freien Stücken der Zweitplatzierten Marielle Goitschel. Rückgängig gemacht wird jedoch die anlässlich des Weltmeistertitels zuerkannte Schenkung eines Grundstücks seitens der Gemeinde, weil Erika nicht mehr Erika ist.
Meine Meinung:
Eine reflektierte Rückschau auf ein, nein, zwei Leben, in der wenig offenbleibt.
Erik Schinegger gibt unumwunden zu, dass ihn das Verhalten des OSV sehr gekränkt hat. Das Verbot für die Kollegen und Kolleginnen aus dem Kader mit ihm Kontakt aufzunehmen, der Maulkorb für die Medien – das alles hat ihn hart getroffen. Es wirft wohl eher ein schlechtes Bild auf den ÖSV, denn auf Erik. Er hat sich ja sein Schicksal nicht ausgesucht.
Wenn man heute Wochenschauberichte von 1966 sieht, muss man über Erika, die mit ihrer Sturmfrisur und in ihrem Kleid seltsam verkleidet wirkt, fast ein wenig schmunzeln.
Ich persönlich finde es ja ziemlich grotesk, dass bei allem medizinischen Aufwands, den der ÖSV betrieben hat (und betreibt), nicht aufgefallen sein soll, dass Erika eigentlich Erik ist. Aber, was man nicht sehen will, sieht man einfach nicht …
Die Zusage, Erika nach der Hormonkur und Umwandlung in eine Frau wieder in den Damenkader aufnehmen zu wollen, kann nur als Farce betrachtet werden. Aus einem männlichen Chromosomensatz (XY) kann keinesfalls ein weiblicher werden (XX). Spätestens beim nächsten “Sextest” wäre Erika wieder von den Bewerben ausgeschlossen worden. Da hätte ein “das haben wir nicht gewusst”, sicher nicht gezogen und ein möglicher Betrug vermutet worden. Auf einen solchen konnte sich der ÖSV sicher nicht einlassen, da vernichtet man lieber die sportliche Karriere des Erik Schinegger.
Ich werde jedenfalls den Film “Erik & Erika” ansehen. Regisseur Reinhold Bilgeri scheint das rechte Fingerspitzengefühl für dieses Thema zu haben.
Fazit:
Eine facettenreihe Autobiografie, des Mannes, der Weltmeisterin wurde. Gerne gebe ich fünf Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
EIne Hommage an eine wagemutige Frau
Dianas Liste von Wilhelm Kuehs
Dieses Buch berichtet über die Gräuel an der serbischen und jüdischen Bevölkerung Jugoslawiens während des Zweiten Weltkriegs, die die kroatischen Ustascha mit Billigung und Wissen des deutschen Nazi-Regimes verübt haben.
Es erzählt aber auch die Geschichte der Diana Budisavljevic, die in den Jahren 1941—1944 tausende Kinder aus den KZ gerettet hat.
Wer ist sie also diese Diana Budisavljevic?
Geboren 1891 als Diana Obexer in Innsbruck, lernt sie während ihrer Ausbildung als Krankenschwester den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic, kennen, heiratet ihn und folgt ihm 1919 nach Zagreb, ins Königreich Jugoslawien, das nach dem Untergange der Habsburger Monarchie gegründet wurde. Das Reich ist ein künstlich geschaffenes Gebilde, in dem unterschiedlichste Ethnien leben: Slowenen, Kroaten, Serben und verschiedene Minderheiten. König Alexander ist serbischer Abstammung. 1928 gründet der Kroate Ante Pavelic den rechtsradikalen faschistischen Geheimbund Ustascha und ruft 1941 mit Unterstützung der Achsenmächte (Deutschland, Italien) den unabhängigen Staat Kroatien aus, und errichtet unmittelbar danach eine Militärdiktatur, die im Wesentlichen das Gebiet Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina umfasst.
Ein grausamer Genozid beginnt. Um ein ethnisch sauberes Kroatien zu erhalten, werden alle anderen Volksgruppen und insbesondere sie Serbisch-Orthodoxen Menschen verfolgt. Sie werden entweder sofort ermordet oder als Zwangsarbeiter ins verbündete Nazi-Deutschland verbracht. Einigen gelingt die Flucht in die Wälder, wo sie sich den Partisanen anschließen.
Wahllos werden die Menschen herausgegriffen und in KZs deportiert. Kinder werden von ihren Müttern getrennt, in Lager gesteckt und sich selbst überlassen. Sie erhalten weder Kleidung oder Nahrung. Tausende sterben an Krankheiten wie Typhus oder verhungern schlichtweg.
Als Diana von den Zuständen in diesen Konzentrationslagern erfährt, startet sie eine beispiellose Hilfsaktion. Zuerst verteilt sie Hilfsgüter, doch die werden regelmäßig von den Lagerleitern gestohlen. 1942 beginnt sie damit, die Kinder aus den Lagern zu holen. Akribisch katalogisiert sie die Kinder in den Lagern. Ihr großes Ziel ist es, Kinder und Eltern nach dem Krieg wieder zusammenzuführen. Doch mit Ende des Krieges, als es darum geht, die Kinder ihren Familien zurückzugeben, erleiden sie und ihr Hilfswerk einen herben Rückschlag. Die an die Macht gekommenen Kommunisten unter Josip Broz Tito lassen ihre Kartothek mit sämtlichen Aufzeichnungen konfiszieren.
Diana Budisavljevic verlässt Jugoslawien krank und enttäuscht. Ihre letzten Lebensjahre verbringt sie in Innsbruck, wo sie 1978 stirbt.
Meine Meinung:
Ich habe schon viele Bücher über ethnische Säuberungen und Kriegsgräuel gelesen, doch dieses hier zeigt, welch Fanatiker unendliches Leid über Menschen bringen. Es zeigt aber auch, wie selbst Einzelne über sich hinauswachsen können.
Mit diesem Buch setzt Autor Wilhelm Kuehs einer wirklich großen Frau, die rundum beinahe vergessen ist, ein Denkmal.
Der Titel ist jenen akribisch geführten Listen Dianas geschuldet, die Karteikarten für jedes Kind anlegt, um die Familien (oder was davon noch übrig ist) zusammenzuführen. Er erinnert aber auch an das Buch „Schindlers Liste“, das von Hollywood verfilmt wurde.
Je tiefer ich in das Kuehs‘ Buch versunken bin, desto wütender wurde ich. Dass von den kroatischen Machthabern, als Auftraggeber der Morde, keine Hilfe zu erwarten ist, ist klar. Was aber ist von Rot-Kreuz-Schwestern zu halten, die vor Freude tanzen, wenn wieder hunderte serbische Kinder an Seuchen und Unterernährung gestorben sind? Was geht in diesen Menschen vor?
Was ist mit der katholischen Kirche? Bis auf wenige Ausnahmen nur Lippenbekenntnisse. Ja im Gegenteil, einige besonders grausame Lagerleiter sind katholische Ordensbrüder, was ist mit dem Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, der allen, die zum katholischen Kirche konvertieren, Schutz angeboten hat? Und sie anschließend doch den Mördern ausgeliefert hat? (Stepinac wird übrigens 1998 von Papst Johanne Paul II, als Märtyrer seliggesprochen.)
Umso bewundernswerter ist es, dass Diana trotz aller Widerstände, trotz aller Bedrohungen für sich und ihre Familie an ihrer Mission festgehalten hat. Aufgrund ihrer Tagebuchaufzeichnung, die Dianas Enkelin in den 1980er Jahren zufällig auf dem Dachboden des Zagreber Hauses ihrer Großmutter findet, können Rückschlüsse gezogen werden, dass durch diese selbstlose Aktion rund 12.000 Kinder gerettet und auf zahlreiche Pflegefamilien aufgeteilt werden konnten. Dass auch nicht alle dieser Pflegefamilien aus reiner Nächstenliebe gehandelt haben, braucht vermutlich nicht extra erwähnt werden. Einige wollten Geld für die ihnen anvertrauten Kinder, andere missbrauchten sie als billige Arbeitskräfte.
Im Nachwort beschreibt Autor Wilhelm Kuehs die Schwierigkeiten, an Originalquellen zu kommen. Die Originale der Tagebuchaufzeichnungen sind öffentlich nicht zugänglich. Das, was veröffentlich wurde, wurde gekürzt und ist daher wissenschaftlich nur bedingt verwendbar. Die Karteikarten wurden 1945 beschlagnahmt und wahrscheinlich mit andern Aufzeichnungen gemischt.
Dieser Probleme wegen, hat Wilhelm Kuehs diese Hommage an Diana Budisavljevic als „biografischen Roman“ bezeichnet.
Offizielle Ehrung und Anerkennung lassen lange auf sich warten. Sie erhält posthum einen serbischen und einen Tiroler Orden. In Innsbruck wird ein Kindergarten nach ihr benannt, in Wien eine gerade einmal 250m² große Grünfläche.
Fazit:
Ein erschütternder Bericht, wozu Menschen fähig sind – im Schlechten wie im Guten. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von LadyIceTea:
Eine schöne Familiengeschichte
Bis zum Himmel und zurück von Junk Catharina
Als Drehbuchautorin hat Katja sich ihr Leben sicher und kuschelig eingerichtet. Selten verlässt sie ihre Komfortzone um sich auch Neues einzulassen. Gefühle lässt sie schon lange nicht mehr zu. Das alles kann sich doch auch in ihren Büchern haben.
Doch dann meldet sich ihre Mutter nach Jahren mit einer schrecklichen Nachricht, vor ihrer Tür taucht ihre Halbschwester auf und die hat auch noch einen Halbbruder, der irgendwie bei Katja Bauchkribbeln hervorruft.
Und während sie eine Familienserie schreiben soll, merkt sie, dass ihre eigene Familienserie mal überarbeitet werden muss.
"Bis zum Himmel und zurück" von Catharina Junk besticht direkt durch das tolle Cover. Das Bild ist schön und die Farben sind stimmig. Ein richtiger Blickfang.
Die Geschichte im Buch ist richtig gut aufgebaut. Man lernt nach und nach die Personen kennen und erfährt vor allem über Katja und ihre Vergangenheit immer mehr. So auch über ihre Familie. Dabei wechseln sich Gegenwart und Vergangenheit immer wieder ab, wodurch man einen sehr guten Überblick bekommt.
Gut gefallen hat mir auch, dass man zusammen mit Katja auch immer wieder neue Dinge über ihre Familiengeschichte erfährt und so als Leser mit ihr mitgehen kann.
Auch wenn in diesem Buch nicht alle Figuren immer sympathisch waren, hat die Mischung doch gepasst. Die Figuren sind alle schön charakterisiert und es hat Spaß gemacht über sie zu lesen.
Ein schönes Buch mit einer guten Geschichte. Mir fehlte lediglich das gewisse Etwas, was mir den Spaß an dem Buch aber nicht genommen hat.
Rezensionen von begine:
Beeindruckend
Die Farbe von Milch von Nell Leyshon
Die Farbe von Milch wurde geschrieben von Nell Leyshon. Der Roman ist eine beeindruckende faszinierende Lektüre, mit einfacher schöner interessanter Sprache.
Das ist die Geschichte von Mary, wie sie über ihr Leben erzählt. Sie schreibt; Das ist mein Buch und ich habe es eigenhändig geschrieben.
Es ist im Jahre 1831 des Herrn. Mary ist mit drei Schwestern mit einem strengen harten Vater auf einem Bauernhof aufgewachsen. Sie hat seit Geburt ein verkrüppeltes Bein, trotzdem ist sie aufgeweckt und spricht viel, Als sie 14 Jahre alt ist, wird sie Hausmädchen ins Pfarrhaus geschickt und erst wird es für sie ganz anders, wie zu Hause. Bis es dann zu einem Alptraum wird.
Es ist ein erschütterndes aber realistisches Leben.
Die Stil der Geschichte ist herzergreifend und fesselnd.
Ich werde diesen Roman nicht so schnell vergessen.
Rezensionen von begine:
Tragikomiscj
Bis zum Himmel und zurück von Junk Catharina
Die Autorin Catharina Junk hat mit „Bis zum Himmel und zurück“ einen wunderbaren tragikomischen Roman geschrieben. Manchmal traurig und dann wieder lustig. Die Handlung findet in Hamburg und in Bremen statt.
Die Drehbuchautorin Katja lebt praktisch in ihren Geschichten ihre Kindheit nach und kann nebenbei in viele Leben schlüpfen.
Aus ihrer Kindheit hat sie ein Trauma behalten, sie gibt sich selbst die Schuld am Tod ihrer kleinen Schwester. Dadurch fällt ihre Familie auseinander.
Wenn sie aus ihre Zeit mit ihrer Schwester erzählt, das ist so real. Da war die Welt noch in Ordnung. Nach dem Unfall bleibt Katja mit ihrer Mutter, die ihre Trauer im Alkohol ertränkt, allein. Keine leichte Zeit für die damals 12jährige Katja.
Jetzt erfährt sie vom Schlaganfall des Vaters, der im Koma liegt. Katja lernt seine neue Familie kennen.
Die Autorin beschreibt die Fragen, Überlegungen und Antworten wunderbar einfühlsam. Sie hat einen prima Schreibstil, der mir sehr zusagt.
Die Gestaltung dieses Romans ist nahezu perfekt.
Ich möchte gerne mehr von Catharina Junk lesen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Gelungener Start für stella & Co.
Bis zum Himmel und zurück von Junk Catharina
Cäcilie von Breidenbach, eine gute Bekannte von Maria Schmidt, die als Hohepristerin Madame Phytia aus ihrer Glaskugel liest, ist urplötzlich verstorben. Dabei hatte ihr gerade erst ihr Hausarzt attestiert, dass sie kerngesund ist. Sie wollte ja mit ihrer Nichte auf Weltkreuzfahrt gehen. Stella Albrecht, die als Astrologin ihr Geld verdient, hegt den Verdacht, dass es sich hier vielleicht um Mord handeln könnte.
Davon will Kommissar Arno Tillikowski allerdings nichts hören. Für ihn zählen nur Fakten und Beweise und keine Sternenkonstellationen.
Stella Albrecht, die neue Hauptprotagonistin bei Lotte Minck, durfte ich ja schon bei einem kurzen Auftritt von Loretta Luchs in ihrer letzten Geschichte kennenlernen. Da war mir die junge Frau schon sehr sympathisch. Und natürlich Oma Maria, die ich auch schon kennenlernen durfte. Sie ist mir wahrscheinlich durch ihre Originalität genau so ans Herz gewachsen wie Stella. Die Dritte im Haus mit riesigem Park und Garten ist Felicitas, Konrektorin einer Gesamtschule, der krasse Gegensatz zu ihrer Mutter Maria und ihrer Tochter Stella. Auch die anderen Mitwirkenden im Umfeld von Stella, sei es ihr guter Freund und Journalist Ben Glaeser, Kommissar Arno Tillikowski oder Otto, ein Freund von Maria – alles mir sehr sympathische Menschen.
Den Gegenpart stellen die Erben der alten Matriarchin Cäcilie von Breidenstein. Serena liebt das Glücksspiel, verliert nur meist oft. Sie ist wie eine Gans, die sich gut rupfen lässt. Ihren Bruder Florian zieht es mehr zu spektakulären Börsengeschäften, von denen er aber keine Ahnung zu haben scheint und zu teuren käuflichen Damen. Undine von Breidenbach verfügtüber eine ganze Palette von Masken, die sie versteht, sehr schnell zu wechseln. Und dann wäre da noch Holger van Aalen, der Guru der Astrologen-Szene, selbstverliebt, arrogant aber sehr geschäftstüchtig. Diese Menschen finde ich zwar interessant und ein bisserl geheimnisumwoben, möchte aber mit keinem von ihnen befreundet sein.
Allein das Cover ist eine Schau, hat mich magisch angezogen, und webt sich gekonnt in die Geschichte ein.
Die Geschichte selbst liest sich wie immer leicht und flüssig und strotzt nur so vor Situationskomik. Ich lerne die allesamt neuen Protagonisten recht ausführlich kennen. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass ich die Geschichte immer noch mit denen von Loretta Luchs vergleiche. Aber ich denke, das wird bald aufhören.
Die Spannung ist allein durch den plötzlichen Tod der alten Dame von Anfang an da und hält sich bis zum Schluss bzw. steigt sogar noch weiter an. Ansonsten empfinde ich die Krimödie bis auf den Schluss eigentlich als eher ruhig. Es macht richtig Spaß, Stella, Ben und Arno zuzuhören, wie sie fachsimpeln und versuchen aus den neuen Erkenntnissen etwas herauszulesen.
Ich bekomme kleine Einblicke in die Astrologie und in eine ganz besondere Sternenkonstellation, was mir sehr gefällt und was ich für ein spannendes Thema halte, wenn es jemand so wie Stella angeht.
Eine wie immer amüsante Geschichte, die etwas mehr Ruhrgebietsromantik und Sprache gebrauchen könnte, die mich gut unterhalten hat. Ich freue mich auf weitere astrologische Ermittlungen von Stella, ihrer Oma, Ben und Arno.
Rezensionen von yellowdog:
Literatur voller Kraft
Bis zum Himmel und zurück von Junk Catharina
Schon lange wollte ich einmal etwas von Patrick White lesen, dem bisher einzigen Literaturnobelpreisträger aus Australien. Das aber anfangs so verhalten und zurückhaltend erzählt wird, hatte ich nicht erwartet. Dazu mit Dialogen, die sich aber aus der Gesellschaftsschicht im neunzehnten Jahrhundert ergeben, aus denen die Protagonisten stammen.
Es wird der Zustand zwischen Konventionen, Zurückhaltung und versteckter Leidenschaft deutlich.
Patrick White hat mit seiner Romanhauptfigur Ellen Roxburgh eine interessante Person. Zusammen mit ihrem Mann macht sie eine Schiffsreise.
Lange Zeit ist der Roman undramatisch. Das ändert sich als das Schiff auf eine Riff läuft und vor der Küste von Queensland kentert. Sogar sprachlich gewinnt der Roman an Lebhaftigkeit. Patrick White überzeugt hier mit einer bildstarken, detailreichen Sprache, die neben seinen Themen der Grund für seinen Ruhm ist.
Kraftvoll wird die Handlung weiter erzählt.
Der Autor zeigt, wie schnell der schmale Grad zwischen Zivilisation und archaischer Welt erfolgen kann und er zeugt vom Überlebenswillen einer Frau.







