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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Dunkle Havel von Tim Pieper

Dies ist der erste Band rund um den sympathischen Ermittler Toni Sanftleben, der ein heftiges Schicksalpäckchen zu tragen hat. 1998, während des Baumblütenfestes verschwindet nämlich Tonis Ehefrau Sofie. Die Polizei geht von Selbstmord aus, an den Toni, damals gerade einmal zwanzig Jahre alt, nicht glauben kann.

Er schlägt die Laufbahn eines Kriminalbeamten ein und sucht jede freie Minute nach Sofie. Nebenbei ist er alleinerziehender Vater von Aroon.

Sechzehn Jahre später reißen zwei Morde die alten Wunden wieder auf, denn bei beiden Mordopfern findet sich jeweils ein Foto von Sofie.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sofies unerklärlichem Verschwinden und den aktuellen Morden?

Meine Meinung:

Autor Tim Pieper bringt einen sehr fesselnden Krimi zu Papier. Eigentlich sind es ja zwei Krimis in einem.
Toni Sanftleben ist besessen von dem Gedanken, dass Sofie noch lebt und sich irgendwo „da draußen“, vielleicht unter falschem Namen ein neues Leben aufgebaut hat. Der Suche hat er sich gänzlich verschrieben und schreckt auch vor unentschuldigtem Fernbleiben vom Dienst und anderen Eigenmächtigkeiten nicht zurück. Er nützt das System weidlich aus und sammelt schwarze Punkte auf der Liste seines Vorgesetzten Schmitz. Warum ihn der so gar nicht leiden kann, kommt leider nicht heraus. Sanftleben ist mit seinen manchmal unorthodoxen Ermittlungsansätzen bei der Aufklärung diffiziler Verbrechen höchst erfolgreich, doch Schmitz provoziert den alkoholkranken Sanftleben immer wieder mit Schnapsgeschenken. Eigentlich eine Sauerei und ein eklatantes Fehlverhalten eines Vorgesetzten.

Tonis Team allerdings hält fest zu ihm und deckt hin und wieder auch seine Alleingänge. Der unerwartete Erfolg bei der Suche nach Sofie bringt das Gefüge Toni/Aroon gehörig durcheinander. Wie es mit den Dreien weitergeht, lesen wir im nächsten Band „Kalte Havel“.

Fazit:

Ein toller Serien-Auftakt mit einem sympathischen Ermittler, der so gar nicht der „strahlende Held“ ist.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Frankfurter Schattenjagd von Dieter Aurass

Frankfurt am Main ist die Hauptstadt der „Föderation der Europäischen Länder“, die nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 und der daraus folgenden Kettenreaktion von Explosionen ähnlicher Kernkraftwerke in Asien, Millionen von Flüchtlingen beherbergen muss. So ist Frankfurt von rund 750.

000 Einwohnern auf 8 Millionen angewachsen, was zu logistischen Problemen sondergleichen führt. Wohnraum ist extrem knapp und die Menschen leben in Containern, Kojen und beengten Wohnungen. Und dort, wo Mangel und viele Menschen auf einem Fleck konzentriert sind, ist das organisierte Verbrechen nicht weit. Rivalisierende Banden unterschiedlicher Herkunft machen der Polizei das Leben schwer. Das ist so das Umfeld, in das uns der Autor entführt.

Der junge, deutsch-chinesische Kommissar Xaver Xiang, genannt Dex, muss sich mit einer grausamen Mordserie an Mitgliedern der mongolischen und russischen Mafia beschäftigen. Dex und sein Team, das wie die Bevölkerung allgemein aus unterschiedlichen Ethnien zusammengesetzt ist, ermitteln fieberhaft. Doch kaum scheinen sie der Lösung des Rätsels nähergekommen zu sein, finden sie die nächste zerstückelte Leiche.

Dann erhält Dex Unterstützung von einer gänzlich unerwarteten Seite, die auch sein Leben ziemlich durcheinanderbringt. Ist diese Hilfe wirklich so selbstlos oder verfolgt diese Person eigene Ziele?

Meine Meinung:

Autor Dieter Aurass bietet in seinem neuesten Werk einen Krimi der Extra-Klasse. Angesiedelt in der Kategorie „Alternative Geschichtsschreibung“ kann er seiner Fantasie freien Lauf lassen. Dabei flicht er gekonnt aktuelle Themen wie Flucht, unterschiedliche Glaubensbekenntnisse und Ethnien sowie deren Konflikte ein. Allerdings keimt auch Hoffnung auf, dass die eine oder andere Ursache von Kontroversen durch Toleranz beigelegt werden kann.

Die Vorstellung, zwecks Identifikation, einen Barcode auf dem Handrücken eintätowiert zu haben, erinnert an die Nummern in den Konzentrationslagern der Nazis. Da ist es mir ein wenig kalt über den Rücken gelaufen, obwohl die Aussicht die aktuelle Passwortmisere und Zutrittskontrollen mittels implantierten Mikrochip zu beenden, einen gewissen Reiz hätte. Allerdings wären wir dann wirklich die „gläsernen Menschen“. „Big brother is watching you“ schrieb schon George Orwell.

Der Autor stellt uns der Reihe nach die Mitglieder des Ermittlerteams vor. Jede/Jeder hat ein Spezialgebiet, das die Mannschaft zu einem kompakten und effizienten Team macht. Nicht alle haben eine friktionsfreie Vergangenheit und dieses bestimmt nach wie vor ihre Persönlichkeiten und Handlungen.

Der Schreibstil ist, wie wir es vom Autor gewöhnt sind, fesselnd und flüssig. Die Spannung wächst von Seite zu Seite.
Das plötzliche Auftauchen von Lilith lässt die Leser überrascht in eine falsche Richtung denken. Ja, das ist schon ein meisterlicher Griff in die Trickkiste.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es nahezu in einem Stück gelesen. Faszinierend finde ich, dass die Szenarien so echt und lebendig dargestellt sind, dass ich nachdenken musste, ob es 1987 wirklich eine „Große Hungersnot“ auf Grund der Atomkatastrophen stattgefunden hat.

Fazit:

Ein neuer Krimi-Stil, ein neues Team – bitte unbedingt mehr davon. Ich kann Dieter Aurass im Allgemeinen und dieses Buch im Besonderen nur ausdrücklich empfehlen. 5 wohlverdiente Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Leider nichts für mich

Lass uns über Style reden von Michael Michalsky

Vorweg muss ich sagen, dass ich Michael Michalsky noch nicht gekannt habe und neugierig zu lesen begonnen habe.

In dem Buch "Style - Viel mehr als Mode" erzählt der Designer was seiner Meinung nach „wirklich stylisch“ ist und was, außer Kleidung, sonst alles dazu gehört. Das hat meine Aufmerksamkeit geweckt.

Nun muss ich feststellen, dass sich meine Erwartungen an Autor und Buch nicht erfüllt haben. Ich finde es, anders als im Klappentext beschrieben, nicht wirklich kurzweilig. Der Schreibstil wirkt auf mich stellenweise ein wenig abgehoben, um nicht zu sagen arrogant.

Vermutlich bin ich auch nicht die richtige Zielgruppe. Mit GNTM oder ähnlichen Formaten habe ich absolut nichts am Hut. Auch die Namen der genannten, angeblich berühmten Persönlichkeiten (wenn man von Karl Lagerfeld absieht) sind mir nicht wirklich geläufig.

Ich hatte eigentlich anwendbare Tipps und Ratschläge für gutes Styling erwartet. Bekommen habe ich eine Art Autobiografie, die auf mich stellenweise oberflächlich wirkt. Dass hier hauptsächlich die eigene Meinung des Autors zur Sprache kommt, liegt in der Natur der Sache und muss nicht unbedingt die Intention des Lesers sein.

Jetzt, da ich den Namen kenne, ist mir ein Kommentar ins Auge gesprungen: „Frau Merkel trägt zu flache Schuhe.“

Ich denke, sie wird ihre Gründe haben. Ich finde das wieder einmal typisch, dass Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen an ihrem Aussehen gemessen werden. Wer hat schon jemals die Schuhe eines männlichen Politikers erwähnt?

Fazit:

Für mich persönlich ist das Buch wohl nichts, doch es wird Leser geben, die danach lechzen. 2 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein tolles Geschenk für Liebhaber von Handwerkskunst

Das große Buch vom Handwerk von

Der „Servus-Verlag“ beschenkt seine an altem Handwerk interessierten Leser mit diesem wunderbar gestaltetet Buch.
Achim Schneyder hat beinahe vergessene Handwerkskunst in acht Gruppen zusammengefasst, liebevolle Fotos und informative Texte zusammengetragen.

• Töne & Klänge
• Von Knopf bis Fuß
• Essen & Wohnen
• Draußen vor der Tür
• Farben & Formen
• Sport & Freizeit
• Kind & Kegel
• Edel & Schön

Wir schauen bei Instrumentenbauern, Schirmherstellern, Glaskünstlern vorbei, lassen uns Blaudrucken und Pfauenfedernsticken erklären und staunen wie filigran geschnitzte Tischkreuze sein können.

Ein Highlight ist auch der Besuch der Zuckerlmanufaktur und der Vergolderwerkstatt, in der nicht nur Blattgold für die Restaurierung alter Sakralgegenstände, sondern auch essbare Dekoration für rauschende Feste geschlagen wird.

Die alte Tradition des Vogelverscheuchens durch einen Klapotetz wird in der Steiermark nach wie vor gepflegt wie die Sonnenuhren aus der Werkstatt von Johann Jindra.

Von der Präzisionsarbeit der Büchsenmacher und den Aufgaben des Beschussamtes in Ferlach habe ich mich schon höchstpersönlich überzeugen können.

Eine ausgefallene Idee sind die Ringe aus Zirbenholz, die mit Edelsteinen verziert sind. Auf so eine Idee muss man erst kommen! Lauter Unikate und mit Liebe gefertigt.

Wenn ein Salzburger von seinem „Lateiner“ spricht, ist nicht immer ein Lehrer der alten Sprache gemeint, sondern häufiger das Segelboot, das ohne Konstruktionspläne, nur aufgrund mündlicher Überlieferung gebaut wird.

Fazit:

Wer sich gerne mit alter Handwerkskunst beschäftigt, wird dieses Buch lieben. Auch als Geschenk eine gute Investition.
Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Leicht und unterhaltsam

Sylt oder solo von Claudia Thesenfitz

Mir hat „Meer Liebe auf Sylt“ von Claudia Thesenfitz schon sehr gut gefallen. Also musste ich auch das neueste Buch „Sylt oder Solo“ von ihr lesen. Und ich wurde auch hier nicht enttäuscht. Ich kenne die Insel bisher zwar noch nicht, aber meine Sehnsucht nach Sylt wird immer größer. Dazu hat auch dieses Buch wieder seinen Teil beigetragen.

Obwohl ich den direkten Vorgängerband nicht kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten den Geschehnissen hier zu folgen. Aber „Sylt oder Selters“ steht nun trotzdem auf meiner noch zu lesen-Liste.

Doch nun zu der Geschichte hier:
Es könnte nicht besser laufen: Nina, 43, kann sich von dem Erbe ihrer Freundin ein Luxuswohnmobil leisten. Zusammen mit ihrem Freund und Surferboy Jan, der einige Jahre jünger ist als sie selbst, betreibt sie eine Surfschule und ein Strandbistro auf der Insel der Reichen und Schönen. Alles könnte so schön sein, wenn sich nicht ganz allmählig der Alltag und damit die ersten Reibereien und Probleme einschleichen würden. Als Jan sich entschließt sein Studium fortzusetzen und nach Berlin zieht, merkt Nina recht bald, wie viel ihr an diesem Mann liegt. Sie beginnt um ihn kämpfen…

Der Schreib- und Erzählstil von Claudia Thesenfitz ist, leicht, locker und einfach wunderbar zu lesen. Ich habe mit Nina gebangt, gelitten, mich mit ihr gefreut und ihren Mut bewundert. Obwohl manche Szenen etwas übertrieben dargestellt sind und ich vor allem Nina absolut nicht altersgerecht dargestellt finde – sie ist mir zu kindisch, naiv und scheint in manchen Belangen überhaupt keine Lebenserfahrung zu haben - , habe ich die Unterhaltung durch das Buch genossen.
Die Figuren finde ich gut ausgezeichnet und vorstellbar. Nina und Jan wirken in ihrer, wie ich finde, gestelzten Leichtigkeit nicht altersgemäß. Trotzdem habe ich sie recht bald in mein Herz geschlossen. Und ich kann Nina sehr gut verstehen, dass sie manche Marotten von Jan nerven. Was man in der ersten Verliebtheit zu gerne unter den Teppich kehrt, lässt sich halt irgendwann nicht mehr verstecken.
Wer eine tiefgreifende Lektüre aus diesem Buch erwartet, der ist hier absolut falsch beraten. Wer aber eine leichte Sommerlektüre mit einer Prise Herzschmerz und Humor sucht, der sollte hier zugreifen. Kurzweilige Unterhaltung für die kommenden Sommermonate auf einer der schönsten deutschen Nordseenseln.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht wirklich überzeugt

Das Meer löscht alle Spuren von Lone Theils

Dieser Kriminalroman ist der zweite Fall für die dänische Journalistin Nora Sand. Die Autorin nimmt sich eines aktuellen Themas, nämlich der Flucht von gefährdeten Personen an.

Der berühmte iranische Dichter Manash Ishmail sieht sich plötzlich in seiner Heimat bedroht und flieht mit seiner Frau.

Anstatt gemeinsam in London einzutreffen, werden sie unterwegs getrennt. Manash landet in einem Flüchtlingsheim in Dänemark. Seine Frau Amina scheint wohlbehalten in London angekommen zu sein. Dann, nach einem letzten Lebenszeichen, verliert sich ihre Spur.
Manash ist ein bescheidener Literat, der die Aufmerksamkeit der Presse scheut, dennoch bitter er die Journalistin Nora Sand, die als Auslandskorrespondentin einer dänische Zeitung in London lebt, um Hilfe.

Nora beginnt zu recherchieren. Doch bis sie endlich die Wege der verschwundenen Amina nachvollziehen kann, werden ihr mehr als nur Steine in den Weg gelegt. So wird ihr Computer gehackt, Informanten bedroht und ermordet. Auch sie selbst gerät mehrmals in akute Lebensgefahr. Immer wieder kommt sie um ein bisschen zu spät. Doch nicht nur ihr berufliches Leben läuft aus dem Ruder, sondern auch ihr Privatleben scheint chaotisch.

Welche Rolle spielt Andreas, der Lebenspartner, der sich nicht zwischen seiner Ex-Frau Brigitte, die gerade ein Kind von ihm erwartet (?) und ihr entscheiden kann?

Steckt Brigitte hinter dem gehackten Computeraccount und dem mysteriösen Verschwinden von Daten? Immerhin ist sie Mitarbeiterin im Geheimdienst. Die Schwangerschaft und der Kampf um Andreas wären auch ein gutes Motiv. Doch begeht Brigitte damit nicht Amtsmissbrauch, der in Dänemark sicherlich auch unter Strafe stehen wird?

Und, wie hängt das mit dem Ehepaar Ishmail zusammen?


Meine Meinung:

Da ist gleich an erster Stelle der Titel, den ich völlig unpassend finde. Auf Dänisch heißt das Buch nämlich „Den blå digters kone“ was mit „Des blauen Dichters Frau“ übersetzt werden könnte. So ein Titel hätte Charme, den ich bei „Das Meer löscht alle Spuren“ vermisse.

Dass sich Manash, der Medien gegenüber sehr zurückhaltend ist, Nora Sand um Hilfe bittet, ist vermutlich dem ersten Fall („Die Mädchen von der Englandfähre“), in dem sie einen cold case aufklärt und ihrem Arbeitsplatz in London geschuldet.

Nora als Enthüllungsjournalistin und Aufdeckerin? Sie wirkt zwar sympathisch, doch ob sie das Zeug zur Privatermittlerin hat, bin ich nicht sicher. Spätestens bei der zweiten verschwundenen Email hätten die Alarmglocken läuten müssen. Sie tauscht das Mobiltelefon nicht? Das klingt jetzt nicht ganz so tough. Wenn ich die Vermutung hätte, dass jemand meinen Account gehackt hat, so wäre ich entweder völlig Netzabstinent oder hätte ein Prepaid-Handy. So bringt sie sich und andere völlig unnötig in Gefahr.

Auch ihr verwirrendes Privatleben stört mich ein wenig. Vielleicht fehlen mir auch nur die Informationen aus dem Vorgänger, den ich nun im Anschluss lesen werde. Die Rolle von Andreas bzw. Brigitte in diesem Dramadreieck ist mir jetzt nicht ganz klar. Welches Spiel spielt Brigitte?

Noras häufiger Blick in den leeren Kühlschrank ist meiner Ansicht nach überflüssig. Einmal ist es ganz witzig, doch die Häufigkeit mit der sie davor steht, zeugt nicht von Organisiertheit. Wenn sie selbst keine Zeit zum Einkaufen hat, so gibt es doch sicherlich Lieferservices, bei denen man Lebensmittel ordern kann.

Dass private Sicherheitsdienste für ehemals staatliche Aufgaben wie Gefängnisaufsicht u.ä. nicht das Gelbe vom Ei sind, ist schon von vornherein klar. Dass es um Billigst- statt um Bestbieter geht, auch. Die Billiganbieter holen sich ihr Geld eben auf andere Weise zurück. Dass sich Großkonzerne wenig um den einzelnen Menschen kümmern, ist jetzt auch nichts Neues.

Der Krimi liest sich stellenweise spannend. Unterbrochen wird der Spanungsbogen durch dieses merkwürdige Privatleben. Außerdem frage ich mich, warum die Polizei eine so seltsame Rolle spielt? Überforderung? Die Polizisten nehmen z.B. den Einbruch bei Corinne auf und zucken anschließend mit den Schultern. Es kann schon sein, dass es einzelne korrupte Beamte gibt, aber gleich die ganze Polizei?

Ganz warm bin ich mit der Autorin, die selbst als Auslandskorrespondentin in London lebte, noch nicht geworden.

Fazit:

Ein Krimi, der noch Potenzial nach oben hat. 3 Punkte.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Packend und literarisch gut gelungen

Unter der Drachenwand von Arno Geiger

Mondsee 1944: wir treffen auf unterschiedlich Menschen, mit unterschiedlichen Schiskalen und Einstellungen zum aktuellen Zeitgeschehen. Da ist zum einem der verwundete Soldat Veit, der seine an der Ostfront erlittene Verwundung in der beschaulichen Idylle des Salzkammergutes auskuriert, zum anderen die Dorfbewohner oder die Kinder, die aus allen Teilen der Ostmark in die vermeintlich sichere Region „verschickt sind oder Margot, die Darmstädterin, die mit ihrem Kind hier gestrandet ist.

Alle Lebenslinien verknüpfen sich hier zu einem mehr oder weniger festen Knoten. Keiner ist allein und doch einsam. Und so entspinnt sich zwischen Veit und der jungen Frau, trotz der widrigen Umstände in Form einer vom Regime noch immer überzeugten Quartiersfrau, eine zarte Romanze.
Während einige Dorfbewohner nach wie vor an den Endsieg glauben, so hat Veit jegliches Vertrauen in seinen „Dienstherrn“, wie er die Wehrmacht nennt, verloren. Er versucht, seine Rekonvaleszenz deshalb mit allen Mitteln zu verlängern und schreckt auch vor dem Fälschen von Befunden nicht zurück. Nur Margot und Pervitin helfen Veit durch Tag und Nacht.

Nachdem er fast ein Jahr in Mondsee verbringen konnte, ereilt ihn doch der Einberufungsbefehl …

Meine Meinung:

In seiner unnachahmlichen Art beschreibt Arno Geiger aus der Sicht von Ich-Erzähler Veit Kolbe die Umstände, die ihn und Margot in Mondsee zusammengeführt haben. Er erzählt von Opportunisten, Ewiggestrigen, Verzweifelten und Gegnern des Regimes.

Wir Leser dürfen an sehr intimen Gedanken und auch an alltäglichen Handlungen teilhaben. Wir erhalten Einblick in Briefe zum Bespiel aus Darmstadt von Margots Mutter, die von den Bombenangriffen und Todesopfern schreibt. Gleichzeitig wird auf die mangelnde Versorgung der Bevölkerung hingewiesen. So wird Margot aufgefordert, die Paktschnur und das Packpapier wieder an ihre Mutter zu retournieren, weil dies in Darmstadt nicht mehr erhältlich sei. Interessant ist, dass die Post nach wie vor funktioniert. Erst kurz vor Kriegsende gibt es ein Paket-Sendeverbot. Das habe ich gar nicht gewusst.

Die Geschichte der jüdischen Familie, die wie so viele zu spät und in die falsche Richtung geflüchtet sind, ist stellvertretend für Tausende ähnliche Schicksale.

Kurz musste ich an der Stelle schlucken, als Wally und Georgi verschwinden und die Nachbarin die Kleider der beiden mit den Worten „Die werden sie nicht mehr brauchen“ haben wollte.

Gut gefällt mir, wie eindringlich und zugleich beklemmend die Geschichte(n) erzählt werden. Dies wird von Arno Geiger nicht nur durch wechselnde Ich-Perspektiven und eine Handlung voll erschreckender sowie bewegender Momente dargestellt, sondern auch durch den roten Faden des Zweiten Weltkriegs.

Der ergänzende Epilog enthüllt das weitere Schicksal der Protagonisten.

Fazit:

Packend und literarisch ein gelungenes Buch. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Dieser Psychothriller fing zwar sehr gut an, im Verlauf entwickelte es sich jedoch immer mehr zu einem frustrierenden Leseerlebnis.

Das Böse in deinen Augen von Blackhurst Jenny

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge.

Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust - und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen -...(Klappentext)

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">>Imogen? Sind Sie das?<<, fragte mich jemand ganz außer Atem.
Die panische Stimme am anderen Ende der Leitung erkenne ich sofort." (S. 7 - Anfang)

Hier wird aus zwei Perspektiven erzählt:

Imogen - eine Kinderpsychologin, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Mann in ihre verhasste Heimatstadt zurückkehrt. Hier hat sie eine Stelle als Betreuerin für die Schule des Ortes angenommen. Aufgrund eines Vorfalls auf ihrer früheren Arbeitsstelle darf sie nicht mehr als Kinderpsychologin praktizieren.
Sie ist durchaus als psychisch labil zu bezeichnen und der Grund liegt in ihrer Kindheit. Im Verlauf der Story erfährt man was es mit ihrer Vergangenheit und dem zurückliegenden Vorfall auf sich hat.
Leider wurde sie mir zunehmend unsympathisch und sie war einer der Gründe, weshalb ich nicht nur einmal verständnislos den Kopf schüttelte. Möglich, dass dies auch an mir liegt, da ich psychisch labile Hauptprotagonisten in Thrillern schon als ziemlich ausgelutscht betrachte.

Ellie - ein 11-jähriges Mädchen, deren gesamte Familie bei einem Hausbrand ums Leben kam und sie nun bei einer Pflegefamilie in dem kleinen englischen Dorf Gaunt untergekommen ist. Sie ist ein verschlossenes, eher ruhiges Mädchen und auch auf eine ganz spezielle Art unheimlich. Aufgrund dessen hat sie es in der neuen Schule alles andere als leicht und wird von ihren Mitschülern gemobbt.
Sie verhält sich, meiner Meinung nach, zu oft viel zu erwachsen.

Zu Beginn erinnert dieser Thriller eher an einen Mystery-Thriller, aufgrund der doch etwas unheimlichen Geschehnisse, die rund um das 11-jährige Mädchen Ellie geschehen.

"Einige von ihnen erkennen es - das merkt sie den Dorfbewohnern an, wenn sie ihnen auf der Straße begegnet und diese die Seite wechseln, ihre Kinder ein bisschen fester an die Hand nehmen, ohne genau zu wissen, warum.
Ellie hingegen tut es. Sie weiß, was andere in ihr sehen können. (Ellie - S. 10)

Parallelen zu dem Horror-Roman "Carrie" von Stephen King sind vor allem anfangs vorhanden, doch dies ist von der Autorin durchaus so gewollt und führt den Leser somit gekonnt aufs Glatteis.
Im Verlauf der Story lichtet sich jedoch der Schleier und man merkt schnell, dass hier Manipulation vom Feinsten am Werk ist. Doch von wem und weshalb?
Hier tun sich definitiv Abgründe auf und es ist spannend diese zu verfolgen und Stück für Stück zu erfahren, was und vor allem wer hier wirklich seine Finger im Spiel hat.

Hier werden Themen behandelt wie Mobbing, Traumata und Versagensängste - alles Themen die aktuell sind und bewegen. Diese werden hier aus der erwachsenen, als auch aus der kindlichen Sicht her beleuchtet. Daher ist dieser Thriller durchaus als Jugendthriller ab 16 Jahren geeignet, auch wenn dieser hin und wieder mehr oder weniger blutige Szenen beinhaltet.

"Sie blickt nicht nach unten, sieht das Kupferrohr nicht, das aus ihrer Brust ragt und von dessen Ende dickes rostfarbenes Blut tropft und eine Lache um ihre Füße bildet, die einen knappen halben Meter über dem Boden sind." (S. 204)

Dies erfolgt in einem flüssigen und guten Schreibstil, die Erzählweise ist packend und auch der Plot macht etwas her.

Und trotzdem konnte mich dieser Psychothriller nicht von sich überzeugen und das hat gleich mehrere Gründe:

Zum Einen, wie schon bereits erwähnt, die Charaktere. Diese sind zwar durchaus gut gezeichnet, doch in gewisser Weise agieren und reagieren so manche alles andere als authentisch, allen voran Imogen und Ellie.

Dann hapert es hier ordentlich an der Übersetzung, die sich in merkwürdigen Satzstellungsfehlern und Bezeichnungen/Übersetzungen äußern, welche dem Satz dann eine gänzlich andere Bedeutung geben und somit nicht zur Handlung passen.
Dies hat dann natürlich meinen Lesefluß beeinträchtigt.
Dies ärgert mich insofern, das dies einem großen Verlag mit guten Übersetzern und einem professionellem Lektorat nicht passieren sollten und wenn doch, dann nicht in diesem Ausmaß.

Die Auflösung und das Ende bescherten mit eher Kopfzerbrechen. Anstatt eines "Aha"-Erlebnisses, hatte ich eher mehr Fragezeichen über dem Kopf als zu Beginn.
Manches empfinde ich als sehr weit hergeholt, unglaubwürdig und zudem bleiben hier auch ein paar Fragen gänzlich offen.
Zu viele Vielleichts und Wahrscheinlichs, die mich unzufrieden zurück ließen.

Fazit:
Dieser Psychothriller ab 16 Jahren fing wirklich gut an - undurchsichtig, spannend und guter Schreib- und Erzählstil. Doch im Verlauf wurde es für mich immer frustrierender darin zu lesen. Vor allem zum Ende hin, welches die Story dann noch mehr vermasselt. Manchen Lesern gefallen Enden bei denen man selbst den Faden noch weiterspinnt, spekulieren und interpretieren kann. Ich gehöre definitiv nicht dazu, zumindest nicht, wenn es sich um einen abgeschlossenen Roman, oder in diesem Fall Psychothriller, handelt. Mit unauthentischen Charakteren kann ich auch nicht wirklich etwas anfangen und die schlechte Übersetzung erledigte den Rest.

© Pink Anemone

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hamburg abseits der Touristenpfade

111 Orte in Hamburg die man gesehen haben muss von Wolf Rike

Wer die Hanse-Stadt abseits der üblichen Touristenpfade erleben will, ist mit diesem Reiseführer bestens beraten.
Autorin Rike Wolf listet hier 111 Orte in Hamburg auf, die man unbedingt besuchen sollte.
Sie spannt den Bogen von kulinarischen Genüssen über maritime Erlebnisse zu bekannten und unbekannteren Sehenswürdigkeiten.

So können wir einen Blick auf die Villa von Hans Albers (Nr.4 4) und das ehemalige israelitische Krankenhaus (Nr. 54) - heute Standort einer städtischen Behörde - erhaschen. Es finden sich einige Denkmäler wie die „Ätherwelle“ (Nr. 6) jene Skulptur, die den Physiker Heinrich Hertz ehrt, die eher im Verborgenen stehen.

Auch Naturschönheiten wie der „Alte Schwede“ (Nr. 2) oder das „Schnaaken-Moor“ (Nr.95) werden vorgestellt.

Natürlich darf ein Abstecher ins „Miniaturwunderland“ (Nr.31) oder ins „Maritime Museum“ (Nr. 71) nicht fehlen. In der „Buddelschiffmanufaktur“ (Nr.17) sowie in der Ausstellung im Schulauer Fährhaus (Nr.97) können filigrane Buddelschiffe bewundert werden.

Selbst geborenen Hamburgern wird das „Gipfelkreuz Hasselbrack“ (Nr. 36) unbekannt sein. Der Mount Hasselbrack erhebt sich stolze 116m über NN. Wo genau? Die GPS-Koordinaten sind Gottlob angegeben.

Zu jedem, der lohnenden Ausflugsziele gibt es eine kurze Beschreibung, fallweise eine Anekdote, ein gelungenes Foto und die Info für eine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Für die Museen sind die Öffnungszeiten angegeben, die für eine Metropole wie Hamburg ein wenig skurril anmuten: Kaum eines hat länger als bis 17:00 oder max. 18:00 Uhr geöffnet.

Fazit:

Wieder ein paar interessante Neuigkeiten für unseren Hamburg-Urlaub entdeckt. Gerne gebe ich für dieses Buch, das die lange Wartezeit bis zum nächsten Hamburg-Aufenthalt verkürzen hilft, 5 Sterne.

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Spannend bis zur letzten Seite

Grado im Nebel von Andrea Nagele

Dieser dritte Krimi rund um Commissaria Maddalena Degrassi schließt nahezu nahtlos an den Vorgänger „Grado im Dunklen“ an.
Obwohl Toto Merluzzi auf Grund seines Geständnisses im Gefängniskrankenhaus auf seinen Prozess wartet, gibt es weitere Überfälle auf Frauen.
Sind die Zweifel an Totos Täterschaft, die Commissaria Degrassi seit der Verhaftung plagen, berechtigt?

Doch dann entwischt Toto aus dem Krankenhaus und die Lage spitzt sich zu.

Während sich Toto zu seinem Priester durchschlägt, muss Maddalena nicht nur gegen die Zeit, sondern auch (wieder einmal) gegen ihren bornierten Vorgesetzten, Commandante Scaramuzzi“ ankämpfen.

Meine Meinung:

Geschickt führt uns Autorin Andrea Nagele in die Irre. Dass wahrscheinlich Toto nicht der Täter kann, hat der geneigte Leser schon im Vorgänger vermutet. Doch wer ist es dann? Wir verfolgen mit den Ermittlern eine heiße Spur.

Diesmal bekommen wir Leser auch viel von der Psyche eines Opfers mit: Ginevra Missoni wurde von dem Täter vergewaltigt, hat aber, im Gegensatz zu einigen anderen Frauen, überlebt. Einfühlsam wird geschildert, wie schwierig es für Ginevra ist, wieder im Alltag Fuß zu fassen.

Andrea Nagele gelingt es, sowohl bei der Darstellung von Ginevra und ihren Ängsten als auch bei psychisch kranken Toto, ihre große Erfahrung als Psychotherapeutin auszuspielen. Bei Toto kann man die Angst, dass man ihm „den Schädel aufbohrt“ wirklich körperlich spüren. Dabei soll er doch nur mittels EEG untersucht werden, woher seine (möglicherweise) epileptischen Anfälle kommen. Dass er just in dem Moment kollabiert, als Degrassi ihn verhört, ist bestimmt dem gesunden Selbstschutz seiner labilen Psyche geschuldet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch für die behandelnden Ärzte schwierig ist, herauszufinden, wieviel Toto versteht. Wahrscheinlich mehr als sie glauben, denn auf manches reagiert er ja unwirsch und will nicht für ein kleines Kind gehalten werden.
Vermutlich hätte man Toto mittels kindlicher Frühförderung und ohne das Sedieren mit Medikamenten durch seine Schwester, schon viel früher in einen besseren Zustand bringen können.

Eine größere Rolle spielt diesmal Degrassis Mitarbeiter, Arturo „Legolas“ Fannini. Langsam tritt er aus dem Schatten seines Wahlonkels Scaramuzzi heraus – die Entwicklung gefällt mir.
Ganz schön gewagt von Ginevra und Arturo, auf eigene Faust zu ermitteln!

Spannend auch der Motorradunfall von Maddalena. Dass sie sich gleich nach dem Aufwachen aus dem Koma nach ihrer Moto Guzzi erkundigt, passt gut zu ihr. Ich verstehe es gut, dass ihr um das Motorrad leid ist. Die Guzzi ist einfach eine tolle Maschine. Dass sie zuerst vom Spitalsbett aus und dann als Rekonvaleszente die Ermittlungen leitet, finde ich gut. Das passt einfach zu ihr. Deshalb kann ich es mit nicht gut vorstellen, dass sie den Dienst quittiert um fortan mit Franjo im Karst zu leben – aber, das ist wohl eine andere Geschichte.

Dass sich ausgerechnet zwischen Maddalenas Mutter und dem Commandante so etwas wie eine Romanze anbahnt, birgt Konfliktstoff für weitere Folgen …

Fazit:

Wieder ein toller Krimi in der schönen Umgebung von Grado, der in menschliche Abgründe blickt. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne.

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