Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Herrlich komisch
Tod am Nussbaum von Lore Macho
Schauplatz dieses Krimis ist wieder das fiktive Dorf Klein Schiessling, das idyllisch an der Grenze Waldviertel zu Weinviertel liegt.
Just zum Abschluss der dörflichen Feierlichkeiten anlässlich der Hochzeit von Franz und Marie, entdeckt das frisch getraute Paar die Leiche des Gemeinderates Huberbauer in ihrem Nussbaum hängen.
Während sich die Dorfbewohner in wilden Spekulationen ergehen, beginnt die Polizei mit ihren Ermittlungen. Noch bevor nur auch irgendwie Klarheit über den ersten Fall herrscht, gibt es einen zweiten Toten: Wieder ein Gemeinderat, doch diesmal erstochen und zwar in der Kirche. Welch eine Blasphemie!
Die Ermittler, der cholerische Inspektor Julius Schreiner und der besonnene Sepp Tauber - zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben in ihrem dritten Fall alle Hände voll zu tun.
Hat es der Mörder auf die Gemeindepolitiker abgesehen? Ist der Bürgermeister das nächste Opfer?
Fazit:
Ein durchaus witziger Krimi, dem ich gerne vier Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Waldviertel unplugged
111 Orte im Waldviertel, die man gesehen haben muss von Uhrmann Johanna; Uhrmann Erwin
Wieder ein toller Reiseführer aus dem Haus Emons, der uns Ausflugsorte abseits der touristischen Trampelpfade anbietet.
Von A wie Allensteig bis Z wie Zwettl sind die 111 unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Ein paar davon waren mir bislang unbekannt. Als erklärter Waldviertel-Fan könnte ich wahrscheinlich noch einmal 50 interessante Locations hinzufügen …
Ich kann mir vorstellen, dass den Autoren die Auswahl schwergefallen sein muss.
Das Waldviertel bietet einfach für jeden Geschmack schöne Ausflugsziele. Von Naturdenkmälern bis hin zu alten Burgen und Schlössern, von Kulinarik bis Kunst.
Fazit:
Wer gerne bislang unbekannte geheimnisvolle Orte kennen lernen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein interessants Buch
White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand von Matthias Matussek
Ich muss zugeben, dass ich Matthias Matussek als Österreicherin und nur gelegentliche Spiegel-Leserin nicht wirklich kenne. Daher konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangehen.
Der Autor spricht vieles an und aus, was viele Menschen über die derzeitige Politik denken. Das kommt bei seinem Arbeitgeber nun nicht so toll an und Matussek fliegt aus der Redaktion.
Warum man ihn aus dem Spiegel hinausgeworfen hat? Aus verschiedene Gründen. Zum einen ist es Matusseks Hinwendung zum Katholizismus und seine Abwendung von der Sympathie den Linken und deren Willkommenskultur von 2015 gegenüber.
Man zeiht ihn des rechten Gedankenguts, stellt in die Ecke von Pegida und AfD und macht ihn zum Outlaw. Nur deshalb, weil er sich vom gesunden Menschenverstand leiten lässt. Dieser ist ja leider längst abhandengekommen. Für Medien zählen nur Auflagen und nochmals Auflagen. Seriöse Berichterstattung, das Prüfen von Gerüchten auf deren Wahrheitsgehalt sind schon längst nicht mehr Teil des guten Journalismus. Intrigen, Fehden und Feindschaften sind seit je her Bestandteil der Medien, das ganze Ausmaß hat mich dennoch sehr überrascht.
Mit Beispielen aus sein umfangreichen Archiv liefert er treffende Beweise dafür, dass "Lügenpresse" keine bloße Behauptung ist und dennoch besser „Lückenpresse“ genannt werden soll(te). Das Weglassen und Hinzufügen von relevanten Details führt verfälschten Nachrichten im Sinne der jeweiligen Regierung. Dies scheint wieder salonfähig geworden zu sein. Was nicht ganz passend ist, wird eben passend gemacht.
Der Autor zitiert Franz Werfel, der in seinem 1946 erscheinen Roman „Stern des Ungeborenen" folgendes schreibt: „„Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.“ (S. 220)
Franz Werfel – ein Visionär? Immerhin war Werfel Jude und mit Alma Mahler, einer bekennenden Antisemitin verheiratet.
Meine Meinung:
Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Viele ausgewählte Zitate unterstreichen, dass Matussek ein Vollblutjournalist ist. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Passage ein wenig wehleidig klingt. Matthias Matussek kennt die Medien und ihre Zwänge vom Qualitätsmagazin bis zur Klatschpostille. Da sollte er doch um die Mechanismen Bescheid wissen. Ohne ihm nahe treten zu wollen, denke ich, dass er in seiner langen Laufbahn vielleicht dem einen oder anderen ans Bein gepinkelt haben wird. Nun rächst man sich eben auf diese Weise. In Zeiten der digitalen Medienverbreitung ist ein unüberlegter Satz blitzschnell draußen, das Einfangen desselben ist kaum möglich.
Was mich aber wirklich sehr gestört hat, ist das inflationäre Auftreten von Gilbert K. Chesterton, so als wäre der bereits verstorbene, geistige Vater von Pater Brown Matusseks Alter Ego.
Vermisst habe ich auch die apostrophierte Ironie. Allerdings kann das daran liegen, weil ich die Interna der deutschen Politik nicht gut genug kenne.
Es bleibt nur zu hoffen, dass das weiße Kaninchen doch noch den gesunden Menschenverstand wiederfindet.
Fazit:
Ein interessantes Buch, das vielen Leuten aus der Seele spricht und trotzdem oder genau deshalb polarisiert.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine interessante Biografie
Theoderich der Große von Hans-Ulrich Wiemer
Historiker Hans-Ulrich Wiemer wagt sich nach Alexander dem Großen (erschienen 2015) an den nächsten antiken Herrscher: Theoderich dem Großen, Herrscher über das (West)Römische Reich von ca. 471 – 526 n. Chr..
In vierzehn schön gegliederten Kapiteln erfahren wir vom wechselvollen Schicksal der (Ost)Goten vom späten 4.
Jh. Bis zum Untergang ihres Reiches um 552 n. Chr..
Zu Beginn wird versucht die Herkunft der West- und Ostgoten anhand von Zuwandererströmen und Landkarten herzuleiten.
Kein einfaches Unterfangen, da die Anfänge nicht wirklich schriftlich dokumentiert sein. Die meisten bekannten Tatsachen (?) sind aus zweiter, manchmal auch aus dritter Hand. Nicht zu vergessen, dass die Goten kein Volk im genetischen Sinne sind. Sie gehören unterschiedliche Clans an, die sich im Bedarfsfall zu einer Kriegergemeinschaft zusammenschlossen.
Obwohl es recht spannend ist, wie sich Theoderich der Große (Es gab mehrere gotische Fürsten dieses Namens, was leicht zur Verwirrung beitragen kann.) vom Anführer einer, nun sagen wir es deutlich, reitenden Räuberbande bis zum König über das Weströmische Reich entwickelt, wirkt die Person recht farblos auf mich. Ja, er erschlägt Odovaker (Wiemer wählt den latinisierten Namen) eigenhändig und beendet die duale Herrschaft.
Was Theoderich zu Beginn seiner Herrschaft so interessant macht, ist eine Art „Gewaltenteilung“. Die Goten sind für die Sicherung der Grenzen und die Außenpolitik zuständig, die besiegten Römer für die Verwaltung inkl. Steuereinhebung und den wirtschaftlichen Wohlstand. Er akzeptiert die Römischen Lebensart und fordert dies auch von seinen Kriegern.
„Denn euch nützt es, wenn die Römer in Ruhe leben: Während sie unsere Kassen füllen, vervielfachen sie eure Donative“ (S. 226).
Mit diesem Balanceakt verschaffte er dem Weströmischen Teil des Imperiums noch einmal eine Zeit der politischen und ökonomischen Stabilität.
Theoderich gewährt die im weitesten Sinne Religionsfreiheit (ausgenommen hiervon sind nur heidnische Kulte), die auch die Juden miteinschließt denn, „Wir können das Bekenntnis (religio) nicht befehlen, weil niemand sich zwingen lässt, gegen seinen Willen zu glauben.“ (S. 509) Welch eine Einsicht! Allerdings darf dies nicht als „Toleranzpatent“ oder ähnliches gesehen werden. Theoderich wollte keinen Glaubenskrieg in seinem Reich.
Seine kluge Politik erstreckt sich auch auf eine, auf Hochzeiten basierende Bündnispolitik. Lange vor den Habsburgern und ihrer „Tu Felix Austria Nube“-Politik, weiß Theoderich um die Stärke familiärer Bindungen zu anderen Germanenreiche, vor allem im westlichen Mittelmeer. Auch mit dem Oströmischen Reich und seinem Basileus verbindet ihn, ein, wenn auch nicht ein rechtlich klares, zumindest friedliches Verhältnis. Fast dreißig Jahre herrscht besonnener Friede.
In den letzten Jahren seiner Herrschaft beginnen die Probleme, die letztlich zum Untergang seines Reiches in Italien führen: Da sind zum einen recht willkürliche Todesurteile gegen Römische Senatoren wie Boethius (524 n. Chr.) und Symmachus (526 n. Chr.), die die Oberschicht gegen ihn aufbringen. Auch der Tod des Papstes Johannes I. in seiner Gefangenschaft, stößt die katholische Kirche vor den Kopf.
Einige seiner, durch Heiraten zustande gekommenen, Bündnisse mit anderen Germanenstämmen, scheitern Das Unvermögen, rechtzeitig einen Nachfolger zu benennen und den aufzubauen tut ein Übriges dazu, dass das komplexe Machtgefüge – das Reich erstreckt sich immerhin auch auf Südfrankreich und Spanien – in zwei Jahrzehnten nach Theoderichs Tod wieder zerfällt.
Was bleibt also von Theoderich dem Großen?
1. Das Papsttum wird unter Theoderichs Herrschaft vom Ostrom unabhängig. Er gewährt Religionsfreiheit, wahrscheinlich deswegen, weil er und seine Goten im Sinne der Katholische Kirche eigentlich als Ketzer gelten.
2. Er ist einer der wenigen, deren Leben in die Sagenwelt eingeht. Als „Dietrich von Bern“ ist er vielen ein Begriff. Die deutsche Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts adoptierte ihn quasi als „Vorläufer“ eines deutschen Herrschers, ähnlich wie Arminius.
3. Seine Bautätigkeit nicht nur in Ravenna, aber besonders dort. Millionen von Touristen bestaunen jedes Jahr Theoderichs Grabmal und die von ihm errichteten Sakralbauten wie Sant’Apollinare Nuovo.
Meine Meinung:
Der Autor beschreibt das wechselvolle Schicksal der (Ost)Goten vom späten 4. Jh. bis zum Untergang ihres Reiches in Italien 552 n.Chr. detailliert und gekonnt und bleibt sehr nahe an den überlieferten Texten der Quellen, wie z. B. die Schriften von Cassiodor.
Der Schreibstil ist einem Sachbuch angemessen – nüchtern und schnörkellos. Auf Basis der für Theoderichs Zeit gut überlieferten Schriftzeugnisse, präsentiert der Autor eine Vielzahl von Fakten. Das geht natürlich zu Lasten der Lebendigkeit. Ein Ereignis nach dem anderen wird aufgezählt, die Dramatik, die dahintersteckt, ist nur ansatzweise zu ahnen.
Fachleute dieser Epoche werden ihre Freude mit diesem Werk haben, der interessierte Laie könnte unter Umständen ein wenig Mühe mit dem Detailreichtum haben. Gut gefällt mir, dass viele Fotos, Abbildungen und Karten das Buch ergänzen.
Ein ausführliches Literaturverzeichnis, Anmerkung und Stammtafeln ergänzen dieses umfangreiche Werk.
Die Biografie Theoderichs hätte sich eine weite Verbreitung verdient. Doch es ist allerdings zu befürchten, dass dies aufgrund der akribischen Detailverliebtheit des Autors nicht so einfach sein wird.
Fazit:
Ich finde das Buch sehr interessant und gebe ihm gerne fünf Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat noch Luft nach oben
Blutmoor von Ehrenberger Thomas
Dieser Krimi ist der zweite rund um die Ermittlerin Sarah Spielmann und kann ohne Vorkenntnis gelesen werden. Der Fall ist in sich abgeschlossen und spielt ein paar Jahre nach dem ersten Teil.
Zum Inhalt:
Amelia, die Tochter des österreichischen Innenministers wird, während eines gemeinsamen Ausflugs mit Freund Maximilian an den Stausee Ottenstein im Waldviertel, entführt.
Maximilian wird grausam ermordet.
Da Sarah der Ruf der akribischen und erfolgreichen Ermittlerin vorausgeht, teilt ihr der Innenminister die Aufklärung des Falls, ohne Rücksicht auf die sonst üblichen Zuständigkeiten, zu. Das macht Sarah, die mit dem IT-Spezialisten Fred einen neuen Ermittlungspartner hat, nicht beliebter. Sie hat seit dem spektakulären „Schwarm-Fall“ an ihrer Persönlichkeit gearbeitet und sich mehreren Psycho-Therapien unterzogen. Sie hat zwar immerhin den Waschzwang abgelegt, doch empathisch wirkt sie noch lange nicht.
Trotz sofort aufgenommener Ermittlungen und Zugriff auf alle zur Verfügung stehenden Ressourcen des Innenministeriums bzw. dann später auch des Bundesheeres ist der Täter den Polizisten immer mindestens einen Schritt voraus. Hinweise mehren sich, dass Amelia sich nach wie vor im Waldviertel befinden muss.
Eine Leiche nach der anderen wird ohne Herz und Leber in Wien aufgefunden. Doch damit nicht genug. Sarah findet eine ausgeweidete Moorleiche in ihrem Bett, was ein wenig an Stephen King oder Thomas Harris‘ „Hannibal Lecter“ erinnert. Sarah ist klar, dass es sich hier um Kannibalismus handeln muss.
Die persönliche Note dieses Krimis wird noch durch eine weitere Entführung auf die Spitze getrieben: Der Lebenspartner von Fred befindet sich nun ebenfalls in der Gewalt des Täters. Das deutet auf einen Insider hin. Wer kennt das Leben der beiden so detailliert, dass diese Angriffe so punktgenau treffen?
Wieder einmal läuft Sarah und Fred die Zeit davon. Werden sie es schaffen, die beiden Entführungsopfer rechtzeitig zu befreien?
Meine Meinung.
Dieser zweite Krimi ist ziemlich blutrünstig. Um es mit einem Filmtitel zu sagen „Leichen pflastern seinen Weg“. Das ist nicht jedermanns Geschmack. Denn es gibt nicht nur eine Menge aktueller Leichen sondern auch mindestens 50 aus der Vergangenheit des Täters.
Gut gelungen ist das Splitten in drei Erzählstränge. Zwar liegt das Hauptaugenmerk auf die Ermittlungen von Sarah und ihrem Team, doch auch Täter und Opfer erhalten ihre Struktur. In den Täter kann man sich als normal veranlagter Leser wohl nicht so gut hineinversetzen, in die Lage der Opfer, vor allem in die von Amelia, schon eher.
Sarah Spielmann hat die Jahre zwischen dem „Schwarm“-Fall und dem aktuellen für ihre Weiterentwicklung genützt und hat so etwas wie eine Beziehung. Ihr neuer Freund Christoph wirkt verschroben, geht er doch entomologischen Forschungen nach. Mit seinen Forschungsobjekten, Insekten und Spinnentieren, kann Sarah nicht viel anfangen. Damit steht sie nicht alleine da und erntet hier ein paar Sympathiepunkte.
Sie kann Privates von Dienstlichem trennen und so zögert sie nicht, den Schmutz an Christophs Stiefel untersuchen zu lassen als er sich seltsam verhält. Der Dreck ähnelt nämlich jenen Spuren aus dem Waldviertler Moor, weswegen er kurz in den Fokus von Sarahs dienstlicher Aufmerksamkeit gerät.
Den echten Täter hatte ich recht bald auf dem Radar. Es wäre nett gewesen, Sarahs Ermittlungsansatz näher kennenzulernen. Wie kommt sie auf diese Person? Es wird nur einmal kurz erwähnt, dass es vor Jahren in der Schweiz ähnliche Morde an Prostituierten gegeben hat. Dann widmet sich der Autor dem Kompetenzgerangel innerhalb des Landeskriminalamtes, rasanten Autofahrten mit oder ohne Blaulicht und – für meinen Geschmack zu wenig - der eigentlichen Polizeiarbeit.
Erst ganz zum Schluss, als Sarah dem Mörder und Entführer persönlich gegenübersteht, enthüllt sie ihm (und dem geneigten Leser) ihre Überlegungen. Dass sie diese Erkenntnisse weder mit Fred noch ihrem Chef geteilt hat, verwundert mich ein wenig.
Es gibt dann wieder einige Tippfehler sowie ein paar andere Ungereimtheiten, die wahrscheinlich nur Kennern von Wien und dem Waldviertel auffallen.
Wieder konnte mich Sarah Spielmann nur teilweise für sich einnehmen. Trotz ihrer akribischen Art sich in kniffelige Fälle hineinzuknien, wirkt sie nach wie vor unsympathisch. Manche ihrer Verhaltensweisen erscheinen höchst unprofessionell. Besonders den Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten empfinde ich stellenweise als unpassend. Natürlich herrscht im LKA im Allgemeinen und in einer solchen Stresssituation ein eher rauer Umgangston. Doch ihre oft rotzigen Antworten zeugen nicht von guter Kinderstube (Ach ja, sie ist ja in Internaten aufgewachsen.). Da schwächelt auch der Vorgesetzte ein wenig, denn der sollte und könnte hier steuernd eingreifen.
Das Erzähltempo ist hoch, der Spannungsbogen flacht dann ein bisschen ab. Von dem Zeitpunkt an, ab dem ich den Täter ausgeforscht habe, ist die weitere Handlung für mich recht vorhersehbar.
Mir persönlich ist dieser Krimi zu blutrünstig. Die vielen Leichen, die im Naturpark Hochmoor Schrems, einer übrigens entzückenden Gegend des Waldviertels, gefunden werden, sind unnötig. Sie bringen die eigentliche Handlung nicht wirklich weiter. Der Werdegang und die Blutspur des Serientäters hätten durchaus eleganter dargestellt werden können. Wobei ich zugeben muss, dass ich solche Verbrechen nicht gut darstellen darstellen.
Mein Fazit:
Auch der zweite Krimi rund um Sarah Spielmann hat mich nicht vollends überzeugt. 3 Sterne
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht wirklich überzeugt
Blutmoor von Ehrenberger Thomas
Dieser Krimi ist der erste rund um Sarah Spielmann, einer jungen Mitarbeiterin im LKA Wien.
Sarah und ihr Kollege Peter Horvath werden zu der verstümmelten Leiche eines Pfarrers gerufen. Der Mord scheint eine späte Vergeltungsmaßnahme zu sein, denn der Tote hat zu seinen Lebzeiten jahrelang Kinder missbraucht.
Noch bevor die Ermittler tiefer in die Recherche einsteigen können, gibt es bereits den nächsten Toten: Einen Journalisten, der sensationslüstern berichtet hat, und den toten Pfarrer kannte.
Die Morde sind dann auch noch im Internet zu sehen und werden von tausenden Menschen „gelikt“, denn Kinderschänder und Erpresser haben recht wenige Sympathiewerte.
Ist hier jemand auf Rachefeldzug? Und wenn ja, wer?
Für Sarah Spielmann und Peter Horvath beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn die beiden gehen davon aus, dass die Mordserie weitergeht.
Wie sehr sie damit Recht haben und mit welchen persönlichen Auswirkungen und Konsequenzen sie rechnen müssen, wissen sie noch nicht.
Meine Meinung:
So wirklich hat mich der Krimi nicht überzeugt. Da ist zum Ersten Sarah Spielmann, die Ermittlerin. Ihre Persönlichkeitsstruktur ist, sagen wir es einmal freundlich, etwas durchwachsen. Aufgewachsen in Amerika und nach einem Psychologiestudium beim FBI zur Profilerin ausgebildet, ist sie nach Österreich, in das Land ihrer Großeltern, zurückgekehrt. Als Kind hat sie bei einem Autounfall ihre Eltern verloren und dadurch einige Zwangshandlungen entwickelt. Dass sie mit diesem Hintergrund den psychologischen Aufnahmetest in der österr. Polizei besteht, erscheint mir ein wenig unwahrscheinlich. Sie wirkt auf mich unausgeglichen und ist zu jedermann ruppig. Ihre Spezialausbildung wird in ihrer Dienststelle nicht anerkannt. Sie wird von Vorgesetzten und Kollegen scheel angesehen. Ihr Verhalten und ihre Umgangsformen lassen ein wenig zu wünschen übrig. Auch ihre Schlüsse aus Indizien und Faktenlage lassen sich nicht immer nachvollziehen. Hier hätte ich mir mehr Information im Rahmen der Handlung gewünscht.
Der andere Grund, warum mich die Geschichte nicht so ganz gepackt hat, ist das Motiv des „Schwarms“. Destabilisierung der Innenpolitik und Machtübernahme durch eine neue Regierung wäre ein hübscher Beweggrund gewesen. Denn, Hand aufs Herz, wem gehen die aktuellen Politiker nicht manchmal auf die Nerven?
Jene Abschnitte, in denen es um die Verbrechen geht, sind recht spannend erzählt. Die Reaktionen der Bevölkerung auf Täter und Opfer klingen einigermaßen plausibel.
Die Entlarvung des/der Täter ist relativ bald erfolgt, wodurch dem Krimi die Spannung genommen wird.
Auch wenn ich Ermittler mit Ecken und Kanten lieber habe als die aalglatten Typen, die immer alles besser wissen und ihre Mordfälle im Handumdrehen lösen, so bin ich mit Sarah nicht wirklich warm geworden. Ich verstehe auch nicht ganz, wie sie, mit dieser Ausbildung und angeblichen Erfahrung, auf Joshua hineinfallen kann. Da wirkt doch Peter Horvath authentischer und sympathischer.
Einige Tippfehler haben sich auch noch versteckt und der eine oder andere Satz holpert ein wenig. Die häufige Erwähnung, dass Sarah hochdeutsch spricht, ist unnötig. Die Leser können sich so etwas merken. Außerdem ließe sich der sprachliche Unterschied eleganter in Dialogen unterbringen.
Fazit:
Eine neue Krimireihe, die mich nicht vollends überzeugt hat, aber durchaus Potential hat. Deshalb 3 Sterne.
Rezensionen von Vicky:
Es gibt Zeitpunkte im Leben...
Save Me von Mona Kasten
Das Buch hat ein tolles Cover, es ist sehr glamourös und schick gestaltet. Das glänzen in den Beige- bzw. Goldtönen und mit den Erhebungen/Vertiefungen ist total hübsch ???? alleine das Ansehen reicht bereits aus mich zum Träumen zu bringen!
'Save me' ist der Auftakt der Maxton-Hill-Trilogie von Mona Kasten, die einzelnen Bände bauen aufeinander auf und sind daher unbedingt nacheinander und zwar in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Also auf keinen Fall unabhängig voneinander!
Der Roman umfasst zweiunddreißig Kapitel, diese sind abwechselnd aus Sicht von Ruby und James geschrieben. Diese Abwechslung finde ich sehr erfrischend und auf für den Verlauf der Geschichte interessant da man so von beiden Seiten etwas erfährt und die Figuren und deren Handeln besser verstehen kann.
Fazit: Leider fehlt mir das gewisse etwas der Again-Reihe und daher muss ich auch einen Stern abziehen. Die Autorin bleibt hier finde ich leider hinter den anderen Büchern und meine Erwartungen wurde nicht erfüllt. Allerdings ist es trotzdem ein gutes und lesenswerte Buch.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Dunkle Havel von Tim Pieper
Dies ist der erste Band rund um den sympathischen Ermittler Toni Sanftleben, der ein heftiges Schicksalpäckchen zu tragen hat. 1998, während des Baumblütenfestes verschwindet nämlich Tonis Ehefrau Sofie. Die Polizei geht von Selbstmord aus, an den Toni, damals gerade einmal zwanzig Jahre alt, nicht glauben kann.
Er schlägt die Laufbahn eines Kriminalbeamten ein und sucht jede freie Minute nach Sofie. Nebenbei ist er alleinerziehender Vater von Aroon.
Sechzehn Jahre später reißen zwei Morde die alten Wunden wieder auf, denn bei beiden Mordopfern findet sich jeweils ein Foto von Sofie.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sofies unerklärlichem Verschwinden und den aktuellen Morden?
Meine Meinung:
Autor Tim Pieper bringt einen sehr fesselnden Krimi zu Papier. Eigentlich sind es ja zwei Krimis in einem.
Toni Sanftleben ist besessen von dem Gedanken, dass Sofie noch lebt und sich irgendwo „da draußen“, vielleicht unter falschem Namen ein neues Leben aufgebaut hat. Der Suche hat er sich gänzlich verschrieben und schreckt auch vor unentschuldigtem Fernbleiben vom Dienst und anderen Eigenmächtigkeiten nicht zurück. Er nützt das System weidlich aus und sammelt schwarze Punkte auf der Liste seines Vorgesetzten Schmitz. Warum ihn der so gar nicht leiden kann, kommt leider nicht heraus. Sanftleben ist mit seinen manchmal unorthodoxen Ermittlungsansätzen bei der Aufklärung diffiziler Verbrechen höchst erfolgreich, doch Schmitz provoziert den alkoholkranken Sanftleben immer wieder mit Schnapsgeschenken. Eigentlich eine Sauerei und ein eklatantes Fehlverhalten eines Vorgesetzten.
Tonis Team allerdings hält fest zu ihm und deckt hin und wieder auch seine Alleingänge. Der unerwartete Erfolg bei der Suche nach Sofie bringt das Gefüge Toni/Aroon gehörig durcheinander. Wie es mit den Dreien weitergeht, lesen wir im nächsten Band „Kalte Havel“.
Fazit:
Ein toller Serien-Auftakt mit einem sympathischen Ermittler, der so gar nicht der „strahlende Held“ ist.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Frankfurter Schattenjagd von Dieter Aurass
Frankfurt am Main ist die Hauptstadt der „Föderation der Europäischen Länder“, die nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 und der daraus folgenden Kettenreaktion von Explosionen ähnlicher Kernkraftwerke in Asien, Millionen von Flüchtlingen beherbergen muss. So ist Frankfurt von rund 750.
000 Einwohnern auf 8 Millionen angewachsen, was zu logistischen Problemen sondergleichen führt. Wohnraum ist extrem knapp und die Menschen leben in Containern, Kojen und beengten Wohnungen. Und dort, wo Mangel und viele Menschen auf einem Fleck konzentriert sind, ist das organisierte Verbrechen nicht weit. Rivalisierende Banden unterschiedlicher Herkunft machen der Polizei das Leben schwer. Das ist so das Umfeld, in das uns der Autor entführt.
Der junge, deutsch-chinesische Kommissar Xaver Xiang, genannt Dex, muss sich mit einer grausamen Mordserie an Mitgliedern der mongolischen und russischen Mafia beschäftigen. Dex und sein Team, das wie die Bevölkerung allgemein aus unterschiedlichen Ethnien zusammengesetzt ist, ermitteln fieberhaft. Doch kaum scheinen sie der Lösung des Rätsels nähergekommen zu sein, finden sie die nächste zerstückelte Leiche.
Dann erhält Dex Unterstützung von einer gänzlich unerwarteten Seite, die auch sein Leben ziemlich durcheinanderbringt. Ist diese Hilfe wirklich so selbstlos oder verfolgt diese Person eigene Ziele?
Meine Meinung:
Autor Dieter Aurass bietet in seinem neuesten Werk einen Krimi der Extra-Klasse. Angesiedelt in der Kategorie „Alternative Geschichtsschreibung“ kann er seiner Fantasie freien Lauf lassen. Dabei flicht er gekonnt aktuelle Themen wie Flucht, unterschiedliche Glaubensbekenntnisse und Ethnien sowie deren Konflikte ein. Allerdings keimt auch Hoffnung auf, dass die eine oder andere Ursache von Kontroversen durch Toleranz beigelegt werden kann.
Die Vorstellung, zwecks Identifikation, einen Barcode auf dem Handrücken eintätowiert zu haben, erinnert an die Nummern in den Konzentrationslagern der Nazis. Da ist es mir ein wenig kalt über den Rücken gelaufen, obwohl die Aussicht die aktuelle Passwortmisere und Zutrittskontrollen mittels implantierten Mikrochip zu beenden, einen gewissen Reiz hätte. Allerdings wären wir dann wirklich die „gläsernen Menschen“. „Big brother is watching you“ schrieb schon George Orwell.
Der Autor stellt uns der Reihe nach die Mitglieder des Ermittlerteams vor. Jede/Jeder hat ein Spezialgebiet, das die Mannschaft zu einem kompakten und effizienten Team macht. Nicht alle haben eine friktionsfreie Vergangenheit und dieses bestimmt nach wie vor ihre Persönlichkeiten und Handlungen.
Der Schreibstil ist, wie wir es vom Autor gewöhnt sind, fesselnd und flüssig. Die Spannung wächst von Seite zu Seite.
Das plötzliche Auftauchen von Lilith lässt die Leser überrascht in eine falsche Richtung denken. Ja, das ist schon ein meisterlicher Griff in die Trickkiste.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es nahezu in einem Stück gelesen. Faszinierend finde ich, dass die Szenarien so echt und lebendig dargestellt sind, dass ich nachdenken musste, ob es 1987 wirklich eine „Große Hungersnot“ auf Grund der Atomkatastrophen stattgefunden hat.
Fazit:
Ein neuer Krimi-Stil, ein neues Team – bitte unbedingt mehr davon. Ich kann Dieter Aurass im Allgemeinen und dieses Buch im Besonderen nur ausdrücklich empfehlen. 5 wohlverdiente Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Leider nichts für mich
Lass uns über Style reden von Michael Michalsky
Vorweg muss ich sagen, dass ich Michael Michalsky noch nicht gekannt habe und neugierig zu lesen begonnen habe.
In dem Buch "Style - Viel mehr als Mode" erzählt der Designer was seiner Meinung nach „wirklich stylisch“ ist und was, außer Kleidung, sonst alles dazu gehört. Das hat meine Aufmerksamkeit geweckt.
Nun muss ich feststellen, dass sich meine Erwartungen an Autor und Buch nicht erfüllt haben. Ich finde es, anders als im Klappentext beschrieben, nicht wirklich kurzweilig. Der Schreibstil wirkt auf mich stellenweise ein wenig abgehoben, um nicht zu sagen arrogant.
Vermutlich bin ich auch nicht die richtige Zielgruppe. Mit GNTM oder ähnlichen Formaten habe ich absolut nichts am Hut. Auch die Namen der genannten, angeblich berühmten Persönlichkeiten (wenn man von Karl Lagerfeld absieht) sind mir nicht wirklich geläufig.
Ich hatte eigentlich anwendbare Tipps und Ratschläge für gutes Styling erwartet. Bekommen habe ich eine Art Autobiografie, die auf mich stellenweise oberflächlich wirkt. Dass hier hauptsächlich die eigene Meinung des Autors zur Sprache kommt, liegt in der Natur der Sache und muss nicht unbedingt die Intention des Lesers sein.
Jetzt, da ich den Namen kenne, ist mir ein Kommentar ins Auge gesprungen: „Frau Merkel trägt zu flache Schuhe.“
Ich denke, sie wird ihre Gründe haben. Ich finde das wieder einmal typisch, dass Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen an ihrem Aussehen gemessen werden. Wer hat schon jemals die Schuhe eines männlichen Politikers erwähnt?
Fazit:
Für mich persönlich ist das Buch wohl nichts, doch es wird Leser geben, die danach lechzen. 2 Sterne.










