Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Amy-Maus87:
Dumplin konnte mich nicht vollends überzeugen
DUMPLIN' von Julie Murphy
Als das Buch erschien, habe ich bereits relativ viel von dem Hype mitbekommen, der um das Buch gemacht wurde und so war ich natürlich auch sehr neugierig, Willowdean kennenzulernen, die sich anscheinend nicht viel aus ihrer Körperfülle zu machen schien und allen trotze. Denn Dick kann doch auch schön sein, oder?
Das Buch ist sehr leicht und locker geschrieben und erzählt aus der Sicht der 16 jährigen Willowdean, die sich auf den ersten Seiten nicht viel aus ihrer Körperfülle zu machen scheint.
Will ist ein typischer Teenager, dessen Leser auch nach einigen Zeilen klar werden wird, dass sie bei Weitem nicht immer so tough zu sein scheint, wie es das Buch für mich auf den ersten Blick vermittelt hat. Will muss sich Hänseleien aussetzen, die sie zutiefst kränken und ihr geliebter Halt, ihre Tante Lucy, starb viel zu früh. Will steht also ziemlich alleine auf weiter Flur und erzählt aus ihrem Leben. Hier spielen natürlich auch die Freunde, die charakterlich sehr unterschiedlich waren und auch die Mutter eine Rolle, die mit ihrere Tochter ein angespanntes Verhältnis teilt.
Ein besonders großes Augenmerk, wird in diesem Buch auf den Schönheitswettbewerb gelegt an dem Will nach einigen Stolpersteinen teilnimmt und als Leser verfolgen wir hauptsächlich diese Entwicklung.
Ich habe über Will sehr gerne gelesen und es gab viele schöne aber auch traurige Momente, die mich nachdenklich gestimmt haben. Denn dieses Thema ist so präsent wie nie in der heutigen Gesellschaft.
Trotz allem habe ich mir ein wenig mehr von dem Buch versprochen, besonders in Hinblick auf die Thematik des Übergewichtes und dem daraus resultierendem eigenen postivem Körpergefühl. Dazu zählt natürlich Will als Mensch und nicht nur die Vorbereitungen auf den Schönheitswettbewerb. Auch ist das Ende des Buches für mich sehr offen und ich habe noch so viele Fragen, auf die ich gerne eine Antwort hätte, dass ich das Buch gedanklich einfach nicht ganz ruhen lassen kann.
Fazit:
„Dumplin“ ist eine Erzählungmit einer sympathischen jungen Protagonistin doch leider fehlte mir das gewisse Etwas und ich hätte gerne viel mehr von Willowdean erfahren und der Grundthematik. Das ist leider für mich alles ein wenig zu kurz gekommen. Aus diesem Grund vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein neuer Fall für Commissario Fameo
Wie du mir so er dir von Neubauer Ralph
Da ich sowohl Bozen als auch Meran kenne, wollte ich diesen Südtirol-Krimi unbedingt lesen. Für mich ist dieser 3. Teil zwar der erste, den ich lese. Man kann das Buch aber auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Kurz hintereinander werden in Meran und Bozen zwei männliche Leichen gefunden. Der ersten fehlen die Augen, der zweiten die Zunge.
Nichts sehen, nichts sagen?
Zusammen mit seiner engagierten Kollegin Francesca Giardi ermittelt der frisch verheiratete Commissario Fabio Fameo und stößt auf einen Fall von Plagiaterie, deren Spuren auch nach Deutschland führen. Mit Hagen Bos, Staatsanwalt aus Düsseldorf, der zu einem Arbeitsbesuch kommt, bekommen sie Verstärkung. Gemeinsam versuchen sie den Sumpf der Markenpiraterie zu durchschauen. Und Fameo begibt sich selbst in große Gefahr.
Ralpf Neubauer nimmt mich mit in das schöne Südtirol und schafft es, das Flair von Bozen und Meran sehr gut einzufangen. Der Lokalkolorit kommt hier sehr gut zum Tragen. In den Lauben von Bozen und an der Passer in Meran habe ich mich wieder richtig wohl gefühlt. Auch einige italienische Wortfetzen versetzen mich direkt in südlichere Gefilde.
Die Geschichte liest sich leicht und locker. Auch eine Prise Humor hier und da fließt mit ein und lockert den Kriminalfall etwas auf. Spannung baut sich ab den ersten Seiten langsam auf. Wendungen, die ich nicht erwartet hatte, steigern diese sogar noch. Und die Auflösung hat mich zufrieden zurück gelassen.
Die Personen sind sehr gut vorstellbar mit Ecken und Kanten beschrieben. Meine Sympathien aber auch Antipathien habe ich schnell vergeben können.
Gestört haben mich die dauernden Wiederholungen. So habe ich mich gefragt, ob man der "eleganten Dame", die in einem Absatz 4 x vorkam, nicht auch andere Attribute hätte zuschreiben können.
Auch wer sonst nur blutige Krimis mag, sollte sich an diesem Buch mal versuchen, denn es geht auch sehr gut ohne großes Blutvergießen oder blutige Szenen.
Ich werde nun erst mal noch die ersten beiden Fälle von Commissario Fameo lösen.
Rezensionen von S.:
Die Macht der Bücher
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Eine verträumte Idee: man entflieht dem Stress des Arbeitsweges, der langweiligen Arbeit überhaupt und sucht den passenden Leser zu einem Buch. Genau das erlebt Juliette. Ein junges, empfindsames Mädchen , das morgens in der Metro beobachtet, was die Mitreisenden lesen und sich darüber ihre Gedanken macht.
Zufällig gerät sie ins Büro von Soliman, der sie als Kurier anwirbt, um genau das zu tun: Menschen studieren, ihnen das Buch zuzuordnen, dass Einfluss auf ihr Leben haben wird. Soliman verfügt über unzählige Bücher, von denen zahlreiche Titel und oft der Autor erwähnt werden, auch kleine Begebenheiten daraus. Sein Büro ist eine schützende Hülle, die ihn von der Welt fern hält und in dem sich auch Juliette verkriechen möchte. Einzig Solimans Tochter fordert, nicht nur mit den Geschichten bis ans Ende der Welt zu reisen, sondern auch ein Leben ausserhalb des geschriebenen Wortes zu erleben. Allerdings erzielt Juliette eher unbewusst Erfolge und verschenkt Bücher, die Leben verändern.
Ein melancholisches, leises Buch. Entfremdet sich „Das Mädchen, das in der Metro las“, dem realen Leben?
Rezensionen von hopfgartner:
... und ihr Umfeld
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Alles über Heather, von Matthew Weiner
Der auktoriale Erzähler nimmt den Leser / die Leserin an der Hand und führt ihn / sie über fünf Stufen von einer anfänglichen zeitgenössischen New Yorker Mittelschichtsbeziehung über zwei Erzählstränge hin zu einem überraschenden und mit Thrillercharakter versehenem Schluss.
„Alles über Heather“ erzählt die Entwicklung der Tochter und beleuchtet mindestens so genau die Innenwelten der Eltern, deren Wünsche, Träume und Unmöglichkeit, letztlich miteinander zu kommunizieren. Ein gemeinsames Geheimnis lässt sie am Ende doch zusammenbleiben.
Der einfach, mit dickem Pappkarton und kantig aufgemachte Roman vermittelt stilistisch schnell den Eindruck einer Vorstufe eines Drehbuches. Und dieser Film führt in die Welten der Polaritäten, der Gegensätze von arm und reich, gut und böse, überbehütet und verwahrlost, Mann und Frau, Liebe und Brutalität.
Ein kurzweiliger Roman, übersetzt aus dem Englischen von Bernhard Robben, erschienen im Rowohlt-Verlag 2017
Leserunde Heyn - Isabella und Gerhard Hopfgartner
Rezensionen von hopfgartner:
Szenen aus dem Fotolabor
Jud von Thiel, Georg
Leserunde Heyn, Isabella und Gerhard Hopfgartner
Ausgelöst von einem Schwarz-Weiß-Foto, - ein Junge kniet auf der Straße und schreibt „Jud“ auf die Hauswand, unter Aufsicht eines Uniformierten mit Hakenkreuz-Binde am Arm -, fädelt der Ich-Erzähler Szene für Szene auf und gibt dem Leser Einblicke in die 60er Jahre.
Die gegenwärtigen Beziehungs-, Gesellschafts- und Politikmiseren werden erst verständlich durch die Rückschau, die bis in den entlegensten Ort Österreichs führt.
Entsprechend der Arbeitsweise eines Fotografen arbeitet der auktoriale Erzähler die Konturen seiner „Mitmenschen“ genau heraus und lernt im Erkennen der anderen sich selbst immer besser kennen.
Ein kurzweiliger Roman, der den Leser trotz der grundlegend düster durchschimmernden Grundfarbe ob der Thematik von Schuld und Sühne immer wieder durch Formulierungen und Ideen aufzuheitern weiß. Etwa, wenn er Gebisse von alten Menschen beschreibt, die so aussehen, als wären sie seit Generationen weitervererbt worden.
Der Autor überrascht im Jahre 2018 mit Detailwissen aus dem Jahre 1958 und malt dabei ein österreichisches Geschichtsbild von anno dazumal. Ein lesenswerter Versuch und gelungener Mosaikstein, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich auseinanderzusetzen.
Jud, ein szenenreicher Roman, erschienen 2018 im Braumüller-Verlag.
Rezensionen von Petra Sch.:
Ein Kriminalfall im New Orleans 1919; kombiniert aus Wahrheit und Fiktion
Höllenjazz in New Orleans von Celestin Ray
Meine Bewertung: 3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
New Orleans, 1919: Eine Mordserie, bei der die Opfer mit einer Axt ermordet wurden, hält ganz New Orleans in Atem. Noch dazu verschwindet der Täter jedes Mal auf merkwürdige Weise - die Türen der Häuser sind nach den Taten alle von innen verschlossen.
Die Leute glauben an Übernatürliches oder Voodoo. Bis ein Brief des Axeman die Zeitung "Times-Picayune" erreicht, in dem er einen weiteren Mord ankündigt - nur diejenigen, die die ganze Nacht Jazz spielen, werden verschont...
Detective Lieutnant Michael Talbot; der ehemalige und soeben aus dem Gefängnis entlassene Polizist Luca D'Andrea sowie die Angestellte der Detektivagentur Pinkerton, Ida Davis, begeben sich unabhängig voneinander auf die Fährte des Axeman...
Meine Meinung:
"Höllenjazz in New Orleans" verbindet die Axeman-Morde, die tatsächlich im New Orleans Anfang des 20. Jahrhunderts stattgefunden haben, mit einer fiktiven Kriminalgeschichte.
Auch Louis Armstrong hat eine tragende Rolle in dieser Geschichte.
Der Autor liefert einen guten und interessanten Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse; Automobile sind kurz zuvor erst erfunden worden; die Jazzmusik erfüllt die Straßen; die Schwarzen haben kaum Rechte; und die Mafia und somit Korruption haben Vormachtstellung in New Orleans.
Leider bin ich eher schwer in das Buch hineingekommen, der Schreibstil lag mir nicht so ganz und ich musste mich erst daran gewöhnen. Teilweise war es richtig fesselnd zu lesen; der Autor weiß schon, einen Spannungsbogen aufzubauen. Doch dann wiederum waren zu viele (unbedeutende) Dinge zu ausschweifend beschreiben, sodass ich dadurch aus dem Lesefluss herauskam.
Auch war mir alles etwas zu verworren; es wurde zwar am Ende alles aufgeklärt, trotzdem war es mir ein bisschen zu verwirrend.
Trotzdem war es auch spannend zu lesen, wie die drei Personen auf ganz unterschiedliche Weise den Weg zum Täter finden.
Gut gemacht ist auch die Abwechslung der Kapitel, wo jeweils abwechselnd aus Sicht eines anderen der drei "Ermittler" erzählt wird.
Der Epilog des Buches impliziert bereits die Fortsetzung, die in Chicago spielen wird.
Sehr gut finde ich das Personenverzeichnis am Anfang, da doch sehr viele handelnde Personen vorkommen, und man so leichter den Überblick behält.
Auch das Glossar im Anschluss ist sehr hilfreich, da viele fremde Ausdrücke vorkommen, sowie eine Übersichtskarte des damaligen New Orleans.
Das Cover finde ich persönlich sehr gelungen; der Totenkopf mit dem Zylinder lässt sofort an Voodoo denken.
Fazit:
"Höllenjazz in New Orleans" ist eine fiktive Kriminalgeschichte, die auf tatsächlichen Fakten beruht - mit Potential; leider hat es nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Ein bissen weniger "Drumherum", einfach nur die spannenden Ermittlungsarbeiten, hätte für mich vollkommen genügt.
Rezensionen von csac:
Ein anrührendes Bilderbuch über die Kraft und Stärke der Liebe für Klein und Groß
Duhuu? Hast du mich lieb? von Gabi Kreslehner
Ich erhielt dieses Buch geschenkt und beim Lesen des Titels ertappte ich mich unweigerlich dabei zu denken: Nicht schon wieder ein Buch im Stile von "Weißt Du, wie lieb ich Dich habe". Wie angenehm war ich überrascht, als ich bemerkte, dass dieses Buch wesentlich tiefer geht und mich als erwachsene Leserin und Mutter mitnimmt auf eine Reise, die das ganze Elternsein umfasst:
"Duhuu? Hast du mich lieb", fragt das Kind und erhält darauf ein schlichtes, kräftiges und klares "Ja" als Antwort.
Doch was ist, wenn ich groß werde, "so groß, dass ich meine Zehen aus den Schuhen strecken muss, weil mich meine Schuhe zwicken? Und du mir neue Schuhe kaufen musst? [...] Weil alle Nähte ächzen und stöhnen und platzen und ich mich aus allem herauszwänge?", beharrt das Kind. Und abermals erhält es eine liebevolle, bedingungslose Antwort: "Ja". Das Kind setzt sein Gedankenexperiment fort und hinterfragt, ob diese Liebe tatsächlich an keinerlei Bedingungen und Erwartungen geknüpft ist. Ob es noch geliebt wird, wenn es zu suchen beginnt nach den Dingen, die seine Welt sein sollen. Ob es Geborgenheit erfährt, selbst wenn sein Herz sich aufmacht, weil es neugierig ist auf andere Welten. "Fängst du mich", selbst wenn ich am anderen Ende der Welt bin?, fragt es. Die Antwort bleibt stets die gleiche: "Ja" und "Ja" und "Ja".
In diesem Sinne stellt dieses Buch weit mehr als ein reines Bilderbuch dar. Auf berührende Art und Weise beschreibt es dieses zarte und doch so kräftige Band zwischen Eltern und Kind, an dem auch mal gezogen und gezerrt wird und das sich oftmals auch stark dehnen muss ("bis ans Ende der Welt") und das doch (im Idealfall) dennoch da ist, stark und fest und sicher.
Ein Buch, das Geborgenheit vermittelt, Sicherheit und Wärme und anrührt durch die einfache und klare Botschaft: Egal, was auch passiert, wohin du auch gehst und was dein Herz erweckt, es gibt eine Verbindung zwischen uns und diese bleibt bestehen, "immerimmer".
Verena Ballhaus untermauert mit kräftigen und klaren Bildern diese Aussage, lässt dabei aber auch viel Spielraum für Phantasie und weiterführende Gedankenreisen.
Dieses Buch wurde zu Recht mit dem Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2018 ausgezeichnet.
Es eignet sich hervorragend zum Vorlesen in Volksschulen, ist aber sicher auch in der Arbeit mit Jugendlichen, die sich auf den Weg machen und langsam aus dem Familienverband lösen wollen, hilfreich. Denkbar erscheint mir auch ein Einsatz bei der Firmvorbereitung oder aber als Trost und Mutmacher für Eltern, deren Kinder sich allmählich von ihnen loseisen.
Absolute Kaufempfehlung!
Rezensionen von csac:
Mit dir sind wir vier - ein Bilderbuch über die spannende Reise hin zu einem neuen Familienmitglied
Babybauch und Windelwunder von Sarah M. Orlovský; Birgit Antoni
Zum Inhalt:
"Ich" ist fast schon 90cm groß, hat viele Kuscheltiere, schaukelt gerne ganz hoch in die Luft, spielt mit Bauklötzen und... wird bald ein großes Geschwisterkind sein. Denn Mama und Papa bekommen ein Baby und die ganze - noch kleine - Familie fiebert mit in dieser aufregenden, wunderbaren und manchmal auch ein bisschen unheimlichen Zeit.
Erzählt aus der Perspektive von "Ich" sieht der Leser, wie der Bauch der Mutter langsam größer wird und das Baby darin allmählich Gestalt annimmt: "In Mamas Bauch schwimmt ein Baby. In meinem Bauch auch?", fragt sich Ich bei einer Ultraschalluntersuchung und hält prüfend die Hand auf seinen Bauch. Mamas Bauch wächst und wächst und Ich weiß genau: "Wenn es groß genug ist, kommt es raus". Noch werden die letzten Vorbereitungen getroffen, Windeln gekauft, Kleidung gestrickt und ein Bettchen aufgebaut - tatkräftig unterstützt vom kleinen "Ich", doch schließlich ist es soweit: Das Baby ist da und damit wird Ich zum "allerersten Besuch für das Baby. In seinem ganzen Leben". Noch ist das Geschwisterchen winzig klein, trinkt viel bei Mama, schläft oder macht in die Windel. Gott sei Dank ist Ich schon groß und kann überall mithelfen.
In sehr einfachen und klaren Sätzen beschreibt die Autorin Sarah Michaela Orlovsky die Schwangerschaft der Mutter, die Vorfreude der ganzen Familie bis hin zur Geburt des Geschwisterchens und die erste Zeit zu viert. Im Gegensatz zu anderen Büchern zu dieser Thematik beschränkt sich die Autorin dabei ganz bewusst auf das Offensichtliche: Den größer werdenden Bauch, die letzten Vorbereitungen, die Begrüßung des Winzlings und die erste Zeit mit dem neuen Familienzuwachs. Aspekte wie Angst, Eifersucht, Geschwisterrivalität oder die gelegentliche Überforderung der Eltern werden dabei ausgespart. Zuerst waren sie eine Familie zu dritt und kuschelten gerne auf der Couch, nun kuscheln sie zu viert: "Wir sind eine Familie". So einfach, unkompliziert und wunderbar kann das aus der Sichtweise eines Kleinkindes sein.
Untermalt wird dieses Büchlein durch anregende und farbenfrohe Bilder, die ansteckend wirken in ihrer Fröhlichkeit und eine gewisse Leichtigkeit sowie sehr viel Charme verströmen.
Fazit: Ein unterhaltsamer und anregender Lesestoff nicht nur für bald werdende Geschwisterkinder
Rezensionen von Tara:
Zufall oder Manipulation ?
Das Böse in deinen Augen von Blackhurst Jenny
„Das Böse in Deinen Augen“ ist ein weiterer spannender Psychothriller der Autorin Jenny Blackhurst.
Die Kinderpsychologin Imogen Reid zieht mit ihrem Mann in das Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Diese war nicht schön und die Erlebnisse verfolgen sie bis heute.
Als sie ihren neuen Job annimmt, übernimmt sie den Fall des elfjährigen Waisenkindes Ellie Aktinson.
Ellie benötigt – nachdem sie ihre Familie bei einem Brand verloren hat – dringend Hilfe. Sie lebt seitdem in Pflegefamilien und im Dorf wird erzählt, dass sie übernatürliche Kräfte hat. Die Leute haben Angst vor ihr und überall wird sie ausgeschlossen und gemobbt. Imogen will die Gerüchte nicht glauben und versucht Ellie zu helfen. Aber als dann merkwürdige Dinge passieren, kommen auch Imogen Zweifel…
Der Schreibstil von Jenny Blackhurst lässt sich angenehm leicht und flüssig lesen. Durch die kurzen Kapitel und die wechselnde Perspektive wird man zum Lesen angehalten, da man immer wissen möchte, wie es aus der anderen Sicht weitergeht.
Die Charaktere waren gut und detailliert beschrieben.
Imogen fand ich anfangs ganz sympathisch, auch wenn ich ihr Verhalten – insbesondere gegenüber ihrem Mann – nicht immer ganz nachvollziehen konnte und war gespannt auf die Geheimnisse ihrer Vergangenheit, die immer wieder angedeutet wurden.
Ellie war mir eher ein wenig unheimlich und ich konnte ihr Verhalten gar nicht so richtig einordnen. Ständig wurde sie irgendwie in die Ecke gedrängt, sowohl in der Pflegefamilie als auch in der Schule. Sowohl ihre Mitschüler als auch die Lehrerin verhalten sich ihr gegenüber einfach nur grausam.
Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass es sich um einen Mysterythriller handelt, aber letztendlich gab es für fast alles eine rationale Erklärung.
Zwischendurch hatte ich mehrfach Zweifel, ob es der Autorin gelingen wird, dem Buch ein Ende zu geben, das alle offenen Fragen erklärt. Letztendlich ist es ihr gelungen, für mich war das Ende rund, aber der Epilog hat dann noch einmal alles herumgerissen und ich blieb ein wenig ratlos zurück. Das Ende bietet Raum für Interpretationen.
Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Es war spannend, mitreißend und ließ sich flüssig lesen von daher kann ich es Thrillerliebhabern empfehlen.
Rezensionen von Tarika:
Zwei Schwestern gegen die Unterdrückung
Das Böse in deinen Augen von Blackhurst Jenny
In einer Welt, in der Frauen keine Rechte haben, sehen sich die Schwestern Serina und Nomi zwei verschiedenen Schicksalen gegenüber: eines im Palast, das andere im Gefängnis.
Serina wurde ihr Leben lang dahingehen unterrichtet eine Grace zu werden. Eine Frau die dem Thronfolger zuteil ist, ihm unterwürfig und das perfekte Ebenbild einer anmutigen (und unterdrückten) Frau, deren Aufgabe es ist, dem Thronfolger zu dienen.
Doch als ihre jüngere rebellische Schwester Nomi dem Thronfolger begegnet, passiert etwas, womit keiner gerechnet hat.
Beide landen in einem Leben, das keine je so wollte. Serina nimmt eine Schuld auf sich, um Nomi zu schützen. Nomi kämpft derweil damit, ihrer Rolle als Grace gerecht zu werden, um Serina helfen kann. Doch das Leben beider Schwestern ist in Gefahr…
Als ich angefangen habe, „Iron Flowers“ zu lesen, fühlte ich mich zunächst an Selection erinnert. Vielleicht mag es auch die eine oder andere parallele geben, dennoch ist das hier eine völlige eigenständige Geschichte, die ganz eigenen Ideen und Handlungen folgt. Als kurze Zeit später Serina im Gefängnis landet, musste ich bei den Ereignissen dort unweigerlich an Panem denken. Die Kämpfe dort ums Überleben sind heftig, und dienen auch einem meiner Meinung nach perversem Publikum als Unterhaltung, aber das war es auch schon an Ähnlichkeit. Wer also will, findet die eine oder andere Parallele zu den beiden genannten Werken. Trotzdem entwickelt sich das Buch und die Charaktere in sehr eigenen Bahnen. Also man darf jetzt kein Selction in Tribute von Panem verpackt erwarten. Das ist auch gut so.
Serina und Nomi sind als Charaktere relativ klar gezeichnet, aber durch ihre Schicksale bemerkt man auch, dass sie sich entwickeln und versuchen an ihren unterschiedlichen Aufgaben zu wachsen. Den Thronfolger Malachi und seinen Bruder Ava finde ich sehr gelungen. Zunächst hat man ein ziemlich (voreingenommenen) Bild von ihnen, aber für mich blieben die beiden Brüder bis zum Schluss recht undurchschaubar in ihren Handlungen und Absichten, was die Geschichte spannend macht. Ansonsten gibt es noch weitere Nebencharaktere über die man das nötigste erfährt, aber nicht mit unnötigen Details aufgehalten wird. Interessant fand ich hier vor allem den Wärter Val und die Grace Maris, über deren Hintergrund man viel erfährt. Das tut der Geschichte gut und gibt der Welt mehr Hintergrundwissen. Nichtsdestotrotz hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass man mit belanglosen Informationen zugeworfen wird, sondern dass sich die Handlung einem ganz klaren roten Faden folgt.
Der Sprachstil von Tracy Banghart ist sehr angenehm und die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Spannung ist im Grunde stets vorhanden, sodass ich mich beim Lesen nur immer schwer vom Text trennen konnte. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Serina und Nomi geschildert und an sich nicht sehr lang. Man fliegt im Grunde nur so durch das Buch.
Rundum ein sehr toller und spannender Jugendroman sowie ein gelungener Auftakt der Reihe. Ein wunderbarer Sprachstil und interessante Charaktere machen dieses Buch für mich zu etwas ganz Besonderem. Fans von Selection und/oder Panem könnten hier voll auf ihre Kosten kommen, auch wenn dieses Werk etwas sehr Eigenständiges bildet. Ein zweiter Teil soll im Herbst 2019 folgen, den ich sehr sicher dann auch lesen werde.









