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Rezensionen von manu63:

Nebelschatten

Nebelschatten ist der erste Band der Warriors of Love Reihe der Autorin Cornelia Zogg. Erzählt wird die Geschichte der vier Freundinnen Cori, Josie, Beth und Tessa die, statt ein Wellness Wochenende zu verbringen, sich plötzlich in einer fremden Welt wieder finden die sie retten sollen.

Eher zögerlich nehmen sie dieses Aufgabe an und lernen allmählich ihre Grenzen kennen.

Wobei auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird.

Mir persönlich hat es gut gefallen das die vier Frauen nicht als Superheldinnen dargestellt werden, sondern als Frauen mit Stärken und Schwächen, die auch ihre Grenzen haben. Die Geschichte selber gerät nur langsam in Fahrt und braucht etwas um lebendiger zu werden. Viel Raum nehmen erst einmal die ersten Schritte der Ausbildung der vier ein und dabei stellen sie sich mehr oder minder gut an.

Die Charaktere bleiben im ersten Teil noch recht blass und lassen einiges an Tiefe vermissen. Wobei ich mir denken kann das die vier im laufe der Geschichte mehr Kontur bekommen und reifen. Sonst hätte man ja keinen Stoff für einen Dreiteiler wenn man alles in den ersten Band packen würde.

Der Schreibstil ist gut lesbar und schnörkellos und der Unterhaltungseffekt ist vorhanden. Für mich ein ganz passabler Einstieg in die Trilogie die mich neugierig auf die weiteren Teile gemacht hat.

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Rezensionen von manu63:

Wiedersehen in Lichterhaven

Vier Pfoten am Strand von Petra Schier

Vier Pfoten am Strand ist ein Liebesroman der Autorin Petra Schier, sie entführt ihre Leser ein weiteres Mal nach Lichterhaven, dem kleinen Städtchen an der See. Ben Brungsdahl sucht Ruhe für seine Arbeit und hat sich dafür das Städtchen Lichterhaven, das er von früher kennt, ausgesucht. Da er aber mit einem jungen Hund, den er aus einem Tierheim geholt hat, nicht ganz klar kommt wendet er sich an die Hundetrainer Christina und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Ich freute mich schon auf ein Wiedersehen mit den Charakteren die in Lichterhaven angesiedelt sind und wurde nicht enttäuscht. In gewohnt guter Manier erzählt die Autorin eine zauberhafte Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen und lässt dabei Boss, den jungen Hund von Ben alle anderen Protagonisten an die Wand spielen. Die Dialoge zwischen Ben, Christina und Boss sind witzig und lesenswert. Der Hund ist ein sehr eigener Charakter und ein tragender Teil der Geschichte. Zwar ist einiges vorhersehbar, aber das finde ich bei einem Liebesroman nicht tragisch, ich mag es wenn es ein gutes Ende nimmt und nicht böse endet.

Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos und die Seiten fliegen nur so dahin, die Charaktere sind gut gezeichnet und liebenswert. Ich hatte etliche entspannte und gute Lesestunden.

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Rezensionen von manu63:

Lehrstunden des Herzens

Vier Pfoten am Strand von Petra Schier

Lehrstunden des Herzens ist ein Liebesroman der Autorin Dorothea Stiller, die Leser dürfen teilhaben am Leben der Dallaway Schwestern, die sich nach dem Tod des Vaters möglichst bald vorteilhaft verheiraten müssen, um nicht in ärmliche Verhältnisse abzurutschen. Nachdem es mit einigen Kandidaten nicht so richtig geklappt hat nimmt Clara Dallaway, die ältere Schwester eine Stelle als Gouvernante im Haus der Wiltmores an und das Liebeskarussell beginnt sich zu drehen.

Die Autorin erzählt mit leichter Hand eine Geschichte die im historischen England im Jahr 1811 angesiedelt ist. Die damalige Zeit wird gut in den Fokus gerückt und die Geschichte selber hat mir gut gefallen. Es ist leichte Unterhaltung die zwar vorhersehbar ist, die aber dennoch Spannung erhält durch die Widrigkeiten welche sich die Autorin für Clara und ihre Familie einfallen lässt. Leichte Lektüre mit charmant-romantischem Touch. Für mich die ideale Entspannungslektüre für einen Urlaubstag oder einfach mal für zwischendurch.

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Rezensionen von manu63:

Eindringlich

Wir sind dann wohl die Angehörigen Die Geschichte einer Entführung. Gebunden. von Scheerer Johann

Wir sind dann wohl die Angehörigen Die Geschichte einer Entführung erzählt die Geschichte der Entführung von Jan Philipp Reemtsma aus der Sicht des Sohnes Johann Scheerer, der auch der Autor des Buches ist. Der Autor schildert die Sicht auf die Entführung seines Vaters mit den Augen des damals 13 jährigen.

Die Wortwahl ist eindringlich und als Leser bekommt man tiefe Einblicke in das Seelenleben des Jungen. Seine Angst um den Ausgang der Entführung, die Versuche ihn abzulenken die immer wieder scheitern, die Handlungen der Polizei die nicht zum gewünschten Ergebnis führen, lassen die damaligen Geschehnisse sehr lebendig wirken. Auch wenn man als Leser weiß das Jan Philipp Reemtsma die Entführung überlebt ist es dennoch ein spannendes Buch das die Dramatik der vielen Tage deutlich macht.

Der Schreibstil ist lebendig und gut lesbar, ich wollte das Buch in einem Rutsch durchlesen. Die Sätze auf den letzten Seiten fand ich sehr erschütternd. Wie oft sagt man etwas scherzhaft und für andere bedeuten die Sätze Leid und Gefahr. Das Leben der Familie wurde nie wieder wie zuvor.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein Top-Krimi aus Frankreich

Kommando Abstellgleis von Hénaff Sophie

„Kommando Abstellgleis“ ist das Krimi-Debüt der französischen Autorin Sophie Hénaff, die in Frankreich vor allem für ihre Cosmopolitan-Kolumne bekannt ist.

Die neue Leitung der Pariser Polizei beschließt, alle Außenseiter, Alkoholiker und sonstigen unnützen, aber unkündbaren Beamten in eine Abteilung zu versetzen: Das Kommando Abstellgleis.

Leiterin dieser Brigade ist Anne Capestan, die wegen ihres hitzigen Temperamentes und dem damit einhergehenden schnellen Abzugsfingers vom Dienst suspendiert ist.
Insgesamt hat diese Brigade eine Stärke von mehr als 40 Mann bzw. Frau, wobei nicht alle wirklich zum Dienst erscheinen. Doch mit dem agierenden „dreckigen Dutzend“ kann Anne Capestan schon einiges anfangen. Denn neben den ausgemusterten Menschen haben eine Vielzahl von alten Aktenbergen erhalten, die sie irgendwie bearbeiten sollen.
Genauso schäbig wie die Fälle sind die als Büro adaptierte Wohnung und die Dienstautos.

Als dann zwei ungeklärte Mordfälle zwischen den Einbrüchen und sonstige Bagatelledelikten auftauchen, entwickeln Anne und ihr Team ungeahntes Interesse.

Warum wurde Marie Sauzelle vor sieben Jahren in ihrem Wohnzimmer erdrosselt? Aber, warum hat der Mörder sie alte Dame ordentlich frisiert und beinahe liebevoll vor den stummen Fernseher gesetzt? Ein gewöhnlicher Einbrecher kann das wohl nicht gewesen sein.

Und der Mord an dem Seemann Yann Guénan? Der wurde vor knapp 20 Jahren erschossen aus der Seine gefischt. Hier sei ein Profikiller am Werk gewesen, erklären die Beamten damals.

Als sich herausstellt, dass die beiden Toten sich kannten, erwacht in der Abstellgleistruppe echter Corpsgeist.
Die Brigade Abstellgleis will den Fall unter allen Umständen aufklären. Dann passiert ein dritter Mord …

Meine Meinung:

Ein humorvoller Krimi, der auch einige ernste Hintergedanken hat. Denn, in welchem Arbeitsumfeld gibt es sie nicht? Die scheinbar Ausrangierten? Die Unglücksbringer? Die Schnapsdrosseln? So mancher Arbeitgeber hat bestimmt schon mit dem Gedanken geliebäugelt, sie alle in einer Abteilung verschwinden zu lassen.

Wer sind sie nun, die Außenseiter, die mit Anne eine Brigade bilden?

Zunächst einmal Eva Rosière, die schräge, reiche Krimiautorin. Dann der designierte Schlehmil José Torrez, der das Unglück magisch anziehen soll, aber selbst immer unbeschadet daraus hervorgeht oder Loius-Baptiste Lebreton, der Witwer. Zwei IT-Spezialisten, die einiges von ihrem Wissen wieder vergessen haben zählen ebenso zu der Truppe wie Orsini, der einst bei der verhassten Dienstaufsicht war.

Die Truppe kann, nachdem sie kaum Vorschriften beachten muss, ganz unkonventionell ermitteln. So wird dann schnell eine Kehrmaschine getunt und mit 90 Sachen auf Verfolgungsjagd gegangen (Ticket wegen Schnellfahrens inklusive).
Sie schummeln sich in die Ermittlung zum dritten Opfer, klauen dort Unterlagen und nehmen einen jungen Radfahrer fest.

Fazit:

Ich finde die Idee zu diesem Krimi originell und perfekt umgesetzt. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Der Band 2 „Das Revier der schrägen Vögel“ wartet bereits auf mich.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Spannend bis zur letzten Seite

Kalte Havel von Tim Pieper

Im vorliegenden zweiten Fall für Toni Sanftleben ist alles andere als trivial.

Eigentlich ist Toni ja beurlaubt, und versucht sein Leben mit Sofie neu zu ordnen. Sofie war 16 Jahre lang verschollen und ist auf Grund eines Autounfalls behindert. Leider gestaltet sich das Zusammenleben nicht so friktionsfrei wie Toni es gerne hätte.

Staatsanwältin Caren Winter, die Toni im letzten Fall stark unterstützt hat, drängt auf seine Rückkehr in den Dienst. Grund ist die dubiose Entführung ihres Sohnes Alexander und der Mord an Alexanders Freund Hendrik. Tonis Team freut sich, seinen ehemaligen Chef wieder in der Mitte zu haben. Lediglich Kriminalrat Schmitz spielt wieder seine intriganten Spielchen.
Je tiefer Toni in den Mord- und Entführungsfall eindringt, desto persönlicher wird das Ganze.

Sowohl Tonis Privatleben als auch der Kriminalfall endet mit einem Knalleffekt.

Meine Meinung:

Dieser knifflige Krimi wird in drei Erzählsträngen erzählt: Einmal aus der Sicht Tonis, aus der anonymen Sicht des Entführers und dann gibt es da noch die Rückblenden aus Sicht von Hendrik und Alexander. Geschickt werden diese Erzählstränge im Laufe der Zeit fester miteinander verknüpft. Damit gestattet der Autor, dem Leser gemeinsam mit Toni zu ermitteln. Der Krimi zeichnet sich durch seine spannende und dennoch ruhige Art aus. Ich habe das Buch mehr oder weniger am Stück gelesen.

Die Beziehung Toni – Sofie birgt sicher noch die eine oder andere Schwierigkeit, wie es der Cliffhanger beweist.

Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm. Allzu blutige Details werden ausgespart. Die Charaktere handeln authentisch. Gekonnt wird auch die Landschaft und die Geschichte von Potsdam und Umgebung in Szene gesetzt.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, den ich gerne empfehle. 5 Sterne

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Ein Top-Krimi aus Frankreich

Das Revier der schrägen Vögel von Hénaff Sophie

Die Brigade auf dem Abstellgleis von Commissaire Anne Capestanist um einen weiteren schrägen Vogel reicher: ein Mitarbeiter, der sich für D’Artagnan hält, zieht ein. Außerdem gibt es einen neuen Auftrag. Diesmal besonders pikant: Annes Ex-Schwiegervater, ein pensionierter Polizist, ist ermordet worden.

Das „Kommando Abstellgleis“ entdeckt Parallelen zu zwei anderen Morden und stellt flugs Zusammenhänge her. Das passt natürlich den offiziellen Ermittlern, „Anti-Gang“ genannt, nicht so ganz und so werden Anne & Co. wesentliche Informationen vorenthalten. Doch das kann Anne und ihr Team nicht wirklich abhalten, sind sie dies ja längst gewöhnt.

Der zusammengewürfelte Haufen zieht gegen alle Intrigen und Widerstände ihre Register. Da sie kaum Ressourcen haben, agieren sie unkonventionell. So wird zum Erstellen eines Phantombildes zum Beispiel schon einmal ein Computerspiel verwendet.

Meine Meinung:

Wieder sind die einzelnen Charaktere bis ins Detail fein herausgearbeitet. Herrlich ist die neue Figur, Capitaine Sainte-Lo, der frisch aus der Psychatrie das Team der schrägen Vögel verstärkt. Er unterhält, wie einst ein mittelalterliche Troubadour, seine Kollgen mit dem elendslangen „Roland-Epos“ und hat im Jardin du Luxembourg seinen spektakulären Auftritt, äh Ausritt. Köstlich!
Außerdem steht vermutlich ein neues Mitglied der Brigade vor der Türe: Basile Diament – ein Kleiderschrank von Mann.

Fazit:

Wer gerne unkonventionelle Krimis mit subtilen Humor liest, ist hier genau richtig. Wieder 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine interessante Biografie

Erzherzogin Sophie von Bauer Christa; Ehrlich Anna

Erzherzogin Sophie ist vor allem durch ihr Image als „Böse Schwiegermutter“ bekannt. Doch war sie das wirklich?

Die beiden Autorinnen Anna Ehrlich und Christa Bauer versuchen ein differenzierteres Bild von Kaiser Franz Josephs Mutter zu zeichnen.
Wer war sie nun?

Die 1805 geborene Tochter von Maximilian I.

von Bayern und seiner Gemahlin Prinzessin Karoline von Baden wuchs im, von Napoleon neu geschaffenen Königreich Bayern auf. Sie wurde 1824 aus rein dynastischen Gründen mit Erzherzog Franz Karl, dem zweiten Sohn Kaiser Franz II./I. verheiratet.

Sophie ist politisch interessiert und sehr ehrgeizig. Ihrem Gemahl ist sie geistig weit überlegen. Der eine oder andere Schachzug erregt sogar die Aufmerksamkeit von Staatskanzler Metternich. Als Kind, eines durch die Revolutionskriege zum König erhobenen Fürsten, fürchtet sich nichts mehr wie Umsturz und Machtverlust. Diese Angst wird ihr Handeln zeitlebens vorantreiben. Ihrem Ehrgeiz opfert sie alles: Ihren Mann, ihre eigene Person und ihre Kinder. Obwohl sie ihre Söhne Franz Joseph, Maximilian, Carl Ludwig und Ludwig Viktor (die einzige Tochter stirbt bereits als kleines Kind) abgöttisch liebt, unterwirft sie vor allem Franz Joseph einem Erziehungsprogramm, das schon beinahe als Kindesmisshandlung gelten muss: Ein Sechsjähriger, der eine 50-60 Stunden Woche hat?

Heute würde man sie als „Helikopter-Mutter“ bezeichnen, die sich in alles einmischt und den Kindern keinen Freiraum lässt.

Zur Höchstform läuft Sophie auf, als klar wird, dass der neue Kaiser Ferdinand kaum in der Lage ist die Regierungsgeschäfte zu führen. Zuvor noch einer Meinung mit Metternich entfremden sich die beiden als der Staatskanzler „quasi ohne Kaiser“ regieren will.
Bei der Niederschlagung der Revolutionen im März bzw. Oktober 1848 spielt Sophie eine etwas undurchsichtige Rolle. Auf der einen Seite ist sie strikt gegen eine Modernisierung der Monarchie und auf der andern flieht sie beide Male mit der Familie.
Letztlich zwingt sie gemeinsam mit einigen Getreuen Ferdinand zu Abdankung und ihren Mann zum Thronverzicht. Nun ist der Weg frei für den knapp 18-jährigen Franz Joseph.

Sophie mischt sich weiter in das politische Geschehen ein und hier muss man dem Kaiser (und seinen Beratern) den Vorwurf machen, dass er sich das gefallen lässt.
Ihr nächstes großes Vorhaben: Die standesgemäße Hochzeit des Kaisers. Ihre Nichte Elisabeth ist nicht die erste Wahl, aber Franz Joseph setzt hier (erstmals?) seinen Willen durch. Die Geschichte ist bekannt – Tante und Nichte können einander nicht leiden. Sophie ist zwar nicht das „Schwiegermonster“ wie uns immer wieder suggeriert wird, doch die noch immer ehrgeizige Frau glaubt, in der blutjungen Elisabeth eine weitere Schachfigur in ihrem Spiel zu haben. Die Zores sind vorprogrammiert, da Elisabeth keine ordentliche Ausbildung zur Kaiserin erhalten hat und sich dem Wiener Hof nicht unterordnen kann oder will.

Erst gegen Ende ihres Lebens wird sich Sophie langsam aus der Politik zurückziehen. Sie erlebt tief enttäuscht die vielen Niederlagen der Österreichischen Armee, die Krönung Maximilians zum Kaiser von Mexiko und dessen Scheitern 1867 sowie den Ausgleich mit Ungarn. 1867 ist für Sophie das „annus horribilis“.

Meine Meinung:

Gleich vorab sei gesagt, dass für diejenigen, die eine besondere Beleuchtung des Verhältnisses „Sophie/Elisabeth“ erwartet haben, wenig Neues in dieser Biografie aufgedeckt worden ist.

Dieses Kapitel ist in Relation zu den Schilderungen der Erzherzogin und ihrem Umfeld eher kurzgehalten.

In vielen Zitaten, Tagebuchauszügen versuchen die Autorinnen, Sophies Rolle als politische Strippenzieherin in den Vordergrund zu rücken. Dieser Eindruck gelingt mühelos und manchmal muss ich über ihren Ehemann Franz Karl den Kopf schütteln.

Gut hat mir die Darstellung der Epoche gefallen, die von den Napoleonischen Kriegen und der Restauration geprägt war. Details aus dem Metternich’schem Überwachungsstaat sowie die Auflehnung dagegen sind gut in die Biografie eingearbeitet.

Auffallend ist, dass die erste Lebenshälfte viel detaillierter beschrieben ist als die zweite. Was wohl diesen Bruch in der Arbeit der Autorinnen hervorgerufen hat? Ich finde es schade, dass hier ein recht jähes Ende ohne die penible Einarbeitung von Feinheiten wie zu Beginn des Buches zustande kommt.

Obwohl ich mich in der Genealogie des Hauses Habsburg recht gut auskenne, fehlt ein Stammbaum recht deutlich. Die Verwandtschaftsverhältnisse ließen sich da besser darstellen. Denn die wenig kreative Namensgebung der Herrscherhäuser (Franz, Maximilien, Sophie, Caroline etc.) bringen nicht so versierte Leser gehörig ins Schwitzen. Das häufige Blättern im Internet schmälert das Lesevergnügen.

Mit ihrer Einschätzung, die sie in ihren letzten Lebensjahren Gräfin Helene von Erdödy mitteilt, hat Sophie recht:

„Leider wird nicht von jenen, die mich kennen, Geschichte gemacht! Und es ist ein böses Gefühl, zu bedenken, dass selbst bis über das Grab hinaus die üble Nachrede dauert.“

Eine starke Frau war Erzherzogin Sophie jedenfalls.

Fazit:

Für Kenner der Materie gibt es zwar einige interessante Details aus dem Umfeld Sophies, über die Person erfahren wir wenig Neues. Daher nur 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein wunderschönes Buch über historische Karten

Atlas der erfundenen Orte von Edward Brooke-Hitching

Dieser mit historischem Kartenmaterial reich illustrierte Band listet die geografischen Irrtümer auf. Brooke-Hitching entlarvt sie ebenso unterhaltsam wie informativ als Aberglauben, Hirngespinste und Missverständnisse. Wundern darf sich der geneigte Leser über die Zähigkeit und Standhaftigkeit, mit denen einige dieser Irrtümer auch noch in Zeiten von GoogleMaps Bestand haben.

Nicht, dass GoogleMaps fehlerfrei wäre, ….

Zur leichteren Übersicht werden Inseln, Königreiche und/oder biblische Landstriche in alphabethischer Reihenfolge dargestellt von „Anian“ bis „Zeno-Karte“.

Was aber hat nun Entdecker und Kartografen aller Jahrhunderte dazu getrieben, nicht existente Inseln und Gebirge in ihre Karten aufzunehmen? Wann und wo hat der Irrglaube seinen Ausgang gefunden?

• Bei jenen Herrschern, die die Herkunft ihrer Bodenschätze verschleiern wollten? Welcher Herrscher gibt schon gerne preis, wo seine (Edel)Metallvorkommen liegen? Eben. (S. 69/ „Die Kassiteriden“)
• Bei jenen, die es nicht aushielten, wenn auf der Karte weiße Flecken blieben und sie daher mit Fabelwesen ausfüllten? (siehe „Carta Marina“ S. 54)
• Bei jenen Entdeckern und Kartografen, die von anderen abschrieben und es mit der Überprüfung der Daten nicht so genau nahmen?
• Bei jenen, die nicht zugeben wollten, gar nicht dort gewesen zu sein?
• Bei jenen, die sich tatsächlich geirrt und Luftspiegelungen für Inseln oder Berge gehalten haben?

Vermutlich wird bei den meisten von allem etwas dabei gewesen sein. Sir Gregor McGregor (1786-1745) ist da vielleicht die Ausnahme, weil er bewusst den Leuten im „Fürstentum Poyais“ ein Paradies vorgegaukelt hat, um den potentiellen Siedlern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie kommt es dazu?

1821 gelten die südamerikanischen Staaten als prestigeträchtige und sichere Geldanlage, bei der Renditen versprochen werden, die in Europa der Nach-Napoleonischen Ära nicht erzielt werden können. So ergibt sich eine Immobilienspekulation, die hunderte verarmte Europäer (vornehmlich Briten) dazu treibt, ihre wenige Habe zu verkaufen und in das „Gelobte Land“ zu reisen. Im „Fürstentum Poyais“ angekommen, entdecken die Auswanderer, welcher Lüge sie aufgesessen sind. Nur 49 von 270 werden wieder nach London zurückkehren, die anderen sterben. Der Hochstapler McGregor versucht seinen Coup nochmals, diesmal in Frankreich und fliegt auf. Er flüchtet nach Venezuela und stirbt - unbehelligt von der Justiz - im Jahr 1845(S. 190).

Manchmal suchen Forscher und Entdecker vergeblich nach einer, in Seekarten verzeichneten Insel und finden eine andere Landmasse: So passiert 1721 als die Niederländische Westindien-Kompagnie nach „Davies Land“ suchen lässt und die „Osterinsel“ findet. (S. 80)

Nicht nur (See)Karten inspirieren die Menschen, sich auf die Suche nach unbekannten Orten zu begeben.

Nein, auch die fixe Idee ein „irdisches Paradies“ (S. 92) zu finden, spornt Gelehrte aller Epochen an, nach diesem zu suchen: Antike Griechen und Römer nach dem „Goldenen Zeitalter“ und die Christen nach dem „Garten Eden“, der in Mesopotamien vermutet wird.

Mit dem Erscheinen der mathematisch berechneten Längen- und Breitengrade des ptolemäischen Systems (Grundlage der heutigen Kartografie) werden die bislang gültigen „mappaemundi“ ersetzt. Diese mathematischen Karten machen den, mit allerlei Fantasiegeschöpfen und Glaubensinhalten versehenen Karten, den Garaus. Dafür ist ab der Renaissance wenig Platz, der praktische Inhalt ist wichtiger.

Die Gier nach Gold und anderen (Boden)schätzen, lässt schon früh Wagemutige nach der „goldenen Insel“ suchen. Der Höhepunkt der Eroberungen wird dann im 15. und 26. Jh. in Mittel- und Südamerika nach „El Dorado“ suchen. Kolumbus, Pizzaro, Cortez und Sir Walter Raleigh werden auf der Jagd nach dem Gold nicht nur ihre Schiffe, Männer sondern oft auch ihr eigenes Leben verlieren. Und warum?

Weil sie dem Mythos des „Goldenen Mannes“ aufgesessen sind. Einer Tradition der Chibcha-Indianer (heute Kolumbien), die ihren neuen König bei seiner Inthronisation mit feinem Goldstaub bedeckten. (S. 100)

Doch nicht nur die Menschen der frühen Jahrhunderte sind Täuschungen erlegen. Viele sehen das, was sie sehen wollen. Sie sehen Berge oder Inseln, die ihnen von Wolkenbänken vorgegaukelt werden. Sie sehen Ruinen, wo es nur eigenwillige Gesteinsformation gibt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist „Verlorene Stadt in der Kalahari“ (S. 142), eine angebliche Entdeckung des amerikanischen Erfinders William Leonard Hunt. Auf der Suche nach Diamanten in der Kalahari durchquert er diese, und behauptet eine uralte Zivilisation entdeckt zu haben. Um seinen Worten Gewicht beizumessen, reicht er seinen Reisebericht inklusive Karte bei der Royal Geographical Society in London und der Berliner Gesellschaft für Erdkunde ein. Ganz bescheiden überlässt er die Beurteilung seiner Entdeckung anderen. Nachfolgende Expeditionen finden keine versunkene Hochkultur, sondern nur natürliche Basaltformationen vor. Allein bis 1967 zählt man 26 Versuche, die „verlorene Stadt“ zu finden. Doch das ist noch nicht das Ende der Suche. 2010 und 2016 werden Ultraleichtflugzeuge zur Auffindung eingesetzt.

Die berühmten „Kong-Berge“ in Äquatorialafrika werden 1889 von Luis Gustav Binger regelrecht zertrümmert. Binger, Offizier aus Straßburg, ist einer der ersten die, vor Ort gewesen sind. Zu seiner Überraschung findet er weit und breit keine Berge, ja nicht einmal die kleinsten Hügel.

Doch wie kommt ein Gebirge, das angeblich 6.000 km parallel zum 10. Breitengrad laufen soll, in die Landkarte(n)? Der Fehler/Irrtum wird dem englischen Geografen James Renell zugeschrieben, der 1795-97, alleine (!) nur mit einem kleinen Taschensextanen und zwei Schrotflinten im Gepäck, durch Afrika reist. Doch auch Renell übernimmt nur Gerüchte anderer Europäer, die im 16. Jahrhundert über diesen Gebirgszug berichten. (S. 146)

Selbst in der Gegenwart werden nicht existierende Oste von den Karten gestrichen: „Sandy-Island“ wurde erst 2012 entfernt, da sich dort, wo lt. Koordinaten die Insel sein sollte, sich nichts als Meer befindet, an dieser Stelle 1.300 Meter tief. (S. 206)

Meine Meinung:

Historische Landkarten sind ein faszinierendes Thema. Der Autor ist als Sammler solcher Karten bekannt.
Minutiös listet er die erfundenen Orte auf und erzählt die Entstehungsgeschichte der Irrtümer. Die eine oder andere wird auch als bewusste Fälschung entlarvt.

„Wenn im 16. und 17. Jh. Seekarten veröffentlicht wurden, enthielten sie oft bewusstfalsche Angaben, weil die Regierungen verhindern wollten, dass feindliche Staaten davon profitierten.“ (Julio Zamora, Präsident der Geografischen Gesellschaft Mexikos/S. 41)

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Wer sich mit Kartografie beschäftigt, kommt an diesem Buch nicht vorbei, obwohl es eine ganze Menge Literatur über historische Karten gibt.

Die deutsche Übersetzung aus dem Englischen ist gut gelungen.
Das Buch besticht durch seine hochwertige Ausfertigung. Zu jedem der erfundenen Orte gibt es eine oder mehrere farbige Karten. Durch das Hineinzoomen mittels Kartenausschnitt in die jeweilige Region, lässt sich auch eine kleine Insel gut verorten.
In rotes Leinen gebunden und mit einem bunten Schutzumschlag, der an Pergament gemahnt, ist das Buch ein wertvolles Geschenk nicht nur für Liebhaber historischer Karten.

Fazit:

Selten hat mich ein Buch über alte Karten so gefesselt, wie dieses Buch. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Ein gelungener Serienauftakt

Galgenhügel von Tom Finnek

Eine Touristenfamilie macht während ihres Campingurlaubs in einem kleinen Dorf nahe der holländischen Grenze eine grausige Entdeckung: Am Schaugalgen des Ortes hängt eine wirkliche Frauenleiche.

Schnell wird klar, dass es sich um die bekannte Schauspielerin Ellen Hartmann handelt, die nach einem Flugzeugabsturz im Wellnesshotel ihrer jüngsten Schwester Anne zur Rehabilitation weilt.

Aufgrund ihrer Vorgeschichte scheint ein Freitod plausibel.

Als jedoch KHK Heinrich Tenbrink und sein Kollege Maik Bertram erfahren, dass genau auf diesem Galgenberg in der Silvesternacht vor 16 Jahren Ellens Zwillingsschwester Eva ums Leben gekommen ist, zweifelt zumindest Tenbrink an der Selbstmordtheorie.
Die Staatsanwältin will den Fall, aufgrund des Medieninteresses so schnell wie möglich abschließen und lässt Tenbrink nur ein paar Tage für die Ermittlungen Zeit.

Werden Tenbrink und Bertram das Geheimnis um Ellens Tod lüften können?


Meine Meinung:

Dieser Krimi ist Auftakt einer neuen Reihe, die im Münsterland, unweit der holländischen Grenze angesiedelt ist.
Wir begegnen einem interessanten Ermittler-Duo: Da ist zum einer der verwitwete Heinrich Tenbrink, dessen Gedächtnis ihn immer öfter im Stich lässt und der diese Aussetzer mit seiner langjährigen Erfahrung und einer strukturierten Zettelwirtschaft zu kaschieren sucht. Ihm zur Seite steht Maik Bertram, der ursprünglich aus dem Drogendezernat von Magdeburg kommt und dort einer Venusfalle erlegen ist, die ihn beinahe den Job gekostet hat. Nur mit Mühe und der Hilfe seines damaligen Chefs, musste er den Polizeidienst nicht quittieren, wurde aber nach Nordrhein-Westfalen strafversetzt.

Tenbrink und Bertram sind ein gut eingespieltes Team. Doch die Veränderung bei Tenbrink und das Techtelmechtel mit der Staatsanwältin bringen Bertram an seine Grenzen.

Wie wir es von Tom Finnek gewöhnt sind, ist der Schreibstil spannend und flüssig zu lesen. Da werden falsche Spuren gelegt und wieder verworfen, mehrere Verdächtige präsentiert und ein psychologisch gut aufgebauter Plot hinterlegt.

Die Figuren, allen voran Tenbrink und Bertram, sind authentisch. Jede hat so ihre Ecken, Kanten und Untiefen.
Magda Hartmann, zum Beispiel, traut der Leser ohne weiteres zu, am Mordkomplott gegen ihre ehemalige Schwiegertochter, mitzuarbeiten, zumal ihr Sohn Michael bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Doch auch Michaels Bruder, der Dorfpolizist Max, reiht sich in die Reihe der Verdächtige ein. Und überhaupt scheint der Zusammenhang in dem Dorf, wenn es darum geht, Dritten keinen Einblick zu gewähren, ein fester zu sein. Trotzdem gibt es Risse in der Dorfidylle, die allerdings aus der langen gemeinsamen Vergangenheit herrühren: Hier die vermögenden Schulzes (aus denen Ellen. Eva und Anne stammen), dort die armen Bewohner der Kotten wie die Hartmanns. Diese Ressentiments schwingen deutlich mit.

Die vielen Spuren, denen das Ermittler-Duount erhöhtem Zeitdruck nachgehen muss, verdichten sich zu einem fulminanten Showdown.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt in eine neue Krimi-Reihe aus dem Münsterland. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung. Der nächste Fall für die beiden Ermittler ist für den Sommer 2018 in Aussicht gestellt.

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