Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BarbaraM:
Herzallerliebst
Die Feenschule. Zauber im Purpurwald von Rose Barbara
„Die Feenschule – Zauber im Purpurwald“ ist ein wunderbares Feenbuch mit vielen Geheimtipps von Barbara Rose und ist 2016 im Friedrich Oetinger Verlag erschienen. Das Buch umfasst 14 Kapitel auf 107 Seiten.
Endlich ist ihr siebter Geburtstag da und Rosalie, die kleine Blumenfee, darf das Internat Blütenschule besuchen.
Sie freut sich einerseits so sehr darauf, andererseits heißt es für sie aber auch Abschiednehmen von ihren Eltern und dem Trollfreund Jokkel.
Im Internat ist vieles aufregend und schön, aber es gibt auch Dinge, die Rosalie überhaput nicht gefallen: so wird sie von den älteren Schülerinnen als „Babyfee“ bezeichnet und ist sehr betrübt. Aber Rosalie will es allen zeigen und macht sich auf den gefährlichen Weg zum Feenbriefkasten. Zum Glück steht Rosalie ihre Freundin Nikki, eine Nebelfee und die Zimmergefährtin der Blumenfee, zur Seite.
Das Thema „Freundschaft“ spielt in dem Buch von Barbara Rose eine ganz wichtige Rolle – nicht nur für Rosalie selbst, die in ihrer zunächst für langweilig empfundenen Zimmergefährtin Nikki eine gute und treue Freundin findet, sondern auch für Hanna, ein Menschenmädchen, die einen Brief zum Thema „Ich bin einsam und suche eine Freundin“ in den Feenpostkasten gesteckt hat.
Die vielen detaillierten und farbigen Zeichnungen von Illustratorin Naeko Ishida unterstreichen und ergänzen die mal lustige, mal spannende Geschichte um die niedliche Rosalie.
Meine Tochter und ich haben die kleine Blumenfee sofort ins Herz geschlossen. Rosalie ist neugierig und lebenslustig und trägt ihr Herz ganz offen zur Schau. Allerdings hat sie manchmal ein etwas freches Mundwerk und muss dann eben auch mit der Reaktion der Menschen um sie herum klar kommen.
Besonders gut haben uns auch die Beschreibungen der vielen unterschiedlichen Feen und Firne (das sind männliche Feen) gefallen: Küchenfee, Waldfee, Nebelfee oder auch Nachtwächterfirn.
Wir geben eine absolute Leseempfehlung für Mädchen von 6-9 Jahren, die gerne zauberhafte Feen/Firngeschichten lesen. Einfach wunderbar!
Rezensionen von Caroline :
Wohlfühlgeschichte mit wenig Drama
Diamonds For Love - Voller Hingabe von Layla Hagen
Sebastian Bennett ist ein Selfmade Millionär. Durch Fleiß und Zielstrebigkeit hat er ein Schmuckimperium entstehen lassen. Durch die Unterstützung seiner Eltern konnte er den Grundstein legen und nun arbeitet fast die gesamte Familie mit. Nur die richtige Frau an seiner Seite fehlt noch. Keine einzige Bekanntschaft konnte ihn länger halten, denn Sebastian erkennt sofort die Beweggründe einer Frau, um an seiner Seite zu sein: Geld, Prestige und kühne Berechnung.
Als er Ava Lindt begegnet, kribbelt es vom ersten Moment. Ava übernimmt für einige Monate ein Marketing Projekt in der Firma Bennett. Sie freut sich bereits auf diese neue Aufgabe, aber die Anziehungskraft bringt ihren Seelenfrieden zum Wanken. Denn in ihrem Vertrag gibt es eine eindeutige Passage, die ein Verhältnis empfindlich bestrafen würde.
Sebastian macht es ihr aber auch nicht leicht ihm zu widerstehen. Einen zusätzlichen Bonus präsentiert er ihr auch noch: seine Familie. Viele Geschwister und liebevolle Eltern, die Ava sofort ins Herz schließen, denn sie erkenne, dass Sebastian mit Ava an seiner Seite, viel fröhlicher und ausgeglichener wirkt.
Wie hat es mir gefallen?
Wieder wurde ich ein Opfer von einem schön gestalteten Cover. Schwarz mit heller Schrift, die auch noch leicht rosa glitzert. Tja, manchmal stimmt der Spruch „Mit Glitzer ist alles besser“!
Wieder entspricht das Buch einer Dirty Office Geschichte. Wie auch schon bei „Bossman“ gibt es hier keine unschuldige junge Frau, die mit ihrem Boss, ihre ersten richtigen sexuellen Erfahrungen macht. Ava Lindt ist erfolgreich und weiß, was sie will und was nicht. Sie arbeitet gerne an wechselnden Projekten. Ihr neues bringt sie nach San Francisco. Das Schmuckunternehmen von Sebastian Bennett empfängt sie mit offenen Armen. Normalerweise ist sie mit Widerständen konfrontiert und somit ist diese Situation ungewöhnlich, aber sie lebt sich sofort ein.
Diese positive Grundeinstellung zieht sich eigentlich über die gesamte Geschichte. Das fand ich ungemein erfrischend. Es gibt viele entzückende Momente, sowohl zwischen Sebastian und Ava, wie auch mit der Familie.
Sebastian weiß um seine Wirkung auf Frauen. Er behandelt Frauen auch immer sehr zuvorkommend, aber seine Beziehungen haben ein Ablaufdatum. Bei Ava dagegen hat er sofort ein sehr gutes Gefühl. Er verschleiert seine Absichten auch nicht. Er geht forsch in die Offensive und überrumpelt Ava sogar ein wenig. Das macht er aber sehr feinfühlig und charmant.
Die Geschichte kommt ohne große Dramen aus. Sie ist locker, flockig und sexy ohne übertrieben zu sein. Ein Wohlfühlbuch für zwischendurch, das mit all den Familienmitgliedern viele weitere Bücher (Teil 2 ist bereits erschienen) verspricht.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von thora:
Dumplin geht ihren Weg - schöner Jugendroman
DUMPLIN' von Julie Murphy
Inhalt/Klappentext:
Die #1 der „New York Times“-Bestsellerliste: Dick UND schön? Unsicher UND mutig? Dumplin‘ ist all das und noch viel mehr. Willowdean – „16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst“ – wird von ihrer Mutter immer nur Dumplin‘ genannt. Bisher hat sie sich in ihrem Körper eigentlich immer wohl gefühlt.
Sie ist eben dick – na und? Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal. Doch dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen. Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt – dass er sie allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein. Um ihre Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der furchteinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie will am „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und allen – vor allem sich selbst – beweisen, dass die Kleidergröße für das ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt. „Badeanzüge haben so etwas an sich, das einen denken lässt, man müsste sich erst das Recht verdienen, sie zu tragen. Aber eigentlich ist doch die entscheidende Frage: Hast du einen Körper? Dann zieh ihm einen Badeanzug an.“
Meine Meinung:
Sehr schöner Jugendroman. Die Thematik hat mich sofort angesprochen. Das Buch hat mich positiv überrascht. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er ist humorvoll und lädt zum schmunzeln ein. Die Protagonisten sind ganz besondere Persönlichkeiten. Sie sind sehr tiefgründig und zeigen sehr schön die Auswirkungen und Entwicklungen während der Pubertät. Ganz besonders gefällt mir Will. Sie zeigt sehr schön wie durcheinander ein Teenie sein kann. Sehr besonders ist ihre Charakterstärke und die Zielstrebigkeit. Daneben gibt es auch Szenen die Unsicherheit ausstrahlen. Die männlichen Gegenspieler fand ich auch toll. Sie haben sehr unterschiedliche Charaktere. Erst die beiden Jungs machen aus der Story etwas Besonderes. Der Abschluss ist vorhersehbar und konnte mich nicht sehr überraschen. Der Weg dahin hat mir sehr gefallen.
Mein Fazit:
Schöner Roman mit einer sehr aktuelle Thematik. Das Buch regt zum Nachdenken an und zeigt sehr schön die Problematik des Erwachsenwerdens.
Rezensionen von jiskett:
Eine schöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
In "Für immer ist die längste Zeit" erzählt Abby Fabiaschi eine Geschichte, in der der Tod und Trauer eine große Rolle spielen. Maddy ist erst vor kurzem verstorben und beim Blick auf ihre Tochter und ihren Ehemann muss sie feststellen, dass die beiden ohne sie nicht gut zurechtkommen und distanziert miteinander umgehen.
Deshalb versucht sie, aus dem Jenseits heraus Einfluss auf die beiden zu nehmen und sie einander wieder näher zu bringen.
Die Vorstellung, dass geliebte verstorbene Menschen noch die Macht haben, unser Leben zu beeinflussen, fand ich schön und es hat etwas beruhigendes an sich. Maddy kann vielleicht nicht viel tun, aber ihre Gedanken und Gesten sind von großer Bedeutung für die Menschen, die sie lieben und um sie trauern. Die Autorin hat das sehr gut dargestellt und ich fand es auch interessant, dass man nicht nur die Perspektive der Hinterbliebenen zu lesen bekommen hat, sondern dass auch die Tote selbst zu Wort kam. Ihre Sicht auf die Dinge ist eine ganz andere als die ihrer Familie und das hat das Buch für mich bereichert. Sie war mir sehr sympathisch und das hat wirklich verdeutlicht, welchen Verlust Eve und Brady erlitten haben. Die beiden sind mir ebenfalls ans Herz gewachsen, trotz - oder vielleicht gerade wegen - aller Ecken und Kanten, den manchmal hässlichen Emotionen und schmerzhaften Reaktionen auf Ereignisse.
Die Trauer ist in dem Buch meiner Meinung nach sehr echt dargestellt, ohne etwas zu beschönigen. Es ist ein langer Prozess, mal gibt es bessere, mal schlechtere Tage, und man empfindet dem Toten gegenüber manchmal auch negative Gefühle, fühlt sich verlassen und fragt sich, ob man irgendetwas anders hätte machen können. Gerade letzteres ist für die Geschichte wichtig und es war beklemmend zu sehen, wie Eve und Brady mit der Lage umgegangen sind, aber dafür war es auch schön, wenn es ihnen ein bisschen besser ging oder sie füreinander da waren.
Trotz des Themas und der realistischen Darstellung von Trauer ist "Für immer ist die längste Zeit" kein deprimierendes Buch. Es ist eine eher ruhige Geschichte, die einen großen Fokus auf die emotionale Lage der Figuren und ihre Entwicklung legt, doch es gibt ebenfalls schöne, liebevolle Momente und die Botschaft, die hinter all dem steckt, ist auf jeden Fall sehr wichtig. Das Buch regt zum Nachdenken an, kann aber auch unterhalten. Diese Mischung hat mir gut gefallen.
Rezensionen von spozal89:
absolut schrecklich
Hot Cop von Samanthe Beck
Klappentext:
Laurie glaubt nicht an Mister Für-immer, sie glaubt an Mister Für-den-Augenblick. Doch eine Nacht mit dem sexy Sheriff Ethan Booker lässt sie ihren Grundsatz (fast) vergessen. Ethan will kein One-Night-Stand für Laurie sein, er will ihr Herz gewinnen und ein „Und sie lebten glücklich bis an ihr Ende“.
Als ihre Bäckerei „Babycakes“ einem Feuer zum Opfer fällt, nutzt er seine Chance: Er hilft Laurie, ihre Existenz zu retten, wenn sie ihm im Gegenzug sechs Dates gewährt.
Diesmal fällt meine Rezi leider eher kurz aus, weil ich einfach nicht weiß was ich schreiben soll. Ich fand das Buch leider grottenschlecht.
Nachdem ich in letzter Zeit eher Bücher mit einem schweren Thema gelesen habe, wollte ich mir mal wieder ein locker, leichtes Buch gönnen, bei dem man einfach nicht nachdenken muss und gut abschalten kann. Hier hab ich aber total daneben gegriffen. Unsympatische Protagonisten, absolut langweilige Story, wie man sie schon bei zig anderen Bücher bereits gesehen hat und zudem noch absolut unrealistisch. Leider war dieses Büchlein ein Griff ins Klo und ich war froh, dass die knapp 200 Seiten schnell rum waren.
Rezensionen von yellowdog:
hochreflektiv
Stillleben von Antonia Baum
Antonia Baums erzählerisch ausgebildetes Essay ist hochreflektiv. Es stellt die Überlegungen einer anfangs schwangeren Frau, später jungen Mutter, in einer Großstadt dar. Es geht um die Rolle, die eine Frau als Mutter plötzlich einnehmen soll, wie es selbst oder gesellschaftlich erwartet wird. Baum stellt das auch mit den erwarteten Pflichten an die Mütter und das Frauenbild in der Vergangenheit in Bezug, das eine Reduzierung der Individualität bedeutet.
In dem Zusammenhang wird Johanna Haarers Erziehungsratgeber aus der NS-Zeit zur Diskussion gestellt, der selbst später noch lange neu aufgelegt wurde.
Daneben wird der Alltag geschildert, zu dem es gehört, das Kind zu umsorgen und zu stillen. Die Geburt hat aber unmerklich auch ihre Außenwahrnehmung verändert, so hat sie Angst, mit dem Baby die Wohnung zu verlassen und fühlt sich isoliert, obwohl ihr Freund sich partnerschaftlich verhält. Auch fühlt sie sich in der Umgebung nicht mehr wohl, sie empfindet sie bedrohlich.
Doch allmählich findet sie wieder in einen normalen Zustand, wobei das ausformulieren dieses Textes vermutlich dazu beigetragen hat.
Ich fand es sehr interessant, den Gedankengängen Antonia Baums zu folgen, da sie oftmals originell sind und nicht nur das erwartbare bieten.
Rezensionen von spozal89:
hat mich positiv überrascht
Bis zum Himmel und zurück von Junk Catharina
Die Drehbuchautorin Katja lebt ihr Leben in Hamburg so lala. Sie hat einen Job als Co Autorin, würde aber gerne selbst mal eine Serie veröffentlichen, hat einen Freund, der eigentlich nicht ihr Freund ist und den sie meistens eher schrecklich findet und von ihrer Familie hat sie seit Jahren nichts mehr gehört.
Als vor Jahren Katjas Schwester bei einem Unfall ums Leben kam, ging es mit der Familie bergab. Ihre Mutter wurde Alkoholikerin, ihr Vater lies sich scheiden wegen einer anderen Frau und Katja kam wegen ihren Schuldgefühlen in eine Psychatrie. Genau die richtige Grundlage für eine Familienserie, die Katja entwickeln soll. Plötzlich taucht dann auch noch Jella auf, die bekannt gibt, Katjas Halbschwester zu sein und sie bittet ihren gemeinsamen Vater zu besuchen, der seit kurzem im Koma liegt. Und plötzlich muss sich Katja erneut mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen.
Erstmal klingt es so, als wär das Buch ziemlich überladen. Im ersten Moment dachte ich mir: Oh mein Gott, so viele Dinge in einer Geschichte, ob das wohl gut geht? Aber ich finde die Autorin hat diese doch sehr schwierigen Themen gut umgesetzt und ich war von der Geschichte positiv überrascht.
Es war mein erstes Buch von Catharina Junk, daher kann ich es mit ihrem Debüt nicht vergleichen. Aber den Schreibstil fand ich super klasse und man merkt, dass sie auch selbst Drehbücher verfasst. Ich könnte mir "Bis zum Himmel und zurück" perfekt im Fernsehn vorstellen.
Katja muss ich sagen war mir zu Beginn eher unsympatisch und ich habe etwas gebraucht, bis ich mit ihr und ihrer Art klar gekommen bin. Ich fand es Klasse das es zwischen durch einige Rückblende-Kapitel gab, da man so Katja und ihre Geschichte viel besser verstehen konnte. Die Geschichte hat mich sehr berührt und ich fand es emotional und gefühlvoll umgesetzt. Eine Prise Humor gab es dann auch noch mit dazu, was die schweren Themen dann ein wenig leichter gemacht hat. Schön fand ich, dass auch die Liebe nicht zu kurz kam, auch wenn das eher am Rande erzählt wurde.
Anhand des Klappentextes hätte ich ehrlich gesagt nicht mit so einem bewegenden Roman gerechnet. Das Ende kam mir dann tatsächlich ein wenig zu schnell und ich bin kein Fan von offenen Enden. Daher vergebe ich gute vier Sterne.
Rezensionen von Caroline :
Eine Geschichte gegen das Vergessen
Die geliehene Schuld von Winter Claire
4 Jahre sind seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen. In Deutschland schauen alle in Richtung Zukunft und voller Angst in den Osten. Berlin ist bereits geteilt und Russlands Schatten hängt drohend über der Stadt.
Vera Lessing verarbeitet immer noch die Verluste ihres Lebens. Ihre Arbeit bei der Zeitschrift Echo hilft ihr, einen regelmäßigen Ablauf zu geben.
Das kulturelle Leben in Berlin steigt langsam aus den Ruinen wieder auf und sie berichtet gerne darüber. Sie will die Jahres der Entbehrungen und des Krieges vergessen und beschäftigt sich deshalb kaum mit Politik. Als allerdings ihr bester Freund Jonathan bei einem Unfall stirbt und sie ein Paket mit seinen Recherche-Ergebnissen erhält, trifft sie eine Entscheidung, seinen Spuren zu folgen. Sie erfährt Dinge, die sie niemals erwartet hätte und vor allem möchte sie endlich in Erfahrung bringen, wer Marie ist, die Jonathan in den Papieren erwähnt.
Wie hat es mir gefallen?
Im Moment fesseln mich Geschichten, die sich rund um den 2. Weltkrieg drehen ungemein. War es am Anfang des Jahres „Karolinas Töchter“ von Ronald H. Balson und letztes Jahr „Als die Liebe endlich war“ von Anna Maria Schenkel, so möchte ich heute „Die geliehene Schuld“ von ganzem Herzen empfehlen.
Die ersten Jahre nach Ende des Krieges waren geprägt vom Wiederaufbau, von starken Frauen, vom ständigen Überlebenskampf und von dem Versuch so etwas wie Normalität zu finden. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch nicht über die abscheulichen Verbrechen berichtet. Niemand hatte die Kraft sich der nahen Vergangenheit zu stellen.
In dieser Zeit seiner journalistischen Aufgabe nachzukommen, erscheint mir ungemein schwer. Jonathan hat den Krieg überlebt und arbeitet nun bei einer wöchentlich erscheinenden Zeitschrift. Sein Enthusiasmus bringt ihn schließlich auch in große Gefahr. Seine Recherchen rund um Flüchtlingsströme durch Europa sind nicht so harmlos, wie sie erscheinen.
Nach seinem Tod erhält Vera einen Umschlag mit Informationen, die Jonathan gesammelt hat. Eigentlich möchte sie nur wieder Normalität und keine Probleme, die sie tief in die Vergangenheit bringen. Ihre Freundschaft zu Jonathan bringt sie dazu, weiter nachzuforschen und viele unangenehme Fragen zu stellen. Sie stellt sich ihren Ängsten und ist unglaublich mutig. Selbst als sie unglaublich furchtbare Dinge entdeckt, steckt sie den Kopf nicht in den Sand sondern stellt sich dieser riesigen Herausforderung.
Neben Jonathan und Vera, ist es vor allem Marie, die viel erzählt. Eine junge Frau, die mit ihrer Mutter und zwei Brüdern noch rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte. Ihr Schicksal ging mir ungemein zu Herzen.
Es ist schwer genau zu erklären, warum mir dieses Buch so gut gefallen hat, denn ich möchte nicht zu viel verraten. Es werden viele sensible Themen des 2. Weltkriegs aufgegriffen. Es geht um Täter, Opfer und vor allem um Familie. Wer hat sich schuldig gemacht? Wie geht die „unschuldige“ Generation damit um? Wie passen Vergangenheitsbewältigung und aktuelle Politik zusammen?
Dieses Buch ist ungemein wichtig, wie alle Geschichten, die uns helfen nicht zu vergessen. Natürlich ist mir klar, dass es sich hierbei um einen historischen Roman handelt. Aber die Hintergründe sind wahr und wurden sehr gut recherchiert. Ein wenig Vorwissen setzt Claire Winter voraus, denn sie verzichtet fast vollständig auf das Beschreiben von Kriegsverbrechen. Die Suche nach der Wahrheit im Namen von Jonathan steht eindeutig im Mittelpunkt und davon soll nichts ablenken.
Ein Teil der Handlung spielt auch in meiner Heimat Tirol. Wieder durfte ich einiges lernen. Ein Kapitel, welches mir nur am Rande bekannt war und nun wurde meine Neugier geweckt.
Die anderen Bücher der Autorin sind bereits auf meiner Wunschliste gelandet. Wieder eine Neuentdeckung!
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von yellowdog:
Die Kämpferinnen der Pfeffermühle
Erika und Therese von Gunna Wendt
Über Erika Mann, die außergewöhnliche und resolute Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann ist schon viel geschrieben worden. Daher ist es sinnvoll, ihr in diesem Buch die Schauspielerin Therese Giehse gegenüberzustellen.
Gemeinsam traten sie im politischen Kabarett Die Pfeffermühle auf.
Das Programm der Pfeffermühle war politisch engagiert und sie mussten daher schon bald aus Deutschland fliehen. Im Exil setzten sie ihre Arbeit fort.
Einige der stets provokanten Texte der Pfeffermühle werden hier erfreulicherweise gequotet und in Kontext gesetzt.
Gunna Wendt zeigt die Persönlichkeiten der beiden Frauen vielschichtig, mit verschiedenen Aspekten.
Die Erika Mann-Passagen enthalten auch die Inbezugnahme der ganzen Mann-Familie, Thomas, Katia, Heinrich, Klaus etc. und damit auch die gesellschaftspolitischen Ereignisse in Deutschland der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich widerspiegeln.
Auch Bekannte der Familie wie Gustaf Gründgens, die Wedekinds und Gerhard Hauptmann uva. spielen eine Rolle. Beeindruckend, wie die Biographin Gunna Wendt auf relativ wenig Raum so viel reinpacken kann.
Die Liebe und Freundschaft zwischen Erika und Therese kommt anfangs ziemlich kurz, bis sie sich auch nur kennenlernen vergehen fast 100 Seiten. Dafür wird die enge Beziehung zwischen Erika und ihrem Bruder Klaus intensiv beschrieben. Diese Abschnitte finde ich besser als z.B. die von Armin Strohmeyr in seiner Erika und Klaus Mann-Biographie von 2004.
Über die Jahrhundertschauspielerin Therese Giehse, die größte europäische Schauspielerin laut Brecht, wusste ich nicht so viel, obwohl mir der Name natürlich ein Begriff ist und ich auch schon Filme mit ihr gesehen hatte.
Mich hat das sehr interessiert und es ist wichtig, die großen Persönlichkeiten der deutschen Vergangenheit nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Auch deswegen bin ich diesem Buch dankbar.
Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:
Eine konservative Position provoziert zum Widerspruch
Bildung als Provokation von Konrad Paul Liessmann
Der Autor beklagt, dass Bildung zwar in aller Munde sei, man aber den Gebildeten selbst nicht mehr antreffe. Er führt das darauf zurück, dass unter Bildung heute fast ausschließlich Ausbildung bzw. berufliche Bildung verstanden werde, während für ihn die eigentliche Bildung gerade darin bestehe, dass sie keinem anderen Zweck diene als der persönlichen Entwicklung.
Einmal abgesehen davon, dass auch in der beruflichen Bildung die Persönlichkeit geformt werden kann, so ist doch Skepsis angebracht, wenn Liessmann für eine „echte“ Bildung noch zusätzlich genau definierte literarische Werke vorschlägt, die zu lesen unabdingbar seien, um als gebildet gelten zu können (unnötig zu erwähnen, dass der Autor diese Werke bereits gelesen hat).
Man kann ja der Meinung zustimmen, dass Bildung in einer persönlichen Auseinandersetzung - und zwar nicht nur mit Texten und Kunstwerken wie der Autor offenbar voraussetzt - und in individuellen Erfahrungen gründet, aber dafür ganz bestimmte Werke zu postulieren, weil anscheinend nur in diesen die gewünschten Bildungserlebnisse zu erwerben seien, scheint doch abwegig, um nicht zu sagen elitär zu sein.
Bildung im engeren Sinn wird übrigens nur im ersten Kapitel behandelt, während es im Kapitel über Kultur und Politik nur sehr sporadisch angesprochen wird.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die pauschale Verunglimpfung von Religion, die für den Autor prinzipiell nicht mit der Vernunft vereinbar scheint. Er vertritt hier eine kulturkämpferische Auffassung, die im 18. und 19. Jh. vertreten wurde, aber nicht den aktuellen Diskurs widerspiegelt.
Insgesamt ein zwar flüssig zu lesendes, manche interessante Gedanken enthaltendes, inhaltlich aber enttäuschendes Buch.











