Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Ein neues Leben
Ein anderer Morgen von Hagebölling Carolin
Eigentlich könnte Eva glücklich sein. Ihr Mann Peter, mit dem sie seit 13 Jahre verheiratet ist und ihre beiden Kinder Laura und der sensible Jonas, bestimmten bisher ihr Leben. Aber mit der Zeit merkt Eva, dass ihr harmonisches Familienleben und ihre Arbeit in einer Markendingabteilung, wo ihr Chef Carsten mit ihrem Mann befreundet ist, sie nicht mehr zufrieden stellt.
Verwirrende und teilweise beängstigende Gefühle kommen in ihr hoch. Statt Liebe zu ihrem Mann verspürt sie plötzlich nur mehr Hass und Ekelgefühle, wenn er sie berührt. Auch ihre Beziehung zu ihren Kindern wird für Eva immer mühsamer. Sie fühlt sich gefangen, wie in einem Hamsterrad, aus dem es kein Entkommen gibt. Sie kennt sich selbst nicht mehr und dass sie Gefallen daran findet anderen sowohl körperlich als auch seelisch weh zu tun, kann sie selbst nicht wirklich verstehen. Bis zu dem Tag als sie Anna, die Freundin von Carsten kennen lernt und sich von einer Sekunde auf die andere in sie verliebt. Auch Anna ergeht es so wie ihr. Auf einmal beginnt für Eva ein neues Leben. Ihre Lebensfreude kommt zurück, sie erkennt Veränderungen an ihren Kindern, die ihr vorher nicht aufgefallen sind. Doch eine schwere Entscheidung muss Eva noch treffen – entweder zurückkehren zu ihrer Familie oder ein neues Leben beginnen mit ihrer Geliebten Anna.
Der Roman ,,Ein anderer Morgen´´ von Carolin Hagebölling greift ein sensibles Thema auf. Der erste Teil trägt den Titel ,,DU´´, wo die ungewöhnliche Schreibweise die Gedanken und Erlebnisse von Eva in der Du- Form wieder gibt. In diesem Abschnitt wird Eva als frustriert, verzweifelt, aber auch als boshaft dargestellt, wo ich immer wieder meine Probleme hatte, mit ihr mit zu fühlen.
Seite 26: Du weißt, was er meint. Aber du hast nicht vor, Verständnis zu zeigen. Er nervt dich. Er nervt dich ganz fürchterlich. Dich packt die Lust, ihm einen Kugelschreiber ins rechte Auge zu stoßen´´. Solche Szenen haben bei mir schon ein wenig entsetzen ausgelöst und mich erschüttert.
Im zweiten Teil mit dem Titel ,,ICH´´ wird eine ganz andere Eva dargestellt, die in der ICH- Form von ihrer Beziehung zu Anna erzählt. Hier spürt man plötzlich, wie die Liebe zu Anna aus Eva einen anderen Menschen macht. Sie weiß zwar, dass sie ihrer Familie damit weh tun wird aber die Gefühle zu Anna sind stärker. Hier beschreibt die Autorin sehr behutsam, wie von einem Tag auf den anderen das Leben auf dem Kopf stehen kann. Die Liebe zwischen den beiden Frauen schildert sie sehr intensiv und zeigt dabei auf, wie schwer es auch heute noch sein kann, sich zu einer gleichgeschlechtlichen Liebe zu bekennen. Mit welchen Vorurteilen zu rechnen ist, wie schwer es sein kann, sein Lebensglück auf Kosten der Familie zu stellen und wie das Leben manchmal eigene Wege geht, wo man nie weiß, wo diese hinführen.
Das einfach gehaltene Cover, das zwei Frauen im Einklang mit sich selbst und ihrer Liebe zeigt, passt zu diesem emotionalen und tiefgründigen Roman.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Es war einmal in Königsberg
Ein anderer Morgen von Hagebölling Carolin
Ulrich Trebbin entführt uns in seinem Debütroman nach Königsberg.
In mehreren Zeitebenen verfolgen wir die Geschichte der Ella Aschmoneit. Sie wächst als Tochter eines gut situierten Weinhändlers und ihrer abergläubischen Mutter Alice auf. Bis zum plötzlichen Tod des Vaters fehlt es Ella und ihren Geschwistern an nichts.
Doch dann ist es plötzlich mit Beschaulichkeit und dem Wohlstand vorbei. Spekulanten nehmen der unbedarften Witwe die gut gehende Weinhandlung ab. Die Familie zieht in ein kleines Haus um, die Mädchen müssen die Schule und die Universität verlassen. Alice verfällt in depressive Trauer und misst dem aufkeimenden Nationalsozialismus keine Bedeutung bei.
Während die beiden älteren Schwestern bereits verheiratet sind und der einzige Sohn Hans beim Militär eine Fliegerausbildung macht, bleibt Ella sich ein wenig selbst überlassen. Geschickt umgeht sie Vorhaltungen der nach wie vor trauernden Mutter und übersiedelt zu ihrer Schwester nach Potsdam.
Zwischen Victor Jacoby und Ella entspinnt sich so etwas wie eine Romanze. Doch bevor mehr daraus werden kann, ist es mitten im Krieg. Heiraten wird Ella allerdings den etwas älteren Hinrich, einen angehenden Historiker.
Um ihre eigene Familie, Ella und Hinrich haben inzwischen zwei Kinder, und die ihrer Schwester mit Nahrungsmitteln zu versorgen, entschließt sich Ella, eine letzte Fahrt nach Königsberg zu machen. Denn, in ihrem alten Haus sind wahre Schätze versteckt: Eingerexte Köstlichkeiten, Mahlzeiten von denen die Menschen nur noch träumen können.
Meine Meinung:
Die Grundidee zu diesem Roman enthält einen wahren Kern und ist Teil der Familiengeschichte des Autors. Geschickt vermengt Ulrich Trebbin Wahrheit und Fiktion. Durch den häufigen Perspektivenwechsel, der auch mit mehreren Zeitebenen einhergeht, kann man sich diese bewegende und teilweise entbehrungsreiche Zeit sehr gut vorstellen.
Wir erhalten Einblick in den Alltag der Frauen, die ihre Kinder ohne Väter aufziehen müssen, die teilweise in Ruinen hausen und um jedes Lebensmittel anstehen müssen. Es sind immer die Frauen und Kinder, die unter Kriegshandlungen am meisten zu leiden haben.
Einfühlsam wird die Jugend gezeigt, die außer den Führer-Kult, Durchhalteparolen und die Vereinnahmung durch BDM und HJ nichts kennt. Viele Kinder sind indoktriniert und haben lieber einen toten Vater, der für den Führer gefallen ist, als einen lebenden, der mit dem Leben davongekommen ist, weil er rechtzeitig den Kopf eingezogen hat.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Kriegsszenen und Gräueltaten werden mit Augenmaß und nicht sensationslüstern beschrieben.
Die Charaktere wirken authentisch und haben Ecken und Kanten. Da vor allem Ella, die zwar mit beiden Beinen im Leben steht, aber auch manchmal ein wenig naiv zur Sache geht. Allerdings muss man ihr zugute halten, dass sie natürlich auch auf die Propaganda der Regierung hereingefallen ist. Ella hat ihre lebensuntüchtige Mutter vor Augen und will eben anders sein. Dafür geht sie, z. B. mit der Fahrt nach Königsberg ein enormes Risiko ein. Dass es Alice letztendlich auch gelingt aus Königsberg vor der Ankunft der Roten Armee zu verlassen, grenzt schon an ein Wunder.
Gut gefällt mir, dass die Leser völlig unaufgeregt und unterschwellig historische Tatsachen und Details erfahren, ohne dass hier ein „oberlehrerhafter“ Ton herrscht.
Die Beschreibung der Städte, der alltäglichen Probleme und die sehr facettenreiche und immer wieder überraschende Ella machen den Charme dieses Buches aus.
Fazit:
Ein Autor, den man sich merken wird müssen, denn ich hoffe, in Zukunft wieder von Ulrich Trebbin lesen zu dürfen. Gerne gebe ich diesem Debüt 5 Sterne.
Rezensionen von begine:
Was für ein Drama
Sommernachtstod von Anders de la Motte
Anders de la Motte hat mehrere Jahre in Stockholm als Polizist gearbeitet. So ist er als Schriftsteller in dem Genre Krimi privilegiert.
Der Krimi Sommernachtstod behandelt das spurlose Verschwinden des 5jährige Billy Lindh 1983 in einem kleinen Dorf in Südschweden. Seine Familie zerbricht daran. Der Ermittler Manson ist gut dargestellt.
Dann geht es 20 Jahre später weiter, wir lernen seine Schwester, die Therapeutin Veronika, oft Vera genannt, kennen.
Sie fährt nach langer Zeit zu ihrem Vater ins Dorf. Sie sucht nach Zeichen ihres Bruders Billy. Dabei begibt sie sich in gefährliche Aktionen.
Der Autor hat einen ruhigen Schreibstil mit Spannung. Er hat die Emotionen der Familie besonders gut beschrieben. Ich war von dieser Geschichte vom Anfang bis zum Ende gefesselt.
Dieser Roman ist der beste schwedische Krimi den ich bis jetzt gelesen habe.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein wunderbare, unvergessliche Hörreise nach Sommerby!
Ein Sommer in Sommerby von Boie Kirsten
Das Hörbuch „Ein Sommer in Sommerby“ ist ein ganz besonderes Hörbuch. Das bemerkt man schon bei den ersten Kapiteln. Es hat uns von Anfang an so in seinen Bann gezogen, dass man alles um sich herum vergessen hat und nur noch hören, hören, hören wollte. Wunderbar!
Doch um was geht es? Die drei Großstadtkinder Martha, Mikkel und Mats müssen zu der ihnen bis dahin unbekannten Oma, um bei ihr die Sommerferien zu verbringen, weil ihre Mama einen schweren Autounfall hatte.
Der Vater der Kinder umsorgt in der Zwischenzeit die Mama. So gelangen die Kinder zur Oma nach Sommerby und verbringen den schönsten Sommer, den sie sich je erträumten. Aber dies ist nicht von Anfang an so ungetrübt, denn die Oma ist den Kindern anfangs fremd und auch ein bisschen seltsam, außerdem hat sie keinen Fernseher, kein Telefon, kein Handy und überhaupt ist sie so ein bisschen altmodisch. Letztendlich finden aber alle gut zusammen und gemeinsam müssen sie auch ein richtig spannendes Abenteuer bestehen.
Die Kinder und auch die Oma haben sich sofort in mein Herz geschlichen – vor allem der kleine Mats. Immer wieder musste ich über ihn schmunzeln und sein „Du Dumme!“ hat mir richtig gut gefallen, aber auch Martha, die sich so liebevoll um alle kümmert und Mikkel, der sehr harmoniebedürftig ist.
Ich bin so sehr davon beeindruckt, welch tolle Atmosphäre Julia Nachtmann mit ihrer Stimme schafft. Jeder einzelnen Person gibt sie eine ganz spezielle, ausdrucksstarke Tonnote. Gerne möchte ich noch weitere Hörbücher von ihr vorgelesen bekommen.
Die Autorin Kirsten Boie ist uns schon von anderen Büchern bekannt und wir finden ihren Schreibstil richtig toll.
Das Hörbuch „Ein Sommer in Sommerby“ von der Autorin Kirsten Boie und der Sprecherin Julia Nachtmann ist im März 2018 im Verlag Jumbo Neue Medien erschienen. Es umfasst 4 Hörbuch-CDs mit einer Laufzeit von 3 Stunden und 50 Minuten und beläuft sich auf 15,00 Euro.
Fazit: Eine tolle Geschichte über die Wichtigkeit und Wertschätzung von Kindern.
Ein absoluter Genuss für die Ohren für Leute ab 8 Jahren! Absolut empfehlenswert!
Rezensionen von Vicky:
Was wäre, wenn?
After Work von Simona Ahrnstedt
Das Buchcover sieht wunderschön aus, ich finde die farbliche Gestaltung total super - das violett im Nachtabend sowie bei der Strumpfhose ist sehr gut aufeinander abgestimmt und gefällt mir sehr gut!
Unter 'Zu diesem Buch' kann man sich bereits einen kurzen aber recht guten Vorgeschmack auf die Geschehnisse im Roman von Simona Ahrenstedt holen.
Die Geschichte umfasst fünfundvierzig Kapitel. Diese sind jeweils aus Sicht von Lexia oder Adam geschrieben. Mir gefällt diese Gestaltung der Erzählung sehr gut denn dadurch hat man die Möglichkeit alle Figuren besser zu verstehen und von beiden jeweils mehr zu erfahren als wenn nur einer von beiden berichten bzw. erzählen würde. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, dadurch und durch die für mich sehr passende Kapitellänge kommt man schnell und gut voran. Die Geschichte gefiel mir gut, vor allem da sie das doch sehr wichtige Thema ‘Body Shaming‘ (durch Werbung/Medien/Soziale Medien) aufgegriffen hat. Allerdings ging mir das gegenseitige Verhalten von Lexia und Adam manchmal auf die Nerven – das war mir irgendwie ‘toomuch‘ weswegen ich bei der Bewertung einen Stern abziehe.
Fazit: Gelungener Roman! Ich werde die Autorin Simona Ahrenstedt definitiv im Auge behalten.
Abschließen möchte ich mit einem wunderschönen und, wie ich finde, sehr tiefgründigen Zitat aus dem Roman: Wenn du froh bist, gefällt dir die Musik, doch wenn du traurig bist, verstehst du den Text.
Rezensionen von Pink Anemone:
Eher Psychothriller als Thriller, jedoch ungewöhnlich, mit vielschichtigen Charakteren und überraschenden Wendungen
Er liebt sie nicht von Bolton Sharon
Er ist ein Serienkiller. Er hat vier junge Frauen brutal ermordet. Doch auch nach seiner Verurteilung beteuert er noch immer seine Unschuld. Nun sucht er jemanden, der seinen Fall neu aufrollt. Jemanden, der seine Geschichte erzählt. Damit die Wahrheit ans Licht kommt. Maggie Rose könnte das. Doch die erfolgreiche Rechtsanwältin und True-Crime-Autorin zögert.
Sie widersetzt sich seinen Bitten, antwortet nicht auf seine Briefe aus dem Gefängnis. Dabei ist er ein charismatischer und erfolgsverwöhnter Mann, gutaussehend und intelligent. Wie lange wird Maggie ihm noch widerstehen können? Denn insgeheim hat sie längst damit begonnen, seine Geschichte aufzuschreiben …(Klappentext)
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"Meine Liebste,
wenn ich an die Augenblicke denke, die mir die größte Freude bereitet haben:
eine unbezwungene Felswand zu erklettern, früh am Weihnachtsmorgen den Mond über dem Meer zu betrachten, als mein Hund zum ersten Mal gesehen hat...das alles verblasst neben der Sekunde, als ich Dir in die Augen sah und wusste, dass Du mich liebst." (S 7 - Anfang)
Der Thriller beginnt schon ungewöhnlich und zwar mit einem Brief aus dem Gefängnis des vermeintlichen Serienkillers Hamish Wolfe an eine Unbekannte.
Dieser sitzt eine lebenslängliche Strafe für 4-fachen Mordes ab. Vier Frauen, alle korpulent, soll er umgebracht haben. Drei Leichen dieser Frauen wurden in Höhlen gefunden, die Leiche seines ersten Opfers wurde jedoch nie gefunden.
Der ehemalige Onkologe ist gutaussehend, charismatisch, bekommt Unmengen an Liebesbriefen und hat sogar seinen eigenen Fan-Club - "Das Wolfes-Rudel", angeführt von seiner Mutter. Diese sind alle von seiner Unschuld überzeugt.
Die Beweise sind jedoch stichhaltig und weisen alle auf ihn als Täter hin und trotzdem beteuert er immerzu seine Unschuld und möchte gegen dieses Urteil in Berufung gehen. Seine einzige Chance scheint die Strafverteidigerin und Krimi-Autorin Maggie Rose zu sein, die schon mehrere Erfolge diesbezüglich vorzuweisen hat und daher von Polizei und Staatsanwaltschaft gefürchtet wird.
Dieser Thriller kommt ganz ohne Blut und Gemetzel aus und am Ende sehe ich ihn eher als Psychothriller. Ungewöhnlich ist der Aufbau dieses Thrillers. Die Handlung wird zwischendurch immer wieder für Briefe, E-Mails, Psychologische Gutachten, Aufzeichnungen von Maggie und Zeitungsartikel unterbrochen. Dies schmälert jedoch keineswegs den Lesefluß oder die Spannung. Dadurch erhält der Leser nämlich Einblick in die einzelnen Fälle dieser Morde, in die Vergangenheit, in Maggies Aufzeichnungen zu ihrem neuen Buch und ihre Vorgehensweise.
Man liest abwechselnd aus der Perspektive von Maggie, Detective Peter Weston und Hamish. Mit jedem von ihnen scheint etwas nicht zu stimmen, jeder hat hier seine Leichen im Keller. Der Thriller lebt also auf jeden Fall von seinen Charakteren.
Der Schreibstil ist flüssig und es werden auch melancholische und nachdenkliche Töne angeschlagen.
"Es gibt kein erkennbares Muster. Nichts, was darauf hinweist, wo Zoe ist, und manchmal hat Pete das Gefühl, wenn er sie nicht findet, wird er vielleicht den Rest seines Lebens nach ihr suchen." (S. 67)
Auch die Spannung wird durchwegs eher niedrig gehalten und der Thriller verläuft allgemein eher ruhig. Trotzdem wird man, aufgrund der laufend überraschenden Wendungen und Informationen, immer wieder zum Weiterlesen animiert. Man hat zwar zwischendurch auch immer wieder Vermutungen, doch ganz klar ist es nie, denn hier ist nichts wie es scheint.
Gegen Ende steigert sich das Tempo, sowie auch die Spannung und hält auch noch eine Überraschung bereit.
Fazit:
Obwohl es eher ein Psychothriller ist, konnte mich das Buch von Anfang bis Ende packen. Ein Thriller der etwas anderen Art, dessen Charaktere mich begeistern konnten und der es trotz ruhiger Töne schaffte mich zu fesseln.
Wer wissen möchte was es mit dem Origami auf sich hat, muss das Buch lesen *g*
© Pink Anemone
Rezensionen von LadyIceTea:
Die unvollkommenen Momente
Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente von Peter Bognanni
Getroffen haben sich Tess und Jonah nur ein einziges Mal. Obwohl sie sieben Monate zusammen waren. In dieser Zeit haben sie alles miteinander geteilt per Chat, Facebook, Tweets, haben sich herzzerreißende E-Mails geschrieben, ihr Innerstes preisgegeben, sich gegenseitig ihre Liebe erklärt. Und trotzdem hat Tess es nicht kommen sehen: Jonahs Selbstmord.
Doch Tess sendet weiter Nachrichten an Jonah, ihre erste Liebe. Es ist ihre Art, die Trauer zu verarbeiten. Und eines Tages erhält sie tatsächlich Antwort.
Dieses Buch beschäftigt sich mit Themen, die oft eher als Tabu angesehen werden und schwer zu behandeln sind. Es geht um den Tod, um Trauer und um Depressionen. Denn Jonah hat sich umgebracht und niemand wusste so wirklich, dass er an Depressionen litt. Nicht mal seine engsten Freunde. Tess ist in ihrer Trauer gefangen und schlittert unaufhaltsam auf eine weitere psychische Krise zu, bis sie eine Nachricht von Jonas Account bekommt.
Ich war überrascht, dass diese Themen schon fast rotzig behandelt werden. Tess ist wirklich nicht auf den Mund gefallen und spricht wie sie denkt. Dabei ist sie selten höflich oder rücksichtsvoll. Mir hat gefallen, dass sie doch eine große Empathie zeigt, wenn es um den Tod geht. Ihr ganzer Trauerprozess in diesem Buch war gut nachvollziehbar dargestellt. Es war nicht zu kitschig und es wurde nicht zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Es hat zu der Figur und ihrem Charakter gepasst.
Der Schreibstil lässt sich wirklich gut lesen und ich habe Tess gerne in dieser Geschichte begleitet. Einen Stern Abzug gibt es, weil es mich nicht so sehr berührt hat, wie ich es erwartet hätte.
Rezensionen von Schmiesen:
Jugendbücher können auch anders!
DUMPLIN' von Julie Murphy
Dumplin'" hat mich auf ganzer Linie überrascht. Erwartet hatte ich einen 08/15-Jugendroman mit platter Message und überzeichneter Protagonistin. Bekommen habe ich Will, die alles andere als perfekt ist, und eine Geschichte, die mich begeistern konnte.
Zunächst einmal zu Will. Sie ist ein Mädchen, das man als Leserin nicht einfach mal so mögen kann.
Sie ist manchmal unfair, gemein, berechnend. So wie wir alle. Sie ist keine überirdische Heldin in dickem Körper, sondern einfach nur ein Mensch, ein Teenager, geplagt von Selbstzweifeln und widersprüchlichen Gedanken. Beispielsweise weiß sie genau, wie verletzend Kommentare und Wertungen anderer über den eigenen Körper sind, gleichzeitig kann sie sich aber auch Millie gegenüber nicht den Gedanken verkneifen, dass sie froh ist, nicht ganz so dick zu sein. Für solche Ausrutscher rügt sich Will allerdings meistens selbst, was sie sehr erwachsen und reflektiert erscheinen lässt. Außerdem bewahrt sie ebendiese Millie vor Hass und Häme durch fiese Mobber. Und schließlich sind es doch Taten, die Menschen ausmachen.
Wills neue und alte Freundinnen bringen ordentlich Leben in die Geschichte. Gerade Millie entpuppt sich als selbstsicheres, mutiges Mädchen - Eigenschafte, die Will oft abgehen. Das Spotlight liegt also nicht allein auf der Protagonistin, sondern gibt auch anderen Charakteren Raum zur Entfaltung. Und "Dumplin'" ist durch die bunt gemischte Gruppe, die sich entgegen aller Erwartungen für den Schönheitswettbewerb anmeldet, ein Plädoyer für alle Ausgeschlossenen und Gemobbten - nicht nur für Dicke!
Und auch die Message dieses Buches lässt sich nicht herunterbrechen auf nur eine Aussage. Im Gegenteil: Ich finde, die Autorin spricht vielfältigste Themen, Komplexe und Probleme an. Es geht um Trauer, Liebe, Slebstzweifel, Selbstbehauptung, Eigen- und Fremdwahrnehmung, Wertschätzung, etc. Ja, Will nimmt an diesem Schönheitswettbewerb teil, dessen einzige Regeln sind, dass die Teilnehmerin zwischen 15 und 18 Jahren alt sein muss und die Eltern ihre Zustimmung geben. Nirgends steht geschrieben, dass dicke Mädchen, Mädchen mit Pferdezähnen oder mit ungleich langen Beinen nicht teilnehmen dürfen - dennoch tun sie das (meistens) nicht, da die Auswahl in Sachen Schönheit schon lange vor einem solchen Wettbewerb getroffen wird. Der Wettbewerb steht allerdings in keinster Weise im Fokus, und Will gewinnt ihn auch nicht. Julie Murphy bricht dadurch mit jeder Vorhersehbarkeit, die man dem Buch anhand des Klappentextes andichten könnte. Denn auch die Liebesgeschichte zwischen Will und Bo (in die sich auch noch Mitch einschleicht) ist nicht erdrückend oder kitschig dargestellt, sondern einfach eine ganz normale Teenie-Romanze. Wobei auch hier eine wichtige Message transportiert wird: Du musst nicht erst schlank werden oder schön sein, um geliebt zu werden. Du bist es in jeder Form und Verfassung wert.
"Dumplin'" zeigt ganz klar: Jugendromane können auch anders.
Rezensionen von rebdo81@gmail.com:
Südstaaten-Flair, die erste Liebe, ein Schönheitswettbewerb und viele typische Jugendthemen
DUMPLIN' von Julie Murphy
(1)
Das Thema des Buches und die Aufmachung haben mich neugierig gemacht. Übergewicht, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, sowie die erste Liebe sind ein immer aktuelles Thema. Für mich war aber gerade das Jugendbuch-Thema Gewicht neu.
Der Schreibstil gefiel mir richtig gut, sehr angenehm flüssig und leicht zu lesen.
Ich konnte das Buch fast nicht mehr zur Seite legen. Jede freie Minute wurde genutzt, da ich es sehr ansprechend und witzig verfasst fand.
Auch die Protagonistin Will, mit einigen Ecken und Kanten, ist mir ans Herz gewachsen. Will ist einfach extrem unsicher und dies spiegelt sich in vielen ihrer Handlungen wider.
Viele Aspekte werden dazu beigetragen haben, wie das Verhalten ihrer Mutter, der Verlust ihrer Tante, ihre Unerfahrenheit mit Jungs und natürlich auch das Übergewicht, das hier eine große Rolle einnimmt. Ich denke aber dass dies schon auch so gewollt ist. Das erkennt man ja schon an Aufmachung, Titel und Inhaltsangabe des Buches.
Das Drumherum finde ich aber auch äußerst witzig aber auch zum größten Teil authentisch, zumindest was Wills Gefühlswelt angeht.
Das Setting ist jedoch schon sehr amerikanisch, mit dem Thema Schönheitswettbewerb und einem gewissen Südstaaten-Flair.
Als erwachsener Leser kann man so manche Reaktion von Will irgendwie nicht unbedingt verstehen, jedoch sollte man sich dann doch bewusst machen, dass es Jugendliche Protagonisten sind und Verständnis für die Situation, das Alter und deren Probleme aufbringen.
Vieles sind typische Jugend-Themen, wie Freundschaft, Mutter-Tochter, die erste Liebe, aber auch ernstere Themen werden angeschnitten. So steht das Selbstwertgefühl und die Selbstfindung sehr im Vordergrund.
Das Ende des Buches hat mir sehr gefallen und habe ich als realistisch empfunden. Eine gewisser Spielraum für Interpretationen des Lesers ist gegeben.
Eine Fortsetzung erscheint auf Englisch voraussichtlich im Mai 2018. Hier soll sich die Handlung überwiegend um Millie und Callie, zwei Nebencharaktere aus "Dumplin", drehen.
Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und flüssig, so dass ich wahrscheinlich auch eine Fortsetzung verschlingen würde.
Ein Film bin ist wohl auch schon gedreht sein. Mal sehen wann und ob er in die deutschen Kinos kommt, das habe ich bisher noch nicht herausgefunden.
Wer Lust auf ein wenig Südstaaten-Flair, die erste Liebe, einen Schönheitswettbewerb und viele typische Jugendthemen hat, der kann hier eigentlich nichts falsch machen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Die Geschichte des Dreßigjährigen Krieges
Die Reiter der Apokalypse von Georg Schmidt
Historiker Georg Schmidt hat mit diesem ausführlichen Buch über den Dreißigjährigen Krieg ein umfassendes Werk zu Papier gebracht.
Auf 800 Seiten (davon 695 Seiten reiner Text, danach Anhang, Literaturverzeichnis und Personenregister) wird dem interessierten Leser erklärt, wie es zu diesem mehr als 30-jährigen Konflikt kommen konnte.
• Prolog
• Spuren
• Dreißig Jahre
• Der Frieden
• Epilog
• Anhang
Das Buch ist gut gegliedert und umfasst neben Prolog und Epilog drei große Kapitel, die jeweils noch unterteilt sind, sodass man diese komplexen Vorgänge in kleinen Happen lesen kann. Hin und wieder wird der aufmerksame Leser das eine oder andere nachschlagen müssen, da der Autor doch einiges an Wissen voraussetzt.
Die ersten 107 Seiten befassen sich mit der politischen Vorgeschichte. Nicht verschwiegen werden die gesellschaftlichen Auf- und Umbrüche, die ebenfalls den Ausbruch des Krieges förderten. So nimmt Georg Schmidt den Aberglauben der Menschen, die in einem Kometen Unheil sahen, und die damit verbundenen Hexenverfolgungen in seinen Bericht auf. Auch die „Kleine Eiszeit“, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führte, werden beschrieben. Das 17. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bedrohung Europas durch die Osmanen.
Was als örtlich begrenzter Konflikt zwischen dem Wahlkönigreich Böhmen und der Erbmonarchie des Hauses Habsburg beginnt, endet im Flächenbrand über ganz Europa. Mit dem berühmten Prager Fenstersturz im Mai 1618 beginnt ein gewaltiger Krieg, der bis 1648 Millionen Menschenleben fordern.
Mehrmals haben es die beteiligten Herrscher in der Hand den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen. Aus Ignoranz und auch mit falschen (oft geistlichen) Ratgebern unterlassen sie dies und so dauert der Konflikt eben die bekannten 30 Jahre.
Detailliert legt der Autor dar, warum der Krieg nicht zu beenden war.
Meine Meinung:
Auffallend ist, dass im letzten Jahr noch zwei Bücher zum Dreißigjährigen Krieg erschienen sind: „Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648“ (Herfried Münkler, 20.10.2017) und „Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie“ (Peter Wilson, 09.10.2017).
Bis heute ist diese bis dahin beispiellose historische Katastrophe von Mythen und Schauermärchen überwuchert. Georg Schmidt gelingt es, als großem Kenner dieser Epoche, aus Anlass des 400. Jahrestages des Beginns dieser Auseinandersetzung eine, auf dem neuesten Stand der Forschung basierende Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges, darzustellen.
Georg Schmidt legt eine übersichtliche, auch für den interessierten Laien gut lesbare Gesamtdarstellung vor. Immer wieder gelingt es ihm auch, Brücken in die Gegenwart zu schlagen.
Neben der Darstellung der Ursachen, werden auch die oft wechselnden Bündnisse, Bewaffnung und Taktikausführlich erörtert und dargelegt.
So findet das Nichteingreifen des englischen Königs zugunsten seines kurpfälzischen Schwiegersohns Friedrich V., der als „Winterkönig“ die böhmische Krone annimmt und sich damit gegen Kaiser und Reich stellt, Niederschlag. Wir erfahren von Schlachten und Kämpfen, in deren bekannteste Gestalt wohl Albrecht von Wallenstein (auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga) war. Auf der Gegenseite sind der Schwedenkönig Gustav II. Adolf und die Könige Christian III. und IV. von Dänemark zu finden.
Der Schreibstil ist einem Sachbuch angemessen. Manchmal scheint der Autor ein wenig detailverliebt, was aber verzeihlich ist. Dennoch ist das Werk nicht populärwissenschaftlich und bedarf einer gewissen Aufmerksamkeit beim Lesen. Er beschreibt eben sehr genau Ursachen und Verlauf des Krieges. Manches hat Auswirkungen bis heute.
Besonders anspruchsvoll ist das Cover: Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Bild „Triumph des Todes“ Pieter Bruegel d. Ä. (um 1560/62). Überhaupt ist die Aufmachung und Ausstattung des Buches gediegen: gebunden und mit Lesebändchen. Die Schriftgröße des Anhangs ist ein wenig zu klein geraten, doch das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau.
Das Buch endet mit folgenden Worten:
"Wer sich hingegen mit den scheinbar bewährten historischen Einschätzungen zufriedengibt, für den bleiben die alten Mythen wie die Urkatastrophe und das Trauma des deutschen Volkes unvergängliche Wahrheiten." (S. 695)
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Fazit:
Mit diesem Werk entzaubert Georg Schmidt den Dreißigjährigen Krieg von Mythen und Verklärung. Er liefert hier eine solide Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges. Gerne gebe ich 5 Sterne.









